[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe der Cannstatt Study Hour. Wir sind froh, dass ihr euch wieder eingeschaltet habt über Joel Media TV oder Amazing Discoveries, um mit uns zusammen wieder ein weiteres Thema unserer Studienreihe, Das Buch der Sprüche, zu studieren.
[0:42] Und das heutige Thema wird unser vorletztes Thema sein und es trägt den Namen: Die Demut der Weisen. Und es soll uns vorbereiten auf das Bibelgespräch am 21.03.
[1:01] Und damit es ein Studium ist, was gesegnet ist, wollen wir zuallererst Gott darum beten, dass er uns seine Weisheit schenkt und seinen Segen. Wir wollen beten. Vater im Himmel, ich danke dir, dass wir dein Wort studieren können, dass du uns dein Wort gegeben hast, dass wir darin lesen können, dass wir dich näher verstehen. Und so bitte ich dich darum, dass du jetzt alles Störende fernhältst und dass wir in Ruhe studieren dürfen und erkennen dürfen, was du schreibst in deinem Wort. Und ich bitte dich darum, dass du durch deinen Heiligen Geist uns in alle Wahrheit leiten wirst. Und wir danken dir dafür, dass du es tun wirst. In deinem Namen beten wir. Amen.
[1:59] Das Kapitel im Buch der Sprüche, dass wir dieses Thema studiert haben, ist Kapitel Nummer 30. Und auch das ist das vorletzte Kapitel im Buch der Sprüche. Und ich weiß nicht, wie es euch ging, als ihr das Kapitel das erste Mal durchgelesen habt. Als ich das erste Mal durchgelesen habe, da war es für mich schwierig, alles zu verstehen auf einmal. Und das ist noch interessant ausgedrückt. Da war es sehr komplex, habe ich festgestellt, um wirklich zum Kern der Sache zu kommen.
[2:38] Auf der anderen Seite, wenn man sich das Kapitel anschaut, dann ist dort eine Besonderheit aufzufinden, wie ich fand. Und zwar, dass die einzelnen Verse stark zusammenhängen. Das ist nicht wie im vorigen Kapitel der Fall war. Man hat einen Vers, einen Spruch und dann ist wieder so eine Art Bruch im Fluss und es kommt wieder ein anderer Spruch. Und hier war das Interessante, dass wir gesehen haben, dass eine Kontinuität war, ein roter Faden durch dieses Kapitel. Und diesen roten Faden wollen wir heute zusammen studieren.
[3:15] Das Thema ist ja die Demut der Weisen. Und ich glaube, es ist sehr gut ausgewählt, denn das ist wirklich der Kerngedanke dieses Kapitels. Und ich fand es interessant, auch in einer vorigen Study Hour hatten wir das auch schon betrachtet, um den Anfang eines Kapitels zu sehen. Da heißt es nämlich in Kapitel 30: Dies sind die Worte Agurs. Erinnern wir uns, als wir in Sprüche 25 gelesen haben, dass dies die Sprüche Salomos sind? Und da war von den Männern Hiskias geredet, des Königs von Juda. Und sie haben diese Sprüche gesammelt. Genauso lesen wir im Kapitel 30 wieder von den Sprüchen. Aber diesmal interessanterweise ist es nicht Salomo, sondern es sind die Sprüche Agurs.
[4:09] Und es war interessant. Und ich habe probiert, mehr über Agur herauszufinden in der Bibel. Aber es wird nur an dieser einzigen Stelle genannt. Und die Bibel schweigt über Agur. Wir wissen nur, dass es der Sohn Jekes war, wie der Text sagt. Trotzdem haben wir die Möglichkeit, viel über Agur festzustellen, nämlich anhand dieses Kapitels. Und wir sehen es auch an seinem Namen, der nämlich bedeutet "Sammler". Und diese Worte erinnern uns an Sprüche 25, wo es auch um Menschen ging, die gesammelt haben. Und es ist interessant, dass hier auch der Name Sammler bedeutet.
[4:57] Und über den weiteren Versverlauf möchte ich nicht weitermachen, weil er nämlich sehr unterschiedlich übersetzt ist in den verschiedenen Übersetzungen. Und so weiß ich nicht wirklich oder kann eigentlich vielmehr gar nicht darauf eingehen. Aber eins steht fest: Diese Sprüche sind von Agur, ein Mann, dessen Name bedeutet, dass er ein Sammler ist. Und er hat diese Sprüche festgehalten.
[5:33] Wenn wir weiterlesen in Kapitel 30, dort Verse 2 bis 3, lesen wir folgendes. Da heißt es: "Ich bin zu unvernünftig, um ein Mensch zu sein, und habe nicht die Einsicht eines Menschen. Ich habe nicht Weisheit gelernt und habe nicht die Erkenntnis des Heiligen."
[5:55] Dieser Mann stellt etwas fest. Er stellt fest, dass er keine Weisheit besitzt. Und wie wir später im Kapitel feststellen werden, war es eigentlich doch ein sehr verständiger Mann. Aber der Unterschied ist in Vers 3, wo wir lesen: Er hat die Erkenntnis des Heiligen nicht. Als er sich mit Gott beschäftigt hat, mit dem höchsten Wesen, da musste er erkennen, dass er keine Erkenntnis hat über ihn und dass sein Verstand dagegen scheint wie einer, einem Allertörigsten, wie er es formuliert.
[6:36] Und das heißt nicht, dass wir jetzt sagen müssen: Ach ja, wir sind so schlecht und wir wissen überhaupt nichts. Aber die Bibel möchte etwas klar machen. Und ich möchte das auch an einem weiteren Text deutlich machen. Das lesen wir in 1. Korinther 3, Vers 18. Da wird uns auch eine Warnung ausgesprochen.
[6:53] 1. Korinther Kapitel 3 und dort im Vers 18. 1. Korinther 3, Vers 18, da lesen wir: "Niemand betrüge sich selbst. Wer unter euch meint, weise zu sein in dieser Welt, der werde ein Narr, dass er weise werde."
[7:35] Wir haben hier die Warnung, dass wir uns nicht selbst betrügen sollen. Wie? Indem wir sagen, wir sind weise. Und das ist das Erlebnis, das ist das demütige Erlebnis, was auch Agur gemacht hat, als er sagt, dass er keine Erkenntnis hat über den Heiligen, dass er der Allertörigste ist. Aber wie wir feststellen werden, war es doch ein sehr verständiger Mann.
[8:03] In Vers 4 von Sprüche 30 lesen wir: "Wer ist hinaufgefahren zum Himmel und wieder herab? Wer hat den Wind in seine Hände gefasst? Wer hat die Wasser in ein Kleid gebunden? Wer hat alle Enden der Welt bestimmt? Wie heißt er und wie heißt sein Sohn? Weißt du das?"
[8:24] Und diese Fragen, die hier gestellt werden, erinnern uns an ein Kapitel aus dem Buch Hiob. In Kapitel 38 können wir es auch feststellen, wie Hiob diese Fragen stellt, wie er mit Gott ringt. Und die Frage, die ich mir gestellt habe, ist: Ringen wir auf die gleiche Weise mit der Bibel, mit Gott? Wenn wir uns auseinandersetzen, wenn wir sein Wesen verstehen wollen, aber doch feststellen, dass wir es nicht vollständig begreifen können, fragen wir diese Fragen, die auch Hiob gestellt hat?
[9:02] Und interessanterweise kennen wir natürlich die Antwort auch, dass Gott der Schöpfer ist, der alles gemacht hat. Aber wir sehen auch hier eine deutliche Referenz zu Jesus. Da heißt es nämlich: "Und wie heißt sein Sohn?" Und am Anfang des Textes haben wir gelesen: "Wer ist hinaufgefahren zum Himmel und wieder herab?" Das ist eine deutliche Parallele, kann man wirklich sagen, zu Jesus, Gottes Sohn, Gott selbst.
[9:34] Und einen Text dazu lesen wir auch in Johannes 3, Vers 13. In Johannes 3, Vers 13 lesen wir: "Und niemand ist gen Himmel aufgefahren, außer dem, der vom Himmel herabgekommen ist, nämlich der Menschensohn."
[10:01] Es gab Menschen, die sind hinaufgefahren, aber es gab nur einen, und das war Gott selbst, der hinabgefahren ist auf diese Welt, aber der auch wieder hinaufgefahren ist und der auf dieser Welt einen Dienst der Demut verrichtet hat.
[10:21] Und in Apostelgeschichte 4, Vers 12 lesen wir auch, dass wir auch gesehen haben in Sprüche 30, wo es hieß: "Wie heißt er?" Es ist eine Frage nach dem Namen Jesus. Und in Apostelgeschichte 4, Vers 12 lesen wir: "Und in keinem anderen ist das Heil. Auch ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden."
[10:57] Jesus ist nicht nur auf diese Erde gekommen und wieder zurück, sondern er ist mit dem Zweck gekommen, und er ist das Einzige, worauf wir uns verlassen können, dass wir gerettet werden.
[11:10] In Vers 5, in Kapitel 30 lesen wir: "Alle Worte Gottes sind durchleuchtet. Er ist ein Schild, denen, die auf ihn trauen." Als Agur sich auseinandersetzt mit Gott. Und wir kennen vielleicht den Vers aus Jesaja 55, wo es heißt, dass die Gedanken Gottes und seine Wege so viel höher sind als unsere Gedanken. Erkennt ihr, dass Gottes Wort Wahrheit ist?
[11:44] In Psalm, Kapitel 12 lesen wir davon. Da heißt es: "Die Worte des Herrn sind lauter wie Silber, im Tiegel geschmolzen, geläutert siebenmal." Steht dort in Vers 7.
[12:00] Gottes Wort, dass es geläutert ist, heißt, dass es siebenmal geläutert ist. Es ist ein Reinigungsprozess, und wir können uns darauf verlassen, dass Gottes Wort rein ist, dass es Wahrheit ist. Und genau deswegen bietet es uns ein Schild, weil das Schild ist ja eine Analogie, die wir kennen aus dem Kampf. Wenn Menschen im Kampf sind, haben sie früher ein Schild benutzt, um sich zu schützen. Und genauso können wir diese Parallele zu unserem geistlichen Leben führen, die wir uns in einem Kampf befinden. Und allein der Geist der Wahrheit wird uns schützen. Das Wort Gottes, das Wahrheit ist, wird uns schützen, wenn wir, wie es der Text in Sprüche 30, Vers 5 sagt, auf ihn trauen.
[12:56] In Vers 6 lesen wir: "Tu nichts zu seinen Worten hinzu, dass er dich nicht zur Rechenschaft ziehe und du als Lügner dastehst." Weil das Wort Gottes Wahrheit ist, weil es geläutert ist, sollen wir nichts hinzufügen. Wenn wir etwas zu dem Wort Gottes hinzufügen würden, dann würden wir mit unserem menschlichen Sinn rangehen und wir würden es deklarieren als Gottes Wort. Wenn wir etwas hinzufügen würden, würden wir sagen: Okay, das ist Gottes Wort. Aber wir sollen das nicht tun, weil Gottes Wort perfekt ist. Und wir sollen auch nichts ausschmücken oder in irgendeiner Weise wegtun.
[13:46] Und dieses Thema geht durch die ganze Bibel. Ein Text, den ich mit euch lesen möchte, steht in 5. Mose 4, Vers 2. Da heißt es: 5. Mose 4, 5. Mose 4, Vers 2, da heißt es: "Ihr sollt nichts dazu tun zu dem, was ich euch gebiete, und sollt auch nichts davon tun, auf dass ihr bewahrt die Gebote des Herrn, eures Gottes, die ich euch gebiete." Wir sollen es nicht verfälschen.
[14:16] Und in 5. Mose 13, Vers 1 lesen wir: "Alles, was ich euch gebiete, das sollt ihr halten und danach tun. Ihr sollt nichts dazu tun und nichts davon tun." Es geht durch das Buch Mose. Und wir lesen einen weiteren Text in Matthäus 7, Matthäus 5, Verzeihung. Matthäus 5, Vers 17, da heißt es: "Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen."
[15:05] Jesus selbst sagt, dass er sich an das Wort Gottes hält, dass er nichts hinzugefügt hat und auch nichts wegetan hat. Weiter lesen wir: "Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe, noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der kleinste heißen im Himmelreich. Wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich."
[15:39] Gott möchte, dass wir nicht nur nichts hinzufügen, er möchte, dass wir uns danach halten und andere Menschen auch lehren, das ganze Gesetz zu halten und auch das ganze Wort Gottes anzuerkennen.
[15:58] Und ein Text in Offenbarung 22. Wir sehen, es geht von Mose über Matthäus über die Zeit von Jesus hin zur Offenbarung. Ein Buch, das sich vor allen Dingen um die letzte Zeit dieser Erde beschäftigt. Da heißt es in Kapitel 22, Vers 18: "Ich bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: Wenn jemand etwas hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen zufügen, die in diesem Buch geschrieben stehen." Wieder die Warnung, dass wir nichts hinzufügen können und sollen.
[16:41] Und weil das Wort Gottes geläutert ist und nichts hinzugefügt würde, können wir uns darauf verlassen, dass es die Wahrheit ist.
[16:55] Und nichts hinzufügen bedeutet auch, dass wir demütig sind. Ein Text dazu: Wenn wir die Bibel studieren, demütig sind, lesen wir in Johannes, Kapitel 8, Vers 31. Ein Text, der sicherlich bekannt ist, sehr gut bekannt ist.
[17:22] Da heißt es in Vers 31: "Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger." Und das Wort, das dort eigentlich steht, im Griechischen, heißt nicht nur "bleiben an", sondern "bleiben unter Gottes Wort, seinem Wort".
[17:41] Und die Folge davon wird sein, wenn wir uns unter das Wort Gottes stellen, wenn wir uns nicht über es stellen und etwas hinzufügen, sondern wenn wir uns unter es stellen, und dann wird die Folge sein, in Vers 32 lesen wir: "Und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch freimachen."
[18:02] Gottes Wort, sein Gesetz wurde nicht gegeben, dass wir in Gefangenschaft leben, sondern es wurde uns gegeben, dass wir frei sind. Und aus diesem Grund sollen wir auch nichts zu seinem Wort hinzufügen, aber auch nichts wegnehmen.
[18:24] Und wir können wirklich erkennen, wie Agur systematisch diesen Punkt aufgebaut hat. In Sprüche, Kapitel 30, zurück zu unserem Thema diese Woche und weiter in Vers 7 lesen wir: "Zweierlei bitte ich von dir, das wollest du mir nicht verweigern, ehe denn ich sterbe."
[18:51] Es scheint, als Agur hier einen Wunsch äußert und eine Essenz herausfiltert für sein Leben. Das heißt, zweierlei bitte ich von dir, nur diese zwei Dinge möchte Agur haben. Und er sagt: "Ehe denn ich sterbe." Nun, was heißt "ehe denn ich sterbe"? Das heißt, solange ich lebe.
[19:18] Und weil er erkannt hat, dass er selber nicht weise ist und diese demütige Stellung eingenommen hat, sich unter Gottes Wort zu stellen, deswegen wird ihm Gott das auch schenken. Und in Vers 8 lesen wir dann, was diese zwei Dinge sind.
[19:39] Da heißt es: "Falschheit und Lüge lass ferne von mir sein, Armut und Reichtum gib mir nicht. Lass mich aber mein Teil Speise dahin nehmen, das du mir beschieden hast." Zwei Dinge sind ihm wichtig. Falschheit und Lüge soll fern von ihm bleiben. Das ist der erste Punkt. Nun, was bedeutet das? Wenn man es anders formuliert, heißt es: Er möchte Wahrheit von Gott geschenkt bekommen. Und in seinem Leben soll sich keine Lüge, keine Falschheit befinden.
[20:09] Der zweite Punkt, den er anspricht, ist, dass er weder arm noch reich sein möchte. Alles, was er haben möchte, ist die Speise, die Gott ihm bestimmt hat. Haben wir das auch schon so erlebt?
[20:32] Es ist interessant, dass er weder nach Reichtum fragt. Viele Menschen möchten ja reich sein, aber Agur weiß, dass Reichtum nur von Gott kommt. Und wir lesen davon auch in 1. Timotheus 6, Vers 6, was es bedeutet, weder arm noch reich zu sein, was es bedeutet, sich genügen zu lassen.
[20:59] In 1. Timotheus, Kapitel 6, da heißt es: "Die Frömmigkeit ist aber ein großer Gewinn für den, der sich genügen lässt. Denn wir haben nichts in die Welt gebracht, darum werden wir auch nichts hinausbringen. Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so wollen wir uns daran genügen lassen."
[21:27] Gott möchte, dass wir uns genügen lassen. Und dieser Punkt wird auch später im Kapitel weiter verdeutlicht.
[21:36] Zu dem ersten Punkt noch, zu der Falschheit und Wahrheit, zum Fernhalten von Falschheit und Lüge. Und jetzt lesen wir noch einen weiteren Text in Psalm 119. Und dort in Vers 29 lesen wir: "Halte fern von mir den Weg der Lüge und gib mir in Gnaden dein Gesetz."
[22:06] Und Vers 30 heißt es: "Ich habe erwählt den Weg der Wahrheit. Deine Weisung habe ich vor mich gestellt." Möchtest du auch den Weg der Wahrheit erwählen?
[22:26] Wie angesprochen, führt Agur diese Punkte weiter aus. In Vers 9 lesen wir: "Ich könnte sonst, wenn ich zu satt würde, verleugnen und sagen: Wer ist der Herr? Oder wenn ich zu arm würde, könnte ich stehlen und mich an dem Namen meines Gottes vergreifen."
[22:50] Dieser Begriff, "Wer ist der Herr?", diese Frage, wurde auch gestellt von einem Mann, der sehr reich war. Und wir lesen das in 2. Mose, Kapitel 5. "Wer ist der Herr?" 2. Mose, Kapitel 5. Und dort in Vers 2, da lesen wir, der Pharao antwortete. Und er antwortete: "Der Pharao antwortete: Wer ist der Herr, dass ich ihm gehorchen müsse und Israel ziehen lasse? Ich weiß nichts von dem Herrn, will auch Israel nicht ziehen lassen."
[23:35] Manchmal, oder sehr oft, als Ausrede bringen Menschen an: Ja, Gott gibt es doch gar nicht. Und weil es ihn nicht gibt, und ich nicht ihn kenne, muss ich mich auch nicht an sein Gesetz halten. Und ein Punkt, ein Aspekt, wie so eine Haltung entstehen kann, ist, wenn es uns zu gut geht. Nun, möchten wir natürlich alle, dass es uns gut geht, aber wir sollten darauf achten, dass es Gott ist, der uns diesen Reichtum schenkt.
[24:06] Und dieses Thema zieht sich durch die Bibel. In 5. Mose 6, Vers 12 lesen wir folgenden Gedanken.
[24:19] 5. Mose 6, und dort in Vers 12, da lesen wir: "So hüte dich, dass du nicht den Herrn vergisst, der dich aus Ägyptenland aus der Knechtschaft geführt hat." Der Pharao hat sein Herz verhärtet gehabt und wollte das Volk nicht ziehen lassen. Aber Gott hat das Volk herausgeholt, aber deutlich gesagt, dass sie nicht vergessen sollen, wie er sie hinausgeführt hat.
[24:58] Und ein interessanter Gedanke, den ich heute gelesen hatte, ist ein Spruch, der heißt es: Dieser Spruch sagt, es hat eine Nacht gedauert, dass Israel aus Ägypten herausgerufen wurde. Gott hat eine Nacht gebraucht, um Israel aus Ägypten herauszubekommen. Aber es hat 40 Jahre gedauert, um Ägypten aus Israel herauszubekommen.
[25:31] Wir stehen in der Gefahr, zu vergessen. Und vor allen Dingen zu vergessen, wenn es uns gut geht. Und in Hosea, Kapitel 13, lesen wir auch einen interessanten Gedanken.
[25:49] Hosea, Kapitel 13, und dort in Vers 6. Und Entschuldigung, wenn wir noch Vers 4 lesen, da heißt es: "Ich aber bin der Herr, dein Gott von Ägyptenland, und du sollst keinen anderen Gott kennen als mich, und kein Heiland als allein mich." Und in dieser Warnung gilt Ephraim, ein Stamm des Volkes Israel, der auch aus Ägypten geführt wurde, natürlich als Volk Israel.
[26:21] Und da heißt es, in Vers 5: "Ich nahm mich ja deiner an in der Wüste, im dürren Lande. Aber als sie geweidet wurden, dass sie satt wurden und genug hatten, erhob sich ihr Herz. Darum vergessen sie mich." Das Problem ist nicht, dass es uns gut geht. Das Problem ist nicht, dass wir geweidet werden, wie der Text sagt. Das Problem ist, wenn sich das Herz erhebt, wenn wir auf einmal anfangen zu sagen: Ja, das habe ja ich geschafft.
[26:54] Und dieses Prinzip können wir deutlich auf unser Leben heute übertragen, wenn wir in der Gefahr stehen, wenn es uns zu gut geht, und wir sagen, wir haben es selber geschafft. Es ist die Einstellung, die zählt. Und wir möchten nicht vergessen, wie Gott uns aus Ägyptenland geführt hat.
[27:28] In Vers 10 von Sprüche Kapitel 30 lesen wir: "Verleumde nicht den Knecht bei seinem Herrn, dass er dich nicht fluche und du es büßen müsstest." Ein Aspekt, den er weiter erleuchtet zu diesen zwei Aspekten, die er genannt hat, von der Falschheit und Lüge, dass wir niemanden verleumden sollen, dass wir keine Lüge reden sollen, vor allem nicht über andere Menschen und dass es ihnen deswegen schlecht geht.
[27:58] In Vers 11 lesen wir: "Es gibt eine Art, die ihrem Vater flucht und ihrer Mutter nicht segnet." Das fand ich ein sehr interessanter Text. Nun, was ist eine Art im Urtext und andere Übersetzungen, zum Beispiel Schlachter, glaube ich, oder Elberfelder übersetzen: Es gibt eine Generation. Und es ist deutlich, dass es hier um Menschen geht. Eine Generation, die ihrem Vater flucht und ihrer Mutter nicht segnet.
[28:28] Und ich glaube, dass das ein Problem ist, auch in unserer heutigen Zeit, dass wir nicht den nötigen Respekt haben gegenüber unseren Eltern. Aber ich glaube, dass dieser Vers ein Prinzip darstellt, das weitergeht als nur die Beachtung von dem fünften Gebot. Weil als ich den Text gelesen habe, da ist mir aufgefallen, dass der Vater heißt es, verflucht wird, die Mutter aber nicht gesegnet. Und der Gedanke, der mir dabei kam, ist: Kann es sein, dass wir manchmal vielleicht nicht fluchen, dass wir eigentlich nie fluchen vielleicht, dass wir niemanden verfluchen, aber segnen wir?
[29:18] Weil Nächstenliebe und Demut bedeutet nicht, dass wir einfach nur unser Leben führen und probieren, jedem Konflikt aus dem Weg zu gehen und auch nicht mit den Menschen sprechen oder was auch immer, bloß niemanden fluchen. Nächstenliebe bedeutet auch oder vor allem, dass wir unseren Mitmenschen zum Segen werden. Und genauso habe ich dieses Prinzip in diesem Text gesehen. Es gibt eine Art, die ihren Vater flucht und ihre Mutter nicht segnet. Manchmal fluchen wir vielleicht nicht, aber wir segnen auch nicht.
[29:58] Und so war auch Jesu Dienst ein Dienst der Demut an den Mitmenschen.
[30:15] In Vers 12 in Sprüche 30 lesen wir: "Eine Art, die sich rein dünkt und ist doch von ihrem Schmutz nicht gewaschen." Hier wird uns gezeigt eine Personengruppe, die denkt, sie ist weise, aber dieser Hochmut führt dazu, dass sie ihren eigenen Schmutz nicht sehen und deswegen auch nicht gewaschen sind von diesem Schmutz.
[30:53] Und in dem Urtext steht auch von Augentränen und auch in Vers 13 lesen wir: "Eine Art, die ihre Augen hochträgt und ihre Augenlider emporhebt." Das ist ein klarer Hinweis auf die Gemeinde Laodizea, die die Augensalbe benötigt, weil sie selber blind ist und es nicht merkt. Und in diesem Zustand hochmütig zu sein, nicht den eigenen Schmutz sieht und deswegen auch nicht von ihm gewaschen ist.
[31:30] In Sprüche 20 Vers 9, ein Text, den wir schon studiert hatten, heißt es: "Wer kann sagen, ich habe mein Herz geläutert und bin rein von meiner Sünde?" Niemand kann es sagen. Und in Johannes Kapitel 9 lesen wir eine Aussage Jesu zu diesem Thema.
[31:55] Da heißt es in Vers 41: "Jesus sprach zu ihnen: Wärt ihr blind, so hättet ihr keine Sünde, weil ihr aber sagt: Wir sind sehend, bleibt eure Sünde." Das Problem ist, wenn wir uns selber erheben und sagen, wir wissen alles, wir sehen alles, und dabei sehen wir nicht mal unsere eigene Sünde.
[32:21] Das hochmütige Herz verbirgt die Sünde im eigenen Herzen. Das ist, was wir lesen in diesem Vers 12. Und so passt es in dieses Thema der Demut, die Demut des Weisen.
[32:39] In Vers 15 lesen wir: "Der Blutegel hat zwei Töchter, die heißen: Gib her, gib her. Drei sind nicht zu sättigen und vier sagen nie: Es ist genug." Das Totenreich und der Frauen verschlossener Schoß, die Erde, die nicht des Wassers satt wird, und das Feuer, das nie spricht: Es ist genug. Es werden uns hier Bilder genannt von Aspekten, wo wir sehen, dass es nie genug ist und dass man immer mehr braucht, wie die Blutegel. Aber wir sollen nicht so sein, wir sollen nicht andere auch aussaugen, um selber mehr zu erlangen.
[33:24] In Vers 18 lesen wir: "Drei sind mir zu wundersam und vier verstehe ich nicht." Der Adlersweg am Himmel, der Schlangeweg auf dem Felsen, das Schiffesweg mitten im Meer und das Mannesweg beim Weibe.
[33:39] Hier werden uns vier Bilder genannt und er sagt, er kann sie nicht verstehen. Agur sagt, sie sind so wunderbar. Wenn man sich einen Adler anschaut und beobachtet, wie er seine Kreise zieht, wie er vielleicht nicht mal seine Flügel bewegt, sondern einfach nur die Thermik ausnutzt von der heißen Luft, um getragen zu werden, dann kommt man wirklich zu dem Punkt, dass man denkt: Wow, wie kann das passieren? Und es leitet uns hin zu dem Schöpfer.
[34:18] Ein Gedanke, dass Gott alles wunderbar gemacht hat und dass es so unbegreiflich ist. Wie viel mehr oder wie viel weniger können wir Gott verstehen, wenn wir sogar überrascht werden von unserer Umgebung?
[34:44] In Vers 20 heißt es: "So ist der Weg der Ehebrecherin. Sie verschlingt und wischt sich den Mund und spricht: Ich habe nichts Böses getan." In Vers 12 hatten wir gelesen von Menschen, die sagen, sie sind sehend, die sich weise dünken, aber sie sind nicht von ihrem Schmutz gewaschen, weil aufgrund ihres übermütigen Herzens sehen sie die Sünde nicht.
[35:13] Jetzt in Vers 20 lesen wir von einer anderen Gruppe, die sagt, die Böses tut, aber dann sagt: Ich habe nichts Böses getan. Und das ist wirklich tragisch, wenn man sich das überlegt. Das ist eine offene Rebellion, und die Bibel warnt uns davor.
[35:43] Und der Gedanke ist auch, wenn man sich den Mund wäscht, wenn man sich den Schmutz abwäscht, dann kann man das vergleichen, wenn wir ungehorsam sind und wir probieren es zu vertuschen und es vielleicht erfolgreich vertuscht wurde und wir deswegen vielleicht sagen: Ist ja nichts passiert. Aber wir wissen, dass Ungehorsam immer viel weitere Folgen mit sich zieht und wir nicht naiv sein müssen.
[36:24] In Vers 21 lesen wir: "Ein Land wird durch dreierlei unruhig und viererlei kann es nicht ertragen: einem Knecht, wenn er König wird; einen Thor, wenn er zu satt ist; eine Verschmähte, wenn sie geehelicht wird; und eine Magd, wenn sie ihre Herren beerbt."
[36:43] Hier werden wir konfrontiert mit Bildern, die Extreme aufzeigen und die Sprünge aufzeigen, die vielleicht nicht nachvollziehbar sind. Ein Knecht, der König wird, ist da nicht so ein ziemlich großer Sprung dazwischen? Oder eine Verschmähte, im Urtext heißt es auch eine, die hasserfüllte. Wie kann so ein Mensch eine Ehe führen, wenn man nur auf sich selbst ist und andere probiert runterzudrücken?
[37:19] Und all diese Bilder sehen wir auch Beispiele in der Bibel, zum Beispiel von der Magd und der Herrin lesen wir von Sarai und Hagar zum Beispiel, wo auf einmal die Stellung zwischen Herrin und Magd umkippt und viel Übel deswegen auch stattfindet.
[37:47] Und wenn wir ein Prinzip daraus erkennen wollen, dann können wir erkennen, dass wir einen Schritt nach dem anderen gehen, dass wir nicht vom Knecht zum König direkt gesprungen werden, sondern dass wir wirklich dort, wo Gott uns gebrauchen möchte, dass wir dort unseren Dienst tun.
[38:11] Und zum Beispiel hatten wir auch in der Lektion betrachtet: 1. Samuel 25, wo auch von Nabal die Rede war, der ein sehr reicher Mann war, aber der alles andere als klug war. Und so haben wir auch diese Bilder in der Bibel, und sie alle zeigen uns, dass wir unsere Demut bewahren müssen, dass wir auch erstattlich sind, dass wir anderen Menschen zum Segen werden können, so wie Gott es geplant hat für uns.
[38:50] In Vers 29 bis 31 lesen wir, da heißt es: "Drei haben einen stattlichen Gang und vier gehen stolz einher: der Löwe, mächtig unter den Tieren, und kehrt um von niemand. Der stolze Hahn, der Widder und der König, wenn er einhergeht vor seinem Heer." Hier werden uns Bilder gezeigt von hochmütigen Eigenschaften, der Löwe, der mächtig ist, oder der stolze Hahn, und sie werden gegenübergestellt zu ganz anderen Tieren.
[39:24] Da heißt es in Vers 24 von Sprüche 30: "Wir vier sind die kleinsten auf Erden und doch klüger als all die Weisen." Das ist eine sehr paradoxe Aussage. Da heißt es in 25: "Die Ameisen, ein schwaches Volk, dennoch schafft sie im Sommer ihre Speise." Und es war ja auch ein Text, den wir in einer vergangenen Woche schon studiert hatten, in Sprüche Kapitel 6, da lesen wir in Vers 6: "Gehe hin zur Ameise, du Fauler, sieh an ihr Tun und lerne von ihr."
[40:02] Wenn sie auch keinen Fürsten, noch Hauptmann, noch Herrn hat, so bereitet sie doch ihr Brot im Sommer und sammelt ihre Speise in der Ernte. Die Ameise, obwohl sie so klein ist, ist jedoch sehr weise, was sie einst tut: Sie trifft Vorbereitungen für die Zukunft.
[40:22] Und weiter lesen wir: "Die Klippdachse, ein schwaches Volk." In Vers 26 von Sprüche Kapitel 30: "Die Klippdachse, ein schwaches Volk, dennoch bauen sie ihr Haus in den Felsen." Die Klippdachse ist eine sehr schwache Tierart, könnte man sagen, aber sie bauen ihr Haus im Felsen, sie leben in den Felsen und entfernen sich auch nie weit vom Felsen. Sie kommen aus ihrer Wohnung, um sich auch zu sonnen, und wenn sie aber auch Gefahr, Bedrohung erleben, dann sind sie wieder ganz schnell im Felsen.
[41:07] In Vers 27 lesen wir: "Die Heuschrecken, sie haben keinen König, dennoch ziehen sie aus in Ordnung." Gott möchte auch wir, dass wir nicht Menschen sind, die einfach immer nur darauf warten, bis jemand ihnen was sagt, was sie tun sollen. Sie sollen auch so eine Ordnung haben.
[41:31] In Vers 28 lesen wir: "Von der Eidechse." Andere Übersetzungen sprechen von der Spinne, aber das Bild ist das gleiche. Man greift sie mit den Händen, heißt es, und sie ist doch in den Königsschlössern. Obwohl es so klein ist, findet sie doch ihre Behausung im größten Haus, könnte man sagen, im Haus des Königs.
[41:54] Und so haben all diese kleinen Tiere eins gemeinsam: Sie erkennen ihre Schwachheit. Aber sie sind stark, weil sie zum Beispiel im Haus des Königs sind.
[42:15] Möchtest du auch im Haus des Königs sein und möchtest du die Demut haben von Agur, der, als er sich mit dem Wort Gottes auseinandergesetzt hat, als er mit Gott sich auseinandergesetzt hat, als er ihn verstehen wollte, erkannt hat, dass er es nicht kann und der eine demütige Stellung eingenommen hat und darum gebeten hat, um zwei Dinge, dass keine Falschheit ist in seinem Herzen, dass nur Wahrheit dort herrscht und dass er das bekommt, was Gott ihm gibt und dass er sich daran erfreut.
[42:59] Wenn das dein Wunsch ist und wenn dein Wunsch auch ist, wie ein Klippdachs zu sein, der seine eigene Schwachheit anerkennt, aber nah am Felsen ist, der seine Wohnung auf dem Felsen gebaut hat, dann möchte ich dich einladen, mit mir zu beten, um Gott darum zu bitten, dass er uns seine Stärke schenkt.
[43:28] Vater im Himmel, wir wollen dir danken für dein Wort, dass es ein ehrliches Wort ist, ein Wort der Wahrheit, dass wir wachsen dürfen. Und so wie uns das Wort zeigt, dass wir, wenn wir es studieren, dass wir uns unter dieses Wort stellen, so möchten wir das tun. Und dass wir auch demütig sein sollen, damit wir zum Segen für unsere Mitmenschen werden, so möchten wir das tun. Und ich bitte dich darum, dass wir von diesem Wort der Wahrheit geleitet werden, dass wir von deinem Geist der Wahrheit geleitet sind, dass Menschen um uns her erkennen, dass das etwas Besonderes ist, was sie in dieser Welt auch nicht sehen, aber dass diese Demut und diese Kraft, die damit verbunden ist, aus dir kommt.
[44:26] Und so bitten wir dich in unserer Schwachheit um deine Stärke und wir wollen dein Opfer annehmen, das du in deinem Sohn gebracht hast, dass du diesen Dienst der Demut verrichtet hast an uns, damit wir erkennen, dass unser Heil nur in einem Namen liegt, dem Namen Jesu Christi. Und so danken wir dir und bitten in deinem Namen darum. Amen.
[45:03] Wir sind froh, dass ihr euch wieder zugeschaltet habt und ich wünsche euch Gottes Segen und bis zum nächsten Mal zur Cannstatt Study Hour auf Joel Media TV. Amen. Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!