In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour werden tiefgründige Lehren aus dem Buch Hiob gezogen, um praktische Anwendung für das eigene Leben zu finden. Der Vortrag beleuchtet die Bedeutung von Geduld, standhaftem Glauben und dem Vertrauen auf Gottes Liebe, selbst in Zeiten größter Anfechtung. Es wird gezeigt, wie Hiobs Geschichte uns auf die Herausforderungen der Endzeit vorbereiten kann und wie Jesus Christus das ultimative Vorbild für standhaftes Ausharren und bedingungsloses Vertrauen darstellt.
Das Buch Hiob (CSH 2016 Q4): 14. Lehren aus dem Buch Hiob
Christopher Kramp · Cannstatt Study Hour 2016 Q4: Das Buch Hiob ·Themen: 2. Korinther, Altes Testament, Bibel, Bibelstudium, Hebräer, Hiob, Johannes, Matthäus, Neues TestamentWeitere Aufnahmen
Serie: Cannstatt Study Hour 2016 Q4: Das Buch Hiob
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Transkript
[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries. Wir freuen uns, dass wir heute die letzte Folge, die 14. Folge in diesem Quartal, über das Buch Hiob gemeinsam besprechen können. Wir wollen einige Lehren aus dem Buch Hiob zusammenfassend zusammentragen, um zu sehen, was wir praktisch für unser Leben aus diesem doch so tiefgründigen und so philosophischen Buch lernen können. Wir bereiten uns damit vor auf das Bibelgespräch am 31. Dezember 2016 und wollen damit sozusagen auch dieses ereignisreiche Jahr zu einem Ende bringen.
[1:02] Bevor wir aber beginnen, uns einige Lehren aus dem Buch Hiob noch einmal anzuschauen, wollen wir mit einem Gebet beginnen. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass du in dem Buch Hiob uns so eine tiefgründige Einsicht geschenkt hast in den großen Kampf und in dein Wesen. Wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass wenn wir jetzt noch einmal uns Gedanken machen über das, was wir lernen können aus dem Buch Hiob, dass wir deine Stimme durch dein Wort an unser Herz hören, dass wir erkennen, wo wir in unserem Leben Veränderung brauchen und wo wir aus der Geschichte von Hiob Dinge lernen können für unseren praktischen Alltag. Bitte schenk du uns deinen Heiligen Geist und gib, dass wir dein Wort so verstehen, wie du es gemeint hast. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.
[2:22] Schon in Vers 10 sagt er, dass wir uns ein Vorbild nehmen sollen. Nun, die Frage ist, warum sind die Propheten in ihren Aussagen und insbesondere Hiob ein Vorbild? Wozu brauchen wir so ein Vorbild? Der Kontext der Passage hilft uns das besser zu verstehen. Schon in Vers 7 ist das Thema Geduld und Aussagen angesprochen worden. Das heißt es in Vers 7: „So wartet nun geduldig, ihr Brüder, bis zur Wiederkunft des Herrn.“ Und hier können wir uns sehr leicht identifizieren, auch wir warten auf die Wiederkunft. Als Teil der Adventbewegung ist es eine wichtige Sache, Geduld zu haben, zu warten auf die Wiederkunft des Herrn. Weiter heißt es hier: „Siehe, der Landmann wartet auf die köstliche Frucht der Erde und geduldet sich ihretwegen, bis sie den Früh- und Spätregen empfangen hat.“ Interessanterweise wird hier das Warten auf die Wiederkunft in Beziehung gesetzt zu dem Bild einer Ernte, die reifen muss, die nicht zu früh geerntet werden kann. Und das bringt uns natürlich gedanklich zur Offenbarung 14, wo in Vers 15 und 16 die Wiederkunft mit einer Ernte verglichen wird, die dann stattfindet, wenn die Frucht es zulässt, wie Markus 4, Vers 29 uns sagt. Und so kommt die Aufforderung in Vers 8: „So wartet auch ihr geduldig, stärkt eure Herzen, denn die Wiederkunft des Herrn ist nah.“
[4:14] Eine ganz praktische, wichtige Lektion diese Woche ist die, dass wir Geduld brauchen. Wir warten auf die Wiederkunft und die Bibel sagt hier sehr deutlich, dass wir dazu Geduld brauchen. Und in diesem Kontext, der auch davon spricht, dass die Wiederkunft ein dringliches Ereignis ist, dass die prophetische Botschaft keinen Zeitverzug duldet. Vers 9: Da lesen wir nämlich: „Seufzt nicht gegeneinander, Brüder, damit ihr nicht verurteilt werdet; siehe, der Richter steht vor der Tür.“ Also im Lichte dieser Dringlichkeit, Jesus kommt wieder, wird uns geraten in Vers 10 und 11: „Nehmt euch die Propheten zum Vorbild des Leidens und der Geduld.“ Wir können, obwohl also Hiob nicht direkt kurz vor der Wiederkunft Jesu lebte, können wir aus seinem Ausharren etwas lernen über die Geduld, die wir brauchen kurz vor der Wiederkunft. Sowohl im Leiden als auch in der Geduld sollen wir uns ein Vorbild nehmen, und Hiob ist hier namentlich als eines von mehreren möglichen Vorbildern genannt.
[5:23] Es heißt in Vers 11: „Siehe, wir preisen die glückselig.“ Eine Seligpreisung, die uns ein bisschen auch erinnert an die Seligpreisung, die Jesus selbst auf dem Berg der Seligpreisung gegeben hat. Die achte, die, wenn man die Seligpreisung studiert und feststellt, dass sie auch eine gewisse Reihenfolge bilden, dass dort ein Schritt nach dem anderen im Glaubensleben durchlaufen wird, sozusagen den Abschluss bilden. Dort in Vers 10 und 11 heißt es: „Glückselig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Reich der Himmel. Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden um meines Willen.“ Das ist etwas, was wir in der Endzeit brauchen. Wir werden in der Endzeit kurz vor der Wiederkunft verfolgt werden, verschmäht werden, verfolgt werden. Leute werden lügnerisch jedes böse Wort gegen uns reden. Und Jesus sagt: „Glückselig sind die dann“, wie es in Vers 12 heißt, „sich freuen können und jubeln. Freut euch und jubelt, denn euer Lohn ist groß im Himmel. Denn ebenso haben sie die Propheten verfolgt, die vor euch gewesen sind.“ Und deswegen sollen wir uns ein Beispiel nehmen an den Propheten, an den Personen der Bibel. Denn sie haben genau dasselbe erlebt, im Leiden und in der Geduld und der Anfechtung sollen sie uns ein Vorbild sein. Und wer könnte es für ein größeres Vorbild sein unter den Propheten, die es gibt in der Bibel, und den Patriarchen und den biblischen Personen, als Hiob, wenn es um Leid und Geduld geht?
[6:57] Aber diese Seligpreisung hat auch eine Parallele im Buch Jakobus selbst. In Jakobus 1, ziemlich am Anfang, quasi so spiegelbildlich gesehen, wenn man das ganze Buch betrachtet, als Gegenstück finden wir in Jakobus 1, Vers 12 ebenfalls eine Seligpreisung: „Glückselig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet. Denn nachdem er sich bewährt hat, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben.“ Und hier haben wir eine Seligpreisung für Menschen, die in der Anfechtung sich bewähren, die dann nach der Bewährung in der Anfechtung die Krone des Lebens empfangen. Und da ist natürlich auch wieder eine Parallele zu Hiob sichtbar, der angefochten worden ist, der sich bewährt hat und danach einen umso größeren Lohn erhalten hat. Interessant und wichtig ist hier, dass all das zu tun hat mit der Liebe Gottes. „Er gibt es, denn er liebt uns, welche der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben.“ Hiob wurde von Gott geliebt, auch wenn das nicht immer so spürbar war in seinem Leben, in gewissen Momenten auch. Wenn manches als Mensch gesehen fraglich erschien, die Liebe Gottes war nichtsdestotrotz da.
[8:25] Was können wir daraus lernen? Auch wir werden in Anfechtungen geraten und wir dürfen wissen, dass Gott uns immer liebt, auch dann, wenn die Tage trüb sind, auch dann, wenn die Hiobsbotschaften auf uns hereinprasseln, auch dann, wenn uns das Leben selbst bitter wird. Wer sich bewährt, wer erduldet, wird die Krone des Lebens erlangen. Jesus hat sich ähnlich ausgedrückt in Matthäus 10 und dort Vers 22. Matthäus 10 und dort Vers 22, als Jesus sagte: „Und ihr werdet von jedermann gehasst sein um meines Namens willen. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.“ Die Rettung hat nicht nur damit zu tun, einmal Jesus kennenzulernen, die Rettung hat damit zu tun, bei Jesus zu bleiben. Auch dann, wenn die vielen positiven Aspekte des Evangeliums, der Segen und das Glück und die Freude gerade nicht greifbar sind, trotzdem festzuhalten, im Vertrauen, dass Gott doch die Liebe und alles zu einem guten Ende bringen wird. Dieses standhafte Ausharren ist von entscheidender Bedeutung.
[9:39] Auch im Hebräerbrief finden wir dazu einige Hinweise, zum Beispiel Hebräer 3 und dort Vers 14. Hebräer 3, Vers 14, ähnlicher Gedanke, wie der, wie den Jesus hier ausgesprochen hat. Paulus sagt, Hebräer 3, Vers 14: „Denn wir haben Anteil an Christus bekommen, wenn wir die anfängliche Zuversicht bis ans Ende standhaft festhalten.“ Da gibt es also eine anfängliche Zuversicht. Man kommt zu Jesus, man übergibt ihm sein Leben, man erhält Vergebung der Sünden. Da ist Freude und Begeisterung und Liebe zu Gott. Und Paulus sagt uns: Ja, wir haben Anteil an Christus, aber die Bedingung ist, dass wir daran festhalten, standhaft festhalten. Das heißt, auch in Situationen, wo uns die Stürme des Lebens umzuhauen drohen, standhaft festhalten. Die Rettung hat nicht nur damit zu tun, dass wir zu Jesus kommen, sondern auch, dass wir bei Jesus bleiben.
[10:43] Nun, vielleicht könnte jemand sagen: „Nun, dann ist also das Zu-Jesus-Kommen eine Sache des Glaubens, aber dann das Festhalten ist mein eigenes Werk, oder? Ist das dann doch so eine halbe Werksgerechtigkeit?“ Nun, derselbe Paulus erklärt uns im selben Hebräerbrief, wie dieses Festhalten möglich ist. Vielleicht gibt es jemand, der Angst hat und sagt: „Naja, zu Jesus kommen konnte ich ja so, wie ich bin, aber kann ich sicher sein, dass ich auch festhalten werde, dass ich stark genug bin, um festzuhalten?“ Schauen wir gemeinsam in Hebräer 10 und dort Vers 39. Hebräer 10, Vers 39. Paulus sagt hier: „Wir aber gehören nicht zu denen, die feige zurückweichen, also die, die loslassen zum Verderben, sondern zu denen, die glauben zur Rettung der Seele.“ Hier sagt Paulus: Die, die gerettet werden, die glauben. Vorher hat er gesagt, dass wir durch standhaftes Ausharren gerettet werden. Der Gegensatz hier ist sehr deutlich. Da gibt es die, die loslassen, die zurückweichen, die wieder Christus verlassen, und dann gibt es die, die glauben. Die Implikation ist eindeutig: Das Ausharren, das Festhalten und das Standhaftbleiben ist ein Akt des Glaubens, kein eigenes Werk. Es ist Glaube, wenn wir zu Jesus kommen, und es ist durch den Glauben, wenn wir bei Jesus bleiben, wenn wir ihn festhalten. Das Festhalten an Jesus, das standhafte Ausharren ist genauso ein Werk des Glaubens wie das Zu-Jesus-Kommen.
[12:16] Hiob hatte dieses standhafte Ausharren. Er hat im Glauben an Gott festgehalten, selbst als alles, was er mit Sinnen wahrnehmen konnte, dagegen zu sprechen schien. Nur einige, zwei kurze Beispiele. Wir haben ja in den letzten 13 Wochen ausführlich dieses Buch studiert. Zur Erinnerung: Als er all diese Hiobsbotschaften bekommt, da heißt es in Hiob 1, Vers 21: „Und er sprach: Nackt bin ich aus dem Leib meiner Mutter gekommen, nackt werde ich wieder dahin gehen. Der Herr hat genommen, der Name des Herrn sei gelobt!“ Er stand unter Schock, aber gleichzeitig konnte er feststellen, dass Gott ihm nichts genommen hatte, was ihm selbst gehört hätte. Gott hatte kein Unrecht an ihm getan. Er lobte Gott in tiefster Trauer. Und auch später, als er dann all seine Trauer viel mehr artikuliert hatte, in Hiob 23 und dort Vers 10, da sagt er dann in einem dieser vielen Rededuelle: „Ja, er kennt meinen Weg; wenn er mich prüft, so werde ich wie Gold hervorgehen.“ Hiob konnte nicht alles verstehen, aber er hat mit implizitem Vertrauen geglaubt, dass Gott es gut meint, auch wenn davon nichts zu spüren war, nichts zu hören war, nichts zu fühlen war.
[13:54] Es ist dieser Glaube, der sein festes, standhaftes Ausharren auszeichnet. Und die Frage ist: Wie ist es mit unserem Glauben? Ist unser Glaube nur dann enthusiastisch und begeistert, wenn wir gerade Erfahrungen mit Gott gemacht haben, wenn er eindeutig eingegriffen hat und wir seine Handschriften in unserem Leben lesen können? Oder haben wir dasselbe Vertrauen, wenn scheinbar alles gegen uns spricht, wenn alles schief läuft und wenn der Segen von uns davon flieht? Vertrauen wir dann immer noch Gott, oder beginnen wir zu zweifeln? Könnte es sein, dass in der Endzeit wir ähnlichen Herausforderungen uns gegenüberstehen sehen werden wie Hiob in dieser Zeit? Wo plötzlich Not und Drangsal in unser Leben kommen wird und Menschen, die uns nahestehen, uns einreden werden, dass Gott uns verlassen hat. Dieses Festhalten an Gott gegen die scheinbaren Beweise, gegen das Gefühl, gegen das, was man mit den Sinnen wahrnehmen kann, das ist dieser entscheidende Glaube, von dem die Bibel spricht, der an so vielen Stellen erwähnt wird.
[15:13] Interessant ist an dieser Stelle, dass Jakobus uns auch an etwas erinnert, was im Zusammenhang mit dem Buch Hiob gerne vernachlässigt oder vergessen wird. Jakobus 5,11 heißt es hier: „Wir preisen die glückselig, welche standhaft ausharren. Von Hiobs standhaftem Ausharren habt ihr gehört, und ihr habt das Ende gesehen, das der Herr für ihn bereitet hat.“ Und jetzt kommt es: „Denn der Herr ist voll Mitleid und Erbarmen.“ Es ist viel geschrieben worden und gesagt worden über das Buch Hiob. Meistens steht die Frage der Gerechtigkeit Gottes, die Frage nach dem Leid, nach dem Trost, nach der Fairness im Raum. Aber selten wird das Buch Hiob als ein Paradestück ausgewählt, um die Güte, die Barmherzigkeit und das Mitleid Gottes herauszustellen. Doch Jakobus sagt genau das: Er sagt, schaut, ihr kennt doch die Geschichte Hiobs, und wenn ihr sie anschaut, dann seht ihr doch, wie mitfühlend, wie barmherzig, wie Gott Mitleid hat.
[16:22] Nun, worin zeigt sich das Mitleid und Erbarmen Gottes? Jakobus sagt uns: „Wenn ihr auf das Ende schaut, ihr habt das Ende gesehen, das der Herr für ihn bereitet hat.“ Nun, das heißt also, wir sollten noch einmal einen kurzen Blick werfen auf das, was Gott am Ende in Hiob tut. In Hiob 42, und wir haben ja die Verse auch schon betrachtet, in Hiob 42 haben wir gesehen, dass Gott alles wiederherstellt, doppelt sogar. Und das wirkt auf den ersten Moment wie, naja, ein schwacher Trost, dass er jetzt endlich wieder Schafe und Kamele und Rinder und Esel hat, angesichts der dramatischen, psychologischen und tiefgreifenden Konflikte, die vorgeschrieben werden. Es wirkt auf den ersten Moment wie, naja, da hat er alles wieder zurückbekommen. Aber dieses Ende wird oft unterschätzt.
[17:23] Zunächst einmal halten wir fest, dass in Vers 10 das Geschick des Hiobs sich wendet. So heißt es in Vers 10: „Als er für seine Freunde bat, und der Herr wendete Hiobs Geschick, als er für seine Freunde bat.“ In dem Moment, als Hiob bereit war, nicht nur für seine Söhne und Töchter zu beten, was er schon am Anfang des Kapitels getan hatte, sondern als er bereit war, für die zu beten, die ihn beschuldigt hatten, die ihn zu Unrecht als Sünder dargestellt hatten, die ihn angegriffen hatten, als er bereit war, für seine Feinde zu beten, da änderte sich sein Schicksal. Als er bereit war, für die zu beten, die ihn verleumdet hatten, als er damit zeigte, dass die Liebe Gottes in seinem Herzen war, da zeigte Gott, wie viel Liebe er in seinem Herzen hat.
[18:18] Nicht nur wurde sein Reichtum doppelt zurückerstattet. Es heißt ja hier in Vers 10: „Und der Herr erstattete Hiob alles, alles doppelt wieder, was er gehabt hatte.“ Und dann lesen wir von den 14.000 Schafen, wir wissen, er hatte vorher 7.000, wir lesen von den 6.000 Kamelen, wir wussten, er hatte 3.000 vorher, und den 1.000 Jochrindern, wir wussten, er hatte vorher 500, genauso mit den Eseln. Aber dann lesen wir in Vers 13: „Und er bekam auch 7 Söhne und 3 Töchter.“ Und wir lesen in Kapitel 1 zurück, und wir stellen fest, er hatte damals auch 7 Söhne und 3 Töchter. Wo ist da die doppelte Wiederherstellung? Wenn Gott ihm alles doppelt wiedergab, er war nur 7 Söhne und 3 Töchter auf Erden erneut zeugte, dann deutet Gott damit eine wunderschöne Botschaft an, nämlich, dass die 10 Kinder, die ihm gestorben waren, sie nicht verloren sind, so wie er vorher seine Freunde vermutet hatten, sondern dass auch er sie wiedersehen wird, sodass er am Ende tatsächlich, wenn er seinen Erlöser sehen wird, wie er ihn in Hiob 19 beschreibt, dass er tatsächlich dann 14 Söhne und 6 Töchter haben würde. Und Hiob wird verstanden haben, dass er trotz der großen Seelenqual für einige Tage, Wochen, Monate, wie lange auch immer das gedauert hat, er im Grunde genommen nichts, aber auch gar nichts verloren hatte, dauerhaft. Und Gott ihm im Gegenzug noch so viel mehr schenkte, als er es überhaupt fassen konnte. Er lebte dann noch 140 Jahre.
[20:05] Und an der Stelle möchte ich eine Frage stellen, das lohnt sich mal drüber nachzudenken. Wir sehen das Buch Hiob immer so als, vor allem, weil so viel Raum dieser großen Frage nach der Rechtigkeit Gottes gegeben ist, als ein Buch, das sehr depressiv machen kann. Aber wenn du in der Lage Hiobs wärst und wüsstest, dass wenn diese Dinge dir geschehen, dass dir alles genommen wird, aber du bereits im Vorhinein weißt, dass alle Kinder, die sterben werden, gerettet werden und du noch mal so viele Kinder dazu bekommst, würde das nicht die Perspektive ändern? Plötzlich ist das Buch nicht mehr so ein großes, dunkles, philosophisches Loch, aus dem man sich kaum herausgraben kann. Plötzlich wird deutlich, dass Gott mit langem Atem etwas von Hiob verlangt hat, was, wie wir gesehen haben, bis an den Kern der menschlichen Psyche geht, aber doch im Nachhinein gnädig war. Und vielleicht wird Hiob einmal auf der neuen Erde sagen: „Mit dem Wissen, was ich jetzt habe, hätte ich auch so entschieden. Es war zwar dramatisch, ich bin zwar fast verzweifelt, aber Gott hat mir nicht mehr aufgebürdet, als ich tragen konnte. Tatsache ist, ich habe nichts, gar nichts verloren von dem, was mir wirklich lieb und teuer war.“
[22:03] Die Gnade, das Erbarmen, das Mitleid Gottes, sein Charakter wird deutlich, wenn man sich wirklich diese letzten Verse gründlich durchdenkt. Diese Bewährung des Glaubens, die sich bei Hiob zeigt, von der spricht auch Petrus in 1. Petrus 1 und dort Vers 6 und 7. 1. Petrus 1 und dort Vers 6 und 7. „Dann werdet ihr euch jubelnd freuen, die ihr jetzt eine kurze Zeit, wenn es sein muss, traurig seid in mancherlei Anfechtung.“ Der Petrus erinnert uns, dass wir im christlichen Leben manchmal Anfechtungen haben werden. Manchmal muss es sein, dass wir traurig sind, aber im Vergleich zur Ewigkeit ist es immer noch eine kurze Zeit. Niemand weiß genau, wie lange Hiob diese Anfechtung durchlebte und ob es Wochen oder Monate waren, vielleicht ein ganzes Jahr. Aber verglichen mit den 140 Jahren Segen danach und den vermutlich vielen Jahrzehnten Segen davor und dann noch die ganze Ewigkeit dazu, dann verliert dieses eine Jahr an Schrecken oder diese Monate an Hiobs Botschaften. Sie verlieren so ein bisschen an dieser überwältigenden Dramatik, die wir manchmal dort hineinlegen, sodass wir uns kaum herausgraben können. Ja, es war intensiv, aber Petrus erinnert uns daran, die richtige Perspektive zu wählen.
[23:39] Vers 7 sagt er: „damit die Bewährung eures Glaubens, der viel kostbarer ist als das vergängliche Gold, das doch durchs Feuer erprobt wird, Lob, Ehre und Herrlichkeit zur Folge habe bei der Offenbarung Jesu Christi.“ Was hatte Hiob nochmal gesagt in Hiob 23? „So werde ich wie Gold hervorgehen.“ Hiob wusste, das Feuer, das gerade in seinem Leben brennt, verzehrt nichts Wertvolles, sondern nur das, was er ohnehin nicht mitnehmen kann. Das Feuer der Anfechtung in unserem Leben wird nichts verzehren, was wirklich dauerhaft wertvoll ist. Und unser Glaube ist noch viel wertvoller, noch viel kostbarer, sagt die Bibel, als das Gold, das in ein Feuer getan wird, um es von der Schlacke zu befreien. Ja, der Weg des Glaubens führt durchs Feuer. Aber umso reiner wird das Gold sein, umso herrlicher. Lob, Ehre, Herrlichkeit wird die Folge sein, der Lohn, wenn Jesus Christus wiederkommt.
[25:00] Das Buch Hiob ist nicht einfach nur eine Philosophie-Vorlesung über die großen Fragen der Menschheit, wo man am Ende so halbfertig aufhört. Nein, das Buch Hiob weist auf das ganz große Ziel hin, die ganz große Perspektive, die alles andere wieder geraderückt und uns Hoffnung und Mut schenkt.
[25:21] Zweite Korinther 5 und dort Vers 7. Eine wichtige Lektion aus dem Buch Hiob ist es, wie wir schon gesagt haben, dass wir aus dem Glauben leben müssen. Zweite Korinther 5, Vers 7: „Denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen.“ Und Glaube ist eben einmal das nicht nur für Wahrheiten, sondern das so Leben, als ob es wahr ist, von Dingen, die man eben nicht sehen kann, die man nicht fühlen kann vielleicht. In Hebräer 11, Vers 1, dem berühmten Vers über den Glauben, sagt uns Paulus genau das, wenn er formuliert: „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.“ Es ist kein letzter Strohhalm, den man irgendwie imaginär versucht noch zu ergreifen. Es ist eine Überzeugung, es ist eine feste Zuversicht, es ist ein Fundament, auf dem ich bauen kann, obwohl ich nichts sehe, nichts höre, nichts fühle. Weiß ich, Gott ist bei mir, sein Wort, das nicht lügen kann. Das ist die Grundlage echten Glaubens.
[26:30] Und dieser Glaube, der nicht auf lediglich sinnlichen Erfahrungen, die mit Sinneswahrnehmung gemacht sind, basiert, ein Glaube, der nicht nur auf der Gefühlslage basiert, sondern ein Glaube, der auf dem unveränderlichen Wort Gottes basiert, das ist der Glaube, der durch die Endzeit hindurchträgt, wenn es Momente geben wird, wo wir meinen könnten, von Gott verlassen zu sein. Wo es Momente geben wird, die vielleicht so dunkel sind, dass wir nicht wissen, wie der Ausweg sein wird. Wenn wir Tag und Nacht zu Gott schreien, wenn uns vielleicht alles genommen wird, was uns lieb und teuer ist, und wir uns fragen: „Was das soll, womit wir es verdient haben?“ Dann ist es dieser Glaube, den Hiob gezeigt hat, ein Festhalten, weil Gott gesagt hat. Ein Festhalten gegen das Gefühl. Ein Festhalten am Wort, an der Verheißung. Wir können jetzt noch nicht alles sehen. Aber immer und immer wieder zeigt uns die Bibel an Geschichten, dass Gott alles in seiner Hand hat, dass nichts, was dauerhaft wertvoll ist, verloren geht, wenn wir es in seine Hand legen.
[27:39] In der ersten Korinther 13 und dort Vers 12 erinnert uns Paulus, dass wir in diesem Leben nicht alles begreifen können, dass wir auf dieser Erde nicht alles sehen können, dass wir in dieser Welt, in der wir leben, manches nur unklar, verschwommen wahrnehmen. Erste Korinther 13, Vers 12: „Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels, wie im Rätsel.“ Wie oft kommen uns Dinge im Leben rätselhaft vor und wir fragen uns: „Gott, was hast du dir dabei gedacht?“ Wir schreiben uns die Fragen vielleicht sogar auf, um sie im Millennium zu stellen. Aber Paulus versichert uns: „Dann aber, von Angesicht zu Angesicht, jetzt erkenne ich Stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleich wie ich erkannt bin.“
[28:19] Der Glaube bedeutet nicht nur, Jesus zu folgen, weil es dort viele Dinge gibt, die wir schon jetzt in dieser Welt beweisen können, dass wir jetzt schon zeigen können, anhand der Prophetie und der Erfahrung, ja, Jesus ist hier, er ist in meinem Leben aktiv, ja, Jesus existiert und er hat einen Plan für mein Leben. Sondern Glaube ist auch, dass ich bei all den ungelösten Fragen trotzdem festhalte, weil ich weiß aus dem, was ich schon von ihm gelernt habe, dass er vertrauenswürdig ist und ich diesen Vertrauensvorschuss sozusagen ihm auch für die Fragen gebe, die ich hier nicht verstehen kann, weil Umstände, weil mein beschränktes Gehirn, weil verschiedene Dinge mich davon abhalten, jetzt schon zu erkennen, wie ich später im Himmel erkennen werde.
[29:05] Und das bedeutet, dass wir unseren Blick ändern müssen, dass wir unseren Blick neu adjustieren müssen in 2. Korinther und dort Vers 4. 2. Korinther 4 und dort Vers 18. Dort lesen wir: „Da wir nicht auf das Sichtbare sehen, sondern auf das Unsichtbare; denn was sichtbar ist, das ist zeitlich, was aber unsichtbar ist, das ist ewig.“ Dieser Glaube erfordert, dass wir unseren Blick, unsere Priorität weglenken von dem, was hier auf der Erde ist, auf das, was wir noch nicht sehen können. Der, der seine Augen auf Neu-Jerusalem, auf das ewige Leben, auf das Leben mit Gott gerichtet hat, der wird die Schwierigkeiten dieses Lebens im Glauben ertragen können. Wer aber sein Herz auf diese Welt gerichtet hat, der wird verzweifeln, wenn diese Welt auseinanderbricht.
[30:02] Hiob schaute auf das, was er nicht sehen konnte, auf das Unsichtbare, so wie Mose, der den Unsichtbaren schaute, als sähe er ihn. Die ewigen Realitäten, von denen Gott spricht, die sollen wir nicht nur als wahr halten, sondern wir sollen unseren Blick darauf richten.
[30:27] Im Glauben zu leben bedeutet, sich bewusst zu sein, was Jesus für mich getan hat. Paulus macht das deutlich in Galater 2, Vers 20, wenn wir uns die Frage stellen: „Wie mache ich das? Wie mache ich das praktisch? Wie kann ich diesen Glauben leben?“ In Galater 2, Vers 20 sagt Paulus: „Ich bin mit Christus gekreuzigt und nun lebe ich aber nicht mehr ich selbst, sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.“ Paulus sagt: Wenn ich im Glauben lebe, dann lebe ich mit dem Blick auf das Kreuz. Wer im Glauben lebt und damit diese standhafte Ausharren in seinem Leben hat, der ist sich bewusst, was Jesus getan hat, und Jesus' Tod ist die oberste Priorität in seinem Leben. Es ist der Maßstab seines Lebens, und das war der Maßstab von Hiob. Hiob konnte sagen inmitten all dieses Unheils, inmitten all dieser Katastrophen und der Depression, er konnte sagen in Hiob 19, Vers 25: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“ Trotz seiner Tränen verschmierten, mit seinen Tränen verschmierten Augen, konnte er trotz seines Unheils vorwärts schauen auf das Kreuz.
[32:01] Und wenn wir bereit sind, in all unseren Schwierigkeiten, unseren Nöten, den Herausforderungen unseres Lebens, wenn wir bereit sind, unseren Blick zu wenden von den Sorgen, den Blick zu wenden von uns oder von anderen, hinzuwenden auf das Kreuz von Golgatha, dann leben wir aus dem Glauben. Unser Glaube wird uns standhaft machen, sodass wir ausharren können bis zum Ende. Mit dem Blick auf Jesus werden wir gerettet werden. So wie es das Alte Testament in der Geschichte von der erhobenen Schlange aus Bronze beschreibt.
[32:29] In Römer 1, Vers 16, da geht es um dieses Evangelium, das Jesus am Kreuz der ganzen Welt gebracht hat, diese gute Nachricht. In Römer 1, Vers 16 heißt es: „Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen. Denn es wird darin offenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: Der Gerechte wird aus Glauben leben.“ Im Evangelium zeigt sich, dass Gott gerecht ist. Im Evangelium wird alle Ungerechtigkeit aufgelöst. Das Buch Hiob scheint voll angefüllt zu sein mit einem Bericht von Ungerechtigkeiten, wie ein Mann, der selbst gerecht lebt, alles verliert, wie dann Leute im Namen der Gerechtigkeit ihn zu Unrecht des Unrechts bezichtigen. Und all das lässt sich philosophisch nicht auflösen. Aber im Evangelium, am Kreuz, wird alles gerecht, denn Jesus nimmt all diese Ungerechtigkeit der Menschen auf sich und bezahlt den Preis. Das Evangelium beantwortet die Fragen, die im Buch Hiob aufgeworfen werden. Und deswegen ist der Blick auf Jesus so entscheidend.
[33:56] Warum ist all das für uns so wichtig? In Offenbarung 14, Vers 12 wird uns gesagt: „Hier ist das standhafte Ausharren der Heiligen. Hier sind die, welche die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus bewahren.“ In der letzten Zeit, während der dritten Engelsbotschaft, wird eine Gruppe von Übrigen dieses standhafte Ausharren, diesen Glauben Hiobs zeigen, in ihrem Leben haben. Wir brauchen dieses standhafte Ausharren. Deswegen sagt uns Jakobus, dass wir die Geschichte von Hiob studieren sollen. Nicht einfach nur als ein interessantes philosophisches Frage- und Antwortgeplänkel, nein, als eine praktische Vorbereitung auf die Realitäten, auf die unsere Welt zusteuert. Jesus kommt wieder und vorher wird es eine Trübsal geben, wie es sie nie zuvor gegeben hat. Aber es wird Menschen geben, die aufgrund ihres Glaubens an Jesus, aufgrund ihrer Überzeugung, dass Gott immer derselbe ist und sie deswegen sein Gesetz, seine Gesetzmäßigkeit halten, festhalten, dass wir dazu führen, dass sie standhaftes Ausharren haben. Und sie werden attackiert werden. Sie werden angefeindet werden, wie Hiob angefeindet worden ist.
[35:13] In Offenbarung 12, Vers 17 heißt es über diese Gruppe: „Und der Drache, der Satan, wurde zornig über die Frau, über die Gemeinde, und ging hin, um Krieg zu führen mit den Übrigen von ihrem Samen, welche die Gebote Gottes befolgen und das Zeugnis Jesu Christi haben.“ Das nach Offenbarung 19, Vers 10 der Geist der Weissagung ist. Der Satan kämpft gegen die, die die Gebote Gottes halten und die Gottes Geschenk des Geistes der Weissagung in dieser letzten Zeit durch den Dienst von Ellen White annehmen. Er bekämpft sie und er wird sie mit all den Tricks und Mitteln bekämpfen, die wir auch im Buch Hiob vorfinden. Durch äußere Schicksalsschläge und durch Menschen, die uns vielleicht sogar nahestehen, die uns in unserer Theologie verwirren wollen, werden wir den Glauben von Hiob haben, trotz allem festzuhalten, hinzublicken auf den Erlöser.
[36:12] Was ist die Kernidee des Satans? Warum hat das etwas zu tun mit Hiob? In Jesaja 14 sehen wir, was der Satan im Himmel verkündigte, als er diesen großen Kampf vom Zaun brach. Und auf Markus 12, Vers 7 lesen wir, dass der Satan anfing, der Drache mit Michael, mit Christus Krieg zu führen. Und das Buch Hiob beschreibt letztlich eine Schlacht dieses Krieges.
[36:40] In Jesaja 14 und dort in Vers 12 und 13 heißt es: „Wie bist du vom Himmel herabgefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte? Wie bist du zu Boden geschmettert, du überwältigende Nation? Und doch hattest du dir in deinem Herzen vorgenommen: Ich will zum Himmel emporsteigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen und mich niederlassen auf dem Versammlungsberg im äußersten Norden. Vers 14: Ich will emporfahren auf Wolkenhöhen, dem Allerhöchsten mich gleich machen.“ Satan wollte die Dinge selbst in die Hand nehmen. Er war zu der Überzeugung gekommen, dass irgendwann, irgendwie, Gott sich nicht immer um ihn kümmern würde. Nicht in jedem Fall kann man Gott uneingeschränkt vertrauen. Seine Meinung war, dass manchmal man das Leben selbst in die Hand nehmen muss.
[37:22] Und das Buch Hiob widerlegt seine These eindrucksvoll. Da war ein Mann, der sich ganz Gott anvertraut hatte und der selbst dann, als ihm alles genommen wurde, als es mit seinem Leben auf den Abgrund zuging, er sich weigerte, sich von Gott zu trennen und die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Und damit genau das Gegenteil tat von dem, was Satan im Himmel für richtig erachtete.
[37:56] Wird der Satan auch uns versuchen von dem Gedanken zu überzeugen, dass man Gott nicht immer, nicht in jedem Fall vertrauen kann? Wird er uns dazu ermutigen wollen, irgendwann, wenn die Krise groß ist, wenn wir in Schwierigkeiten sind, die Sache mal selbst in die Hand zu nehmen, aus eigener Kraft, mit eigenem Willen zu agieren? Der Glaube der Endzeit, der Glaube der Übrigen, ist ein Glaube, der sagt: Egal was passiert, und wenn alles, was meine Sinne wahrnehmen, dagegen zu sprechen scheint, ich vertraue darauf, dass Gott immer das Beste für mich will, gesetzmäßig und deswegen halte ich sein Gesetz und deswegen glaube ich ihm. Und dieser Glaube, dieser Glaube allein trägt durch die Endzeit.
[38:47] Der Satan arbeitet dabei sehr systematisch. Wir haben gelernt, und das ist auch eine wichtige Lehre aus dem Buch Hiob, dass er nicht ein Faulpelz ist, der ab und zu mal sich aufmacht, Menschen zu verführen. Nein, in Hiob 1, Vers 7, da heißt es: „Da sprach der Herr zum Satan: Wo kommst du her? Und der Satan antwortete dem Herrn und sprach: Vom Durchstreifen der Erde und vom Umherwandeln darauf.“ Der Satan geht systematisch vor in seinem Bemühen, Menschen von Gott zu trennen.
[39:19] Sollten wir meinen, dass er dann in der Endzeit, wenn es gegen die Gemeinde der Übrigen geht, wenn es gegen die geht, die die Gebote Gottes halten, die die Prinzipien Hiobs hochhalten wollen, wenn es um die geht, die den Geist der Weisung in ihrer Mitte haben, sollen wir meinen, dass er dann unsystematisch vorgeht und einfach nur zufällig? Er versucht, Menschen, insbesondere Nachfolger Jesu, auf seine Seite zu ziehen.
[39:46] In Lukas 22 und dort Vers 3 wird uns deutlich, dass er manchmal Menschen aus dem innersten Zirkel Jesu für sich gewinnen konnte. Lukas 22, Vers 3: „Es fuhr aber der Satan in Judas, der mit Beinamen Iskariot genannt wird, welcher aus der Zahl der Zwölfer.“ Wir kennen auch die Geschichte von Petrus, der sich hat instrumentalisieren lassen, in Matthäus 16, um Jesus abzubringen von seiner Überzeugung, das Opfer zu bringen. Jesus hat später ihm gesagt: „Ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre.“ Der Satan hat versucht, euch zu sichten wie den Weizen.
[40:33] Wir haben das gesehen im Buch Hiob, dass der Satan Menschen, Freunde, Bekannte benutzt hat, um seine konfusen Ideen über Gott in das Herz von Hiob hineinzubringen. Sollten wir nicht dann auch erwarten, dass in der Endzeit Menschen, die uns vielleicht sogar nahestehen, Vertraute, Menschen aus unserer Gemeinde vielleicht sogar, instrumentalisiert werden vom Satan, um uns vom Glauben abzubringen?
[41:12] Die größte Auseinandersetzung mit Satan fand aber nicht im Buch Hiob statt. Die größte Auseinandersetzung zwischen Licht und Finsternis fand statt, als Jesus selbst auf die Erde kam. Und ihr kennt die Geschichte in Matthäus 4, in der Wüste und dann auf dem Tempel und schließlich auf dem hohen Berg, mit Satan aneinander geriet. Jesus war der wirkliche Hiob.
[41:44] In Offenbarung 12, Vers 7 heißt es. Andere Bibelstellen sagen uns, dass der Satan den Kampf begann. Der Satan kämpfte gegen Michael, und Michael ist Jesus. Jesus ist der, der bekämpft wird. Er ist der Angefeindete. Als Luzifer zu Satan wurde, wurde er zum Feind, zum Feind von Jesus. Das Wort „Hiob“ meint „der Angefeindete“.
[42:14] Johannes 8, Vers 46. Jesus sagt: „Wer unter euch kann mich einer Sünde beschuldigen? Wenn ich aber die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mich nicht?“ Hiob war tadellos, er war vollkommen, sagt die Bibel in Hiob 1, Vers 1. Aber das galt nicht für sein gesamtes Leben, denn auch Hiob war ein Sünder nach Römer 3. Er hatte zwar durch Gottes Gnade ein Leben leben dürfen, eines Überwinders. Er hatte den Erlöser kennengelernt, lieben gelernt und sein Charakter war so sehr verwandelt worden, dass er zu einem Hinblick wurde auf Jesus. Aber Jesus selbst ist der Sündlose. Er ist der allein ein vollkommen, vollkommenes Leben gelebt hat.
[42:55] Wir haben gesehen, dass Hiob bereit war für andere zu beten. Aber niemand hat es mehr und besser getan als Jesus. Lukas 22 und dort Vers 32: „Ich habe aber für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre, und wenn du einst umgekehrt bist, so stärke deine Brüder.“ Selbst seine Feinde lagen ihm am Herzen. Er vergab seinen Feinden und betete: „Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ So lesen wir es in Lukas 23 und dort Vers 34: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“
[43:44] Er war es, Jesus, der von allen verachtet und verlassen war. Jesaja 53 und dort Vers 3 und 4: „Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann, der Schmerz und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt. So verachtet war er, und wir achteten ihn nicht. Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt.“ Das ist exakt das, was die Freunde glaubten über Hiob. Da war ein Mensch, der nichts dafür konnte, aber der so verachtet, so verlassen, so krank und schmählich aussah, dass seine Freunde glaubten, dass Gott ihn bestrafe. Oh, hätten die Juden doch das Buch Hiob studiert und hätten sie Jesaja 53 studiert, sie hätten festgestellt, dass das Buch Hiob geschrieben war, um sie vorzubereiten auf das Kommen des Messias, der alles leiden würde, ohne Schuld zu tragen, ohne Schuld zu haben, besser gesagt.
[44:52] Und so wie damals beim Fall Hiobs Gott es zuließ, dass Hiob in die Hände Satans gegeben wurde. So lesen wir in Johannes 19, Vers 11: „Jesus antwortete: Du hättest gar keine Vollmacht über mich, wenn sie dir nicht von oben her gegeben wäre. Darum hat der, welcher mich dir ausliefert, größere Schuld.“ Jesus wusste, dass Gott es zugelassen hatte, dass er jetzt in die Hände der Finsternis geriet, wie es in Lukas 22 und dort Vers 53 heißt, wo er sagt: „Aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis.“ Hiob wurde mit Wissen Gottes in die Hände Satans gegeben, damit die Anklage des Satans zumindest zum Teil widerlegt wird. Aber Jesus wurde noch viel vollständiger, nicht nur mit gewissen Grenzen, sondern vollständig in die Hände Satans gegeben. Und Gott ließ das zu, damit die Anklagen Satans ein für alle Mal beendet und beantwortet werden.
[46:05] Bei Hiob hatte Gott noch gesagt: „Aber taste sein Leben nicht an.“ Alles durfte ihm genommen werden, aber sein Leben nicht. Diese Restriktion ist dem Satan nicht auferlegt worden, als es um Jesus ging. Jesus erbrachte ein so viel größeres Opfer als Hiob. Und als Jesus in die Hände Satans gegeben worden ist, da durfte er nicht nur geschlagen werden und krank gemacht werden, er durfte getötet werden.
[46:43] Jesus ist der eigentliche Hiob. Und wenn wir auf Jesus schauen, in Hebräer 12 und dort Vers 1 bis 3, dann werden wir durch diesen Blick so fundamental verwandelt, dass wir bereit sind für die Endzeit. Hebräer 12, Vers 1 bis 3: „Da wir nun eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, so lasst uns jede Last ablegen und die Sünde, die uns so leicht umstrickt, und lasst uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt.“ Ja, es wird ein Kampf sein. Ja, es wird eine Auseinandersetzung, eine Anfechtung geben. Aber lasst uns Ausdauer haben, wie Vers 2: „indem wir hinschauen auf Jesus“, wie Paulus gesagt hat, als er sagte: „Ich bin mit Christus gekreuzigt.“ Indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens. Er ist es, der uns zu sich zieht. Er ist es, der uns vergibt. Er ist es, der uns heiligt. Und er ist es, der uns standhaftes Ausharren schenkt. Denn Jesus selbst ist die Personifikation von standhaftem Ausharren. Wenn Hiob berühmt ist für standhaftes Ausharren, wie viel mehr Jesus, der noch geduldiger, mit noch mehr Liebe im Herzen, noch viel größere Anfeindungen erduldete, standhaft ausharrte am Kreuz. Als er nicht nur von seinen Freunden und seiner Frau verlassen war, als er von allen verlassen war, ja, als sogar Gott sich von ihm trennen musste. Er hielt fest. Jesus hielt standhaft fest. Er ist der Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete und er sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hatte.
[48:42] Jesus erlitt noch eine so viel schlimmere Hiobsbotschaft als Hiob. Aber Jesus nahm sie trotzdem an, wissentlich, weil er wusste, was folgte. So wie im Buch Hiob ein echter, gnädiger, liebevoller Gott einen wundervollen Segen am Ende schenkt, so bekommt Jesus am Ende all seine Erlösten als Erbe, als Lohn. Und weil er das weiß, war er bereit, auch durch das Feuer hindurch zu gehen.
[49:16] Wie es ist mit uns. Vers 3: „Achtet doch auf den, der solchen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht müde werdet und den Mut verliert.“ Wenn du das nächste Mal müde bist in der Arbeit für Gott, wenn du den Mut verlierst im Glauben, weil du denkst, du schaffst es nicht oder du kannst es nicht oder du wirst nicht gerettet werden, schau auf Jesus. Schau auf Jesus und lebe. Schau auf ihn, den wahren, den eigentlichen Hiob, den eigentlichen Angefeindeten, den eigentlichen Sündlosen, den, der eigentlich weise war, der, der mehr als Hiob sich um die Armen und die Weisen gekümmert hat, der, der mehr als Hiob beschimpft wurde und der den Glauben begann und vollendete am Kreuz.
[50:10] Und durch Hinschauen werden wir verwandelt werden. Denn dort am Kreuz, im Leiden Jesu, offenbart Gott seinen eigenen Charakter. Jesus wurde gekreuzigt, obwohl er nichts verbrochen hatte. Hiob wurde beschuldigt, obwohl er an seinen Hiobsbotschaften keinen Anteil hatte, der gar keine Schuld traf. Und das sind Einblicke in die ganz großen Themen des großen Kampfes. Gott selbst wird völlig zu Unrecht beschuldigt.
[50:59] Und so, wie dem Hiob viel verloren ging, so ging Gott so viel verloren durch das Wirken des Satans. Und so, wie bei Hiob, dann dem unschuldigen Hiob die Schuld dafür in die Schuhe geschoben werden wird, durch Freunde, wie sehr muss Gott leiden, wenn ihm, der unschuldig ist, die Schuld für die Misere in die Schuhe geschoben wird. Jedes Mal, wenn wir die Frage stellen: „Gott, warum lässt du das zu?“ Jedes Mal, wenn wir, wenn auch nur rhetorisch den Anschein erwecken, als wäre Gott ein bisschen schuld an dem, was in dieser Welt passiert. Leidet Gott, so wie Hiob gelitten hat. Hiobs Leiden ist ein kleiner Schatten des Leidens von Gott. Hiob litt ein paar Wochen, Monate, vielleicht ein Jahr. Gott leidet Jahrtausende lang, immer wieder zu Unrecht angeklagt, schuld zu sein.
[52:22] Hiob wurde angeklagt, selbstsüchtig zu sein. Gott wurde angeklagt von Satan, selbstsüchtig zu sein. Hiob verlor alles und blieb doch derselbe. Und Gott, als er angeklagt wurde, im Himmel selbstsüchtig zu sein, da gab er freiwillig alles hin und hing nackt am Kreuz und blieb derselbe.
[52:58] Und so beantwortet das Kreuz mit Hilfe des Buches Hiobs einige der größten und wichtigsten Fragen des Universums. Mögen wir weiter über dieses Buch nachdenken, dass es nicht nur eine theologische Spielerei ist, sondern ein echtes Praxishandbuch für die Zeit, die auf uns zukommt. Lasst uns auf Jesus schauen, den wahren Hiob. Lasst uns von Hiob lernen und durch das Aufblicken auf unseren Erlöser diesen Glauben in unserem Leben haben, der uns durch die größten Schwierigkeiten tragen wird, bis wir einmal den Segen und die Freude der Ewigkeit erleben werden. Das ist auch dein Wunsch. Gott segne dich in deiner Entscheidung.
[53:53] Wir danken euch, dass ihr auch in diesem Jahr uns treu gewesen seid und die ganze Zeit verfolgt habt. Im nächsten Jahr werden wir mit einem neuen Quartal beginnen. Dann wird es um den Heiligen Geist gehen. Und das wird, verspricht, sehr spannend zu werden und vor allem auch sehr praktisch für unser persönliches Leben. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.
[54:20] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!
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