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In dieser Cannstatt Study Hour Lektion mit dem Titel „Unschuldiges Blut“ wird die Frage nach dem Leid in der Welt und der Gerechtigkeit Gottes beleuchtet. Anhand des Buches Hiob wird das Theodizeeproblem erörtert und die Rolle Satans sowie die Souveränität Gottes thematisiert. Die Sprecherin Jennifer D’Ambrosio ermutigt dazu, trotz unklarer Antworten auf schwierige Fragen auf Gottes Kontrolle und Liebe zu vertrauen.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2016 Q4: Das Buch Hiob

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Transkript

[0:00] Ein herzliches Willkommen zur Cannstatt Study Hour. Heute oder diese Woche mit der Lektion Nummer 8 mit dem Titel "Unschuldiges Blut". Wir haben die letzten Wochen das Leben von Hiob betrachtet und heute Abend kommen wir zu einem ganz spannenden Thema. Es geht um die Frage, warum so viele Dinge in unserem Leben passieren, die oft keinen Sinn machen. Und ich bin mir sicher, dass der ein oder andere sich diese Frage in seinem Leben gestellt hat. Und ich bin mir auch sicher, dass der ein oder andere in eine Situation geraten ist, in eine schlimme Situation, wo wir Gott gefragt haben nach dem Warum. Und genau das tat Hiob. Und diese Woche wollen wir miteinander betrachten, warum es so wichtig ist, dass wir in all unserem Leid nicht vergessen, dass Gott immer noch die Kontrolle über alles behält.

[1:21] Bevor wir in die Lektion einsteigen, möchte ich ein Gebet mit euch sprechen. Lieber Vater, wir danken dir, dass du uns liebst und wir danken dir, Herr, dass wir dein Wort haben, denn dein Wort führt uns in die Wahrheit und dein Wort macht uns frei. Ich möchte dich bitten, dass wir heute, wenn wir dein Wort studieren, Herr, dass wir in allem erkennen, dass du ein gerechter und ein guter Gott bist und dass alle Dinge, Herr, in deiner Hand stehen. Dafür danken wir dir. Amen.

[1:43] Der Leitvers findet sich in Hebräer 11 und dort Vers 1. Da heißt es, ich lese nach der Übersetzung von Luther: "Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht." Das ist so die Definition vom Glauben. Das ist das, was wir oft benutzen, wenn wir den Glauben definieren wollen.

[2:14] Wie finden wir aber sinnvolle Antworten auf etwas, das uns oft sinnlos erscheint? Wenn wir uns den Sonntagsabschnitt anschauen, da geht es darum, dass Hiob protestiert, indem er mit Gott redet und mit Gott hadert. Und bevor wir uns das anschauen, müssen wir uns aber immer wieder bewusst machen, bzw. diesen Hintergrund haben, dass die Welt unter dem Einfluss der Macht Satans steht und die gesamte Menschheit sowie auch die Schöpfung Gottes und auch die kommenden Generationen. Am Anfang wurde Adam die Herrschaft über die Erde zugeteilt, doch nach dem Sündenfall fiel dieser Anspruch Satan in die Hände. Wenn wir das erkennen, dann haben wir so ein bisschen die Basis gelegt für das Studium diese Woche. Wenn wir erkennen durch das Studium, dass der Satan die Herrschaft dieser Welt übernommen hat für eine gewisse Zeit und die Kontrolle ausübt, dann können wir mit diesem Verständnis an die Sachen heute Abend auch rangehen.

[3:21] Es ist ganz wichtig, dass wir verstehen, dass das Leid nicht von Gott kommt, sondern von Satan. Unser Leben zeigt vielerlei Leiden: Naturkatastrophen, Krieg, Verbrechen, Krankheiten. Warum hat Gott eine Welt erschaffen, in der es Leid und Schmerzen gibt? Vielleicht findet sich der ein oder andere in dieser Fragestellung, in diesem Fragekatalog wieder. Hätte Gott nicht eine bessere Welt erschaffen können? Das ist so ein bisschen, was der Hiob nachher, wenn wir in Hiob Kapitel 10 lesen, dann werden wir sehen, dass es zwischen den Zeilen gesprochen. Genau das ist, was Hiob sagt.

[4:16] Es geht in dieser ganzen Diskussion oder in diesem ganzen Dialog, den Hiob mit Jesus oder mit Gott führt, um die Gerechtigkeit Gottes. Da gibt es einen Begriff dafür, das nennt sich Theodizeeproblem. Dieses Theodizee oder der Begriff "Theos" (Gott auf Griechisch) und "Dike" (Gerechtigkeit) wurde geprägt von dem deutschen Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz im Jahre 1710. Und diese Kombination dieser griechischen Substantive "Theos" und "Dike" beschreiben diese Gerechtigkeit Gottes und die gründet sich in dem erfahrenen Widerspruch zwischen dem Glauben an Gott und dem Sinnverlust, der mit dem Leiden verbunden ist. Also mit wenigen Worten: Wie kann ein allmächtiger und gütiger Gott die Übel und das Böse in der Welt zulassen? Warum müssen wir leiden? Wenn es keinen Gott gibt, woher kommt denn das Gute? Wenn es aber einen Gott gibt, woher kommt dann das Böse? Und diese Fragen hat der Mensch sich in allen Jahrzehnten gestellt und dieses nennt sich Theodizeebegriff, die Gerechtigkeit Gottes.

[5:38] Und bereits der griechische Philosoph Epikur im Jahr 321 vor Christus hat das Problem auf den Punkt gebracht und dieses sein Zitat hat mich sehr angesprochen. Vielleicht spricht es dich heute Abend auch an: "Entweder will Gott die Übel beseitigen und kann es nicht, dann ist Gott schwach, was auf ihn nicht zutrifft. Oder er kann es und will es nicht, dann ist Gott missgünstig, was ihm fremd ist. Oder er will es nicht und kann es nicht, dann ist er schwach und missgünstig zugleich, also nicht Gott. Oder er will es und kann es, was allein für Gott ziemt. Woher kommen dann die Übel und warum nimmt er sie nicht hinweg?" Das ist auf den Punkt gebracht. Für Gott ist nichts unmöglich.

[6:26] Und was ich vielleicht noch erwähnen möchte ist: Auch wenn Satan die Kontrolle über diese Welt hat, hat Gott immer noch die Kontrolle über das alles, über Satan auch. Und warum er gewisse Dinge zulässt und zugelassen hat im Leben von Hiob, darauf habe ich keine Antwort. Was ich weiß ist, dass Gott sagt in Römer 8, Vers 28, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Und dass die Fragen, die wir heute auf dieser Welt und auf dieser Erde nicht klären können, wir eines Tages, wenn wir bei Gott sind, eben diese Fragen, die offen geblieben sind, stellen dürfen und wir ganz gewiss eine Antwort bekommen werden.

[7:06] Aber nun zum Hiob: Wenn wir uns Hiob Kapitel 10 anschauen und wenn wir uns dieses Anklagen, weil Hiob hat nichts anderes gemacht, als Gott anzuklagen. Wenn wir das miteinander betrachten, spiegelt sich vielleicht der ein oder andere in den Worten Hiobs auch wieder. In Hiob Kapitel 10 und da möchte ich Vers 1 lesen: "Meine Seele ekelt vor meinem Leben. Ich will mich meiner Klage überlassen. Will reden in der Betrübnis meiner Seele. Ich spreche zu Gott, verdamme mich nicht. Lass mich wissen, weshalb du mich befädest. Gefällt es dir wohl, dass du bedrückst, dass du das Werk deiner Hände verwirfst, während du über den Rat der Gottlosen dein Licht leuchten lässt? Hast du fleisches Augen oder siehst du, wie ein Mensch sieht? Sind denn deine Tage wie Menschentage, deine Jahre den Jahren eines Mannes gleich, dass du nach meiner Schuld forschst und nach meiner Sünde fragst, obwohl du doch weißt, dass ich unschuldig bin und mich niemand aus deiner Hand erretten kann? Deine Hände haben mich als Ganzes gebildet und rundum gestaltet und nun verschlingst du mich? Gedenke doch, dass du mich wie Ton gebildet hast und nun willst du mich wieder im Staub verwandeln? Hast du mich nicht wie Milch hingegossen und wie Käse mich gerinnen lassen? Mit Haut und Fleisch mich bekleidet, mit Gebeinen und Sehnen mich durchwoben? Leben und Gnade hast du mir gewährt und deine Fürsorge bewahrte meinen Geist. Vers 13: Doch dieses verbargst du in deinem Herzen. Ich weiß, dass es bei dir so beschlossen war."

[8:51] Es ist interessant, dass Hiob in diesen Worten, wenn es euch aufgefallen ist, den Schöpfer Gott noch einmal bestätigt. Er zweifelt nicht daran, dass Gott der Schöpfer ist und er stellt das auch nicht in Frage. Und er stellt auch nicht die Macht Gottes in Frage. Wenn wir uns oft in einer Situation befinden, in der wir Leid erfahren und Ungerechtigkeit, dann zweifeln wir doch oft an die Existenz Gottes. Ist das nicht so? Wir fragen uns oft: Wie kann ein Gott der Liebe das alles zulassen? Es muss doch keinen Gott geben. Aber Hiob macht das Gegenteil. Hiob bestätigt noch einmal, dass Gott der Schöpfer ist und dass Gott eigentlich der Allmächtige ist. Er sagt und fragt: Wie kann das nur sein, dass es den Übeltätern gut geht und die, die an Gott glauben, schlecht geht? Er sagt mit wenigen Worten oder mit unseren Worten: "Herr, wenn du mein Schöpfer bist, dann hast du die Aufgabe, dich um mich zu kümmern. Warum tust du es nicht?"

[10:03] Nach dem Sündenfall war die ganze Erde von diesem Schmerz erfüllt. Der gleiche Schmerz, den Hiob im Moment verspürte, verspürte die Erde, die Menschheit nach der Sünde. Die von Gott geschaffene Welt wurde vom Fluch und von der Sünde entthront. Das Schicksal der Geschöpfe Gottes wäre der Tod gewesen, wenn Jesus Christus am Kreuz gestorben wäre und den Tod und die Sünde besiegt hätte. So wie die Welt unter dem Einfluss und der Macht Satans stand, so auch die gesamte Menschheit und ihre späteren Generationen. Das bin ich und du heute. Am Anfang wurde Adam die Herrschaft der Erde übertragen, doch nach dem Sündenfall fiel dieser Anspruch auf Satan zu.

[10:46] Wir haben vorhin gesagt, es ist wichtig zu wissen, wenn wir in Leid geraten, dass Gott immer noch die Kontrolle über alles behält, aber diese Erde und die Menschheit kontrolliert wird und dirigiert wird von Satan und seinen Dämonen. Gott ist nicht der Urheber von Sünde, von Leid und von Schmerz, und mit diesem Bewusstsein hat Hiob gehadert. Hiob wusste, dass Gott ein guter Gott ist, ein Gott der Gnade ist, aber was er nicht verstehen konnte, ist, wie ein Gott der Gnade es zulassen konnte. Hiob hat nicht gelitten aufgrund seines Lebenswandels, aufgrund der Konsequenzen, aufgrund der Sünde, die er vielleicht begangen hat. Hiob hat gelitten, weil er nicht verstanden hat und er konnte nicht verstehen, warum Gott dieses Leid in seinem Leben zugelassen hat, obwohl er rechtschaffen war. Wir werden später einen Vers lesen, der das nochmal bestätigt.

[11:46] Thomas von Aquin sagte: "Es ist der Irrtum derer auszuschließen, die aus den Übeln der Welt folgen, dass Gott nicht ist. Sie fragen: Wenn Gott ist, woher dann das Übel? Aber man muss sagen: Wenn es das Übel gibt, dann gibt es Gott, denn das Übel wäre nicht, wenn die Ordnung des Guten nicht bestünde, dessen Beraubung das Übel ist. Diese Ordnung wäre aber nicht, wenn Gott nicht wäre." Das bestätigt einfach, dass die Denker dieser Welt auch bestätigen, dass es ein Gott gibt und dass Gott immer noch die Kontrolle über alles behält.

[12:23] Wenn wir uns den Montagsabschnitt anschauen, da geht es um das unschuldige Blut. Es wurden uns einige Texte genannt. Ich möchte vielleicht einen ganz bekannten lesen, in Römer 3 und dort Vers 10 bis 20, den möchte ich mit euch betrachten. Ist es denn so, gibt es einen unschuldigen Menschen auf dieser Welt? Wir wollen uns mal anschauen, was die Bibel dazu sagt. In Römer Kapitel 3 und dort Vers 10 bis 20, Römer 3, Vers 10 bis 20 heißt es: "Wie geschrieben steht: Es ist keiner gerecht, auch nicht einer. Es ist keiner, der verständig ist, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts. Da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer. Ihre Kehle ist ein offenes Grab, mit ihren Zungen betrügen sie Otterngift unter ihren Lippen. Ihr Mund ist voll Fluchen und Bitterkeit, ihre Füße eilen, um Blut zu vergießen. Verwüstung und Elend bezeichnen ihre Bahn und den Weg des Friedens kennen sie nicht. Es ist keine Gottesfurcht vor ihren Augen. Vers 19: Wir wissen aber, dass das Gesetz alles, was es spricht, zu denen sagt, die unter dem Gesetz sind, damit jeder Mund verstopft werde und alle Welt vor Gott schuldig sei. Vers 20: Weil aus Werken des Gesetzes kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden kann, denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde."

[14:05] Laut Römer gibt es keinen einzigen Menschen auf dieser Welt, der gerecht ist. Wie kann dann oder wie können wir das verstehen mit diesem unschuldigen Blut? Die Natur des Menschen ist sündhaft. Wir haben seit dem Sündenfall alle den Tod verdient. Doch Gott hat in all seiner Liebe und Güte hat er uns das erteilt, was wir eigentlich nicht verdient haben und das nennt sich Gnade, Leben.

[14:35] Satans Rebellion sollte eine ewige Lehre für das gesamte Universum darstellen, was Sünde eigentlich anrichtet und was die Konsequenzen sind. Wie wir schon vorhin festgehalten haben, beansprucht Satan die Herrschaft über diese Welt und über uns Menschen und nach Adams Fall hat Satan Gott angeklagt und eines der Punkte, mit denen er Gott anklagte, war, dass Gott die Sünde nicht tolerieren kann. Gott kann die Sünde nicht vergeben und genau dieses Argument hat Satan vor Gott gebracht. Aber in Johannes 8, Vers 36 steht ein wunderbarer Vers, den möchte ich bitte mit euch aufschlagen. In Johannes 8, Vers 36 heißt es: "Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei." Es ist ein wunderbarer Vers, denn wenn der Sohn frei macht, den macht er frei.

[15:43] Wie können wir das jetzt verbinden mit dem, was Römer sagt, dass es keinen einzigen Menschen gibt, der vor Gott gerecht ist und wie können wir das verbinden mit der Gnade Gottes? Nun, wir müssen eins verstehen: Wenn ein Mensch wiedergeboren ist, dann ist eine neue Kreatur in Christus. Das sagt uns die Bibel. Und wenn ein Mensch wiedergeboren ist und sein Leben mit Gott lebt, dann hat er sich automatisch unter die Kontrolle und die Herrschaft Gottes gestellt. Durch den Tod Jesu Christi wurde die Sünde und wurde der Tod besiegt und durch dieses Opfer, das Gott gebracht hat, indem er seinen Sohn opferte, für dich und für mich, haben ich und du heute den Zutritt zum ewigen Leben. Gott hat uns dieses Geschenk, dieses Geschenk der Gnade erteilt. Wir können es von uns, wir haben es von uns aus nicht verdient, aber Gott hat es uns erteilt. Gott hat es uns geschenkt. Das ist Gnade.

[16:44] Satans Rebellion ist eine ewige Warnung für uns Menschen und für das gesamte Universum, welches die Konsequenzen der Sünde ist: Trennung von Gott, Tod und Leid. Das, was Hiob erfahren hat, ist nichts anderes als die Trennung von Gott. Die Welt ist getrennt von Gott und die Welt ist heute noch getrennt von Gott. Und wenn wir das Ausmaß der Sünde, der Konsequenz heute sehen, dann ist es erschreckend, was heute passiert. Die Sünde hat ihren Lauf genommen seit dem Sündenfall und wird zu einem Abschluss kommen. Aber während dieser Zeit, in der wir hier noch leben und der Satan die Herrschaft über diese Welt noch hat, heißt es für dich und für mich, dass wir umso mehr die Gnade Jesu Christi brauchen und dass wir umso mehr in eine Beziehung zu Gott eintreten müssen. Denn nur durch Jesus Christus sind wir frei. Denn wen der Sohn frei macht, den macht er frei. Die Sünde verdammt uns, Christus hingegen befreit uns und schenkt uns Vergebung und Leben.

[17:52] Hiob zweifelte nicht an Gottes Macht. Das möchte ich noch mal betonen. Hiob haderte, weil sein Leben rechtschaffen war und weil er nicht verstehen konnte, warum er diese Strafe verdient hatte. Aber wollen wir uns den Dienstagabschnitt anschauen, wo es um dieses ungerechte Schicksal geht? Denn wenn wir uns in der Bibel ein paar Geschichten anschauen, gibt es einige Schicksalsschläge von einigen Menschen, die mit Gott gelebt haben, aber haben ein nicht so schönes Ende gehabt oder ein nicht so schönes Leben gehabt. Und Schicksale erleben wir auch heute. Wie oft hören wir: "Ach, dieser liebe Bruder ist gestorben" oder "dieser gute Mann ist gestorben. Er hat so viel Gutes getan." Letztens las ich in den Nachrichten, dass ein italienischer Arzt, der viel mit Krebskranken geforscht hat und viel Gutes getan hat, ein ganz bekannter, zuletzt gestorben ist. Und er war immer noch dabei, Forschungen anzustellen. Und er wurde so aus dem Leben gerissen. Oder wie oft hören wir, dass Menschen aus dem Leben gerissen werden, die noch recht jung sind. Wie oft hören wir, dass Leute zu Unrecht ermordet werden.

[19:11] Wir haben in der Bibel einige Beispiele von ungerechten Schicksalsschlägen. Und wenn wir in Hiob 15 betrachten, was Eliphas, der Freund Hiobs, in Anführungszeichen, sage ich mal, er war zwar sein Freund, aber er war ihm keine Hilfe, was er ihm in diesem kurzen Dialog, was er ihm sagt. Und dazu schlagen wir Hiob 15, Kapitel 15 auf und dort die Verse 14 bis 16. Hiob 15 und dort die Verse 14 bis 16: "Was ist der Sterbliche, dass er rein sein sollte? Und wie kann der von einer Frau Geborene gerecht sein? Siehe, seinen Heiligen traut er nicht. Die Himmel sind nicht rein in seinen Augen. Wie viel weniger der Abscheuliche und Verdorbene, der Mensch, der Unrecht wie Wasser säuft."

[20:03] Wie kann ein Mensch vor Gott gerecht sein? Das ist das, was wir in Römer gelesen haben. Er hat recht. Der Freund Hiobs hat recht. Es gibt keinen Menschen, der gerecht ist. Das haben wir vorhin festgehalten. Es gibt so vieles, was uns widerfährt, haben wir auch gesagt. Vieles verstehen wir nicht. Es gibt Dinge, die passieren, wo wir absolut keine Kontrolle darüber haben. Und genauso ging es Hiob.

[20:30] Was wir vielleicht auch noch verstehen können, in dieser ganzen Geschichte der Sünde, dass Gott keine Fehler macht. Und wir wollen uns anschauen, was die Bibel sagt. Wir wollen wenig hören, was wir an menschlichen Gedanken haben, sondern wir wollen das einbringen in dieses Studium, was Gottes Gedanken darüber sind. Was sagt uns die Bibel über Gottes Wesen? In 5. Mose und dort Kapitel 32, die Verse 4, 5. Mose 32, 4. Da heißt es, und es ist ein wunderbarer Vers: "Er ist der Fels, vollkommen in seinem Tun. Ja, alle seine Wege sind gerecht. Ein Gott der Treue und ohne Falsch. Gerecht und aufrichtig ist er."

[21:19] Also wir können festhalten, dass Gott der Fels ist. Er ist vollkommen in seinem Tun. Welches Wesen oder welche Schöpfung Gottes ist heute vollkommen? Wir sind durch die Sünde so degeneriert, dass keiner von uns vollkommen ist, wenn nicht Gott, der der Schöpfer ist. Was wir noch festhalten können, ist, dass Gott gerecht ist. Wie oft klagen wir Menschen Gott an, dass er ungerecht ist, weil uns Dinge widerfahren, die wir nicht verstehen. Und genau das ist das, was Hiob sagt in Hiob Kapitel 10, wo er sagt: "Wenn du doch der Schöpfer bist, wenn du mich geschaffen hast, wie kannst du das zulassen?" Wenn wir zwischen den Zeilen lesen, heißt es nichts anderes als: "Wenn du gerecht bist, warum tust du so Ungerechtes an mir?" Aber die Bibel sagt, dass Gott gerecht ist.

[22:12] Und was wir noch aus diesem Vers entnehmen können, ist, dass alle seine Wege gerecht sind. Nicht nur sein Wesen. Alle seine Wege bedeutet nichts anderes, dass all das, was wir in unserem Leben erleben, alles, was Gott zulässt, einen Sinn ergibt. Vielleicht nicht für uns Menschen, weil wir durch die Sünde so degeneriert sind, weil wir limitiert sind in unserem Denken. Aber für Gott ergibt es einen Sinn. Und wenn wir weiterlesen, heißt es, dass Gott ein Gott der Treue ist, ohne Falsch. Gerecht und aufrichtig. Ein anderes Wort für aufrichtig: gerade. Er ist gerade. Das bedeutet, er ist geradlinig. Er ist fest, er ändert sich nie. Er ist der Gleiche gestern, heute, morgen und für alle Ewigkeit. Gott ist gerecht in all seinen Wegen. Er ist aufrichtig. Wer von uns kann heute sagen, dass er gerecht ist? Wer von uns kann heute sagen, dass er aufrichtig ist? Denn nur Gott kann unsere Gedanken lesen. Wir sind nicht immer aufrichtig. Wir sind nicht gerecht. Es ist nur Gottes Wesen.

[23:20] Wenn wir mit diesem Hintergrund an das Buch Hiob rangehen, dann werden wir verstehen, dass das, was Hiob erlebt hat, nicht unbedingt wichtig ist, dass wir Antworten bekommen. Aber für uns muss wichtig sein, dass Gott alles unter Kontrolle hält, dass Gott gerecht ist, dass Gottes Wege gerecht sind und dass alles, was in unserem Leben passiert, von Gott zugelassen wird, weil er uns liebt und weil wir seine Geschöpfe sind und weil er immer noch die Macht über alles hat. Aber das musste Hiob erst später anerkennen.

[23:59] Aber nochmal zurück zu unserem Hiob. Wenn wir den Hiob betrachten und wenn wir Eliphas nehmen und Hiob, dann kann es sein, dass wir in unserem Leben heute vielleicht genau solche Situationen erleben, bestimmt. Wir haben Freunde aus der Gemeinde oder Freunde in der Welt, ich weiß es nicht, die uns genau wie in Hiob Situationen zeigen wollen, dass es keine Gerechtigkeit vielleicht gibt. Aber halten wir immer fest, dass egal was passiert in unserem Leben, Gott das letzte Wort gesprochen hat.

[24:49] Darum ist es umso wichtiger, dass wir den Erlösungsplan verstehen. Wir haben vorhin gesagt und wiederholt, dass nach dem Sündenfall Satan die Kontrolle über die Welt und die Herrschaft an sich gezogen hat und dass er Jesus Christus beziehungsweise Gott angeklagt hat, dass er ungerecht ist. Wir haben aber in 5. Mose 32 gesehen, dass Gott in all seinen Wegen gerecht ist und dass Gott ein vergebender Gott ist. Und was wir vielleicht in all unserem Leid oft vergessen und das haben wir dem Hiob voraus, dass Gott seinen Sohn in diese Welt sandte, damit er uns mit Gott versöhnt. Diese Erkenntnis hatte Hiob nicht.

[25:33] Wir müssen verstehen, dass der letzte Kampf zwischen Gut und Böse, zwischen Gott und Satan sich auf dieser Welt abspielt. Wir können die Folgen, wie wir sie vorhin genannt haben, sehen. Der Kampf, der letzte Kampf tobt nicht mehr im Himmel. Der Kampf, der letzte Kampf tobt auf dieser Erde. Er tobt in unseren Gedanken, er tobt um uns herum, die Umstände. Satan kann Umstände in unserem Leben schaffen, in denen wir Kämpfe ausgesetzt sind, die uns dazu führen, dass wir an Gott zweifeln. Aber ein wichtiger Begriff, den wir vielleicht in dieser Lektion berücksichtigen sollten und den wir als Hintergrund nehmen sollten, ist, dass Gott ein Gott ist, der souverän ist.

[26:25] Dieser Begriff ist ganz wichtig. Ein Gott, der souverän ist, ist nicht ein Gott, der nach links und nach rechts schwankt. Es ist ein Gott, der eine Linie hat, der einen Plan hat. Ein Mensch, der einen Plan hat und der zielstrebig ist, lässt sich von seinem Plan nicht abbringen. Egal, wo die Hindernisse sind, er verfolgt seinen Kurs. Gott hat den Erlösungsplan gegeben und darum ist es so wichtig, dass wir verstehen, warum wir den Erlösungsplan haben, was der Erlösungsplan für dich und für mich bedeutet. Egal, was dir und mir widerfährt und egal, ob ich oder du unser Leben verlieren werden, wenn wir treu zu Jesus Christus stehen, dann haben wir das Vorrecht und dürfen teilnehmen an Gottes versprochene oder Gottes versprochenen ewigen Lebens. An seinen Erlösungsplan dürfen wir teilnehmen, Teilhaber sein und wir haben den Propheten damals und dem Hiob einiges voraus. Denn was Hiob damals nicht hatte, war das hier. Das haben ich und du heute. Wir können Gottes Wort lesen.

[27:44] Natürlich gibt es viele Dinge, auf die wir keine Antwort bekommen. Wir können nicht erklären, warum Abel von seinem Bruder erschlagen worden ist. Wir können nicht erklären, warum Stephanus gesteinigt worden ist, obwohl er rechtschaffen war und für Gott eingetreten ist. Wir können nicht erklären, warum Hiob sein ganzes Hab und Gut verloren hat, seine Familie. Wir können viele Dinge nicht erklären, die in unserem Leben passieren. Aber eins dürfen wir wissen, 5. Mose 32,4, dass Gott ein gerechter Gott ist und dass Gott keine Fehler macht.

[28:26] Was wir am Beispiel Hiob sehen, vollzieht sich auch, wenn man das große Bild der Weltgeschichte betrachtet. Das habe ich vorhin gesagt. Satan meint es böse, möchte Gott ins Handwerk pfuschen. Das macht er. Er schafft die Umstände, möchte seinen Plan verderben und zu diesem Zweck spannt er auch die von ihm verführten Menschen ein. In diesem Fall, wo den Hiob leben, wurden ihm Menschen auf den Weg gestellt, die ihn verführen sollten. Die sollten ihn von Gott wegbringen, abbringen. Seht ihr euch da wieder? Erleben wir das nicht auch in unserem Leben? Wir wollen ganz nah bei Gott sein. Es passieren furchtbare Dinge und Satan schickt seine Agenten, die uns von Gott wegbringen sollen. Versteht ihr, warum es so wichtig ist, dass wir einen Blick hinter die Kulissen haben? Und den haben wir durch das Wort Gottes.

[29:13] Doch Gott wird alles zu seinem Ziel bringen. Niemand kann ihn davon abhalten, seine Kinder ins Ziel zu führen. Aber alle, die gegen ihn kämpfen, ob bewusst oder unbewusst, tragen die Verantwortung und die Konsequenzen dafür. Sie werden keine Ausrede vor dem gerechten Weltenrichter haben. Andererseits werden alle reichlich belohnt, die sich unter die mächtige Hand Gottes unterordnen und Gottes Mitarbeiter werden wollen. Doch der Ruhm dafür gebührt Gott, weil seine Gnade es gewirkt hat.

[29:45] In den Reden Hiobs und in den Reden seiner Freunde zeigen sich diese beiden Grundirrtümer. Und es ist ganz wichtig, dass wir das verstehen und erkennen, in die menschliches Urteilen angesichts der Souveränität Gottes immer wieder verfällt. Es wird Gott von den einen nicht zugestanden, dass er nach seinem Urteil und nach seiner Weisheit und nach seinem Willen zu teilen dürfe. Und von den anderen wiederum wird Gott unterstellt, er beuge in seiner Unumschränktheit dem wahllosen Menschen das Recht. Gott enthält uns nichts vor, ihr Lieben. Dem natürlichen Verstand ist die Souveränität Gottes unfasslich und anstößig. Wie oft denken wir, dass es nicht sein kann. Gott kann nicht gerecht sein, wenn er so viel zulässt. Weshalb er sie entweder abschwächt oder überhöht. Im ersten Fall erscheint der Mensch groß und Gott klein, im zweiten der Mensch gut und Gott böse. Gottes Souveränität richtig verstanden, lässt uns Gott als groß und den Menschen als klein, Gott als gerecht und den Menschen als böse erkennen.

[31:02] Und das ist wichtig. Wir dienen einem Gott, der die Welten geschaffen hat. Wir dienen nicht einem Gott, der abhängig ist von dir und von mir. Gott ist nicht abhängig von unseren Umständen. Versteht ihr? Egal was in unserem Leben passiert oder auch in Hiobs Leben passiert ist, Gott ist nicht abhängig oder macht sich nicht abhängig von den Umständen. Und er macht sich auch nicht abhängig von Satan. Gott ist souverän und souverän bedeutet, dass Gott die Macht hat, Dinge zuzulassen und Dinge nicht zuzulassen. Und wenn er denkt, dass es gut ist für den Hiob, dass er so viel Leid erlebt und wenn er denkt, dass es gut ist für dich und für mich, dass wir Leid erleben, dann dürfen wir nicht an seine Souveränität zweifeln. Denn Gott macht keine Fehler.

[31:46] Und deshalb ist eine gesunde Lehre über die Souveränität Gottes so wichtig. Sie ist die beste Medizin gegen jede Abwendung von Gott. Denn sie schafft die wichtigste Voraussetzung für die Gemeinschaft mit Gott. Demut ist ganz wichtig und nur wer Gott in Demut sucht, findet seine Gnade. Versteht ihr? Wir sind oft wenig demütig, wenn es um Gott geht. Wir klagen Gott unbewusst an und rebellieren Gott gegenüber unbewusst, indem wir an seine Liebe zweifeln. Und ich und du sind bestimmt an diesen Punkt gekommen, wo wir Gott in Frage gestellt haben. Und es ist eine Herausforderung heute in unserer Zeit, in der so viel Leid und so viel Verwirrung herrscht, ist es nicht einfach, dass wir daran glauben, dass Gott souverän ist. Aber es ist wichtig, es ist der Grund überhaupt, den wir legen müssen in unserem Glaubensleben, dass wir daran glauben, dass Gott souverän ist und dass Gott nur das zulässt, was er auch denkt, was es für dich und für mich gut ist.

[33:11] Und Hiob hat in dieser Situation, die er erlebt hat, menschlich gesehen recht. Vielleicht, wenn er anklagt, wenn er sagt: "Gott, ich habe doch nichts Schlimmes getan. Warum muss ich durch so viel Leid gehen?" Denn Hiob hat eher diese Frage gequält, weil er rechtschaffen war. Die Bibel sagt, dass er rechtschaffen war. Und diese Frage hat ihn gequält: "Ich habe doch nichts falsch gemacht. Warum muss ich das alles erleben? Herr, wo bist du? Habe ich dir nicht gedient? War ich nicht immer fromm? Habe ich nicht immer ein Opfer gebracht für meine Kinder täglich und für meine Knechte? Und für alles, was ich von dir bekommen habe, habe ich nicht geopfert? Habe ich nicht gebetet?"

[33:54] Wie oft geht uns das genauso in unsere Situation, wenn wir sagen: "Gott, haben wir nicht für dich das und das gemacht? Warum muss ich das erleben?" Das sind Zweifel an Gottes Liebe und Zweifel an die Souveränität Gottes. Aber wenn wir Frieden haben wollen in unserem Herzen, dann müssen wir Gottes Souveränität anerkennen. Und das macht es leichter.

[34:25] Denn Jesus sagt, dass wir uns nicht sorgen sollen um unser Leben. Wenn wir uns den Mittwochsabschnitt anschauen, da heißt es: "Jeder Tag hat genug." Es gibt in Matthäus 6 und dort Verse 25 bis 34 die berühmten Worte Jesu, wenn er sagt, dass wir uns nicht sorgen sollen. Wir kennen alle diesen Text. Ich möchte nicht alles lesen, sondern nur diesen zentralen Vers. Matthäus 6 und dort Vers 25. Da heißt es: "Darum sage ich euch, sorgt euch nicht um euer Leben, was ihr essen und was ihr trinken sollt, noch um euer Leib, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben mehr als die Speise und der Leib mehr als die Kleidung?" Mich hat ein Satz gefesselt, ein Wort: "Sorgt euch nicht um euer Leben." Das Wort "Leben". Jehova hat sich um sein Leben gesorgt. Jesus Christus sagt aber, wir sollen uns nicht um unser Leben sorgen.

[35:32] Jeder Tag hat genug. Auch Christus ging durch unsägliche körperliche und seelische Qualen. Er begab sich freiwillig in Hilflosigkeit, Gottverlassenheit, Schmach, Qual und Tod. Er ging ohne Hadern durch sein Leiden und durch seine Gottverlassenheit, aber auch er betete. Und was können wir daraus lernen? Für uns kann es niemals so schlimm werden wie für Hiob. Das ist das, was ich persönlich denke. Wir haben Jesus als Vorläufer, wir haben Jesus als Vorbild und wir haben Jesus Christus als Beistand. Der göttliche Beistand, der für Hiob durch alle Verzweiflung als Lichtblick der Hoffnung durchschimmerte, ist für uns feste und erprobte Gewissheit.

[36:22] Wir dürfen Gott unsere Ängste, und das ist ganz wichtig, ihr Lieben. Wir dürfen Gott unsere Ängste, Zweifel und Wünsche im Gebet ausdrücken. Wir sollen es sogar. Aber wie unser Herr sollen wir immer von Herzen dazu sagen: "Doch nicht ich, wie ich will, Herr, sondern wie es dein Wille ist." Wir dürfen auch nach dem Warum fragen, wenn wir durchs Dunkeltal des Todes gehen. Psalm 23. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass der Vater uns niemals verlassen wird, wie er Jesus am Kreuz verlassen hat.

[36:58] Versteht ihr, die Botschaft heute oder diese Woche soll uns nicht einfach so allein lassen. Wenn wir die Lektion betrachten, dann kommen vielleicht Zweifel und dann sehen wir die Schicksalsschläge, die wir gesehen haben: Abel wird ermordet (1. Mose 4, Vers 8), in 2. Mose 12, dort die Verse 29 bis 30, werden alle Erstgeborenen in Ägypten ermordet. Wenn wir das alles so betrachten und wir keine wirkliche Antwort bekommen, dann können wir zweifeln und denken vielleicht: "Ja, was bringt es denn überhaupt den Weg mit Gott zu gehen? Was bringt es denn überhaupt, Christ zu sein heute? Und was hat das Gebet für einen Sinn, wenn ich sowieso nicht vor Schrecklichem bewahrt werde?" Diese Gedanken können kommen, sie kommen nicht von Gott.

[37:48] Wir dürfen Gott alles sagen und wir dürfen unser Leben in Gottes Hand oder in Gottes Herrschaft unterstellen, mit der Gewissheit, dass Gott uns nicht im Stich lassen wird. Und egal was wir in unserem Leben erleben werden und auch wenn wir nicht vor allem bewahrt werden, dürfen wir die vollste Zuversicht haben, dass wir ewiges Leben haben werden mit Jesus Christus.

[38:19] Wir müssen das Sorgen, und das ist ganz wichtig, als gefährliche Sünde entlarven. Die Sorge stellt einen Vertrauensbruch dar gegenüber dir und Gott. Sie ist das Gift, das unseren Glauben kaputt macht. Entweder sorge ich selbst für mein Leben oder ich lasse Gott für mein Leben sorgen. Versteht ihr, es geht hier um eine Entscheidung. Möchte ich, dass Gott für mein Leben sorgt oder möchte ich selber für mein Leben sorgen? Entweder vertraue ich auf mich, auf meine eigene Kraft oder ich vertraue auf ihn und seine Möglichkeiten. Und diese Frage, die ich dir heute stelle, die stelle ich auch mir, aber ich kann es nur für mich beantworten. Du musst es für dich beantworten. Möchtest du dein Leben selber in die Hand nehmen, weil es eh nichts bringt, mit Gott zu leben? Wir werden ja eh nicht bewahrt vor dem Bösen. Oder möchtest du Gott dein Leben übergeben, möchtest ihm dein Leben anvertrauen und er schafft die Möglichkeiten, auch wenn du nicht vor allem bewahrt wirst.

[39:22] Es gibt eine eindrückliche Geschichte, die ich kurz erwähnen möchte, um es zu veranschaulichen, von sechs Amerikanern, die am 20. Oktober 1942 während des Zweiten Weltkrieges im Stillen Ozean im Bereich der Hawaii-Gruppe notlanden mussten. Und viele Tage trieben sie in zwei Schlauchbooten auf dem Wasser und waren der Verzweiflung nahe. Das muss man sich vorstellen: Schlauchboot, Ozean, sechs Männer, seekrank, kein Essen, kein Trinken, Salzwasser. Einer von ihnen hatte eine Bibel dabei und las zunächst den Bibelabschnitt aus dem Matthäusevangelium, der uns jetzt auch beschäftigen wird. In Matthäus 6, wo es heißt, dass wir uns um nichts sorgen müssen. "Wie hat es euch gefallen?", fragte der eine, der das gelesen hatte. Der andere Offizier sagt: "Es ist das Beste, was ich je gehört habe." Von jetzt ab hatten die zuvor völlig gottlosen Männer jeden Tag ihr Halleluja, ihre Halleluja-Versammlung, wie sie ihr morgendliches Treffen nannten. Sie fingen sogar an, Gott anzubeten und sprachen Gott noch ganz unbeholfen mit "Alter Meister" an. So fanden sie in der Wüste des Ozeans zum Glauben.

[40:52] Versteht ihr, ihr Lieben, wir treiben heute auch auf einem offenen Ozean und vielleicht sitzen wir auch auf einem Schlauchboot. Vielleicht sitzt du in diesem Moment auch auf einem Schlauchboot oder in einem Schlauchboot und treibst aufs offene Meer. Aber Gott lässt dich nicht alleine und Gott hat auch Hiob nicht alleine gelassen. Denn wenn wir nächste Woche studieren werden, kommt Gott, Hiob ist die ganze Zeit im Hiob nahe, aber Gott kommt in ein Gespräch mit Hiob.

[41:25] Es ist ganz wichtig, dass wir, wenn wir es zusammenfassen, dass wir erkennen, dass Gott gerecht ist und dass Gott uns nicht ins offene Messer laufen lässt. Und das ist wichtig, denn Gott ist souverän und loyal uns gegenüber. Die entscheidenden Dinge in unserem Leben können wir nicht beeinflussen. Keiner weiß zum Beispiel, wie lange er lebt. Keiner weiß, wie lange sein Leben verlängert oder verkürzt wird. Gott setzt den Schlusspunkt unseres Lebens. Und das ist das, was Hiob später verstanden hat.

[41:53] Jesus will uns sagen, wenn er sagt, dass wir uns keine Sorgen machen sollen, denn jeder Tag hat seine eigene Last, in Matthäus 6: Verändere die Prioritäten in deinem Leben. Zuerst muss das Reich Gottes kommen und seine Gerechtigkeit und dann kommt alles andere. Das heißt, überlasse Gott deine Sorgen und all dein tägliches Leben und alles, was dein Leben ausmacht und sorge dich um die wirklich wichtigen Dinge. Mach dir Sorgen darüber, wie du mithelfen kannst, dass mein Reich aufgebaut wird. Zuerst, ihr Lieben, in unserem Leid die Gottesherrschaft sehen und dieser Blick fehlt uns oft in unserem Leid. Wir sehen Gott nicht und wir sehen Gottes Herrlichkeit und Gottes Reich nicht.

[42:49] Jetzt steht jeder vor der wichtigen Entscheidungsfrage: Was für ein Leben will ich führen? Ein Leben voller Sorge bestimmt oder ein vom Reich Gottes bestimmtes Leben und das macht den Unterschied. Das ist die Alternative: Glaube es doch, er sorgt für dich. Oder glaube es nicht, mach dir Sorgen, nimm dein Leben in die eigene Hand. Mach es wie Hiob, zweifle an Gottes Souveränität und habe keinen Frieden. Wenn Jesus sagt, dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Keiner kommt zum Vater, den durch ihm. Und wir haben in den Vers gelesen, dass wenn der Sohn frei macht, den macht er frei.

[43:37] Die Frage, die sich uns stellt, ist folgende: Glaube ich das? Möchte ich ein Leben mit Gott? Möchte ich nicht an die Souveränität Gottes zweifeln, sondern möchte ich anerkennen, dass diese Welt in Sünde gefallen ist und dass alles, was ich erlebe, eine Konsequenz der Sünde ist?

[43:53] Wenn wir uns den Donnerstagsabschnitt schauen, dann gibt es einen Text in der Bibel in Sprüche 3 bis 5. Das ist einer meiner Lieblingsverse, weil das beschreibt das, was unser Leben ausmacht und wie wir beten sollten, wie wir unsere Einstellung zum Gebet und zum christlichen Leben haben sollten. In Sprüche 3 bis 5 heißt es: "Vertraue auf den Herrn von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand. Erkenne ihn auf all deinen Wegen, so wird er deine Wege ebnen." Und in meiner Übersetzung heißt es: "Er wird deine Wege gerade machen." Und wann macht Gott einen Weg gerade, wenn ein Weg nicht, wenn ein Weg krumm ist oder nicht geebnet ist? Und genau das macht Gott mit Hiob. Er ebnet seinen Weg. Das werden wir später sehen, wenn wir Hiob noch weiter studieren werden.

[44:45] Aber was vielleicht heute, was wir mitnehmen können in dieser Woche des Studiums, ist, dass Gott souverän ist, dass Gott alles unter seiner Herrschaft hat. Er übt die Kontrolle aus über diese Welt. Eine Welt, die außer Kontrolle gerät im Moment. Wir haben viele Zeichen, die wir sehen, wo wir sehen können, dass Ausmaß der Sünde nicht nur politisch und religiös, sondern auch in der Natur. Wir nehmen Europa zum Beispiel, Italien mit den Erdbebenkatastrophen. Italien bricht auseinander. Europa haftet nicht mehr miteinander. Politik, Staat und Religion vereinen sich. Es ist nicht, um Angst zu machen. Es ist, um zu zeigen, dass egal, was passiert, egal, wie schlimm es aussieht, Gott immer noch das letzte Wort gesprochen hat. In deinem Leben und in meinem Leben.

[45:35] Die Frage ist: Möchtest du ihm vertrauen? Glaubst du daran, dass er souverän ist? Glaubst du daran, dass er gerecht ist, wie wir es in 5. Mose gelesen haben? Und das macht den Unterschied in dieser Welt. Gott ist Segen dir und schön, dass du dich zugeschaltet hast.


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