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In dieser Predigt beginnt Christopher Kramp eine neue Serie über das Buch Joel. Er erklärt die Bedeutung des Buches für unsere Zeit und stellt die erste Botschaft vor: „Die Ernte ist verloren“. Die Predigt beleuchtet die dramatische Beschreibung einer Heuschreckenplage, die das Land verwüstet und die Existenz bedroht. Dabei wird die Parallele zu biblischen Gerichten und die symbolische Bedeutung der Ernte für das geistliche Leben gezogen.

In dieser Predigt beginnt Christopher Kramp eine neue Serie über das Buch Joel. Er führt in das Buch ein und erklärt die Bedeutung des Namens Joel. Die erste Predigt konzentriert sich auf die dramatische Eröffnung des Buches, die eine verheerende Heuschreckenplage beschreibt. Diese Plage wird als Zeichen für eine tiefgreifende Krise und als Warnung für die Zukunft interpretiert, die sowohl buchstäbliche als auch symbolische Bedeutungen hat.


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Serie: Das Buch Joel (Predigtserie)

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Transkript

[0:58] Gesegneten Sabbath. Wer von euch hat Freude und Lust auf Bibelstudium? Wir haben jetzt nach etwas Verzögerung den Galaterbrief endlich abgeschlossen. Was heißt endlich? Wir hätten noch mehr studieren können, aber hat jetzt doch eine ganze Zeit lang gedauert. Und ich dachte mir, es wäre ja schön, mal zur Abwechslung was aus dem Alten Testament zu machen. Und ich habe mich gefragt, welches alttestamentliche Buch ist von besonderer Bedeutung für unsere Gesellschaft, wo man viel für unser persönliches Glaubensleben rausziehen kann, was für unsere Gemeinde sehr wichtig sein könnte und gleichzeitig so kurz, dass so eine Predigtserie nicht die nächsten sieben Jahre füllt. Und ihr müsst nicht lange raten, das Ergebnis steht an der Wand. Ich dachte mir, warum nicht mal in den nächsten fünf, sechs Predigten über das Buch Joel sprechen. Wer von euch hat schon mal das Buch Joel studiert? Okay, Herr Thomas muss das machen. Wer von euch hat das Buch Joel schon mal komplett gelesen und weiß noch ungefähr, was drinsteht? Man liest das so durch, wenn man einen Bibelleseplan macht, kommt man auf Joel vorbei, liest das durch. Eine gute Gelegenheit, dieses Buch ein bisschen zu vertiefen, denn ihr werdet sehen, viele Konzepte, die uns gut bekannt sind, kommen aus dem Buch Joel. Zum Beispiel Frühregen und Spätregen oder dass Gott seinen Geist ausgießen möchte in der Endzeit über alles Fleisch, was wir immer zitieren, wenn es um Ellen White geht zum Beispiel. Oder dass zum Beispiel auf dem Berg Zion Rettung ist und viele andere Ideen, die uns ganz geläufig sind. Und wir wollen heute mal oder nicht heute, nur in den nächsten Predigten sehen, was eigentlich so der Rahmen ist, was die Hauptbotschaft von Joel ist und wie diese ganzen Dinge da zusammenpassen, was uns das heute in der Endzeit zu sagen hat.

[3:00] Die Predigt heute ist ein bisschen auch eine Einführung, überschrieben, die Ernte ist verloren. Und bevor wir beginnen mit dem Bibelstudium, möchte ich euch einladen, wo es euch möglich ist, mit mir gemeinsam einmal niederzuknien für ein Anfangsgebet.

[3:25] Lieber Vater im Himmel, in dem Buch, das wir jetzt gleich lesen möchten, lässt du uns sagen, dass du dir wünschst, dass die gesamte Gemeinde zusammenkommt, um zu beten, die Alten und die Jungen, die Männer und die Frauen, die frisch Verheirateten, die Säuglinge. Alle gemeinsam sollen sie zusammenkommen zu deinem Heiligtum und zu dir beten. Und Herr, heute Morgen sind wir versammelt, unterschiedliche Kulturen, unterschiedliche Altersgruppen. Wir alle haben einen Wunsch, dass du uns so segnest, wie das Buch Joel deinen Segen beschreibt. Wir möchten dich bitten, wenn wir uns in den nächsten Wochen und Monaten diesem Buch etwas zuwenden wollen, dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst, dass wir die Botschaft für unsere Zeit erkennen und dass wir dabei Freude empfinden und selbst auch angeregt werden, dein Wort selbst auch zu Hause noch viel intensiver und gründlicher zu studieren und auch Neues zu entdecken. Wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass du heute in dieser Predigt jetzt durch deinen Heiligen Geist an unseren Herzen wirkst, dass du alles unter deiner Kontrolle hast und dass deine Botschaft in unseren Herzen einen deutlichen Widerhall findet. Im Namen Jesu. Amen.

[4:58] Ihr seht, diesmal habe ich eine Präsentation gemacht, weil ich dachte mir, es wäre vielleicht effektiver, weil ihr habt es beim Galater gesehen, man ist im Galater und man blättert ständig hin und her. So was auf der Präsentation sein wird, sind alle Parallelverse, aber nicht die Verse in Joel. Das heißt, wir machen das ganz praktisch, jeder von euch kann seine Bibel aufschlagen, kann zu Joel aufschlagen, wird die ganze Predigt in Joel bleiben, wir lesen Joel so Stück für Stück und all die Parallelverse, die wir brauchen, sind an der Wand. Okay, dann habt ihr selbst was zu tun und wir kommen aber effektiv voran.

[5:31] Dann schlagen wir auf, die Bibel zum Buch Joel, direkt nach Hosea, also Daniel findet man ja schnell, dann kommt Hosea und dann ist man doch schon bei Joel, das ist ein kleines Buch, man überblättert schnell, wenn man in Amos ist, ist man zu weit geblättert. Joel, und wir wollen anfangen in der Überschrift, Joel 1, Vers 1: Das Wort des Herrn, das an Joel, den Sohn Petrels erging. Es gibt in der Bibel mehrere Joels, ja, zum Beispiel war der ein Sohn von Samuel, auch unter dem Namen Joel bekannt, aber nur dieser Joel, der Sohn des Petrels, ist die einzige Stelle, wo der vorkommt, also ist nicht zu verwechseln mit den anderen Joels. Weiß jemand von euch, was eigentlich Joel heißt? Falls jemand nochmal die Idee haben sollte, ein Kind zu bekommen und sein Kind Joel zu nennen, wäre das ja interessant zu wissen, was heißt Joel. Und ja, genau, Joel besteht aus zwei Silben, Jo und El, und Jo kommt von Jah, das ist wie im Schwedischen, da kann man aus A, O, O, A, O, das ist im Hebräischen, das ist oft so ähnlich, A, O, O, und so wird aus Jah, das ist die Kurzform, also sozusagen der Spitzname Gottes. Gott heißt eigentlich J-H-W-H, Jahwe. Der Spitzname ist Jah. Das ist interessant, dass Gott auch einen Spitznamen hat, nicht wahr? Und aus Jah wird Jo, und Gott heißt eigentlich ganz lang auf Hebräisch, das wisst ihr, oder? Elohim. Ja, und Elohim verkürzt El. Jetzt, wenn man die beiden tauscht, Jah oder Jo und El, was kriegt man? El, Jah. Genau, Elia. Elia ist quasi derselbe Name wie Joel, nur umgekehrt. Also Joel heißt: Jahwe ist Gott. Und Elia heißt: Gott ist Jahwe. Fand ich ganz interessant, hat wahrscheinlich aber keine Bedeutung.

[7:32] Das ist schon alles, was wir über Joel wissen. Das Buch ist besonders, weil es fast keinerlei Informationen über den Autor gibt. Wir wissen zum Beispiel nicht, wo kommt er her. Wir wissen von Jeremia, dass der aus Anatot war. Wir wissen von vielen anderen Propheten, was so ihr Hintergrund gewesen ist, aber von Joel wissen wir außer dem Namen seines Vaters überhaupt nichts. Wir wissen nicht, wie alt er gewesen ist. Wir wissen, dass Mose alt war, wir wissen, dass Jeremia sehr jung gewesen ist, wir wissen, dass Hesekiel vermutlich 30 Jahre alt war, als er Prophet geworden ist, aber von Joel, er könnte ein junger Mann gewesen sein, er könnte ein alter Greis gewesen sein, keiner weiß es. Was noch dramatischer ist, niemand weiß wirklich, wann Joel gelebt hat. Und das ist das wirklich Bemerkenswerte. Alle anderen Propheten schreiben: In der Zeit des Königs Hiskia, in der Zeit des Königs Josia, in der Zeit des Königs Manasse, da lebte ich und habe das und das geschrieben. Bei manchen Propheten, die tauchen dann später in den Geschichtsbüchern auf, wie Jona z.B., dann weiß man, wann er gelebt hat. Von Joel weiß man das überhaupt nicht. Man kann es nur ein wenig eingrenzen, weil er von einem Tempel spricht, das heißt, er muss nach Salomo gelebt haben, weil Salomo jetzt im Tempel gelebt hat. Und naja, wenn Maleachi das letzte Buch war, dann muss er vor Maleachi gelebt haben, jahrhundertelang. Also es gibt verschiedenste Theorien, wenn ihr die Geschichtsbücher lest und die Historiker und die Theologen, die versuchen den Joel einzuordnen und sagen, er könnte da gelebt haben, er könnte da gelebt haben, alles heilige Spekulationen. Selbst in der Schlachter, wenn die schreiben: vor einem assyrischen Einfall, weiß man nicht. Das ist interessant, weil es kein anderes Buch in der Bibel, deren Datierung so unsicher ist, kein anderes. Das hat ja fast schon den Eindruck, als ob der Prophet sich nicht dafür interessiert hat, seine Botschaft mit seiner Umgebung so sehr zu verbinden, als ob er fast bewusst die Botschaft so zeitlos wie möglich halten wollte. Es ist ja nicht davon auszugehen, dass er es einfach nur vergessen hat. Also ein Buch, ihr kennt das ja oft, man liest die Bibel und dann sagen Leute, ja, das war damals für die damalige Zeit und wir können heute was daraus lernen, aber bei dem Buch Joel weiß man gar nicht, wann war die damalige Zeit. Man hat nicht viel mehr übrig, als etwas daraus zu lernen für unsere Zeit, eine allgemeine Botschaft und das macht den Joel so interessant und so faszinierend.

[9:58] Und dann wissen wir auch relativ wenig bis gar nichts über die Umstände. Also eigentlich ein ziemliches Fragezeichen um dieses Buch herum und trotzdem beginnt es äußerst dramatisch oder vielleicht auch gerade deswegen. Es geht um eine epochale Angelegenheit, etwas, was es so selten, wenn gar nicht zuvor gegeben hat. Lesen wir Vers 2 und 3: Hört das, ihr Ältesten und achtet darauf, alle Bewohner des Landes! Ist so etwas jemals in euren Tagen oder in den Tagen eurer Väter geschehen? Erzählt davon euren Kindern und eure Kinder ihren Kindern und deren Kindern dem zukünftigen Geschlecht. Also halten wir fest, etwas sehr, sehr, sehr Bemerkenswertes muss hier vorgefallen sein.

[10:52] So ganz nebenbei, ihr werdet im Buch Joel immer wieder finden, dass Dinge so quasi wiederholt werden, wie hier zum Beispiel: Hört das, achtet darauf oder dann später Zähne wie Löwenzähne, ein Gebiss wie eine Löwin oder klagt der Priester, jammert Edina des Altars. Das liest man als Deutscher und denkt, meine Güte, das wiederholt sich ständig. Ist aber im Hebräischen, man nennt das Parallelismus, habt ihr vielleicht schon oft mal gehört, eine Form des Reimens, die Hebräer, die reimen in Gedanken. Also ich gebe euch mein Lieblingsbeispiel, das ich immer auf den Missionsschulen erzähle, wenn ich ihnen das beibringe. Ich heiße Christopher Kramp, ich wohne in Altbach. Christopher Kramp ist mein Name, Altbach ist mein Zuhause. Da würden jetzt die Hebräer sagen: Wow, was für ein schönes Gedicht, wie poetisch. Und wir lesen das im Joel und denken, wiederholt sich, wiederholt sich, wiederholt sich, aber eigentlich müssten wir denken: Oh, ein Gedicht, poetisch. Ist also nicht einfach nur so eine Information, ist nicht so theologisch, wie der Paulus, der jetzt so uns Theologie einhämmern möchte, sondern der Joel, der schreibt das wie ein Gedicht, wie eine Poesie und das muss man so ein bisschen auch im Hinterkopf halten, deswegen ist das Buch auch so bildlich und so ansprechend.

[12:18] Nun, dieser Aufruf: Hört das, merkt auf, kommt selbst aus den Psalmen, zum Beispiel hier in Psalm 49, hebräisch identisch in der Formulierung: Hört dies, ihr Völker alle, horcht doch auf, alle Bewohner der Welt. Warum wendet sich der Joel wohl an die Ältesten? Warum sagt er besonders: Horcht auf, ihr Ältesten? Die Führer, genau, die Ältesten sind die Führer und sie sind alt. Also, wenn ich sagen möchte, sowas hat es ja noch nie gegeben und stellt euch schon mal vor, wir haben irgendein Ereignis in der Adventgemeinde, das es noch nie gegeben hat, wen würde ich fragen: Hat es sowas schon mal gegeben? Die, die schon Jahrzehnte in der Adventgemeinde sind, oder? Hat es das in euren Tagen schon mal gegeben? Ich würde ja nicht die Kinder fragen, oder? Ich würde nicht die Jugendlichen fragen, ich würde die fragen, die schon sehr, sehr alt sind, die schon viel erlebt haben. Und Joel stellt diese Fragen: Ihr Alten, die ihr schon viel gesehen habt, die ihr viel Lebenserfahrung habt, habt ihr jemals davon gehört, haben eure Väter euch davon erzählt?

[13:21] Gleichzeitig ist dieses Ereignis nicht nur so beeindruckend, dass man fragt: Hat es das jemals gegeben? Es ist offensichtlich so singulär, so außergewöhnlich, dass man noch viele Generationen später davon erzählen will, den nächsten Generationen. Wie heißt es hier in Vers 3? Erzählt davon euren Kindern und eure Kinder ihren Kindern und deren Kindern dem zukünftigen Geschlecht. Also vier, fünf Generationen dem Zeitstrom hinab sollen die Menschen sich noch daran erinnern, was Joel dort zu berichten hat, was da passiert ist. Das ist ein Prinzip, das kennen die Hebräer aus den Psalmen, wo es hier heißt: Was wir gehört haben und gelernt haben, was unsere Väter uns erzählt haben, das wollen wir ihren Kindern nicht vorenthalten. Und dann später und ganz unten: Damit das späte Geschlecht es wisse, die Kinder, die noch geboren werden sollten, damit auch sie aufständen und es ihren Kindern erzählen. Kennt ihr so Ereignisse in der Geschichte Israels, diese von Generation zu Generation weitergetragen worden sind, die so sich eingebrannt haben, dass jede Generation das weitergetragen hat, die auch weitergetragen werden sollten? Der Auszug aus Ägypten, oder? Das war so einprägsam, ich meine, wann teilt sich schon mal das Rote Meer? Das war so tief drin, es sollte eine Generation der nächsten erzählen. Oder noch ein Ereignis aus der Geschichte Israels, das sich so eingeprägt hat: Joshua, nicht wahr? Der Übergang durch den Jordan. Oder wir denken vielleicht an den Berg Sinai, nicht wahr? Als sie die Stimme Gottes gehört haben. Das war außergewöhnlich. Das steht auch ganz oft: Hat es das jemals vorgegeben? Wird es das jemals wiedergeben? Und so ist also das Buch Joel offensichtlich mit einer Sache befasst, die ähnlich wichtig ist. Nicht nur irgend so ein nebensächliches Ereignis, sondern etwas, das tiefen Eindruck machen sollte. Etwas, das nicht alltäglich ist, sondern dass das Volk über langen Zeitraum beschäftigen sollte.

[15:14] Jetzt die Frage: Was ist denn passiert? Was war da los? Schauen wir mal, Vers 4. Was der Nager übrig lässt, das hat die Heuschrecke gefressen. Und was die Heuschrecke übrig lässt, das hat der Fresser verzehrt. Und was der Fresser verschonte, das hat der Verwüster aufgefressen. Wer sind diese Begriffe? Nager, Heuschrecke, Fresser und Verwüster. Die Sache ist ganz einfach. Es sind alles Heuschrecken. Im Hebräischen gibt es vier Worte. Das sind im Prinzip nur vier poetische Worte für Heuschrecken. Also, was er sagt ist, da kamen Heuschrecken. Und als sie fertig waren, kamen nochmal Heuschrecken. Und als sie fertig waren, kamen nochmal Heuschrecken. Und als sie fertig waren, kamen nochmal Heuschrecken. Und weil es ihm zu langweilig ist, Heuschrecken zu sagen, weil er ein Poet ist, nimmt er vier verschiedene Begriffe. Hat jemand von euch mal eine Heuschreckenschwarm gesehen? Ich meine, in Deutschland sind die jetzt nicht so in den Massen verbreitet. Heuschreckenschwärme haben manchmal mehr als eine Milliarde Tiere. Also, wie viele Menschen wohnen in Deutschland? 80 Millionen. Also stellt euch vor, ihr nehmt alle Menschen, die in China leben und macht sie einmal zu Heuschrecken. Und dann über so einen Acker. Das ist so die Vorstellung. Und so ein Heuschreckenschwarm ist dann ungefähr 1500 Tonnen schwer. Und jede Heuschrecke frisst pro Tag so viel, wie sie wiegt. Stellt euch vor, ihr müsstet jeden Tag 80 Kilo oder so essen. Da könnt ihr ausrechnen, wie viel pflanzliches Material sie pro Tag vertilgen, wenn sie als Schwarm kommen. Das ist ja nicht schwer, 1500 Tonnen. Das bedeutet, Heuschrecken, schon im kleineren Umfang, sind ein immenser Schaden für Landwirte. Und damals hatten die Menschen nicht viel mehr Berufe als Landwirt. Ein paar schon, aber das war die Grundlage von allem. Und wenn die Ernte verloren war, war alles verloren. Also hat man die Heuschrecken gefürchtet.

[17:45] Und was ist, wenn die Heuschrecken mehrmals kommen? Kennt jemand von euch eine Geschichte, wo Heuschrecken ebenfalls in der Geschichte Israels, wo Heuschrecken einen enormen Schaden, in der Geschichte der Bibel, wo Heuschrecken einen enormen Schaden angerichtet haben? Eine Plage. Welche Plage das war? Es gab ja zehn, insgesamt, nicht wahr? Wir kennen immer nur, dass es zehn sind, aber wissen nie die Reihenfolge. Welche Plage war die Heuschreckenplage? Ja, frohes Raten. Die achte, genau. Die achte Plage. Und wir lesen hier, auch in Vers 12, da sprach der Herr zu Mose: Streck deine Hand aus über das Land Ägypten, damit die Heuschrecken über das Land Ägypten kommen und alles Gewächs da fressen. Und die Heuschrecken kamen in das ganze Land Ägypten und ließen sich nieder im ganzen Gebiet von Ägypten, so überaus viele, dass etwas derartiges zuvor niemals gewesen ist, noch künftig sein wird. Hört ihr die Sprache von Joel? Hat es noch nie, hat es jemals sowas gegeben? Wird es jemals wieder so etwas geben? Also der Joel bezieht sich so ein bisschen wohl auch auf diese achte Plage in Ägypten. Denn sie bedeckten die Fläche des ganzen Landes und verfinsterten das Land und sie fraßen alle Bodengefäße und alle Baumfrüchte, die vom Hagel übrig geblieben waren und ließen nichts Grünes übrig an den Bäumen und Feldgewächsen im ganzen Land Ägypten.

[19:02] Nun, das war für die Ägypter, nicht wahr? Warum würde Gott in das Land Israel, in das gelobte Land, das doch von Milch und Honig fließen soll, warum würde er Heuschrecken senden und zwar nicht nur einmal, sondern viermal hintereinander? Nun, wir haben einen Hinweis in 5. Mose 28. Weiß jemand von euch, welches Hauptthema 5. Mose 28 hat? Was ist das Hauptthema von 5. Mose 28? Segen und Fluch. Und wovon hängt Segen und Fluch ab in 5. Mose 28? Ganz einfach. Gott sagt, wenn ihr gehorsam seid, aus Liebe natürlich, wenn ihr gehorsam seid, dann habt ihr Segen und wenn ihr ungehorsam seid, dann habt ihr Fluch. Und dieser Fluch wird detailliert beschrieben. Es gibt verschiedene Dinge, die passieren könnten und unter diesen Dingen als Fluch für Ungehorsam steht: Du wirst viel Samen auf das Feld hinausbringen und wenig einsammeln, denn die Heuschrecken werden es abfressen. Also versucht dieses Bild zu verstehen. Der Israelit, der geht auf das Feld und er sät. Ist das mühevoll, ja oder nein? Aber schon, es kostet Zeit, kostet Energie. Er sät und macht und was hofft er? Er hofft auf eine entsprechende Ernte. Er wird aber enttäuscht, wenn er ungehorsam ist. Das, was er eingesetzt hat, führt nicht zu einer äquivalenten Ernte. Er wird wenig einbringen. Die Heuschrecken werden es abfressen.

[20:17] Ähnlich auch in der zweiten Chronik. Dort als Gericht Gottes, ihr wisst, als der Salomon den Tempel einweiht und dort betet, da sagt er folgendes. Gott sagt dann im Zusammenhang dieses Gebetes: Wenn ich den Himmel verschließe, so dass es nicht regnet, das ist ja auch eine Form des Gerichts Gottes gewesen, oder? Den Heuschrecken gebiete, das Land abzufressen oder wenn ich eine Pest unter mein Volk sende. Also, wenn Joel sagt: Liebe Älteste, liebe Gemeindeleiter, liebe Gebrüder und Schwestern, hat es so etwas jemals gegeben, wird es so etwas wieder geben, dass die Heuschrecken viermal ins Land gekommen sind. Hat er einfach nur eine biologische Anomalie beschrieben? War das einfach reiner Zufall oder war Gott über irgendwas traurig? Kein Zufall.

[21:14] Interessanterweise werden die Heuschrecken oft in der Bibel auch als Metapher genommen für den Krieg. Hier zum Beispiel Bibelvers in Jeremia 51, wo Gott sagt: Ich will dich mit Menschen füllen, wie mit Heuschrecken oder man wird Beute wegraffen, wie die Heuschrecken wegraffen. In der fünften Posaune, in der Offenbarung, da werden auch die Heuschrecken als Symbol verwendet. Und deswegen glauben manche Ausleger, dass die Heuschrecken in Joel in Wirklichkeit nur symbolische Heuschrecken sind, für irgendwelche Kriegsarmeen. Könnte sein, aber steht nicht wirklich da. Es ist doch durchaus sehr vorstellbar, dass es in Wirklichkeit wirklich tatsächliche Heuschrecken sind. Und das ist eigentlich die naheliegende Variante, nur dass ihr es mal gehört habt.

[22:11] Also jetzt der nächste Vers, Joel 1, Vers 5. Joel versucht, das Volk aufzurütteln. Vers 5: Wacht auf, ihr Trunkenen und weint und jammert, ihr Weintrinker alle, wegen des Mosts, weil er euch vom Mund weggenommen ist. Wacht auf! Jetzt, warum sagt der Joel, der Most ist euch vom Mund weggenommen? Ich meine, die haben ja noch getrunken. Der Joel wusste, wenn die Ernte vernichtet wird oder vernichtet ist, wie viel Traubensaft wird es dann im nächsten Jahr geben? Genau, nada. Das heißt, er sagt: Ihr trinkt jetzt immer noch und denkt, das wird immer so weitergehen. Habt ihr nicht mitbekommen, dass die Heuschrecken viermal im Land gewesen sind? Auch wenn ihr jetzt noch die letzten Reste trinkt und trinkt und euch, alles wunderbar. Erkennt, in Zukunft wird es anders sein. Wacht auf!

[23:26] Könnte es sein, dass wir manchmal, weil wir noch gerade ein bisschen am Traubensaft nippen sind, ignorieren, dass die Heuschrecken schon viel, viel, viel zerstört haben, weil der Traubensaft schmeckt ja noch so gut. Stellt ihr die Idee? Wenn ich gerade noch genügend habe, dass es mir jetzt gerade gut geht, dann scheint es mir fast nicht, sehe ich die Gefahr noch nicht, aber Joel sagt: Wacht auf! Der Traubensaft wächst nicht, der fällt nicht vom Himmel, der regnet nicht. Da müssen Trauben gewachsen sein und wenn die ganze Ernte vernichtet ist, wird es keine Trauben geben und dann werdet ihr das spüren, früher oder später. Wacht auf!

[24:00] Übrigens, diese Idee, dass der Weinstock verschmachtet, dass es keinen Traubensaft mehr gibt, findet man auch in vielen anderen alttestamentlichen Propheten. Hier zum Beispiel beim Gericht über Israel: Der Most trauert, der Weinstock verschmachtet, es seufzen alle und so weiter. Man sinkt nicht mehr beim Weintrinken, man klagt um den Wein. Also hier geht es wirklich um ein Gericht Gottes. Nun, lesen wir weiter, Vers 6 und 7. Warum sollen sie aufwachen? Vers 6 und 7: Denn ein Volk hat mein Land überzogen. Das ist mächtig und ohne Zahl. Es hat Zähne wie Löwenzähne und ein Gebiss wie eine Löwin. Meinen Weinstock hat es verwüstet und meinen Feigenbaum kahl gefressen. Sogar die Rinde hat es vollständig abgeschält und weggeworfen. Weiß geworden sind seine Zweige, die Heuschrecken. Die Heuschrecken waren ein immenses Problem.

[25:06] Nun, einige Leute sagen, das steht ja Volk. Volk kann ja nur, das müssen doch irgendwie Assyrer sein oder Syrer oder Babylonier. Nicht unbedingt. In den Sprüchen finden wir öfter mal Tiere als ein Volk beschrieben. Ja, zum Beispiel die Klippdachse sind ein Volk oder die Ameisen sind ein Volk. Also, wenn der Joel von den Heuschrecken als einem Volk spricht, dann meint er vermutlich tatsächlich die echten Heuschrecken, die diese tatsächliche Ernte ganz real zerstört haben. Vollständige Vernichtung.

[25:37] Versetzt euch mal in die Lage eines Bauern. So für eine Minute. Ihr habt investiert, ihr habt ausgestreut, ihr habt das Unkraut gejätet und die Erntezeit kommt. Ihr habt Woche für Woche, Monat für Monat die Pflanzen wachsen sehen. Habt euch gefreut, als es deutlich wird, sie werden immer reifer und reifer und eines Morgens wacht ihr auf und der Himmel ist schwarz. Aber nicht, weil es eine Sonnenfinsternis gibt, sondern weil eine Milliarde Heuschrecken gerade in eure Richtung fliegen. Was kann man da als Mann machen? Als Bauer stellt man sich hin und versucht sich aufzuhalten. Total vergeblich. Völlig vergeblich. Damals gab es auch noch keine Insektizide. Die helfen bei einer Milliarde Heuschrecken auch nicht so viel. Und der Bauer, der sieht jetzt all das, was er investiert hat in die Ernte. Innerhalb von Momenten wird das abrasiert, oder? Und es bleibt nichts übrig. Und so geht er traurig nach Hause und denkt: Meine Güte, wovon soll ich leben? Da ist nur so wenig, nur noch hier und da so ein kleines Fitzelchen. Hier und da sind so ein paar Pflanzen übrig. Also nächsten Morgen wacht er auf und die Sonne ist wieder schwarz. Jetzt kommen die Heuschrecken und fressen all das, was noch übrig geblieben ist. Es bleibt nur noch ganz, ganz wenig übrig. Und kurze Zeit später wacht er auf und die Sonne ist wieder schwarz. Und von dem wenigen, wenigen, wenigen, was noch übrig geblieben ist, fressen die wieder alles ab, was sie noch kriegen können. Jetzt würde man denken, man muss wahrscheinlich mit der Lupe noch nach Grünem suchen. Und dann kommen die noch mal. Stellt euch vor, das ist ungefähr so ein Gefühl wie, man ist im Boxkampf, man wird niedergeboxt, man steht auf, wird wieder niedergeboxt, steht auf, wird wieder niedergeboxt und steht auf und wird wieder niedergeboxt. Das ist nicht einfach ein Unglück, oder? Der Joel beschreibt eine Katastrophe.

[28:08] Kennt ihr irgendeine Geschichte? Also die Bäume sind kahl, die Birke ist abgefressen. Was bedeutet, wenn die Birke abgefressen ist, dann kann man auch nicht hoffen, dass im nächsten Jahr wieder alles gut ist. Die Pflanzen sind dauerhaft beschädigt. Man kann nicht mal sagen, wir hungern die nächsten sieben Monate und fasten sieben Monate lang und dann ernähren wir uns vom Wüstensand und dann geht es nächstes Jahr wieder besser. Nein, nein, nein. Diese Krise bedroht die Existenz. Kennt ihr eine Parallele, wo jemand auch in Anführungsstrichen in kurzer Zeit viermal...

[28:50] Also die Frage zu der bereits richtig gegebenen Antwort wäre gewesen: Kennt ich eine Geschichte, wo jemand auch viermal hintereinander einen Schicksalsschlag erleidet? Hier, denn hier erhält genau vier Botschaften hintereinander, so wie die Heuschrecken viermal kommen. Das ist interessant. Beim hier würden wir denken, dass das Schlimmste, was passieren kann, oder? Gut, gut gedacht. Das bedeutet, der Joel beschreibt nicht eine Katastrophe, er beschreibt den, wie sagt man, den GAU, den größten anzunehmenden Unfall, den Super GAU. Totale Zerstörung.

[29:31] Im Psalm 105 wird symbolisch oder poetisch beschrieben, wie damals in Ägypten alles abgefressen worden ist. Er schlug ihre Weinstöcke und Feigenbäume und zerbrach die Bäume in ihrem Land. Es sprach, da kamen Heuschrecken und fraßen ohne Zahl, die fraßen alles Grün im Land und verzerrten ihre Feldfrüchte. Wenn es eine Armee wäre, die könnte man aufhalten, aber Heuschrecken, alles weggefressen.

[29:59] Da stellt sich die Frage, was meint die Bibel eigentlich, wenn sie von Ernte spricht? Also natürlich, ich meine, wir haben die tatsächliche buchstäbliche Ernte im Alten Testament, die Leute haben geerntet und haben dann gegessen. Aber das Wort Ernte findet vor allem im Neuen Testament auch durchaus eine übertragene Anwendung. Woran denkt ihr beim Wort Ernte, wenn man nicht einfach nur an die tatsächliche buchstäbliche Ernte denkt? Wie wird Ernte im Neuen Testament gerne verwendet? Ja, ewiges Leben wird uns gegeben, nicht wahr? Das Gericht, ja, das Weltende wird mit einer Ernte beschrieben. Am Ende kommt es einer großen Ernte. Es heißt, das sind ein paar Bibeltexte hier. Wir haben zum Beispiel den berühmten Ausspruch von Jesus: Die Ernte ist groß, aber es sind wenige Arbeiter. Hat Jesus hier versucht, Leute für die Landwirtschaft zu gewinnen? Nein, was für eine Ernte ist hier gemeint? Menschliche Ernte, genau, also durch Mission, oder? Ihr kennt das ja, das ist ja für euch nichts Neues. Man sät, man investiert in Menschen, oder? Man streut den Samen aus, man gibt Bibelstunden, man hält Hauskreise, man macht Gesundheitskurse, dies und jenes, man macht Freundschaft, man versucht Menschen für Jesus zu begeistern, man investiert und man hofft auf eine Ernte. Und was passiert, wenn die Heuschrecken kommen und alles kaputt machen? Alles, alles, alles, alles, alles, alles, alles. Das ist die Situation von hier, von Joel. Die Ernte ist groß.

[31:39] Ein anderes Beispiel ist natürlich, dass Ernte das Ende der Weltzeit ist, wie wir schon gesagt haben. Die Schnitter sind die Engel. Im Zusammenhang ist interessant, was Markus 4 sagt: Wenn aber die Frucht es zulässt, schickt er sogleich die Sichel hin, denn die Ernte ist da. In dem Zusammenhang sagt auch Jesus, und ein weiterer Engel kam aus dem Tempel davor, der rief mit lauter Stimme dem zu, der aus der Wolke saß, also sagt der Engel zu Jesus: Sende deine Sichel hin und ernte, denn die Stunde des Erntens ist für dich gekommen, weil die Ernte der Erde überreif geworden ist. Hier ist die Idee, dass das Evangelium in die ganze Welt getragen werden muss, nicht wahr? Diese Idee von der Ernte der Menschen, aber gleichzeitig muss das Evangelium, das als Same ausgestreut wird in den Menschen, auch etwas in den Menschen bewirken, oder? Das christliche Leben wird beschrieben als ein Wachstumsprozess, ein Wachstumsprozess. Der Christ fängt an als ein Anfänger und er reift, oder? Er reift. Wenn Jesus wiederkommt, sagt die Bibel, werden die Menschen, die zu ihm gehören, werden reife Christen sein, werden keine grünen Anfänger sein.

[32:41] Könnte es sein, dass es auch solche Heuschrecken gibt, die die Ernte zerstören? Könnte es sein, dass man vielleicht lange Zeit in der Gemeinde ist, aber weil man solchen Heuschrecken sich ausgesetzt hat, am Ende nicht viel übrig geblieben ist von dem, was man eigentlich hätte erwarten können als Ernte? Was ist, wenn man feststellt, man hat viel investiert in einen christlichen Charakter und man hat sich eigentlich gar nicht verändert? Also, ich meine, ist das nur eine theoretische Frage, oder hat das auch was mit der Praxis zu tun? Man ist vielleicht jahrelang, vielleicht jahrzehntelang Glied der Gemeinde, macht überall mit und stellt fest irgendwann: Hey, wenn ich mich mit meiner Taufe vergleiche, bin ich überhaupt gewachsen oder ist irgendwie alles wieder zerstört? Die Ernte, auf die der Landwirt sich so sehr freut, oder, ist zerstört.

[33:56] Was macht Jesus, wenn er sich auf eine Ernte freut und stattdessen sieht man Dürre? Was macht Jesus, wenn er sich freut, dass Evangelium in die ganze Welt getragen wird und er hofft auf eine Ernte, sagen wir mal in Deutschland oder in Stuttgart und das Feld bietet einen betrüblichen Ansicht, Anblick. Größtenteils liegt alles brach, brach, brach, brach, brach, brach.

[34:31] Schaut interessanterweise, was Jesus hier sagt in Jeremia, warum das so sein könnte. Ich will ihnen ganz und gar ein Ende machen, spricht der Herr. Keine Trauben sollen mehr am Weinstock sein, keine Feigen mehr am Feigenbaum und die Blätter sollen verwelken. Was ich ihnen gab, will man von ihnen wegbringen. Also, wer ist der eigentliche Geber der Pflanzen? Gott, oder? Gott hat es ihnen gegeben, sie sollen es kultivieren. Okay, was sagt aber Israel in Hosea? Also Gott sagt über Israel: Ich will auch ihren Weinstock und ihren Feigenbaum verwüsten, von denen sie sagt: Das ist der Lohn, den mir meine Liebhaber gegeben haben. Also Israel war sich nicht ganz sicher, von wem bekommen sie eigentlich diese ganzen Pflanzen? Wer gibt ihnen eigentlich die Fähigkeit, diese Pflanzen wachsen zu lassen? Woher kommt der Regen? Ihr wisst, die Israeliten haben meistens zu welchem Gott gebetet? Zu Baal. Baal, der Gott des Regens. Und haben gedacht, wenn wir zu Baal beten, dann regnet es. Und wenn wir nicht zu Baal beten, dann wird es trocken. Und Gott spielt darauf an.

[35:49] Wisst ihr was Interessantes? Im Buch Joel wird nur die Heuschreckenplage beschrieben, aber keinerlei Sünden benannt. Ihr könnt das ganze Buch Joel durchlesen. Alle anderen Propheten sagen immer: Ihr habt die Götter angebetet, oder? Ihr habt den Sabbat entweiht, ihr habt die Witwen vernachlässigt, ihr habt das und jenes getan. Zack, zack, zack. Die ganzen Listen werden aufgeführt, die ganzen Sünden. Im Buch Joel gar nicht. Das ist quasi zwischen den Zeilen selbstverständlich. Die Heuschrecken sind gekommen und das führt zur Klage.

[36:21] Lesen wir mal Vers 8 bis 12 im größten Zusammenhang. Vers 8 bis 12: Klage wie eine Jungfrau, die mit Sacktuch umgürtet ist, wegen des Bräutigams ihrer Jugend. Speisopfer und Trankopfer sind dem Haus des Herrn entzogen. Es trauern die Priester, die Diener des Herrn. Das Feld ist verheert, der Acker trauert, denn das Korn ist verwüstet, das Obst ist verdorrt, die Ölbäume sind verwelkt. Ja, die Bauern sind enttäuscht, die Winzer jammern wegen des Weizens und der Gerste, denn die Ernte des Feldes ist verloren, der Weinstock ist verdorrt, der Feigenbaum verwelkt, Granatbäume, Palmen und Apfelbäume. Alle Bäume des Feldes sind verdorrt. Ja, den Menschenkindern ist die Freude vergangen.

[37:01] Ihr seht, er ist ein Poet, oder? Überlegt sich alle möglichen Baumarten, die er finden kann, um das zu beschreiben. Also, welche Pflanzen sind betroffen? Alle. Also nicht so, dass die Heuschrecken sagen: Wir mögen nur Apfelbäume. Schau mal, wir haben also Weinberge, Feigenbäume, Kornfelder, egal ob Weizen oder Gerste, Ölbäume, diverse Obstbäume, wir haben sogar Palmen. Werde ich gleich noch mehr dazu sagen. Zu den Palmen. Aber wisst ihr, warum das eigentlich wirklich dramatisch ist? Also, unabhängig davon, dass wenn es nichts zu ernten gibt, gibt es nichts zu essen. Und wenn es nichts zu essen gibt, dann gibt es nichts zu leben. Weil auf Dauer muss man essen, oder? Aber es gibt noch einen Grund. Das Heiligtum war direkt abhängig von der Landwirtschaft. Deswegen heißt es hier so explizit, habe ich das gelesen in Vers 9: Es trauern die Priester, die Diener des Herrn. Ja, warum trauern denn die Priester? Die sind doch gar keine Ackerbauern, oder? Die Priester sind doch extra befreit. Die Priester sitzen doch nicht da und säen aus, oder? Die Priester sitzen doch immer im Tempel. Warum trauern die?

[38:14] Aus einem einfachen Grund. Gerade weil sie nicht selbst aussäen, sind sie abhängig von dem, was die anderen aussäen. Also die Wirtschaft Israels war ganz einfach. Jeder Israelit hat seinen Acker, seine Feigenbäume, seine was weiß ich was. Und er sät aus und er erntet. Und von diesen Ernten geht ein Zehnter und Gaben und verschiedene andere Dinge, Erstlingsfrüchte, an den Tempel. Und davon leben die Priester. Heißt also, jetzt gut zuhören: Wenn es auf dem persönlichen Acker zu Hause nicht reift, ist das Heiligtum in Bedrängnis. Wenn es zu Hause keine Ernte gibt, ist der Zustand im Gottesdienst desolat. Wenn zu Hause die Felder brach liegen, geht es der Gemeinde schlecht. Ein entscheidender Punkt im Buch Joel.

[39:34] Nun, man könnte natürlich zur Zeit Joels in den Gottesdienst kommen und sagen: Warum ist hier so eine traurige Stimmung? Warum machen die Propheten nicht eine lustige Predigt? Warum muntern die das Volk auf? Warum gehen die nicht voran? Das Problem lag nicht bei den Priestern, oder? Das Problem lag nicht bei den Leviten. Das Problem lag nicht bei den Anbetern im Heiligtum. Wo lag das Problem? Das Problem lag, es gab keine Ernte. Nur wenn zu Hause geerntet wurde, konnte von dem, was geerntet wurde, für die Unterstützung des Heiligtums gegeben werden. Keine Ernte zu Hause, keine Unterstützung des Heiligtums. Braucht es da noch eine Erklärung für die Anwendung, oder ist die schon deutlich? Wann immer wir den Eindruck haben, in der Gemeinde müsste es anders laufen, egal ob auf Ortsgemeinde oder höheren Ebene, dann ist der eigentliche Hauptgrund, dass zu Hause die Ernten brach liegen. Weil wenn dort Ernte wäre, könnte von der Ernte zu Hause die Gemeinde unterstützt werden. Diese Abhängigkeit ist ein Schlüsselkonzept hier in Joel 1.

[40:57] Die Priester essen von dem, was gebracht wird. Wisst ihr nicht, dass die Heiligen, die Heiligendienste tun, auch vom Heiligtum essen und dass die, welche im Altar dienen, vom Altar ihren Anteil halten. Nun, versteht mich nicht falsch, es könnte durchaus sein, dass die Heuschrecken auch gekommen sind, weil die Priester gesündigt haben. Die Priester sind nicht schuldlos, aber das Problem ist die Ernte. Ist die Ernte da und ist die Ernte vernichtet?

[41:30] Jetzt können wir springen. Schaut mal in 3. Mose 26, dass eure Kraft sich vergeblich verbraucht und euer Land seinen Ertrag nicht gibt und die Bäume des Landes ihre Früchte nicht bringen. 3. Mose 26 ist was für ein Kapitel? Worum geht es in 3. Mose 26? Segen und Fluch, genau. 5. Mose 28 ist Segen und Fluch. 3. Mose 26 ist das parallele Kapitel, auch Segen und Fluch. Also der Fluch besteht darin, wenn man nicht mit Gott wirklich zusammenlebt, dass man viel investiert und wenig herausbekommt. Viel investiert, also haben die hier ihre, sagt Gott, werdet ihre Kraft verbrauchen, ja oder nein? Sie werden ihre Kraft verbrauchen, aber vergeblich.

[42:30] Das Buch Joel adressiert eine unglaublich praktische Situation, nämlich wenn das Volk Gottes sich anstrengt, es kommt nichts bei rum, strengt sich an, macht, macht, macht nach und es wird alles kaputt gemacht von den Heuschrecken. Man fragt sich warum. 3. Mose 26 gibt einen ersten Eindruck. Jeremia 12 Vers 4: Wie lange soll das Land noch trauern und das Gewächs auf dem ganzen Feld verdorren? Infolge der Bosheit derer, die darin wohnen, werden Vieh und Vögel weggerafft, denn sie sagen: Er wird unsere Ende nicht sehen. Man hat ihn verheert, verwüstet, vertraut er von mir, das ganze Land liegt Wüste, denn niemand nahm es sich zu Herzen. Oder hier Hosea: Freue dich nicht, Israel, wie die Völker frohlocken, denn du bist deinem Gott durch Jucherei untreu geworden, hast gerne Hurenlohn genommen auf allen Korntennen, Tennen und Kelter werden sie dich nicht nähren und der Most wird dich im Stich lassen. Also ihr seht die direkte Beziehung zwischen Abfall von Gott und Erntefeld. Und Gott hat verschiedene Möglichkeiten, mal sendet er Heuschrecken, mal lässt er es nicht regnen, mal vernichtet die Sonne alles, aber die Idee ist immer dieselbe.

[43:47] Übrigens, es gibt noch einen interessanten Grund. Wir hatten jetzt gerade Jeremia und Hosea. Wann hat Jeremia gelebt, vor oder nach dem Exil? Vor dem Exil. Wann hat Hosea gelebt, vor oder nach dem Exil? Vor dem Exil. Wann hat Haggai gelebt, vor oder nach dem Exil? Nach dem Exil. Ihr wisst, nach dem Exil keine Götzen mehr, oder? Sub-Beteiligung, alles ganz ganz streng und kein Abfall mehr, oder? Schaut mal in Haggai. Und an der Stelle, muss ich mal kurz die die Regel aufbrechen, lasst mal euren Finger an Joel, wir gehen mal schnell zu Haggai. Schaut mal, warum auch zur Zeit von Haggai, ihr seht, das Problem kam öfter vor, warum auch zur Zeit von Haggai die Ernten ausblieben.

[44:11] Haggai. Wir sind jetzt schon bei den kleinen Propheten, nicht wahr? Der Haggai ist noch ein bisschen, fast noch kleiner als der Joel. Das drittletzte Buch des Alten Testamentes, leicht zu finden zwischen Zephanja und Sacharja. Haggai, Kapitel 1. Wollen wir rausfinden, warum gab es zur Zeit von Haggai Probleme mit der Ernte? Ja, das ist zur Zeit von Jeremia und Hosea. Probleme mit der Ernte gab es ja logisch. Die haben ja Baal angebetet, nicht wahr? Die sind der Aschera nachgefolgt, die haben Tempelprostitution betrieben. Kein Wunder, dass die Ernten nicht kamen. Aber schaut mal in Haggai 1, Vers 2: So spricht der Herr der Herrscher an: Dieses Volk sagt, es ist noch nicht die Zeit zu kommen, die Zeit um das Haus des Herrn zu bauen. Vers 5: Und nun so spricht der Herr der Herrscher an: Achtet doch aufmerksam auf eure Wege. Ihr seht viel und bringt wenig ein. Ihr esst und werdet doch nicht satt. Ihr trinkt und habt doch nicht genug. Ihr kleidet euch und werdet doch nicht warm. Und wer einen Lohn verdient, der liegt in einem durchlöcherten Beutel. Vers 9: Ihr habt viel erwartet, doch siehe, es wurde wenig daraus und brachtet ihr es heim. So blieb es sich weg. Warum das? So spricht der Herr der Herrscher an: Um meines Hauses willen, das in Trümmern liegt, während jeder von euch eilt, um für sein eigenes Haus zu sorgen. Darum hat der Himmel über euch seinen Tau zurückgehalten und die Erde hat ihren Ertrag zurückgehalten.

[46:01] Also warum? Weil die Israeliten sagen: Tempelbau, tolle Sache, aber jetzt ist noch nicht die Zeit. Da sind wir noch nicht reif dafür. Tempelbau müssen wir machen, keine Frage. Aber gerade ist die Situation so schwierig mit den Königen von Persien. Die sind uns nicht so wohlgesonnen. Machen wir es später. Es ist noch nicht die Zeit dafür. Jetzt noch nicht, jetzt noch nicht, später. Und Gott sagt, weil ihr die Dinge, die auf der Hand liegen, rausschiebt, nur weil es Schwierigkeiten gibt und euch von den Schwierigkeiten entmutigen lasst und sagt: Hast du schwer, können wir jetzt noch nicht. Später kommt vielleicht eine bessere Zeit, dann machen wir es. Deswegen habt ihr keine Ernte. Hat das den Leuten damals gefallen? Wahrscheinlich nicht. Weil das war so angenehm. Das war so angenehm zu sagen, wir machen das später zu einer genehmeren Zeit, weil in der jetzigen Zeit konnte man sich um das eigene Haus kümmern, konnte sich um das eigene Haus kümmern und wir uns, wenn wir von etwas überzeugt sind, dass es getan werden muss und sagen: Jetzt ist noch nicht die Zeit, jetzt noch nicht die Zeit, weil wir unbedingt erst unsere eigenen Dinge tun möchten, dann dürfen wir uns nicht wundern, wenn die Ernte, die wir erwarten, ausbleibt.

[47:38] Nun, springen. Ich habe gesagt, wisst ihr eigentlich, dass wie viele Heuschreckenarten essen gerne Palmen? Wusstet ihr das? Gar keine. Mit anderen Worten, wenn sogar die Palmen abgefressen sind, dann ist es wirklich übel. Dann gab es nichts anderes mehr. Dann ist alles andere, was essbar war, schon verschwunden. Also das ist quasi so, das ist die Methode, mit der Joel sagt, die haben wirklich alles mitgenommen. Alles, alles, alles, alles, alles, alles. Naja.

[48:03] Wusstet ihr eigentlich, dass Erntezeit Freudezeit ist? Ihr werdet sagen: Christopher, du bist mit deiner Predigt ein halbes Jahr zu früh oder zu spät. Erntezeit ist auch im Herbst, oder? Im Oktober ist auch Erntedank. Ja, in Deutschland, aber nicht in Palästina. Wisst ihr, wann in Palästina Erntezeit ist? Im April. Da geht die Ernte los. Passa. Passa ist das erste Erntefest quasi. Also jetzt gerade ist in Palästina Erntezeit. Und Erntezeit sollte eigentlich eine freudige Zeit sein. Sie werden sich vor dir freuen, wie man sich in der Ernte freut. Und wenn man zum Tempel kommt, sollte das eine freudige Sache sein. Ihr sollt dort von dem Herrn, eurem Gott, essen und fröhlich sein. Aber stattdessen beschreibt Joel eine Erntezeit, in der alle weinen, weinen, weinen, weinen. Und damit er die Art des Weinens besser beschreibt, sagt er: Klage wie eine Jungfrau, die umgürtet ist wegen des Bräutigams ihrer Jugend.

[49:07] Also versuchen wir mal, die Emotionen festzustellen. Also der Joel hat eine Emotion und er versucht, diese Emotion zu beschreiben. Er sagt: Stellt euch vor, eine junge Frau ist verliebt. Könnt ihr euch das vorstellen? Eine junge Frau ist verliebt und hat jemand gefunden, der sie auch liebt. Und sie planen zu heiraten. Und das Kleid ist gekauft. Hochzeitsdatum ist gesetzt. Der Pastor, der sie trauen soll, ist gefunden. Die Hochzeitsreise ist geplant. Mit welchen Emotionen geht da so ein junges Mädchen in die bevorstehenden Hochzeitsvorbereitungen? Kann man gar nicht ein Wort erfassen. Und drei Tage vor der Hochzeit bekommt er einen Anruf von der Verkehrspolizei. So und so hat er einen tödlichen Unfall gehabt. Er ist von einem Laster erfasst worden, sofort tot. Man konnte nicht mal mehr sich von ihm verabschieden.

[50:21] Braucht man gar keine Worte finden, oder? Und Joel sagt, das wäre die angemessene Trauer. Ich hoffe, niemand von uns hat so etwas erlebt. Aber vielleicht hat er einen oder andere wirklich schweren Verlust erlebt. Und das ist keine Sache, wo man mal ein paar Minuten weint und dann tut man sich die Augen auswischen und geht wieder weiter, oder? Das ist wirklich, das erfasst einen.

[50:55] Aber ich stelle mir die Frage, wenn wir in geistlichen Dingen Niederlagen erleben, wenn wir in geistlichen Dingen enttäuscht sind, sind wir dann auch wirklich traurig? Was wäre, wenn die junge Braut sagt: Oh, das ist wirklich traurig, ja. Schade. Das wäre doch merkwürdig, oder? Wäre das merkwürdig?

[51:24] Glaubt ihr nicht auch, dass die Engel es ein bisschen merkwürdig finden, wenn wir im Gottesdienst singen: Herr, wir lieben dich von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüt. Wir warten auf das Hochzeitsfest des Lammes und dann hören wir von Krisen und Konflikten in der Gemeinde oder von dir oder jenes. Wir hören davon, wie die Menschen den Glauben verlassen und wir sagen: Ja, schade. Schade.

[51:57] Klage wie eine Jungfrau. Warum klagt sie so? Weil man sie aufgetragen hat? Weil man ihr gesagt hat: Jetzt klagt mal richtig? War noch nicht lang genug? Warum klagt sie? Hilf mir, warum klagt sie? Warum weint sie und weint sie und weint sie und will sich nicht trösten lassen? Warum? Weil sie ihn geliebt hat. Sie hat ihn von Herzen geliebt und sie wünscht sich nichts weiter, als dass er wieder da ist, oder? Was wäre, wenn Jesus dich heute verlassen würde? Würdest du es überhaupt merken? Würdest du weinen, weinen, weinen, weinen, weinen, weinen, weil du ihn so sehr liebst und nicht ohne ihn kannst? Trauerst du?

[52:39] Wusstet ihr, dass im Neuen Testament davon gesprochen wird? Naht euch zu Gott, so naht er sich euch. Reinigt die Hände, ihr Sünder und heiligt eure Herzen, ihr geteilten Herzens. Seid, fühlt euer Elend, trauert und heult. Fühlt euer Elend. Das soll ein Gefühl sein. Euer Lachen verwandelt sich in Trauer und eure Freude in Niedergeschlagenheit.

[52:55] Und so kommt es zum Aufruf in Joel 1, Vers 13 und 14: Umgürtet euch und klagt, ihr Priester, jammert, ihr Diener des Altars. Kommt und her und verbringt die Nacht im Sacktuch, ihr Diener meines Gottes. Denn Speisopfer und Trankopfer sind im Haus eures Gottes entzogen. Heiligt ein Fasten, beruft eine allgemeine Versammlung, versammelt die Ältesten, alle Bewohner des Landes zum Haus des Herrn eures Gottes und schreit zum Herrn.

[53:22] Also, was sollen sie tun? Sie sollen klagen, im Sacktuch, also nicht in feinster Kleidung, sondern in echter Demutshaltung, in Fastenhaltung. Sie sollen fasten, sie sollen intensiv beten. Wer soll das tun? Wer soll beten für die Gemeinde? Wer soll beten für die Ernte? Alle, angefangen bei den Priestern, sollen alle zusammenkommen.

[53:48] Das wird eine Sache, die im Buch Joel immer und immer wieder betont wird. Nicht drei, vier Leute, die die Gabe des Gebetes haben, sondern kommt zusammen, ruft eine allgemeine Versammlung an. Im zweiten Kapitel, wenn wir später mal sehen, wie das noch deutlicher beschrieben wird. Die Ältesten und die Bewohner, alle zusammen, so wie in Vers 2. Habt ihr das gehört, die Ältesten? Habt ihr das vernommen, ihr Bewohner? Alle sollen zusammenkommen und wohin sollen sie kommen? Wo sollen sie sich versammeln? Im Heiligtum.

[54:13] Joel ruft angesichts der Krisen seiner Zeit alle, die Jungen und die Alten, die Erfahrenen, die Unerfahrenen, zusammen zum Gebet, zur gemeinsamen Klage, zum gemeinsamen Ringen mit Gott ans Heiligtum. Kennt ihr Menschen, die in der Not gefastet haben? Fallen euch da Leute ein? Wer hat in der Not gefastet, als es wirklich aufs Messerschneide stand? Wer hat angefangen zu fasten? Ja, die Leute von dem Weg, genau. Daniel hat gefastet, oder? Jesus in der Wüste. Ahab, ganz genau, sehr gut. Ahab. Esra, ja. Nehemia, also ich habe ein paar aufgeschrieben, es gibt sicherlich mehr. David hat gefastet, Daniel hat gefastet, Esther, Esther hat gefastet, genau, Nehemia, Ahab.

[55:06] In der Zeit von Josaphat, ihr kennt vielleicht die Geschichte von Josaphat, die werden wir mal einige Monate später aufgreifen hier. Da heißt es: Es geschah danach, da kamen die Moabiter und die Ammoniter mit ihnen und andere neben den Ammonitern, um Josaphat zu bekämpfen. Da fürchtete sich Josaphat und richtete sein Angesicht darauf, den Herrn zu suchen und er ließ in ganz Juda ein Fasten aussuchen und Juda kam zusammen, um von den Herren Hilfe zu erbitten. Auch aus allen Städten Judas kamen sie, um den Herrn zu suchen. Da ist dieser Aufruf ausgegangen: Lasst uns alle zusammenkommen, zusammenbeten, zusammenfasten, zusammenringen, bis sich etwas ändert. Die Ernte darf nicht brach liegen.

[55:48] Zur Zeit Jonas, jemand hat schon gesagt, Ninive nicht, oder? Wer lebte Ninive? Wer lebte Ninive? Wie hießen die? Ja, die hießen Niniviten, genau. Wie hieß das Volk, das Ninive lebte? Waren das Israeliten? Keine Israeliten, das waren Heiden, das waren Assyrer. Die waren ungefähr so eine Mischung aus Nordkoreanern und IS-Terroristen. Böse Menschen, grausame Menschen. Wisst ihr, was die gemacht haben, als sie gehört haben: Eure Stadt wird vernichtet in 40 Tagen? Mit Mann und Maus, buchstäblich Menschen und Tiere wurden angeordnet zu fasten. Also, ich weiß nicht, ob das mit dem Tierefasten so sinnvoll war, aber sie waren ja Heiden, die wussten ja nichts Besseres. Die haben gesagt: Okay, wir fasten alle, gebt den Tieren kein Futter. Die haben Tiere, die wussten gar nicht, was geschieht. Sogar die Tiere haben sie ins Sacktuch gekleidet. Sondern Menschen und Vieh sollen sich ins Sacktuch hüllen, mit aller Kraft zu Gott rufen und sollen umkehren, jeder von seinem bösen Weg.

[56:50] Wisst ihr, was interessant ist? Ein Prophet geht nach Ninive und sagt: Eure Stadt wird zerstört werden. Gerichtsbotschaft, Tag des Herrn. Was machen die Heiden, die vorher den Leuten, die Kinder sind, da kann ich nichts sagen, aber geht mal ins Museum, schaut, was die Assyrer mit ihren Feinden gemacht haben. Grausam. Diese Assyrer sagen: Was? Lasst uns beten, lasst uns beten, lasst uns alle zusammenkommen. Wir beten zum Gott des Himmels. Zur gleichen Zeit, ein Prophet nach dem anderen kommt zu Israel, zum Volk Gottes, ans Heiligtum und sagt: Der Tag des Herrn ist nahe. Ihr werdet vernichtet werden. Jerusalem wird zerstört werden. Was machen die Propheten? Also, was macht das Volk? So schlimm kann es ja nicht sein. Steht jetzt schon seit einigen Jahrhunderten. Die Stadt hier wird auch weiter so gehen. Wir wursteln einfach so weiter. Interessant.

[57:35] Wird der Ruf von Joel vernommen werden? Wisst ihr, in Joel geht es nicht nur um Heuschrecken. Es geht um mehr als um Heuschrecken. Lasst mich dazu kurz etwas erklären. Wer hat schon mal diesen Begriff gehört? Klassische Prophetie. Klassische Prophetie bedeutet, ein Prophet sagt etwas und es gilt zweimal. Einmal für seine eigene Zeit und einmal am Ende der Zeit. Klassisches Beispiel Matthäus 24. Jesus sagt verschiedene Zeichen in Matthäus 24 und die gelten alle für die Zerstörung von Jerusalem. Diese erste Erfüllung der Typos ist lokal in Palästina. Ein buchstäbliches Jerusalem wird buchstäblich vernichtet werden und die Leute damals mussten in buchstäbliche Berge fliehen, weil ein Zeichen auf die buchstäbliche heilige Städte gestellt wurde. Am Ende der Zeit wird sich das wiederholen, aber nicht lokal in Palästina und nicht nur mit einigen wenigen Leuten, sondern symbolisch weltweit. Die Idee logisch. Also, da gibt es eine Prophetie, die hat einmal eine lokale Anwendung und dann noch mal eine weltweite. Und diese Art von Prophetie ist fast in der ganzen Bibel verbreitet, bis auf zwei berühmte Ausnahmen.

[58:56] Und die nennt man klassische, Verzeihung, apokalyptische Prophetie. Apokalyptische Prophetie ist, wenn der Prophet sagt: Erst kommt das Weltreich und dann kommt das Weltreich und dann kommt das Weltreich und dann kommt das und kommt die Zeit prophezeit und dann kommt das kleine Horn. Welche Propheten machen das? Daniel und Offenbarung, oder? Das sind die beiden einzigen. Die geben nicht ein Ereignis mit zwei Bedeutungen, sondern die geben eine Kette von Ereignissen, quasi eine Geschichte, eine Weltgeschichte. Das machen aber im Wesentlichen nur Daniel und Offenbarung. Und dort gibt es keine Doppelerfüllung. Aber bei den klassischen Propheten wie Joel und Jesaja und Jeremia gibt es solche Doppelerfüllung.

[59:29] Und deswegen ist der Tag des Herrn bei Joel zwei Dinge. Es ist eine Heuschreckenplage bei Joel, die ganz real wohl so stattgefunden hat. Aber gleichzeitig sagt uns diese Heuschreckenplage etwas über den Tag des Herrn, über das Ende der Welt. In Jeremia 30 heißt es: Denn groß ist dieser Tag, keiner ist ihm gleich. In Daniel 12 heißt es: Denn es wird eine Zeit der Drangsal sein, wie es noch keine gab, seitdem es Völker gibt, bis zu dieser Zeit. Seht ihr, dass eine ähnliche Sprache verwendet wird? Sowas hat es noch nie gegeben und wird es auch nie wieder geben. Das Buch Joel spricht durch die Heuschreckenplage von dieser Zeit.

[1:00:13] Wisst ihr sogar, dass die Bibel sagt, dass der Tag des Herrn unterschätzt wird? Schaut mal hier in Amos 5: Wehe denen, die den Tag des Herrn herbei wünschen. Was soll der Tag des Herrn? Der Amos sagt: Wenn Leute sagen: Oh, ich freue mich auf den Tag des Herrn, ich kann ihn kaum erwarten, ich wünsche, dass er bald da ist. Er sagt Amos: Hey, wisst ihr eigentlich, wovon ihr redet? Wisst ihr, wovon ihr redet? Es ist ein Tag der Finsternis und nicht Licht. Und so wie damals die die Menschen geheult haben und heulen sollten wegen der Heuschreckenplage, sagte Jakobus: Wohlan nun ihr Reichen, am Ende der Zeit, weint und heult über das Elend, das über euch kommt. Und ihr kennt den Vers in Offenbarung 6 Vers 17, ganz am Ende in der in der Plagenzeit: Denn der große Tag seines Zorns ist gekommen und wer kann bestehen?

[1:01:05] Übrigens, wisst ihr, dass Ellen White genau so über Joel 1 spricht, hier im Großen Kampf? Da sagt sie: Die Propheten schildern, sie schreibt die vierte Plage, nicht wahr, als die Menschen dann versenkt werden von der von der Sonne und dann sagt sie: Die Propheten schildern den Zustand der Erde zu dieser schrecklichen Zeit mit folgenden Worten und dann zitiert sie Joel 1. Was wir gelesen haben und lesen in Joel 1, ist eine Beschreibung dessen, was während der Plagen passieren wird, wird alles zerstört werden. Genauso hier in Patriarchen, Propheten und Könige, in Gesichten über den kurzen Gerichtstag erhielten die geisterfüllten Boten des Herrn kurz Einblicke in die Bestürzung derer, die nicht bereit sind, ihrem Herrn in Frieden zu begegnen und da wird wieder genau beschrieben, Joel 1, die Ernte ist vernichtet. Oder hier in Erziehung, nur die Bibel, wirklich nur sie vermittelt uns die richtige Sicht der letzten Dinge, die bereits ihre Schatten vorauswerfen, wie der Joel 1 zitiert.

[1:01:56] Also Joel 1 beschreibt zwar eine Heuschreckenplage irgendwann, wir wissen nicht wann, aber sie beschreibt auch das Ende der Zeit. Lesen wir die letzten Verse und dann sind wir zum Schluss gekommen, Vers 16 bis 20. Ist nicht unsere Augen, das ist genau das, was Ellen White jetzt im Großen Kampf hier zitiert. Ist nicht vor unseren Augen die Nahrung weggenommen worden, Freude und Frohlocken vor dem Haus unseres Gottes, verdorben sind die Samenkörner unter den Scheunen, die Speicher stehen leer, die Scheunen zerfallen, ja das Korn ist verwellt, man kann sich das nicht bildlich vorstellen, oder? Oh wie seufzt das Vieh, wie sind die Rinderherden verstört, weil sie keine Weide haben, auch die Schafherden gehen zugrunde. Zu dir, oh Herr, will ich rufen, denn das Feuer hat die Aue in der Steppe verzerrt und die Flamme hat alle Bäume des offenen Feldes versenkt, auch die Tiere des Feldes lächzen nach dir, weil die Wasserbäche vertrocknet sind und das Feuer die Auen der Steppe verzerrt hat. Es wirkt sich auf die Tiere aus und in Römer 8, Vers 22 heißt es: Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung mit seufzt.

[1:03:00] Ihr Lieben, lasst diesen Punkt nicht an euch vorbeigehen. Wenn die Ernte zusammenbricht, leiden nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere, die von den Menschen abhängig sind. Wenn es zu Hause keine Ernte gibt, leidet nicht nur die Gemeinde, sondern es leiden auch alle, die abhängig sind von denen, die die Ernte hätten einführen sollen. Andere sind mit betroffen, die gar nichts dafür können. Wenn es keine Ernte gibt, leiden alle.

[1:03:42] Die Tiere lächzen nach dir. Ist das nicht eine schöne, ein interessanter Vers hier in Hiob 38? Wer verschafft dem Raben seine Speise, wenn seine Jungen zu Gott schreien? Habt ihr schon mal Raben schreien hören? Wusstet ihr, dass die Bibel sagt, wenn die Raben schreien, schreien sie zu Gott? Also das steht nicht, dass die dann buchstäblich denken: Gott, höre uns, aber sie schreien. Zu wem schreien sie dann? Schlussendlich schreien sie zu Gott. Genauso in Psalm. Die jungen Löwen brüllen nach Raub und suchen ihre Nahrung von Gott. Also in dieser Krise wissen die Tiere, an wen sie sich wenden sollen, oder? Wird Gott ihr Gebet hören? Dieser wunderbare Psalmvers, Psalm 145, Vers 15: Alle Augen warten auf dich und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. So finden wir das in den Psalmen, wir finden das in Hiob, in den Sprüchen, dass die Tiere zu Gott rufen und Gott erhört sie.

[1:04:35] Und mitten in dieses Bild hinein ruft Joel eine ganz persönliche Bitte. Zu dir, oh Herr, will ich rufen. Joel 1, Vers 19. Ihr Lieben, was machst du in der Not? Was machst du, wenn die Heuschrecken mehrmals in dein Leben gekommen sind? Wenn sie einmal gekommen sind, kann man sagen: Schicksal, nicht wahr? Muss jeder mal durch. Aber wenn man immer wieder gegen die Wand fährt und denkt: Das kann doch nicht sein, was ist los? Was machst du dann? Schmeißt du hin und sagst: Es hat ja eh nicht funktioniert. Gott hat versprochen, dass ich, wenn ich mich anstrenge, gibt es eine Ernte und jetzt, er hat sein Wort nicht gehalten. Gibst du auf, zürnst du Gott oder betest du zu ihm, obwohl alles brach liegt? Wir denken immer, wir müssen zu Gott beten. Wir haben immer den Drang, zu Gott zu beten, wenn es uns gut geht. Ihr denkt jetzt: Nein, nein, nein, das stimmt nicht. Wir beten zu Gott, wenn es uns schlecht geht. Ja, das gilt vielleicht auch für einige Menschen. Aber wenn Gott uns segnet, wenn Gott uns mit Segen überschüttet, wenn wir seine deutliche Führung sehen, dann danken wir ihm gerne. Aber wenn wir uns enttäuscht fühlen, wenn wir das Gefühl haben, all unsere Mühe war umsonst, wie viele sind dann verbittert? Aber Joel ruft zu dir, will ich rufen.

[1:06:17] Ihr kennt die Verse, die auf die Endzeit eine Bedeutung haben: Rufe mich an, wann? Am Tag der Not, so will ich dich erretten und du sollst mir Ehre bringen. Wenn wir das Gefühl haben, jetzt bringt beten auch nichts mehr, dann ist das Gebet genau im richtigen Platz. Wenn wir nicht so fühlen, als ob wir beten wollen, dann ist die beste Zeit zum Beten. Ruft er mich an, so will ich ihn erhören. Ich bin, ich bin bei ihm in der Not. Ich will ihn befreien und zu Ehre bringen. Könnt ihr mir sagen, worum geht es im Psalm 91, wo es heißt: Ich bin bei ihm in der Not? Welche Not wird im Psalm 91 beschrieben? Weiß es jemand? Die Plagenzeit. Und so möchten wir heute schließen mit einem letzten Vers, auch aus einem kleinen Propheten und zwar von Habakuk.

[1:07:05] Habakuk sagt in Habakuk 3: Denn der Feigenbaum im Zuge der Wiederkunft und im Zuge der Plagen, denn der Feigenbaum wird nicht ausschlagen und der Weinstock keinen Ertrag geben. Die Frucht des Ölbaums wird trügen und die Felder werden keine Nahrung liefern. Die Schafe werden aus den Hürden gezirrt und kein Rind wird mehr in den Ställen sein. Er beschreibt poetisch mit seinen Mitteln.

[1:07:35] mit den Worten, die er kannte, wie am Ende alles, was wir kennen, was an Wirtschaft, an Zusammenleben, an Menschlichkeit übrig bleibt, alles zerstört sein wird. Und Habakuk sagt in dieser Zeit, kurz bevor Jesus wiederkommt, wenn es keine Ernte mehr so geben wird, wenn alles zerbrochen ist, sagt er: "Ich aber will mich freuen in dem Herrn und frohlocken über den Gott meines Heils."

[1:08:07] Das Bild von einem Propheten, der inmitten der Dürre, inmitten der Katastrophe, wenn alles den Bach runtergeht, sagen kann: "Aber ich freue mich in dem Herrn", weil er zu Gott gebetet hat, weil er an Gott festgehalten hat und weil Gott der Gott seines Heils ist. Man könnte viel darüber spekulieren, was in unserem persönlichen Leben oder in unserer Gemeinde oder sonst wo die Heuschrecken sind, die drohen, alles kahl zu fressen. Wir werden mehr darüber sprechen, wenn wir das zweite Kapitel anschauen. Aber wir haben heute ein paar wenige Dinge deutlich gesehen.

[1:08:42] Die Ernte spielt eine entscheidende Rolle am Ende der Zeit. Wir haben gesehen, dass, wenn in unserem persönlichen Leben keine Ernte da ist, hat das direkten Einfluss auf die Gemeinde. Aber wir müssen nicht erst warten, bis irgendwann vielleicht doch wieder eine Ernte wächst, um zu Gott zu kommen. Inmitten der brachliegenden Felder, inmitten der Krise, inmitten der Enttäuschung, inmitten der Frustration, inmitten der Langeweile, was immer die Emotionen sind, die man vielleicht geistlich gerade hat, kann man zu Gott kommen, wie man ist und zu ihm beten.

[1:09:33] Und wenn das geschieht und wenn das alle machen, zusammenkommen, das kann ich euch nicht verraten, kommt in Kapitel 2, dann wird Gott antworten. Aber mehr davon das nächste Mal. Wir beten. Lieber Vater im Himmel, wir haben heute begonnen, das Buch Joel etwas genau unter die Lupe zu nehmen. Und fürwahr, das erste Kapitel ist wirklich fast schon deprimierend in seiner bildlichen Beschreibung der Katastrophe. Aber Herr, jedes deiner Worte ist heilsam, denn sie zeigen uns in Joel 1, dass es nicht gut ist, oberflächlich die Probleme zu betrachten.

[1:10:29] Joel 1 lehrt uns, wie gravierend die Angriffe Satans in unserem Leben sein können, welche weitreichenden Konsequenzen sie haben. Und Herr, wir bitten dich von ganzem Herzen, dass du uns in unserem persönlichen Leben offenbarst, wo bei uns die Heuschrecken fliegen, wo bei uns vielleicht wir ganz sicher auf Ernte hoffen und in Wirklichkeit schon viel abgenagt ist, damit wir erkennen, wie wichtig es ist, zusammenzukommen und zu beten und zu ringen im Gebet.

[1:11:04] Herr, schenk uns echte Liebe zu dir so tief, dass, wenn so etwas passiert, wie es in Joel passiert, wir auch wirklich klagen und weinen aus tiefstem Herzen. Und nicht nur, weil das ein religiöses Programm ist. Wir wollen unsere Herzen zerreißen und nicht unsere Kleider, wie es später in Joel 2 heißt. Und ich bitte, dass du eingreifst. Denn das, was in unserem Leben oft passiert, was in der Endzeit passieren wird, ist größer, so groß, dass wir es nicht selbst lösen können. Aber du kannst. Und so wie wir sind, wo wir zu dir kommen. Und ich bitte um Erweckung und Reformation von ganzem Herzen. Amen.


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