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In dieser Predigt über das Buch Joel, Kapitel 2, wird die Bedeutung des „Stoßt in das Horn“ beleuchtet. Christopher Kramp erklärt die symbolische Bedeutung des Schofarhorns als Warnruf und die dramatischen Beschreibungen des „Tages des Herrn“ als eine Zeit der Verwüstung, die mit einer Heuschreckenplage verglichen wird. Die Predigt betont die Notwendigkeit der Umkehr und der völligen Herzensumkehr angesichts dieser bevorstehenden Ereignisse und ruft die Gemeinde zu gemeinsamer Buße, Gebet und Heiligung auf.

In dieser Predigtserie über das Buch Joel wird das zweite Kapitel unter dem Thema „Stoßt in das Horn“ behandelt. Christopher Kramp erklärt die Bedeutung des Schofarhorns als Warnsignal und die dramatische Beschreibung des Tages des Herrn als eine unaufhaltsame Katastrophe, die mit einer Heuschreckenplage verglichen wird. Die Predigt beleuchtet die Notwendigkeit der Umkehr, der Herzensdemut und der aktiven Buße, um sich auf Gottes Gericht vorzubereiten. Es wird betont, dass Gott auch in der größten Not eingreift und dass seine Gnade die Sünde übersteigt.


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Serie: Das Buch Joel (Predigtserie)

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Transkript

[0:58] Herzlich willkommen, gesegneten Sabbat! Schön, dass wir heute weitermachen können mit dem Buch Joel. Wer von euch war bei der ersten Predigt bei Joel 1 nicht dabei? Okay. Also, wie wir das diesmal machen werden hier bei dieser Joel-Reihe ist, wir werden die Bibel benutzen, wir werden sie aufschlagen, auch wenn wir hier eine Präsentation haben. Die Verse in Joel sind nicht an der Präsentation, sondern die lesen wir gemeinsam, aber alle Parallelverse und Bilder und Erklärungen sind dann an der Leinwand.

[1:32] Heute wollen wir uns dem Kapitel 2 zuwenden. Und das Kapitel 2 ist etwas länger, deswegen habe ich gedacht, dass wir es teilen. So machen wir heute Teil 1 und nächste Woche haben wir schon wieder das Vergnügen, nächste Woche dann Teil 2. Heißt also, wenn ihr nächste Woche was anderes vorhabt, einfach canceln und nächste Woche hier da sein. Wenn es nicht zu canceln ist, sonst bewerbe ich meine Predigt nicht, aber dann schaut euch wenigstens diese zweite Predigt dann auf Joel Media an oder so, weil das gehört eigentlich so ein bisschen zusammen. Aber dann müssen wir nicht alles so reinpressen und nicht so eilen.

[2:08] Und ich dachte mir, es wäre vielleicht ganz gut, wenn alle, die das letzte Mal nicht da waren, so einen ganz, ganz, ganz kurzen Überblick bekommen, was wir letztes Mal gemacht haben. Und dazu machen wir ein kleines Quiz. Ein paar kurze Fragen. Und alle, die ihr da gewesen seid, könnt es hoffentlich noch beantworten. Weiß jemand, welcher biblische Name hat eine ähnliche Bedeutung wie Joel? Weiß es jemand noch? Welcher biblische Name hat eine ähnliche Bedeutung wie Joel? Nein? Elia, genau, Elia. Weil Joel heißt, Jahwe ist Gott und Elia heißt, Gott ist Jahwe. Ganz genau haben wir damals gelernt.

[2:49] Weiß jemand noch, wann Joel gelebt hat? Wir wissen es nicht. Aber ich bin jetzt die Tage im Auto gefahren und ich höre immer Ellen White im Auto. Und als ich so fuhr, habe ich plötzlich so nochmal auf zurückgeschaltet, weil ich im Andachtsbuch Maranatha einen Hinweis gefunden habe, wann Joel gelebt hat. Also wie gesagt, die Bibel sagt nichts darüber. Und die Theologen haben keine Ahnung. Aber Ellen White sagt hier in Maranatha 150, die Beschreibung dieses Ereignisses, der schwarze Tag von 1780, wie sie vor den Augenzeugen gegeben wurde, ist wie ein Echo der Worte des Herrn, die von dem Propheten Joel aufgeschrieben wurden, 2.500 Jahre vor ihrer Erfüllung. Also dachte ich mir, kann man es doch ein bisschen wissen. Man kann nämlich von 1780 2.500 Jahre zurückrechnen. Dann kommt man ungefähr, wohin? Ungefähr, ungefähr, ungefähr so 1800 minus 2.500. Ungefähr 700. Also sind wir jetzt allen Theologen einen Schritt voraus, weil wir Ellen White kennen. Ich wusste gar nicht, dass sie in dem Andachtsbuch etwas überschreibt. Aber jetzt können wir es also ungefähr so auf 700 eingrenzen, aber natürlich nicht ganz genau.

[3:56] Im Buch Joel wird Israel angegriffen. Es gibt eine Invasion. Wer waren nochmal die Angreifer? Die Heuschrecken. Und wie oft sind die Heuschrecken gekommen? Viermal. Sehr gut. Die Heuschrecken kamen. Und was ging dabei verloren? Alles, genau. Die Ernte. Ihr könnt euch erinnern, wie beschrieben wird, wie die Bäume alle verwelkt sind und die Früchte nicht gegeben werden und die Weingärtner sich beschweren und heulen und klagen. Und wer war neben den Bauern ganz besonders auch betroffen? Wisst ihr das noch? Wer in Joel 1 besonders angesprochen wird, dass er klagen soll, weil sie so betroffen sind davon? Die Priester, genau. Weil wir haben gelernt, dass wenn die Ernte ausfällt, gibt es nichts, womit man opfern kann und die Priester unterstützen kann. Der ganze Gottesdienst bricht zusammen. Die Gemeinde bricht zusammen, der Gottesdienst der Gemeinde, wenn es zu Hause auf den Feldern keine Ernte gibt. Könnt ihr euch daran erinnern, diese Idee?

[4:56] Und dann haben wir gelernt, dass das, was Joel sagt, für seine Zeit gilt, aber es auch eine Anwendung für die Zukunft gibt. Könnt ihr euch erinnern, wie man das nennt, wenn eine Prophetie eine Anwendung für den Propheten hat, also für die Zeit des Propheten, und dann noch einmal eine zweite Anwendung am Ende der Zeit. Wie nennt man das? In der Prophetie nennt man das, haben wir gelernt, klassische Prophetie. Könnt ihr euch daran erinnern? Klassische Prophetie. Das Gegenteil war apokalyptische Prophetie, wo die Weltreiche alle aufeinander folgen, wo es keine Doppelerfüllung gibt, sondern wo es wie eine Linie, wie eine Kette durchgeht. Wir hatten heute in der Lektion auch eine klassische Prophetie. Hat euch das aufgefallen? In Matthäus 24, da geht es um die Zerstörung Jerusalems und um das Ende der Welt. Genau das Gleiche auch mit Joel. Also das als kurze Zusammenfassung, worum es in Joel 1 ging.

[5:50] Bevor wir jetzt beginnen mit dem zweiten Kapitel, möchte ich uns gemeinsam einladen, dass wir niederknien und um Gottes Führung und Geist bitten.

[6:09] Lieber Vater im Himmel, es sind deine Worte, die wir jetzt lesen wollen. Deine Worte, die wir studieren wollen und es sind deine Worte, die in unserem Herz etwas bewirken wollen. Und so können wir nicht auf menschliche Kraft und menschliche Weisheit bauen, sondern wir müssen uns ganz dir anvertrauen. Wir möchten dich jetzt bitten, dass du unser Lehrer bist, dass deine Worte ihre Macht und Wirkung entfalten in unserem persönlichen Leben, selbst dann, wenn es uns vielleicht unangenehm berühren wird. Schenke uns Weisheit, schenke uns deinen Heiligen Geist und hilf uns, dein Wort so zu verstehen, wie du es gemeint hast. Im Namen Jesu. Amen.

[7:00] Nun, unser Thema heute ist: Stoßt in das Horn. Passend zur Kindergeschichte. Und wir wollen gleich beginnen in Joel Kapitel 2 mit dem Vers, den gerade auch die Kinder gehört haben. Und wenn sie noch da sind, könnt ihr euch jetzt gleich erinnern, wie das klang und wie das ausgesehen hat.

[7:19] Stoßt in das Schofarhorn in Zion und blast Lärm auf meinem heiligen Berg, dass alle Bewohner des Landes erzittern, denn der Tag des Herrn kommt. Ja, er ist nah. Ihr habt gerade schon gesehen, wie so ein Schofarhorn aussieht. Es gibt verschiedene Varianten. Es gibt auch die längeren, die mehrfach gewunden sind. Die klingen alle ungefähr ähnlich. Man kann sogar tatsächlich, wenn man lange übt, mehrere Töne rauskriegen. Aber das klingt dann auch nicht unbedingt schöner, sondern nur noch erschreckender. Und diese Idee von dem Schofarhorn selbst ist natürlich sehr interessant. Ein lauter Ruf soll gegeben werden, etwas Durchdringendes. Diese Botschaft ist kein Flüsterton. Ihr kennt vielleicht die Aussage von Paulus im Korinther: Wir sollen der Posaune einen deutlichen Ton geben.

[8:09] Und interessant ist, dass Ellen White diesen Vers hier benutzt im Zusammenhang mit der Mission, nur das ganz kurz angesprochen. Ellen White schreibt hier: Diesbezüglich habe ich an die Aktivität der Adventgläubigen in 1843 und 1844 denken müssen. Zu jener Zeit gab es viel Haus-zu-Haus-Besuche und unermüdliche Bemühungen, um die Menschen vor den Dingen zu warnen, die im Gotteswort genannt sind. Ihr kennt vielleicht ein bisschen von der Miller-Bewegung. Wie sehr die sich bemüht haben und wie sehr die Botschaft damals durch die Welt ging. Jetzt sagt sie, wir sollten sogar was? Größere Anstrengungen unternehmen als jene, die so treu die erste Engelsbotschaft verkündigt haben. Wir nähern uns schnell dem Ende dieser Weltgeschichte. Und da wir erkennen, dass Jesus tatsächlich bald kommt, Stichwort heute Sabbatsschule, sollten wir aufgeweckt werden, um zu arbeiten wie nie zuvor. Wir sind gebeten worden, Lärm zu blasen vor den Menschen. Und dieses Lärmblasen kommt direkt aus Joel 2, Vers 1. Ich war blast, Lärm auf meinem heiligen Berg. Und zur Bemühung sollten laut und durchdringend sein. Und die Frage, die jeder sich stellen muss, ist natürlich, sind meine Bemühungen laut und durchdringend? Blase ich das Schofarhorn oder eine kleine Flöte? Gott hat uns nicht aufgerufen, in dieser letzten Zeit Flöte zu spielen, sondern das Schofarhorn, laut und durchdringend.

[9:36] In 4. Mose wird uns gesagt, warum man mit den Trompeten Lärm blasen soll. Es heißt hier: Und wenn ihr in die Schlacht zieht in eurem Land gegen euren Feind, der euch bedrängt, so sollt ihr Lärm blasen mit den Trompeten. Warum? Damit an euch gedacht wird vor dem Herrn, eurem Gott, und ihr von euren Feinden errettet werdet. Ist die Endzeit auch eine Schlacht? Ist das auch eine Auseinandersetzung? Ist das ein Kampf? Ist das eine Situation, wo wir Rettung vom Herrn brauchen? Dann ist es Zeit für das Schofarhorn.

[10:05] In Hesekiel haben wir eine andere Bedeutung oder eine weitere Bedeutung des Schofarhorns. Menschensohn, rede zu den Kindern deines Volkes und sage ihnen: Wenn ich das Schwert über ein Land bringe, so nimm das Volk des Landes einen Mann aus seiner Mitte und bestimmt ihn zu seinem Wächter. Wenn Krieg ist, braucht es einen Wächter. Wozu braucht es den Wächter? Was macht der Wächter, wenn Krieg ist? Der steht auf der Zinne, guckt am Horizont und warnt. Und was soll er machen, wenn er den Feind sieht? Wenn nun dieser das Schwert über sein Land kommen sieht, so stößt er ins Schofarhorn und warnt das Volk.

[10:41] Also ihr seht, das Schofarhorn ist nie erfunden worden, um Kammermusik zu machen, um ein schönes Abendkonzert zu geben, weil, wie die Kinder gerade schon festgestellt haben, der Klang ist jetzt, sagen wir mal, nicht so lieblich. Er ist nicht dazu da, dass man sich abends in den Pool liegt und zur Entspannung ein bisschen Schofarhornmusik hört. Das ist nicht die Aufgabe des Instruments. Die Aufgabe ist, zu warnen. Und wenn wir aufgefordert sind, Lärm zu blasen, dann deswegen, weil Gott uns als Adventgemeinde berufen hat, Wächter zu sein, in dieser letzten Zeit die Welt zu warnen vor dem, was kommen wird.

[11:17] Und interessant sagt sogar Amos 3, Vers 6: Kann man in das Horn stoßen in der Stadt, ohne dass das Volk erschreckt? Das ist eine rhetorische Frage. Mit anderen Worten, wenn man rein bläst, dann zucken die Leute zusammen, wie die Kinder gerade so, schrecklich. Das ist interessant. Wenn das Schofarhorn ein Symbol ist für die Botschaft des Endes, könnte man auch fragen, kann man eine Endzeitbotschaft predigen, ohne dass die Leute erschrecken? Und die Antwort ist: Nein.

[11:49] Nun, das Kuriose ist, dass sich heutzutage immer mehr die Stimmen mehren, die sagen, wir sollten ja die Leute nicht erschrecken. Nur das Problem ist, der Amos sagt uns, man kann die Endzeitbotschaft gar nicht predigen, ohne dass sich jemand erschreckt. Das ist genauso, als wenn man einer Mutter sagt, deren Kind gerade auf die Straße rennt, wo die Laster fahren, und man sagt der Mutter: "Warne dein Kind, aber bitte so, dass es sich nicht erschreckt." Das wäre ein bisschen absurd, oder? Das soll sich ruhig gerne ein bisschen erschrecken, es soll nicht stehen bleiben. Es ist nicht schlimm, wenn die Endzeitbotschaft ein bisschen erschreckend ist. Denn wisst ihr was? In der ganzen Bibel, im Alten und Neuen Testament, ist die Endzeitbotschaft immer so, dass sie für Sünder erschreckend ist. Das ist der ganze Sinn der Botschaft.

[12:43] Wo soll die Endzeitbotschaft gepredigt werden? Das haben wir gelesen. Wo soll es geblasen werden? Auf dem Heiligen Berg. Der Heilige Berg, so sagt uns auch Daniel, das ist da, wo Jerusalem ist. O Herr, lass doch um all deiner Gerechtigkeit willen deinen Zorn und Grimm sich abwenden von deiner Stadt Jerusalem, von deinem Heiligen Berg. Wir werden im Laufe dieser Predigtserie noch viel mehr über diesen Berg Zion erfahren. Denn das ganze Buch Joel dreht sich um diesen Berg Zion. Ein Marsch der Heuschrecken und dann dieser Berg Zion, wo Lärm geblasen wird und wo am Ende die Entscheidungsschlacht stattfindet. Aber dazu noch mehr.

[13:23] Noch hier in Jesaja, in Sahaja, Verzeihung, finden wir den Berg des Herrn, der Herrscher und soll der Heilige Berg sein. Nun, warum sollen wir blasen? Joel 2, Vers 1 sagt: Denn der Tag des Herrn ist was? Nahe. Und der Tag des Herrn, den kennen wir schon aus Joel 1. Schon dort hieß es: Ach, was für ein Tag. Ja, der Tag des Herrn ist nahe. Er kommt als eine Verwüstung vom Allmächtigen. Wir hatten damals schon gesehen, dass die Heuschreckenplage, die zur Zeit von Joel geschieht, von Joel verwendet wird als ein Bild, als ein Typos, als ein Gleichnis für die Schrecken des Tages des Herrn.

[14:06] Der Tag des Herrn kommt öfter in der Bibel vor. Was wirst du über den Tag des Herrn in der Bibel? Was wird über den Tag des Herrn gesagt? Er wird schrecklich sein. Was noch? Er ist nahe. Was wirst du noch aus der Bibel über den Tag des Herrn? Ein dunkler Tag. Für wen kommt der Tag des Herrn? Für alle, genau. Aber auf wen zielt er ab, der Tag des Herrn? Wenn der Tag des Herrn kommt, wen hat er im Fokus? Die Bibel sagt, der Tag des Herrn kommt über alle Stolzen. Denn der Tag des Herrn wird nicht alle vernichten, oder? Es wird Überlebende geben. Leute bleiben, die übrig bleiben. Die übrigens auf dem Berg Zion stehen. Aber der Tag des Herrn kommt über alle Stolzen. Der Tag des Herrn ist der Gegenangriff Gottes gegen den menschlichen Stolz. Der Tag des Herrn kommt über alle Heiden. Also alle, die nicht mit Gott im Bund sind. Wir könnten sagen, alle Gottlosen. Alle, die das Evangelium ablehnen. Die Bibel sagt, der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht. Plötzlich, unerwartet. So wie die Heuschrecken und intensiv.

[15:17] Nun beschreibt Joel in einer längeren Passage bildlich die Schrecken des Tages des Herrn. Wir wollen das gemeinsam lesen. Versucht euch beim Lesen das bildlich vorzustellen. Wir haben gesagt, Joel ist ein Gedicht. Das Gedicht lebt von der bildlichen Sprache. Versucht euch das in eurem eigenen Kopfkino vorzustellen, was hier beschrieben wird.

[15:40] Ab Vers 2: Ein Tag der Finsternis und des Dunkels. Ein Tag des Gewölks und des Wolkendunkels. Wie Morgenrot breitet sich über die Berge aus. Ein großes, mächtiges Volk. Wie es seinesgleichen von Ewigkeit her nicht gegeben hat und auch in künftigen Zeiten und Generationen nicht mehr geben wird. Fressendes Feuer geht vor ihm her und hinter ihm her eine lodernde Flamme. Das Land vor ihm wie der Garten Eden gewesen. Hinter ihm ist es eine öde Wüste und man kann ihm nicht entfliehen. Wie Rosse sehen sie aus und wie Reiter rennen sie. Wie rasselndes Streitwagen kommen sie über die Höhen der Berge her. Wie eine Feuerflamme, die prasselnd das Stroh verzerrt. Gleich einem mächtigen Heer, das zum Kampf gerüstet ist. Vor ihm erzittern die Völker. Alle Angesichter verfärben sich. Wie Helden laufen sie. Wie Krieger ersteigen sie die Mauer und keiner kreuzt den Pfad des Anderen. Keiner drängt den Anderen. Jeder geht seine eigene Bahn. Zwischen den Wurfgeschossen stürzen sie hindurch und lassen sich nicht aufhalten. Sie dringen in die Stadt ein, rennen auf die Mauer, erklimmen die Häuser, steigen wie Diebe zum Fenster hinein. Vor ihnen erbebt die Erde, der Himmel erzittert. Sonne und Mond verfinstern sich und die Sterne verlieren ihren Schein.

[16:56] Wer braucht da noch Hollywood? Dramatische Beschreibung. Und Joel ist nicht der Einzige, der wirklich alle Register zieht, um deutlich zu machen, das ist keine Kleinigkeit.

[17:08] Amos sagt zum Beispiel in Amos 5, einer bemerkenswerten Passage, die sich Adventisten hinter die Ohren schreiben sollten: Wehe denen, die den Tag des Herrn herbei wünschen. Manchmal reden wir über die Wiederkunft so, als ob es das Schönste auf der Welt wäre. Und möge es doch morgen sein. Das stimmt, aber nur unter einer Bedingung. Weil wenn die Bedingung nicht erfüllt ist, dann gilt das hier. Wehe denen, die den Tag des Herrn herbei wünschen. Was soll euch der Tag des Herrn? Er wird Finsternis sein und nicht Licht. Wird nicht der Tag des Herrn Finsternis sein und nicht Licht, Dunkelheit und nicht Glanz. Und hier in Stefania nahe ist der große Tag des Herrn und weiter unten ein Tag der Finsternis und des Dunkels. Ein Tag des Gewölks und des Wolkendunkels.

[17:54] Joel sagt, es wird sein, wie ein Volk wird kommen, das breitet sich aus, wie das Morgenrot über die Berge. Ich weiß nicht, ob ihr schon mal in den Bergen gewesen seid und an dem Sonnenaufgang gesehen habt, wie das Morgenrot über alle Bergkuppen rüberkommt. Ja, so unaufhaltsam. Genau so wird dieses Volk kommen. Und die Frage ist, was für ein Volk meint er hier, das hier so eine Invasion macht? Und die Antwort ist relativ einfach, denn wir kennen das Volk schon aus Joel 1. In Joel 1 wird ja auch von einem Volk geredet, denn ein Volk hat mein Land überzogen. Das ist mächtig und ohne Zahl. Es hat Zähne wie Löwenzähne und ein Gebiss wie eine Löwin. Wer war das Volk in Joel 1? Wer war dieses Invasionsvolk, das alles zerfressen hat? Die Heuschrecken.

[18:38] Also mit anderen Worten, in Joel 1 beschreibt er die Heuschreckenplage und sagt, das ist ein Symbol für den Tag des Herrn. Und in Joel 2 beschreibt er jetzt den Tag des Herrn und verwendet das Bild von der Heuschreckenplage. Der Akzent verschiebt sich ein bisschen, aber es ist dieselbe Heuschreckenplage. Die wird auch später, diese Heuschrecken werden später im Kapitel auch mein großes Kriegsherr genannt. Heuschrecke, Fresser, Verwüster und Nager. Also der Joel sagt, wenn ihr euch das Ende der Welt vorstellen wollt, den Tag des Herrn, denkt an eine Heuschreckenplage. So wie die Heuschrecken sind, so wird das Ende kommen.

[19:12] Wir hatten damals gesehen, es gab schon eine Plage, das war die achte Plage in Ägypten und auch die war völlig außergewöhnlich, wie es seine Väter und Vorväter nie gesehen haben, seitdem sie im Land sind, bis zu diesem Tag. Die Heuschreckenplage in Ägypten war etwas, was es noch nie zuvor gegeben hat und auch nie wieder sein wird. Und so sagt Joel, so wird der Tag des Herrn sein, so wie es ihn noch nie zuvor gegeben hat. Etwas, was man mit nichts vergleichen kann, so sagt es ja auch Daniel. Es wird eine Zeit der Drangsal sein, wie es noch keine gab, seitdem es Völker gibt bis zu dieser Erde, bis zu dieser Zeit.

[19:50] Ganz interessant ist dieses Bild. Wenn sie kommen, was ist vor ihnen? Wenn die Heuschrecken kommen, was ist vor ihnen? Was haben wir gelesen? Der Garten Eden und was ist nach ihnen? Also stellt euch vor, der Garten Eden, wie stellt ihr euch den vor? Paradies, nicht wahr? Grün, Rot, Gelb, Lianen, überall. Jetzt kommen die Heuschrecken und immer hinter ihnen ist nur noch Wüste, Wüste, Wüste.

[20:20] Interessant ist, es gibt auch das Umgekehrte in Jesaja 51, Vers 3. Da heißt es nämlich: Denn der Herr tröstet Zion, er tröstet alle ihre Trümmer und macht ihre Wüsten wie Eden und ihre Steppe wie den Garten des Herrn. Also wenn Gott tröstet, wenn Gott segnet, dann wird aus der Wüste ein Paradies. Aber wenn Gott den Tag des Herrn schickt, wird aus dem Paradies eine Wüste. Also was können wir schon mal sicherlich sagen? Der Tag des Herrn ist das Gegenteil von Trost. Das Gegenteil von Segen. Genau, das Gegenteil passiert.

[20:56] So lesen wir auch, so war es auch bei der Heuschreckenplage in Ägypten, da heißt es: Sie waren so viele, sie verfinsterten das Land. Und ihr wisst, Heuschrecken sind klein, nicht wahr? Also wenn durch Heuschrecken das Land verfinstert wird, dann braucht man wie viele? Sehr viele. Ihr könnt euch erinnern, was wir letztes Mal gesagt haben, wie groß diese Heuschreckenstürme werden können und wie gewaltig. Und das heißt hier, ganz ähnlich übrigens: Sie fraßen alle Bodengewächse und alle Baumfrüchte, die vom Harwell übrig geblieben waren und ließen nichts Grünes übrig an den Bäumen, an den Feldgewächsen im Land Ägypten. War Ägypten vorher ein schönes Land? Ja, bei Loth heißt es sogar, dass er Sodom anschaute und es war wie der Garten Eden wie Ägypten. Also Ägypten war so richtig schön, sicherlich noch schöner als heute. Sehr schön und viel Pflanzen und Vegetation und da war genau dasselbe passiert.

[21:52] Ist euch aufgefallen, dass diese Heuschrecken wie Krieger beschrieben werden in Joel 2? Habt ihr das gelesen? Man hat fast den Eindruck, da kommt eine Armee, oder? In Joel 2 mit diesen rasselnden Streitwagen und wie Helden laufen sie. Auch das wird in der Offenbarung später aufgegriffen, haben wir nicht die Zeit, das genau zu erklären, aber da gibt es dann diese Heuschrecken, die den Pferden gleichen, die zum Kampf gerüstet sind, wo es da um den Islam geht in der fünften Posaune, das Getöse vieler Wagen und so weiter.

[22:20] Was ich faszinierend fand, dass man, dass der Joel beschreibt, wie die Heuschrecken angreifen. Man würde ja denken, bei einer Milliarde Heuschrecken, dass da ein paar einfach aufeinander fliegen und sich im Weg sind, oder? Also stellt euch vor, wir alle würden jetzt im Vollmarsch aus dem Gebäude laufen, da würden etliche stolpern, oder? Gegeneinander laufen. Aber der Joel sagt, die Heuschrecken, sie laufen alle gerade vor sich hin. Ganz koordiniert. Da fliegt keiner gegeneinander, die behindern sich nicht. Und das geht zurück auf Sprüche 30, Vers 27: Die Heuschrecken, sie haben keinen König, doch ziehen sie alle in geordneten Scharen heraus. Und das ist diese Idee, das sind zwar ganz unglaublich viele, und trotzdem ist das total koordiniert. Also wenn ihr einen Feind habt, was wünscht ihr euch, dass er koordiniert oder unkoordiniert ist?

[23:14] Wisst ihr, warum die Römer immer lange Zeit die Weltherrschaft hatten? Die Römer haben lange Zeit schon verstanden, dass die Germanen viel stärker waren als sie. Germanen waren größer, stärker und auch viel kampfesmutiger. Also kampfeslustiger oder so, als die Römer. Aber die Römer hatten verstanden, die werden uns haben können, weil die Germanen sich immer gegenseitig selbst bekämpfen. Die waren immer uneinig und haben sich gegenseitig ihre Stämme bekämpft. Deswegen hatten die Römer lange Zeit kein Problem. Aber der Tag des Herrn ist nicht ein ungeordnetes Chaos, das sich selbst erledigt. Der Tag des Herrn ist unaufhaltsam. So wie eine Armee von Heuschrecken.

[23:58] Übrigens versuchen hier die Menschen irgendwie diese Heuschrecken abzuwehren. Was versuchen die? Wie versuchen sie die Heuschrecken abzuwehren? Hat das jemand gelesen? Die Heuschrecken sind rasseln. Die rasseln. Mit rasseln macht man das? Das wäre vielleicht eine Möglichkeit. Aber im Text hier. Was sagt der Joel? Mit Wurfgeschossen. Also stellt euch vor, ihr seid auf der Mauer und jetzt kommt die Armee. Nehmen wir mal an, es wären die Assyrer oder die Babylonier. Würden dann die Wurfgeschosse was nützen? Oh, da kann man schon was machen. Mit so großen Steinen und mit Katapulten. Und dann haut man die. Aber jetzt kommt eine Armee von Heuschrecken. So eine riesige schwarze Wand. Jetzt steht ihr mit euren Katapulten da und schlagt auf die Heuschrecken. Wird das die Heuschrecken groß stören? Die werden alle drumherum fliegen. Völlig nutzlos.

[24:58] Das Bild, das hier gebraucht wird, ist, du versuchst mit menschlicher Kraft, mit menschlichen Mitteln, mit dem, was du hast, Katapulten, Steine, mit irgendwas, Speeren, dagegen zu kämpfen. Etwas, was bei Babyloniern und Ägyptern und Edomitern funktionieren würde. Aber eben die Heuschrecken, völlig wirkungslos. Die kommen durch alle Ecken und Enden. Die sind nicht zu fassen.

[25:20] In anderen Worten, der Tag des Herrn ist eine Krise. Da versagt alle menschliche Verteidigung. Der Tag des Herrn ist eine Krise, da versagt alle menschliche Strategie. Alles, was wir uns vorher überlegt haben, ist hinfällig, weil es wird noch anders sein, als wir uns das vorstellen.

[25:38] Es wird in jedes Haus kommen. Habt ihr das gelesen? Die fliegen da in diese Stadt hinein und man kann sie nicht aufhalten. Und sie kriechen in jedes Haus. Sie klettern auf die Wände. Sie klettern in die Häuser hinein und können im Grunde genommen nichts tun. Denn der Tod ist durch unsere Fenster hineingestiegen. Er ist in unsere Paläste gekommen, um die Kinder von der Straße wegzuwerfen und die jungen Männer von den Plätzen.

[26:08] Lieber Freund, lieber Freundin, der Tag des Herrn kommt auch in dein Haus. Wenn du denkst, das wird mir nicht passieren, ich komme da drum herum, ich gehe auf die einsame Insel, ich lege mir genügend Konserven an, ich baue mir einen Bunker, ich mache einen Überlebenskurs, er kommt in dein Haus. Und zwar unaufhaltsam. Das ist, was der Joel sagen will. Wenn der Tag des Herrn kommt, ist alle menschlicher Halt verloren. Und das klingt erstmal deprimierend und das soll auch deprimierend sein. Weil der menschliche Geist immer erstmal alles unter seiner Kontrolle haben will. Es ist nicht so einfach anzuerkennen, es kommt eine Situation, wo alles zerbricht. Weil das kennen wir nicht. Wir kennen zwar Krisen, aber es ist nicht so einfach, in Krisen umzugehen, oder? Wir haben entweder genug Geld oder wir sind klug genug oder wir kennen jemanden, der uns hilft. Und obwohl wir manchmal ein bisschen Schaden bekommen, haben wir am Ende meistens die Sache im Griff. Und deswegen ist die Botschaft so erschreckend, weil sie uns sagt, es kommt eine Zeit, da kann man sich auf nichts dergleichen verlassen.

[27:14] Die Erde bebt, weil er zornig ist. Und die Sterne des Himmels und seine Sternbilder werden nicht mehr glänzen. Die Sonne wird sich ihren Aufgang verfinstern und der Mond sein Licht nicht leuchten lassen. Das kommt bekannt vor, oder? So wie in Joel, es heißt, die Himmelskörper werden ihren Schein verlieren. Wenn ich dich auslöschen werde, so will ich den Himmel bedecken, seine Sterne verdunkeln, ich will die Sonne in Gewölk hüllen und der Mond wird seinen Schein nicht geben. Haben wir nicht heute in der Sabbatsschullektion eine ähnliche Stelle gehabt? So wie in Joel, in der Tage wird die Sonne verfinstert werden, der Mond wird seinen Schein nicht geben und die Sterne werden vom Himmel fallen, genauso in der Offenbarung. Und ich sah, als das sechste Siegel öffnete und siehe, ein großes Erdbeben entstand und die Sonne wurde schwarz wie ein Hirnersack und der Mond wurde wie Blut. Die Sterne des Himmels fielen auf die Erde. Zeichen am Himmel als Ankündigung, der Tag des Herrn kommt.

[28:08] Frage: Haben sich diese Zeichen schon erfüllt? Oh ja, muss ich euch ja nicht lang und breit erzählen. Kurze Erinnerung: Das Erdbeben von Lissabon, 1755. Der schwarze Tag, 1780. Und der Sternfall von 1833. Wer wir bei anderer Gelegenheit hier noch mehr darüber sprechen.

[28:28] Also mit anderen Worten, der Joel bezeichnet hier den Tag des Herrn als eine gigantische Katastrophe. Etwas, das man nicht aufhalten kann, das zu groß, nicht kontrollierbar ist, so wie ein Heuschreckenschwarm. Da muss man kapitulieren. Es war eine Katastrophe, vielleicht mit großem Gift, die angreifend war. Aber für die Menschen damals war das nicht handelbar. Die wussten nicht, wie sie damit umgehen sollen. Sie waren dem hilflos ausgeliefert. Und deswegen verwendet Joel dieses Bild von der Heuschreckenplage und sagt, wenn der Tag des Herrn kommt, sind wir den Plagen, den Dingen, hilflos ausgeliefert. Jeder Mensch, niemand kann dem entkommen.

[29:10] Joel 2, Vers 11, mit einer brennenden Frage. Joel 2, Vers 11, die Frage, auf die sich alles zuspitzt ist: Und der Herr lässt seine Stimme hören vor seinem Kriegsvolk her. Denn sehr groß ist sein Herrlager und gewaltig sind, die sein Wort vollstrecken. Ja, groß ist der Tag des Herrn und sehr schrecklich. Und jetzt kommt die Frage: Wer kann ihn ertragen?

[29:30] Also der Joel bemüht sich wirklich, bis dessen Farben zu nehmen, oder? Wenn der den Tag des Herrn malt, sucht er die ganz dunklen Farben und malt sie grell und dunkel und dramatisch. Und dann stellt er am Ende diese Frage: Wer kann ihn ertragen? Und die Frage ist natürlich, ist das eine rhetorische Frage oder eine echte Frage? Ist das eine rhetorische Frage, die deutlich macht, es soll sowieso niemand, oder besteht Hoffnung?

[30:02] Interessant ist, dass diese Frage, wer kann bestehen, mehrmals fragen die Propheten, angesichts dessen, wer kann bestehen? Zum Beispiel in Nahum 1, Vers 6: Wer kann bestehen vor seinem Grimm? Und wer widersteht der Glut seines Zorns? Malachi: Wer aber wird den Tag seines Kommens ertragen und wer wird bestehen, wenn er erscheint? Denn er ist wie das Feuer des Schmelzes und wie die Lauge der Wäsche. Und ganz berühmt, Offenbarung 6, wenn der Himmel zerreißt, wenn die Menschen rufen werden zu den Bergen und zu den Felsen: Fallt über uns, erschallt diese Frage: Der große Tag seines Zorns ist gekommen und wer kann bestehen?

[30:46] Und an der Stelle, lieber Bruder, liebe Schwester, lieber Freund, liebe Freundin, an der Stelle müssen wir innehalten und uns ehrlich die Frage stellen: Kann ich bestehen? Denn wenn die Bibel über den Tag des Herrn spricht, sagt sie nicht nur für alle, die in die Gemeinde gehen und sich der Gemeinde zugehörig fühlen, kommt eine schöne Hoffnung, Jesus kommt wieder und alles wird wunderbar sein. Das ist auch Teil des Bildes. Aber zu oft stellt die Bibel diese Frage, als dass man sie ignorieren kann. Zu oft wird der Tag des Herrn sehr dramatisch, sehr deutlich, sehr klar beschrieben, um uns zu diesem Gedankengang zu bringen: Wer kann bestehen? Kannst du bestehen? In der größten Not, wenn alles zusammenbricht?

[31:42] Übrigens, ich habe ja euch erzählt, ich höre gerade Ellen White Maranatha im Auto und da bin ich auf etwas gestoßen, was ich vorher noch nie von ihr gehört habe. Und das fand ich interessant. Da sagt sie nämlich, am Ende der Zeit wird es so sein, da werden einige Gläubige, die erfüllt sind mit dem Heiligen Geist und haben das Evangelium verkündigt mit Vollmacht. Und jetzt kommt das Sondergesetz und der Todesbefehl und wirst du was dir sagt? Dann werden dieselben Gläubigen, die gerettet werden, die nicht abfallen, angesehen des Druck, erschrecken. Und sagen: "Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir nie was gesagt." Sie sagt nicht, dass sie verloren gehen, dass sie das Sondergesetz annehmen, sie sagt nur, die werden so erschreckt sein, das wird so heftig sein, solche Angst ihnen machen, dass sie sagen: "Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir gar nichts gesagt." Und dann sagt sie, wie es aber gut ausgeht, dass sie sich an Gott verlassen, Gott klammern werden, er wird ihnen helfen und sie werden überwinden und es wird alles gut ausgehen. Aber ich dachte mir, das ist vielleicht interessant, weil wir haben so die Idee, wenn ich jetzt überwinde, was soll da noch kommen? Wenn ich jetzt überwinde, was soll da noch kommen?

[32:58] Ihr kennt vielleicht diese Aussage von Ellen White, wo sie sagt: In der Vorstellungskraft sind die Krisen meistens schlimmer, als sie am Ende sein werden. Das heißt, es wird nicht alles so heiß gegessen, wie man es kocht. Normalerweise ist es ja so, wenn ich jetzt Angst habe vor einer Prüfung, dann habe ich immense Angst und am Ende ist die Prüfung gar nicht so schlimm, wie ich mir vorgenommen habe. Man macht sich Gedanken und Sorgen und am Ende ist es alles entspannter. Und dann sagt sie, aber genau so ist es mit der Endzeit nicht. Genau so ist es nicht, sagt sie. Man könnte ja denken, so schlimm wir uns das ausmalen, so schlimm kann es ja gar nicht werden. Und dann sagt sie, es wird noch schlimmer. Und deswegen sagt sie, wir sollten uns gar nicht erst darüber Gedanken machen. Aus zwei Gründen. Erstens, kann man es ohnehin nicht vorstellen, wie es sein wird. Und zweitens, sollten wir keine Trübsal haben in der Zeit vor der Trübsal. Also geht nicht nach Hause und denkt die ganze Zeit nach: Die Heuschrecken, die Heuschrecken. Das ist jetzt nur dazu da, so wie bei Joel, um zu dieser Frage zu kommen. Gott möchte nicht, dass wir jetzt schon die Panik erleben, er möchte nur, dass wir verstehen, es wird ein Zeitpunkt kommen, wo alles zerbricht. Eine Not, die wir uns persönlich nicht vorstellen können. Und eine Frage, die immer wieder pressiert: Wer kann bestehen?

[34:30] Übrigens, die größten Notsituationen sind Gottes besondere Gelegenheiten. Ellen White sagt an anderer Stelle: Gott hat immer für sein Volk in der größten Not gewirkt. Kennt ihr auch Geschichten in der Bibel? Vielleicht auch Geschichten in eurem eigenen Leben, wo in der größten Not, Gott gerade dann eingreift. Wenn die Hoffnung, dass der Ruin abgewendet werden kann, am geringsten war. Gott ist ein Spezialist für die Last-Minute-Operation. Gott ist ein Spezialist für das Große, wenn niemand mehr daran glaubt.

[35:02] Und so ruft der Prophet Joel angesichts dieser Frage zur Umkehr. Die Frage, wer kann bestehen, ist keine rhetorische Frage. Die Frage, wer kann bestehen, soll uns nicht wie der Rest davor in Angst und Schrecken versetzen, sondern nachdem wir in Angst und Schrecken versetzt worden sind durch die Heuschrecken, soll die Frage, wer kann bestehen, uns dazu führen, was wir jetzt lesen in Joel 2, Verse 12-14.

[35:34] Doch auch jetzt noch. Stopp mal direkt hier. Hast du schon mal gedacht in deinem Leben, jetzt ist es zu spät? Ich meine, wir versetzen uns mal in die Lage hier bei Joel. Da kommt diese Heuschreckenarmee. Man könnte ja denken, wenn die Heuschreckenarmee schon unterwegs ist, wenn sie schon in der Stadt ist, wenn die Heuschrecken schon bei mir im Schlafzimmer gekrochen sind, dann ist es doch echt zu spät, oder? Hätten wir mal Buße getan, als der Prophet uns gewarnt hat. Hätten wir mal Buße getan, als am Horizont die schwarze Wand aufkam. Jetzt sind sie ja schon da. Wie oft denken wir, dass es jetzt nichts mehr bringt. Zu viel gesündigt. Zu oft gesündigt. Zu schwer gesündigt. Jetzt bin ich schon so lange auf dem Pfad gewesen, jetzt bringt es auch nicht mehr umzukehren, oder?

[36:36] Doch Gott antwortet darauf mit einem: Doch auch jetzt noch. Vielleicht gibt es eine Situation in deinem Leben, wo du seit Jahren oder Jahrzehnten nie den Sieg gehabt hast und du denkst, man kann da gar keinen Sieg bekommen, es muss so weitergehen, aber Gott sagt: Doch auch jetzt noch. Vielleicht gibt es jemanden, mit dem du überhaupt nicht kannst, wo alle Tischstücke zerschnitten sind und du denkst, es ist zu spät, wir müssen in Frieden auseinander gehen und Gott sagt: Doch auch jetzt noch. Vielleicht denkst du, mit der Gemeinde ist es vorbei, man kann sie nicht mehr erwecken, man kann sie nicht mehr reformieren, doch Gott sagt: Doch auch jetzt noch.

[37:20] Doch auch jetzt noch, spricht der Herr, kehrt um zu mir von ganzem Herzen, mit Fasten, mit Weinen, mit Klagen, zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider und kehrt um zu dem Herrn, eurem Gott, denn er ist gnädig, herzliebig, langmütig und von großer Gnade und das Übel räumt ihn, wer weiß, ob er sich wieder abkehrt und es ihn nicht reut und ob er nicht einen Segen zurücklassen wird, Speisopfer und Trankopfer für den Herrn, euren Gott.

[37:46] Ellen White sagt im Großen Kampf 311: Angesichts dieses großen Tages ruft das Wort Gottes in der feierlichsten und eindrucksvollsten Sprache sein Volk auf, von der geistlichen Lethargie zu erwachen. Was ist geistliche Lethargie? Geistliche Lethargie ist, wenn ich im Gottesdienst sitze und denke: Kenne ich schon, habe ich schon gehört, naja, nächste Woche wird es ein anderes Thema geben. Wenn ich in der Sabbatsschule sage: Die Welt muss erreicht werden und ich nichts tue. Und sie sagt, wir müssen aufwachen aus dieser geistlichen Lethargie und sein Angesicht nicht einfach Aktionismus, wir machen was, sondern was sollen wir tun? Sein Angesicht mit Buße und Demütigung suchen. Die feierlichste Sprache, die eindrucksvollste Weise, Gott ruft sein Volk zur Buße auf, völlige Herzensumkehr.

[39:54] Was ist Herzensumkehr? Wenn du aber von dort den Herrn, den Gott suchen wirst, so wirst du ihn finden. Ja, was ist die Bedingung? Wenn du ihn von ganzem Herzen und von ganzer Seele suchen wirst? Die Kirchengeschichte ist voll mit halbherzigen Bekehrungen. Wo ist die völlige Herzensumkehr? Samuel sagt: Wenn ihr von ganzem Herzen zu dem Herrn zurückkehren wollt, was sollen wir dann tun? Dann tut die fremden Götter und das Taten aus eurer Mitte und richtet ihr Herz zu dem Herrn und dient ihm allein. Völlige Umkehr ist nicht: Herr, ich will dir folgen. Völlige Umkehr ist: Herr, ich will dir folgen und deswegen lasse ich das, was mir schadet. Gott sucht nicht mehr Lippenbekenntnisse. Er sucht nicht mehr Hände, die empor gehen am Ende der Predigt und sagen: Ja, wir machen das, ja, warum nicht? Er sucht Menschen, die völlig umkehren, indem sie das, was schädlich, schlecht und böse ist in ihrem Leben, wegtun. Wegtun. Und Gott allein dient.

[40:00] Zweite Chronik: Wenn ich den Himmel verschließe, sodass es nicht regnet oder den Heuschrecken gebiete, das Land abzufressen, passt direkt auf unseren Joel-Text, und wenn ich eine Pest unter mein Volk sende, und dann kommt der Vers, den man so oft zitiert: Und mein Volk, über dem mein Name ausgerufen worden ist, was tut es? Demütigt sich und sie beten und suchen mein Angesicht und kehren um von ihren bösen Wegen. Also wenn die Heuschrecken kommen, wenn es Katastrophen und Probleme und Sorgen und Nöte und all das gibt, was muss das Volk tun? Sich demütigen, beten, Gottes Angesicht suchen, von ihren bösen Wegen umkehren. Und Gott sagt: So will ich es vom Himmel her hören und ihre Sünden vergeben und ihr Land heilen.

[40:48] In Jesaja 55 ruft Gott: Der Gottlose verlasse seinen Weg und der Übeltäter seine Gedanken. Völlige Herzensumkehr ist nicht nur, ich höre auf, das Falsche zu essen oder zu trinken oder zu tragen oder zu machen, sondern echte Herzensumkehr bedeutet auch, ich höre auf, das Falsche zu denken. Er kehre um von seinen Gedanken und er kehre um zu dem Herrn, so wird er sich über ihn erbarmen und zu unserem Gott, denn bei ihm ist viel Vergebung. Denn wenn du umkehrst, Israel, wenn du umkehrst, und wenn du deine Gräuel von meinem Angesicht entfernst, der berühmte Vers, Jeremia 29: Ihr werdet mich suchen und finden, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir verlangen werdet. Gott sucht nach Menschen, er sucht nach Männern und Frauen, nach Kindern und Jugendlichen, die von ihrem ganzen Herzen nach Gott suchen. Und nicht nur dann, wenn sie darüber gefragt werden.

[41:46] Was wäre, wenn wir uns vornehmen, unsere Wege zu prüfen? Es wäre relativ einfach, in der Predigt zu sitzen und zu sagen: Das stimmt alles nicht. Klar, natürlich, das soll man auch dagegen sagen, ist das Wort Gottes nicht? Aber was wäre, wenn wir sagen würden: Okay, ich prüfe meinen Weg, also ich, Christopher, und ich frage mich, jetzt, wenn ich hier so stehe, wo bin ich bisher langgegangen? Ist das eigentlich der Weg? Das, was ich tue, was ich sage, was ich denke gegenüber anderen, ist das richtig?

[42:26] Ihr kennt das Phänomen, wir kennen schon die Sünde, wir kennen sie schon und wir kennen auch die Probleme, aber wir kennen sie meistens immer bei den anderen. Da sind sie immer so knallbunt beworben, da stehen sie direkt einem vor Augen. Aber die Buße, die Gott ihr fordert, hängt damit zusammen, ob wir selbst unseren Weg überprüfen, dass wir erforschen. Was ist forschen? Suchen. Bin ich wirklich richtig? Bin ich richtig? Handle ich richtig? Denke ich richtig? Ist meine Einstellung korrekt? Würde das nicht einiges bewirken, wenn jeder Einzelne von uns sich diese Frage stellt? Ist meine Einstellung korrekt? Weil wenn jeder sich das fragt, dann müssen wir gar nicht für die anderen denken. Das ist ganz praktisch, nicht wahr? Dann haben wir nicht mehr die Bürde für die anderen zu denken, was sie alles verkehrt machen. Wir können uns ganz darauf konzentrieren, was ich verkehrt mache, wo ich falsch liege und wir können uns selbst erforschen.

[42:24] Kehre um zu Israel, oh Israel, zu dem Herrn, deinem Gott, denn du bist zu Fall gekommen durch deine eigene Schuld. Und dann sagt Sacharja was Interessantes. Wir haben ja heute jetzt gelernt, mittlerweile, wir wissen ungefähr, wo Joel ist, 700 vor Christus, ist das vor oder nach dem Exil? 700 vor Christus, vor oder nach dem babylonischen Exil? Vor. Sacharja ist davor oder danach? Danach. Also, auf Deutsch, Sacharja ist nach Joel. Schaut mal, was Sacharja Jahrhunderte später sagt: Seid nicht wie eure Väter, denen die früheren Propheten verkündigt und gesagt haben: So spricht der Herr der Herrscharen: Kehrt doch um von euren bösen Wegen und von euren schlimmen Taten. Sie hörten aber nicht und achteten nicht auf mich, spricht der Herr.

[44:08] Sacharja sagt, selbst die Leute zur Zeit von Joel, haben die Botschaft von Joel gehört? Vielleicht haben sie sogar dem Joel ein bisschen Geld gegeben. Danke, Joel, für deine Predigt. Vielleicht auch nicht, weiß ich nicht. Vielleicht haben sie ihn umgebracht. Aber sie haben es nicht gemacht. Glaubt ihr, die Generation vor euch hat auch schon die Predigten gehört, die wir heute hören? Haben die auch schon die Ellen White Zitate gelesen? Und die Generation davor? Haben die auch schon über Daniel 7 gesprochen und Matthäus 24? Und die Generation davor? Die haben das auch alle schon gelesen. Und auch alles schon gehört.

[44:52] Es reicht nicht, von Erweckung zu hören. Es reicht nicht, von Buße zu hören. Das Problem ist in unserem Kopf, ist Buße immer das, was der Taufanwärter vor der Taufe machen muss. Das ist die Buße. Danach kommt ein bisschen Heiligung, aber im Grunde genommen sind wir schon richtig. Aber der Aufruf der Bibel im Alten und im Neuen Testament, nicht nur zu den Heiden, sondern auch zum Volk Gottes, ist immer: Tut Buße. Das war die Predigt des Paulus. Der Predigt nicht nur zu Heiden, der Predigt auch zu Juden, der Predigt zu Leuten, die die Bibel kennen, der Predigt zu Leuten, die sehr viel richtig machen. Und er sagt immer und immer wieder hier, dass sie Gott bekehren, indem sie Werke tun, die der Buße würdig sind. Und Buße hat was mit Werken zu tun. Wir werden nicht durch Werke gerettet, das wisst ihr ja nicht. Aber Buße zeigt sich dadurch, dass man Buße tut. Buße ist nicht nur: Ich mach Buße. Buße zeigt sich aktiv.

[45:54] Gott ruft sein Volk auf. Überall. Aktive, fassbare, spürbare Buße zu tun. Sogar mit Fasten. Kennt ihr die Geschichte in der Bibel, wo Leute gefastet haben? Als Volk? War es nicht bei Samuel so, dass sie gemeinsam gefastet haben und Sündenbekenntnis gegeben haben? Und der Joschafat damals, denn später der Prophet kam, haben sie gemeinsam gefastet unter der Bedrohung. Die Rückkehrer unter Nehemia haben gemeinsam gefastet. Die Bewohner von Ninive haben in Sack und Asche gefastet.

[46:34] Ellen White sagt: Das Ziel des Fastens, zu dem Gott uns aufruft, ist nicht ein Peinigen des Körpers wegen der Sünde der Seele, sondern soll uns helfen, den schrecklichen Charakter der Sünde zu erkennen, unsere Herzen vor Gott zu demütigen und seine vergebene Gnade empfangen. Ihr Lieben, es geht darum, dass wir uns selbst erkennen. Und deswegen spricht der Joel: Zeigt es sich anderen, wie traurig ihr seid. Zerreißt eure Herzen.

[47:00] Nun, was heißt das? Zerreißt eure Herzen. Der Herr ist nahe denen, die ein zerbrochenes Herz sind. Oder in Psalm 51: Die Opfer, die Gott gefallen sind, ein zerbrochener Geist, ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du Gott nicht verachten. Was heißt es, wenn man ein zerbrochenes Herz hat? Was meint ihr?

[47:26] Was heißt denn zerbrochenes Herz? Man findet Reue über das, was man getan hat. Man findet Reue über das, was man getan hat? Also ein Herz ist, das wisst ihr ja jetzt zum tausend Mal, ich wiederhole es einfach nur der Vollständigkeit halber, das Herz liegt wo? Hier, okay. Also nehmen wir an, das ist meine Gedankenwelt hier, okay? Das sind alle meine Gedanken, die ich so denke. Alle die bösen Gedanken, die ich so denke. Und wenn ihr dann gedacht habt, so über jemand anders, der ist bestimmt böse auf mich, oder? Das hat er jetzt gemacht, weil er neidisch ist auf mich. Ja, ja, der mit seinen komischen Ideen. Wie die sich anzieht, so geht das aber nicht. Alles, was so den ganzen Tag so lang läuft, oder? Und wenn man es darauf ansprechen würde, würde man ja sagen, aber bin ich nicht ein bisschen berechtigt, das zu denken? Weil erstens, sag es ja nicht, mit einem freundlichen Lächeln, gut angezogen, und dann habe ich auch Recht, oder?

[48:26] Was zu oft geschieht, in Gemeindebekehrungen ist, dass man die Kleider zerreißt, dass man zusammenkommt und betet und Herr, vergib uns unsere Sünden, vergib uns unsere Sünden, man klagt und weint, man fastet vielleicht sogar, und man hat große Emotionen, aber wenn man zu Hause ist, gehen die Gedanken weiter. Im Text, oder? Gehen wir weiter. Es bedeutet, wenn mir bewusst wird, ich denke so, was muss ich machen? Ich muss sie zerreißen. Die Gedanken zerreißen. Buchstäblich. Ich will nicht mehr so denken. Ich will sie zerreißen. Das fordert Gott. Wenn du schlecht über jemanden denkst, zerreiß die Gedanken. Wenn du unreine Gedanken hast, zerreiß die Gedanken. Lass sie nicht in deinem Gehirn, denn wenn sie in deinem Gehirn sind, werden sie dich irgendwann verändern. Und deswegen kann man diese Art von Buße nicht von außen steuern, man kann sie nicht befehlen, man kann sie nicht programmieren, sie kann nur geschehen, wenn jeder Einzelne sich selbst erforscht.

[49:44] Ich denke schlechte Gedanken. Meine Lieben, ich denke manchmal schlechte Gedanken. Und wenn ich nicht mit Gottes Hilfe bereit bin, sie zu zerreißen, wird es mich vernichten. Deswegen sagt Ellen White, dass Buße ein Werk des ganzen Lebens ist. Immer wieder muss ich umkehren. Immer wieder muss ich mich erinnern: Nein, das sind falsche Gedanken. Immer und immer wieder. Tag für Tag mein Herz Gott geben. Und mir bewusst sein, dass ich schwach bin.

[50:22] Denn so spricht der Hohe und der Habende, der ewig wohnt, und dessen Name der Heilige ist. In der Höhe und dem Heiligtum wohne ich und bei dem der zerschlagenen und gedemütigten Geist ist. Wisst ihr, woran man die erkennt, woran man die nicht erkennt, die zerschlagenen Geiste sind? Die, die alles wissen und alles können und die sich sicher sind, dass sie alles wissen und können und dass sie richtig sind, die haben nicht ein zerschlagenes Herz und einen demütigen Geist. Ich will aber den ansehen, der demütig und zerbrochenen Geistes ist und der zittert vor meinem Wort.

[51:02] Jesus hat all das in einem Satz ausgedrückt: Glückselig sind die, geistlich armen. Was Gottes Volk, was ich und was wir alle brauchen, mehr als alles andere, ist, dass wir uns endlich eingestehen, dass wir ohne Jesus nichts sind. Und zwar nicht als dogmatisches Bekenntnis, ja, das muss ich ja bekennen, weil das ist ja theologisch richtig, sondern als tatsächliche Erfahrung. Ich bin nichts ohne Jesus. Und ohne Jesus werde ich ständig fallen und immer wieder zurückkehren zu meinem alten Schlamm.

[51:38] Ich muss Buße tun. Der Herr ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Der Herr, der Herr, der starke Gott, der barmherzig und gnädig ist, langsam zum Zorn von großer Gnade und Treue. Hier in Joel heißt es: Denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und von großer Gnade. Wir können zu Gott kommen, denn er ist doch gut.

[52:00] So wie es hier in Psalm heißt: Denn du, Herr, bist gut und vergibst gern. Wie viele von uns denken bewusst oder unbewusst, vielleicht, dass es zu viel Sünde in ihrem Leben gibt. Was meint ihr, wie viel Sünde gibt es insgesamt auf der Welt? Gibt es irgendetwas, was es mehr gibt als Sünde auf dieser Welt? Doch, es gibt mehr Gnade. Denn die Bibel sagt uns, wo das Maß der Sünde voll geworden ist, da ist die Gnade überströmt geworden. Egal, wie viel Sünde ihr euch vorstellen könnt, es gibt immer mehr Gnade. Nicht genauso viel, sondern mehr Gnade als Sünde. Nicht nur für die Welt, sondern auch für dich. Es gibt mehr Gnade für dich persönlich, als du möglicherweise sündigen kannst dein ganzes Leben lang. Und alles, was geschehen muss, ist, dass wir uns eingestehen: Ich brauche diese Gnade. Ich bin ein Sünder und ich sündige so oft mit meinen Gedanken oder mit meinen Gefühlen, vielleicht sogar Worten oder Taten.

[53:10] Denn es heißt hier: Das Übel reut ihn. Wenn Gott bereut, hat er einen Fehler gemacht? Nein, die Bibel sagt: Wenn aber jenes Volk, über das ich geredet habe, von seiner Bosheit umkehrt, dann reut mich auch das Unheil. Mit anderen Worten, Gottes Reue ist nicht wie unsere Reue, sagt die Bibel. Gott sagt nicht: Oh nein, ich habe einen Fehler gemacht. Gottes Reue ist eher so. Gott sagt: Du bist auf diesem Weg, auf dem guten Weg, aber wenn du von dem guten Weg abkehrst, dann bereue ich es und du wirst den Fluch haben. Oder aber, du bist momentan auf dem falschen Weg, dieser falsche Weg wird ins Verderben führen, aber wenn du dich von dem falschen Weg abkehrst und auf den guten Weg kommst, dann bereue ich das, was eigentlich Folge gewesen wäre. Gottes Reue bedeutet, statt Fluch bekommen wir Segen und Segen bekommen wir Fluch, wenn wir uns ändern.

[54:00] Der Hesekiel sagt an einer Stelle: Wenn der Gerechte von seiner Gerechtigkeit lässt und anfängt zu sündigen, wird er gerettet werden? Nein. All sein Segen, den Gott eigentlich ihm angedacht hatte, den bereut Gott. Aber wenn der Gottlose seine Gottlosigkeit verlässt und gerecht wird, dann wird Gott all den Fluch bereuen und ihm Segen geben. Wir brauchen Gottes Gerechtigkeit.

[54:28] Und dann haben wir in Vers 14 gelesen: Wird es da nicht Speisopfer und Trankopfer geben für den Herrn, euren Gott? Mit anderen Worten, das, was in Joel 1 zerbrochen war, die Beziehung zwischen der Landwirtschaft und dem Tempel, die Ernte, die nicht da war und deswegen die Gemeinde, den Gemeindegottesdienst kaputt gemacht hat, all das hört dann auf. Dann gibt es eine ausreichende Ernte. Und nächste Woche, wenn wir viel mehr darüber sprechen, gibt es Ernte, die wachsen kann durch den Frühregen und den Spätregen. Diese Ernte ist dann da und dann ist plötzlich genügend da in der Gemeinde. Dann ist genügend da, um die Priester zu unterhalten. Dann kann der Gottesdienst stattfinden. Dann ist das Heiligtumswerk unterstützt.

[55:14] Es ist die Buße. Es gibt übrigens ein Beispiel aus unserer Geschichte, das ihr wahrscheinlich gut kennt, wo genau das geschehen ist. Man könnte ja sagen, Christopher, sowas hat es ja noch nie gegeben. Doch, es hat es gegeben und alles, wo nach Gott uns bittet, ist, dass wir das nicht vergessen, sondern wieder erleben. Sylvester Bliss, einer der führenden Pioniere der Miller-Bewegung, schreibt über die Miller-Bewegung von 1840 bis 1844. Hört mal seine Sprache an und dann sagt mir hinterher, ob es nicht etwas wäre, was wir auch gut gebrauchen könnten.

[55:48] Sie, die Miller-Bewegung, produzierte überall die tiefste Herzenserforschung und Demütigung der Seele vor dem Gott des Hohen Himmels. Sie bewirkte, dass sich das Verlangen von den Dingen dieser Welt abwandte, dass Kontroversen und Animositäten geheilt wurden, Fehler bekannt wurden, ein Zusammenbrechen vor Gott und betete zu ihm um Vergebung und Annahme, die von Buße und zerbrochenen Herzen geprägt waren. Sie bewirkte Selbsterniedrigung und Niederwerfung der Seele, wie wir sie zuvor nie gesehen haben. Wie Gott durch Joel gebot, wenn der große Tag Gottes nahe ist, produzierte es ein Zerreißen der Herzen und nicht der Kleider und ein Hinwenden zu Gott mit Fasten und Klagen. Damals haben Leute, weil sie dachten, Jesus kommt bald wieder und sie noch Schulden hatten, Geld gesammelt, damit die Schuld abgetan werden kann. Und Leute, die keine Schulden hatten, hatten gerne von ihrem eigenen Geld gegeben, damit der andere noch schuldenfrei werden kann. Leute haben sich bewusst den Gerichten gestellt und sind ins Gefängnis gegangen, weil sie vorher weggelaufen waren. Jeder wollte angesichts des Tages des Herrn alles im Reinen haben. Im Reinen mit Gott und im Reinen mit seinen Mitmenschen. Das war die Frucht. Es gab keine Großekstase, keine charismatischen Bewegungen, keine Riesenfreudensprünge. Der Müller sagte, das heben wir uns vom Himmel auf. Dann haben wir noch lange genug Zeit zu hopsen und zu springen und uns zu freuen. Als Vorbereitung auf die Wiederkunft brauchen wir Herzensdemut.

[57:50] Ich glaube nicht, dass wir sagen sollten: Oh, wäre das schön. Diese Antwort wäre schon eine Katastrophe. Wir sollten sagen: Genau das wollen wir erleben. Ich wünsche mir, dass wir das hier erleben, was dort steht. Und Gott ist sicherlich mächtig. Was er schon einmal getan hat, mindestens genauso zu tun, wie es Ellen White sagt: Die Miller-Bewegung wird noch übertroffen werden durch das, was am Ende geschehen wird.

[58:20] Und so kommt es zu einem Aufruf. Vers 15 und 16: Stoßt in das Horn in Zion. Da haben wir es wieder. Nicht nur, um die Welt zu warnen. Nicht nur, um die Schrecken des Tages des Herrn anzukündigen. Nein, stoßt in das Horn in Zion. Heiligt ein Fasten. Beruft eine allgemeine Versammlung. Versammelt das Volk. Heiligt die Gemeinde. Bringt die Ältesten herbei. Versammelt die Kinder und die Säuglinge. Der Bräutigam geht aus seiner Kammer und die Braut aus ihrem Gemach. Angesichts der Krise und angesichts der Notwendigkeit der Bekehrung sagt Gott: Lasst uns die ganze Gemeinde zusammenrufen. Stoßt in das Horn.

[59:00] Das ist übrigens auch schon real passiert. In Jeremia 36 heißt es: Die ganze Bevölkerung von Jerusalem und alles Volk, das aus den Städten Judas nach Jerusalem kam, zu einem Fasten vor dem Herrn berief. Heiligt das Volk. In der Bibel wird öfter davon gesprochen, dass das Volk geheiligt werden soll. Dass es sich absondern soll. Dass es zusammenkommen soll. Dass es sich vorbereiten soll auf etwas Besonderes und Wichtiges. Wir lesen in 2. Mose 19, dass vor dem Geben der 10 Gebote am Sinai das Volk sich heiligen sollte. Sie sollten enthaltsam sein. Sie sollten sich waschen. Sie sollten sich reinmachen. Neue Kleider anziehen. Denn Gott wollte mit ihnen sprechen. In Joshua 7, Vers 13, da heißt es: Das Volk musste sich heiligen. Sie mussten zusammenkommen und beten, weil es in ihrer Mitte einen Achan gab und babylonische Kleider. Sie mussten zusammenkommen und beten, damit sie nicht weiter verlieren, sondern wieder gewinnen. Das Volk musste geheiligt werden. Als Samuel kam, um aus der Mitte der Familie Isais einen König zu wählen, der sollte die ganze Familie sich heiligen. Denn jemand aus ihrer Mitte wurde mit großen Aufgaben betraut. Die Leviten sollten sich heiligen unter Hiskia. Nicht nur sich selbst, sondern auch das Heiligtum. Wir glauben, wir leben in der Zeit, wo das himmlische Heiligtum gereinigt wird, wo es geweiht wird. Das geschieht nicht nur im Himmel. Was im Himmel geschieht, muss auf Erden geschehen. Wenn wir glauben, seit 1844 findet das Gericht statt. Wo ist unser Bedürfnis, zusammenzukommen und als Volk geheiligt zu werden? Dass wir bereit sind, Gottes Stimme zu hören, dass wir die babylonischen Gewänder aus unserer Mitte entfernen und dass wir bereit sind, große Aufgaben durch den Heiligen Geist zu bekommen. So wie Samuel. Zu Isais Zeiten gab es auch diesen Aufruf, er heiligte seine Kinder. Was hat er getan? Er hat für sie gebetet, weil er Angst hatte, dass seine Kinder möglicherweise in die Irre gehen. Auch das gehört dazu.

[1:01:10] Joel sagt: Ruft die ganze Gemeinde zusammen. Nicht nur die Theologen, nicht nur die über 30. Nein, ruft sie alle zusammen. Die Kinder und die Säuglinge, die Ältesten, alle Generationen sollen zusammenkommen und gemeinsam beten. Und gemeinsam fasten. Und gemeinsam Sünden bekennen. So wie in Joel 1 schon geschrieben war: Heiligt ein Fasten, beruft eine allgemeine Versammlung, versammelt die Ältesten, alle Bewohner des Landes, zum Haus des Herrn. Versammlung nicht irgendwo im offenen Feld, sondern Versammlung am Heiligtum. Wenn die Gemeinde Gottes zusammenkommt, um wirklich zu beten, dann wird das Heiligtum im Zentrum sein.

[1:01:46] Das ganze Volk, so wie damals in 5. Mose 29: Ihr alle steht heute vor dem Herrn, eurem Gott, eure Häupter, eure Stämme, eure Ältesten, eure Vorsteher, alle Männer Israels, eure Kinder, eure Frauen, dein Fremdling, der inmitten deines Lagers ist, von deinem Holzhauer bis zu deinem Wasserschöpfer. Niemand ist ausgeschlossen. Alle können dabei sein. Ganz Juda stand vor dem Herrn, samt ihren Kindern, Frauen und Söhne. Wisst ihr, was das bedeutet? Das muss die oberste Priorität sein.

[1:02:16] Habt ihr gelesen, was dort steht in Joel 2, Vers 16? Was soll der Bräutigam tun? Und wer soll noch aus ihrem Gemach kommen? Vor allem über 18-Jährigen. Was hat denn der Bräutigam und die Braut in ihrem Gemach vor? Die haben gerade geheiratet. Jetzt mal ganz ehrlich. Wenn man gerade geheiratet hat, gibt es da irgendetwas Wichtiges, als erstmal Zeit für sich zu haben? Nur, dass wir das in Perspektive bekommen: Wenn jemand geheiratet hatte und es war Krieg, würdet ihr sagen, Krieg ist eine wichtige Sache? Wenn man angegriffen wird, wenn die Feinde kommen, wenn die Babylonier kommen, das ist Krieg. Da braucht man noch jeden Mann, oder? Mit Mann und Maus muss man sich verteidigen. Aber das Gesetz Gottes sagte, in 5. Mose ist ein Mann unter euch, der sich mit seiner Frau verlobt und sie noch nicht heimgeführt hat, er gehe hin und kehre wieder in sein Haus zurück, damit er nicht im Krieg umkommt und ein Mann sie heimführt. Hochzeit ist wichtiger als Krieg. Hochzeitehe gehört zu den wichtigsten Dingen in Gottes Prioritätenliste. So wichtig, dass selbst die Landesverteidigung nicht so wichtig ist. Nur, dass wir uns richtig verstehen. Ehe ist enorm wichtig. Aber ist es nicht interessant, dass etwas, wofür man auf den Kriegsdienst verzichten könnte, nicht so wichtig ist, dass man sich dem gemeinsamen Bußgebet entziehen kann. Denn obwohl im Falle des Krieges gesagt wird, jemand, der verheiratet ist, lasst die erstmal ein Jahr alleine. Sag Gott, in Bezug auf das Zusammenkommen der Gemeinde, um Erweckung zu beten, selbst der Bräutigam, der gerade geheiratet hat, soll für dieses Gebet erstmal aus seiner Kammer kommen. Können ja später wieder zurückgehen. Aber das hat oberste Priorität. Und wisst ihr, hier liegt der Hase begraben. Denn niemand, der nur halbwegs sich christlich nennt, würde bezweifeln.

[1:04:20] dass Gebet gut ist. Niemand würde an einem Gebet irgendwas Schlechtes finden. Das Problem ist nur, es gibt solche Dinge wie Hochzeiten, die wir für wichtiger halten, als gemeinsam zu beten. Oder? Das ist das Problem. Es gibt Dinge, die wir für wichtiger halten, als uns vor Gott zu demütigen und uns zu sünden, vor Gott zu bekennen. Dinge, die wir für so wichtig halten, dass wir sagen, naja, das ist so wichtig, da kann Gott erstmal an zweiter Stelle treten.

[1:04:50] Das wird den Unterschied ausmachen, wenn die Gemeinde erkennt, dass diese eine Sache, gemeinsam zu beten, um Erweckung, so wichtig ist, dass es nichts gibt in diesem Leben, was die Priorität haben könnte. Wo sollen sie beten? Vers 17, letzter Vers für heute. Die Priester, die Diener des Herrn, sollen zwischen der Halle und dem Altar weinen und sagen: „Herr, habe Mitleid mit deinem Volk und gib dein Erbteil nicht der Beschimpfung preis, dass die Heidenvölker über sie spotten. Warum soll man unter den Völkern sagen: Wo ist nun ihr Gott?“

[1:05:32] Ihr seht hier das Gebet der Priester. Und wo beten sie? Zwischen der Halle und dem Altar. Schaut mal hier. Hier ist das Heiligtum. Hier war der Tempel und hier vorne seht ihr das? Das war die Vorhalle, die gebaut worden war. Hier ist der Altar. Ganz nah am Heiligtum. Nicht da, wo sonst die Menschen waren, sondern ganz nah zwischen Altar und Vorhalle. Dort sollte geweint werden.

[1:06:04] Und wisst ihr, dass dieser Ort zwischen Halle und Altar noch zweimal vorkommt in der Bibel? Joel sagt, dort an der Stelle sollen sie beten und fasten und klagen und gemeinsam zusammenkommen. Noch zweimal kommt diese Stelle vor zwischen Halle und Altar. Einmal in Hesekiel 8. Da heißt es, dass sie am Eingang des Tempels des Herrn zwischen der Halle und dem Altar waren. Etwa 25 Männer, die kehrten dem Tempel des Herrn den Rücken, ihr Angesicht aber nach Osten und sie warfen sich nach Osten anbetend vor der Sonne nieder. Sonnenanbetung genau am selben Ort, wo eigentlich Erweckung geschehen sollte.

[1:06:38] Und dann, Jesus spricht davon in Matthäus 23, damit über euch alles gerechte Blut komme, das auf Erden vergossen worden ist, vom Blut Abels des Gerechten bis zum Blut Serachias, des Sohnes Barachias, den ihr zwischen dem Tempel und dem Altar getötet habt. Also Hesekiel 8 wird zwischen Tempel und Altar die Sonne angebetet. Jesus sagt, dass zwischen Tempel und Altar einer der Märtyrer umgebracht worden ist.

[1:07:04] Und Joel sagt, genau an der Stelle, wo die Sonne angebetet worden ist, genau an der Stelle, wo ihr Propheten umgebracht habt, an der Stelle: Betet um Erweckung. Betet um Buße. Betet um Bekehrung. Zerreist eure Gedanken. Und nicht eure Kleider. Wenn der Vorhang zurückgerollt werden könnte, wenn ihr die Absichten Gottes und die Gerichte, die bald auf eine dem Untergang geweihte Welt fallen werden, erkennen könntet, wenn ihr eure eigene Einstellung sehen könntet, dann würdet ihr euch fürchten und um eure eigenen Seelen und die Seelen eurer Mitmenschen zittern.

[1:07:48] Wer kann ins Horn stoßen, ohne dass die Menschen sich erschrecken? Ernste Gebete voll Herz zerreißender Angst würden zum Himmel steigen. Ihr würdet zwischen der Halle und dem Altar weinen, eure geistliche Blindheit und euren Abfall bekennen.

[1:08:08] So wie Daniel: „Tu deine Augen auf, sieh uns zur Verwüstung und die Stadt, die nach deinem Namen genannt ist.“ So wie Mose, der gesagt hat: „Warum sollen die Ägypter sagen: Zum Unheil hat er sich herausgeführt, um sie im Wirke umzubringen und von der Erde heraus zu zilgen?“ Ihr kennt ja die Geschichte, das Volk war im Abfall, das Volk war in der Katastrophe, Gott sagt, ich werde euch vernichten. Und was sagt Mose? Ja Gott, diese Sünder haben es verdient, sind eh abgefallen, diese Laodizea-Israeliten von einer neuen Gemeinde. Was sagt Gott? Was sagt Mose? Er sagt, wenn das geschieht, dann triumphieren die Feinde Gottes.

[1:08:52] Ihr Lieben, lernt eine Lektion: Es gibt viel Böses in der Gemeinde. Es gibt viel Abfall in der Gemeinde. Es gibt viel, worüber man klagen und weinen kann, aber niemand, der die Einstellung von Daniel und Mose hat, wird diese Dinge an die große Glocke hängen. Niemand wird sie verbreitern und unter ein Vergrößerungsglas legen aus einem Grund: Immer wenn die Gemeinde Gottes verliert, triumphiert der Satan.

[1:09:24] Und Mose sagt: Ich will nicht, dass der Satan triumphiert. Ich will nicht, dass die Feinde spotten. Ich will nicht, dass Menschen außerhalb der Gemeinde sagen: Ja, schaut mal, das Evangelium nützt ja eh nicht, schaut mal, wie sie innen drin leben. Ja, die Probleme gehören angesprochen. Ja, die Probleme gehören gelöst, aber intern zwischen denen, die sie betreffen. Sie gehören nicht an die große Glocke gehängt. Sie gehören nicht weit und breit veröffentlicht. Sie gehören nicht noch vergrößert, damit wir alle sehen, wie schlimm wir sind. Denn jedes Mal, wenn es der Gemeinde Gottes schlimm geht, jedes Mal, wenn etwas Schlechtes über die Gemeinde gesagt wird, dann triumphiert der Satan.

[1:09:58] Wehe uns, wenn wir Probleme machen wollen, weil wir Probleme lieben. Ezekiel sagt: „die den übrigen Heidenvölkern ringsum zum Raub und zum Gespött geworden sind.“ Chronik sagt: „Und dieses Haus, das ich meinem Namen geheiligt habe, werde ich vor meinem Angesicht verwerfen und es zum Raum setzen und zum Spott unter allen Völkern.“ Wollen wir das? Dass Menschen sagen werden: Die Adventbotschaft soll was Besonderes sein. Schau mal, wie sie sich streiten. Schau mal, wie sie schlecht miteinander reden. Schau mal, wie sie schlecht miteinander umgehen. Da soll die Adventbotschaft was Besonderes bringen. Ich möchte keinen einzigen Weltmenschen so etwas sagen haben.

[1:10:38] Diese Frage, die hier am Ende steht in Joel 2, 17: „Wo ist nun ihr Gott?“ Die finden wir immer wieder in den Psalmen. „Die Zermalmung meiner Gebeine ist der Hohn meiner Bedränger, weil sie täglich zu mir sagen: Wo ist nun ihr Gott?“ Warum sollen die Heiden sagen: „Wo ist nun ihr Gott?“ „Nicht uns, oh Herr, nicht uns, sondern deinem Namen gibt Ehre, um deiner Gnade und Treue willen.“ Warum sollen die Heiden sagen: „Wo ist denn ihr Gott?“

[1:11:02] Wisst ihr, dass diese Frage nochmal gestellt worden ist? Nicht in den Psalmen, sondern im Neuen Testament. Nicht von Heiden, sondern von der Gemeinde Gottes. Er hat auf Gott vertraut, der befreien jetzt, wenn er Lust an ihm hat. Auf Deutsch umformuliert: Wo ist sein Gott? Das, was die Heiden über Jahrhunderte sagten: „Wo ist ihr Gott? Wo ist ihr Gott? Wo ist ihr Gott?“ Sagt jetzt das Volk Gottes, als Gott für sie am Kreuz stirbt. Sagen sie: „Wo ist sein Gott?“

[1:11:36] Aber wisst ihr, genau in dem Moment, wo das Volk Gottes die Frage der Heiden aufnimmt, hat Gott Heiden bekehrt, um zu sagen: Da ist mein Gott. Da hat aber der Hauptmann und die, welche mit ihm Jesu bewachten, das Erdbeben sahen und was da geschah, fürchteten sie sich sehr und sprachen: „Wahrhaftig, dieser war Gottes Sohn.“ Da war ein Erdbeben und eine Sonnenfinsternis, genauso wie in Joel beschrieben, und die einen fürchteten sich nicht wirklich und spotteten über Gott, und die anderen erschraken und sahen Gottes Wirken und taten Buße und bekehrten sich.

[1:12:18] Ihr Lieben, am Kreuz, am Kreuz werden wir Buße bekommen, aber über das Haus David und über die Einwohner von Jerusalem will ich den Geist der Gnade und des Gebets ausgießen, und sie werden auf mich sehen, den sie durchstochen haben. Ja, sie werden um ihn klagen, wie man klagt um den eingeborenen Sohn. Sie werden bitterlich über ihren Leid klagen, wie man bitterlich Leid trägt über den Erstgeborenen.

[1:12:48] Lieber Bruder, liebe Schwester, lasst uns gemeinsam aufs Kreuz schauen. So lange, bis wir so viel von unserer eigenen Unwürdigkeit sehen, dass unser ganzer Wunsch nur ist, Gott zu dienen und liebevoll zu unserem Nächsten zu sein. Das Kreuz führt zur Herzensumkehr. „Verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut und erkennst nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?“ Wir können nicht die Buße erzeugen, aber wenn du auf das Kreuz schaust, wenn du darüber nachdenkst, was Jesus nicht getan hat, dann wirst du feststellen: Ich bin vermutlich hier der größte Sünder in der ganzen Gemeinde. Und wenn ich noch hier sein darf, wenn Jesus mir vergeben hat, aber dann wird er den anderen bestimmt auch schon vergeben haben, dann muss ich nicht mehr grimmig sein über andere. Das Kreuz führt zur Herzensumkehr.

[1:13:56] Ein letztes Zitat von Ellen White: „Komm zu Gott genauso wie du bist und lass ihn alle deine Schwachheiten heilen. Komm wie du bist. Presse deinen Fall vor den Thron der Gnade. Lass das Werk gründlich sein. Zu viele sind oberflächlich mit Gott. Beten schnell um Vergebung und gehen weiter. Presse deinen Fall vor Gott. Sei gründlich. Handle aufrichtig mit Gott und deiner eigenen Seele. Wenn du zu ihm mit einem wirklich zerbrochenen Herzen kommst, wird er dir den Sieg geben. Er wird dich nicht missverstehen oder falsch beurteilen.“ So viele Menschen missverstehen uns, oder? Sie kennen unsere Motive nicht. Sie beurteilen uns falsch, aber Gott wird das nicht machen.

[1:14:44] Deine Mitmenschen können dir Sünde nicht vergeben oder dich von Bosheit reinigen. Jesus ist der Einzige, der dir Frieden geben kann. Sein großes Herz der Liebe hat Mitleid mit uns zu verbreiten. Welche Sünden sind zu groß für ihn, um vergeben zu können? Welche Seele zu finster und Sünden bedrückt, um von ihm gerettet zu werden? Er ist gnädig. Er schaut nicht nach Verdiensten in uns, sondern heilt unseren Abfall aufgrund seiner eigenen, grenzenlosen Güte und liebt uns reichlich, während wir noch Sünder sind. Jesus liebt dich jetzt schon. Er wird dich lecken und dir in die Ruhe bringen.

[1:15:30] Oh Gott, wir wissen, dass du es gerade hielst, das ist ein ausschussnaheres Dualed. Du bist das größte Bitcoin, das durch das widzende Kindergarten gut geschehen und ich möchte dabei sein. Ich kann es nicht alleine tun. Ich brauche dich. Du brauchst deinen Nächsten. Wir müssen gemeinsam beten und Gott wird antworten und wir antworten wird. Das sehen wir nächste Woche. Das werden wir studieren. Mit einem Segen, den wir uns kaum vorstellen können. Wenn wir beten. Lass uns nicht in der Knie zum Gebet.

[1:16:23] Liebe Vater im Himmel, wir knien hier vor dir unter dem Eindruck der Worte von Joel, der durch deinen Geist inspiriert gesagt hat, dass die ganze Gemeinde zusammenkommen soll. Gemeinsam zu fasten und zu beten und wir haben gerade gelesen, dass wir so kommen können, wie wir sind. Wir müssen uns darauf nicht groß vorbereiten, nicht erst einen Kurs belegen, nicht uns erst gedanklich darauf einstellen. Wir können so kommen, wie wir jetzt hier gerade sind.

[1:17:03] Und Herr, wir sehen, dass wir dich brauchen. Wir brauchen dich in unserem persönlichen Leben, wir brauchen dich in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen, wir brauchen dich in unserer Gemeinde, wir brauchen dich dafür, dass du uns ausrüstest, wirklich einen lauten Ton zu geben der Posaune. Und Herr, wir wollen unsere Gedanken zerreißen. Und wenn es jemanden hier gibt, der vielleicht denkt, dass seine Gedanken ihm zu wertvoll sind, als dass sie zerrissen werden können, dann bitte erinnere uns daran, dass es nichts gibt, was so wertvoll ist, auch wenn wir es für so besonders halten, dass es sich lohnt, deswegen das ewige Leben mit dir aufs Spiel zu setzen.

[1:17:47] Herr, wir wollen keine äußerliche Zurschaustellung. Wir wollen nicht einfach nur Buße spielen. Herr, wir sehen uns nach echter, herzensverändernder Buße, die uns neue Gedanken gibt, alte Emotionen beiseite tut, unser Herz aufräumt, neu schafft und wir danken dir, dass du so groß bist und so gütig, dass es viel mehr Gnade gibt, als alle Sünden, die wir vielleicht getan, gesagt oder gedacht haben. Dass du durch deinen heiligen Geist uns zu neuen Menschen machen kannst.

[1:18:21] Und Herr, wir wissen, das ist nicht das einmalige Werk von einem Gebet, sondern wir müssen Tag für Tag uns daran erinnern, wie wenig wir alleine ohne dich sind, nämlich nichts, und wie sehr wir dich brauchen. Und dann wirst du durch uns ein großes Werk tun können, etwas, von dem wir jetzt nicht einmal leise die Ahnung haben. Wir werden nächste Woche sehen, was du alles tun kannst. Aber Herr, heute möchten wir dich um Erweckung bitten. Und zwar nicht so, wie wir es oft tun, einfach nur um den Programmpunkt abgehakt zu haben, sondern wir möchten dich bitten, dass du jedem, dass du mir, jedem Einzelnen zeigst, wo wir falsch liegen. Dass du uns zeigst, was wir anders machen müssen. Dass du uns zeigst, wo wir vom Weg abgewichen sind, miteinander oder alleine vor dir.

[1:19:09] Dass wir unsere Herzen erforschen, dass wir den Weg überprüfen und uns mit unserem ganzen Herzen ohne Reserve zu dir wenden. Und wir danken dir, dass wir wissen dürfen, dass du verheißen hast, dass du den Himmel ausgießen wirst. Dass du deinen Geist senden wirst und in kurzer Zeit das geschehen kann, was du verheißen hast, nämlich die Verkündigung des Evangeliums in der ganzen Welt. All das bitten wir nicht, weil wir so gut sind oder so viel getan hätten, sondern weil dein Sohn Jesus Christus würdig ist und für uns einsteht und jetzt für uns bittet. Amen.


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