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In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour wird das Thema „Freiheit in Christus“ anhand des Galaterbriefs beleuchtet. Es wird erklärt, was Freiheit in der Bibel bedeutet und wie sie sich von weltlichen Vorstellungen unterscheidet. Die Predigt thematisiert die Gefahren von Extremen wie Legalismus und billiger Gnade und betont die Bedeutung des Glaubens, der durch Liebe wirksam ist, sowie die Frucht des Geistes als Kennzeichen wahrer Freiheit. Abschließend wird die Liebe als Erfüllung des Gesetzes hervorgehoben und die Notwendigkeit, in Christus zu bleiben, um ein Leben in wahrer Freiheit und Gerechtigkeit zu führen.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2017 Q3: Der Galaterbrief

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen hier zur Cannstatt Study Hour aus Stuttgart Bad Cannstatt. Wir studieren heute die 11. Lektion, noch immer im Quartal das Evangelium im Galaterbrief, und heute möchten wir das Thema Freiheit in Christus studieren. Und wir wollen direkt bei diesem Wort anfangen, bei dem Wort Freiheit, und wir lesen oder wir springen direkt zum Merkvers. Aber bevor wir in unser Bibelstudium eintauchen, möchte ich mit euch gemeinsam beten und ich möchte euch bitten, die jetzt daheim seid, ganz besonders über diesen oder diesen Aspekt auch Gott vorzulegen: Freiheit in Christus. Lasst uns gemeinsam beten.

[1:14] Unser himmlischer Vater, ich danke dir, dass wir vor dich kommen dürfen, dass wir in Freiheit dein Wort lesen und studieren dürfen. Und ich danke dir, dass du so viel Weisheit darin offenbart hast, dass du uns dadurch veränderst. Ich möchte dich bitten, wenn wir jetzt dieses wichtige Thema anschauen, dieses so erlösungsrelevante Thema anschauen, dass du uns die Augen öffnest, uns Weisheit schenkst und unser Herz öffnest, dass wir nicht einfach nur eine weitere Ansammlung von theoretischem Wissen haben, sondern dass wir das tun können, dass wir das in unserem Leben spüren, was es heißt, Freiheit in Christus zu haben. Mach es uns zu eigen und gib uns dieses Geschenk der Freiheit. Ich danke dir dafür, dass du mit deinem Heiligen Geist anwesend sein wirst und dass du dieses Bibelstudium segnen wirst. Im Namen Jesu Christi. Amen.

[2:08] Und wie gesagt, steigen wir direkt ein in den Merkvers. Freiheit in Christus. Wir steigen ein in Galater 5, Vers 13. Galater 5, Vers 13 und lesen nur den ersten Teil: Denn ihr seid zur Freiheit berufen. Wir haben schon einiges über die Galater gelernt. Und ein Problem war sicherlich die Beziehung zum Gesetz. Und auf dieses Problem, das wir jetzt noch ausgiebiger studieren werden, antwortet Paulus mit der Aussage: Ihr seid zur Freiheit berufen. Und wir wollen uns anschauen, was genau die Bibel mit diesem Wort Freiheit aussagen möchte. Was bedeutet Freiheit in der Bibel? Und ich habe euch drei Bibelverse dazu. Der erste steht in Römer 8, Römer 8, die Verse 20 und 21. Freiheit in der Bibel. Römer 8, die Verse 20 und 21: Die Schöpfung ist nämlich der Vergänglichkeit unterworfen. Nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin, dass auch die Schöpfung selbst befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Das heißt, befreit werden wir von der Knechtschaft der Sterblichkeit hin zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Gott macht uns zu seinen Kindern.

[3:42] Der nächste Vers steht in 2. Korinther 3, 2. Korinther 3, Vers 17. Der Herr aber ist der Geist. Und wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. Unser zweiter Punkt ist: Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. Und der letzte Vers, Galater 2, Vers 4. Galater 2, Vers 4. Was aber die eingeschlichenen falschen Brüder betrifft, die sich hereingedrängt hatten, um unsere Freiheit auszukundschaften, die wir in Christus Jesus haben, damit sie uns unterjochen können. Wir haben also Freiheit in Christus Jesus. Aber es gibt auch einen Versuch, diese Freiheit zu unterjochen. Wir sehen also, wir haben bisher drei Punkte zur Freiheit: Wir sind von der Knechtschaft der Sterblichkeit befreit in die Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes. Und wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. Die wir nämlich haben, Punkt 3, in Jesus Christus. Aber es gibt diesen Versuch, sie zu unterjochen.

[4:55] Und bei diesem Versuch gibt es zwei Extreme. Und beide Extreme kosten die Freiheit. Beide Extreme kosten die Freiheit, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint. Das erste Extrem schneiden wir noch nur ganz kurz an. Und wir gehen nachher nochmal näher darauf ein. Das erste Extrem sehen wir in 1. Petrus, 1. Petrus 2, und dort Vers 16. 1. Petrus 2, Vers 16. Als Freie und nicht als solche, die die Freiheit als Deckmantel für die Bosheit benutzen, sondern als Knechte Gottes. Nicht als solche, die die Freiheit als Deckmantel für Bosheit benutzen. Also wir zollen wahre Freiheit ein. Wenn ich mir nur einen Deckmantel anziehe, dann bin ich noch nicht das, was der Mantel zeigt. Wenn ich aber wirklich frei bin, dann brauche ich keinen Deckmantel mehr. Das heißt, die Letteren, die sich den Deckmantel anziehen, das sind nur irgendwelche Leute. Aber das sind nicht Freie. Das heißt nicht Freie, die den Deckmantel der Freiheit anziehen, sondern einfach nur solche, die die Freiheit als Deckmantel anziehen. Unsere Aufgabe ist es, wahre Freiheit als Knechte Gottes. Darauf gehen wir nachher noch näher ein.

[6:20] Und das andere Extrem war, womit die Galater zu kämpfen hatten. Und dazu wollen wir aufschlagen Galater 5 und dort Vers 1. So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat. Und lasst euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen. Steht nun fest in der Freiheit. Und ich möchte dazu gern ein Zitat lesen aus dem Buch Sketches of the Life of Paul. Ich weiß nicht, ob es das Buch in Deutsch gibt. Ich habe es jedenfalls nicht gefunden. Wenn ja, also sozusagen Abrisse aus dem Leben Paulus. Das Zitat steht allerdings auch in diesem Bibelkommentar von Ellenwald. Zu der Stelle Galater 5, Vers 1 und 2. Und ich würde euch gern einen Abschnitt daraus vorlesen. Ach so, und im Buch Sketches of the Life of Paul steht es auf Seite 121, 122.

[7:46] Sie dachten allen Ernstes, wenn sie diesen Mittelweg zwischen Juden und Christen einschlügen, gelänge es ihnen, den Hass zu beseitigen, der dem Christentum anhaftete. Und sie würden eine große Anzahl Juden anziehen. Sie rechtfertigten ihre Haltung, die im Gegensatz zu der des Paulus stand, indem sie aufzeigten, dass die Handlungsweise des Apostels, die Heiden ohne Beschneidung in die Gemeinde aufzunehmen, mehr Juden vom Annehmen des Glaubens abhielt, als Zugänge aus den Heiden zu verzeichnen wären. So entschuldigten sie ihre Opposition gegen die ruhigen Überlegungen Gottes anerkannter Diener. Sie lehnten es ab, einzugestehen, dass das Werk Christi die ganze Welt umfasste. Sie behaupteten, Christus wäre Erlöser allein für die Hebräer. Deshalb bestanden sie darauf, dass die Heiden sich beschneiden lassen sollten, ehe sie zu den Vorrechten der Gemeinde Christi zuzulassen seien.

[8:45] Also wir sehen, dass das Problem der Galater in die andere Richtung, in das andere Extrem fiel. Sie wollten die Gemeinde genauso exklusiv haben, wie sie auch das Judentum verstanden haben. Sie wollten nicht, dass Heiden einfach in die Gemeinde konvertieren können oder nicht einfach zum Christentum konvertieren können, sondern sie wollten, dass sie speziell Hebräer sein sollen. Und auf diese Beziehung zum Zeremonialgesetz, auf dieses Verständnis vom Zeremonialgesetz, wollen wir auch später nochmal eingehen. Wir wollen nur einen groben Überblick über das erlangen, was wir heute studieren wollen. Und auf dieses Extrem antwortet Paulus mit: So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat. So steht nun fest in der Freiheit.

[9:37] Und dazu festzustehen, wollen wir uns auch drei Bibelverse anschauen. Der erste ist in 2. Thessalonicher 2 und dort Vers 15. 2. Thessalonicher 2 und dort Vers 15. So steht denn nun fest, ihr Brüder, und haltet fest an den Überlieferungen, die ihr gelehrt worden sei, sei es durch ein Wort oder durch einen Brief von uns. Also es ist nicht nur einfach das Feststehen, sondern wir sollen auch am überlieferten Wort, am heiligen Wort festhalten. Wir sollen eine Richtschnur haben, die wir immer bei uns haben, an der wir festhalten und von der wir nicht abrücken.

[10:23] Der zweite Vers ist in Philipper. Philipper 1 und dort Vers 27. Philipper 1, Vers 27. Dass ihr feststeht in einem Geist und einmütig miteinander kämpft für den Glauben des Evangeliums. Die Botschaft steht fest, ist nicht nur einfach eine individuelle Botschaft, sondern sie ist gleichermaßen auch eine kollektive Botschaft. Allein nur meinen Glauben ausleben, sagt Paulus, ist noch nicht das Optimale. Sagt, wir brauchen auch kollektiv die gleiche Standfestigkeit als Gemeinde, um für diesen Glauben des Evangeliums zu kämpfen.

[11:25] Und der letzte und auch wichtigste Vers zu diesem Thema ist in Römer 14. Römer 14, Vers 4. Fest in der Freiheit stehen. In der Freiheit stehen, ja. Römer 14, Vers 4. Die wichtigste Botschaft an der Botschaft von Paulus, dass wir feststehen sollen, ist, dass wir es nicht können. Aber Gott wird uns aufrecht erhalten. Gott vermag ihn aufrecht zu verhalten oder zu erhalten. Er ist der Einzige, Gott ist der Einzige, der uns davor bewahren kann, nach links oder auch nach rechts abzurutschen. Nur Gott kann uns aufrecht erhalten. Das ist das gleiche Wort, wie steht fest in der Freiheit übrigens.

[12:25] Und zu dieser Freiheit, sagt Paulus in Galater 5, Vers 1, zu dieser Freiheit hat Christus uns befreit. Und wir wollen uns ein paar Bilder anschauen, die Paulus benutzt hat, um das weiter zu illustrieren. Und das erste Bild befindet sich in Galater 1. Galater 1 und in den Versen 3 und 4. Gnade sei mit euch und Friede von Gott dem Vater und unserem Herrn Jesus Christus, der sich selbst für unsere Sünden gegeben hat, damit er uns herausrette aus dem gegenwärtigen bösen Weltlauf, nach dem Willen unseres Gottes und Vaters. Jesus hat sich selbst dahin gegeben, um uns herauszuretten aus dem gegenwärtigen bösen Weltlauf.

[13:12] Was bedeutet dieser böse Weltlauf? Was ist hiermit gemeint? Die Welt an sich ist nicht schlecht, Gott hat die Welt geschaffen. Aber es geht hier vielmehr um eine Einstellung oder eine Gesinnung, die die Bibel als Welt beschreibt. Und um die zu verstehen, wollen wir uns zwei Verse im Korintherbrief im 1. anschauen. 1. Korinther 3, Vers 19 ist der erste. 1. Korinther 3, Vers 19. Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gott, denn es steht geschrieben: Er fängt die Weisen in ihrer List. Die Weisheit der Welt ist Torheit vor Gott. Und 1. Korinther 1, Vers 18. Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren gehen. Uns aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft. Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren gehen.

[14:06] Das heißt, wir sehen hier zwei Prinzipien. Die Welt lebt nach dem Prinzip der Selbsterhaltung, der Selbsterhöhung. Das Prinzip sehen wir genauso im Darwinismus. Zuerst ich, dann der andere. Gott aber lebt nach dem Prinzip der Selbstaufopferung und der Selbsterniedrigung, zur Erhöhung des anderen. Zuerst die anderen, dann ich. Im Himmel, das war auch genau das, was Jesus Nikodemus gesagt hat. Johannes 3, Vers 5 und 6. Vers 5 und 6 sagt Jesus: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen. Wer aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch. Und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.

[14:55] Also Jesus macht deutlich, im Himmel wird es nur noch das Prinzip Gottes geben. Sonst wäre ewiges Leben unmöglich. Im Himmel wird nach dem Prinzip des Geistes gelebt. Und das ist auch ein Teil, diese Welt, diese Einstellung der Welt, ist ein Teil, bzw. lass es mich anders formulieren, diese Einstellung der Welt führt zum Tod. Und ein Teil ist sie von dem, von dem uns Gott, oder sie ist ein Teil von dem, wovon Gott uns befreien möchte. Tut mir wirklich leid, jetzt habe ich es geschafft. Also Gott möchte uns von diesem gegenwärtigen Weltlauf, von dieser Einstellung, von dieser Gesinnung, dass ich zuerst komme und der andere nach mir, möchte er uns befreien. Und er möchte uns zeigen, was wahre Selbsterniedrigung bedeutet. Denn wir wissen, wer sein Leben liebt, der wird es verlieren, aber wer sein Leben gibt, der wird es erlangen.

[15:57] Und so ermahnt Paulus also, wir gehen zurück zu Galater 5. So ermahnt Paulus also: Steht fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat. Lasst euch nicht wieder in das Joch der Knechtschaft spannen. Es ist interessant, Christus hat uns ja schon befreit. Und Paulus ermahnt trotzdem noch einmal: Steht nun fest in der Freiheit. Und das ist ein Prinzip, das wir bei Paulus oft finden. Er ermahnt oder erinnert uns daran, was wir eigentlich schon tun müssen. Ähnlich ist es auch im gleichen Kapitel in Vers 25: Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln. Oder in Kolosser 2, und dort Vers 6, das steht: Wie ihr nun Christus Jesus, den Herrn, angenommen habt, so wandelt auch in ihm. Paulus macht hier deutlich, dass wir uns Jesus nicht erarbeiten müssen oder überhaupt können. Aber weil wir ihn angenommen haben, können wir so leben. Weil wir ihn angenommen haben, werden und sollen wir so leben. Weil er uns schon befreit hat, können wir in der Freiheit feststehen.

[17:10] Und nun wollen wir uns weiter anschauen. Wir haben schon gesagt, Christus möchte uns befreien von diesem gegenwärtigen Weltlauf. Und wir haben auch gesagt, dass diese Einstellung, dieses Prinzip der Welt, schlussendlich zum Tod führt. Dass diese Selbsterhöhung nicht andauert. Auch wenn es eigentlich ein Trugschluss ist, weil man denkt, man rettet sich. Aber man verliert sich. Und wir wollen weiter schauen, wovon uns Christus befreit hat. Und wir wollen dazu schauen in Hebräer. Hebräer 2, die Verse 14 und 15. Da nun die Kinder an Fleisch und Blut Anteil haben, ist er gleichgemäß dessenteilhaftig geworden, damit er durch den Tod den außer Wirksamkeit setzte, der die Macht des Todes hatte, nämlich den Teufel. Und alle diejenigen befreite, die durch Todesfurcht ihr ganzes Leben hindurch in Knechtschaft gehalten wurden.

[18:06] Also da gibt es Leute, die wurden ihr ganzes Leben in Todesfurcht oder durch Todesfurcht in Knechtschaft gehalten. Und davon möchte uns Jesus befreien. Der Tod ist unnatürlich. Jeder Mensch hat Angst vor dem Tod, weil er nicht weiß, was nach dem Tod kommt oder mit dem Tod oder warum der Tod überhaupt kommt. Aber der Tod ist gleichzeitig auch unser Lohn. Und durch Christus, das wissen wir, konnte der Tod überwunden werden. Wenn wir also Christus haben, dann müssen wir nicht mehr in dieser Knechtschaft der Todesfurcht sein. Noch vielmehr nicht in der Knechtschaft der ewigen Todesfurcht. Denn jeder Mensch weiß, dass er etwas Schlechtes gemacht hat. Jeder. Und wenn ich geistlich tot bin, dann wäre Christus nicht gekommen, dann wären wir auch nicht geistlich lebendig. Dann könnten wir keine wahre Geistlichkeit empfinden, weil es eigentlich nur weitere Chancen sind, die wir bekommen. Dann wäre ich auch geistlich tot. Und das heißt, ich könnte nichts nur gegen den physischen ersten Tod tun, sondern ich könnte auch nichts gegen den moralischen, geistlichen Zerfall von mir selbst tun.

[19:22] Also sehen wir, dass Christus uns wirklich frei macht von der Todesfurcht vor dem ersten und auch vor dem zweiten Tod. Vor dem ersten, weil wir wissen, dass er der Herr über den Tod ist. Und vor dem zweiten, weil wir wissen, dass wenn wir an ihm festhalten, wir den zweiten Tod nie erleben müssen. Christus macht wirklich frei. Vom Fleisch, vom Legalismus, von der Sünde, vom Tod und auch vom Satan.

[19:50] Ein schönes Zitat dazu steht in der Lektion auf Seite 130. Das ist zitiert von Timothy George aus dem Buch Galatians auf Seite 354. Außerhalb von Jesus Christus ist das menschliche Leben eine Sklaverei. Der Mensch ist Sklave des Gesetzes des Bösen, das diese Welt beherrscht. Der Sünde des Fleisches und des Teufels. Gott sandte seinen Sohn in die Welt, um die Herrschaft dieser Sklavenhalter zu zerschmettern. Gott sandte seinen Sohn, um uns von diesem Joch zu befreien, von dieser Knechtschaft, um uns zu zerschmettern.

[20:31] Und ein weiterer Vers, der deutlich macht, wovon Gott uns befreien möchte, steht in Römer 6. Und zwar lesen wir dort zwei Verse, den Vers 14 und den Vers 18. Römer 6, 14 und 18. Vers 18. Also wir müssen erst von der Sünde befreit sein, um überhaupt der Gerechtigkeit dienstbar sein zu können. Und er sagt aber, nachdem wir dann befreit wurden, sind wir Diener der Gerechtigkeit. Wir sind dienstbar der Gerechtigkeit.

[21:21] Und ich habe ein paar Verse zusammengezogen, die uns ein Bild darüber geben, was die Bibel alles zu Gerechtigkeit sagt. Es sind einige mehr Verse. Einige Verse mehr. Aber die Verse, die ich herausgesucht habe, finde ich illustrieren dieses Bild sehr schön. Der erste steht in Römer 10 und dort Vers 3. Römer 10, Vers 3. Denn weil sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkennen und ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten trachten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen. Obwohl hier alles in der Negation steht, können wir trotzdem eine Reihe oder einen Ablauf erkennen. Man muss die Gerechtigkeit Gottes erkennen. Und weil wir erkennen, wie gerecht Gott ist, lehnen wir die eigene Gerechtigkeit ab, weil wir merken, dass sie nichts wert ist, um uns dann der Gerechtigkeit Gottes zu unterwerfen. Wenn ich meine eigene Gerechtigkeit nicht ganz ablehne, dann kann ich mich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterwerfen. Wenn ich die Gerechtigkeit Gottes gar nicht erkenne, dann kann ich meine eigene nicht ablehnen, weil dann denke ich, ich bin super toll. Aber wenn wir wirklich die Gerechtigkeit Gottes erkennen und die eigene nicht ablehnen, dann ist das eine schwerwiegende Folge.

[22:44] Ein weiterer Vers steht in Psalm 31, Vers 2. Psalm 31, Vers 2. Bei dir, oh Herr, habe ich Zuflucht gefunden. Lass mich niemals zu Schanden werden. Er rette mich durch deine Gerechtigkeit. Das ist ein Gebet, das wir alle beten können. Er rette mich durch deine Gerechtigkeit. Aber es zeigt auch, dass wir errettet werden, nicht durch unsere Gerechtigkeit, sondern dass Gottes Gerechtigkeit uns errettet. Es ist allein Gottes Gerechtigkeit, die uns überhaupt erretten kann.

[23:31] Nächster Vers steht in 2. Korinther 9. 2. Korinther 9, Vers 9-11. Wir sehen hier zwei Dinge. Wir sehen zunächst einmal, dass die Gerechtigkeit Gottes in Werken offenbar wird. Er hat ausgestreut, er hat den Armen gegeben. Seine Gerechtigkeit besteht in Ewigkeit. Wir müssen das nicht sehen, aber weil wir es sehen, wissen wir, dass Gottes Gerechtigkeit in Ewigkeit besteht. Und der zweite Punkt, den wir sehen, ist, dass Gott in uns die Früchte der Gerechtigkeit wachsen lässt. Es ist nichts, was wir selbst hervorbringen können. Es ist nichts, wo wir uns anstrengen können. Und das wird das Resultat sein. Es ist etwas, was Gott in uns wachsen lässt. Und dann werden auch, wie Gottes Werke seine Gerechtigkeit zeigen, unsere Werke die Gerechtigkeit Gottes zeigen.

[25:06] Der nächste Vers ist in 2. Petrus 2, 2. Petrus 2, Vers 21. 2. Petrus 2, Vers 21. Hier sehen wir, dass der Weg der Gerechtigkeit sich im überlieferten Heiligengebot abzeichnet. Und dass, wenn wir uns davon abwenden, wenden wir uns von dem Weg der Gerechtigkeit ab.

[25:47] Und dann wollen wir uns drei Verse in Johannes anschauen, in 1. Johannes. Der erste steht in 1. Johannes 2, Vers 29. Wenn ihr ein Ohr habt... Nein, das ist Offenbarung. 1. Johannes 2, Vers 21. Vers 29, okay, Entschuldigung. Jetzt habe ich es wirklich gefunden. 1. Johannes 2, Vers 29. Wenn ihr wisst, dass er gerecht ist, so erkennt auch, dass jeder, der die Gerechtigkeit tut, aus ihm geboren ist. Also jeder, der die Gerechtigkeit tut, ist aus Jesus geboren.

[26:32] Nächste ist 1. Johannes 3, Vers 10. Das heißt, es wird hier sehr klar gesagt, wer nicht die Gerechtigkeit tut, ist nicht aus Gott. Weil Gott ist keine Ungerechtigkeit. Und zuletzt die Verse 5-7. Auch 1. Johannes 3, 5-7. Und ihr wisst, dass er erschienen ist, um unsere Sünden hinwegzunehmen. Und in ihm ist keine Sünde. Wer in ihm bleibt, der sündigt nicht. Wer sündigt, der hat ihn nicht gesehen und nicht erkannt. Kinder, lasst euch von niemandem verführen. Wer die Gerechtigkeit übt, der ist gerecht, gleich wie er gerecht ist.

[27:23] Hier sehen wir einen unglaublich wichtigen Punkt. In Christus bleiben. Und in den Vers 5, in diesem Gleichnis mit dem Weinstock und dem Reben, sagt Jesus: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der wird viel Frucht bringen. Denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der wird viel Frucht bringen. Denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun. Unser ewiges Leben ist absolut abhängig davon, ob wir bei Christus sind. Und es gibt keine andere Möglichkeit und keinen anderen Weg, es zu beeinflussen.

[28:14] Und der letzte Vers, den wir uns anschauen wollen, ist in Psalm 5. Psalm 5 und dort Vers 9. Herr, leite mich in deiner Gerechtigkeit um meiner Feinde willen. Ebne deinen Weg vor mir. Das ist ein Gebet, das wir jeden Tag selbst zu Gott beten können. Leite mich in deiner Gerechtigkeit. Ebne deinen Weg vor mir. Wir wollen wirklich auf Gottes Wegen gehen. Aber wir müssen ihn um Kraft bitten. Denn getrennt von ihm können wir tatsächlich nichts tun.

[28:58] Und wir haben schon einige Verse gelesen, in denen es um geistliches Leben ging. Oder um Leben im Geist. Und Paulus macht das sehr deutlich, dass es diesen Gegensatz gibt zwischen Fleisch und Geist. Und ein Vers dazu können wir anschauen in Römer 8. Und dort Vers 1. Römer 8, Vers 1. So gibt es jetzt keine Verdammnis mehr für die, welche in Christus Jesus sind, die nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist. Und wir kennen aus Galater 5 die Werke des Fleisches. Wir kennen die Werke des Fleisches. Da stehen Dinge wie Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Ehebruch, Unzucht, Unreinheit. All diese Dinge dürften wir eigentlich nicht in der Gemeinde finden. Aber leider ist die Gemeinde manchmal voll davon.

[30:02] Im Gegensatz dazu, zu diesen Werken des Fleisches, steht die Frucht des Geistes. Und die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz. Sehr schöner Vers. Vor allem gut für die Missionsarbeit. Und in Römer 8, Vers 8 lesen wir, dass die, die im Fleisch sind, Gott nicht gefallen können. Nur wer wirklich im Geist ist, kann Gott gefallen und kann vor Gott stehen.

[30:39] Und das ist das Teil eines Tages. Und wir haben über die Gerechtigkeit gesprochen. Und in diesem Bild der Gerechtigkeit oder auf diesem Weg der Gerechtigkeit zu sein, vergleicht Paulus mit einem Bild, und zwar dem Bild von der Mündigkeit. Wir können das mal anschauen in Galater 4. Dort schreibt er: Ebenso waren auch wir, als wir noch unmündig waren, den Grundsätzen der Welt als Knechte unterworfen. Auch hier geht es wieder um eine negative Art der Knechtschaft. Eine Knechtschaft zu diesen Grundsätzen der Welt. Wir haben vorhin schon gesehen, was diese Grundsätze sind.

[31:30] Ich habe mal nachgeschaut. Die Bundeszentrale für politische Bildung beschreibt Mündigkeit als Selbstbestimmung und Urteilsfähigkeit. Man spricht von mündigen Bürgern und meint damit, dass Bürger und Bürgerinnen nicht nur für sich selbst Verantwortung übernehmen, sondern auch für ihren Staat und ihre Gesellschaft. Also wenn ich mündig sein soll, nach dieser Definition, kann ich für mich selbst Verantwortung übernehmen. Für andere kann ich Urteilsfähigkeit ausüben und Selbstbestimmung.

[32:04] Paulus sagt etwas, was ein wenig anders ist. Hebräer 5 Vers 13. Wer nämlich noch Milch genießt, der ist unerfahren im Wort der Gerechtigkeit, denn er ist ein Unmündiger. Unerfahren im Wort der Gerechtigkeit. Paulus sagt, du bist mündig, wenn du wirklich erfahren bist im Wort der Gerechtigkeit. Vor Gott bedeutet Mündigkeit nicht, dass ich mit meinem eigenen Verstand tolle Dinge erreiche, dass ich selbst bestimme, wohin ich gehe, dass ich alles verstehen kann. Gott sagt, Mündigkeit ist, wenn du erfahren bist im Wort der Gerechtigkeit.

[32:54] Und es macht Sinn. Wir wissen aus Jeremia 17 Vers 9, dass unser Herz trügerisch sein kann, dass es bösartig sein kann sogar. Und in Römer 8 Vers 6 lesen wir, das können wir kurz aufschlagen. Römer 8 Vers 6. Denn das Trachten des Fleisches ist Tod, das Trachten des Geistes aber Leben und Frieden. Wenn wir wirklich auf uns selbst hören, dann ist dieses Trachten nur nach dem Tod. Das ist keine wahre Mündigkeit. Aber wenn ich das Wort der Gerechtigkeit kenne, dann kann ich nach einer Richtschnur urteilen, die über meinen eigenen Verstand hinausgeht. Eine Richtschnur, die nie unter keinen Umständen falsch ist und die in Ewigkeit geschrieben richtig bleibt. Und nur dann bin ich wirklich mündig. Dann habe ich wirklich diese Kraft, Selbstbestimmung auszuüben, weil ich erkannt habe, was Gottes Weg ist und weil ich weiß oder verstanden habe, dass dieser Weg einiges besser ist.

[34:04] Paulus sagt also über diese Gerechtigkeit, dass es uns zu mündigen Bürgerinnen und Bürger macht. Die Gerechtigkeit oder das Wort der Gerechtigkeit unterrichtet uns darin, dass wir mündig werden können.

[34:20] Und jetzt wollen wir noch zu dieser Stelle im Galaterbrief gehen. Galater 5. Und wir wollen einfach durch die Verse durchgehen und schauen, wohin dieses leichte Abschweifen von der Wahrheit, dieses nur ein bisschen nach rechts schaukeln, wohin es geführt hat und führen, noch weiter hätte führen können. Galater 5. Und wir fangen an bei den Versen 1 und 2. So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat. Und lasst euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen. Siehe ich, Paulus, sage euch, wenn ihr euch beschneiden lasst, wird euch Christus nichts nützen.

[35:03] Zunächst einmal sehen wir, dass das Joch der Knechtschaft hier die Beschneidung ist. Aber mit dieser Beschneidung, wir haben auch vorhin das Zitat gelesen, kam nicht nur einfach ein kleiner Zusatzpunkt, sondern das ganze Zeremonialgesetz. Und das Zeremonialgesetz hat seine Berechtigung. Es ist von Gott gegeben. Abraham hat dem Zeremonialgesetz im Glauben gehorcht oder war demgegenüber auch gehorsam. Und schaut mal mit mir kurz in Hebräer 8, 4-5. Hebräer 8, 4 und 5. Wenn er, also Jesus, sich nämlich auf Erden befände, so wäre er nicht einmal Priester, weil hier die Priester sind, die nach dem Gesetz die Gaben opfern. Diese dienen einem Abbild und Schatten des Himmlischen, gemäß der göttlichen Weisung, die Mose erhielt und so weiter.

[35:56] Wenn im himmlischen, also erstmal sehen wir, dass dieses Zeremonialgesetz ein Schatten von himmlischen Dingen ist. Wenn im himmlischen Heiligtum etwas abgeschlossen ist, warum sollte es im irdischen, warum sollte es auf der Welt noch weitergeführt werden? Wenn ich gehe, dann bleibt mein Schatten nicht stehen. Bevor Jesus kam, haben diese Dinge alle auf ihn als Erlöser gezeigt. Jetzt ist er aber schon gekommen.

[36:27] Galater 5, 3 und 4. Ich bezeuge nochmals jedem Menschen, der sich beschneiden lässt, dass er verpflichtet ist, das ganze Gesetz zu halten. Ihr seid losgetrennt von Christus, die ihr durchs Gesetz gerecht werden wollt. Ihr seid aus der Gnade gefallen. Wenn ich mich also beschneiden lasse, dann lehne ich ab, dass all diese Prophezeiungen, die Prophezeiungen, die im Zeremonialgesetz waren, in Christus erfüllt wurden, dass Christus sie alle erfüllt hat. Im Alten Testament haben sie das Zeremonialgesetz im Glauben gehalten. Abraham ist eines der besten Beispiele für Gerechtigkeit aus Glauben. Er hat das ganze Zeremonialgesetz gehalten und er war beschnitten. Aber wenn ich es jetzt tue, obwohl Jesus schon kam, dann lehne ich ab, dass das himmlische Heiligtum einen Schritt weiter ist. Dann lehne ich ab, dass Jesus alle diese Dinge erfüllt hat. Und worauf zeigt dann alles? Worauf zeigt dann das Zeremonialgesetz? Ich muss alles selbst halten können, wenn ich ablehne, dass Jesus all diese Dinge als mein Erlöser schon erfüllt hat. Darum sagt Paulus hier so hart: Christus wird euch nichts nützen. Ihr seid aus der Gnade gefallen.

[37:47] Vers 5. Wir aber erwarten im Geist aus Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit. Wir erwarten im Geist aus Glauben die Hoffnung der Gerechtigkeit. Wir haben vorhin schon gelesen, dass Gott es ist, der in uns diese Früchte der Gerechtigkeit wachsen lässt. Interessant dazu ist auch noch der Vers Jakobus 3, Vers 18. Aber den werden wir jetzt nicht anschauen.

[38:13] Und dann in Vers 6. Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe wirksam ist. Und wir wollen diesen Vers vergleichen mit Kapitel 6, Vers 15. Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern eine neue Schöpfung. Diese zwei Verse sind sozusagen umrahmend für das, was in der Mitte davon steht, und das ist die Frucht des Geistes. Das Problem der Galater war, dass sie so besessen auf die Beschneidung waren, aber sie haben nicht verstanden, wie sie die Frucht des Geistes erlangen können. Und Paulus macht es sehr deutlich. Die Frucht des Geistes wirst du nicht durch Beschneidung erlangen, auch nicht durch Unbeschnittensein. Die Frucht des Geistes wirst du erlangen durch Glaube, der durch die Liebe wirksam ist, dadurch eine neue Schöpfung zu sein. Und das können wir unmöglich aus uns selbst vorbringen.

[39:14] Vers 7. Ihr lieft gut. Wer hat euch aufgehalten, dass ihr der Wahrheit nicht gehorcht? Die Galater waren in ihrem Lauf mit Gott vorangegangen. Das Kreuz war ihnen so genau gepredigt geworden, Paulus sagt, es war ihnen vor Augen gemalt. Aber es gibt Irrlehrer, die uns im Lauf des Glaubens aufhalten, wenn wir uns auf sie einlassen.

[39:40] In 6. Bible Commentary auf Seite 978 steht, dass dieses Aufgehalten hier in militärischen Kreisen, das Aufbrechen einer Straße, Zerstören einer Brücke oder Errichten von Barrikaden auf dem Weg des Feindes sind, um sein Vorrücken zu stoppen. Das heißt, durch diese Irrlehrer kann der Teufel uns tatsächlich, denn wir sind die Feinde des Teufels. Christus ist ein ultimativer Feind, aber wenn wir Christus nachlaufen, so werden wir zu seinen Feinden. Und diese Irrlehrer können tatsächlich eingerissene Straßen sein, Barrikaden, die er aufstellt für uns, weil sie uns so sehr in unserem Lauf des Glaubens aufhalten. Und in dieser Lehre konnten die Galater nicht weiter wachsen. Denn wenn Gott in uns Wachstum bewirkt, ich es aber aus mir heraus schaffen will, dann kann es nicht sein, dann ist es unmöglich. Ich muss scheitern daran.

[40:36] Vers 9, Galater 5, Vers 9. Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig. Ein wenig nur. Paulus sagt, mit dieser Irrlehre kannst du dir deine ganze christliche Erfahrung kaputt machen. Es durchsäuert den gesamten Teig.

[40:53] Vers 10 und 11. Ich traue euch zu in dem Herrn, dass ihr nicht anders gesinnt sein werdet. Wer euch aber verwirrt, der wird das Urteil tragen, wer er auch sei. Ich aber, ihr Brüder, wenn ich noch die Beschneidung verkündigte, warum würde ich dann noch verfolgt? Wenn ich nicht verfolgt, dann hätte das Ärgernis des Kreuzes aufgehört. Das Kreuz machte die Heilsbotschaft für alle zugänglich. Jesus hatte immer den Glauben heidnischer Leute gelobt. Nicht den des eigenen Volkes. Das konnte er nicht, weil er nicht da war. Dieses Ärgernis des Kreuzes.

[41:32] Schaut mal nochmal mit mir in 1. Korinther 1, Vers 22 und 23. Während nämlich die Juden ein Zeichen fordern und die Griechen Weisheit verlangen, verkündigen wir Christus den Gekreuzigten. Den Juden ein Ärgernis, den Griechen eine Torheit. Die Vorstellung von dem Messias war damals, dass er kommen würde und ein irdisches Reich aufbauen würde. Ein Gott, der triumphiert. Ein Gott, der sie von dem Joch der Römer, von allen Umständen, befreit. Aber hier war ein Gott, der vom Joch der Sünde befreit. Ein Gott, der vom Fleisch, vom Verderben und vom ewigen Tod befreit. Ein Gott, der uns von diesem fleischlichen, sündigen Charakter befreit. Dieses Kreuz war den Juden ein Ärgernis. Ein Gott, der dient und sich selbst für seine Geschöpfe hingibt.

[42:27] Paulus war hier in Galata nicht nur vor der Beschneidung. Es war nicht einfach ein kleiner Zusatzpunkt zum Gesetz. Er warnt vor einem falschen Gottesbild. Ein Gottesbild, das angepasst wird an die Wünsche und an die Vorstellungen der Menschen. Ähnliches ist einige Jahrhunderte später tatsächlich passiert. Hier ging es ein wenig zu weit nach rechts, um es den Juden einfacher zu machen. Später dann ging es ein wenig zu weit nach links, um es den Heiden einfacher zu machen. Aber beides hat fatale Folgen. Wir haben uns bisher nur mit dem einen Extrem beschäftigt. Oder sehr genau beschäftigt. Ein bisschen zu weit nach rechts zu rutschen. Aber wir wollen auch noch ein anderes Extrem anschauen.

[43:20] Und das schneidet Paulus jetzt hier in Vers 13 an. Galater 5, Vers 13. Denn ihr seid zur Freiheit berufen. Er schließt diesen ganzen Artikel ab, damit er sagt: Ihr seid zur Freiheit berufen. Aber während er das schreibt, weiß er, dass es sehr falsch verstanden werden kann. Und er fügt hinzu: Brüder, nur macht die Freiheit nicht zu einem Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander durch die Liebe.

[43:52] Die zwei Extreme haben etwas gemeinsam. Wer nach Legalismus lebt, lebt im Fleisch. Wer nach billiger Gnade lebt, lebt genauso im Fleisch. Und übrigens, die frühe Christengemeinde, oder ja, nach der frühen Christengemeinde, hatte auch ein Problem mit dieser Lehre von billiger Gnade. In Offenbarung 2, Vers 6 lesen wir: Aber dieses hast du, dass du die Werke der Nikolaiten hast, die auch ich hasse. Da gab es also welche, die Nikolaiten, die versuchten, in die Gemeinde reinzudringen. Und Gott sagt, ich hasse ihre Werke, und es ist gut, dass du sie auch hast. Also sie waren erfolglos. Aber nur zwei Gemeinden später, in Pergamos, in Vers 15, Offenbarung 2, Vers 15, lesen wir: So hast du auch solche, die an der Lehre der Nikolaiten festhalten, was ich hasse. Nur zwei Gemeinden später hatten sie es geschafft, in die Gemeinde einzudringen.

[45:00] Im Review and Herald, um zu verstehen, was diese Nikolaiten gemacht haben, im Review and Herald vom 7. Juni 1887 schreibt Schwester White: Besteht unsere Sünde, die Sünde der Nikolaiten, darin, die Gnade Gottes in Ausschweifungen zu verkehren? Und in Signs of the Times vom 2. Januar 1912: Heutzutage wird überall gelehrt, dass das Evangelium Christi das Gesetz ungültig gemacht habe. Durch den Glauben seien wir von der Notwendigkeit befreit, Täter des Wortes zu sein. Dies aber ist die Lehre der Nikolaiten, die Christus so schonungslos verurteilte. Also das Gesetz oder die Gnade als eine Entschuldigung für Zügellosigkeit, für Ausschweifungen zu benutzen, war diese Sünde der Nikolaiten. Und sie ist später tatsächlich in die Gemeinde reingekommen. Das heißt, die Gemeinde hat wirklich damit zu kämpfen, nach rechts abzurutschen oder nach links abzurutschen. Und Paulus wusste das ganz genau. Darum schreibt er so genau in Vers 13: Macht diese Freiheit nicht zu einem Vorwand für das Fleisch.

[46:09] Und nun zeigt er das Gegenteil auf. Und das ist sehr interessant. Sondern dient einander in Liebe, durch die Liebe. Sondern dient einander durch die Liebe. Es geht hier nicht nur um menschliche Liebe, sondern da steht die göttliche Liebe, die Agape Liebe. Genauso wie in Römer 5 Vers 5 beschrieben wird, dass diese Liebe unmöglich aus uns kommen kann, sondern sie ist ein Geschenk des Heiligen Geistes.

[46:36] Und zu diesem Vers noch ein weiteres Zitat, auch aus der Lektion auf Seite 134. Die wirkliche Überraschung liegt in der Tatsache, dass das griechische Wort für dienen Sklave sein bedeutet. Unsere Freiheit wurde uns nicht zur Selbstautonomie gegeben, sondern zu einem gegenseitigen Sklavendienst, der auf Gottes Liebe gegründet ist.

[47:02] Und in 1. Petrus 1 Vers 9 lesen wir. Wenn ihr das Endziel eures Glaubens davontragt, die Rettung der Seelen. Das Endziel meines Glaubens ist nicht, dass ich in den Himmel komme. Das Endziel meines Glaubens ist, dass so viele andere wie möglich in den Himmel kommen. Bei Gott geht es nicht um mich selbst, bei Gott geht es immer um den anderen. Und dieses Prinzip sehen wir auch hier. Dient einander durch die Liebe.

[47:49] Und nun Vers 14 und 15 noch. Denn das ganze Gesetz wird in einem Wort erfüllt: Indem du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Wenn ihr einander aber beißt und fresst, so habt acht, dass ihr nicht voneinander aufgezehrt werdet. Wir sehen hier, dass diese Lehre, der die Galater folgten, weitere Folgen hatten. Offensichtlich war es nicht einfach nur eine rationale Diskussion um irgendein Thema. Aber sie stritten sich, wenn ihr euch gegenseitig beißt und fresst. Sie versuchten vielleicht selbst, das Gesetz zu halten. Aber sie schafften es nicht, diesen Grundsatz, der das Fundament des ganzen Gesetzes ist, zu erfüllen. Nämlich die Liebe.

[48:36] Und dazu wollen wir uns noch drei Verse anschauen. Der erste ist in Matthäus 5 und die Verse 17 bis 20. Matthäus 5, 17 bis 20. Und die Leute so lehrt, der wird der kleinste genannt werden im Reich der Himmel. Wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel. Denn ich sage euch, wenn eure Gerechtigkeit die der Schriftgelehrten und Pharisäer nicht weit übertrifft, so werdet ihr gar nicht erst in das Reich der Himmel eingehen. Die Lehre, die zu viel Gesetz fordert oder die die falsche Ausfüllung dieses Gesetzes zu halten fordert, ist falsch. Aber Jesus betont die Wichtigkeit des Gesetzes, die Genauigkeit des Gesetzes und den Respekt, den wir vor dem Gesetz haben sollten.

[49:52] Der nächste Vers ist in Matthäus 22. Matthäus 22, die Verse 37 bis 40. Und Jesus sprach zu ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das erste und größte Gebot. Und das zweite ist ihm vergleichbar. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten. Jesus macht deutlich, was die Grundlage und die Grundaussage des Gesetzes ist.

[50:32] Und der letzte Vers für heute, Römer 13, Vers 10. Römer 13, Vers 10. Ein sehr schöner, abschließender Vers. Römer 13, Vers 10. Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe die Erfüllung des Gesetzes. Das Gesetz ist gut, das Gesetz ist von Gott. Und Gott, der die personifizierte Liebe ist, ist die Erfüllung des Gesetzes. Somit ist das wahre Verständnis des Gesetzes immer ein Verständnis, das auf Liebe basiert ist.

[51:06] Und mit diesem Vers wollen wir gemeinsam diese Lektion abschließen. Mit einem Gebet. Und ich wünsche mir, dass jeder von uns diese Verse nochmal durchschauen kann. Ich wünsche mir auch, dass ihr alle jeden einzelnen Vers nochmal genauer beleuchten könnt. Weil es steckt so viel drin in einem Einzelnen. Ich habe so lange bei diesen Versen verbracht, es passt gar nicht alles rein. Und ich wünsche mir, dass wir ganz praktisch in unserem privaten, wir auch im Gemeinde leben, diese Liebe ausleben können. Und dass jeder von uns praktisch die Erfahrung macht, was es bedeutet, Christus in mir zu haben, wirklich im Geist zu wandeln. Und damit möchte ich euch einladen, noch einmal mit mir gemeinsam zu beten.

[51:57] Unser himmlischer Vater, ich möchte dich loben und preisen für dein Wort, das in solcher Fülle und Herrlichkeit uns den Weg weist. Auf diesem Weg der Gerechtigkeit zurecht weist, dass wir nicht nach rechts oder nach links fallen. Ich möchte dich loben und preisen, dass du den Erlösungsplan ausgedacht hast und in solcher Herrlichkeit erfüllt hast. Und ich möchte dich bitten, dass du uns Schritt für Schritt führst. Dass du uns deine Gerechtigkeit schenkst. Und dass du sie in unserem Leben hervorbringst. Dass du uns die Antwort gibst, zu dir Ja zu sagen und uns eine wahre christliche Erfahrung zu schenken. Die wahre Erfahrung, was es bedeutet, mit dir zu wandeln, im Geist zu wandeln, Christus in unseren Herzen zu haben. Schreibe deine Gebote auf unsere Herzen und gib uns diese Liebe für unseren Bruder, unsere Schwester, für jeden Mitmenschen, für unsere Feinde, für jeden, den du geschaffen hast. Ich danke dir dafür, dass du das tun wirst. Bete im Namen Jesu Christi. Amen.


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