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In dieser Cannstatt Study Hour-Lektion über den Galaterbrief, die von Ronny Schreiber gehalten wird, wird die Autorität des Apostels Paulus und die Essenz seines Evangeliums beleuchtet. Die Ausführungen beginnen mit einem Rückblick auf die Bedeutung von Paulus‘ Briefen, die bereits in der frühen Gemeinde als heilige Schriften galten, und beleuchten die Herausforderungen, die sich aus dem Verständnis seiner Schriften ergaben.

Ein zentraler Punkt ist die Betonung von Paulus‘ direkter Berufung durch Christus und Gott, die er in der Eröffnung seiner Briefe hervorhebt. Es wird erklärt, wie Paulus seine Autorität verteidigte und seine Berufung durch seine eigene Begegnung mit dem auferstandenen Christus untermauerte. Die Lektion untersucht auch, wie Paulus das Evangelium bereits in der Begrüßung des Galaterbriefs zusammenfasst, wobei er die Themen Rechtfertigung und Heiligung hervorhebt, die untrennbar miteinander verbunden sind.

Abschließend wird die Gefahr eines „anderen Evangeliums“ thematisiert, das die Gemeinde in Galatien bedrohte. Es wird davor gewarnt, das Evangelium zu verwässern oder in Fanatismus abzugleiten, und stattdessen die Wichtigkeit betont, sich auf Christus zu konzentrieren und die Heilige Schrift als Maßstab für die Wahrheit zu nutzen.

In dieser Cannstatt Study Hour-Lektion, „Das Evangelium im Galaterbrief“, untersucht Ronny Schreiber die Autorität und das Evangelium des Paulus. Die Ausführungen beleuchten, wie Paulus seine apostolische Berufung von Gott herleitet und wie seine Briefe bereits in der frühen Gemeinde als heilige Schrift anerkannt wurden. Es wird detailliert auf die Struktur und Botschaft der Eröffnung des Galaterbriefs eingegangen, die das gesamte Evangelium zusammenfasst, und die Gefahr eines falschen Evangeliums, das die Gemeinde zu spalten droht, wird thematisiert.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2017 Q3: Der Galaterbrief

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Wir sind jetzt im zweiten Kapitel in unserem Galaterbrief und wir werden heute über die Autorität und das Evangelium des Paulus sprechen. Nun, zunächst gucken wir uns unseren Merkvers an, den wir in Galater 1, Vers 10 finden, denn hier heißt es: Rede ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe, oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich allerdings den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich nicht ein Knecht des Christus. Das hat Paulus damals gesagt und das soll auch heute was mit unserer Lektion zu tun haben. Wir kommen ganz am Ende darauf zurück. Bevor wir nun in das erste Thema, das Sonntagsthema, einsteigen, wollen wir gemeinsam mit einem Gebet beginnen. Unser lieber Vater im Himmel, wir sind dir so dankbar dafür, dass wir gemeinsam studieren dürfen und wir wollen dich bitten, dass dein Heiliger Geist bei uns ist, dass du uns führst und leitest in dein Wort hinein, damit wir erbaut und du geehrt wirst. Hab Dank dafür im Namen Jesu. Amen.

[1:16] Wenn wir uns über die Briefe des Paulus unterhalten, wie wir das ja dieses Mal tun, insbesondere über den Galaterbrief, wollen wir uns mal ein Zitat anschauen von Petrus, der ein bisschen beschreibt, was es mit den Briefen des Paulus auf sich hat. Denn die Briefe des Paulus galten damals schon in der ersten Gemeinde als gleichbedeutend mit den heiligen Schriften aus dem Alten Testament. Schaut euch das mal an. Wir gehen in 2. Petrus, Kapitel 3 und lesen dort ganz hinten Vers 14 und 15. 2. Petrus 3, 15 und 16. Und hier sagt Petrus: Und seht die Langmut unseres Herrn als eure Rettung an, wie auch unser geliebter Bruder Paulus euch geschrieben hat, nach der ihm gegebenen Weisheit, so wie auch in allen Briefen, wo er von diesen Dingen spricht. In ihnen ist manches schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Ungefestigten verdrehen, wie auch die übrigen Schriften zu ihrem eigenen Verderben. Petrus spricht hier von den Briefen des Paulus zum Zeitpunkt, als Paulus und Petrus natürlich beide noch lebten. Und er sagt, dass manche von den Briefen des Paulus schwer zu verstehen sind und deswegen viele Menschen in diesen Briefen rumdeuteln und Dinge verdrehen. Aber Petrus sagt zu ihrem eigenen Verderben, denn er bezeugt, dass Petrus aus der ihm gegebenen Weisheit spricht. Also Petrus sagt, ihm wurde Weisheit gegeben. Von wem? Natürlich von Gott. Gott gab dem Paulus die Weisheit und er schrieb diese Briefe.

[2:48] Nun, diese Briefe damals schon, selbst von jemandem wie Petrus, der Christus ja von Angesicht zu Angesicht kannte, der dreieinhalb Jahre lang mit Christus unterwegs war und der ihn sogar nach seiner Auferstehung gesehen hat, der so viel wusste von Jesus Christus und selbst er staunt über das, was Paulus schreibt. Manche sind schwer zu verstehen und ich bin mir ganz sicher, dass auch du, genau wie ich, ganz oft in unserem Bibelstudium mit den Briefen des Paulus gekämpft hast. Sie sind so voller Weisheit. Aber Paulus kannte ja auch das ganze Alte Testament auswendig und ständig zitiert davon da und ständig gebrauchte diese alten Schriften. Paulus war ein Hochgelehrter. Er war nicht wie Petrus oder vielleicht wie Johannes oder die anderen Jünger. Paulus war ein Hochgelehrter. Er war ein Pharisäer, ein hochintelligenter Mann, der damals schon die ihm gegebene Intelligenz mit der ihm gegebenen Weisheit verband und das alles vom Heiligen Geist geführt in seinen Briefen ausdrückte. Und diese Briefe sind so tief und so vollkommen, dass sogar die erste Gemeinde dadurch so sehr gesegnet wurde, dass sie diese Schriften schon zum Kanon der Heiligen Schriften dazu gezählt hat.

[4:07] Paulus ist also der Briefeschreiber und unser Kapitel heißt auch so: Paulus, der Briefeschreiber. Und er war wirklich der Briefeschreiber. Denn wenn wir uns das Neue Testament angucken, besteht die Hälfte aller Schriften im Neuen Testament von Paulus. 27 Briefe, 14 davon sind von Paulus. Also er hat die Hälfte aller Bücher im Neuen Testament geschrieben. Nun schauen wir mal in unseren Galaterbrief. Wir studieren den Galaterbrief durch und wir wollen ganz vorne anfangen, nämlich in der Begrüßung. Der Brief des Apostels Paulus an die Galater, schlagen wir auf. Galater 1 und wir lesen mal Vers 1 und 2. Paulus, Apostel, nicht von Menschen, auch nicht durch einen Menschen, sondern durch Jesus Christus und Gott, den Vater, der ihn auferweckt hat aus den Toten, und alle Brüder, die mit mir sind, an die Gemeinden in Galazien.

[5:09] Nun, Paulus macht in der Eröffnung seines Briefs etwas ganz deutlich, dass er nämlich nicht von Menschen berufen wurde zu seinem Dienst, sondern dass Gott selbst ihn berufen hat. Er sagt, der Vater und Jesus Christus haben ihn berufen. So fängt er seinen Brief an. Warum ist das so wichtig für ihn? Nun, wir schauen mal, wie er denn seine Briefe anfängt. Nun, wir gehen mal in Korinther, 1. Korinther 1 und lesen da mal den Anfang des Briefes. Vers 1. 1. Korinther 1, 1. Paulus, berufener Apostel Jesu Christi durch Gottes Willen und Sosthenes, der Bruder. Auch hier fängt er so an. Er ist berufener Apostel von Jesus Christus und durch Gottes Willen. Es ist interessant, dass Paulus seine Briefe oft so anfängt. Also er macht zuerst mal deutlich, die Autorität, in der ich spreche, ist nicht von mir, sondern sie ist mir von Christus gegeben worden. Ich bin ein berufener Apostel Christi. So fängt er hier auch in Korinther an.

[6:13] Und wir gehen in Korinther weiter, 1. Korinther 9 und hier lesen wir mal die ersten drei Verse. Es war Paulus wichtig, der Gemeinde klarzustellen, dass seine Briefe nicht aus seinem Verstand geschrieben worden sind, sondern dass sie eingegeben worden sind durch die Weisheit, die von oben kommt, von Gott. 1. Korinther 9, 1 bis 3. Paulus verteidigt sich und sagt: Bin ich nicht ein Apostel? Bin ich nicht frei? Habe ich nicht unseren Herrn Jesus Christus gesehen? Seid nicht ihr mein Werk im Herrn? Wenn ich für andere kein Apostel bin, so bin ich es doch wenigstens für euch, denn das Siegel meines Aposteldienstes seid ihr im Herrn. Dies ist meine Verteidigung dem gegenüber, der mich zur Rede stellt. Es scheint so, als ob Paulus öfter mal seinen Aposteldienst verteidigen musste, als ob es Menschen gegeben hat, die ihm das nicht abgenommen haben, dass er ein Apostel ist, dass er für sich beansprucht, von Gott selbst berufen zu sein in seinem Werk. Denn vieles, was Paulus tat, war ja auch schwer zu verstehen. Aber Paulus verteidigt sich immer wieder in den verschiedenen Briefen und sagt: Ich bin ein Apostel, ich bin berufen.

[7:28] Wenn wir weiter in den Korintherbriefen vorgehen, bis ins Kapitel 15, dann macht er sogar eine Sache besonders deutlich und die ist eigentlich hochinteressant, was er da beschreibt im 1. Korinther 15. Schauen wir mal von Vers 8 an. 1. Korinther 15, 8 bis 10. Zuletzt aber von allen erschien er auch mir, also er spricht hier von Christus, zuletzt aber von allen erschien er auch mir, der ich gleichsam eine unzeitige Geburt bin. Denn ich bin der geringste von den Aposteln, der ich nicht wert bin, ein Apostel zu heißen, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade, die er an mir erwiesen hat, ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe mehr gearbeitet als sie alle. Jedoch nicht ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir ist.

[8:22] Paulus verteidigt sich und sagt, ich bin genauso ein Apostel wie alle anderen. Die anderen Apostel haben Christus auch gesehen, aber er sagt, ich bin der geringste, ich bin der kleinste. Paulus denkt an seine Vergangenheit und sagt, ich bin der geringste aller Apostel, denn ich war es, der die Christen verfolgt hat. Ich habe die Gemeinden umgebracht, ich habe die treuen Männer und Frauen ins Gefängnis geworfen. Paulus nennt sich selbst den geringsten von allen. Man ist so interessant, dass er sich trotzdem ein Apostel nennt. Denn ein Apostel war ja jemand, es waren ja die Menschen am Anfang, die Christus gesehen haben, die mit ihm waren, diese zwölf. Als von den zwölf einer fiel, Judas aufgrund seines Verrats sich umgebracht hatte, kam Matthias. Als Matthias gewählt wurde, hieß es, er muss dabei gewesen sein bei all dem, was Christus getan hat. Er muss ihn von Angesicht zu Angesicht gesehen haben und er muss seinen Charakter verstanden haben. Nun, Matthias wurde gewählt und er war einer der zwölf Apostel.

[9:17] Jetzt sagt aber Paulus, dass auch er ein berufener Apostel Jesu Christi ist. Nun, hat denn Paulus auch den leibhaftigen Jesus gesehen? Ja, das hat er. Paulus hat Christus selbst gesehen. Nicht Christus vor seiner Himmelfahrt, aber Christus nach seiner Himmelfahrt. Und er hat Christus sogar in einem Moment gesehen, wie ihn kaum ein anderer vorher jemals gesehen hat. Denn er hat Christus als den Hohepriester gesehen. Paulus stand vor Christus bei seiner Berufung, bei seiner Bekehrung. Er hat den Auftrag direkt von Gott bekommen. So wie damals Jesaja schon direkt von Gott den Auftrag bekommen hat, als er vor dem Thron Gottes stand. So war das auch mit Paulus.

[10:05] Wir lesen da mal rein. Denn Paulus war im Himmel. Er stand vor dem Thron Gottes. Schau mal in 2. Korinther, gehen etwas tiefer in 2. Korinther, Kapitel 12. 2. Korinther 12. Und hier die ersten vier Verse. Paulus sagt hier: Das Rümen nützt mir freilich nichts. Doch will ich auf die Erscheinung und Offenbarung des Herrn zu sprechen kommen. Ich weiß von einem Menschen in Christus, der vor 14 Jahren, ob im Leib oder ob außerhalb des Leibes, ich weiß es nicht, Gott weiß es, bis in den dritten Himmel entrückt wurde. Und ich weiß von den betreffenden Menschen, ob im Leib oder außerhalb des Leibes, weiß ich nicht, Gott weiß es, dass er in das Paradies entrückt wurde und unaussprechliche Worte hörte, die ein Mensch nicht sagen darf.

[10:55] Paulus sagt, ich weiß von einem Menschen, vor 14 Jahren ist er entrückt worden, bis vor den Thron Gottes. Und er spricht hier von sich selbst. Und er spricht hier von dem Zeitpunkt seiner Berufung, als er auf dem Weg nach Damaskus war. Kurz bevor er Damaskus erreicht hat, erscheint ihm Christus. Dieses Licht umgibt ihn. Auch seine Kumpanen sehen das, aber sie hören die Stimme nicht. Sie hören nur so ein Donnern. Aber Paulus war von dem Thron Gottes. Er sagt, er wurde entrückt bis in den dritten Himmel. Nun, wenn die Hebräer sagen, der dritte Himmel, dann meinen sie den Thron Gottes, denn die Hebräer kannten drei Himmel. Da gab es zum ersten, gab es natürlich unsere Atmosphäre, also die Lufthülle unseres Planeten. Das war der erste Himmel, den die Hebräer kannten. Der zweite Himmel, das Universum, also der Ort, in dem sich die Planeten bewegen, in dem die Sonne und die Galaxien sich befinden. Der zweite Himmel und der dritte Himmel, das ist der Thron Gottes.

[11:51] Und Paulus sagt, ich war bis in den dritten Himmel entrückt. Paulus selbst stand vor dem Thron Gottes und dort am Throne Gottes hat er Christus von Angesicht zu Angesicht gesehen und wurde von ihm berufen, mit dem Resultat, dass seine Augen nicht mehr funktionierten. Er war blind. Und wir erinnern uns daran, als Mose Gott gesehen hat, als er von Angesicht zu Angesicht gegenüber stand und er vom Berg kam, wie er geleuchtet hat, die Menschen konnten ihn nicht mehr angucken. Das hatte einen besonderen Eindruck auf ihn gemacht und das hat es mit Paulus auch. Paulus war wirklich von Christus berufen, genauso wie die anderen Apostel auch. Von Angesicht zu Angesicht. Er hat ihn zum Apostel gemacht und er sagt, er war der geringste aller Apostel, weil er die Gemeinde verfolgt hat, aber er sagt, er hat mehr gearbeitet als sie alle. Nicht er, sondern durch die Gnade Gottes in ihm hat das bewirkt.

[12:47] Paulus hat sein Leben aufgegeben und hat ein Leben der Entbehrung und der Verfolgung geführt und dort hat er mehr gearbeitet als alle anderen. Paulus macht den Galatern hier deutlich, meine Berufung ist von Christus. Christus hat mich gesandt, euch und allen anderen Heiden das Evangelium zu bringen und das hat er getan.

[13:14] Wir schauen mal weiter in den Galaterbrief. Nachdem er das gesagt hat, lesen wir mal Vers 3 bis 5. Galater 1, 3 bis 5. Jetzt kommt diese übliche Begrüßungsformel, die damals in Briefen so angewandt wurde. Das kennen wir heute auch aus unserem Schrifttum. Wenn wir einen Brief schreiben, haben wir auch so eine Begrüßung am Anfang. Die war damals etwas umfangreicher und Paulus schreibt sie so. Vers 3 bis 5. Gnade sei mit euch und Friede von Gott, dem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus, der sich selbst für unsere Sünden gegeben hat, damit er uns herausrette aus dem gegenwärtigen bösen Weltlauf, nach dem Willen unseres Gottes und Vaters, dem die Ehre gebührt von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

[14:00] Seine Brieferöffnung weist direkt auf Christus und auf den Vater hin, um ihm die Ehre zu geben und nicht nur das, in diesen drei Versen, die wir gerade gelesen haben, fasst Paulus das ganze Evangelium einmal zusammen. Seine Brieferöffnung, also diese ersten fünf Zeilen, fünf Verse enthalten schon das ganze Evangelium. Denn was sagt er hier? Gnade sei mit euch und Friede von Gott, dem Vater und unserem Herrn Jesus Christus. Wie können wir Friede vor Gott haben und seine Gnade bekommen, sagt er in Vers 4, der sich selbst für unsere Sünden gegeben hat, damit er uns herausrette aus dem gegenwärtigen bösen Weltlauf. Das ist das Evangelium. Christus hat uns die Schuld vergeben und jetzt rettet er uns heraus aus diesem bösen Weltlauf. Das erste Schuldvergebung, das zweite Heiligung. Er verändert unser Herz. Und genau das ist auch das, was wir heute die Rechtfertigung und die Heiligung nennen. Genau die beiden Dinge brauchen auch wir im Leben, um gerettet zu werden. Genau die beiden Dinge brauchen auch wir, um ins Himmelreich aufgenommen zu werden. Rechtfertigung und Heiligung. Und Paulus hat sie hier schon beide drin, ganz am Anfang in seiner Schrift.

[15:15] Nun, von Paulus stammt ja auch der Hebräerbrief. Warum wissen wir das? Weil Schwester White das sagt. Und wenn wir uns mal Hebräer 8 angucken und hier in Vers 10 bis 12 uns den neuen Bund durchlesen. Er zitiert hier aus Jeremia 31. Und wir schauen uns das mal an, was er hier sagt. Jetzt beschreibt er den Bund, also das Evangelium, das Christus mit seinem Volk macht. Dass er eingeht, Vers 10 bis 12. Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel schließen werde, nach diesen Tagen, spricht der Herr. Ich will ihnen meine Gesetze in den Sinn geben und sie in ihre Herzen schreiben. Und ich will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein. Und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: Er kenne den Herrn. Denn es werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen. Denn ich werde gnädig sein gegen ihre Ungerechtigkeiten und an ihre Sünden und ihre Gesetzlosigkeiten werde ich nicht mehr gedenken. Denn das ist der Bund, den ich mit ihnen schließen werde, spricht Gott der Herr.

[16:17] Ich möchte mein Gesetz in ihre Herzen schreiben und an ihre Gesetzlosigkeit will ich nicht mehr gedenken. Diese beiden Dinge, das ist der Bund, den Christus mit dir und mir machen will. Das ist der Bund, das Evangelium, das auch Paulus damals den Galatern ganz am Anfang des Briefes mit verkündet hatte. Das ist das, was Christus seit jeher den Menschen machen will. Ihnen die Sünde vergeben, ihr Herz heiligen und reinigen. Heute wird oft versucht, in den Kirchen diese Dinge voneinander zu trennen. Es wird oft versucht, die Heiligung und die Rechtfertigung zu trennen. Dann heißt es, die Heiligung ist nicht notwendig, die Rechtfertigung gleicht alles aus. Oder es gibt Gemeinden, die sagen, die Rechtfertigung ist ja gut und schön, Christus ist für uns gestorben, aber wir müssen aus Werken gerecht werden. Das ist auch falsch. Man kann diese Dinge nicht trennen. Christus vergibt uns unsere Schuld, er verändert unser Herz und dadurch, durch diesen Prozess, diesen Heilungsprozess in uns, kommen gute Werke hervor. Also die guten Werke sind ein Resultat dessen, was in uns passiert. Rechtfertigung und Heiligung sind nicht trennbar. Das beides gehört zusammen und nur wenn das beides miteinander verbunden ist, nur dann wird ein Mensch auch wirklich vorbereitet auf das Himmelreich.

[17:29] Denn was würde es mir nützen, wenn mir alle meine Sünden vergeben sind, aber mein Herz nicht geheiligt ist? Auch dann kann ich nicht ins Himmelreich. Und was würde es mir nützen, wenn mein Herz geheiligt wäre und rein wie das Herz Christi, aber da wären Sünden in meiner Vergangenheit, die mir nicht vergeben sind. Auch dann kann ich nicht ins Himmelreich. Ich brauche beides und das eine muss ein Resultat des anderen sein. Durch die Liebe Christi zu mir wird die Liebe in mein Herz gelegt und die Liebe in mir wird bewirken, dass ich den Willen Gottes tue. Denn die Liebe in mir wird meinen Mitmenschen lieben und Gott lieben. Und das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gesetze halten und das ist nicht schwer. Das Gebot Gottes in meinem Herzen, das Evangelium und ich kann das da nicht reintun. Ich muss zu Christus kommen.

[18:13] Paulus eröffnet seinen Brief gleich damit, damit da keine Missverständnisse sind. Es ist das Wichtigste, was wir haben auf der Erde. Das Evangelium Jesus Christus in uns. Das, was er für uns getan hat. Nun, wir schauen mal, wie es weitergeht. Unser Mittwochsthema spricht ja davon: Kein anderes Evangelium. Es gab scheinbar Probleme in der Gemeinde in Korinth, dass ein anderes Evangelium dort gelehrt wurde. Nun, was wurde da gelehrt?

[18:43] Schauen wir uns mal Vers 6 an. Paulus, direkt nach seiner Einführung, sagt er dann: Mich wundert, dass ihr euch so schnell abwenden lasst von dem, der euch durch die Gnade des Christus berufen hat, zu einem anderen Evangelium. Ich wundere mich, dass ihr euch so schnell abrufen lasst, wegziehen lasst, abwendet von dem, der euch zu Christus berufen hat, durch ein anderes Evangelium. Ihr werdet durch ein anderes Evangelium von mir weggeführt. Ihr werdet durch ein anderes Evangelium von Christus getrennt. So scharf fängt Paulus seine Briefe normalerweise nicht an. Meistens lobt er die Gemeinden und freut sich über den Glauben und die Liebe der Geschwister, die Treue, die sie haben. Aber hier im Galaterbrief gleich eine böse Überraschung ganz am Anfang. Scheinbar ist dort etwas passiert, ein Vorfall in der Gemeinde, dass Paulus solche scharfen Einleitungsworte benutzt. Sie haben sich scheinbar abgewandt von der wahren Lehre.

[19:38] Nun, was genau ist denn passiert? Wir lesen mal weiter ab Vers 7. Also, zu euch berufen hat, zu einem anderen Evangelium. Während es doch kein anderes gibt. Nur sind etliche da, die euch verwirren und das Evangelium von Christus verdrehen wollen. Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würden als das, was wir euch verkündigt haben, er sei verflucht. Wie wir es zuvor gesagt haben, so sage ich es auch wiederum: Wenn jemand euch etwas anderes als Evangelium verkündet als das, welches ihr empfangen habt, der sei verflucht.

[20:22] Die Galater müssen Probleme in der Gemeinde gehabt haben mit Menschen, die ein falsches Evangelium predigen. Es müssen Menschen unter ihnen gewesen sein, die sich als falsche Apostel ausgegeben haben und eine Art neues Evangelium gebracht haben. Sie brachten so eine Art fremdes Feuer in den Tempel. Menschen, die dabei waren, die ganze Gemeinde durch ein falsches Evangelium von innen heraus zu zerstören. Nun, was war nun das Problem? Also warum? Was haben die Menschen denn gemacht? Das wissen wir, wenn wir die nächsten Verse lesen würden, worum es geht. Es sind Menschen aufgestanden, die in Galater 5, die ganze Galater 5, 1 bis 12, sprich die ganze Zeit davon, was los war. Da haben Menschen, Juden, die Christen geworden sind, den Menschen verkündigt: Ihr müsst euch beschneiden lassen. Ihr müsst wieder zurück zum Gesetz. Das Gesetz äußerlich zeigen, nicht innen drin. Die geistige Anwendung der Beschneidung war ja die Herzensbeschneidung. Das alte Ich sterben zu lassen und Christus immer im Herzen Raum geben. Aber jetzt gab es Menschen, die sagen, das muss alles wieder äußerlich sein. Und sie sollen zurückgebracht werden zu einem alten Gesetzesbund, zu einem alten, in den alten Bund wieder reingebracht werden. Doch der alte Bund konnte niemanden retten. Die Menschen auch im alten Testament wurden nur im neuen Bund gerettet. Und jetzt gab es Menschen in dieser Gemeinde, die wieder verkündigen: Ihr müsst das machen, ihr müsst das machen, ihr müsst das machen, ihr müsst das machen. Und wenn ihr das macht, könnt ihr gerettet werden. Wenn ihr das nicht macht, seid ihr verdammt. Ein falsches Evangelium, eine falsche Lehre von Christus, der doch die Liebe ist.

[22:02] Schaut mal in Galater 5, Vers 1 und 2. Wir springen jetzt mal nicht vor, wir gucken mal kurz rein. Galater 5, Vers 1 und 2. So steht nun fest in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat. Und lasst euch nicht wieder in ein Joch der Knechtschaft spannen. Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, wird euch Christus nichts nützen.

[22:16] Diese Gemeinde drohte in den Fanatismus abzurutschen. Es sind Menschen aufgestanden, die plötzlich solche Gesetzeswerke aufgestellt haben und gesagt haben: Ihr müsst zurück und das und das und das und das tun. Und haben eher das Werk gesehen als den Schöpfer dahinter. Sie haben nicht auf Christus fokussiert, sondern sie haben auf das Werk fokussiert. Und gibt es das heute in den Gemeinden auch? Haben wir heute auch das Problem, dass wir uns manchmal nicht auf Christus fokussieren, sondern versuchen, die Werke alle getreu zu tun? So wie die Pharisäer. Das ist ein falsches Evangelium. Das ist Fanatismus.

[22:55] Ich meine, heute in den Gemeinden begegnen uns oft Menschen, und das wird jeder von euch kennen, Menschen in den Gemeinden, die das Evangelium dadurch verwässern, dass sie sagen: Ich kann eh nichts tun. Christus hat alles gemacht, also brauche ich mich nicht zu kümmern. Wir nennen das heute sehr liberal, sehr offen für jede fremde Lehre und sehr frei mit dem Dogma des Evangeliums. Also der Glaube wird verwässert. Man sagt auch, er wird etwas weichgespült. Das ist die eine Richtung. Es begegnen uns also Menschen, die das tun. Auf der anderen Seite begegnen uns Menschen, die sozusagen auf der anderen Seite vom Evangelium weggehen. Sie gehen auch von Christus weg und gucken auf die Werke und sagen: Das musst du machen und das musst du machen und das musst du machen. Und wenn du das nicht machst, ist da keine Erlösung.

[23:35] Christus ist die Mitte und Christus ist das Heil und Christus ist der Weg. Und wenn ich auf etwas anderes gucke oder entweder weg von Christus oder ich gucke auf die Werke, dann ist da kein Heil zu finden. Und immer wieder gibt es in den Gemeinden dieses Aufkommen, das durch ganz oft in einer logischen Folge Menschen, die noch bis vor kurzem das gute Evangelium konserviert haben, also konservative Christen, würden wir heute sagen, wenn man dieses Wort mag, also die den guten alten Glauben konserviert haben, plötzlich in den Liberalismus abdrängen oder plötzlich Menschen auftauchen, die das Evangelium weichspülen oder verwässern, dann führt es oft dazu oder fast immer dazu, dass ein paar von diesen konservativen Christen plötzlich in den Fanatismus abrutschen. Und die sind sogar noch schlimmer, als die Liberalen, die das Evangelium weichspülen. Die sind nämlich gefährlicher für die Gemeinde.

[24:37] Und scheinbar wollte Paulus sowas in Galatien um jeden Preis verhindern, dass das passiert, dass plötzlich ein Fanatismus ausbricht und die Menschen jetzt den Heiden sagen, die sollen all die Gesetze des alten Bundes annehmen wie die Juden. Auch die Juden wurden da von dem alten Bund nicht befreit. Auch die Juden mussten unter den neuen Bund kommen. Und jetzt sah Paulus, dass plötzlich sowas wieder entwickelte und scheinbar von Juden hervorgebracht, die Christen geworden sind. Wir stehen heute auch in der Gefahr, genau in den Gemeinden genau diese Spaltung zu haben: Liberalismus oder Fanatismus und dabei Christus aus den Augen zu verlieren. Lasst uns kein neues Evangelium annehmen, sondern konserviert das, welches uns überliefert ist. Keiner hat uns ein neues Evangelium gebracht. Wir haben immer noch dieses hier und das ist bewahrt worden seit über tausend Jahren durch die Christen vor uns, nach dem Wort, wie es in der Bibel steht. Und danach wollen wir auch forschen.

[25:41] Heute neigt die Welt oft dazu, das Evangelium auf Gefühle aufzubauen, statt auf Verstand. Und das ist falsch. Wir müssen uns davon absondern, uns auf Gefühle zu berufen. Denn es wird eine große Bewegung einmal geben, die Pfingstbewegung, die schon anfängt, in einer Art charismatischen Glauben abzudriften und viele werden sich anhängen. Paulus sagt sogar in Galater 1, Vers 8, dass sogar, ich zitiere es nochmal, Galater 1, Vers 8: Aber selbst wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch etwas anderes als Evangelium verkündigen würde als das, was wir euch verkündigt haben, der sei verflucht. Sogar wenn ein Engel kommen würde vom Himmel herab und er würde euch ein neues Evangelium bringen, er sei verflucht, sagt Paulus. Es gibt kein anderes Evangelium. Es gibt genau das, was wir haben.

[26:29] Und wird es nicht eines Tages soweit kommen, dass ein Engel vom Himmel kommt und behauptet, er ist Jesus Christus und die Menschheit verführen wird? Wird Satan nicht genau das machen? Wird er nicht den Schöpfer selbst spielen? Wird er sich nicht als Jesus Christus maskieren und die Menschheit verführen? Aber wenn er etwas anderes verkündigt als das, was wir haben, er sei verflucht und wenn er noch so herrlich aussieht und wenn er noch in so viel Schönheit kommt, er wird die Völker verführen. Wir müssen darauf vorbereitet sein. Schaut mal in Apostelgeschichte 17, wie wir uns darauf vorbereiten können. Apostelgeschichte 17, Vers 9 und 10. Apostelgeschichte 17, Vers 10 und 11. Die Brüder aber schickten sogleich während der Nacht Paulus und Silas nach Berea, wo sie nach ihrer Ankunft in der Synagoge, wo sie sich nach ihrer Ankunft in die Synagoge der Juden begaben. Diese aber waren edler gesinnt als die in Thessalonich und nahmen das Wort mit aller Bereitwilligkeit auf und sie forschten täglich in der Schrift, ob es sich so verhalte.

[27:47] Die Jünger in Berea waren edler gesinnt als die in Thessaloniki, denn die in Berea hatten geforscht. Sie haben das Evangelium angenommen, aber haben nicht aufgehört zu forschen. Und das ist auch für uns das Heil. Forscht in der Schrift und guckt, ob sich alles so verhält. Schaut, prüft die Dinge, die ihr hört. Die Predigten, die Vorträge, das, was so durchs Netz kursiert, prüft alles, aber das Gute behaltet. Die in Berea hatten einen großen Gewinn, denn sie haben das geprüft und wenn wir das prüfen, diese Dinge, dann nehmen wir noch viel mehr auf, als nur das Gesagte zu sagen, ist es richtig oder falsch, sondern wir studieren unsere Bibel und die Bibel ist nicht nur ein Wort, sondern sie ist unser Leben, sagt sie. Wir werden also verändert und genau, wir werden verändert innerlich und genau das wird uns helfen, in der letzten Zeit zu unterscheiden, zu können, was ist noch von Gott und was ein neues Evangelium, das verkündet wird.

[28:45] Denn der Satan wird schöne Worte machen. Erinnert euch, wie er die Menschheit damals in Eden verführt hat. Er hat schöne Worte gemacht und sogar so eine vollkommene Frau wie die Eva, eine hochintelligente Frau, ist ihm auf den Leim gegangen, wurde verführt. Und wir sollen, wenn wir das hören, dass ein neues Evangelium verkündet wird und wenn es noch so schön klingt, müssen wir es prüfen an der Heiligen Schrift. Ist es wahr, was da gesagt wird oder ist da etwas, was uns von Christus wegbringt und dazu müssen wir die Schriften kennen. Dazu müssen wir wie die Christen in Berea edler gesinnt als die aus Thessaloniki, die das Evangelium gehört haben und es angenommen haben, aber nicht selber geforscht haben. Lasst uns forschen, damit wir die Schriften kennen, denn darin liegt das Heil.

[29:42] Schaut, wie es weitergeht in Galater, das Donnerstagsthema. Paulus beschreibt gleich den Ursprung seines Evangeliums. Wo kommt es eigentlich her? Galater 1, ab Vers 11. Paulus sagt: Ich lasse euch aber wissen, Brüder, dass das von mir verkündete Evangelium nicht von Menschen stammt. Ich habe es auch nicht von einem Menschen empfangen noch erlernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi.

[30:08] Paulus verteidigt sich und sagt: Moment, das Evangelium, das ich euch bringe, das habe ich nicht von irgendjemandem aufgenommen. Das habe ich selber erlernt durch die Offenbarung Jesu Christi. Seine Quelle, sagt er, ist Christus selbst. Er war kein Schüler der anderen Apostel. Nun, kannst du das auch behaupten in deinem Leben, dass der Heilige Geist dein Lehrer war, dass er dich unterwiesen hat in den Schriften? Oder redest du nur das nach, was andere Prediger gesagt haben, ohne es geprüft zu haben? Glaubst du, weil andere was gesagt haben? Oder warst du wie Paulus? Du hast selbst studiert und selbst geprüft. Paulus erwähnt das hier ganz am Anfang gleich in Vers 11 und 12, dass sein Lehrmeister Christus war.

[30:50] Dann geht er weiter in Vers 13 und 14. Denn ihr habt von meinem ehemaligen Wandel im Judentum gehört, dass ich die Gemeinde Gottes über die Maßen verfolgte und zerstörte und im Judentum viele meiner Altersgenossen in meinem Geschlecht übertraf, durch übermäßigen Eifer für die Überlieferung meiner Väter. Paulus betont noch, wie hätte ich ein Schüler der Apostel sein können? Wie hätte ich ein Schüler der Christen sein können? Wie hätte ich eine Bibelschule besuchen können, sagen wir heute? Denn ich war doch ein Eiferer für mein Volk. Also ich war doch ein Jude und viel, viel weiter als meine Altersgenossen. Ich habe doch die Christen verfolgt. Ich habe sie doch gejagt. Ich habe sie doch umgebracht. Wie hätte ich ihr Schüler sein können? Ich konnte doch nichts von ihnen lernen. Ich habe doch gar keinen Kontakt zu ihnen gehabt. Paulus verteidigt sich und sagt, das, was ich euch bringe, ist nicht von irgendwem daher, was ich euch hier bringe. Das habe ich selbst erarbeitet, habe ich selbst studiert. Das hat Gott mir eingegeben. Gott war mein Lehrer.

[31:48] Dann lesen wir weiter, Vers 15 bis 17. Als es aber Gott, der mich vom Mutterleib an ausgesondert und durch seine Gnade berufen hat, wohlgefiel, seinen Sohn in mir zu offenbaren, damit ich ihn durch das Evangelium unter den Heiden verkündige, ging ich sogleich nicht mit Fleisch und Blut. Zog auch nicht nach Jerusalem hinauf zu denen, die vor mir Apostel waren, sondern ging nach Arabien und kehrte wieder nach Damaskus zurück.

[32:15] Nachdem Paulus das Evangelium angenommen hatte, damals in Damaskus, hätte man ja logisch gedacht, naja, wahrscheinlich sucht er sich jetzt die Apostel, unterhält sich mit denen und lernt von ihnen. Was hat er nicht gemacht? Erst von Damaskus, nachdem sie ihn an einem Korb an der Stadtmauer runtergelassen haben, erst nach Arabien gegangen. Und Arabien, wir wissen nicht, was Paulus da gemacht hat, aber Arabien war genau der Platz, an dem auch der Berg Sinai stand. Da, wo damals die Gesetze gegeben worden sind. Da hat sich Paulus nun aufgehalten. Hat er dort die Schriften studiert? Hat er dort nach Christus geforscht? Hat er dort gelernt? War das seine Bibelschule in der Einsamkeit Arabiens? Jedenfalls nach Arabien kam er zurück nach Damaskus und hat sich dort eine Weile aufgehalten. Und erst viel, viel später, nämlich drei Jahre später, zog er dann von dort nach Jerusalem, um Petrus zu treffen. Das sagt er hier in Vers 18 und wir lesen mal 18 bis 24.

[33:14] Paulus sagt hier: Darauf nach drei Jahren zog ich nach Jerusalem hinauf, um Petrus kennenzulernen und blieb 15 Tage bei ihm. Ich sah aber keinen der anderen Apostel, nur Jakobus, den Bruder des Herrn. Was ich euch aber schreibe, siehe, vor Gottes Angesicht, ich lüge nicht. Darauf kam ich in die Gegenden von Syrien und Zilizien. Ich war aber den Gemeinden von Judäa, die in Christus sind, von Angesicht unbekannt. Sie hatten nur gehört: Der, welcher uns einst verfolgte, verkündigt jetzt als Evangelium den Glauben, den er einst zerstörte. Und sie priesen Gott um meinen Willen.

[33:54] Paulus sagt, ich habe gelernt. Ich war für mich alleine drei Jahre lang. In Arabien bin ich gewesen, dann war ich in Damaskus und erst drei Jahre später, das ist interessant, diese Zeit, drei Jahre, denn auch die Jünger Jesu hatten eine Ausbildung ungefähr in der Länge. Nach drei Jahren ging er dann nach Jerusalem, um Petrus zu treffen und dann blieb er 15 Tage bei ihm. Aber er hat neben Petrus niemand anderen getroffen, außer noch Jakobus, dem Bruder des Herrn, der damalige Gemeindeleiter der Gemeinde in Jerusalem. Kein anderer war da. Petrus hatte sich mit ihm dann getroffen und er bezeugt, dass die Christen ihn nicht gekannt haben. Nicht von Angesicht zu Angesicht, sie kannten ihn nur vom Hörensagen. Ach so, der Saulus von Tarsus, derjenige, der die Gemeinden verfolgt hat. Aber sie kannten ihn nicht. Sie wussten nicht, wer er ist. Sie wussten nicht, wie er aussieht, denn sie haben ihn nie gesehen. Er ist also gar nicht da gewesen. Er sagt, ich hatte nichts mit dem zu tun. Ich habe das Evangelium direkt von Christus bekommen. Und sie können bezeugen, dass das, was ich sage, wahr ist.

[35:00] So wie Petrus am Anfang ja geschrieben hat, nach der ihm gegebenen Weisheit hätte Paulus alles geschrieben. Petrus hat ihm vertraut. Er wusste, dass Christus selbst sein Lehrer gewesen ist, so wie Christus einst der Lehrer des Petrus gewesen ist. Auch wenn Paulus abgesondert ganz für sich alleine irgendwo studiert hat. Und so braucht sich Paulus hier auf niemanden zu berufen. Ich brauche nicht sagen, ich habe von Petrus gelernt oder von Johannes. Ich war nicht der Schüler von Matthäus oder von Bartholomäus. Christus selbst hat mich unterrichtet und diesen Glauben gebe ich weiter.

[35:36] Und auch heute gibt es übrigens viele Menschen in der Welt, die auf diese Art und Weise Christus kennenlernen. Gott bereitet sie vor durch ihr eigenes Bibelstudium. Sie sind in verschiedenen Gegenden dieser Welt. Sie sitzen in verschiedenen Gemeinden und sie studieren in den Worten Gottes und suchen nach Christus. Und der Heilige Geist ist ihr Lehrmeister. Und er bereitet sie schon jetzt darauf vor, dass sie eines Tages das große Werk abschließen, das noch vor uns liegt. Der Herr bereitet sich nämlich heute Zeugen in allen Gemeinden vor. Und diese werden eines Tages, wenn der laute Ruf des vierten Engels ergeht, den wir aus Offenbarung 18 kennen, aus ihren Gemeinden herausgerufen werden, ruft sie heraus aus ihr, nämlich aus Babylon, mein Volk. Und wenn diese Menschen herauskommen, werden sie im Spätregen das Werk vollenden.

[36:23] Diese Menschen, die Gott sich heute überall vorbereitet, so wie Paulus damals vorbereitet wurde, irgendwo da einsam in Arabien, so gibt es auch heute Menschen, die irgendwo einsam in verschiedenen Gemeinden vorbereitet werden, das Wort Gottes studieren, vom Heiligen Geist unterrichtet werden und eines Tages in der vierten Engelsbotschaft, also in Offenbarung 18, mit dem lauten Ruf herausgerufen werden. Denn es ist sein Volk und sie werden kommen. Jesus Christus in Johannes 10 nennt sie sogar seine Schafe. Johannes 10, Vers 16. Und ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Schafhürde sind. Auch diese muss ich führen und sie werden meine Stimme hören und es wird eine Herde und ein Hirte sein.

[37:11] So wie es damals war in der Zeit von Christi Auferstehung und Himmelfahrt in der ersten Gemeinde, so wird es auch am Ende sein. Damals wurden die Juden, die Heiden wurden den Juden hinzugefügt und es wurde ein großes, ein gemeinsames Volk. Und so soll es später auch sein. Das Volk Gottes ist heute verstreut. Volk Gottes ist überall auf der Welt, in allen Kirchen zu Hause. Überall sehen wir sie. Menschen, die treu sind im Wort Gottes, aber sie werden eines Tages herausgerufen werden, nämlich dann, wenn die Wahrheit laut und deutlich verkündet wird. Denn Christus sagt, meine Schafe hören meine Stimme.

[37:50] Es wird in vielen Kirchen Unterschiedliches verkündigt und vieles ist an der Bibel vorbei. Und diese Menschen erkennen das und die sagen: Moment, das ist, warum gehen wir nicht zurück zur Bibel? Ich kenne das selber. Ich kam selber aus einer dieser Kirchen. Ich war aus der evangelischen Kirche und ich habe mich gewundert, dass so vieles unserer Lehre damals am Evangelium vorbeiging, wo Martin Luther doch gesagt hatte: Sola Scriptura, nur auf die Bibel allein. Und ich bin herausgekommen aus dieser Kirche aus Liebe zur Wahrheit. Und viele Menschen werden folgen. Viele Menschen, die heute noch vorbereitet werden vom Geist Gottes, die in ihren Gemeinden arbeiten, die da einen großen Dienst tun, aber die diese Sehnsucht nach Christus und nach seinem Gesetz, nach seiner Liebe im Herzen haben, werden eines Tages herausgerufen werden, wenn wir denn die Wahrheit wieder aufrichten. Und dann werden wir eine Herde und ein Hirte sein. Und wir werden das Werk gemeinsam abschließen.

[38:45] Nun, Christus sagt, meine Schafe hören meine Stimme. Nun, woran erkennen wir eigentlich die Schafe Jesu? Wir kennen sie daran, dass sie Christus folgen. Nun, Christus sagt: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich. Johannes 14. Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Christus ist die Wahrheit. Und diese Menschen folgen Christus, sie folgen der Wahrheit.

[39:14] Nun, die Bibel bezeugt in Johannes 17, Vers 17: Dein Wort ist Wahrheit. Das hier ist auch Wahrheit. Die Menschen, die Christus folgen, folgen also automatisch der Bibel. Wenn wir die Bibel wieder verkünden, so wie das Evangelium ist, in voller Klarheit und Einfachheit, dann werden die Menschen das hören und werden der Wahrheit folgen. Sie werden ihrem Hirten folgen, sie werden Christus folgen und wir werden wieder eins sein.

[39:51] Die echten Jünger heute erkennen wir daran, dass sie nach ihrem Verstand, nach der ihnen geschenkten Erkenntnis Christus von Herzen folgen und Liebe im Herzen tragen. Wir erkennen die Menschen daran, dass sie Christus eher folgen als Menschenworte. Sie versuchen eher Gott zu gefallen als Menschen zu gefallen. Und wir wollen noch einmal den Merkvers lesen aus Galater 1, Vers 10. Rede ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe, oder suche ich Menschen zu gefallen? Wenn ich allerdings den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich nicht ein Knecht des Christus.

[40:36] Zur Herde Gottes gehören die Menschen, die Christus in ihrem Leben über ihr eigenes Leben stellen und über den Einfluss anderer Menschen auf sie. Sie orientieren sich zuerst nach Christus und das ist sein Volk. Und du und ich, wir wollen auch dazugehören. Wir wollen an erster Stelle in unserem Leben Christus stellen und ihm alles unterordnen. Denn wir wollen seine Herde sein und eines Tages gemeinsam mit all denen, die noch herausgerufen werden, in sein himmlisches Königreich einziehen. Und ich freue mich auf die Zeit und ich wünsche mir von Herzen, dass du und ich uns da sehen werden, dass wir dort alle dabei sind. Amen.

[41:11] Lass uns noch beten. Unser lieber Vater im Himmel, wir sind dir so dankbar dafür, dass wir deine Worte haben und dass wir darin studieren dürfen. Und dass wir sehen können, Herr, wie du Menschen gebrauchst, wie du sie berufst und wie du auch den Paulus berufen hast. Wie du ihn zu deinem Knecht und zu deinem Apostel ausgesondert hast, damit er den Heiligen das Evangelium verkündet. Und lieber Vater, wir wissen, dass auch du uns so einen Auftrag gegeben hast, dass wir dein Licht in die Welt hinaussenden sollen und dein Wort verkündigen sollen. Wir möchten dich bitten, Herr, dass du auch uns gebrauchst, dass du auch uns vorbereitest für diesen großen Dienst, damit noch viele herausgerufen werden können aus Babylon, damit noch viele sich anschließen, die heute schon die Wahrheit im Herzen tragen und sich nach dir sehnen. Lieber Vater, bitte hilf, dass dein Werk auf dieser Erde abgeschlossen werden kann. Und wir danken dir dafür. Im Namen Jesu. Amen.

[42:00] Vielen Dank, dass wir gemeinsam studieren durften und dass wir das zweite Kapitel in unserer Lektion bearbeiten konnten. Das erste Kapitel im Galaterbrief. Und ich würde mich freuen, wenn ihr nächste Woche wieder dabei seid, wenn wir zum nächsten Thema kommen und das nächste Kapitel behandeln. Ich fühle mich sehr herzlich eingeladen. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen für euer Bibelstudio.


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