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In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour über den Galaterbrief, mit dem Titel „Der Vorrang der Verheißung“, beleuchtet Lukas Hermann die tiefgreifende Beziehung zwischen dem Gesetz und der Verheißung Gottes. Er erklärt, wie das Versprechen an Abraham dem Gesetz vorausging und dessen Gültigkeit nicht aufhebt, sondern vielmehr bestätigt. Die Ausführungen behandeln die Rolle des Gesetzes als Lehrmeister und die Erlösung durch den Glauben an Jesus Christus, der das Gesetz erfüllt und uns befähigt, ein gerechtes Leben zu führen.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2017 Q3: Der Galaterbrief

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen hier zur Cannstatt Study Hour auf joelmedia.de. Wir machen heute weiter mit dem Studium über den Galaterbrief, der Brief, der so wichtig war für die Reformation und auch für die Adventbewegung.

[0:39] Wir sind beim Thema 6, der Vorrang der Verheißung und zum Merkvers für diese Woche findet sich im Galater 3, Vers 18. Und da steht: „Denn wenn das Erbe durchs Gesetz käme, so käme es nicht mehr durch Verheißung; dem Abraham aber hat es Gott durch Verheißung geschenkt.“ Und das ist schon der Kern, vor allem des ersten Tages, der hier herauskommt: Was ist wichtiger? Ist das die Versprechen an Abraham oder das Gesetz das Wichtigere?

[1:14] Und bevor wir jetzt die Bibel direkt aufschlagen, hineingehen und es studieren, möchten wir ganz kurz ein Gebet sprechen. Lieber Vater, wenn wir dein Wort aufschlagen, was für ein Privileg es ist, das zu tun, möchten wir dich bitten, dass du uns ein offenes Bewusstsein schenkst, von deinem Wort zu lernen. Amen.

[1:41] Die Sonntagssektion stellt direkt die Frage: Das Gesetz oder der Glaube? Das Interessante ist, die Lektion danach stellt dann genau die umgekehrte Frage, oder sagt: Der Glaube und das Gesetz. Und so schön, wie diese Lektion uns Vers für Vers durch den Galaterbrief mitnimmt, und wir wollen hier diese Verse lesen, die angeschrieben sind, das ist der Vers 15 bis zum Vers 18, einfach einen Eindruck zu kriegen, mit was Paulus hier zu tun hat.

[2:21] Kurze Erinnerung an die letzte Lektion von letzter Woche: Es ging ja darum, dass Paulus zum Kern seines Briefes kommt. Er beklagt sich, warum die Galater so, ja, er sagt, hirnlos sind, dass sie den Glauben, den sie doch offensichtlich angenommen haben, den sie selbst erfahren haben, wieder verlassen haben zugunsten der Werksgerechtigkeit. Und er lässt es nicht einfach nur mit dieser Beschwerde, sondern in diesem ganzen Kapitel 3 und auch weiterführend führt er jetzt ganz methodisch, wie Paulus es so macht, aus, wie der Glaube in Position zum Gesetz steht.

[3:09] Wir lesen Vers 15 vom Galater Kapitel 3: „Brüder, ich rede nach Menschenweise; sogar das Testament eines Menschen hebt niemand auf oder verordnet etwas dazu, wenn es bestätigt ist. Nun aber sind die Verheißungen dem Abraham und seinem Sohn zugesprochen worden. Es heißt nicht „und den Samen“, als von vielen, sondern als von einem: „und deinem Samen“, und dieser ist Christus.“

[3:40] Interessant an der Stelle ist, dass Paulus tatsächlich nicht nur mit dem Alten Testament argumentiert, sondern mit der Grammatik des Alten Testaments. Er geht ganz genau darauf ein, dass es hier eher ein Singular ist. Er sagt, der Nachkomme im Alten Testament ist ein Singular, nicht ein Plural und nimmt es als Argument zu zeigen, es deutet hier auf Jesus hin. Es zeigt uns auch, wie wir die Bibel ruhig in die Hand nehmen dürfen, wie wir auch wirklich untersuchen dürfen, was steht da genau drin und uns nicht zu schämen brauchen, die Worte ganz genau anzuschauen, die wir da lesen.

[4:18] Vers 17: „Das aber sage ich: Ein von Gott auf Christus hin zuvor bestätigtes Testament wird durch das 430 Jahre danach entstandene Gesetz nicht ungültig gemacht, so dass die Verheißung aufgehoben wurde.“ Und jetzt kommt der Merksatz nochmal: „Denn wenn das Erbe durchs Gesetz käme, so käme es nicht mehr durch die Verheißung; dem Abraham aber hat es Gott durch Verheißung geschenkt.“

[4:49] Die Kernbotschaft von diesen paar Versen ist, dass Paulus sagt, hier war das Versprechen an Abraham, dieser Bund mit Abraham, der 430 Jahre vor dem Geben des Gesetzes am Berg Sinai geschlossen wurde. Und er sagt ganz deutlich, das Gesetz, so wichtig es ist, kann nicht dieses Versprechen, das vorher getan wurde, einfach aufheben. Es funktioniert nicht. Das Versprechen steht nach wie vor.

[5:24] Und es gibt uns auch an der Stelle die Gelegenheit, einfach mal zu gucken, was war denn das Versprechen, das Gott Abraham gegeben hat. Bevor wir das tun, schauen wir kurz noch beim Zurückblättern im Lukas 1, Vers 73 vorbei. Das ist dieser Lobgesang des Zacharias, gerade als er das Versprechen empfangen hat, dass er einen eigenen Sohn kriegt, zusammen mit seiner Frau. Da sagt er das hier direkt am Anfang des Neuen Testaments, da heißt es: „an den Eid, den er unserem Vater – er in dem Fall Gott – unserem Vater Abraham geschworen hat, uns zu geben, dass wir, erlöst aus der Hand unserer Feinde, ihm dienen, ohne Furcht.“

[6:13] Und wir sehen hier, dass dieses Versprechen an Abraham nicht vergessen wurde. Man darf nicht denken, die Pharisäer haben sich vielleicht nur noch um das Gesetz gekümmert und haben dieses Versprechen und den Abraham ganz vergessen und der Paulus hat sich erst wieder daran erinnern müssen. Der Abraham war sehr präsent im Denken und doch falsch verstanden.

[6:34] Jetzt blättern wir nach vorne zum ersten Mose, im Kapitel 17. Im Kapitel 17, da schließt Gott diesen Bund mit dem Abraham und es ist einfach auch interessant zu sehen, was denn hier so die Aspekte sind, was verspricht denn der Gott dem Abraham?

[6:56] Im Vers 2 lesen wir: „Und ich will meinen Bund schließen zwischen mir und dir und will dich über alle Maßen mehren.“ Der Kern des Bundes ist, dass Abraham und Saras Nachkommen sehr vielfältig werden. Vers 4: „Siehe, ich bin der, welcher im Bund mit dir steht, und du sollst ein Vater vieler Völker sein.“

[7:24] Vers 5: „dass Gott Dinge, die er wirklich meint, gut, Gott meint alle Dinge, die er sagt, wirklich, aber Dinge, die für ihn sehr wichtig sind, die wiederholt Gott immer und immer wieder.“ Wir wissen auch, das Gesetz steht nicht nur einmal in der Bibel, sondern zweimal, damit meine ich die 10 Gebote.

[7:40] Vers 7: „Und ich will meinen Bund aufrichten zwischen mir und dir und meinem Samen und deinem Samen und nach dir von Geschlecht zu Geschlecht als einen ewigen Bund, dein Gott zu sein und dir, deinen Samen und der deines Samens nach dir.“

[8:02] So, hier ist das Versprechen also, dass Gott nicht nur sagt, du wirst sich vervielfältigen, viele Samen haben, sondern auch, dass ich, sagt Gott, der Gott dieser Samen sein werde. Ich werde sie nicht verlassen.

[8:14] Vers 9 und 10: „Und Gott sprach weiter zu Abraham: So bewahre du meinen Bund und deinen Samen nach dir von Geschlecht zu Geschlecht. Das ist aber mein Bund, den ihr bewahren sollt zwischen mir und euch und deinem Samen nach dir: Alles, was männlich ist unter euch, soll beschnitten werden.“

[8:39] Und das fände ich interessant, obwohl Paulus hier immer wieder auf dieses Versprechen mit Abraham zurückkommt, ist genau in diesem Versprechen der Ort, wo die Beschneidung definiert wird. Und wir erinnern uns, dass es im Galaterbrief und in Galazien, unter der Gemeinde dort, genau um die Beschneidung geht.

[8:59] Viele Jahre zuvor, bevor Paulus diesen Brief schreibt, gab es dieses erste Treffen, große Treffen in Jerusalem. Da kamen sie zusammen, Paulus kam zusammen mit Barnabas und hat diese Sache vorgetragen und hat gesagt: „Wir haben einen großen Erfolg, möchte ich sagen, wir haben eine große Ernte unter den Heiden. Gott segnet die Arbeit und er gibt ihnen den Heiligen Geist.“ Und hat der Gemeinde vorgetragen: „Hier gibt es ein Problem, es gibt viele der Juden-Christen, die kommen und die sagen, ihr müsst euch beschneiden lassen, sonst werdet ihr nicht gerettet.“

[9:40] Und Paulus wollte das ein für alle Mal aus der Welt schaffen, hat gesagt, wir müssen darüber entscheiden, ob sich die Heiden beschneiden lassen müssen oder nicht. Es wurden Argumente vorgetragen, aber vor allem wurde auf der Basis von Petrus, der durch seine prophetische Autorität, der ja diese Vision hatte mit diesem Tuch und gesagt hat: „Gott hat mich geführt zum Kornelius, hat mir gezeigt, dass auch er seinen Heiligen Geist auf sie ausgießt, obwohl sie nicht beschnitten sind und mir ganz klar gesagt hat, wir sollen das tun.“ Und dann durch den Jakobus, den Leiter der Gemeinde, der einen Bibelvers zitiert und sagt: „Hier haben wir die Autorität der Schrift, die uns anweist, hinauszugehen zu den Heiden.“ Und mit diesen zwei Autoritäten, Autorität der Schrift und Autorität der Prophetie, dem Geist der Weissagung, zu dieser Zeit hat man entschieden, dass sich die Heiden nicht beschneiden lassen müssen.

[10:39] Viele, viele Jahre später, man denkt, die Geschichte wäre aus der Welt geräumt, die Generalkonferenz hat die Entscheidung getroffen, aber wir sehen hier, dass viele, viele Jahre später kommen immer noch Juden-Christen nach Galatien und bringen die gleichen Argumente wieder vor und verwirren die Gemeinde. Und es ging um die Beschneidung und deswegen finde ich es so interessant, dass es tatsächlich in diesem Versprechen von Abraham gleichfalls, dass hier die Beschneidung aufgerichtet wird, als der menschliche Faktor in diesem Bund zwischen Gott und dem Abraham.

[11:12] Und noch Vers 19, wir sind wieder im 1. Mose, Kapitel 17, Vers 19: „Hier da sprach Gott: Nein, sondern Sarah, deine Frau, soll dir einen Sohn gebären, den sollst du Isaak nennen, denn ich will mit ihm einen Bund aufrichten als einen ewigen Bund für seinen Samen nach ihm.“

[11:35] Wir haben hier wieder das Versprechen, ein Sohn wird dir geboren werden. Und Vers 8 noch zuvor: „Und ich will dir und deinen Samen nach dir das Land zum ewigen Besitz geben, in dem du ein Fremdling bist, nämlich das ganze Land Kanaan, und ich will ihr Gott sein.“

[11:57] Also zusätzlich zu dem Samen und der Vermehrung verspricht Gott hier noch das Land, das er lange Zeit dieser Vorblick war vom Volk Israel zu sagen: „Hier wollen wir hin, in das gelobte Land.“ Und für uns nach wie vor, denn wir wissen, wir sind noch nicht angekommen in dem wahren gelobten Land, wir schauen voraus auf Gottes Ewigkeit. Und das ist auch manchmal vergessen in der Christenheit und man versucht diese Aspekte vielleicht wegzudiskutieren und Gott zu einem geistlichen Wesen zu machen, das allen einfach nur ein gutes Leben geben will. Aber das ist unser wahres Ziel, Freunde, einmal mit Gott im Himmel zu sein. Das wir nicht aus den Augen verlieren sollten.

[12:37] Und Vers 9 und 11, den 11 haben wir noch nicht gelesen, den lesen wir noch dazu. Bin ich falsch? Nein, ich habe recht. Genau, wir haben den 9 und 10 gelesen, jetzt lesen wir noch 11 dazu: „Und ihr sollt im Fleisch eurer Vorhaut – hier geht es wieder um die Beschneidung – beschnitten werden; das soll ein Zeichen des Bundes sein zwischen mir und euch.“ Und wie auch Kollege Ronny schon gesagt hat in der letzten Woche, hier ist ganz klar die Reihenfolge zu beachten: Erst hat Gott geglaubt, erst hat Gott mit Abraham den Bund gemacht und als Zeichen dessen kam am Ende die Beschneidung raus.

[13:19] Was passiert ist in der Zwischenzeit, in den 1000, darf ich nicht lügen, wie viel waren es? 1400, 1800 Jahre zwischendrin, bis zu dem Zeitpunkt, wo jetzt Paulus der Gemeinde schreibt, da hat sich das Zeichen umgewandelt in ein Gesetzeswerk, das Gerechtigkeit schafft. Es ist nicht mehr ein Zeichen der Gerechtigkeit, ein Zeichen dafür, dass man an Gott glaubt, dass man treu ist, sondern es ist die Treue selbst. Wer nicht beschnitten ist, der kann gar nicht in den Himmel kommen. Und Paulus hat eindeutig erkannt, dass hier das Zeichen veruntreut wurde zur erlösenden Tat und hat es ganz klar gesagt, dass es abgeschafft ist, dass das Zeichen nicht ein Zeichen der äußerlichen Beschneidung ist, sondern wirklich ein Zeichen der Beschneidung des Herzens und der Bekehrung zu Gott.

[14:20] Ich habe das ein bisschen durchgedacht und auch festgestellt, dass der Sabbat ja auch ein Zeichen ist. Weil Gott sagt, der Sabbat ist ein Zeichen zwischen mir und euch, damit ich euer Gott bin. Können wir heutzutage auch sagen, wenn der Sabbat auch nur ein Zeichen ist, dann vielleicht ist er auch abgeschafft, vielleicht ist er das von Tag doch richtig.

[14:46] Der Unterschied zwischen dem Zeichen des Sabbats und dem Zeichen der Beschneidung ist, dass der Sabbat eindeutig niedergeschrieben in den Zehn Geboten verwurzelt ist. Und zu diesen Zehn Geboten, zu denen kommen wir jetzt, an unserem nächsten Tag, überschrieben mit Glaube und das Gesetz. Und hier geht es weiter, es geht noch nicht ganz weiter, wir werden uns noch eine kurze Frage zwischendurch stellen, bevor wir dann im Galaterbrief tatsächlich weiterlesen.

[15:16] Und hier geht es tatsächlich jetzt um das Gesetz: Ist das Gesetz abgeschafft oder nicht? Was ist jetzt mit dem Gesetz? Und zwei Verse, die ganz interessant sind, die die Sabbatschule uns hier vorgibt, zeigt, wir sind in Römer 3, Vers 31. So, hier steht folgendes:

[16:01] Das Buch Römer und das Buch Galater sind sehr ähnlich vom Thema her. Die nehmen sich beide den gleichen Grund und Boden vor, und zwar das Verhältnis zwischen Gesetz und Glaube und wie man tatsächlich gerettet wird und gerecht wird. Von daher ist es ganz interessant, dass wir immer wieder vergleichen können zwischen Galater und dem Römerbrief.

[16:26] Und hier, nach einem dreikapitlichen Diskurs von Paulus, sieht er sich gezwungen, hier diesen Vers einzubauen und zu sagen: „Moment mal, ich habe zwar jetzt ziemlich viel gesagt, dass es so aussieht, als ob das Gesetz nicht mehr gültig ist, aber nur damit es mal klargestellt wird, wir heben das Gesetz nicht auf.“ Von daher stellt er sich diese rhetorische Frage: „Heben wir das Gesetz durch den Glauben auf? Das sei ferne! Vielmehr bestätigen wir das Gesetz.“ Er sagt nicht, dass sein ganzer, alles was ich gesagt habe, das führt nicht dazu, dass das Gesetz jetzt weg ist, sondern der Glaube, das Versprechen baut auf dem Gesetz auf, es bestätigt das Gesetz. Genauso wie Jesus es sagt in Matthäus 5, Vers 17.

[17:13] So, weit geblättert, Matthäus 5, Vers 17, wo er selber auch bestätigt: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, um das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen, um aufzulösen, sondern um zu erfüllen.“

[17:40] Ja, jetzt die Frage: Was bedeutet denn das? Was bedeutet denn das Gesetz nicht aufzuheben, sondern zu erfüllen? Und dazu schauen wir uns ganz kurz das Gesetz an sich an. Kann das Gesetz retten? Ist die Frage. Die Antwort ist, dass es das Gesetz retten kann. Der Zweck des Gesetzes ist ja, zu definieren, was Gerechtigkeit ist. Und wir kennen einige Persönlichkeiten, die durch das Gesetz gerettet sind.

[18:12] Wir nehmen zum Beispiel Adam und Eva. Okay, Adam und Eva wäre jetzt das Negativbeispiel. Adam und Eva wären durch das Gesetz gerettet worden, wären sie einfach treu geblieben zu Gott. Dadurch, dass sie aber gesündigt haben, hat sie das Gesetz verurteilt. Jetzt machen wir noch die Positivbeispiele. Jesus selbst. Jesus hat nicht gesündigt, als er auf der Erde war und hätte ewig leben können, hätte er sich nicht selbst geopfert, weil er gerecht war und dadurch Leben, ja, wie man möchte sagen, verdient hatte. Wobei wir das jetzt noch ein bisschen qualifizieren. Und die Engel. Die Engel haben auch nicht gesündigt, die Engel leben auch durch das Gesetz. Das Gesetz kann retten, indem es nicht verurteilt.

[19:00] Aber die andere Frage, die für uns relevant ist: Kann das Gesetz Sünder retten? Und hier ist die ganz offensichtliche Antwort: Nein. Und im Römer 8, Vers 3 wird es schön nochmal beschrieben von Paulus. Und sehr schön zusammengefasst in einem Vers.

[19:23] „Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch kraftlos war, das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte, in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch verurteilte.“

[19:46] Und Paulus sagt uns hier, das Gesetz ist zwar was Tolles, aber es hat eine Schwäche. Es kann zwar aufzeigen, was Sünde ist, aber seine Schwäche ist, dass es dem, der gesündigt hat und verurteilt ist, nicht helfen kann.

[20:03] Was ist jetzt die Lösung des Problems? Die Lösung des Problems ist im gleichen Vers, den wir gerade schon gelesen haben. Gott hat seinen Sohn Jesus Christus gesandt, denn sein Sohn Jesus Christus hat eine ganz entscheidende Qualität, die das Gesetz nicht hat. Er kann Leben geben.

[20:27] Nicht nur das, er gibt uns nicht nur Leben, sondern er zeigt auch auf, dass das Gesetz gerechtfertigt ist. Und wie macht er das? Indem er auf dieser Erde lebt und ein gerechtes Leben hat und zeigt, das Gesetz, das Gott aufgestellt hat, ist nicht zu schwierig, um es zu halten, nicht zu kompliziert, nicht zu mühselig, sondern es ist die Definition von Gottes Charakter, es kann gehalten werden und es geht allen besser, wenn es gehalten wird. Und Jesus hat dieses gerechte Leben gelebt, weil er das Gesetz eben nicht ändern wollte und konnte.

[21:15] Er hat klargemacht: Wenn ich das Gesetz hätte ändern können, abschaffen können durch irgendwelche anderen Versprechen, dann hätte ich das schon längst getan, dann wären schon längst alle gerettet. Aber weil es unmöglich ist, weil das Fundament des Himmels gebaut ist auf diesem Gesetz, deswegen war es unabdingbar, dass das Gesetz bestehen bleibt. Und weil Jesus uns aber trotzdem in den Himmel holen möchte, hat er dieses Leben auf der Erde auf sich genommen, um zu beweisen, nicht nur uns auf der Erde, sondern auch dem Himmel, dass das Gesetz gut ist, möglich ist zu halten und uns ein Beispiel zu sein, dass es durch seine Kraft möglich ist, es zu halten.

[22:01] Und der große Triumph aus diesem Vers 3, der gipfelt in diesem Vers 4, Römer 8, wo es dann heißt: „damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde, die wir nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist.“

[22:26] Also hier definiert Paulus jetzt, wie der Glaube das Gesetz erfüllen kann. Er sagt nicht, dass der Glaube das Gesetz aufhebt, sondern wenn wir glauben und bekehrt werden und der Geist in uns lebt, dann wird er dafür sorgen, dass wir die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit erfüllen.

[22:54] Ist es nicht ein sehr interessanter Gedanke? Interessant ist das falsche Wort. Ist es nicht ein wunderbarer Gedanke zu wissen, dass es nicht unsere Kraft ist, die das Gesetz hält, es nicht unser Kampf ist, die uns in den Himmel bringt, sondern zu wissen, dass Gott möchte, dass wir in den Himmel kommen und uns deswegen den Heiligen Geist schickt, der uns hilft, genau das zu tun, was zu tun ist, damit wir bereit sind für den Himmel. Nicht als Werksgerechtigkeit, nicht als „wir müssen das tun, sonst kommen wir nicht rein“, sondern wie Gott uns hilft, Stück für Stück das Laufen zu lernen, das Verstehen zu lernen, das Laufen, das rechte Laufen in dieser Welt und uns führt und verspricht, dass wir eines Tages.

[23:53] Ganz kurz ein Vers, den ich sehr mag in dem Zusammenhang ist der Philipper 1, Vers 6, wo es heißt: „Weil ich davon überzeugt bin, dass der, welcher ein gutes Werk in euch angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi.“

[24:16] Wir können uns darauf verlassen, auch wenn wir momentan noch die schwarzen Punkte in unserem Herzen sehen, dass wir wissen können, dass Gott das Werk vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi. Nicht wir vollenden das Werk, sondern Gott vollendet das Werk, wenn wir weiterhin auf ihn vertrauen bis zum Ende.

[24:41] Und jetzt springen wir zurück in den Galaterbrief und lesen weiter in Paulus Argumente. Jetzt haben wir das genügend ausgebaut, gesehen, wie hier das Verhältnis ist, wie das Versprechen auf dem Gesetz aufbaut und jetzt schauen wir mal, wie Paulus hier seine Argumentation fortführt und versuchen Vers zu Vers zu verstehen, was er hier meint.

[25:02] „Wozu nun das Gesetz?“, sagt er in Galater 3, Vers 19. „Der Übertretungen wegen wurde es hinzugefügt, bis der Same käme, dem die Verheißung gilt, und es ist durch Engel übermittelt worden in der Hand eines Mittlers.“

[25:18] Jetzt, dieser Vers ist ein ganz schöner Mundvoll. Seine Frage ist: Wozu brauchen wir nun überhaupt das Gesetz? Und er sagt, es gibt einen Grund, warum Gott das Gesetz gegeben hat, und zwar wegen der ganzen Übertretungen. Es ist hinzugefügt worden wegen der Übertretungen.

[25:38] In dem Zug ist es interessant, Römer 5, Vers 13 zu lesen. Römer 5, Vers 13. Nicht zu weit geblättert, Römer 5, Vers 13. Hier steht: „Denn schon vor dem Gesetz war die Sünde in der Welt. Wo aber kein Gesetz ist, da wird die Sünde nicht in Rechnung gestellt.“

[26:06] Paulus sagt: Schau mal, wenn es kein Gesetz gäbe, dann wäre da auch keine Sünde, weil eine Sünde muss irgendwie definiert werden. Übertretung des Gesetzes kann nur definiert werden, wenn es ein Gesetz gibt. Und so was passiert ist, dass durch die Jahrhunderte von Adam über Noah bis Abraham und dann durch die Gefangenschaft in Ägypten das Volk Israel vergessen wurde, wie der Charakter Gottes ist, wie der Standard der Heiligkeit ist. Und deswegen hat sich Gott genötigt gesehen, es in Stein gemeißelt zu definieren und hat das Gesetz gegeben, damit wir wieder wissen, was Sünde ist.

[26:56] Vielleicht ist uns das nicht ganz so bewusst in unserer westlichen Welt. Hier in Deutschland, in Europa, auch in Nordamerika, auch Südamerika, ist der Großteil christlich. Und auch wenn es verschiedene Denominationen gibt, verschiedene Glaubensrichtungen, auch wenn das Gesetz verschieden wichtig genommen wird, man hat als Grundlage der Gesellschaft immer noch den christlichen Glauben. Das heißt, wenn es hier in Deutschland schon fast weg ist, aber man hat irgendwo in der Kultur verankert, diesen Grundsatz des christlichen Glaubens, den Grundsatz der Ehrlichkeit, der Aufrichtigkeit, nicht zu lügen, nicht zu töten, sondern das Gute zu tun. Und für uns ist es selbstverständlich, dass wenn ich mein Auto wo abstelle, damit es nicht geklaut werden soll. Natürlich gibt es Kriminalität, aber in den meisten Fällen finden wir unser Auto wieder vor, wenn wir später wieder zurückkommen.

[27:54] Das ist nicht selbstverständlich. Ich bin sehr fasziniert von Missionarsgeschichten. Ich habe jetzt erst ein Buch fertig gelesen von Adoniram Judson, der erste amerikanische Missionar. Und zwar ging der als erster Missionar auch nach Burma, heute Myanmar. Und ich finde es immer sehr interessant, wie ein Königreich damals aussah, ein heidnisches Königreich, das die Bibel nicht hatte, bevor Christenheit quasi in dieses Reich kam.

[28:27] Und im Fall von Myanmar ist es sehr interessant, denn die Gesellschaft hat sich so entwickelt unter dem Buddhismus, dass es an der Tagesordnung war zu lügen, einander nicht zu trauen. Das war so intensiv, dass in der Regierung man einfach niemandem vertraut hat. Der König, als er in die Macht kam, hat gleich alle seine potenziellen Ansprüche haben können, gleich umbringen lassen auf brutalste Weise, damit er seine Macht irgendwie versucht zu stabilisieren. Und er hat niemandem vertraut, nicht seinen engsten Mitarbeitern.

[29:12] Und als er dann zu diesem Krieg kam zwischen den Engländern und Burma, England war ja ganz stark vertreten dort in Indien und in diesen Regionen und hat sich dann auch durch Aggressionen Burmas nötig gefühlt, da mal einzugreifen. Und sie haben dann einen Vertrag ausgehandelt, einen Friedensvertrag. Und der König von Burma hatte einfach dieses Konzept der Ehrlichkeit überhaupt gar nicht in seinem Denken. Und er hat nicht geglaubt, dass sich ein anderes Land an einen Vertrag halten würde, den es selbst aufgestellt hat, weil es so absurd für diesen Menschen war, dass man ehrlich ist und sich an Abmachungen hält.

[29:59] Ja, wie bin ich da hingekommen? Die Idee ist, dass wenn Gott das Gesetz nicht gegeben hätte, dann wäre die Gesellschaft so weit gekommen, dass selbst die Dinge, die wir heute als selbstverständlich anerkennen, Ehrlichkeit und aufrichtiger Charakter, völlig aus dieser Welt verschwunden wären. Und deswegen hat sich Gott genötigt gefühlt, das Gesetz zu geben. Deswegen wurde es hinzugefügt. Nicht damit die Menschen dadurch gerecht werden, sondern damit zumindest ein Standard auf dieser Erde herrscht. Damit die Menschen wissen, das ist richtig und das ist falsch.

[30:42] Machen wir weiter im Vers, der ist nämlich noch interessant. Galater 3, Vers 19: „Der Übertretungen wegen wurde es hinzugefügt, das Gesetz, bis der Same käme, dem die Verheißung gilt, und es ist durch Engel übermittelt worden in die Hand eines Mittlers.“

[30:58] Der Same ist in dem Fall Jesus Christus, das haben wir vorher schon gelesen, dem die Verheißung gilt. Und es ist durch Engel übermittelt worden in die Hand eines Mittlers.

[31:11] Ich finde es interessant, das Gesetz wurde durch Engel übergeben in die Hand eines Mittlers. Wir denken nicht daran, wir denken eigentlich im Berg Sinai wurde das Gesetz direkt von Gott an Mose gegeben. Aber interessanterweise, wenn wir zum Beispiel mal in Apostelgeschichte 7, Vers 38 schauen, natürlich wieder viel zu weit geblättert, Apostelgeschichte 7, Vers 38. Da sehen wir in dieser Predigt von Stephanus, 7, Vers 38, dass er sagt: „Das ist der, welcher in der Gemeinde – er spricht von Jesus – das ist der, welcher in der Gemeinde, in der Wüste, war zwischen dem Engel, der auf dem Berg Sinai zu ihm redete, und unseren Vätern, der lebendige Worte empfing, um sie uns zu geben.“ Er spricht nicht über Jesus, er spricht über Mose, der also zwischen dem Engel auf dem Berg Sinai und der Gemeinde Israel war.

[32:12] Interessant, also tatsächlich spricht es hier nicht über irgendein zweites Event, wo das Gesetz gegeben wurde, wovon wir irgendwie nicht so richtig wissen, sondern es geht hier tatsächlich um den Sinai, obwohl Paulus hier von Engeln spricht. Und wenn er hier von dem Mittler spricht, in Galater 3, Vers 19, von den Engeln übermittelt wurde in die Hand eines Mittlers, dann ist es Mose, der damals zwischen Gott und dem Volk stand und die Worte Gottes übermittelt hat.

[32:47] Interessanterweise, und ich traue mich ja nicht mehr auszuholen, die Zeit rennt uns davon, aber es ist interessant zu sehen, dass Gott eigentlich persönlich mit dem Volk Israel sprechen wollte, damals am Berg Sinai. Das Volk Israel sich aber zurückgezogen hat. Man kann es nachlesen im 5. Mose, Kapitel 5. Das Volk Israel verschreckt sich zurückgezogen hat, zu Mose gekommen ist, gesagt hat: „Geh du hin zu Gott und sag uns alles, was Gott dir sagen wird, und wir werden es tun und gehorchen.“

[33:25] Und so ist der alte Bund entstanden, dass Gott gesagt hat: „Okay, dann machen wir es so. Dann machen wir es so, dass ich sage und ihr gehorcht, obwohl ich weiß, dass eure Herzen nicht so auf, dass ihr es nicht in euren Herzen habt, diesem Bund, den ihr vorgeschlagen habt, tatsächlich Folge zu leisten.“ Und er ja dann später den neuen Bund aufgestellt hat, und der neue Bund, wir wissen, es basiert nicht auf den Versprechen von dem Volk Israel, oder von uns an Gott, sondern alleinig von Versprechen von Gott an uns. Aber das ist ein Thema für sich.

[34:06] Wir sehen also hier, es geht um das Gesetz vom Sinai, es geht um den Mittler Moses. Dann kommt ein Vers, wo ich zugeben muss, den ich selber nicht komplett verstehe. Hier steht: „Ein Mittler aber ist nicht Mittler von einem; Gott aber ist einer.“ Ich bin mir nicht ganz sicher, warum Paulus diesen Vers hier einbaut. Was er auf jeden Fall sagt, im Groben ist, wenn es einen Mittler gibt, gibt es immer zwei Seiten. Zwei Seiten, die irgendwie gegeneinander stehen und zwischen denen vermittelt werden muss.

[34:41] Aber dann in Vers 21 wird es wieder interessant: „Ist nun das Gesetz gegen die Verheißung Gottes? Das sei ferne! Denn wenn ein Gesetz gegeben wäre, das lebendig machen könnte, so käme die Gerechtigkeit wirklich aus dem Gesetz.“

[34:57] Das ist der Kern von Paulus Botschaft. Wenn das Gesetz jemals gerecht machen könnte, wenn unsere religiösen Taten, wie sie auch immer aussehen, sei es, dass wir ein Verfechter der Beschneidung sind, oder sei es, dass wir uns in anderen gerechten Taten, anderen religiösen Taten versuchen zu ereifern, Paulus sagt, wenn das jemals jemand gerecht machen könnte, dann wäre das unsere Erlösung geworden. Aber das Gesetz ist nicht ausreichend.

[35:38] Es hat diese Schwäche, es kann nicht das Tote lebendig machen. Das haben wir schon gesehen im Römer 8, Vers 3, wie diese Schwäche hier besteht.

[35:52] Und in Vers 22: „Aber die Schrift hat alles unter die Sünde zusammengeschlossen, damit die Verheißung aufgrund des Glaubens an Jesus Christus denen gegeben würde, die glauben.“

[36:03] Und wieder bestätigt er uns, die Schrift, das Gesetz, all diese Worte, die Gott gesprochen hat, die führen uns alle wie ein Pfeil auf eine Person, auf Jesus Christus, der auf diese Erde kam, sich geopfert hat, wieder lebendig wurde und es zeigt, dass wenn er etwas Todes lebendig machen kann, dass er anders wie das Gesetz, dass er auch uns wieder lebendig machen kann, so sündig wir uns fühlen, so hoffnungslos, wie wir vielleicht manchmal denken, dass wir sind.

[36:45] Wenn wir nur uns nicht von ihm abwenden, sondern ihm vertrauen und wissen, Jesus kann mich heilig machen, Jesus kann mich auf den gerechten Weg führen.

[37:01] Wir haben besprochen, was ist der Zweck des Gesetzes. Es geht weiter bis Vers 29, wir sind noch gar nicht am Ende. Vers 23: „Bevor aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf den Glauben hin, der geoffenbart werden sollte.“

[37:23] „So ist das Gesetz unser Lehrmeister geworden, auf Christus hin, damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden. Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Lehrmeister.“

[37:34] „Denn ihr alle seid durch den Glauben Söhne Gottes in Jesus Christus. Denn ihr alle, die ihr in Christus hineingetauft seid, ihr habt Christus angezogen. Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Knecht noch Freier, da ist weder Mann noch Frau, denn ihr seid alle einer in Christus.“

[37:56] „Wenn ihr aber Christus angehört, so seid ihr Abrahams Same und nach der Verheißung Erben.“

[38:02] Jetzt hier ist eine Herausforderung. Dieser Abschnitt ist eine große Herausforderung, denn hier steht erstens, dass Paulus das Gesetz mit einem Lehrmeister vergleicht, einem Tutor. Und dann sagt er: „Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Lehrmeister.“

[38:27] Und hier ist genau der Punkt, wo viele sagen: Ha, schaut sie an, wir sind nicht mehr unter dem Gesetz, wir sind jetzt unter der Gnade, wir können es tun und lassen, was wir wollen, das Gesetz ist nicht mehr gültig. Und so schaut es aus, nicht wahr?

[38:45] Jetzt unsere Adventpioniere in der Bewegung, die haben auch diesen Text studiert, und am Anfang hat man sich ganz klar auf die Seite gestellt: Nein, was Paulus hier beschreibt, ist nicht das ganze Gesetz mit den 10 Geboten, sondern hier geht es um das Zeremonialgesetz, das Mose damals selbst aufgeschrieben hat, an die Seite der Arche, in so einen extra Kasten hineingetan hat, und hier geht es eben nicht um die 10 Gebote. Es gibt tatsächlich Gebote, die sind auch gültig. Was hier abgeschafft wurde, waren die Opfergesetze und die Festtage, die zeremoniellen Gesetze.

[39:26] Aber wir sehen hier eindeutig, dass Paulus keinen Unterschied macht, wirklich zwischen dem Zeremonialgesetz und dem Gesetz. Er schreibt nicht: „Das eine Gesetz ist abgeschafft und das andere aber nicht.“ Er behandelt das Gesetz als eine Einheit.

[39:46] Das heißt, wie vereinen wir dieses Wort mit dem Gesetz und mit der Wichtigkeit des Gesetzes und mit den anderen Versen in der Bibel, die doch ganz eindeutig zeigen, dass das Gesetz nicht abgeschafft wurde, sondern dass auf dem Gesetz aufgebaut wird mit dem Glauben.

[40:07] Wir lesen nochmal genau durch, was hier steht. „Bevor aber der Glaube kam, wurden wir unter dem Gesetz bewahrt, verschlossen auf den Glauben hin, der geoffenbart werden sollte.“ Und hier interpretiert man das jetzt so: Im Alten Testament, da waren alle verschlossen unter dem Gesetz, bis zu dem Zeitpunkt hin, wo Jesus kam. Und dann kam ja die Periode des Glaubens, der Gnade. Und jetzt waren die Leute nicht mehr verschlossen unter dem Gesetz, sondern frei, des Gesetzes abgeschafft worden, wie hier der Lehrmeister ist abgeschafft worden, und man ist jetzt unter der Gnade, nicht mehr unter dem Gesetz.

[40:49] Aber schauen wir uns mal an, was es denn bedeutet, unter dem Gesetz zu sein, gemäß der Bibel. Im Römer 6, Vers 14 gibt es hier einen Vers, der uns das zeigt. Das heißt, was bedeutet es, unter dem Gesetz zu sein? Es bedeutet, dass die Sünde über uns herrscht. Und was bedeutet es, nicht unter dem Gesetz zu sein? Dass die Sünde nicht mehr über uns herrscht.

[41:16] Seht ihr den Punkt? Wenn wir unter dem Gesetz sind, das bedeutet, wir sind nicht bekehrt. Die Sünde herrscht über uns. Und dann kommt der Glaube in unser Leben, weil wir erkennen, dass das Gesetz uns nur verdammt, dass wir nichts machen können, um gerecht zu werden. Und der Glaube kommt in unser Leben, und wir erkennen die Sünde, und wir fangen an, gegen die Sünde anzukämpfen. Unser Geist, unser Charakter möchte nicht mehr die Sünde tun, sondern möchte das tun, was gut ist.

[41:58] Und im gleichen Kapitel, im Vers 11 steht: „Als auch ihr, schreibt der Paulus, haltet euch selbst dafür, dass ihr für die Sünde tot seid, aber für Gott lebt in Jesus Christus, unserem Herrn.“ Gleicher Punkt. Ihr seid tot der Sünde, und wenn ihr tot der Sünde seid, dann lebt ihr in Jesus Christus.

[42:25] Schaut mal, was er sagt, im nächsten Vers 12: „So soll nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leib, damit ihr der Sünde nicht durch die Begierden des Leibes gehorcht.“ Er sagt zwar, ihr lebt in Jesus Christus, und daher, deswegen, kämpft gegen die Sünde. Lasst die Sünde nicht herrschen in euch. Es ist nicht, wir leben jetzt in Jesus Christus, aller Kampf ist vorbei, alles ist gut und wir können leben ohne Schwierigkeiten, sondern, Paulus sagt: Jetzt seid ihr befreit von der Sünde. Euer Denken ist verändert worden, euer Charakter ist verändert worden, durch Gott, durch den Heiligen Geist, der in euch wohnt. Und jetzt, wo ihr wisst, was die Sünde ist, wo ihr das Gute tun möchtet, kämpft gegen die Sünde.

[43:19] Das bedeutet es, nicht mehr unter dem Gesetz zu sein. Es bedeutet, nicht mehr in der Sünde zu leben und die Sünde zu tun und nur das Gesetz zu haben als großen Standard, der uns sagt: Tu das nicht, um uns ein bisschen noch in den Schranken zu halten, damit wir nicht alles Gesetzeslose tun, sondern erfüllt zu sein von Jesus Christus, verändert zu sein im Denken, bekehrt zu sein zu ihm.

[43:47] Und dann macht es Sinn, was hier steht, im Galater, im Rest des Verses. „Nachdem aber der Glaube gekommen ist, nachdem wir jetzt nicht mehr unter dem Gesetz sind, nicht mehr Sklaven der Sünde, sondern unser Denken verändert wurde, sind wir nicht mehr unter dem Lehrmeister, sondern wir wollen jetzt das Gute tun.“

[44:11] „Denn ihr alle seid durch den Glauben Söhne Gottes.“ Jetzt sind wir Söhne Gottes, nicht durch die Beschneidung, nicht durch das Laufen nach dem strengen Finger des Gesetzes, sondern jetzt, wo wir verändert wurden, bekehrt wurden, wo das mit uns passiert ist, jetzt sind wir Kinder Gottes. So wie auch nicht diejenigen Kinder Abrahams sind, die beschnitten sind, sondern diejenigen, die seinen Charakter haben, den Glauben von Abraham.

[44:45] Vers 27: „Denn ihr alle, die ihr in Christus hineingetauft seid, also nicht nur Glaube, sondern auch die Taufe nimmt jetzt noch mit ins Spiel rein, ihr habt Christus angezogen, ihr seid verändert, ihr habt den Charakter von Christus.“

[45:03] „Da ist weder Jude noch Grieche, da ist weder Knecht noch Freier.“ Wenn ihr bekehrt seid, dann seid ihr ein Kind Gottes, egal was vorher passiert ist. Und in welcher Stellung ihr seid, das war das große Thema. Der Jude, der Heide hier, nein, Paulus sagt, gar kein Unterschied. Wenn ihr bekehrt seid, seid ihr Kinder Gottes.

[45:33] „Da ist weder Mann noch Frau.“ Und es bindet einen Sack zu und sagt: „Wenn ihr aber Christus angehört, so gehört ihr ja auch Abraham an, so seid ihr auch Abrahams Same nach der Verheißung und Erben.“ Er bindet einen Sack zu und sagt: Wenn ihr Christus Söhne seid, durch die Bekehrung und durch die Taufe, dann seid ihr auch die wahren Erben von Abraham und nicht, wie die falschen Lehrer in Galatien sagen, durch die Beschneidung.

[46:09] Und so wünsche ich dir, liebe Zuschauer, genau das, was auch ich mir wünsche, wirklich von ganzem Herzen, jeden Tag zu Gott zu kommen, das beschnittene Herz zu suchen. Nicht unsere Heil in irgendwelchen Dingen zu suchen, sondern allein demütig, in Gott mit ganzem Herzen zu vertrauen, dass er uns retten möchte und retten kann. Beten wir noch.

[46:42] Großvater im Himmel, möchten wir danken für dein Wort, das uns weise macht zur Erlösung. Weise macht zur Erlösung. Im Namen Jesu, Amen.

[46:57] Einen wunderschönen Sabbat, auch ein wunderschönes Gespräch in der Sabbatschule und wir sehen uns, wir nicht, aber doch, wir auch nächste Woche wieder zur nächsten Sabbatschullektion mit dem Kapitel 7. Bis dann und Gottes Segen.


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