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In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour wird der seelsorgliche Appell des Paulus im Galaterbrief beleuchtet. Monja Ströck analysiert, wie Paulus seine persönliche Beziehung zu den Galatern nutzt, um sie zu ermutigen, Christus ähnlicher zu werden. Es wird untersucht, was es bedeutet, Paulus nachzuahmen, wie er selbst Christus nachahmte, und welche Eigenschaften seines Lebens als Vorbild dienen können. Die Lektion betont die Wichtigkeit, Gottes Charakter in uns Gestalt annehmen zu lassen und wie dies unser Handeln und unsere Motivation beeinflusst.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2017 Q3: Der Galaterbrief

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Transkript

[0:00] Herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe von der Cannstatt Study Hour. Wir haben diese Woche die Lektion 9 und wir beschäftigen uns mit einem weiteren Abschnitt im Galaterbrief. Paulus hat jetzt schon viele Verse lang theologisch seinen Standpunkt vertreten und jetzt wird er ziemlich persönlich. Deswegen ist auch die Lektion überschrieben mit dem Titel: Der seelsorgliche Appell des Paulus. Unser Merkvers steht in Galater 4, Vers 12 und da heißt es: „Werdet doch wie ich, denn ich bin wie ihr. Ich bitte euch, ihr Brüder, ihr habt mir nichts zu leide getan.“ Wir werden diesen Vers und den ganzen Abschnitt gleich noch genauer betrachten, aber was hier schon mal auffällt, ist, dass Paulus seine Freunde Brüder und Schwestern nennt. Das heißt, es sind nicht nur einfach irgendwelche Menschen, sondern er hat eine ganz besondere Beziehung zu ihnen und sie sind ihm ganz besonders ans Herz gewachsen. Und nur deswegen schreibt er Kapitel für Kapitel einen langen Brief, weil sie ihm ans Herz gewachsen sind.

[1:31] Bevor wir näher in die Betrachtung reinschauen, wollen wir zum Beginn noch beten. Vater im Himmel, hab dir Dank, dass wir dein Wort haben. Hab dir Dank, dass wir zusammen dein Wort studieren dürfen. Ich möchte dich bitten, dass du uns deinen Heiligen Geist schenkst und dass du uns dein Wort erklärst und dass du uns bereit machst, die Erkenntnisse, die wir daraus gewinnen, aufzunehmen und in unserem Leben umzusetzen. Und dafür möchte ich dir danken. Amen.

[2:00] Zu Beginn wollen wir den ganzen Textabschnitt für diese Woche einmal lesen, und zwar Galater 4, Vers 12 bis 20. Galater 4, Vers 12 bis 20. Und da steht: „Werdet doch wie ich, denn ich bin wie ihr. Ich bitte euch, ihr Brüder, ihr habt mir nichts zu leide getan. Ihr wisst aber, dass ich euch in Schwachheit des Fleisches zum ersten Mal das Evangelium verkündigt habe. Und meine Anfechtung in meinem Fleisch habt ihr nicht verachtet oder gar verabscheut, sondern wie ein Engel Gottes nahmt ihr mich auf, wie Christus Jesus. Was war denn eure Glückseligkeit? Denn ich gebe euch das Zeugnis, dass ihr, wenn möglich, eure Augen ausgerissen und mir gegeben hättet. Bin ich also euer Feind geworden, weil ich euch die Wahrheit sage? Sie eifern um euch nicht in edler Weise, sondern wollen euch ausschließen, damit ihr um sie eifert. Das Eifern ist aber gut, wenn es für das Gute geschieht, und zwar allezeit, nicht nur, wenn ich bei euch anwesend bin. Meine Kinder, um die ich noch einmal Geburtswehen leide, bis Christus in euch Gestalt gewinnt. Wie gerne wollte ich jetzt bei euch sein und in anderem Ton zu euch reden, denn ich weiß nicht, woran ich mit euch bin.“

[3:17] Ganz zu Beginn in Vers 12 steht: „Ich bitte euch, ihr Brüder.“ Und dieses Bitten ist nicht einfach so: „Bitte, mach doch das und das“, sondern es bedeutet ein drängendes Bitten oder ein Ersuchen. Und in zwei anderen Versen wird es noch sehr deutlich, und zwar schauen wir in 2. Korinther 5, Vers 20. Und dort steht: „So sind wir nun Botschafter für Christus, und zwar so, dass Gott selbst durch uns ermahnt. So bitten wir nun stellvertretend für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott.“ Also hier bitten sie stellvertretend für Christus, dass die Menschen sich wieder versöhnen lassen mit Gott. Ein paar Kapitel weiter in 2. Korinther 8, Vers 4. 2. Korinther 8, Vers 4, da steht: „Und sie baten uns mit vielem Zureden, dass wir die Liebesgabe und ihre Gemeinschaft am Dienst für die Heiligen annehmen sollten.“ Also hier bitten sie mit vielem Zureden. Das heißt, es ist nicht einfach nur so ein Bitte, um irgendeinen Wunsch höflicher zu machen, sondern es ist hier eine wirklich ernste Sache, es ist hier ein Anflehen. Im Prinzip kann man auch sagen: Ich flehe euch an. Also hier sieht man, dass das, was Paulus sagt, ihm wirklich ernst war und dass man das nicht so leicht auf die leichte Schulter nehmen konnte.

[4:48] Jetzt ist die Frage: Was ist sein Ziel? Und sein Ziel ist Vers 19: „Meine Kinder, um die ich noch einmal Geburtswehen leide, bis Christus in euch Gestalt gewinnt.“ Also sein Ziel ist, dass Christus Gestalt in ihnen gewinnt. Und darauf baut er jetzt alle Verse sukzessive auf. Und wir werden sehen, dass das wirklich das Ziel ist, was man über alles stellen kann und was immer wieder alles vereint.

[5:23] In Vers 12 heißt es außerdem: „Werdet doch wie ich.“ Und das ist eine interessante Aussage. Ja, wenn alle sind so wie ich, dann gibt es bestimmt kaum noch Auseinandersetzungen, weil wir denken alle gleich zum Beispiel. Aber was meinte Paulus wirklich, wenn er sagt: „Werdet doch wie ich?“ Meinte er, dass man im ganzen Denken und Handeln und in den Meinungsansichten und in der Tagesgestaltung und was auch immer gleich sein soll? Oder meinte er etwas anderes? Wir wollen dazu mal nachschauen in 1. Korinther 11, Vers 1. 1. Korinther 11, Vers 1. Da heißt es: „Seid meine Nachahmer, gleich wie auch ich Nachahmer des Christus bin.“ Also auch hier haben wir die Aufforderung, Paulus ähnlich zu sein. Aber auch er sagt, wem er ähnlich ist und wem er nachahmt, nämlich Christus. Und das ist ein wichtiger Punkt, den wir gleich noch genauer betrachten werden.

[6:26] In Philipper 3, Vers 17 sagt er so etwas Ähnliches. Philipper 3, Vers 17. „Werdet meine Nachahmer, ihr Brüder, und seht auf diejenigen, die so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt.“ Also hier sagt er, dass nicht er alleine nachahmswürdig ist, sondern dass es verschiedene Menschen gibt, die man zum Vorbild haben kann. Und jetzt ist die Frage: Wie hat Paulus gelebt und was können wir von ihm lernen? Was können wir als Vorbild haben? Und wir wollen uns jetzt ein paar Schlaglichter aus Paulus Leben anschauen oder ein paar Verse anschauen, in denen er etwas über sich und seinen Charakter sagt.

[7:07] Wir fangen an in Philipper 4, Vers 11. Da steht: „Nicht wegen des Mangels sage ich das. Ich habe nämlich gelernt, mit der Lage zufrieden zu sein, in der ich mich befinde.“ Also Paulus war mit dem zufrieden, was er hatte.

[7:26] In 2. Thessalonicher 3, Vers 7 bis 9 steht noch eine andere Eigenschaft. 2. Thessalonicher 3, Vers 7 bis 9. „Ihr wisst ja selbst, wie ihr uns nachahmen sollt, denn wir haben nicht unordentlich unter euch gelebt. Wir haben auch nicht umsonst bei jemandem Brot gegessen, sondern mit Mühe und Anstrengung haben wir Tag und Nacht gearbeitet, um niemand von euch zur Last zu fallen. Nicht, dass wir kein Recht dazu hätten, sondern um euch an uns ein Vorbild zu geben, damit ihr uns nachahmt.“ Hier sehen wir, dass Paulus fleißig gewesen ist.

[8:02] Wir gehen in Apostelgeschichte, Vers 26. Apostelgeschichte, Kapitel 26, Entschuldigung. Und dort Vers 28 bis 29. Da steht: „Da sagte Agrippa zu Paulus: ‚Es fehlt nicht viel, und du beredest mich, dass ich ein Christ werde.‘ Paulus aber sprach: ‚Ich wünschte mir von Gott, dass über kurz oder lang nicht allein du, sondern auch alle, die mich heute hören, solche würden, wie ich bin, ausgenommen diese Fesseln.‘“ Hier hat Paulus einen tiefen Herzenswunsch offenbart, und zwar bei seinem Wunsch, dass alle Christen sein sollen, dass alle die Liebe Christi erfahren sollen und für sich persönlich annehmen und ihm nachfolgen.

[8:49] Ein paar Kapitel vorher in der Apostelgeschichte 20, da erzählt Paulus seine Abschiedsrede in Ephesus. Und da beleuchtet er auch in vielen Versen einige Eigenschaften von ihm, die wir uns mal anschauen wollen. Wir starten in Vers 18. Und als sie zu ihm gekommen waren, sprach er zu ihnen: „Ihr wisst, wie ich mich vom ersten Tag an, als ich Asien betrat, die ganze Zeit unter euch verhalten habe, dass ich dem Herrn diente mit aller Demut unter vielen Tränen und Anfechtungen, die mir widerfuhren durch die Nachstellung der Juden.“ Paulus diente Gott mit Demut, egal was ihm widerfahren ist, und er blieb Gott treu, beständig.

[9:33] Vers 20. Paulus hatte keine Angst vor den Menschen und hat alles verkündigt, was er von Gott wusste. Er hat nichts verheimlicht, sondern er hat den Menschen mitgeteilt, was er von über Gott weiß und was Gott ihm mitgeteilt hat.

[9:59] Vers 24. Hier sehen wir, dass Paulus sein Leben nicht geliebt hat, sondern er hat alles, was er hatte, für Gott hingegeben und war bereit, Gottes Plan auszuführen.

[10:26] Vers 26. Das zeigt, dass Paulus Vergebung bekommen hat und frei sein darf vor Christus.

[10:38] Und noch ein Vers, Vers 35. „In allem habe ich euch gezeigt, dass man so arbeiten und sich der Schwachen annehmen soll.“ Eingedenk der Worte des Herrn Jesus, der selbst gesagt hat: „Geben ist glücklicher als Nehmen.“ Also hier sehen wir, dass er sich selbstlos für andere geopfert hat.

[10:57] Zusammengefasst kann man sagen, dass er so gelebt hat, wie Philipper 3, Vers 7 bis 8 beschreibt. Philipper 3, Vers 7 bis 8. „Aber was mir Gewinn war, das habe ich um des Christus willen für Schaden geachtet. Ja, wahrlich, ich achte alles für Schaden gegenüber der alles übertreffenden Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um dessen Willen ich alles eingebüßt habe. Und ich achte es für Dreck, damit ich Christus gewinne.“ Also Paulus hat sein Leben, alles Irdische, für Dreck gehalten. Und Jesus war sein größter Gewinn und daraufhin hat er sein Leben ausgerichtet.

[11:40] In Matthäus 19, Vers 21 sagt Jesus: „Jesus sprach zu ihm: ‚Willst du vollkommen sein, so geh hin, verkaufe, was du hast, und gib es den Armen. So willst du einen Schatz im Himmel haben und komm, folge mir nach.‘“ Also hier sagt Jesus, dass man ihm in allen Dingen mit allen Konsequenzen nachfolgen soll. Und das haben wir gesehen, dass das Paulus in seinem Leben gemacht hat. Dass Jesus sein größter Gewinn war und er alles andere für Dreck gehalten hat.

[12:25] Philipper 2, Vers 5 bis 7 drückt er das anders aus. „Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war. Der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie ein Raub festhielt, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen.“ Hier ist der Aufruf, dass wir Menschen so gesinnt sein sollen wie Jesus. Und wenn wir uns anschauen, wie war Jesus? Er diente in Demut Gott. Er hat alles verkündigt, was er wusste. Er hat sein Leben nicht geliebt und ist am Kreuz für unsere Sünden gestorben. Er war rein, vollkommen rein, ohne Sünde. Er hat sich selbstlos für andere hingegeben und ihnen gedient. Und von ihm wird gesagt in Lukas 24, Vers 19.

[13:31] Und er sprach zu ihnen: „Was?“ Sie sprachen zu ihm: „Dass mit Jesus, dem Nazarener, der ein Prophet war, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk.“ Also das, was Jesus gelehrt hat, das hat er auch gelebt. Und das haben die Menschen gesehen. Und so wie Paulus die gleiche Gesinnung hatte wie Jesus und versucht hat, mit dem Heiligen Geist als Hilfe so zu leben wie Jesus, so sollen auch wir uns sein Vorbild nehmen und das nachahmen von Paulus. Und das ist im Prinzip auch wieder das Ziel, das Paulus in die Galater hatte, dass Christus in ihnen Gestalt annimmt. Das meint er, wenn er hier sagt: „Werde doch wie ich.“

[14:24] Und wenn wir jetzt weiterschauen in Vers 12 in Galater 4, dann heißt es: „Werde doch wie ich.“ Das haben wir gerade beleuchtet. „Denn ich bin wie ihr.“ Das ist interessant. Auf der einen Seite sollen die Galater so werden wie ich, also wie Paulus in dem Fall. Und auf der anderen Seite sagt er: „Ja, weil ich bin doch wie ihr.“ Also wenn Paulus jetzt wie Galater wird, ja, dann müssen Galater, können sie so bleiben und müssen nicht mehr wie Paulus werden. Aber an der anderen Stelle wird klar, was Paulus wirklich damit meint.

[14:57] 1. Korinther 9, und dort Vers 19 bis 23. „Denn obwohl ich frei bin von allen, habe ich mich doch allen zum Knecht gemacht, um desto mehr Menschen zu gewinnen. Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, damit ich die Juden gewinne. Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich geworden, als wäre ich unter dem Gesetz, damit ich die unter dem Gesetz gewinne. Denen, die ohne Gesetz sind, bin ich geworden, als wäre ich ohne Gesetz, obwohl ich vor Gott nicht ohne Gesetz bin, sondern Christus gesetzmäßig unterworfen. Damit ich die gewinne, die ohne Gesetz sind. Den Schwachen bin ich wie ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne. Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche rette. Dies aber tue ich um des Evangeliums willen, um an ihm teilzuhaben.“ Hier sagt Paulus, er ist allen alles geworden. Aber Gott und seine Gebote standen immer über allem. Und diese hat er nicht übertreten.

[16:06] Und jetzt kann man bis ins Kleinste diskutieren, was das bedeutet. Und kann versuchen, was darf ich, was darf ich nicht, wie verhalte ich mich da und da. Aber ich möchte den Hauptgedanken Paulus anhand einer Geschichte, einer Apostelgeschichte, verdeutlichen. Und zwar Apostelgeschichte 17 und dort von 16 bis 23. Paulus war in Athen. Apostelgeschichte 17 von 16 bis 23. „Während aber Paulus in Athen auf sie wartete, ergrimmte sein Geist in ihm, da er die Stadt so voller Götzenbilder sah. Er hatte nun in der Synagoge Unterredungen mit den Juden und den Gottesfürchtigen und auch täglich auf dem Marktplatz mit denen, die gerade dazu kamen. Aber etliche der Epikureischen und auch der stoischen Philosophen maßen sich mit ihm. Und manche sprachen: ‚Was will dieser Schwätzer wohl sagen?‘ Andere aber: ‚Er scheint ein Verkündiger fremder Götter zu sein.‘ Denn er verkündigte ihnen das Evangelium von Jesus und der Auferstehung. Und sie ergriffen ihn und führten ihn zum Areopag und sprachen: ‚Können wir erfahren, was das für eine neue Lehre ist, die von dir vorgetragen wird? Denn du bringst etwas Fremdartiges vor unsere Ohren. Deshalb wollen wir erfahren, was diese Dinge bedeuten sollen.‘ Alle Athener nämlich und auch die dort lebenden Fremden vertrieben sich mit nichts anderem so gerne die Zeit, als damit, etwas Neues zu sagen und zu hören. Da stellte sich Paulus in die Mitte des Areopags und sprach: ‚Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr in allem sehr auf die Verehrung von Gottheiten bedacht seid. Denn als ich umherging und eure Heiligtümer besichtigte, fand ich auch einen Altar, auf dem geschrieben stand: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch den, welchen ihr verehrt, ohne ihn zu kennen.‘“

[17:58] Paulus war in Athen und hat die ganzen Götterverehrungen gesehen. Und wie es in Vers 16 heißt, ergrimmte sein Geist in ihm. Also er hat überhaupt nichts Gutes daran gefunden, was die Menschen in Athen gemacht haben. Und jetzt ist interessant, was er macht. Er könnte sie verklagen, er könnte sie zurechtweisen. Er könnte ihnen alles das sagen, was sie falsch machen. Aber was macht er? Er sucht einen Anknüpfungspunkt. Er sucht irgendeinen Punkt, von dem aus er seinen Standpunkt aufbauen kann. Und an diesem Punkt hängt er sich auf. Er startet nicht mit dem größten Unterschied, mit der größten Diskussion. Und er pocht auch nicht mit aller Gewalt auf seiner Meinung, obwohl er wusste, dass die Leute in Athen falsche Dinge tun und Dinge tun, die nicht richtig sind und die Gott nicht verehren. Und trotzdem sucht er irgendeinen Punkt, wo sie eine Gemeinsamkeit haben, wo er anknüpfen kann. Oder wo er merkt, hier kommen sie an einem Punkt nicht weiter. Hier haben sie eine Frage, hier sind sie offen für das, was ich ihnen vielleicht sagen kann, für den Frieden, den ich ihnen im Evangelium bringen kann. Und da knüpft er an und darauf baut er sein Evangelium auf. Und darauf erzählt er ihnen die komplette Wahrheit und verkündigt ihnen Gottes Wort. Und er macht das, damit die Menschen offen sind für das, was er sagt, damit sie nicht voreingenommen gleich gar nicht hinhören oder damit er sie vergrault, sondern damit sie offen sind und damit vielleicht die Fragen, die sie haben, beantwortet werden.

[19:53] Es gibt ein Zitat in Special Testimonies Serie A Nummer 6. Und dort heißt es: „Paulus konnte in seiner Treue zum Gesetz Gottes ebenso eifrig sein wie irgendeiner der Eifrigsten und zeigen, dass er mit den Schriften des Alten Testaments völlig vertraut war. Er konnte bei den Sinn- und Schattenbildern verweilen, die Christus für Sinn bildeten. Er konnte Christus verherrlichen und alles über ihn und sein besonderes Werk für die Menschheit erzählen und berichten, welches Gebiet er, Paulus, zu erforschen hatte. Er konnte das kostbarste Licht, das sie nicht gesehen hatten, für die Prophezeiungen ins Feld führen. Aber er stieß sie nicht vor den Kopf. So wurde das Fundament sorgfältig gelegt, sodass, als die Zeit kam, dass sich die Gemüter beruhigten, er in der Sprache des Johannes sagen konnte: ‚Seht in Jesus Christus, der Fleisch ward und unter uns lebte, Gottes Lamm, das der Welt Sünden trägt.‘ Den Heiden predigte er Christus als ihre einzige Hoffnung der Erlösung, sagte aber zuerst noch nichts über das Gesetz. Nachdem ihre Herzen jedoch von der Verkündigung Christi als Gabe Gottes für unsere Welt erwärmt wurden, sowie davon, was im Werk des Erlösers einbegriffen war, im kostbaren Opfer, das die Liebe Gottes für den Menschen offenbart, zeigte er in beredsamster Einfachheit jene Liebe für die Menschheit, Juden und Heiden, dass sie gerettet werden können, indem sie ihm ihr Herz übergeben. Auf diese Weise, als sie sich selbst aufgetaut und unterwürfig dem Herrn übergaben, verkündigte er das Gesetz Gottes als Prüfung ihres Gehorsams. Dies war die Art seines Wirkens. Er passte seine Methode an, um Seelen zu gewinnen. Wäre er schroff und ungeschickt im Umgang mit dem Wort gewesen, hätte er weder Juden noch Heiden erreichen können.“

[21:47] Ich finde, das Zitat beschreibt ganz gut: Paulus hat jedem die komplette Wahrheit verkündigt. Er hat nicht Teile davon weggelassen, weil er Konfrontation erwartet hat. Aber er hat sich genau überlegt, wie er die Wahrheit den Menschen rüberbringt und wie er sie am empfänglichsten für die Wahrheit machen kann. Ich glaube, das ist auch eine Aufforderung an uns, uns zu überlegen, wenn wir im Gespräch sind mit den anderen Menschen, wo sind Anknüpfungspunkte? Wo kann ich anfangen, ihnen die Wahrheit zu erzählen? Wo sind vielleicht Gemeinsamkeiten? Und dies wertschätzend rüberzubringen. Aber was wichtig ist, dass wir unseren Glauben nicht verleugnen und dass wir keine Abstriche machen oder ihnen Wahrheiten vorenthalten, weil wir irgendwie Konfrontation oder Diskussion erwarten. Paulus hat die komplette Wahrheit den Menschen verkündigt, aber er hat geschaut, mit welchen Themen oder mit welchen Fragen er anfangen kann, um sie empfänglich zu machen für das Evangelium.

[23:00] Wir wollen zurückgehen in Galater, wie der Galater 4 und uns die weiteren Verse anschauen. Vers 13 bis 15. „Ihr wisst aber, dass ich euch in Schwachheit des Fleisches zum ersten Mal das Evangelium verkündigt habe. Und meine Anfechtung in meinem Fleisch habt ihr nicht verachtet oder gar verabscheut, sondern wie ein Engel Gottes nahmt ihr mich auf, wie Christus Jesus. Was war denn eure Glückseligkeit? Denn ich gebe euch das Zeugnis, dass ihr, wenn möglich, eure Augen ausgerissen und mir gegeben hättet.“

[23:38] Also hier sehen wir, dass Paulus zu den Galatern in Schwachheit kam. Er hatte irgendeine Krankheit. Und wenn wir jetzt in die Geschichte gucken, dann ist man sich nicht ganz einig, auf welcher Reise genau Paulus diese Krankheit erlitt und zu den Galatern gekommen ist. Aber es war eigentlich nicht beabsichtigt, dass Paulus die Galater besuchte. Und trotzdem, aufgrund von Krankheit, ist er zu den Galatern gekommen. Und die Galater haben ihn aufgenommen. Sie haben ihn gut gepflegt. Und das war nicht unbedingt selbstverständlich. Und deswegen kann Paulus ihnen auch das Zeugnis geben: „Denn ich gebe euch das Zeugnis, dass ihr, wenn möglich, eure Augen ausgerissen und mir gegeben hättet.“ Also sie haben alles getan, was in ihrem Ermessen stand, damit es Paulus schnell wieder gut geht.

[24:34] Und jetzt ist interessant, wie Paulus mit der Situation umging. Paulus war krank. Es ging ihm wahrscheinlich nicht gut. Er musste seinen Plan ändern. Und er kam zu den Galatern, die er noch nicht mal kannte am Anfang. Es heißt, Paulus hätte menschlich gesehen auch viel Grund gehabt, zu klagen oder zu sagen: „Okay, jetzt bin ich unwirksam geworden oder ich bin unbrauchbar, bis ich wieder gesund bin.“ Aber nein, Paulus hat sich nicht von der Situation beherrschen lassen, sondern Paulus hat es als Möglichkeit gesehen, noch mehr auf Gottes Gnade zu vertrauen, noch mehr auf Gottes Hilfe zu bauen. Und ihm war die Abhängigkeit zu Jesus ganz stark bewusst. Und er hat es auch als Möglichkeit gesehen, jetzt den Menschen, die er um ihn herum hat, das Evangelium zu verkünden.

[25:35] Was ist also das Geheimnis, Gott auch im Leid zu danken? Schaut mal mit mir in Römer 8, Vers 28. „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.“ Das ist eine Zusage. Wir wissen, dass wenn wir Gott vertrauen, dass Gott alle Dinge zum Besten ausführen wird für uns, auch wenn wir es menschlich gesehen jetzt erst mal nicht verstehen. Und Gott hat uns in seinem Wort so viele Verheißungen gegeben, auf die wir bauen können, auch gerade in Situationen, die vielleicht schwierig sind. Ich möchte einfach ein paar nennen. Psalm 37, Vers 5. „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird es wohl machen.“ Das zeigt, Gottes Wege sind die besten. Gott weiß, was wir brauchen und Gott wird uns sicher und gut führen. Darauf dürfen wir vertrauen, auch wenn wir gerade nicht wissen, wie es weitergeht, wenn wir krank sind oder wenn wir irgendein Leid erfahren.

[26:44] Psalm 32, Vers 8. „Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, auf dem du wandeln sollst. Ich will dir raten, mein Auge auf dich richten.“ Auch hier sagt uns Gott zu, dass er uns zeigen wird, wo wir lang gehen sollen, was die nächsten Schritte sind, auch wenn wir sie gerade nicht sehen.

[27:02] Sprüche 3, Vers 5 bis 6. „Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.“ Auch hier sagt Gott, gibt uns die Verheißung, sagt: „Verlass dich auf mich.“ Unsere Wege sind oft sehr begrenzt, unsere Vorstellungen, unser Denkvermögen und wir können vielleicht nur bis zur nächsten Kurve gucken und wissen nicht, wie es danach weitergeht. Aber Gott hat den Gesamtüberblick und Gott weiß, was am besten für uns ist und Gott weiß auch, ob so eine Krankheit nicht gut für uns ist.

[27:47] 2. Korinther 12, Vers 7 bis 10. Die Verse wollen wir uns anschauen. 2. Korinther 12, Vers 7 bis 10. Und damit ich mich wegen der außerordentlichen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Pfahl fürs Fleisch gegeben, ein Engel Satans, dass er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe. Seinetwegen habe ich dreimal den Herrn gebeten, dass er von mir ablassen soll. Und er hat zu mir gesagt: „Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen. Darum will ich mich am liebsten vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft des Christus bei mir wohne. Darum habe ich Wohlgefallen an Schwachheiten, an Misshandlungen, an Nöten, an Verfolgungen, an Ängsten um des Christus willen. Denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“

[28:49] Manchmal sind Leiden oder Krankheiten auch nötig, damit Gott unseren Charakter schult, damit wir nicht überheblich werden und damit uns bewusst ist, dass wir alle Zeit von Gott abhängig sind.

[29:06] In Johannes 3, Vers 30 steht ein großes Geheimnis. Johannes 3, Vers 30. „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ Wenn Gottes Charakter in mir wächst, dann schaue ich nicht mehr auf mich, dann schaue ich nicht mehr auf irdische Dinge, dann schaue ich nicht mehr, ob es mir gut geht, was ich alles habe, sondern dann schaue ich auf Gott, der in mir alles vollbringt, weil er in mir wohnt und immer mehr Gestalt annimmt. Und das ist das Geheimnis, dass Jesus offenbar wird in meinem Charakter, in mir selbst. Und dann kann ich auch das annehmen, was Gott mir gibt und aus der Situation das Beste machen. In den Situationen, wo ich menschlich denke, jetzt geht nichts mehr, auf Gottes Hilfe bauen und alle Zeit Gottes Plan für mein Leben zu erfragen und auszuleben.

[30:17] Und wie wir gesehen haben, hat Paulus die Chance genutzt, bei den Galatern das Evangelium zu verkünden, weil Christus in ihm Gestalt angenommen hat. Und auch das zielt wieder auf unser Ziel hin, Vers 19, dass Christus bei den Galatern Gestalt annimmt und auch bei uns.

[30:38] Schauen wir weiter ins Vers 16, jetzt kommt ein interessanter Vers. „Bin ich also euer Feind geworden, weil ich euch die Wahrheit sage?“ Wir haben gesehen, dass Paulus eine sehr brüderliche, enge, familiäre Beziehung zu den Galatern hatte. Und jetzt kommt auf einmal etwas Zweifel in ihm auf. Bin ich euer Feind geworden? Ich habe es doch so gut gemeint mit euch. Ich habe euch alles gesagt, was ich wusste. Ich liebe euch wie meinen eigenen Bruder. Bin ich jetzt euer Feind? Er konnte es nicht ganz verstehen.

[31:20] Lass uns mal schauen in Hebräer 4, Vers 12. Hebräer 4, Vers 12. „Denn das Wort Gottes ist lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert. Und es dringt durch, bis es scheidet sowohl Seele als auch Geist, sowohl Mark als auch Bein. Und es ist ein Richter der Gedanken und Gesinnung des Herzens.“ Hier sehen wir, dass das Wort Gottes ein zweischneidiges Schwert ist. Das heißt, die Wahrheit Gottes führt zur Entscheidung. Und ich kann entweder sagen Ja oder ich kann sagen Nein. Dazwischen gibt es nichts. Entweder ich nehme die Wahrheit komplett an oder ich lehne die Wahrheit ab. Und wenn ich sie nur in Teilen annehme, dann lehne ich sie doch ab. Und es ist wichtig, dass wir uns entscheiden, dass wir entweder sagen Ja oder Nein.

[32:22] Warum? Das steht in Johannes 3, Vers 19. Johannes 3, Vers 19. „Darin aber besteht das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse.“ Es heißt, die Menschen werden daran gerichtet, ob sie die Wahrheit annehmen und Jesus als ihren persönlichen Retter in ihrem Leben annehmen und Jesus nachfolgen, oder ob sie Jesus verspotten, ob sie Jesus verleugnen, für einen Lügner halten oder was auch immer und damit die Wahrheit ablehnen und in der Finsternis bleiben.

[33:02] Die Aufgabe derjenigen, die Christus angenommen hat, diese Missionsbefehl niedergeschrieben. Und dort heißt es in Matthäus 28, Vers 18 bis 20. „Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: ‚Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit. Amen.‘“

[33:41] Gott gibt uns die Aufgabe, allen Menschen die frohe Botschaft zu verkünden, das, was wir auch bei Paulus gesehen haben. Und er möchte, dass die Menschen von seiner Liebe und von seinem Evangelium erfahren. Warum? Hesekiel 33, Vers 11. „Spricht zu ihnen: ‚So wahr ich lebe, spricht Gott der Herr, ich habe kein Gefallen am Tod des Gottlosen, sondern daran, dass der Gottlose umkehre von seinem Weg und lebe. Kehrt um, kehrt um von euren bösen Wegen. Warum wollt ihr sterben, o Haus Israel?‘“ Gott möchte, dass niemand verloren geht. Und deswegen hat er so ein Verlangen danach, dass die Menschen ihn kennenlernen und sehnt sich danach, dass die Menschen ihn annehmen. Und deswegen benutzt er uns Menschen dazu, damit wir anderen Menschen die Wahrheit Gottes näher bringen, damit die Menschen entscheiden können, ob sie die Wahrheit annehmen oder ob sie sie ablehnen.

[34:51] Es ist die Frage, aus welcher Motivation verkündige ich die Wahrheit. Mache ich das so, weil Jesus das in seinem Wort gesagt hat? Weil ich es muss? Schaut mal in Matthäus 22, Vers 37 bis 40. Matthäus 22, Vers 37 bis 40. „Und Jesus sprach zu ihm: ‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das erste und größte Gebot. Und das zweite ist ihm vergleichbar: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. An diesen zwei Geboten hängen das ganze Gesetz und die Propheten.‘“ Gott ist Liebe. Und wie wir schon gesehen haben, möchte er seinen Charakter in uns entfalten. Und das ganze Gesetz beruht auf Liebe. Und wenn Gott seinen Charakter in mir entfaltet und seine Liebe in mir auslebt, dann habe auch ich Liebe zu meinen Mitmenschen. Ich liebe Gott und erlaube ihm, seine Liebe in mir zu entfalten. Und diese Liebe strömt über zu meinen Mitmenschen, so wie Gott jeden Einzelnen liebt. Das heißt, die Motivation, weshalb ich den anderen das Evangelium verkündige, ist pure Liebe. Das ist Gottes Motivation. Er liebt die Menschen und er will nur das Beste für sie. Und das ist auch das, was Paulus angetrieben hat.

[36:37] Aber nicht jeder nimmt die Wahrheit gerne auf. Manche entscheiden sich auch dagegen. Trotzdem haben wir die Aufgabe, dass wir den Menschen Gottes Liebe weitererzählen und das Evangelium zu ihnen zu bringen.

[36:55] Im nächsten Vers wird eine andere Gruppe noch beschrieben, die auch einen Auftrag ausführt. Vers 17, wieder in Galater 4. „Sie eifern um euch nicht in edler Weise, sondern wollen euch ausschließen, damit ihr um sie eifert.“ Hier sind die Irrlehrer gemeint, die Paulus im Galaterbrief schon ganz oft angesprochen hat. Und interessant ist, dass die Irrlehrer ausschließen wollen. Die wollen Menschen herausreißen aus der Gemeinde. An anderer Stelle war Paulus auch vor den Irrlehrern, und zwar in Apostelgeschichte 20 und dort Vers 30. Da heißt es: „Und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen in ihre Gefolgschaft.“ Wenn ich jemanden abziehe, wenn ich jemanden aus einer Gruppe herausreiße, dann habe ich das immer aus egoistischen Gründen. Dann ist meine Motivation purer Egoismus. Und das, was hier beschrieben wird, das ist Satans Methode. Satan möchte die Menschen wegziehen von Gott. Und da gibt es viele Beispiele in der Bibel, wie er das versucht hat. Zum Beispiel am Sündenfall. Adam und Eva hatten Gemeinschaft mit Gott, waren in Harmonie mit ihm. Und er wollte sie wegziehen von Gott und auf seine Seite bringen.

[38:22] Aber auf der anderen Seite ist Eifern wieder gut. Ist Eifern wieder gut? Und das steht im Vers 18. „Das Eifern ist aber gut, wenn es für das Gute geschieht, und zwar allezeit, nicht nur, wenn ich bei euch anwesend bin.“ Galater 6, Vers 9, das steht auch noch was über das Eifern und Gutes tun. „Lasst uns aber im Gutes tun nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ermatten.“ Also das Eifern für Gott, das Gutes tun, dass er seinen Charakter in uns entfalten kann und wir den Menschen die frohe Botschaft bringen, das ist das, nach was wir streben sollen. Das ist das, nach was wir eifern sollen.

[39:09] Und interessant ist, dass Paulus sagt: „Und zwar allezeit, nicht nur, wenn ich bei euch bin.“ Und das Wort „allezeit“ impliziert, dass es mein Charakter ist. Wenn ich etwas allezeit mache, dann ist es in mir drin und dann mache ich es, weil es mein Charakter ist. Also, um es auf das Gute zu übertragen: Weil Jesus in mir wohnt, immer mehr Gestalt in mir annimmt, tue ich auch die Werke, die Jesus getan hat. Weil, wenn ich es nur machen würde, wenn irgendwelche Personen um mich herum sind, dann würde ich es nur machen, um Anerkennung zu kriegen oder um anderen Menschen zu zeigen, wie toll ich bin. Und das entspricht wieder nicht dem, was Gott in seinem Wort gesagt hat. Sondern Gott möchte seinen Charakter voll und ganz in uns ausleben, allezeit. Dass wir allezeit seinen Charakter repräsentieren.

[40:09] Das heißt, wir haben jetzt zwei Gruppen von Menschen gesehen, die eifern. Die einen, die waren egoistisch, die wollten Menschen herausziehen aus der Gemeinschaft mit Gott. Und wir haben gesehen, dass das Satans Motive sind und dass Satan dahinter steht. Und auf der anderen Seite gibt es eine Gruppe von Menschen, die aus selbstloser Liebe den anderen Menschen dienen, die das Beste für sie wollen. Und die Christus in uns leben. Und das ist der Punkt, warum Paulus nicht locker lässt und einen Vers nach dem anderen schreibt und die Galater ermahnt, doch wieder zurückzukehren zu dem wahren Glauben, den sie am Anfang mal angenommen haben.

[40:54] Jetzt sind wir angelangt bei Vers 19. „Meine Kinder, um die ich noch einmal Geburtswehen leide, bis Christus in euch Gestalt gewinnt.“ Das ist das Ziel. Dass Christus in mir Gestalt gewinnt. Und wir haben gesehen, dass alles das, was Paulus angesprochen hat, dieses eine Ziel zuzuführen ist. Nämlich, ich werde dann sein wie Paulus. Ich werde Nachahmer sein des Paulus, weil er hatte die Gesinnung Christi. Und wenn Christus Gestalt in mir annimmt, dann habe auch ich die Gesinnung Christi. Wir haben gesehen, dass Paulus nicht auf sich selbst geschaut hat, sondern sein Leben für Dreck gehalten hat und immer auf Jesus geblickt hat. Und dass er deswegen die Situation so annehmen konnte, wie Gott sie ihm gegeben hat. Und dass er auch Freude haben konnte im Leid. Und dass er Gottes Wort und sein Evangelium verkündigen konnte, auch wenn er krank war oder wenn es ihm nicht gut ging.

[42:02] Wir haben auch gesehen, dass wir eifern sollen, dass wir Liebe für andere Menschen haben sollen, weil Christus Gestalt in uns annimmt und seine Liebe in uns auslebt, weil Gott möchte, dass auch sie gerettet werden. Und wir haben gesehen, was es bedeutet zu eifern, für das Gute zu eifern. Und wenn Christus Gestalt annimmt in uns, dann eifern wir auch nicht für irgendetwas Falsches, weil der Heilige Geist uns in die Wahrheit leitet.

[42:44] Zum Schluss wollen wir noch genau anschauen, wie Gott Gestalt in uns annehmen kann, weil das ist das Ziel, auf das Paulus hinarbeitet. In Römer 8, Vers 29. Da heißt es: „Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.“ Gott hat uns vorherbestimmt und Gott möchte sein Ebenbild in uns ausleben. Also es ist Gottes Wunsch. Das heißt, es liegt an uns, ob er es macht oder nicht.

[43:27] Epheser 3, Vers 16 bis 19. „Dass er euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit gebe, durch seinen Geist mit Kraft gestärkt zu werden an dem inneren Menschen. Dass der Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne, damit ihr in Liebe gewurzelt und gegründet dazu fähig seid, mit allen Heiligen zu begreifen, was die Breite, die Länge, die Tiefe und die Höhe sei. Und die Liebe des Christus zu erkennen, die durch alle Erkenntnis übersteigt, damit ihr erfüllt werdet bis zur ganzen Fülle Gottes.“ Also durch Gottes Heiligen Geist möchte er seinen Charakter in uns ausleben.

[44:09] Und 1. Korinther 15 zeigt ein Prinzip. 1. Korinther 15, Vers 31. „So wahr ihr mein Ruhm seid, den ich habe in Christus Jesus, unserem Herrn. Ich sterbe täglich. Ich muss abnehmen und er muss zunehmen.“ Und das ist das Ziel und das Geheimnis. Und das kann ich nicht heute einmal machen und es reicht für mein ganzes Leben. Nein, ich sterbe täglich. Jeden Tag, jede Situation muss ich mir bewusst sein, wem ich nachfolge. Und jeden Tag und jede Situation kann ich auf Gott schauen und Gottes Charakter in mir ausleben lassen. Und er wird mich mehr und mehr verändern und Gestalt in mir annehmen. Und das ist eine Beziehung, die ich pflegen muss, so wie ich Pflanzen gießen muss, damit sie wachsen. Und die Beziehung pflege ich, indem ich bete, indem ich in der Bibel lese, indem ich über Gottes Wort nachdenke und auch indem ich dann Erfahrungen mit Gott mache und erfahre, dass Gott mächtig ist.

[45:25] Paulus ist die Sache hier sehr ernst. Er sagt in Vers 20: „Wie gerne wollte ich jetzt bei euch sein und in anderem Ton zu euch reden, denn ich weiß nicht, woran ich mit euch bin.“ Und so wie Paulus die Galater ermahnt, so geht es auch um uns. Und so kann man die Worte Paulus auch auf uns übertragen. Wollen auch wir, dass Christus Gestalt in uns gewinnt?

[45:53] Zum Abschluss möchte ich noch beten. Vater im Himmel, ich möchte dir danken, dass wir in deinem Wort studieren durften. Vater, ich möchte dir danken, dass du Gestalt in uns annehmen möchtest und dass du in allen Situationen bei uns bist und dass du uns helfen möchtest. Vater, ich möchte dich bitten, dass wir fest gegründet sind auf dein Wort. Ich möchte dich bitten, dass du jedem Einzelnen von uns hilfst, dir alles zu übergeben, unser irdisches Leben für Dreck zu halten und dir nachzufolgen und beständig auf dich zu schauen und dir treu zu sein. Vater, ich möchte dir danken, dass du uns die ganze Hilfe gibst, die wir dazu brauchen. In Jesu Namen. Amen.

[46:45] Vielen Dank, dass ihr eingeschaltet habt und danke, dass ihr euch die CSH angeschaut habt. Ich wünsche euch weiterhin ein gesegnetes Bibelstudium, eine gute Vorbereitung aufs Sabbat und dann auch ein gesegnetes Bibelgespräch und ich wünsche euch Gottes Segen. Amen.


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