[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Schön, dass ihr wieder dabei seid, hier auf www.joelmedia.tv.de. Ein herzliches Willkommen natürlich auch, wie immer, unseren Zuschauern auf Amazing Discoveries zu unserer sechsten Folge der Serie "Das Heiligtum". Wir werden uns weiter diesem Lektionsheft orientieren und heute einen besonderen Aspekt studieren, der vielleicht das krönende Highlight im ganzen Heiligtumsdienst gewesen ist. Es geht heute um den großen Versöhnungstag, so heißt auch der Titel unserer Lektion, der große Versöhnungstag. Und damit wollen wir uns vorbereiten auf das Bibelgespräch am 9. November. Und es gibt einiges zu entdecken heute. Und weil dieses Thema so gewaltig wichtig für uns ist, möchten wir auch diesmal den Heiligen Geist einladen, mit uns dabei zu sein. Und ich möchte ein kurzes Anfangsgebet sprechen.
[0:58] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir hineintauchen können in die Welt der Bibel jetzt und in dieses besondere Thema vom großen Versöhnungstag. Bitte schenkst du uns deinen Heiligen Geist, dass wir verstehen, was dieses besondere Ritual uns zu sagen hat heute und dass wir verstehen, wie sehr du uns liebst und was du alles tust, um uns zu reinigen. Im Namen Jesu. Amen.
[1:21] Der große Versöhnungstag ist ein ganz besonderer Tag im Jahr des jüdischen Kalenders gewesen und ein Tag, auf den der gesamte Opferdienst hingezielt hat. Alles, was unter den täglichen Opfern und den verschiedenen Ritualen geschah, hatte sein Ziel im großen Versöhnungstag. Nicht umsonst steht der große Versöhnungstag in 3. Mose 16 im Zentrum der Fünf Bücher Mose. Und wir wollen einige Grundgedanken erst einmal über den großen Versöhnungstag hier betrachten, bevor wir dann in die Einzelheiten gehen. Und einige Grundüberlegungen finden sich in 3. Mose 23, wo wir zunächst einmal unsere Aufmerksamkeit hinwenden wollen.
[2:10] In 3. Mose 23 und dort ab Vers 27 werden alle Hauptfeste des jüdischen Volkes beschrieben, die allesamt und sondern Vorbilder waren auf die Erlösung, das Passafest und das Fest der Erstlingsgabe, das Fest der Wochen und so weiter. Die verschiedenen Aspekte sollten da dargestellt werden. Wir wollen jetzt einmal hier etwas über den großen Versöhnungstag lesen. Ab Vers 26 heißt es: "Und der Herr redete zu Mose und sprach: Am zehnten Tag in diesem siebten Monat ist der Versöhnungstag." Erste, was wir festhalten wollen: Der große Versöhnungstag war nur einmal im Jahr. Er war am zehnten Tag im siebten Monat. Das heißt, es war etwas ganz Besonderes, ein jährlicher Tag. Man spricht später auch von dem jährlichen Dienst im Vergleich zu dem täglichen Dienst, wo täglich Opfer gebracht wurden und Rituale durchgeführt wurden.
[3:10] Das heißt weiter: "Am zehnten Tag in diesem siebten Monat ist der Versöhnungstag, hebräisch Yom Kippur. Und da heißt es: Der soll euch eine heilige Versammlung sein." Das erste, was wir lernen, und das zweite, was wir lernen ist: Der große Versöhnungstag sollte heilig sein. Es ist eine heilige Angelegenheit, und deswegen sollten wir es auch mit Bedacht studieren und mit Ehrfurcht. Es war ein heiliger Tag, eine heilige Zeremonie, ein heiliges Ereignis. Und was wir weiter hier sehen: Es war eine Versammlung. Das Wort Versammlung bedeutet, dass sich das ganze Volk versammeln sollte. Es war nicht etwas, was einfach nur privat zwischen dem Gläubigen und Gott ablief. Es war etwas, wo die gesamte Gemeinde der Gläubigen zusammenkam. Manchmal übersehen wir diese Aspekte und konzentrieren uns nur auf die theologischen Einzelheiten dessen, was dann im Heiligtum passiert ist. Aber der große Versöhnungstag war auch ein Tag, wo alle Gläubigen zusammenkommen sollten zum Heiligtum. Und das ist deswegen wichtig, weil es uns hilft zu verstehen, dass auch im antitypischen, im neutestamentlichen, im endzeitlichen großen Versöhnungstag alle Gläubigen sich sammeln müssen. Da soll es eine Sammlungsbewegung geben, eine Versammlung aller Gläubigen.
[4:29] Weiter heißt es hier: "Es soll eine heilige Versammlung sein, und ihr sollt eure Seelen demütigen und dem Herrn ein Feueropfer darbringen." Das Volk sollte sich also demütigen und entsprechend sich vorbereiten. Ein Hinweis darauf, was das bedeutet, finden wir auch in dem Buch Joel. Haben wir nicht im Sendemanuskript drin, aber können wir trotzdem gemeinsam hingehen. In Joel Kapitel 2 haben wir so eine ganz praktische Beschreibung dessen, was eigentlich gefordert war. In Joel 2, der ja auch einen durchaus endzeitlichen Charakter hat, dieses Buch Joel.
[5:15] In Joel 2 und dort Vers 12 heißt es doch auch: "Nun spricht der Herr: Kehrt um zu mir von ganzem Herzen mit Fasten, mit Weinen und mit Klagen. Zerreißt eure Herzen und nicht eure Kleider und kehrt um zu dem Herrn, eurem Gott, denn er ist gnädig und barmherzig, langmütig und von großer Gnade, und des Übels erbarme dich." Und dann heißt es in Vers 15: "Stoßt in das Horn, entziehe und heiligt ein Fasten, beruft eine allgemeine Versammlung, versammelt das Volk, heiligt die Gemeinde, bringt die Ältesten dabei, versammelt die Kinder und die Säuglinge und den Bräutigam, der Bräutigam gehe aus seiner Kammer und die Braut aus ihrem Gemach." Hier war also etwas von äußerster Priorität.
[5:55] In Vers 17 heißt es: "Die Priester, die Diener des Herrn, sollen zwischen der Halle und dem Altar weinen und sagen: Herr, bemitteidige dich mit deinem Volk..." und so weiter und so fort. Es sollte eine Versammlung sein, wo alle Gläubigen, egal ob alt oder jung, neu im Glauben oder alt im Glauben, in welcher Funktion, welcher gesellschaftlichen Stellung immer, es zu ihrer äußersten, höchsten Priorität machen sollten, Gott zu suchen und sich zu demütigen.
[6:19] Außerdem finden wir, wenn wir zurückgehen zu 3. Mose 23, den sehr deutlichen Hinweis – wir wollen es hier nur am Rande erwähnen, weil es immer wieder auch zu Diskussionen führt – in 3. Mose 23, dass an diesem Tag geopfert werden sollte. Das heißt, in 3. Mose 23 und dort Vers 27: "Der soll euch eine heilige Versammlung sein, und ihr sollt eure Seelen demütigen und dem Herrn ein Feueropfer darbringen." Der Versöhnungstag, so wie er stattfand am 10. Tag im siebten Monat, war explizit an Opfer gebunden. Heute gibt es einige Christen, die behaupten, dass diese Feste von 3. Mose 23 buchstäblich noch gefeiert werden müssten. Und wenn das wahr ist, dann muss auch ein Opfer gebracht werden, was bedeuten würde, dass Jesus Christus nicht das wahre Opfer gewesen ist. Und deswegen ist darauf hinzuweisen, dass diese Feste buchstäblich nicht mehr gefeiert werden können, weil wir natürlich die geistlichen Prinzipien hieraus nicht nur optional, sondern sogar ganz notwendigerweise umsetzen müssen, denn wir, wie wir es noch sehen werden in der nächsten Folge, leben auch in einem großen Versöhnungstag.
[7:39] Es heißt weiter in Vers 28: "Und ihr sollt an diesem Tag keine Arbeit verrichten." Und jetzt kommt die Begründung: "Denn es ist der Versöhnungstag, um Sühnung für euch zu erwirken vor dem Herrn, eurem Gott." Weil dort Sühnung geschehen sollte – wir haben ja letzte Woche ausführlich gesprochen, das Thema Sühnung – und wir haben gesehen, dass es mit Reinigung zu tun hat, weil dort Reinigung geschehen sollte, sollte nicht gearbeitet werden.
[8:07] Und Vers 32 macht das sogar noch deutlicher, indem sogar das hebräische Wort verwendet wird für freier Tag oder Feiertag, ein Tag, an dem nicht gearbeitet werden sollte. Hieß im Hebräischen Schabbat, Ruhetag. Und deswegen heißt es in Vers 32: "Ein Sabbat der Ruhe soll es euch sein, und ihr sollt eure Seelen demütigen. Am neunten Tag des Monats sollt ihr, am Abend, sollt ihr die Feier beginnen, und sie soll dauern von einem Abend bis zum anderen." Der große Versöhnungstag war ein Sabbat, ein Sabbat der Ruhe. Das ist deswegen interessant, weil Sabbat auch Ruhetag heißt, ein Ruhetag der Ruhe, ein besonderer Ruhetag sozusagen. Nun, dieser Sabbat hier, gemeinsam mit den anderen Festsabbaten, wie dem Pfingstfest oder dem Passafest, dem Laubhüttenfest, sollten nicht verwechselt werden mit dem siebten Tag Sabbat, der auch in 3. Mose 23 erwähnt wird.
[9:04] In 3. Mose 23 Vers 3 heißt es: "Sechs Tage soll man arbeiten, aber am siebten Tag ist ein Sabbat der Ruhe, eine heilige Versammlung. Da sollt ihr kein Werk tun, denn es ist der Sabbat des Herrn in allen euren Wohnorten." Dieser Sabbat hier in 3. Mose 23 Vers 3 unterscheidet sich von den anderen Sabbaten dadurch, dass er nicht an Opfer gebunden ist und sich auch in den Zehn Geboten wiederfindet und von ewiger Gültigkeit schon eingesetzt worden war, bevor es Sünde gab in der Schöpfung. Aber trotzdem ist interessant, dass dieser Versöhnungstag ebenfalls als ein Festsabbat betrachtet worden ist. Und diese Tatsache, dass es ein Festsabbat war, war ganz eng verknüpft mit dem Inhalt des Versöhnungstages.
[9:45] Was für eine Arbeit sollte nicht getan werden? Die Antwort finden wir, wenn wir 4. Mose 29 lesen, wo ebenfalls noch mal auf den großen Versöhnungstag Bezug genommen wird.
[9:50] 4. Mose 29 und dort Vers 7. Es heißt dort: "Und am zehnten Tag dieses siebten Monats sollt ihr eine heilige Versammlung halten, es soll euch eure Seelen demütigen, da sollt ihr keine Werktagsarbeit verrichten." Es ging also darum, keine Arbeit zu tun an jenem Versöhnungstag, die man gewöhnlich tun würde. Der Versöhnungstag sollte etwas Außergewöhnliches sein. Und es gibt uns auch einen Hinweis auf die Wichtigkeit und die Priorität, die das Thema Versöhnungstag auch in der Endzeit haben sollte, wo es ebenfalls, wie wir noch sehen werden, einen Versöhnungstag gibt.
[10:33] Schauen wir weiter in 3. Mose 23. Es heißt weiterhin in Vers 29: "Denn jede Seele, die sich an diesem Tag nicht demütigt, die soll ausgerottet werden aus ihrem Volk." Mit anderen Worten, es war ein Tag der Entscheidung. An jenem Tag entschied sich, wer weiterhin im Volk bleiben würde oder nicht. Und es war damit auch ein Tag des Gerichts. Das ist sehr, sehr wichtig zu sehen, denn später in der Prophetie, vor allem in Daniel 7 und 8, ist das von entscheidender Bedeutung zu erkennen, dass der Tag des Gerichts und der Tag der Versöhnung im hebräischen Denken am großen Versöhnungstag an einem Tag zusammenfiel. Es war der Tag der Versöhnung, aber es war auch ein Tag des Gerichts. An einem Tag wurden für den einen alle Sünden nicht nur vergeben, sondern getilgt, und der andere wurde wegen seiner Sünden zur Rechenschaft gezogen. Es war an einem Tag, am großen Versöhnungstag. Und deswegen war dieser Tag das Zentrum und Ziel des ganzen Erlösungsplans. Und deswegen sollten wir diesen Tag mit äußerstem Interesse studieren und untersuchen. Denn dieser Tag sagt uns einiges über das, was auch im himmlischen Gericht stattfindet.
[11:55] Und es wird uns gesagt, was der äußere Test des Glaubens gewesen ist. Sehr interessant. Wir werden Vers 30 anschauen. Es heißt: "Und die Seele, die an diesem Tag irgendeine Arbeit verrichtet, die will ich vertilgen mitten aus ihrem Volk." Der äußere Test für die Demütigung bestand darin, an jenem Tag nicht zu arbeiten, also den Fest-Sabbat zu halten. Das war der äußere Test einer inneren Einstellung der Demut und der Bekehrung und der völligen Übergabe an Gott. Man konnte also an dem äußeren Einhalten des Fest-Sabbats damals im Zeremonialgesetz erkennen, ob jemand am großen Versöhnungstag wirklich seine Sünden vergeben bekommen hat. Das ist deswegen interessant, weil die Bibel uns berichtet, dass auch ein Sabbat am endzeitlichen großen Versöhnungstag von Bedeutung sein wird. Nicht ein Fest-Sabbat, sondern der ewige Sabbat. Denn dann geht es eben nicht um einen Zeremonialversöhnungstag, sondern um den ewigen, den eigentlichen Versöhnungstag. Dann geht es nicht um Tieropfer, sondern um das eigentliche Opfer, nicht um menschliche Priester, sondern um den himmlischen Priester im himmlischen Heiligtum. Und dann geht es um den wahren Sabbat, den ewigen Sabbat, der ebenfalls ein äußeres Zeichen sein wird, ob wir innerlich uns demütigen und die Ruhe gefunden haben, die Jesus Christus uns anbietet, wenn er sagt: "Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid."
[13:32] Also, wir sehen ganz deutlich: Der große Versöhnungstag war ein Tag der Entscheidung, ein Tag der Versammlung und ein Tag, an dem Gericht gehalten wurde. Und es war äußerlich sichtbar an der Art und Weise, wie man mit dem Thema Sabbat umging, ob man den Versöhnungstag verstanden hatte oder nicht. Und das für uns, glaube ich, von ganz überwältigendem Interesse.
[13:55] Vielleicht mag jemand die Frage haben: Wurden dann überhaupt am großen Versöhnungstag noch die normalen Opfer gebracht? Was war mit einem Menschen, der vielleicht am frühen Morgen des großen Versöhnungstages aufwachte und feststellte, er braucht noch Vergebung an einem bestimmten Punkt? Der große Versöhnungstag würde ja nicht mehr unbedingt Sünden ins Heiligtum bringen, sondern vielmehr die Sünden aus dem Heiligtum austilgen. Die Frage war: Gab es also auch am großen Versöhnungstag noch einen täglichen Opferdienst, der sonst das ganze Jahr über ging? Und die Antwort lässt sich finden, wenn man 4. Mose 29 betrachtet und studiert.
[14:30] 4. Mose 29. Und das haben wir in Vers 7 schon von dem großen Versöhnungstag gelesen: "Und am 10. Tag dieses siebten Monats sollt ihr eine heilige Versammlung halten und sollt eure Seelen demütigen, da sollt ihr keine Werktagsarbeit verrichten." Und dann, wenn wir runterspringen zu Vers 11, kriegen wir eine Antwort auf die Frage. Da heißt es: "Dazu einen Ziegenbock als Sündopfer, außerdem Sündopfer zur Versöhnung und das beständige Brandopfer mit seinem Speisopfer und ihren Trankopfern." Hier werden einige Opfer aufgezählt, die gebracht werden sollten, unter anderem der Ziegenbock als Sündopfer. Und dann heißt es: "Neben dem beständigen Brandopfer." Das Wort "beständig" ist das hebräische Wort "Tamid", das auch manchmal mit "täglich" oder "kontinuierlich" übersetzt wird. Das heißt, auch am großen Versöhnungstag wurde der tägliche Dienst, das normale Opfer, weiterhin durchgeführt.
[15:27] Auch das ist von großem Interesse für uns, denn es bedeutet, dass der große Versöhnungstag nicht das Ende für den täglichen Dienst bedeutet. Mit anderen Worten, wenn wir behaupten, dass Jesus Christus jetzt in die Phase des Allerheiligsten, des großen Versöhnungstages eingetreten ist, bedeutet das nicht, dass sein Dienst, sein täglicher Dienst sozusagen, sein Dienst der Erlösung, der schon seit dem Kreuz oder vielmehr genauer gesagt seit seiner Himmelfahrt für uns möglich ist, dass dieser Dienst aufgehört hat. Er ist immer noch da. Der große Versöhnungstag geht noch einen Schritt weiter, aber das Gnadenangebot der Sündenvergebung bleibt. Es wird jetzt nur durch die zusätzlichen Aktionen am Versöhnungstag vertieft.
[16:15] Schauen wir uns etwas genauer an, was dort passiert ist. Und dazu gehen wir zu dem Kapitel schlechthin, das beschreibt, was am großen Versöhnungstag vor sich gehen sollte.
[16:24] 3. Mose 16, genau im Herz, im Zentrum des Buches 3. Mose und damit im Herz der Fünf Bücher Mose. In 3. Mose 16 und dort Vers 2 heißt es: "Und der Herr sprach zu Mose: Sage deinem Bruder Aaron, und Aaron war der Hohepriester, dass er nicht zu allen Zeiten in das Heiligtum hineingehen soll, hinter den Vorhang." Also hier interessanterweise sollten wir gleich eine Kleinigkeit bemerken, bevor wir dann später verwirrt sind. Das Wort "Heiligtum" hier in 3. Mose 16 bezieht sich auf den Abschnitt des Heiligtums hinter dem Vorhang, also was wir auch das Allerheiligste nennen würden. Später heißt es in 3. Mose 16, dass das Heiligtum und die Stiftshütte gereinigt worden sind. Das klingt ein bisschen seltsam, weil wir denken würden, Heiligtum und Stiftshütte sind dasselbe. Aber "Heiligtum" bedeutet hier das, was sich hinter dem Vorhang befindet, das Allerheiligste.
[17:16] Also, der Priester durfte nicht jeden Tag im Jahr ins Allerheiligste gehen. Das heißt nämlich hier: "vor dem Sühnedeckel, der auf der Lade ist, damit er nicht stirbt, denn ich will auf dem Sühnedeckel in einer Wolke erscheinen." Es war nur am großen Versöhnungstag, wo der Priester, den Gott bestimmt hatte, tatsächlich in die direkte Gegenwart Gottes kommen konnte, hinter dem Vorhang ins Allerheiligste. Und das macht diesen Tag so besonders. Es gab viele Rituale, es gab viele Zeremonien, es gab viele Lektionen zu lernen im Heiligtum, aber nur an einem Tag war der Mittler zwischen Mensch und Gott in der Lage, bis in die direkte Gegenwart Gottes vorzudringen.
[18:05] Wenn du dich nach der direkten Gegenwart Gottes sehnst, ist der große Versöhnungstag was für dich. Der große Versöhnungstag bereitet uns vor, Gott von Angesicht zu Angesicht zu sehen.
[18:19] Der Priester sollte besondere Kleidung anziehen, das heißt in Vers 4: "Und er soll den heiligen leinenden Leibrock anziehen und soll ein leinendes Unterkleid an seinem Fleisch haben und sich mit einem leinenden Gürtel gürteln und einem leinenden Kopfbund umbinden, denn das sind die heiligen Kleider. Und er soll sein Fleisch im Wasser baden und sie anziehen." Der Priester sollte also eine besondere Reinigungszeremonie vornehmen. Er sollte sich waschen und sollte dann statt seiner gewöhnlichen, recht prächtigen Priesterkleidung mit dem Ephod und mit den Steinen und dem Blau und dem Weiß und dem Purpur und den ganzen Farben, sollte er eine sehr schlichte, eine leinende Kleidung tragen, die allerdings, wie sie heißt, heilig war. Und das sollte ebenfalls dazu dienen, dass das Volk versteht: Hier passiert etwas Außergewöhnliches.
[19:11] Denn während der Priester sonst das ganze Jahr über vor allem den priesterlichen Dienst Christi dargestellt hat, ist an diesem großen Versöhnungstag das gesamte Heilshandeln Gottes, der gesamte Heilsplan, wie in einer Nussschale, dem Volk erklärt worden, von Anfang bis Ende. Und dazu gehört auch die Tatsache, dass Jesus Mensch wurde, schlichter Mensch, ein heiliger Mensch, aber schlicht und einfach in seinem Auftreten, in seinem Äußeren. Und das wurde dadurch dargestellt, durch diese einfache, schlichte, leinende, reine Kleidung.
[20:01] In 3. Mose 16, Vers 6 heißt es: "Und Aaron soll den Jungstier als Sündopfer für sich selbst dazu bringen und Sühnung erwirken für sich und sein Haus." Im Gegensatz zu Jesus später war Aaron ja selbst ein Sünder. Und bevor er als der Hohepriester hineingehen konnte, musste er selbst hier für sich Sühnung erwirken. Das geht aber noch einen Schritt weiter, denn als der Hohepriester war er ja auch Repräsentant des Volkes. Mit anderen Worten, alles das, was Aaron tat, das tat das ganze Volk. Man kann diesen Punkt verdeutlichen, wenn man einfach mal in 3. Mose 4, den Vers 3 liest.
[20:33] In 3. Mose 4, Vers 3 heißt es: "Wenn der gesalbte Priester sündigt, sodass er eine Schuld auf das Volk bringt." Sündigt der Priester, sündigt das ganze Volk. Der Priester war der Stellvertreter des Volkes. Und so ist das, was Aaron jetzt hier durchführt, stellvertretend das, was eigentlich das ganze Volk durchführt. Er muss Sühnung erbringen für sich selbst. Und so wird der Jungstier herbeigebracht.
[21:18] Es gab aber noch zwei andere Böcke, zwei andere Tiere. Und das waren zwei Böcke. Das heißt in Vers 7: "Danach soll er die beiden Böcke nehmen und sie vor den Herrn stellen an den Eingang der Stiftshütte." Da wurden zwei Böcke genommen und sie wurden dann dem Herrn präsentiert und sie wurden dort wahrscheinlich festgemacht, am Eingang der Stiftshütte.
[21:37] Das heißt in Vers 8: "Aaron soll Lose werfen über die beiden Böcke, ein Los für den Herrn und ein Los für die Verwendung als Sündenbock oder wörtlich als Aserseel, das bedeutet der Bock, der weggeht." Ein Bock sollte für den Herrn sein, ein Bock sollte etwas hinweg schaffen, wie sich auch in Vers 10 deutlich macht.
[22:04] Da ist es nämlich: "Aber den Bock, auf den das Los für die Verwendung als Sündenbock fiel, soll er lebendig vor den Herrn stellen, um über ihm die Sühnung zu erwirken und ihn als Sündenbock in die Wüste vorauszuschicken." Es gab also den Jungstier, der geopfert wurde, um Sühnung zu erwirken für Aaron, der Repräsentant war, für das ganze Volk. Und dann gab es zwei Böcke. Einer sollte getötet werden, er war für den Herrn. Und einer sollte nicht getötet werden, er sollte lebendig in die Wüste geschickt werden. Wir werden gleich sehen, warum und wieso. Und es ist sehr wichtig zu verstehen, was jetzt geschieht.
[22:43] Eine interessante Sache ist noch zu beobachten für den Bock, der nicht, der geschlachtet werden sollte, getötet werden sollte. Es heißt in Vers 15: "Danach soll er den Bock des Sündopfers, das für das Volk bestimmt ist, schächten und sein Blut hineinbringen hinter den Vorhang. Und er soll mit dessen Blut tun, wie er mit dem Blut des Jungstiers getan hat, und er soll es auf den Sühnedeckel und vor den Sühnedeckel sprengen." Hier finden wir diesen Bock, der als Sündopfer geschlachtet werden soll. Aber wir finden nicht die Tatsache, dass der Hohepriester auf diesen Bock Sünden überträgt. Nur so als Beobachtung: Dieser Bock, der dort geschlachtet worden war, auf den wurden keine Sünden übertragen, denn die Sünden waren ja bereits im Heiligtum. Was das genau zu bedeuten hat, werden wir in einigen Minuten noch sehen.
[23:58] Es heißt jetzt in Vers 8 und 10 haben wir schon gelesen, dass der Bock dann später in die Wüste gebracht werden sollte. Und dann in 3. Mose 16 finden wir jetzt den Hohepriester in Aktion im Heiligtum. Da heißt es in Vers 12 und 13: "Danach nehme er die Pfanne voll Feuerkohlen von dem Altar, der vor dem Herrn steht, und seine beiden Hände voll wohlriechenden, zerstoßenen Räucherwerks und bringe es hinein hinter den Vorhang." Selbst an jenem Tag konnte der Priester nur mit Räucherwerk verhüllt vor die lebendige Gegenwart Gottes treten.
[24:36] Vers 13 heißt es: "Unterlege das Räucherwerk auf das Feuer vor dem Herrn, damit die Wolke des Räucherwerks den Sühnedeckel verhüllt, der auf dem Zeugnis ist, und er nicht stirbt." Wenn er einfach so hineingegangen wäre, ohne dieses Räucherwerk, dann wäre er trotzdem gestorben. Was uns deutlich macht: Die Gegenwart Gottes ist etwas, wo man nicht so ohne weiteres hineinspazieren kann. Die Gegenwart Gottes ist etwas so Heiliges, dass wir nur umgeben von der rettenden Gnade Gottes, Jesu, vor Gott bestehen können. Nur die Verdienste Jesu, die aufsteigen wie Räucherwerk – die Bibel spricht ja von dem Wohlgeruch des Opfers Jesu – nur diese Verdienste können uns vor dem Zorn Gottes schützen.
[25:34] Sehr interessantes Bild, das hier verwendet wird. Und wie gesagt, der Hohepriester stand hier symbolisch für das ganze Volk. Und das Blut des Opfers wurde jetzt gebracht auf den Sühnedeckel, wie es hier heißt in Vers 14 und 15.
[25:51] Er soll auch von dem Blut des Jungstiers nehmen und es mit seinem Finger gegen den Sühnedeckel sprengen. Nach Osten, so sieben Mal, soll er so vor dem Sühnedeckel mit seinem Finger vor dem Blut sprengen. Das war das Opfer, das für ihn, für die Sühnung seiner Schuld gebracht wurde. Und dieses Opfer sollte jetzt nicht nur bis zum Brandopferaltar kommen, wie im täglichen allgemeinen Dienst. Es sollte nicht nur ins Heilige gebracht werden, wie im täglichen Dienst, wo man persönliche Sünden bekannt hat. Es sollte jetzt bis in das Allerheiligste gebracht werden. Das Blut ging den ganzen Weg. Und so ist es auch mit der Gnade Gottes. Das Blut, das Jesus Christus von uns vergossen hat, das geht den ganzen Weg. Es ist nicht nur am Kreuz vergossen worden, es geht den ganzen Weg hindurch bis zum Thron Gottes, bis zur Bundeslade, wo die zehn Gebote sind. Und dort, wo sich Gnade und Gerechtigkeit treffen, da findet echte Versöhnung, Vereinigung mit Gott wieder statt.
[26:53] Und es sollte eine vollkommene Versöhnung sein, denn sieben Mal sollte auf den Sühnedeckel gesprengt werden.
[27:00] Es heißt Vers 15: "Danach soll er den Bock des Sündopfers, das für das Volk bestimmt ist, schächten und sein Blut hineinbringen hinter den Vorhang. Und er soll mit dessen Blut tun, wie er mit dem Blut des Jungstiers getan hat, und er soll es auf den Sühnedeckel und vor den Sühnedeckel sprengen." Zwei Opfer. In beiden Fällen soll das gleich gemacht werden. Mit einem Unterschied: Der Jungstier trug die Schuld von Aaron, der ein Repräsentant des ganzen Volkes war. Der Ziegenbock dann trug keine Schuld im eigentlichen Sinne mehr, denn als Aaron bereits hineingegangen war und mit dem Blut des Jungstiers Sühnung erwirkt hatte und herausgeht, um jetzt den Ziegenbock zu nehmen, gibt es keine Sünde mehr, die auf den Ziegenbock hinaufgelegt werden könnte. Warum muss der dann trotzdem sterben?
[27:51] Hier ist das Interessante: Jesus starb als derjenige, der die Sünden getragen hat und damit selbst zur Sünde wurde, wie die Bibel sagt. Aber Jesus starb auch als der, der niemals gesündigt hatte, an dem keine Sünde war. Als derjenige, der die Sünde trug, hat er die rechtmäßige Strafe des Gesetzes Gottes, den Tod, getragen und erlebt. Aber als der Sündlose, der getötet wurde, hat er den Tod besiegt und damit den Weg freigemacht. Und diese beiden Aspekte wurden am großen Versöhnungstag sehr eindeutig dargestellt. Da war das Opfer, das auch unschuldig war, aber auf das die Sünde gelegt wurde, und es war deutlich, was hiermit geschieht, ist jetzt die Tatsache, dass das Opfer Sünde trägt und deswegen getötet wird. Aber dann wurde deutlich, dass auch ein nicht mit Sünden beladenes Opfer als Sündopfer sterben muss und damit Sühnung erwirkt. Jesus ist beides: der, der die Sünden trägt, und der selbst ohne Sünde ist. Und durch dieses Ritual sollte das dem Volk Israel eingeprägt werden.
[29:19] Das heißt im Vers 16: "So soll er Sühnung erwirken für das Heiligtum wegen der Unreinheiten der Kinder Israels und wegen ihrer Übertretung und all ihrer Sünden. Und er soll dasselbe tun mit der Stiftshütte, die sich mitten unter ihren Unreinheiten befindet." Jetzt dieses Opfer, das jetzt hier gebracht wurde, sollte nämlich das Heiligtum reinigen und zwar wegen der Sünden Israels. Die Sünden Israels waren ja vorher schon übertragen worden durch andere Opfer auf das Heiligtum. Und jetzt sollte dieses Heiligtum gereinigt werden durch eben jenes Sündopfer, durch diesen Ziegenbock.
[29:57] Wir können also sehen, dass die Reinigung und die Rechtfertigung des Heiligtums sehr eng verknüpft ist mit dem Volk Israel. So auch in der Endzeit, wenn Daniel 8, Vers 14 von einer Reinigung des Heiligtums beschreibt, dann hat das ganz viel zu tun mit unserem Leben, denn es sind unsere Sünden, unsere Übertretungen, die, wenn wir sie Jesus übergeben, das Heiligtum im Himmel verunreinigen. Und dieses Heiligtum muss gereinigt werden. Das haben wir schon in einigen der früheren Folgen deutlich gesehen. Ich will es noch einmal hier betonen: Hebräer 9. Da haben wir diesen Hinweis.
[30:37] In Hebräer 9 und dort Vers 23: "So ist es also notwendig, dass die Abbilder der im Himmel befindlichen Dinge hierdurch gereinigt werden, die himmlischen Dinge selbst aber durch bessere Opfer als diese." Auch das himmlische Heiligtum muss gereinigt werden, und es muss durch Opfer gereinigt werden. Und es ist das Blut Jesu am Kreuz, das von Golgatha vergossen worden ist, das allein in der Lage ist, das himmlische Heiligtum zu reinigen. Und das sollte durch diesen großen Versöhnungstag ausgedrückt werden.
[31:21] Der große Versöhnungstag war ein Versöhnungstag oder ein Tag der Reinigung.
[31:31] Man kann sich die Frage stellen: Warum braucht es Reinigung, wenn doch die Sünden schon vergeben sind? Und eine erste Antwort darauf – eine spätere kommt noch gleich – finden wir in 1. Johannes 1, Vers 9. Sehr bekannter Vers.
[31:38] 1. Johannes 1 und dort Vers 9. Dort lesen wir: "Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit." Wie wir das letzte Mal schon angedeutet haben, ist der Erlösungsplan mehr als nur Vergebung. Er ist Vergebung und Reinigung. Und in einer besonderen Art und Weise ist der große Versöhnungstag ein Tag der Reinigung. Jeden Tag konnte ein Israelit seine Sünden vergeben bekommen, aber nur einmal im Jahr wurden sie herausgereinigt aus dem himmlischen Heiligtum.
[32:28] Nicht nur das Allerheiligste wurde gereinigt. In 3. Mose 16 lesen wir dann auch in Vers 18 und 19, dass der Altar gereinigt worden ist.
[32:34] 3. Mose 16 und dort Vers 18 und 19. Es heißt hier: "Und er soll hinausgehen zu dem Altar, der vor dem Herrn steht – das ist nach Vers 12, der Räucheraltar – und für ihn Sühnung erwirken. Und wiederum zeigt sich hier, dass es sich um Reinigung handeln muss, denn der Altar selbst hat er nicht gesündigt. Und er soll von dem Blut des Jungstiers und von dem Blut des Bockes nehmen und auf die Hörner des Altars tun ringsum. Und er soll mit seinem Finger von dem Blut siebenmal darauf sprengen und ihn reinigen und heiligen von der Unreinheit der Kinder Israels." Wiederum sehen wir dieses Bild, dass unsere Sünden etwas dort im himmlischen Heiligtum verunreinigen. Die Aufzeichnung unserer Sünden verunreinigt den Himmel. Und es ist das Blut Jesu, das nicht nur uns die Sünden vergibt, sondern in der Lage ist auch diese Aufzeichnung dort im Himmel wegzulöschen, auszulöschen, sodass sie nicht mehr da sind.
[33:45] Und dann kam das Ritual mit dem anderen Bock, nicht mit dem Bock, der getötet worden war, der Reinigung erwirkt hat für das Heiligtum. Nein, der Bock, der als Aserseel, als Sündenbock, lebendig bleiben sollte. Das heißt in Vers 21: "Und Aaron soll seine beiden Hände auf den Kopf des lebendigen Bockes stützen und über ihm alle Schuld der Kinder Israels und alle ihre Übertretungen in allen ihren Sünden bekennen." Also hier ist eine sehr generelle, eine sehr ausgiebige Formulierung gemacht. Und er soll sie dem Bock auf den Kopf legen und ihn durch einen Mann, der bereitsteht, in die Wüste fortschicken.
[34:32] Und der Bock soll all ihre Schuld, die auf ihm liegt, in ein abgeschiedenes Land tragen. Und er schicke den Bock in die Wüste. Dieses Wort "abgeschiedenes Land" heißt wörtlich übersetzt "abgeschnittenes Land". Mit anderen Worten, dieser Bock sollte nie wieder zurückkehren. All die Sünden wurden auf diesen Bock gelegt.
[34:57] Und das hat so eine Parallele im Neuen Testament auf die Tatsache, dass Satan, derjenige, der verantwortlich ist für die Entstehung der Sünde und der durch seine Verführung letztendlich auch die Verantwortung für jede weitere getane Sünde trägt, dass auf ihn seine Verantwortung zurückfällt. Er wird sich dafür verantworten müssen, warum er Gläubige in die Ruinen getrieben hat, die dann den Glauben aufgegeben haben. Er wird sich dafür verantworten müssen, dass er Menschen verführt hat, sodass sie den Glauben niemals angenommen haben. Er muss sich dafür verantworten, warum er auch Gläubige, die zwar gerettet worden sind, immer wieder doch gefallen sind durch seine Verführung. Diese Verantwortung muss er übernehmen.
[36:01] Denn obwohl Jesus die Sünden aller getragen hat und jedem frei vergibt, hat Jesus doch nicht die Schuld von Satan getragen, als Satan uns zu bestimmten Sünden angestiftet hat. Dieser Bock muss jetzt symbolisch die Verantwortung dafür übernehmen und er wird in die Wüste geschickt. Und wir werden sehen, noch später in der Prophetie, in Offenbarung 20, dass Satan 1000 Jahre hier in einer Wüstenerde allein die Konsequenz seines Handelns sehen und tragen wird.
[36:31] Dann sehen wir in 3. Mose 16, Vers 23, wie Aaron die Kleider wechselt: "Und Aaron soll in die Stiftshütte gehen und die leinenden Kleider ausziehen, die er anzog, als er in das Heiligtum ging, und soll sie dort lassen." Wiederum soll er sich waschen, das heißt, er soll sein Fleisch im Wasser baden an heiliger Stätte und seine eigenen Kleider anziehen und hinausgehen und seine Brandopfer und das Brandopfer des Volkes opfern und Sühnung erwirken für sich und das Volk.
[37:03] Nachdem all das geschehen ist, sollen Brandopfer gebracht werden. Und Brandopfer waren Symbole für völlige Übergabe, völlige Hingabe. Der große Versöhnungstag mit seiner völligen Reinigung bereitet uns vor für völlige Hingabe an Gott und völlige Übergabe und soll das ausdrücken.
[37:30] Interessanterweise heißt es in Vers 27: "Den Jungstier des Sündopfers aber und den Bock des Sündopfers, deren Blut zur Sühnung in das Heiligtum gebracht worden ist, soll man hinaus vor das Lager schaffen und mit Feuer verbrennen, ihre Haut und ihr Fleisch und ihren Unrat." Vielleicht nur ein kleines Detail, aber nicht unwichtig, denn derjenige, der wirklich das Opfer gebracht hat, sowohl in Bezug auf die Sünden des Volkes als auch in Bezug auf die Reinigung des Heiligtums, es war ja nur ein Opfer, das alles bewirkt, auf den ist er außerhalb des Lagers, außerhalb der Stadt gekreuzigt worden. Ein ganz interessanter Punkt, der hier noch mit erwähnt werden sollte.
[38:12] Für wen war der große Versöhnungstag? War er nur für die Juden? In Vers 29 finden wir eine andere Information.
[38:17] Das heißt hier in Vers 29: "Und das soll euch eine ewig gültige Ordnung für euch sein." Übrigens, das Wort "ewig" bedeutet in der Bibel nicht immer "ohne Ende", wie wir auch in Bezug auf das ewige Feuer wissen. Dieser Vers kann nicht dafür herhalten zu sagen, wir müssten auch heute noch den buchstäblichen Versöhnungstag am 10. Tag im siebten Monat halten.
[38:44] Das heißt: "Am 10. Tag des siebten Monats sollt ihr eure Seelen demütigen und kein Werk tun, weder der Einheimische noch der Fremdling, der in eurer Mitte wohnt." Das ist eine Formulierung, die wir aus den Zehn Geboten kennen, und zwar aus dem vierten Gebot, dem Sabbatgebot, der ja auch für alle Nationen, Völker, Stämme und Sprachen ist und nicht nur für das jüdische Volk. Es gab eine ganze Reihe von Satzungen und Ritualen, die nur für die Juden selbst waren, aber dieser Dienst war für alle. Auch für den Fremdling. Gott wollte, dass jeder Mensch, der in Kontakt kommt mit dem jüdischen Volk und mit der Wahrheit, auch daran teilhat.
[39:25] Der große Versöhnungstag ist für jeden. Und deswegen ergeht in Offenbarung 14 Vers 6 und 7 eine laute Stimme an alle Völker, Nationen, Stämme und Sprachen mit dem Ausruf: "Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen." Der große Versöhnungstag ist da.
[39:48] Vers 30 ist ein wunderbarer Vers. Das heißt: "Denn an diesem Tag wird für euch Sühnung erwirkt, um euch zu reinigen, und von allen euren Sünden sollt ihr gereinigt werden vor dem Herrn." Es war das große Ziel, von allen Sünden rein zu sein.
[40:06] Mein lieber Freund, liebe Freundin, wünschte dir, von allen Sünden rein zu sein. Im Gleichnis, typologisch, konnte jeder Israelit einmal im Jahr das erleben. Heute nach Hause gehen und war sich bewusst, er ist typologisch von allen Sünden rein. Aber wir wissen auch aus der Bibel, dass jene Opfer nicht wirklich, buchstäblich, Sünden hinwegnehmen konnten. Es waren nur Gleichnisse auf das eine große Opfer, das wirklich die Sünde hinwegnehmen kann, uns die Sünde vergeben kann, uns reinigen kann, sodass wir von aller Sünde los sind und dass sogar die himmlischen Aufzeichnungen von der Sünde getilgt werden können. So weit geht das Opfer Jesu. Es vergibt uns nicht nur, nein, es macht alles rein, so als wäre da niemals Sünde gewesen. Völlige Tilgung und völlige Versöhnung.
[41:04] Vers 33 heißt es: "Und er soll Sühnung erwirken für das Allerheiligste und die Stiftshütte, also das Heilige, und für den Altar soll er Sühnung tun, auch für die Priester und für die ganze Volksgemeinde soll er Sühnung erwirken." Die Reinigung des Heiligtums hat zu tun mit der Reinigung des Volkes. Diese beiden Dinge lassen sich nicht voneinander trennen.
[41:30] Aber vielleicht sagst du, lieber Freund, liebe Freundin: Warum brauchst du das Volk denn Reinigung? Sie hatten doch durch die Vergebung im Laufe des Jahres doch schon erlebt, dass ihre Sünden von ihnen genommen worden sind. Das stimmt. Und hier kommen wir jetzt zu dem entscheidenden Punkt. Warum gab es überhaupt einen großen Versöhnungstag, wenn der Israelit am Tag seiner Sünde mit einem Opfer kam und ihm vergeben worden ist, indem er die Sünde auf das Opferlamm übertragen hat? Warum braucht es noch einen großen Versöhnungstag, wenn die Schuld doch von ihm genommen worden war?
[41:59] Nun, wir haben schon einige Antworten gegeben. Wir haben gesehen, dass das Heiligtum selbst gereinigt werden muss. Aber es gibt auch einen Grund, der sich direkt auf den Gläubigen selbst bezieht, auf den, dem schon vergeben worden ist.
[42:09] Schauen wir gemeinsam in Hesekiel 18 und dort Vers 24. Dort sagt die Bibel: "Wenn dagegen der Gerechte sich von seiner Gerechtigkeit abkehrt und Unrecht tut und nach allen Gräueln handelt, die der Gottlose verübt hat, sollte er leben? Nein, sondern es soll an alle seine Gerechtigkeit, die er getan hat, nicht gedacht werden. Wegen seiner Treulosigkeit, die er begangen hat, und wegen seiner Sünde, die er getan hat, soll er sterben."
[42:48] Die Bibel sagt etwas, was heute in vielen christlichen Kreisen fast nicht mehr bekannt ist, nämlich, dass wenn jemand Vergebung erlebt hat und wenn jemand vom Blut Jesu gereinigt worden ist und wenn er durch die Gnade Gottes gerecht gesprochen worden ist, dann gibt es immer noch die Möglichkeit für ihn, zurückzufallen in die Sünde und verloren zu gehen. Ja, es ist wahr. Der Sünder konnte Vergebung erhalten am Tag seiner Sünde durch ein Opfer, das für ihn starb. Aber diese Sünden blieben aufgezeichnet im Heiligtum bis zum großen Versöhnungstag. Dann sollte sich zeigen, ob der Gläubige immer noch so darüber denkt, wie am Tag, als er das Opfer gemacht hat. Es sollte sich zeigen, ob der Gläubige sich immer noch demütigt, ob er immer noch im Glauben ist oder ob er sich von seiner Bekehrung wieder bekehrt hat, ob er sich wieder zurückgewandert zur Welt. Dann würde das ganze Opfer, das er gebracht hat, oder alles, was er erlebt hatte vorher, wieder zunichte sein.
[43:52] Der große Versöhnungstag sollte also zeigen, ob jemand es ernst gemeint hat und ob er dabei geblieben ist, oder ob es nur eine Eintagsfliege war, eine Emotion. Die Gerechtigkeit, die ihm schon zugesprochen war, würde wieder hinweggenommen werden.
[44:13] Und deswegen ist der große Versöhnungstag von so einer enormen Bedeutung, denn er zeigt uns die Wichtigkeit von kontinuierlicher Nachfolge. Er zeigt uns die Wichtigkeit, dass wir bei dem bleiben, was wir gelernt haben und was wir erkannt haben, dass wir in der Nachfolge Jesu verharren und nicht zurückweichen, dass wir die Gnade nicht wieder zurückweisen.
[44:36] Jesus hat das Ganze in einem Gleichnis illustriert, das den ganzen Punkt deutlich macht. In Matthäus 18, da finden wir das Gleichnis von dem unbarmherzigen Knecht.
[44:53] Und wir finden dort diesen Knecht, der so überschuldet war, in Vers 24, dass wir wahrscheinlich schon beim Lesen mitfühlen mit ihm haben. Es heißt in Vers 24: "Und als er anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war 10.000 Talente schuldig." Dieser eine, der so viel Schulden hatte, dass er es niemals bezahlen konnte. Das ist ein Symbol für dich und mich, die wir durch unsere Sünden so viel angehäuft haben, dass wir niemals selbst uns befreien könnten. Aber dieser König hier, der abrechnet, im Gericht sozusagen, der ist gnädig.
[45:35] In Vers 25 heißt es: "Weil er aber nicht bezahlen konnte, befahl sein Herr ihn und seine Frau und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und so zu bezahlen." Denn das wäre die gerechte Strafe gewesen.
[45:44] Vers 26: "Da warf sich der Knecht nieder, huldigte ihm und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen." Er demütigte sich. Dann heißt es in Vers 27: "Da erbarmte sich der Herr über diesen Knecht, gab ihn frei und erließ ihm die Schuld." Das ist das, was Jesus für uns getan hat, was er uns anbietet: freie Vergebung unserer Schuld.
[46:04] Aber dann heißt es in Vers 28: "Als er über diesen Knecht hinausging, fand er seinen Mitknecht, der war ihm 100 Denare schuldig, griff ihn, erwürgte ihn und sprach: Bezahle mir, was du schuldig bist." Da warf sich ihm sein Mitknecht zu Füßen und bat ihn und sprach: "Habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen." Er aber wollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er bezahlt hätte, dass er schuldig war. Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt, kamen und berichteten ihrem Herrn den ganzen Vorfall.
[46:32] Jetzt Achtung, Vers 32: "Da ließ sein Herr ihn kommen und sprach zu ihm: Du böser Knecht, jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich batest. Solltest denn nicht auch du dich über deinen Mitknecht erbarmen, wie ich mich über dich erbarmt habe?"
[46:50] Vers 34: "Voll Zorn übergab ihm sein Herr den Folterknechten, bis er alles bezahlt hätte, was er ihm schuldig war."
[46:59] Vers 35: "So wird auch mein himmlischer Vater euch behandeln, wenn ihr nicht jeder seinem Bruder von Herzen seine Verfehlung vergebt." Ja, es kann sein, dass wir Vergebung von Gott bekommen, aber wenn wir diese Vergebung dann nicht ausleben, wenn wir nicht nach Gottes Maßstab und seiner Gnade in seiner Kraft leben, wird uns der große Versöhnungstag als Heuchler finden. Und die Vergebung, die wir bereits hatten, wird wieder von uns genommen werden. Wir werden aus dem Buch des Lebens wieder ausgeschrieben werden. Die Vergebung von damals nützt nicht, wenn wir nicht immer noch in dieser Vergebung leben, in dieser Gnade leben und Gott wohlgefällig sind.
[47:42] Der große Versöhnungstag ist ein Tag des Gerichts, ein Tag, der zeigen soll, wer wirklich auf der Seite des Herrn steht.
[47:52] Lieber Freund, liebe Freundin, stehst du auf der Seite des Herrn? Wir leben in der Zeit des Gerichts, wir leben in der Zeit des großen Versöhnungstags. Die nächsten Wochen werden wir das noch ausführlicher betrachten. Die Frage ist nicht nur: Hast du das Opfer Jesu für dich angenommen? Ist er dein persönlicher Heiland? Die Frage ist: Lebst du auch darin, sodass das himmlische Gericht, der große Versöhnungstag, zeigen kann, dass das, was du einmal bekannt hast, auch tatsächlich dein Leben ist? Dann werden all die Sünden gereinigt, aus den himmlischen Büchern herausgetilgt. Was für eine wunderbare Botschaft.
[48:29] Möchtest du Jesus nachfolgen und ihm Dank sagen, dass er alles tut, um dich von deiner Sünde zu reinigen? Nächste Woche werden wir uns in einer besonderen Weise mit Jesus beschäftigen und zeigen, wie er unser Opfer ist, unter dem Hintergrund des Heiligtumsdienstes. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und schaut nach wie vor auf unserer Internetseite magna-konfliktio.de weiterhin zu, wenn wir spannende Themen betrachten aus Prophetie und Zeitgeschichte. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Bis dann. Amen.