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Das Manuskript zur Sendung >>>: CSH_Manuskript_2014 4th Nr 5

In dieser Cannstatt Study Hour-Folge mit Christopher Kramp wird der Brief des Jakobus, Kapitel 2, Verse 1-13, beleuchtet. Der Vortrag konzentriert sich auf das Thema „Liebe und das Gesetz“ und erklärt, wie das Ansehen der Person im Widerspruch zum göttlichen Gesetz steht. Es wird aufgezeigt, wie biblische Prinzipien aus dem Alten und Neuen Testament die Bedeutung von unparteiischer Liebe und Gerechtigkeit unterstreichen.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2014 Q4: Der Brief des Jakobus

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf joelmedia.de. Schön, dass ihr eingeschaltet habt und ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zu unserer fünften Folge in unserem Studium des Jakobusbriefes.

[0:29] Wir haben schon einige interessante Dinge entdeckt und wollen heute mit dem zweiten Kapitel beginnen, den ersten 13 Versen dort. Überschrieben ist unsere Folge mit den Worten: Liebe und das Gesetz. Zwei Begriffe, die in der Christenheit oft sehr weit auseinander dividiert werden, wie wir sehen, werden in der Bibel eigentlich ganz eng zusammengehören.

[0:59] Wir wollen uns damit vorbereiten auf das Bibelgespräch am 1. November und um den Text wirklich gut verstehen zu können und vor allem, damit wir auch Lektionen für unser persönliches Leben lernen können, möchten wir die Gegenwart des Heiligen Geistes in besonderem Maße einladen, indem wir zu ihm beten und Gott bitten, dass er uns hilft, sein Wort zu verstehen.

[1:20] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass wir jetzt dein Wort öffnen können, dass wir es verstehen dürfen durch deinen Heiligen Geist. Und wir möchten dich bitten, dass du uns Klarheit der Gedanken schenkst und dass wir vor allem auch sehen, wie die Worte, die du heute zu uns sprichst, uns persönlich betreffen und wo wir Veränderungen vornehmen müssen in unserem Leben. Sei du jetzt bei uns, halte alles Störende fern und gib, dass wir von dir gelehrt werden. Im Namen Jesu. Amen.

[1:54] Jakobus hat zu Beginn dieses zweiten Kapitels, ich meine, die Kapiteleinteilung gab es ja damals nicht, aber zu Beginn dieses Abschnittes, den wir jetzt betrachten wollen, ein konkretes Beispiel herausgegriffen aus der Gemeindesituation, aus dem Gemeindeleben, wie wir es wahrscheinlich alle schon mal erlebt haben oder auch zumindest uns gut vorstellen können, um dann in den folgenden späteren Versen, die wir dann in der zweiten Hälfte dieses Studiums betrachten werden, allgemeine Aussagen zu machen in Bezug auf Liebe und Gesetz, also quasi von Einzelfall zum Allgemeinen.

[2:27] Es heißt in Jakobus 2 und dort Vers 1: Meine Brüder, da sind die Schwestern natürlich mit gemeint, es geht um die Gläubigen der Gemeinde. Meine Brüder verbindet den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus, den Herrn der Herrlichkeit, nicht mit Ansehen der Person. Und das ist das Thema jetzt für die nächsten Verse, die Warnung vor dem Ansehen der Person. Ansehen der Person bedeutet, dass man eine Person höher schätzt als die andere aufgrund von Prinzipien, die eigentlich verwerflich sind, wie wir gleich sehen werden.

[3:02] Diese Idee, dass das Ansehen der Person nicht zu einem christlichen Charakter passt, ist nicht neu. Jakobus hat sie nicht erfunden, sie findet sich bereits im Gesetz des Mose sehr deutlich ausformuliert. Zum Beispiel in 3. Mose 19 und dort Vers 15. 3. Mose 19 und dort Vers 15 heißt es: Ihr sollt keine Ungerechtigkeit begehen im Gericht. Du sollst weder die Person des Geringen ansehen, noch die Person des Großen ehren, sondern du sollst deinen Nächsten gerecht richten.

[3:35] Also, wenn man eine Person bevorzugt, egal ob es der Reiche oder der Arme, der Große oder der Geringe ist, dann ist das Ungerechtigkeit. Und die Bibel sagt uns übrigens, dass alle Ungerechtigkeit, so steht es in 1. Johannes 5, 17, alle Ungerechtigkeit Sünde ist.

[3:53] Interessant hier an dieser Stelle ist auch der Hinweis darauf, dass auch Gott dann nicht zufrieden ist, wenn wir den Armen bevorteilen, wenn wir dem, der gering ist, mehr Recht zusprechen, als ihm zukommt. Also Gott ist an der Stelle sehr gerecht. Und das ist in Jakobus dann nicht so ausführlich dokumentiert, dieser Gedanke. Aber hier sehen wir, Gott möchte nicht nur, dass wir den Großen nicht ansehen im Gericht, sondern auch den Kleinen nicht ansehen, sondern immer gerecht sind, unabhängig von der Person, nach der Gerechtigkeit urteilen in unserem Leben.

[4:29] Gleiches Prinzip findet sich zum Beispiel auch in 5. Mose, in Kapitel 1, wo noch einmal die wesentlichen Vorschriften, Gesetze und Geschichten der vorhergegangenen Bücher nochmal zusammengefasst werden. In 5. Mose 1 und dort Vers 17 heißt es: Im Gericht soll es kein Ansehen der Person geben, sondern ihr sollt den Geringen anhören wie den Großen und euch vor niemandem scheuen, denn das Gericht steht bei Gott.

[5:02] Und dann heißt es weiter: Die Sache aber, die zu schwer für euch ist, die tragt einem nicht heran, dass ich sie höre. Interessant ist, dass hier Mose unter Inspiration des Heiligen Geistes sagt: Ihr sollt euch vor niemandem scheuen. So oft in unserem Leben sagen wir die Wahrheit nicht oder handeln nicht gemäß der Wahrheit, weil wir Angst haben vor jemandem oder einer Gruppe von Menschen, aufgrund ihres Einflusses und den möglicherweise negativen Konsequenzen von unserem Leben.

[5:27] Das ist ja das ganze Problem an diesem Ansehen der Person, dass Recht gebeugt wird, weil derjenige, der Recht sprechen soll, Angst hat, dann negative Konsequenzen zu spüren, wenn er jemanden verurteilt zum Beispiel oder die Wahrheit sagt in Bezug auf jemanden, der Einfluss hat.

[5:46] Jesus jedenfalls, als jemand, der ohne Sünde war, hat sich auch an dieses Prinzip aus dem Alten Testament hervorgeht, sehr deutlich gehalten. So sehr, dass sogar seine Feinde zugeben mussten, dass Jesus in diesem Punkt ohne Fehl und Tadel ist.

[6:01] In Matthäus 22, da lesen wir in Vers 15, im Kontext eines Versuches Jesus eines Widerspruchs zu überführen. Da lesen wir hier in Matthäus 22, Verzeihung, Vers 16 ist es, und sie sandten ihre Jünger, das sind die Pharisäer, samt den Herodianern zu ihm, die sprachen: Meister, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und den Weg Gottes in Wahrheit lehrst und auf niemand Rücksicht nimmst, denn du siehst die Person der Menschen nicht an.

[6:36] Also selbst die Feinde, die versuchen eine Falle zu stellen, sagen zumindestens eins können wir auf jeden Fall sagen: Jesus, du machst keinen Unterschied zwischen dem Reichen und dem Armen, dem Hohen und dem Geringen, du bist für alle gleich.

[6:45] Und jeder Christ, der Jesus nachfolgt, ist gerufen, genau so zu leben und keinen Unterschied zwischen Menschen gemäß ihrer Stellung oder ihres Ranges oder ihrer Kaste zu machen. Paulus hat das sehr deutlich ausgedrückt, als er seinen Zögling Timotheus instruiert hat, im ersten Timotheusbrief und dort Kapitel 5 und dort Vers 21.

[7:07] Erste Timotheus 5 und dort Vers 21, dort heißt es: Ich ermahne dich ernstlich vor Gott und dem Herrn Jesus Christus und den auserwählten Engeln, dass du dies ohne Vorurteil befolgst und nichts aus Zuneigung tust.

[7:32] Interessant, das Prinzip hier. Nicht, weil man einem Menschen zu geneigt ist, ihm einfach Dinge zukommen zu lassen, die vielleicht gar nicht recht sind, sondern unparteiisch und gerecht sein, das ist, was Paulus dem Timotheus hier mitgibt.

[7:46] Und Jakobus, nachdem er dieses allgemeine Prinzip hier formuliert hat, gibt jetzt ein sehr konkretes Beispiel, um das ja plastisch auch greifbar zu machen. Er sagt in Jakobus 2 Vers 2: Denn wenn in eurer Versammlung ein Mann käme mit goldenen Ringen und in prächtiger Kleidung, es käme aber auch ein Armer in unsauberer Kleidung.

[8:13] Nun, gute Kleidung ist ja sehr oft ein Indikator, ein Indiz für Reichtum, für Einfluss, für Macht, so wie Jesus das schon einmal formuliert hat in Matthäus Kapitel 11 und dort Vers 8, wo er sagt: Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen, einen Menschen mit weichen Kleidern bekleidet? Sie, die welche weiche Kleider tragen, sind in den Häusern der Könige. Also man kann durchaus oftmals von der Kleidung schon auch über den Rang oder den Status einer Person ein Urteil in vielen Fällen.

[8:48] Und Jakobus, um da zurückzukehren, sagt uns, also stell dir vor, da kommen jetzt zwei in die Gemeinde und einer sieht sehr schick aus und ist offensichtlich reich, offensichtlich aus gutem Hause und hat offensichtlich wahrscheinlich auch etwas zu sagen in der Gesellschaft und der andere kommt in unsauberer Kleidung, hat nicht mal wahrscheinlich genügend, um sich einigermaßen zu pflegen. Was würde passieren?

[9:12] Vers 3: Und ihr würdet euch nach dem umsehen, der die prächtige Kleidung trägt und zu ihm sagen: Setze du dich hier auf diesen guten Platz. Also an sich, das ist ja noch gar nicht verkehrt, wenn man ein bisschen gute Saldiakonie hat, die die besten Plätze anbietet. Aber dann, zu dem Armen aber, würdet ihr sagen: Bleibe du dort stehen oder setze dich hier an meinen Fußschemel.

[9:32] Also offensichtliches Klassendenken. Und die Wahrheit ist, wie oft in unserem Leben haben wir das auch schon zumindest gedacht oder praktiziert, auch in der Gemeinde.

[9:49] Aber wer so handelt, der fällt letztendlich unter die Beschreibung dessen, was Judas in seinem Brief in Vers 16 sagt, wo er in Vers 16 sagt: Das sind Unzufriedene, die mit ihrem Geschick hadern und dabei nach ihren Lüsten wandeln und ihr Mund redet übertriebene Worte, wenn sie aus Eigennutz ins Angesicht schmeicheln.

[10:11] Hier geht es nicht um echte Freundlichkeit, echte Liebe, die jedem Menschen, egal wer er ist und wie er aussieht, entgegengebracht wird, sondern hier geht es um Schmeichelei, die aus Eigennutz geschieht. Wer so handelt, denkt eigentlich an sich selbst und ist damit im großen Kampf auf der falschen Seite, der Seite, die ich denke.

[10:34] Und deswegen spricht der Jakobus diesen praktischen Punkt an, weil es offenbart ein innerliches Problem.

[10:40] Die Bibel hat viel zu sagen über Menschen, die andere abweisen aufgrund eines vermeintlich überlegenen heiligen Status. Zum Beispiel in Jesaja 65 und dort Vers 6 haben wir so ein Beispiel.

[10:56] Jesaja 65 und dort Vers 6. Und dort heißt es in Vers 5 schon: Dabei können sie noch sagen: Bleibe für dich, rühre mich nicht an, denn ich bin heiliger als du. Und dann Vers 6 heißt es hier: Das ist von mir aufgeschrieben, ich will nicht schweigen, sondern vergelten, ja, ich werde es ihnen gewandt bausch vergelten.

[11:28] Gott sieht es und er hört es, wenn wir Menschen abweisen, aus irgendwelchen Gründen, wenn wir uns für besser und größer oder heiliger halten als andere Menschen und sie das auch noch spüren lassen.

[11:39] Jesus, obwohl er faktisch, ganz objektiv, tatsächlich viel heiliger und viel besser als alle anderen Menschen war, hat niemals eine solche Einstellung an den Tag gelegt. Ganz im Gegenteil.

[11:52] In 2. Korinther 8, Vers 9, dort lesen wir über ihn. In 2. Korinther 8 und dort Vers 9: Denn ihr kennt die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, dass er, obwohl er reich war, um euren Willen arm wurde, damit ihr durch seine Armut reich würdet.

[12:19] Jesus hat sich mit den Armen identifiziert. Jesus hatte Reichtümer, die so groß sind und so gewaltig und so alles, dass unser Vorstellungsvermögen sprengen, dass nichts auf dieser Welt und kein Milliardär und niemand, der irgendwie berühmt ist für sein Geld, damit auch nur ansatzweise mithalten könnte. Und trotz alledem war Jesus jemand, der besonders zu den Armen auch gegangen ist und sich mit den Armen identifiziert hat.

[12:49] Jakobus offenbart, dass jemand, der so handelt, der Unterschiede macht zwischen den Menschen, dass er falsche Prinzipien in seinem Leben hat.

[13:00] Das heißt, in Jakobus 2, Vers 4: Würdet ihr da nicht Unterschiede unter euch machen und nach verwerflichen Grundsätzen richten? Mit anderen Worten, unser Verhalten im Alltag, unser Verhalten in der Gemeinde offenbart, was für Prinzipien in unserem Leben zum Tragen kommen, welche Grundsätze unser Denken und Handeln bestimmen.

[13:28] Und was sind das für falsche, verwerfliche Grundsätze, die dazu führen, dass ein Mensch unterscheidet zwischen jenem und solchem? Hier einige biblische Hinweise, was für Grundsätze hier verletzt werden oder welche Grundsätze verdorben worden sind.

[13:50] Zum Beispiel in Hiob 34, Vers 19 lesen wir folgendes. Es heißt dort: Wie viel weniger zu dem, der die Person der Fürsten nicht ansieht und den Vornehmen nicht mehr achtet als den Geringen.

[14:04] Denn, jetzt kommt das Prinzip, das dazu führen würde, dass man alle Menschen gleich behandelt, denn sie sind alle das Werk seiner, also Gottes Hände. Mit anderen Worten, jemand, der die Schöpfung versteht, der an Schöpfung glaubt und die Schöpfungsgeschichte so nimmt, wie sie dort steht und das in seinem Leben überträgt, nach diesem Prinzip handelt, wird keine Unterschiede machen, denn er weiß, alle Menschen kommen von demselben Gott, alle Menschen sind von ihm gemacht, alle sind in dem Ebenbild Gottes geschaffen, alle kommen nackt und alle werden nackt wieder gehen.

[14:44] Aber wenn ein Mensch eben nicht mehr wirklich an Schöpfung glaubt, wenn er die Schöpfung verwirft und sei es, indem er ein ganz glasklarer Evolutionist wird oder ob er an bestimmten Teilen der Schöpfungsgeschichte seine Zweifel hat und so ein bisschen die theistische Evolution einfließen lässt, dann werden dann plötzlich Prinzipien in seinem Leben mit eingeschleust, die nämlich darauf zielen, dass Menschen halt vielleicht besser sind als andere, so wie in der Evolution, der Angepasstere, der Bessere überlebt, der Stärkere. Und das wird sich irgendwann später durchaus im Charakter zeigen.

[15:18] Also was wir theologisch glauben, auch über unseren Ursprung, hat manchmal direkten Einfluss auf die Art und Weise, wie wir Menschen behandeln. Zumindest ist das ein Prinzip, das hier eine Rolle spielt.

[15:36] Ein anderes, ebenfalls wichtiges Prinzip, das dazu führt, dass man nach verwerflichen Grundsätzen richtet, das können wir aus Johannes 7 ableiten, aus Johannes 7, Vers 24. Jesus spricht hier in Johannes 7, Vers 24.

[15:48] Dort sagt er sehr deutlich: Richtet nicht nach dem Augenschein, sondern fällt ein gerechtes Urteil. Wir können lernen, dass die Menschen, die in Jakobus 2 beschrieben werden oder dieses Beispiel aus Jakobus 2 in ihrem Leben umsetzen würden, dass sie nicht objektiv beurteilen oder ein gerechtes Urteil fällen, sondern nach dem urteilen, was sie sehen.

[16:12] Wir wissen ja, der Mensch sieht, was vor Augen ist und Gott sieht ins Herz. Und deswegen müssen wir in der Beurteilung eines Menschen nicht auf unseren Verstand hoffen, sondern auf die Brille Gottes, auf Gottes Augen. Wenn ich einen Menschen also beurteilen möchte, dann muss ich ihn durch die Augen Gottes sehen.

[16:31] Und dann werde ich sehen, dass Jesus für den Reichen genauso gestorben ist wie für den, der arbeitslos oder vielleicht sogar obdachlos ist. Jesus hat keinen Unterschied gemacht. Jesus hatte keine zwei Kreuze, eins für die Reichen, eins für die Armen. Jesus ist für alle gleich gestorben und hat alle Sünde gleich auf sich genommen.

[16:50] Und wer mit diesen Augen Menschen sieht, wird plötzlich sehen, das macht gar keinen Sinn, Unterschiede zu machen. Aber wer nach dem eigenen Augenschein richtet, der wird diese Unterschiede machen. Und das sind solche verwerflichen Prinzipien.

[17:03] Wenn wir also nach unserem eigenen Gutdünken, nach unserem eigenen Augenschein Situationen beurteilen, Menschen beurteilen und nicht nach dem Wort Gottes und dem Charakter Gottes, dann sind das sogenannte verwerfliche Prinzipien, verwerfliche Grundsätze.

[17:15] Interessant ist, dass Jakobus selbst sagt in Jakobus 2 Vers 5: Hört, meine geliebten Brüder, er schreibt sie, spricht sie nochmal ganz konkret an. Hört, meine geliebten Brüder, hat nicht Gott die Armen dieser Welt erwählt, dass sie reich im Glauben würden und Erben des Reiches, das er denen verheißen hat, die ihn lieben?

[17:44] Jetzt kommt also hier die geistliche Komponente hinein. Es mag zwar sein, dass Menschen arm sind, aber Gott hat ganz besonders die Armen, die wenig haben, berufen, um geistlich reich zu werden und Erben eines Königreiches, das sie auf Erden hier nicht sehen, aber das ihnen verheißen ist, nämlich denen, die ihn lieben.

[18:01] Und es nimmt nicht Wunder, dass Jesus insbesondere auch die Armen als Zielgruppe gehabt hat. Indem er einen Jesaja-Text zitiert als Erfüllung in seinem Leben, macht er das übrigens sehr deutlich und spricht das sogar ganz buchstäblich aus.

[18:14] In Lukas Kapitel 4 Vers 18, als er dort in der Synagoge von Nazareth die Jesaja-Rolle in die Hände gedrückt bekommt und sie aufschlägt, einen Text sucht und dann jene Stelle findet in Vers 18, die seine Mission und seinen Auftrag beschreiben. Es heißt in Vers 18: Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, den Armen frohe Botschaft zu verkünden. Er hat mich gesandt, zu heilen, die zerbrochenen Herzen sind und so weiter. Jesus wusste, sein Auftrag geht insbesondere auch an die Armen.

[18:55] Es ist interessant, dass wenn wir die Offenbarung studieren, die Offenbarung Jesu Christi und dort die sieben Sendschreiben und die sieben Gemeinden, die stellvertretend repräsentativ für sieben verschiedene Abschnitte der Kirchengeschichte stehen, dass wir dort zwei verschiedene Gemeinden finden, die zweite und die siebte, die sich äußerst unterscheiden in dieser Hinsicht.

[19:20] In Offenbarung 2 lesen wir in Vers 9 von der Gemeinde Smyrna, eine Zeit, Epoche der Verfolgung, als die Christen, die ersten frühen Christen nach dem Jahrhundert ungefähr, nachdem die Apostel tot waren, in die Verfolgungsmühle des römischen Reiches immer mehr hineingerieten und gejagt und gehetzt wurden.

[19:46] Es heißt in Vers 9: Ich kenne deine Werke und deine Drangsal und deine Armut, du bist aber reich. Sie waren buchstäblich arm, lebten zum Teil in ganz schlimmen Notsituationen, sogar in den Katakomben, aber geistlich waren sie reich. Diese Gemeinde bekommt keinen einzigen Tadel von Jesus.

[20:13] Was für ein Kontrast, wenn wir dann in das nächste Kapitel gehen, nach Offenbarung 3 und dort in Vers 17 von der Gemeinde Laodicea, der Gemeinde zur Zeit des Gerichts. Laodicea bedeutet ja Volk des Gerichts. Lesen hier in Vers 17: Denn du sprichst: Ich bin reich und habe Überfluss und mir mangelt es an nichts und du erkennst nicht, dass du elend und erbärmlich bist, arm, blind und entblößt.

[20:39] Dem Endzeitvolk Gottes geht es materiell bestens, zumindest zu uns hier in unseren Breiten. Aber wie wenig erkennen, dass sie geistlich arm sind. Könnte es also sein, dass die Menschen, die so handeln, wie es in Jakobus 2 beschrieben sind, dass ihnen geistliches Unterscheidungsvermögen fehlt, weil sie das weltliche sehen, aber nicht das geistliche? Sie sehen vielleicht nicht die Armut des Reichen und den geistlichen Reichtum des Armen.

[21:11] Paulus hatte den Korinthern schon gesagt, da sind wenig Große, wenig Weise, wenig Berühmte nach dem Fleisch in der Gemeinde. Es sind vor allem zu allen Zeiten immer wieder auch mehrheitlich die Armen, die Geknechteten, die Verfolgten, die Minderwertigen, die Ausgestoßenen gewesen, die gerne zu Jesus gekommen sind.

[21:36] Und dann gibt Jakobus noch eine sehr interessante Begründung, ein sehr interessantes Argument in Vers 6 und 7. Er sagt: Ihr aber habt den Armen verachtet. Sind es nicht die Reichen, die euch unterdrücken und sie ziehen nicht sie euch vor Gericht?

[21:57] Vers 7 lässt dann sie nicht den guten Namen, der über euch ausgerufen worden ist. Er sagt: Warum habt ihr solch einen Fokus auf die Reichen und die Mächtigen, wenn es doch gerade diejenigen sind, die euch die meisten Probleme bereiten.

[22:07] Und auch heute könnte es sein, dass wir manchmal die Idee haben, naja, da kommen immer mal wieder Obdachlose in die Gemeinde, da kommen Leute, die bedürftig sind und über die muss man sich auch noch kümmern und die sind vielleicht anstrengend und ach, naja, dann riecht es nicht so gut in der Gemeinde. Und so viele, habe ich schon gehört, wünschen sich, dass mehr einflussreiche, große, wichtige Leute in die Gemeinde kommen.

[22:29] Wenn ein berühmter Mensch sich bekehrt, dann freuen sich alle ganz besonders und wenn ein einfacher, ganz normaler Mensch, der vielleicht am Rande der Gesellschaft steht, sich bekehrt, dann sagen wir, naja, der sucht heute den letzten Strohhalm. Aber damit offenbaren wir einen Mangel an geistlichem Unterscheidungsvermögen und Jakobus legt den Finger auf die Wunde.

[22:48] Feinde der Gemeinde sind selten arm und ohne Einfluss. Im Gegenteil, wenn jemand gegen die Gemeinde Gottes kämpfen soll, sucht sich Satan einflussreiche Leute, Leute mit Macht und Rang. Er hat selten bis nie unbedeutende, unbeachtete Menschen benutzt, um gegen Gottes Wort zu kämpfen.

[23:09] Einige Beispiele davon sollen hier nur stellvertretend dafür stehen in Apostelgeschichte 13 und dort Vers 50. Apostelgeschichte 13, Vers 50, es heißt hier: Aber die Juden reizten die gottesfürchtigen Frauen und die Angesehenen und die Vornehmsten der Stadt auf und erregten eine Verfolgung gegen Paulus und Barnabas und vertrieben sie aus ihrem Gebiet.

[23:37] Die Juden haben ganz bewusst eine bestimmte Bevölkerungsgruppe, die Vornehmen und die Angesehenen aufgewiegelt gegen Paulus, weil sie wussten, wenn die gegen Paulus sind, dann lässt sich was gegen ihn bewirken, weil die haben Macht, die haben Einfluss, die können ihre Beziehung spielen lassen. Und wir haben im Sendemanuskript noch mehr Beispiele aus der Apostelgeschichte.

[23:56] Jesus sagt letztendlich dasselbe auch in Bezug auf die Pharisäer. In Matthäus Kapitel 12 und dort Vers 24 lesen wir, als aber die Pharisäer hörten, sprachen sie die Führer des Volkes, die einflussreich waren, auf die alle geschaut haben.

[24:17] Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch Belzebul, den Obersten der Dämonen. Sie lästerten Gott, sie, auf die alle schauten. Warum hat der Satan nicht die Zöllner benutzt, um gegen Jesus zu kämpfen? Wir lesen kaum von Zöllnern, die gegen Jesus waren. Wir lesen von Pharisäern, von einflussreichen Politikern, von Theologen, von Schriftgelehrten, von Leuten, die etwas zu sagen hatten in der Gesellschaft, dass sie den meisten Widerstand gegen Jesus geführt haben.

[24:48] Jakobus erinnert uns an diesen Umstand. Nun, nichts gegen Reiche, nichts gegen Einflussreiche, nichts gegen Mächtige, aber Jakobus sagt, es ist doch merkwürdig, dass Christen immer wieder in die Falle tappen, gerade jene so besonders vorzuheben, die meistens nur Unannehmlichkeiten bereiten. Das macht doch überhaupt gar keinen Sinn.

[25:18] Paulus sagt später mal, dass er als Saulus genau deswegen Erfolg hatte in seiner Verfolgung der Christen, weil er eben Einfluss hatte. In Apostelgeschichte 26 Vers 11 sagt er: Und in allen Synagogen wollte ich sie oft durch Strafen zur Lästerung zwingen und über die Maßen wütend gegen sie, verfolgte ich sie sogar bis in die auswärtigen Städte. Er konnte das tun, weil er Mitglied des Sanhedrin war und weil er Briefe hatte von den Hohenpriestern, das tun zu dürfen. Er war einflussreich und deswegen konnte Satan ihn für dieses Werk gebrauchen.

[26:02] Gehen wir wieder zurück zu Jakobus. Nachdem jetzt Jakobus dieses Beispiel gebraucht hat von dem Ansehen der Person, etwas, was wir alle in unserem Leben schon beobachtet haben, wahrscheinlich selbst erlebt haben, in einer einen Form oder anderes als Opfer oder als Täter, kommt er jetzt zur allgemeinen Betrachtung, denn das sollte ein Beispiel sein für das eigentliche Thema, das er hier in diesem Abschnitt behandeln möchte.

[26:19] In Vers 8 sagt er: Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach dem Schriftwort: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, so handelt ihr recht. Was deutlich wird im Kontext ist, dass das, was vorbeschrieben ist, das Ansehen der Person, ein Brechen dieses königlichen Gesetzes ist. Also entweder ich handele so, wie es hier in Vers 2, 3, 4 und so weiter beschrieben wird, oder aber ich erfülle das königliche Gesetz.

[26:41] Das heißt, du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst und nicht Unterschiede machen zwischen den Personen. Es geht also um das Gesetz und dieser Ausspruch, du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, ist ja schon so alt wie das Alte Testament.

[26:58] In 2. Mose 19, da haben wir übrigens diese Idee, warum es das königliche Gesetz genannt wird. Warum wird das Gebot das königliche Gesetz genannt? In 2. Mose 19 und dort Vers 5 und 6 haben wir einen Hinweis. Gott hatte das Volk Israel aus Ägypten herausgeführt, an den Berg Sinai gebracht, um dort einen Bund mit seinem Volk einzugehen.

[27:34] Das heißt in 2. Mose 19, Vers 5 und 6: Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt, so sollt ihr vor allen Völkern mein besonderes Eigentum sein, denn die ganze Erde gehört mir. Ihr aber solltet mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Kindern Israels sagen sollst.

[27:52] Die Israeliten sollten ein Königreich sein und für dieses Königreich sollte es ein Gesetz geben. Es sollte das königliche Gesetz sein. Sie sollten von allen Völkern das Königsvolk sein, das über allen steht, nicht weil es besser war oder klüger, sondern weil das Wort Gottes in ihrer Mitte war. Das königliche Gesetz, die zehn Gebote.

[28:26] Und interessanterweise ist diese Idee mit dem Alten Testament nicht ausgestorben, sondern als Jesus Christus dann seine Gemeinde gegründet hat, auf den Prinzipien des Alten Testamentes, da sagt dann später Petrus in 1. Petrus Kapitel 2 und dort Vers 9.

[28:35] 1. Petrus Kapitel 2 Vers 9: Ihr, die Christen, aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht.

[28:57] Petrus sagt, ihr als Christen seid auch Könige und wenn ihr Könige seid, dann müsst ihr natürlich auch das königliche Gesetz befolgen. Wie werden wir zu diesen Königen? Warum sind wir diese Könige? Die Offenbarung hat die Antwort in Offenbarung 1 und dort Vers 5 und 6, dort wird beschrieben, wie man zu solch einem König wird.

[29:16] In Vers 5 heißt es in Offenbarung 1 und von Jesus Christus, dem treuen Zeugen, dem Erstgeborenen aus den Toten und dem Fürsten über die Könige der Erde, ihn, der uns geliebt hat und uns von unseren Sünden gewaschen hat durch sein Blut und uns zu Königen und Priestern gemacht hat für seinen Gott und Vater. Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

[29:41] Durch das Waschen im Blut Jesu macht er uns zu Königen und wenn wir diese Lösung, die Jesus frei jedem anbietet, annehmen, dann werden wir das königliche Gesetz auch annehmen.

[29:53] Und wie gesagt, diese Formulierung, du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, war eine Formulierung, die direkt aus dem Alten Testament herzeugt. Oftmals wird er behauptet, Jesus hätte das Gebot der Liebe jetzt anstelle der zehn Gebote gegeben, aber das ist totaler Unsinn, denn während die zehn Gebote in voller Kraft und Autorität waren im Alten Testament, wo jeder zugibt, dass sie dort gültig waren, egal welcher Denomination er angehört, während dieser Zeit gab es bereits im 3. Mose 19, Vers 18, jenen Ausdruck, wo es heißt: Du sollst nicht Rache üben, noch Groll behalten gegen die Kinder deines Volkes, sondern du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, ich bin der Herr.

[30:51] Das war also nie später eine Erfindung des Neuen Testamentes, um das alte Gesetz, die zehn Gebote zu ersetzen, sondern das war bereits während der zehn Gebote als grundsätzliches Prinzip hier vorhanden, gleichzeitig in völliger Harmonie mit den zehn Geboten.

[31:03] Und in 3. Mose 34 heißt es sogar im gleichen Kapitel: Der Fremdling, der sich bei euch aufhält, also der Ausländer, soll euch gelten, als wäre er bei euch geboren und du sollst ihn lieben wie dich selbst, denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen im Land Ägypten, ich der Herr bin euer Gott.

[31:26] Gott fordert sein Volk auf, Ausländer so zu behandeln, als wären sie im Land geboren. Das ist schon ziemlich interessant, keinen Unterschied zu machen. Und wie oft machen wir Unterschiede?

[31:40] Unterschiede bezüglich der Rasse, Unterschiede bezüglich der Nationalität, der Sprache, der geografischen Einordnung. Wir unterscheiden zwischen den Ostdeutschen, den Westdeutschen, den Norddeutschen und den Süddeutschen, den Schwaben und den Baden. In allen möglichen Sphären und Ebenen gibt es Unterscheidungen und dann überall machen wir Unterschiede.

[32:06] Und Gott sagt nein, wenn du nach echten Prinzipien der Bibel lebst, wenn du verstehst, Gott hat alle Menschen geschaffen, alle sind von einem Blut gemacht, Gott hat, Jesus ist für alle gestorben und er erhält alle am Leben, wie kannst du dann da einen Unterschied machen? Das ist unmöglich.

[32:26] Wer nach dem Gesetz Gottes lebt, wird keinen Unterschied zwischen Menschen machen. Und Jesus hat dann dieses berühmte Gebot, du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, in Matthäus 22 aufgegriffen, an jener bekannten Stelle, als er gefragt hat, was ist das größte Gebot?

[32:44] Und er sagt dann und er zitiert 5. Mose 6, das heißt: Du sollst deinen Gott lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Gemüte. Und dann sagt dann Matthäus 22 Vers 39: Und das zweite ist ihm vergleichbar. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

[33:06] Das heißt, die Liebe zum Nächsten ist vergleichbar zu der Liebe zwischen Gott und Menschen. Und hier ist jetzt der entscheidende theologische Punkt, der ganz praktisch auf unser Leben sich auswirkt. Wenn ich vorgebe Christ zu sein, dann gebe ich vor, den Charakter Christi mehr und mehr wieder zu spiegeln und damit ein Licht zu sein für andere Menschen, die Gott noch nicht kennen, um zu sehen, wie Gott ist.

[33:31] Nun, die Bibel sagt, Gott ist kein Niemand, der die Person ansieht. Gott behandelt alle gleich, alle bekommen dieselbe Chance der Lösung, alle werden auf die gleiche Art und Weise mit den gleichen Prinzipien gewarnt. Gott hat alle geschaffen, er ist für alle gestorben. Gott macht keine Unterschiede.

[33:47] Aber wenn dann der Christ in der Gemeinde Unterschiede macht, dann werden Menschen, die neu dazukommen, den Eindruck bekommen, dass auch Gott Unterschiede macht, weil die Beziehung zwischen den Menschen in Korrelation steht zu der Beziehung zwischen Gott und Menschen.

[34:04] Was sagen wir über Gott aus, über ein Bild, das wir von Gott haben, wenn wir als Christen Unterschiede zwischen Menschen machen? Unbewusst, auch wenn wir es gar nicht wollen, geben wir damit der Irrlehre Unterstützung, dass Gott Unterschiede macht. Und das, diese Irrlehre hat schon viele, viele Menschen in die Verzweiflung gemacht, weil sie geglaubt haben, sie wären es nicht würdig, zu Gott zu kommen. Und das darf nicht geschehen.

[34:38] Paulus sagt uns, dass jenes Gebot, du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, keine Ergänzung zu den zehn Geboten ist oder ein Zusatz, der noch notwendig gewesen wäre, sondern er sagt in Galater 5 Vers 14: Er sagt, denn das ganze Gesetz, die zehn Gebote, wird in einem Wort erfüllt, in dem du sollst deine Nächsten lieben wie dich selbst.

[35:05] Es ist also quasi die Zusammenfassung, die Überschrift über dem Gesetz. Liebe ist das Wort, das alle zehn Gebote zusammenfasst. Deswegen sagt derselbe Paulus in einem anderen Brief an die Römer, in Römer 13, Nordvers 8: Seid niemand etwas schuldig, außer dass ihr einander liebt. Denn wenn ihr den anderen liebt, denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt.

[35:34] Denn die Gebote: Du sollst nicht Ehe brechen, du sollst nicht töten, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsches Zeugnis ablegen, du sollst nicht begehren und welches andere Gebot es noch gibt, werden zusammengefasst in diesem Wort, nämlich du sollst deine Nächsten lieben wie dich selbst.

[35:49] Und dann kommt es in Vers 10: Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe die Erfüllung des Gesetzes. Unser Thema ist Liebe und das Gesetz und Paulus sagt uns auf seine gewohnt gründliche und tiefe Art und Weise, dass Liebe und Gesetz eigentlich ein und dasselbe sind.

[36:12] Denn das Gesetz beschreibt die Liebe Gottes und die Liebe erfüllt das Gesetz. Wer liebt, wird die Gebote halten. Das ist, was Jesus sagt, Johannes 14, Vers 15: Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.

[36:25] Und Liebe bedeutet auch, so sagt es noch mal zurückgehend zum Galater, der Paulus ebenfalls in Galater 6, Vers 2, er sagt: Einer trage des anderen Lasten und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen. In Römer sagt er, wenn ihr liebt, dann erfüllt das Gesetz und in Galater 6 sagt er, wenn ihr des anderen Lasten tragt, erfüllt ihr das Gesetz.

[36:47] Schlussfolgerung: Liebe bedeutet, Lasten für den anderen zu tragen. Interessante Definition, nicht wahr? Jesus hat uns geliebt. Warum? Er hat unsere Last getragen.

[36:53] Ich gehe einmal zurück zu Jakobus und dort Vers 9. Es heißt: Wenn ihr aber die Person anseht, also als Gegensatz, als Kontrast zu Vers 8, so begeht ihr eine Sünde und werdet vom Gesetz als Übertreter verurteilt. Hier steht sehr deutlich, dass Sünde Übertretung des Gesetzes ist, so wie es auch 1. Johannes 3, Vers 4 definiert, als einzige Definition der Bibel für Sünde.

[37:33] Und dann in Vers 10 heißt es: Denn wer das ganze Gesetz hält, sich aber in einem verfehlt, der ist in allem schuldig geworden. Nur manche haben das Problem, dass sie dann sagen, ja, das ist ja grausam, das ist ja nicht wahr, so genau, wer kann das schon halten? Aber wer so denkt, der versteht das Wesen des Gesetzes nicht.

[37:53] Das Gesetz ist keine Ansammlung von unabhängigen Regeln, die Gott als Regelwerk zusammengefasst hat, sondern das Gesetz beschreibt den Charakter Gottes und der Charakter Gottes ist unteilbar. Man kann nicht neun Zehntel vom Charakter Gottes haben, denn dann sind auch diese neun Zehntel nicht mehr der Charakter Gottes. Weil das Gesetz nämlich Liebe beschreibt, eine Beziehung und ist nur da oder sie ist nicht da. Man hat keine neun Zehntel Beziehung. So kann man entweder eine Beziehung haben oder nicht. Und so kann man das Gesetz halten oder nicht. Aber ein halbes Halten ist unmöglich.

[38:31] Deswegen sagt schon das Alte Testament in 5. Mose 27, wir sehen wiederum, wie Altes und Neues Testament sich so wunderbar ergänzen. In 5. Mose 27 und dort Vers 26: Verflucht sei, wer die Worte dieses Gesetzes nicht aufrechterhält, indem er sie tut, und das ganze Volk soll sagen: Amen. Wer die Worte des Gesetzes nicht hält durch die Gnade Gottes, der wird nur Fluch erleben.

[39:00] Und Jesus hat dasselbe gesagt, als er in der Bergpredigt die Anschuldigung entkräftete, er würde das Gesetz abschaffen. Er sagt in Matthäus 5, Vers 18 und 19: Denn wahrlich, ich sage euch, bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe, noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.

[39:19] Vers 19: Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und die Leute so lehrt, der wird der Kleinste genannt werden im Reich der Himmel. Wer sie aber tut und lehrt, der wird groß genannt werden im Reich der Himmel. Jesus wusste, die zehn Gebote bleiben bestehen bis zum Ende.

[39:35] Und weil das so ist, müssen wir auch alle Gebote, alle zehn Gebote, das ganze Gesetz halten. Und Jesus verspricht uns, dass wenn wir ihn lieben, wir das tun werden. Ob wir das jetzt glauben oder nicht, wenn wir ihn wirklich lieben, werden wir seine Gebote halten, so sagt es uns Jesus.

[39:51] Und Jakobus erklärt das noch ein bisschen genauer. Er sagt in Vers 11: Denn der, welcher gesagt hat: Du sollst nicht Ehe brechen, hat auch gesagt: Du sollst nicht töten. Mit anderen Worten, was diese zehn Gebote gemeinsam haben, ist, sie haben denselben Autor. Und dieser selbe Autor macht sie zu einem großen Ganzen, unteilbar. Das sind alles die Worte Gottes.

[40:18] Und Gottes Wort kann nicht gebrochen werden, so hat Jesus gesagt. Wenn du nun zwar die Ehe brichst, aber tötest, so bist du ein Übertreter des Gesetzes geworden. Interessanterweise hat Jesus genau diese beiden Gesetze, du sollst nicht Ehe brechen und du sollst nicht töten, in der Bergpredigt benutzt, um zu zeigen, wie tief das Gesetz geht.

[40:42] Ihr könnt das auch so nachlesen in Matthäus 5, Vers 21 bis 28, wo er zeigt, dass Ehebruch oder Mord, und das sind ja nur Beispiele, eben nicht nur die tatsächliche Aktivität beinhalten, sondern auch das Gutfinden desselben, das Reden als ob, das Denken als ob.

[40:55] Und wenn man das alles zusammennimmt und dann sieht, dass Jakobus sagt, wir müssen das ganze Gesetz halten, könnte man vielleicht ausrufen: Wer soll dann gerettet werden? Psalm 130, da klingt das so ein bisschen an.

[41:05] In Psalm 130, oder Vers 3: Wenn du, oh Herr, Sünden anrechnest, Herr, wer kann bestehen? Aber dann kommt Vers 4: Das ist die gute Nachricht, aber bei dir ist die Vergebung, damit man nicht fürchtet. Ja, Gott möchte, dass wir das ganze Gesetz halten und das ist ein Maßstab, aber auch wenn wir gefallen sind, gibt es die Möglichkeit zurückzukehren, immer wieder und in seiner Liebe erneut wachsen zu können, Vergebung zu bekommen, sodass Gott uns anschaut, als ob er diese Sünden niemals getan hätten.

[41:44] Denn Gott, so sagt uns Micha 7, Vers 18, freut sich, er hat Lust, er hat Gefallen an der Wahrheit.

[41:54] Kommen wir langsam zum Schluss. In Vers 12 heißt es hier in Jakobus 2: Redet und handelt. Also hier geht es jetzt um die Praxis, um den Alltag, um das, was ich sage und tue. Redet und handelt als solche, die durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden.

[42:11] Hier wird es jetzt nicht mehr das königliche Gesetz, sondern das Gesetz der Freiheit genannt. Eine andere sehr interessante Definition der Zehn Gebote, denn die Zehn Gebote beginnen mit den Worten: Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft herausgeführt habe. Die Zehn Gebote sind das Gesetz der Freiheit, weil sie mit der Freiheit beginnen, mit der Idee, dass Gott uns Freiheit aus der Sklaverei schenkt, die wir niemals selbst uns hätten erwerben können.

[42:42] Und weil er das getan hat, aus Gnade und aus Liebe, als Erlösung, deswegen sagt er uns jetzt: Haltet meine Gebote. Und ein Mensch, der das erlebt hat, auch wenn er nicht in Ägypten Sklave gewesen ist, doch so sagt uns die Bibel in Johannes 8, Vers 34, dass jeder, der die Sünde tut, ein Knecht der Sünde ist.

[43:00] Und dann zwei Verse vorher, dass die Wahrheit uns freimachen wird. Und Jesus sagt in Vers 36: Wen der Sohn freimachen wird, den macht er wirklich frei. Das heißt, wenn ich das erlebt habe, dass Jesus mich von der Sünde freigemacht hat, und zwar nicht einfach nur theoretisch, sondern praktisch, wirklich. Und das ist, wo viele nicht mehr glauben wollen.

[43:18] Eine theoretische Befreiung von der Sünde finden alle ganz toll, aber eine wirklich, eine praktische, eine echte, eine greifbare Befreiung von der Sünde halten viele für unrealistisch. Aber genau das ist, was Jesus tun möchte. Er möchte uns wirklich befreien von der Sünde und uns das Gesetz der Freiheit in unser Herzen schreiben.

[43:34] Der Korpus erinnert uns daran, dass dieses Gesetz der Freiheit für uns eine ganz praktische Bedeutung hat. Er hat es ja schon in Vers 25 im ersten Kapitel angesprochen, wo er sagt: Wer hineinschaut in das vollkommene Gesetz der Freiheit und darin bleibt. Also nicht nur mal reinschauen, sondern sich damit beschäftigt, über das Gesetz nachsinn, Tag und Nacht, so wie David es sagt. Dieser Mensch, der kein vergesslicher Hörer, sondern ein wirklicher Täter ist, er wird glückselig sein in seinem Tun.

[44:08] Jakobus macht den Punkt: Wenn du Gott liebst, wenn du die Befreiung, die Erlösung angenommen hast, wirst du dich mit deinem Gesetz, mit seinem Gesetz beschäftigen. Du wirst es halten wollen und können. Und das wird man sehen in dem, was du sagst, in dem, was du redest, in dem, wie du handelst.

[44:22] Redet als solche, die durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen. Und die Bibel hat eine ganze Lehre über das Gericht. Wir können das hier nur andeuten aus Zeitgründen. Wir haben andere Videos auf Young Media, wo wir das sehr ausführlich beschreiben.

[44:32] Daniel 7, Vers 9 und 10 sagt, dass dort ein himmlisches Gericht vor der Wiederkunft stattfindet, wo die Bücher aufgetan werden. In Offenbarung 20, Vers 12 wird uns gesagt, dass diese Bücher unsere Werke beinhalten. Das, was wir gesagt haben, was wir gehandelt haben, was wir gedacht haben, unsere Motive.

[44:56] So sagt nämlich auch der Prediger, der weise Salomo, in seinem letzten Abschnitt seines Buches, Prediger 12, Vers 13 und 14: Lasst uns die Summe aller Lehre hören. Fürchte Gott und halte seine Gebote. Denn das macht den ganzen Menschen aus. Denn Gott wird jedes Werk vor ein Gericht bringen, samt allem Verborgenen, es sei gut oder böse.

[45:22] Das ist quasi identisch, derselbe Inhalt mit dem, was Jakobus 2 uns sagen möchte. Halte Gottes Gebote, halte sie ganz, denn Gott wird richten. Rede und handle so, als ob, als solche, die durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen. Altes und neues Testament sind mal wieder in völliger Harmonie. All unser Tun, all unser Reden muss im Namen Christi sein.

[45:49] Der letzte Vers in Jakobus 2 ist interessant. Es heißt: Denn das Gericht wird unbarmherzig ergehen, über den, der keine Barmherzigkeit geübt hat. Die Barmherzigkeit aber triumphiert über das Gericht. Wenn man den Vers alleine liest, könnte man fast ein bisschen verwundert sein. Müssen wir erst barmherzig sein, damit Gott barmherzig ist?

[46:08] Aber um das zu verstehen, gibt es ein wunderbares Gleichnis, das Jesus erzählt hat in Matthäus 18, das illustriert, wie dieser Prozess von Erlösung und Heiligung und dann auch Gericht stattfindet.

[46:16] Matthäus 18, ab Vers 23. Darum gleicht das Reich der Himmel einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Und als er anfing abzurechnen, wurde einer von ihnen gebracht, der war 10.000 Talente schuldig. Weil er aber nicht bezahlen konnte, befahl sein Herr, ihn und seine Frau und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und so zu bezahlen.

[46:45] Da warf sich der Herr nieder, huldigte ihn und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen. Da erbarmte sich der Herr über diesen Knecht, gab ihn frei und er ließ ihm die Schuld. Das wäre im Gleichnis gesprochen die Erlösung aus Gnaden, unverdient durch Jesus Christus, die jedem Menschen, der mit seiner Schuld zu Gott kommt, zuteil wird.

[47:12] Vers 28: Als aber dieser Knecht hinausging, fand er seinen Mitknecht, der war ihm 100 Denare schuldig. Den ergriff er, würgte ihn und sprach: Bezahle mir, was du schuldig bist. Da warf sich ihm sein Mitknecht zu Füßen, bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen.

[47:33] Frage: Hätte jener Knecht Gnade geben können? Ja, er hatte sie selbst erlebt, er wusste, wie man Gnade gibt, er hatte bereits Gnade erfahren und es wäre nur natürlich gewesen, wenn er deine Erfahrung jetzt in sein Leben umgesetzt hätte, aber genau das tut er nicht.

[47:50] Er ist sich so sicher, dass seine Begnadigung nicht aufgehoben werden kann, dass er glaubt, jetzt so weitermachen zu können wie zuvor und so viele Christen haben diese Idee, dass Gott sie einmal begnadigt hat, jetzt können sie weitermachen wie zuvor und sie werden einer tödlichen Enttäuschung damit einheimfallen.

[48:05] Es heißt in Vers 29, Vers 30: Er aber wollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er bezahlt hätte, was er schuldig war. Vers 31: Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt, kamen und berichteten ihrem Herrn den ganzen Vorfall.

[48:20] Da ließ sein Herr ihn kommen und sprach zu ihm: Du böser Knecht, jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, das heißt, da war echte Vergebung erwirkt worden, weil du mich batest. Solltest denn nicht auch du dich über deinen Mitknecht erbarmen, wie ich mich über dich erbarmt habe?

[48:40] Also, wer hat sich zuerst erbarmt? Zuerst hat sich der König erbarmt und dann hätte sich der Knecht auch erbarmen sollen, weil er das aber nicht tut. Wird das Erbarmen, das er zunächst einmal zugesprochen bekommen hatte, wieder weggenommen.

[48:55] Vers 34: Und voll Zorn übergab ihn sein Herr den Folterknechten, bis er alles bezahlt hätte, was er schuldig war. Die Gnade wird wieder zurückgenommen. Warum? Weil derjenige, der Barmherzigkeit erlebt hatte, in seinem Leben Barmherzigkeit nicht ausgelebt hatte und deswegen ohne Barmherzigkeit gericht über ihn gesprochen wurde.

[49:20] Liebe Freunde, was bedeutet das für uns? Es bedeutet, dass ja, Jesus hat uns vergeben, aber nur, wenn wir diese Vergebung, diese Gnadeliebe in unserem Leben auch demonstrieren, ausleben, nur dann werden wir im Gericht auch freigesprochen werden.

[49:43] Wenn wir dagegen durch unser Handeln, zum Beispiel indem wir die Person ansehen, zeigen, dass wir zwar Gottes Vergebung in Anspruch genommen haben, aber seine Prinzipien nicht achten, werden wir ohne Barmherzigkeit, ohne Gnade gerichtet werden.

[49:57] Es ist also absolut notwendig, dass wir uns in die Barmherzigkeit hineintauchen, dass wir diese Gnade Gottes nicht nur einmal von uns in Anspruch nehmen, sondern täglich uns damit füllen, damit sie aus uns heraus fließt in unser praktisches Leben. Das ist ja der Punkt von Jakobus, das Evangelium praktisch machen, denn Barmherzigkeit wird über das Gericht triumphieren.

[50:21] Liebe Freunde, liebe Freundinnen, gibt es etwas in deinem Leben, wo du die Barmherzigkeit Gottes, die an dir zuteil geworden ist, noch nicht anderen weiter gibst, wo du noch so handelst wie früher? Dann lass dir von Gott die Kraft schenken und die Barmherzigkeit und die Freude, seinem Gesetz folgsam zu sein und keine Unterschiede zu machen zwischen Menschen, was auch immer dein Problem ist, damit wir durch seine Kraft und durch seine Gnade und aufgrund seiner Liebe das ganze Gesetz halten, damit man von uns sagen kann, wie es in Offenbarung 14, Vers 12 heißt: Hier sind die, die erhalten die Gebote Gottes und haben den Glauben Jesu, das Aussehen der Heiligen.

[51:05] Ist es dein Wunsch, zu dieser Gruppe dazuzugehören, die versiegelt werden und die die Botschaft des Jakobus angenommen haben, dann segne dich Gott in deine Entscheidung. Nächste Woche wollen wir weitermachen, wenn es dann um Glaube und Werke geht und zu einem Hauptthema des Jakobus. Wir haben heute schon eine gute Vorarbeit geleistet. Nächste Woche mehr dazu in der sechsten Folge dann. Und bis dahin wünschen wir euch Gottes Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.


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