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Manuskript zu Sendung >>>> CSH_Manuskript_2014 4th Nr 6

In dieser Cannstatt Study Hour-Episode mit Christopher Kramp wird der Brief des Jakobus unter dem Thema „Ein lebendiger Glaube“ beleuchtet. Es wird die zentrale Frage behandelt, wie Glaube und Werke zusammenhängen und ob ein Glaube ohne Werke retten kann. Anhand biblischer Beispiele aus dem Alten und Neuen Testament wird erklärt, dass wahrer Glaube sich immer in Taten zeigt und dass Gott ein lebendiges, wirksames Christentum erwartet, das sich in der Praxis bewährt.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2014 Q4: Der Brief des Jakobus

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Herzlich willkommen allen Zuschauern auch auf Amazing Discoveries zum sechsten Thema unseres Studiums, des Jakobusbriefes. Und heute kommt vielleicht das Thema überhaupt im Jakobusbrief dran: das Verhältnis von Glauben und Werken. Und das wollen wir ein bisschen genauer unter die Lupe nehmen. Und wir bereiten uns damit vor auf das Bibelgespräch am 8. November. Und es ist ein Thema, das in der Christenheit schon seit Jahrhunderten für angeregte und manchmal auch aufgeregte Diskussionen gesorgt hat und auch bis heute immer wieder hitzige Debatten darüber entstehen, wie viel Glaube und wie viel Werke dann nun notwendig sind für die Errettung.

[1:11] Jakobus gibt uns einige sehr interessante Einsichten in dieses Thema. Um das wirklich auch gut verstehen zu können, brauchen wir natürlich die Führung des Heiligen Geistes. Und deswegen möchten wir gemeinsam beten zu Beginn und dann mit unserem Studium beginnen. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir so sehr, dass wir diesen Brief des Jakobus haben, dass er uns auf sehr praktische Art und Weise zeigt, was echter, rettender Glaube ist. Wir möchten dich bitten, dass, wenn wir das jetzt studieren und lesen, dass wir es nicht nur intellektuell verstehen, sondern dass wir tatsächliche Täter des Wortes werden. Bitte sei du bei uns, halte alle Störungen fern und gib, dass wir wirklich verstehen, was du uns heute sagen möchtest. Im Namen Jesu, Amen.

[1:52] Wir wollen heute die Verse 14 bis 26, also den zweiten Teil des zweiten Kapitels von Jakobus betrachten. Und in der letzten Woche haben wir gesehen, wie Jakobus über das Gesetz der Freiheit, über das königliche Gesetz spricht und bereits die Gedanken einleitet, die wir jetzt betrachten werden. Wir haben gesehen, dass Jakobus sehr deutlich zeigt, dass auch im Neuen Testament unter der Gnade, in der Zeit des Neuen Bundes, das Gesetz Gottes, die zehn Gebote, bindend sind und wir sie alle, und zwar alle zehn, halten sollten.

[2:27] Und diese Aussagen würden natürlich automatisch die Frage aufwerfen: Wie ist das jetzt mit dem Glauben und dem Tun? Und als ob Jakobus diese Fragen vorher geahnt hat, sozusagen, schreibt er unter Inspiration des Heiligen Geistes jetzt einige Verse auf, die genau diese Frage betreffen. Jakobus 2, Vers 14 heißt es: „Was hilft es, meine Brüder, wenn jemand sagt, er habe Glauben und hat doch keine Werke? Kann ihn denn dieser Glaube retten?“ Das ist eine rhetorische Frage. Die Antwort, die er erwartet, ist natürlich nein. Und das ist sehr spannend, denn Jakobus sagt uns direkt ins Angesicht, und das mag für manche wie ein Schock sein: Ein Glaube ohne Werke kann nicht retten, er nützt gar nichts.

[3:19] Heute hat sich die Ansicht breit gemacht unter vielen Christen, dass Glaube allein rettet und die Werke sind dann ganz nett und gut und nicht verkehrt, aber der Glaube allein ist es, der rettet. Aber Jakobus sagt uns: Der Glaube ohne Werke kann nicht retten. Nun, der bekannteste Bibelfers, den es gibt in der Heiligen Schrift, Johannes 3, Vers 16, sagt uns ja: Johannes 3, Vers 16: „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Hier finden wir rettenden Glauben, und offensichtlich gibt es nur diese eine Bedingung: zu glauben. Aber wenn wir Jakobus richtig verstehen und mit hineinbringen in diesen Text, dann sehen wir, dass der Glaube, den Jesus meint, ein Glaube ist, der mit Werken ist, nicht ein Glaube ohne Werke. Ein Glaube ohne Werke könnte eben nicht ewiges Leben bringen alleine und von dem Verlorenen gehen bewahren. Das heißt, Johannes 3, Vers 16 spricht von einem Glauben, der Werke mit einschließt. Und wir werden gleich sehen, warum das so ist.

[4:32] Jedenfalls sagte Jesus bereits, dass es am Ende der Zeit viele Menschen geben wird, die auf diesen Irrtum hereingefallen sind, dass ein Glaube ohne Werke ausreichend sein könnte. In Matthäus 7 und dort Vers 21, da finden wir dann auch sehr genau ausgeführt, welche Werke Gott hier im Speziellen meint. Matthäus 7 und dort ab Vers 21: „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr, wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.“ Das heißt, wirken, etwas tun. Nicht nur diejenigen, die an Gott glauben und sagen: Gott ist mein Herr, sondern die den Willen Gottes tun. Heißt es in Vers 22: „Viele werden an jenem Tag zu mir sagen...“ Beachten wir, dass jetzt steht: viele, nicht nur einige oder wenige. „Viele werden sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht?“ Also sie haben doch Werke, sie haben doch einen Glauben, der durch die Werke wirksam ist, oder? Vers 23: „Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt, weicht von mir, ihr Gesetzlosen.“

[5:53] Die Werke, die im Glauben eingeschlossen sein sollen, sind Dinge, die mit dem Gesetz Gottes in Übereinstimmung stehen. Deswegen hatte ja Jakobus in seinem zweiten Kapitel vorher bereits von dem königlichen Gesetz gesprochen, von dem Gesetz der Freiheit. Dort wird es am Ende Menschen geben, die haben das Gesetz für unwichtig erachtet, für abgeschafft oder geändert und haben allein sich auf den Glauben berufen. Und Jesus wird diese traurigen Worte sagen: „Ich habe euch nie gekannt, ihr Gesetzlosen.“

[6:30] Nur einige Verse weiter, sagt er am Ende der Bergpredigt in Vers 26 und 27: „Und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, wird einem törichten Mann gleich sein, der sein Haus auf den Sand baute.“ Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde stürmten und an dieses Haus stießen, da stürzte es ein, und sein Einsturz war gewaltig. Jesus beschreibt Menschen, die das Wort Gottes hören und die, wenn wir jetzt Jakobus dazunehmen, durchaus das Glauben sagen: Ja, das finde ich richtig, das finde ich gut, gut, dass es einer mal gesagt hat, aber nicht danach handeln, es nicht umsetzen, nicht tun. Jesus sagt: Wer hört, aber nicht tut, ein Glaube ohne Werke ist wie ein Haus auf Sand gebaut. Die Krisen der Endzeit, die auf uns zukommen, die wir jetzt schon am Horizont sehen, werden einen solchen Glauben erschüttern.

[7:36] Deswegen warnt uns Jakobus, deswegen warnt uns Jesus in der Bergpredigt, und deswegen studieren wir dieses Thema, nicht einfach, weil man vielleicht das Christentum schwieriger machen möchte, ganz im Gegenteil, sondern um zu zeigen, was der einzige, echte, wirklich sichere Weg ist durch die Krisen dieser Zeit, die kommen werden. In der Endzeit kann sich nur ein Glaube bewähren, der lebendig ist, und das zeigt sich an den Werken.

[8:06] In Titus 1, Vers 16 lesen wir folgendes: „Sie geben vor, Gott zu kennen, aber mit den Werken verleugnen sie ihn, da sie verabscheuungswürdig und ungehorsam und zu jedem guten Werk untüchtig sind.“ Schon damals gab es diese Gruppe von Menschen, die sich zu Gott bekennen und sagen: Ja, wir sind Christen, wir glauben an Gott, aber ihre Werke verleugnen ihn. Warum? Weil sie ungehorsam sind und weil sie das Gute nicht tun.

[8:45] Eine der größten Verführungen der Christenheit besteht darin, dass man glaubt, gute Werke sind eigentlich unwichtig. Könnte es sein, dass man damit genau diese Beschreibung hier erfüllt: „zu jedem guten Werk untüchtig“, eine Verleugnung Gottes? Und das ist keine Kleinigkeit. Diese Lehre, die die Werke von dem Glauben trennt und als unwichtig ansieht, ist nach der Bibel eine Verleugnung Gottes, eine praktische Verleugnung Gottes, während man theoretisch Gott die Ehre geben möchte. Und das wäre eine absolute Selbsttäuschung und ein Selbstbetrug, und davor zu warnen ist unsere Aufgabe.

[9:32] In Jakobus Kapitel 2 geht jetzt der Jakobus dazu über, wie es seine Art ist, durch sehr praktische, handgreifliche Beispiele zu zeigen, was er meint. Wenn er von Werken zum Beispiel spricht, in Vers 15 und 16 heißt es: „Wenn nun ein Bruder oder eine Schwester ohne Kleidung ist und es ihnen an der täglichen Nahrung fehlt“, also die Grundbedürfnisse eines Menschen. Da geht es nicht um irgendwelche Dinge, die man sich vielleicht wünscht, die aber nicht notwendig sind. Es geht um Kleidung, um Nahrung, was Essentielles für ein Leben. Vers 16: „Und jemand von euch würde zu ihnen sagen: Geht hin in Frieden, wärmt und sättigt euch, aber ihr würdet ihnen nicht geben, was zur Befriedigung ihrer leiblichen Bedürfnisse erforderlich ist – was würde das helfen?“

[10:24] Jakobus gibt ein Beispiel, um zu zeigen, dass Worte ohne die entsprechenden Taten nutzlos sind. Ja, nicht nur nutzlos, sie sind im Grunde genommen eigentlich Hohn und Spott. Wie fühlt sich derjenige, dem man nicht hilft, dem man aber alles Gute wünscht? Echte Worte ohne echte Hilfe sind nutzlos, zwecklos.

[10:51] Und so verwundert es nicht, dass Jesus uns sagt, dass diejenigen, die am Ende würdig erfunden wären, in den Himmel zu kommen, die Geretteten, genau an diesem Punkt aktiv geworden sind. Matthäus 25 und dort Vers 35 bis 37. Jesus spricht zu denen, die das Himmelreich ererbt haben: „Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich gespeist.“ Nicht nur gesagt: Wir wünschen dir, dass irgendjemand mal für dich was tut. „Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt mich beherbergt.“ Habt mir nicht nur nette Worte mit auf den Weg gegeben. Vers 36: „Ich bin ohne Kleidung gewesen, und ihr habt mich bekleidet. Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht. Ich bin gefangen gewesen, und ihr seid zu mir gekommen.“ Nach der Definition des Jakobus hatten sie einen Glauben mit Werken.

[11:45] Vers 37: „Dann werden eben die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich hungrig gesehen und haben dich gespeist, oder durstig und haben dir zu trinken gegeben?“ Das Entscheidende ist, obwohl diese Gläubigen einen Glauben mit Werken hatten, haben sie die Werke nicht bewusst getan, um gerettet zu werden. Denn ansonsten hätten sie sich ja daran erinnert. Sie sind also nicht dorthin gegangen und haben im Krankenhaus oder in den Gefängnissen oder wo auch immer gute Werke getan mit dem Ziel, Gott zu beeindrucken. Das hätten sie sich gemerkt. Nein, es war so selbstverständlich, dass sie es selbst kaum mitbekommen haben.

[12:30] Halten wir fest: Diejenigen, die im Himmel sein werden, haben einen Glauben mit Werken, oder sie haben so wenig auf ihre Werke selbst geachtet oder sie betont, dass sie sich kaum daran erinnern können. Sie haben die Werke nicht als ein Mittel, als einen Zweck gesehen, um Gott zu beeindrucken.

[12:54] Und es ist nicht interessant, dass dann das Kapitel weitergeht mit der Beschreibung derjenigen, die verloren gehen und die genau das nicht getan haben, die genau diesen Schritt von Bekenntnis zu Ausleben nicht gegangen sind, die eben nicht ihr Bekenntnis in der Tat praktisch praktiziert haben. Offensichtlich haben die Werke eine entscheidende Rolle in der großen Frage, wer von denen, die Christus bekennen, wird am Ende mit dem Himmel sein.

[13:31] Und auch Johannes der Täufer hatte schon diesen Grundgedanken gepredigt, dass zum Glauben Werke dazugehören. Johannes 3, Verzeihung, Lukas 3 und dort Vers 11. Dort haben wir Johannes, der dort predigt und Menschen tauft. Und Leute kommen zu ihm und wollen getauft werden. Und manchmal hat man den Eindruck bei einem oberflächlichen Lesen, dass Johannes die Leute gleich einfach so getauft hat. Und es wird dann als Entschuldigung genommen, dass heute Leute getauft werden, obwohl sie manchmal kaum Veränderungen in ihrem Leben vorgenommen haben. Aber wenn man Lukas 3 genau liest, stellt man fest, dass Johannes sehr wohl darauf bedacht war, dass die Menschen zunächst einmal eine echte Bekehrung erleben und dann auch durch äußerliche Veränderungen und Reformationen in ihrem Leben zeigen, dass dort in ihrem Herzen etwas passiert ist. Das heißt, hier zum Beispiel in Lukas 3, Vers 11, nachdem die Menge gefragt hat: „Was sollen wir denn tun?“ Er antwortete und sprach zu ihnen: „Wer zwei Hemden hat, gebe dem, der keines hat, und wer Speise hat, der mache es ebenso.“ Er hatte schon in Vers 8 gesagt: „So bringt nun Früchte, die der Buße würdig sind.“ Also Buße ist Umkehr, aber Buße führt zu Früchten, zu Dingen, die daraus wachsen. Man kann an den Früchten den Baum erkennen und man kann an den Früchten des Lebens die Art und Weise der Buße erkennen, die Qualität der Buße, die ein Mensch wirklich erlebt hat. Und Johannes hatte gesagt: Wenn ihr getauft werden wollt, dann zeigt an eurem Leben, dass ihr wirklich glaubt, indem man das sehen kann, das, was ihr tut.

[15:11] Solch ein Glaube ist interessanterweise nicht die Erfindung des Neuen Testamentes, sondern schon im Alten Testament ist genau dasselbe vom Volk Gottes gefordert worden.

[15:28] Zum Beispiel in Jesaja 58, einem Kapitel, das übrigens auch sehr viel mit unserer Zeit zu tun hat und genau beschreibt, was unsere Aufgabe in dieser letzten Zeit ist. In Jesaja 58, da geht es um das Fasten des Volkes. Das Volk hatte immer wieder gefastet, hatte sich vor Gott niedergeworfen, gebetet und hatte sich gewundert, dass nicht wirklich was passiert. Und Gott sagt ihnen dann, dass ein echtes Fasten nicht nur daran besteht, nicht zu essen und traurig auszusehen und irgendwie sich selbst zu kasteien, sondern ein echtes Fasten bei Gott hat viel praktischere Ausmaße.

[16:03] Das heißt, in Vers 7: „Besteht das Fasten, besteht es nicht darin, dass du dem Hungrigen dein Brot brichst und arme Verfolgte in dein Haus führst, dass, wenn du deinen Entblößten siehst, du ihn bekleidest und dich deinem eigenen Fleisch nicht entziehst?“ Gott ist nicht so sehr beeindruckt, wenn ich jetzt einfach mal nicht esse und mich dann vielleicht besonders heilig fühle, obwohl Fasten seinen berechtigten Platz hat im christlichen Leben. Aber das echte Fasten, das, was Gott als allerhöchstes ansieht, bei allen Arten des Fastens, ist das, was wir gerade gelesen haben. Auf eigenes, nicht vielleicht auf eigenes Essen zu verzichten, sondern auf eigene Zeit zu verzichten, auf eigene Rechte zu verzichten, auf eigene Mittel zu verzichten, um anderen zu helfen, praktisch zu helfen, die in größerer Not sind.

[17:04] Vers 10: „Wenn du dem Hungrigen dein Herz da reichst und die schmachtende Seele sättigst.“ Interessanterweise geht es dabei nicht nur darum, die Armen zu speisen. Jesaja 58 geht weiter als einfach nur ein karitatives Projekt. Dem Hungrigen sollen nicht nur Brot gereicht werden. Ja, das soll getan werden, haben wir in Vers 7 gelesen. Aber in Vers 10 steht deutlich: „Dem Hungrigen sollen wir unser Herz da reichen.“ Manchmal gibt es Menschen, die tun karitative Dinge, die tun sozial nützliche Dinge, aber sie tun es nur als Beruf, weil es getan werden muss. Einer muss es ja tun. Aber das Fasten, das Gott sich wünscht, ist nicht einfach nur ein paar Sozialprojekte, sondern dass wir mit unserem Denken, mit unserem Fühlen, mit allem, was wir haben, diesen Menschen helfen, egal welcher Not sie sind. Nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Geistlich: „Wenn du dem Hungrigen dein Herz da reichst und die schmachtende Seele sättigst, dann wird dein Licht in der Finsternis aufgehen und dein Dunkel wird sein wie der Mittag.“

[18:08] Wann sind wir das Licht der Welt, von dem Jesus gesagt hat, dass es die ganze Welt erleuchten soll? Und die Offenbarung sagt es ja, wenn wir das, was wir glauben, praktisch tun und zwar praktisch und geistlich verbunden. Heute gibt es viele, die betonen die Geistlichkeit und sie sind sehr theologisch, aber sie haben keinen Sinn dafür, Menschen praktisch im Leben zu helfen. Andere dagegen betonen das soziale und das hilfsbereite Wirken eines Christen, vernachlässigen aber das Theologische und die geistliche Tiefe der Botschaft. Aber beides zusammen, das ist, was Gott sich wünscht: Der Glaube und die Werke zusammen.

[18:54] Nun, Johannes, der wie kaum ein anderer die Liebe Jesu verstanden hat, macht folgende interessante Bemerkung in seinem ersten Brief, in Johannes 1. Johannes 3 und dort Vers 17 und 18. Er sagt: „Wer aber die Güte dieser Welt hat, also wer auf Deutsch reich ist, Mittel hat und seinen Bruder Not leiden sieht und sein Herz vor ihm verschließt.“ Und jetzt kommt wiederum eine rhetorische Frage: „Wie bleibt die Liebe Gottes in ihm?“ Mit anderen Worten, die Liebe Gottes war in ihm, aber in dem Moment, wo er sich weigert, diese Liebe auch praktisch auszuleben, stellt Johannes die Frage: Wie kann die Liebe Gottes in ihm bleiben? Interessanterweise können wir also durch unser Verhalten, unsere Hartherzigkeit, die Liebe Gottes aus unserem Leben wieder vertreiben.

[19:53] Vers 18: „Meine Kinder, lasst uns nicht mit Worten lieben, noch mit der Zunge, sondern in Tat und Wahrheit.“ Echte Liebe beweist sich im Tun. Gottes Liebe bewies sich nicht dadurch, dass er einfach nur Verheißung gegeben hat, sondern dass Gott wirklich Mensch wurde, dass er am Kreuz von Golgatha gestorben ist. Die Bibel sagt, darin hat Gott seine Liebe bewiesen, dass er von uns gestorben ist, Jesus Christus, als wir noch seine Feinde waren, als wir noch Sünder waren. Er hat es getan, er hat gewirkt, nicht nur gute Worte gesagt. Die Worte und die Taten Gottes passen zusammen. Gott tut das, was er sagt. Und genau deswegen sollen wir als seine Nachfolger das tun, was wir bekennen, das ausleben, was wir sagen.

[20:46] Es gibt noch einen interessanten Aspekt zu diesem Thema, den man aus den Sprüchen ableiten kann. Sprüche 3 und dort Vers 27 und 28. Sehr interessantes Prinzip hier. Sprüche 3, Vers 27 und 28: „Verweigere keine Wohltat dem, welchem sie zukommt, wenn es in der Macht deiner Hände liegt, sie zu erweisen.“ Also Gott erwartet nicht, dass wir Wunderdinge tun und alle Probleme dieser Welt auf einmal lösen, sondern erwartet, dass wir das tun, was wir tun können, was im Bereich unserer Möglichkeiten liegt, wie es hier heißt: „in der Macht deiner Hände.“ Gott hat dir Mittel und Zeit und Energie gegeben, mit einem bestimmten Maß. Wir haben nicht unendlich Mittel, wir haben nicht unendlich Zeit, wir haben nicht unendlich Energie, und wir haben viele Aufgaben zu tun. Aber das, was wir tun können, was klar als Pflicht vor uns liegt, das sollen wir tun.

[21:34] Und dann heißt es in Vers 28: „Sprich nicht zu deinem Nächsten: Geh hin und komm wieder, morgen will ich dir geben, während du es doch hast.“ Mit anderen Worten: Wenn ich helfen kann, soll ich sofort helfen und es nicht aufschieben. Gott mag es nicht, wenn wir Hilfe, die wir jetzt geben können, auf morgen verschieben. Gott möchte, dass wir unseren Glauben praktisch ausleben, Gott möchte, dass wir das tun, was wir tun können, und Gott möchte, dass wir es sofort tun.

[22:04] Vielleicht hast du gerade eine Situation, wo du weißt, dass du jemandem helfen könntest und es in deiner Macht steht und du vielleicht es vor dir herschiebst. Warte nicht länger, tu es jetzt, sagt die Bibel, sage nicht morgen. Gehen wir zurück zu Jakobus und kommen zu Jakobus 2, Vers 17. Nachdem er dieses Beispiel gegeben hat, sagt Jakobus hier: „So ist es auch mit dem Glauben, wenn er keine Werke hat, so ist er an und für sich tot.“ Nur die Worte ohne das Ausleben nützen eigentlich gar nichts.

[22:39] Und auch der Paulus, der angeblich immer was anderes sagt als Jakobus, aber in Wirklichkeit sie völlig einer Meinung sind, wie wir auch heute wieder sehen, der hat dasselbe in einer anderen Art und Weise formuliert in 1. Thessalonicher 1 und dort Vers 3. 1. Thessalonicher 1, Vers 3, dort sagt der Paulus: „Indem wir unablässig gedenken an euer Werk im Glauben, eure Bemühungen in der Liebe und euer standhaftes Aussagen in der Hoffnung auf unseren Herrn Jesus Christus vor unserem Gott und Vater.“ Also Paulus wusste, dass im Glauben auch Werke vorhanden sind. Er sagt: „Ich erinnere mich, ich gedenke unablässig eures Werkes im Glauben.“ Paulus wusste, dass ein Glaube ohne Werke tot ist.

[23:28] Und auch Petrus hat diese Erkenntnis sehr deutlich formuliert in seinem zweiten Brief, in 2. Petrus und dort Vers 1. Und dort ab Vers 5. Das heißt hier: „So setzt eben deshalb allen Eifer daran und reicht in eurem Glauben die Tugend da, Tugend aber die Erkenntnis, und Erkenntnis aber die Selbstbeherrschung, in der Selbstbeherrschung aber das standhafte Aussagen, im standhaften Aussagen aber die Gottesfurcht, in der Gottesfurcht aber die Bruderliebe, und in der Bruderliebe aber die Liebe.“ Das heißt, zu dem Glauben, der da am Anfang als Fundament steht, kommen noch mehr Dinge hinzu, oder anders ausgedrückt, der Glaube entfaltet sich immer mehr, wird immer größer und da kommen, er wird wirksam.

[24:13] Vers 8: „Denn wenn diese Dinge bei euch vorhanden sind und zunehmen, so lassen sie euch nicht träge noch unfruchtbar sein für die Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus.“ Wem dagegen diese Dinge fehlen, wer also einen Glauben ohne Wehrgehalt, ein Glaube, der einfach nur Lippenbekenntnis ist, der ist blind, kurzsichtig und hat die Reinigung von seinen früheren Sünden vergessen. Hat also das Evangelium, das er mal erlebt hat, nur noch als Theorie, aber hat vergessen, wie es war, als Gott ihm die Sünden vergeben hat. Und wenn dort steht, dass sie blind sind, dann klingeln bei uns als Bibelstudenten schon alle Ohren. Heißt es nicht von Laodicea, dass sie blind sind? Könnte es sein, dass wir genau diese Beschreibung erfüllen, dass wir diese Dinge nicht so sehr haben, weil wir uns immer wieder eingetrichtert worden ist: Allein der Glaube ohne die Wehrgehalt, die Wehrgehalte sind unwichtig, die Wehrgehalte haben nichts mit der Erlösung zu tun. Wem diese Dinge fehlen, der ist blind. Und von Laodicea heißt es, dass sie blind sind.

[25:34] Und das bringt uns zu einem noch interessanteren Punkt, noch wichtigen Punkt hier in Jakobus 2. Wir gehen zu Vers 18 und 19. Da wird dann einer sagen: „Du hast Glauben und ich habe Werke. Beweise mir doch deinen Glauben aus deinen Werken und ich werde dir aus meinen Werken meinen Glauben beweisen.“ Und dann sagt er in Vers 19: „Du glaubst, dass es nur einen Gott gibt. Du tust wohl daran, auch die Dämonen glauben es und zittern.“

[25:51] Nun, wir haben in Johannes 3, Vers 16 gelesen, dass jeder, der glaubt, nicht verloren geht, sondern ein ewiges Leben bekommt. Aber hier sagt es: „Die Dämonen glauben es und zittern.“ Und wir alle wissen aus der Bibel, Dämonen werden nicht gerettet werden. Matthäus sagt, dass das Feuer, das ewige Feuer, bereitet worden ist für den Satan, den Teufel und seine Dämonen. Aber die Dämonen glauben. Sie glauben zumindest etwas. Das heißt also, es muss zwei Arten von Glauben geben: den rettenden Glauben von Johannes 3, Vers 16, und den Glauben der Dämonen. Und wir haben bereits den Schlüssel in der Hand, als wir in Vers 14 gelesen haben, dass ein Glaube ohne Werke nicht rettet.

[26:53] Die Dämonen, sie wissen, dass es Gott gibt. Sie wissen, dass Jesus Christus auf dieser Welt gelebt hat. Sie wissen, dass Gott ein Gesetz hat. Sie wissen, dass Gott dieses Gesetz nie abgeschafft oder geändert hat. Sie wissen, dass Jesus Christus wiederkommen möchte. Sie wissen, dass es ein himmlisches Heiligtum gibt. Sie wissen, dass Gott die Welt in sechs Tagen, 24 Stunden, geschaffen hat. Kein Dämon glaubt an die Evolution, auch nicht an die theistische Evolution. Die Dämonen wissen, dass Gott den siebten Tag geheiligt hat, für alle Menschen, nicht nur für die Juden. Die Dämonen wissen, dass Schweinefleisch ungesund ist. Die Dämonen wissen, dass Ellen White eine wahre Prophetin war. Das wissen die alles. Sieht fast aus, als ob die Dämonen manchmal mehr wissen als Mitglieder des Endzeitvolkes Gottes heute. Und doch werden Dämonen nicht gerettet werden. Obwohl sie so viel wissen und es für wahr erachten, handeln sie trotzdem nicht dementsprechend, sondern sie kämpfen gegen Gott.

[27:50] Manchmal denken wir, eine intellektuelle Zustimmung zu Glaubenswahrheiten, zu Glaubenspunkten, ein Abhaken von: Ja, das halte ich für richtig, das wird so gewesen sein, ich kann keine Argumente dagegen finden. Das ist wohl die Wahrheit. Rettet uns. Aber die Bibel sagt: Ein Glaube ohne Werke rettet nicht.

[28:10] Ein wahrer Glaube wird in der Bibel beschrieben in 1. Petrus 1, Vers 7. Dort heißt es: „damit die Bewährung eures Glaubens, der viel kostbarer ist als das vergängliche Gold, das doch durchs Feuer erprobt wird, Lob, Ehre und Herrlichkeit zur Folge habe, bei der Offenbarung Jesu Christi.“ Der wahre Glaube, der rettende Glaube, der Glaube mit Werken wird beschrieben oder verglichen vielmehr mit Gold, das im Feuer geläutert ist. Und spätestens jetzt klingelt es wirklich bei uns, denn Gold, das im Feuer geläutert ist, das kennen wir aus der Offenbarung.

[28:45] Offenbarung 3 und dort Vers 18, dort spricht jemand die sogenannte Laodizeerbotschaft. Das heißt es im Vers 18: „Ich rate dir.“ Und dieses „Ich“ ist niemand geringeres als Jesus Christus selbst. Und „dir“, das sind die Menschen von Laodizea, die Gemeinde Laodizea, von der wir glauben, aufgrund der biblischen Prophetie, dass es sich um die letzte Gemeinde Gottes handelt, das Volk des Gerichtes, so wie Laodizea übersetzt heißt. Jesus rät mir und dir. Er rät uns als Gemeinde als allererstes: „Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst.“ Und wenn Jesus etwas rät, dann nicht etwa, weil er selbst verkaufen will und uns Dinge anbietet, die wir schon längst haben. Nein, er rät es uns, weil es uns fehlt.

[29:45] Vielleicht hast du schon oft Predigten über Laodizea gehört und man sagt: Ja, wir sind Laodizea, wir müssten Missionen machen, wir müssten Daniel 11 studieren, wir müssten die Gesundheitsbotschaft mehr umsetzen. Aber liebe Freunde, in Offenbarung 3 sagt Jesus nicht als erstes: Studiert mir Daniel 11 oder seid noch gesünder oder macht mehr Mission. Er sagt als allererstes: „Ich rate dir, Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist.“ Ein Symbol für echten Glauben. Er sagt: „Ich rate dir, kaufe von mir rettenden Glauben, denn der fehlt dir.“ So oft denken wir: Ja, ja, wir wissen, wir sind Laodizea, wir machen das nicht genug und das nicht genug und hier hätten wir Verbesserung noch Bedarf. Aber zum Glück glauben wir an Jesus Christus. Aber Jesus Christus selbst sagt: Genau das ist euer Problem. Ihr glaubt, dass ihr glaubt, aber ihr glaubt gar nicht.

[30:35] Vers 17 heißt es: „Denn du sprichst: Ich bin reich.“ Vers 18 sagt: „Ich rate dir, Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst.“ Aber du sprichst, Vers 17: „Ich bin reich und habe Überfluss und mir mangelt es an nichts und du erkennst nicht, dass du elend oder bärmlich bist, arm, blind oder ein Blödsinn.“ Wir haben gesehen, was das bedeutet. Es bedeutet, einen Glauben zu haben ohne Werke. Und ist das nicht auch logisch, dass wir einen Glauben ohne Werke haben, wenn uns ständig erzählt wird, die Werke spielen keine Rolle? Jesus sagt: „Ich rate dir, einen Glauben zu haben, der wirksam ist.“ Es fehlt an echtem Glauben und damit an der einzigen Bedingung, um gerettet zu werden. Das ist ein ernstes Thema, und deswegen ist Jakobus so hochaktuell und so entscheidend, lebenswichtig für uns.

[31:35] Jakobus gibt einige Beispiele aus Jakobus 2. Er sagt zum Beispiel hier in Vers 21: „Wohnte nicht Abraham, unser Vater?“ Und mit „unser Vater“ meint er nicht nur die ethnischen Juden, denn Jesus sagt: Ihr, wenn ihr Abrahams Kinder seid, dann werdet ihr Abrahams Werke tun. „Wohnte nicht Abraham, unser Vater, durch seine Werke gerechtfertigt?“ Und jetzt denkt man sich: Was? Sagt nicht der Paulus genau das Gegenteil? Nein, sagt er nicht. Werden wir gleich sehen. „Durch Werke gerechtfertigt, als er seinen Sohn Isaak auf dem Altar darbrachte.“ Die Geschichte ist eine der eindrücklichsten überhaupt. Wir haben die Zeit, sie nicht komplett nachzuzählen und zu vertiefen. Wir haben auf FUEL Media diese Serie „Gott mit uns“ und auch die Serie „Wenn Gott zweimal ruft“, wo wir ganz speziell auch dieses Thema vertiefen und anschauen. Aber eins ist klar: Abraham brachte seinen Sohn nicht aus eigener Überlegung, aus eigenem Antrieb, um irgendwie Gott beeindrucken zu wollen. Und so oft identifizieren wir Werke mit: Das ist mein aus eigener Kraft, aus eigener Motivation getan, um Gott zu beeindrucken. So etwas gibt es, aber das ist völlig unbiblisch. Aber das ist nicht das, wovon der Jakobus spricht. Jakobus spricht nicht von eigenen Werken, um Gott irgendwie zu beeindrucken, sondern Gott spricht durch Jakobus von Werken, die im Glauben getan werden, weil man bereits Gott kennt. Ansonsten hätte der Abraham das ja nie gemacht.

[33:20] Vers 22: „Siehst du, dass der Glaube zusammen mit seinen Werken wirksam war und dass der Glaube durch die Werke vollkommen wurde?“ Jakobus spricht gar nicht gegen den Glauben, überhaupt nicht. Sondern er zeigt nur, dass wahrer Glaube immer auch Werke haben wird.

[33:39] Paulus und Jakobus sind wie zwei, die zusammengehören, die beide sozusagen Rücken an Rücken gegen unterschiedliche Feinde kämpfen. Paulus kämpft gegen diejenigen, die durch eigene Werke, ohne dass Gott es ihnen befohlen hat, versuchen, sich bei Gott angenehm zu machen und sagt: Ihr müsst glauben. Ohne Glauben nützt es nichts. Und Jakobus kämpft gegen diejenigen, die nur Gott bekennen, ohne etwas tun zu wollen, und sagt: Ohne Werke geht es nicht. Ihr müsst Glauben und Werke zusammen haben. Das ist, was er hier deutlich sagt.

[34:12] Paulus sagt übrigens ganz genau dasselbe, wenn er in Galater 5 und dort Vers 6 sagt. Und das zeigt sich hier, wie sehr sie in Harmonie sind. In Galater 5 und dort Vers 6: „Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe wirksam ist.“ Paulus wusste, der Glaube, der wirklich zählt, der Glaube, der gerecht macht, ist ein Glaube, der wirksam wird, der wirkt und zwar in der Liebe. Und die Liebe wird erfüllt durch das Gesetz. Wunderbar, wie das alles zusammenkommt.

[35:00] Übrigens, Hebräer 11 sagt ganz deutlich, dass Abraham das, was er tat, nicht als ein Gesetzeswerk tat, im Sinne von: Ich tue das jetzt, damit Gott mich mal annimmt. Nein, Hebräer 11 und dort Vers 17 sagt unmissverständlich: Verzeihung, Vers 17 sagt unmissverständlich: „Durch Glauben brachte Abraham den Isaak dar, als er geprüft wurde, und opferte den Eingeborenen er, der die Verheißung empfangen hatte.“ Abraham tat es, er tat das Werk aus Glauben. Glaube und Werke sind immer mit verbunden. Wir sehen das im ganzen Kapitel 11. Durch Glauben hat Abraham ein Opfer gebracht, durch Glauben hat Noah die Arche gebaut, durch Glauben hat Abraham dem Ruf gehorcht und ist gegangen. Durch Glauben sind die Israeliten durch das Rote Meer hindurchgegangen. Sie haben alle etwas getan, aber nicht, um zu sagen: Hey Gott, schau mal, wie toll wir sind, sondern weil Gott schon längst gesprochen hatte und weil sie Gott geglaubt haben. Und das Tun, das Wirken, eine Folge, eine Resonanz, eine Reaktion auf Gottes Wirken war im Vertrauen, im Glauben auf ihn.

[36:27] Der Glaube wirkt und wird durch Gehorsam vollkommen. Und in Vers 23 sagt der Jakobus, zitiert er aus 1. Mose. Er sagt: „Und so erfüllte sich die Schrift, die spricht: Abraham aber glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet, und er wurde ein Freund Gottes genannt.“ Es ist fast schon unglaublich, dass Paulus denselben Vers zitiert in Römer 4, wo er sagt, dass der Mensch durch Glaube gerechtfertigt wird und nicht durch Werke. Römer 4, Vers 3: „Denn was sagt die Schrift? Abraham aber glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet.“ Da heißt es in Vers 2: „Wenn nämlich Abraham aus Werken gerechtfertigt worden ist, hat er zwar Ruhm, aber nicht vor Gott.“ Mit anderen Worten, dieser Vers, der aus 1. Mose 15, Vers 6 kommt, zeigt deutlich: Abraham wurde nicht gerechtfertigt, weil er etwas getan hatte. Aber Abraham wurde auch nicht gerechtfertigt, das verstehen wir von Jakobus, weil er nur etwas gesagt hatte, etwas bekannt hatte im Glauben, sondern Abraham wurde gerechtfertigt, weil er Gott glaubte und deswegen so handelte, wie er handelte. Das war die Rechtfertigung des Abraham. So hat sie sich erfüllt. Der Glaube Abrahams bewies sich im Leben und somit wurde dieser Vers voll, er wurde erfüllt.

[38:10] Gerechtigkeit aus Glauben ist Gehorsam aus Glauben, Glaubensgehorsam. Vers 24: „Jakobus 2: So seht ihr nun, dass der Mensch durch Werke gerechtfertigt wird und nicht durch den Glauben allein.“ Sehr wichtig, er sagt nicht: durch die Werke und nicht durch den Glauben, sondern er sagt: durch die Werke plus den Glauben. Glaube und Werke gehören zusammen, anders kann es nicht sein.

[38:41] Es gibt einen tollen Vers in den Psalmen, Psalm 60 und dort Vers 14. Psalm 60 und dort Vers 14, dort steht: „Mit Gott werden wir Gewaltiges vollbringen, und er wird unsere Feinde zertreten.“ Das ist ein gewaltiger Vers. Manchmal haben wir das Gefühl, naja, wir glauben an Gott, aber große Dinge können wir nicht tun. Nein, mit Gott können wir Gewaltiges vollbringen. Wir schauen uns die Bibel an, im Alten und im Neuen Testament, was haben die Männer Gottes, die Gott geglaubt haben, nicht alles vollbracht? Ob Henoch, Noah, Abraham, Isaak, Jakob, Mose, Joshua, David, Daniel, Petrus, Paulus, Johannes. Wenn wir uns das anschauen, denken wir: Meine Güte, was haben die nicht alles getan. Warum haben sie es getan? Weil sie Gott glaubten, weil der Glaube, weil Christus in ihnen war und der Glaube sie dazu befähigt hat. Es war der Gott, der durch sie gewirkt hat. Und dann glauben wir, dass, wenn Gott dasselbe ist, Jesus dasselbe ist, der Heilige Geist dasselbe ist und wir Menschen immer noch dieselben sind, dann glauben wir, dass Gott das heute nicht mehr tun kann. Oh nein, Gott kann auch durch uns Gewaltiges vollbringen. Er tut es, er wird unsere Feinde zertreten. Und unser größter Feind, liebe Freunde, ist der Satan. Manchmal glauben wir, wir können den Satan nicht besiegen. Wir glauben, unser Leben lang werden wir immer weiter sündigen, weil das ist einfach unbesiegbar. Aber die Bibel sagt, wir können Gewaltiges vollbringen. Die Israeliten haben die Riesen besiegt, obwohl sie glaubten, dass es unmöglich ist. Wir können den Satan besiegen, auch wenn wir vielleicht denken, dass es unmöglich ist. Nicht durch unsere eigene Kraft, nicht durch unsere eigenen Werke, sondern durch Gottes Werke in uns, durch den Glauben, durch Glaubensgehorsam.

[40:35] Der Korpus bringt dann im zweiten Kapitel noch einmal ein anderes Beispiel. Er sagt in Vers 25: „Ist nicht ebenso auch die Hure Rahab durch Werke gerechtfertigt worden, da sie die Boten aufnahm und auf einem anderen Weg entließ?“ Und wiederum lesen wir in Hebräer 11, 31, dass sie das durch den Glauben tat. Aus Gottes Sicht spielt es eine gewaltige Rolle, ein gewaltiger Unterschied, ob wir etwas tun, um uns bei Gott angenehm zu machen, oder ob wir etwas tun, weil wir glauben, dass Gott das Beste für uns möchte und dass er uns die Kraft gibt, seinen Willen zu tun. Das sind für Gott zwei völlig verschiedene Dinge. Und die große Sünde des Christentums heute ist, dass diese beiden verschiedenen Dinge als eins zu betrachten. Eigene Werke und Gottes Werke in uns sind zwei völlig verschiedene Dinge. Das eine ist nutzlos, das andere ist lebensnotwendig. Nicht nur eine Option, eine Gelande, eine Sahne auf dem Kuchen. Nein, es ist lebensnotwendig.

[41:38] Denn Jakobus sagt im Vers 26: „Denn gleich wie der Leib ohne Geist tot ist, also ist auch der Glaube ohne die Werke tot.“ Also in dieser Analogie fällt auf, dass der Glaube wird verglichen mit dem Leib und die Werke werden verglichen mit dem Geist. Wenn wir die Aufgabe gehabt hätten, eine Analogie mit Werke und Glaube in Bezug auf den Menschen herzustellen, dann hätten wir das wahrscheinlich andersherum gemacht, oder? Wir hätten gesagt: Ja, die Werke sind der Leib, aber der Geist, das ist der Glaube. Aber Jakobus macht das andersherum. Der Glaube wird als der Leib dargestellt, aber der Geist, der alles lebendig macht, das sind die Werke.

[42:21] Und da lohnt es sich noch einmal nachzuschauen, wie das dann war, als der Mensch geschaffen worden ist. Wir können heute am ganz am Ende dieses Studiums noch eine der erstaunlichsten Wahrheiten herausfinden, überhaupt, die hoffentlich unser Denken noch einmal ganz völlig neu ausrichtet auf diese biblische Wahrheit. In 1. Mose 2 und dort Vers 7, da heißt es: „Da bildete Gott, der Herr, den Menschen Staub von der Erde und blies den Odem des Lebens in seine Nase, und so wurde der Mensch eine lebendige Seele.“ Das Leben kam, als Gott den Leib formte und dann den Atem hineinblies. Wir wissen alle aus unserem Studium vom Zustand der Toten: Der Leib, die Materie plus der Lebensatem, zusammen ist eine lebendige Seele. Wenn eins fehlt, ist man tot. Das bedeutet, ein lebendiges christliches Leben ist nur möglich, wenn Glaube und Werke zusammen sind. Fehlt eines von beiden, ist man tot. Deswegen kämpft der Paulus im Römerbrief gegen diejenigen, die nur Werke ohne Glauben haben, und Jakobus kämpft in seinem Brief gegen die, die nur Glaube ohne Werke haben.

[43:34] Und hier ist eine interessante Frage: Woher kommt der Leib? Der Leib kommt von Gott. Woher kommt der Geist? Der Geist kommt von Gott. All das ist Gottes Schöpfung. Unser Glaube wird von Gott geformt. Die Werke kommen von Gott. Und ist es nicht interessant, darüber nachzudenken, was zuerst da war? Ja, stimmt, der Mensch ist zuerst geformt worden als Körper, dann kam der Atem. Aber was war zuerst da? Lange, bevor der Mensch geformt worden ist, war der Lebensatem ja schon da, oder? Er war bei Gott. Das heißt, was eigentlich zuerst da ist, ist der Lebensodem. Und dann, der bereits bestehende Lebensodem, wird in den neu geformten Leib hineingehaucht und macht ihn lebendig.

[44:34] Heißt also, was ist zuerst da? Glaube oder Werke? Die Werke sind zuerst da. Nicht unsere Werke, sondern die Werke Gottes. Die sind schon da, lange bevor wir angefangen haben zu glauben. Gott wirkt lange, bevor wir glauben. Aber es sind seine Werke, nicht unsere Werke. Seine Werke. Und dann formt er unseren Glauben und möchte seine Werke in uns hineinlegen. Wenn wir das annehmen, wenn wir seine Werke ein- und ausatmen, sozusagen, dann ist er ja buchstäblich in uns. Und dann ist unser Glaube lebendig.

[45:14] Liebe Freunde, es geht nicht um die Frage: Werke oder ohne Werke. Es geht um die Frage: Wessen Werke? Denn ehrlich gesagt, man kann ja gar nicht ohne Werke sein. Selbst wenn man meditiert, selbst wenn man gar nichts macht, ist es immer noch ein Werk. Es ist ein Faulenzen. Alles, was wir tun, denken, sagen, alles ist ein Werk. Die Frage ist nur: Wessen Werk? Mein Werk oder Gottes Werk? Ein lebendiger Glaube ist ein Glaube, wo alles, was ich denke, fühle, handle, Gottes Wirken in mir ist. Und das ist die Botschaft des Jakobus, die Botschaft des Paulus, die Botschaft Jesu.

[45:55] Möchtest du dir vornehmen, Gottes Werke einzuatmen, Gottes Werke auszuatmen und damit deutlich zu machen, dass du ein lebendiger Christ bist und dass man sehen kann, spüren kann, dass der Glaube, den du hast, kein toter Glaube ist, kein theoretischer Glaube, sondern ein praktischer, lebendiger Glaube? Gott segne dich in deiner Entscheidung. Nächste Woche werden wir weiter studieren und dann das dritte Kapitel im Jakobusbrief angehen. Auch dort gibt es spannende Dinge zu entdecken, und wir wünschen euch Gottes Segen im Studium seines Wortes. Bis zur nächsten Woche. Amen.

[46:45] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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