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Manuskript zu Sendung >>> CSH_Manuskript_2014 4th Nr 7

In dieser Lektion des Jakobusbriefes, „Die Zunge zähmen“, beleuchtet Christopher Kramp die immense Macht und Verantwortung, die mit unseren Worten einhergeht. Er erklärt, warum das Amt des Lehrers eine besondere Rechenschaft erfordert und wie die Zunge, obwohl ein kleines Glied, ungeheuren Einfluss auf unser Leben und das Leben anderer hat. Anhand biblischer Beispiele und Gleichnisse wird die zerstörerische Kraft von Lästerei und übler Nachrede aufgezeigt und die Notwendigkeit betont, unsere Zunge unter göttliche Kontrolle zu stellen.

In dieser Cannstatt Study Hour-Lektion über den Brief des Jakobus, Kapitel 3, Verse 1-12, konzentriert sich Christopher Kramp auf die immense Macht und Verantwortung der Zunge. Er beleuchtet, warum das Amt des Lehrers eine besondere Rechenschaft erfordert und wie Worte die innere Haltung eines Menschen widerspiegeln. Anhand biblischer Beispiele und Gleichnisse wird die zerstörerische Kraft unbedachter Worte und die Notwendigkeit, die Zunge unter göttliche Kontrolle zu stellen, eindrücklich dargestellt.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2014 Q4: Der Brief des Jakobus

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf joelmedia.de. Herzliches Willkommen gilt auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries und wir freuen uns, dass ihr wieder eingeschaltet habt zur siebten Folge unseres Studiums über den Jakobusbrief. Wir sind in der Mitte angekommen und werden jetzt auch das dritte Kapitel behandeln, zumindestens einen großen Teil dieses dritten Kapitels, die ersten zwölf Verse.

[0:49] Unser Thema heißt: Die Zunge zähmen. Es geht also um unsere Worte, und das wird sehr praktisch und sehr wichtig werden. Wir bereiten uns auf das Bibelgespräch am 15. November vor. Und wir möchten, bevor wir beginnen, diese praktische Lektion zu studieren, Gott um seinen Heiligen Geist bitten, dass er uns wirklich in alle Wahrheit führt. Lass uns gemeinsam beten.

[1:13] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir, dass wir dein Wort haben. Wir danken dir, dass dein Wort zu uns sprechen möchte. Und wir möchten dich jetzt bitten, dass du wirklich uns zeigst, was deine Wahrheit ist, dass wir etwas lernen dürfen und das, was wir gelernt haben, dann auch umsetzen und so leben, wie du es möchtest. Ich danke, dass du alle störenden Dinge fernhalten wirst und dass wir uns ganz auf dich konzentrieren können. Im Namen Jesu, Amen.

[1:44] Wir wollen beginnen in Jakobus Kapitel 3 und dort ab Vers 1. Jakobus beginnt hier mit einer Aussage, die wirklich bemerkenswert ist. Er sagt nämlich, und man könnte fast überrascht sein, in Vers 1: „Werdet nicht in großer Zahl Lehrer, meine Brüder, da ihr wisst, dass wir ein strengeres Urteil empfangen werden.“ Jakobus, einer, der eine führende Rolle in der jungen christlichen Gemeinde gehabt hat, spricht zu den Geschwistern, den Gemeindegliedern und sagt: „Werdet nicht in großer Anzahl Lehrer.“ Das ist doch merkwürdig. Wir würden doch denken, dass alle gerne Lehrer sein sollen. Nun, in einem allgemeinen Sinne soll natürlich jedes Gemeindeglied Bibelstunden geben, über den Glauben reden, den Glauben weitergeben. Aber das Wort „Lehrer“ hier meint etwas Spezifisches. Jakobus bezieht sich ein und diese Lehrer sagt: „Da ihr wisst, dass wir ein strengeres Urteil empfangen werden.“ Was sind diese Lehrer, die ein strengeres Urteil empfangen werden?

[2:50] Wir haben einen Hinweis darauf, wenn wir den Hebräerbrief anschauen. Hebräer 13 sagt uns von einer Gruppe von Menschen, dass sie ein besonderes Urteil und eine besondere Beobachtung gestellt werden, sozusagen eine besondere Rechenschaft geben müssen. Hebräer 13 und dort Vers 17 lesen wir: „Gehorcht euren Führern, also den Leitern, und fügt euch ihnen, denn sie wachen über eure Seelen als solche, die einmal Rechenschaft ablegen werden, damit sie das mit Freude tun und nicht mit Seufzen, und das wäre nicht gut für euch.“ Was ist das strenge Urteil? Das strenge Urteil ist das, dass jemand, der zu dieser Gruppe gehört, der ein Lehrer ist, offensichtlich nicht nur für sich selbst verantwortlich, sondern auch für die Gruppe von Christen, die ihm anvertraut worden ist.

[3:35] In diesem Sinne lesen wir auch in Vers 7: „Gedenkt an eure Führer, die Leiter, die euch das Wort Gottes gesagt haben. Schaut das Ende ihres Wandels an und ahmt ihren Glauben nach.“ Paulus und Jakobus erinnern uns daran, dass es eine Gruppe von Menschen gibt in der Gemeinde, sogenannte Führer oder an anderer Stelle werden sie auch Älteste genannt, die eine besondere Aufgabe haben und deswegen auch in einer besonderen Art und Weise von Gott beurteilt werden. Interessanterweise sagt Jakobus, dass die Gemeindeglieder nicht unbedacht danach streben sollten, solch ein Amt anzunehmen. Nicht zu viele sollten das werden.

[4:26] Wenn wir im 1. Timotheusbrief nachschauen, dann wird ganz deutlich, dass es für dieses Amt in besonderer Weise Qualifikationen gibt. Da heißt es in Kapitel 3, Vers 1: „Glaubwürdig ist das Wort: Wer nach einem Aufseherdienst trachtet, der begehrt eine vortreffliche Tätigkeit.“ Also, wenn das jemand wirklich machen möchte und dafür qualifiziert ist, ist es eine wunderbare Tätigkeit. Aber gleichzeitig gilt, Jakobus sagt: „Nicht alle sollen danach streben.“ Und es könnte also sein, dass es Leute gibt, die nach diesem Amt des Ältesten streben, diesem Amt, das Ordination erfordert hat, ohne dass sie wirklich verstehen, welche Aufgabe damit verbunden ist. Und dann gibt er Paulus einige Grundsätze an: „Aber ein Aufseher muss untadelig sein, Mann einer Frau, nüchtern, besonnen, anständig, gastfreundlich, fähig zu lehren.“ Das Aufseheramt bedeutete Lehrautorität, nicht königliche Autorität, die sagt: „Du machst das und jenes“, sondern Lehrautorität, die sagt: „Das ist das Wort Gottes, und als Gemeindeleiter bin ich dafür zuständig, dass in meiner Gemeinde die Wahrheit und nichts anderes als die Wahrheit gelernt wird.“

[5:46] In diesem Zusammenhang, direkt im Kontext dieser Stelle, wird übrigens interessanterweise auch gesagt, und das ist in der gegenwärtigen Debatte vielleicht besonders heiß, aber auch notwendig, dass es erwähnt wird: In Vers 12 sagt er, Paulus: „Ich erlaube aber einer Frau nicht zu lehren, auch nicht, dass sie über den Mann herrscht, sondern sie soll sich still verhalten.“ An anderer Stelle wird deutlich, dass Paulus nicht meint, dass eine Frau nicht reden darf im Gottesdienst und eine Frau darf genauso das Wort Gottes weitergeben, Bibelstunden halten und auch eine Predigt halten. Aber dieses Amt des ordinierten Gemeindeältesten, das heute in der heutigen Gemeindestruktur oftmals auch gleichzusetzen ist mit dem ordinierten Gemeindepastor, das ist nach der Bibel als einziges Amt in der Gemeinde dem Mann vorbehalten.

[6:37] Aus diesem Grunde waren auch die Priester im Alten Testament, deren Hauptaufgabe ja in dem Lehren des Volkes bestand. Nun, alle Israeliten, Mann, Frau, Kind oder Erwachsener, durften das Wort Gottes weitergeben, aber die Lehrautorität lag beim Heiligtum, die Lehrautorität lag bei den Priestern, und es gab niemals Priesterinnen. Im gleichen Sinne waren auch die Apostel mit besonderer Lehrautorität ausgestattet, und auch hier finden wir nur Männer. Es ist in der gegenwärtigen Debatte um die Frauenordination vielleicht interessant, einmal auf den Jakobus zu hören, der sagt: „Liebe Geschwister, werdet nicht alle Lehrer.“

[7:08] Paulus jedenfalls, der einer dieser Lehrer war, zeigt ganz deutlich in seiner Abschlussrede an die Epheser, dass es eine wirklich ernstzunehmende Sache ist, solch ein Lehrer zu sein. Er sagt in Apostelgeschichte 20, Vers 26 und 27: „Darum bezeuge ich euch an dem heutigen Tag, dass ich rein bin von allem Blut, denn ich habe nichts verschwiegen, sondern habe euch den ganzen Ratschluss Gottes verkündigt.“ Ein Lehrer muss bereit sein, die Wahrheit zu sagen, auch wenn es manchmal vielleicht wehtut. Die Wahrheit in Liebe, aber mit der Liebe zur Wahrheit.

[7:59] Das Prinzip, was dahinter sehr deutlich wird, ist das, was wir in 1. Korinther 4, Vers 2 finden, ebenfalls Paulus, der das sagt: „Im Übrigen wird von einem Haushalter nur verlangt“, so sagt er in 1. Korinther 4, Vers 2, „es wird nur verlangt von dem Haushalter, dass er treu erfunden wird.“ Gott entscheidet, welche Aufgabe wir in unserem Leben ausfüllen dürfen. Gott entscheidet, wer ein Lehrer ist und wer ein Evangelist ist und wer die Gabe der Diakonie hat und wer die Gabe der Weisheit hat und die Gabe der Erziehung und all diese verschiedenen Dinge, die es gibt in der Gemeinde. Gott entscheidet das, und unsere Aufgabe besteht nicht darin, Ämter und Positionen und Gaben zu erstreben, die Gott uns nicht geben möchte oder gegeben hat, sondern das treu zu tun, was Gott uns anvertraut hat. Sehr wichtiges, sehr wichtiges Prinzip.

[8:57] Und für den Ältesten, für den, der geistliche Lehrautorität über eine Gruppe von Christen hat, sei es eine Ortsgemeinde oder dann später auch auf administrativer Ebene Vorsteher einer größeren Gruppe von Gemeinden ist, gilt letztendlich genau das, was dem Hesekiel gesagt worden ist. In Hesekiel Kapitel 3 und dort Vers 17 und 18, das sind sehr ernste Worte. In Hesekiel 3, Vers 17 und 18 heißt es: „Menschensohn, ich habe dich zum Wächter gesetzt für das Haus Israel. Wenn du aus meinem Mund ein Wort gehört hast, so sollst du sie in meinem Auftrag warnen.“ „Wenn ich zu dem Gottlosen sage: Du musst gewisslich sterben, und du warnst ihn nicht und sagst es ihm nicht, um den Gottlosen vor seinem gottlosen Weg zu warnen und ihn am Leben zu erhalten, so wird der Gottlose um seiner Missetat willen sterben, aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern.“ Das ist genau diese erweiterte Verantwortung, die jemand hat, der von Gott zum Lehrer, zum Wächter, zum Aufseher, zum Ältesten bestimmt wird.

[10:03] Heute gibt es viele Menschen, und das betrifft ja nicht nur die Frauenordination, es betrifft auch Männer, die unbedingt vielleicht so ein Amt haben möchten, weil es vielleicht mit Macht und mit Position und mit Einfluss einhergeht. Aber wir verstehen nicht, wie unfassbar feierlich dieser Rat Gottes hier ist, wie groß die Verantwortung ist. Jeder Einzelne zittert ja an sich schon, vielleicht bei dem Gedanken, sein eigenes Leben vor Gott verantworten zu müssen. Wie größer ist dann die Verantwortung, wenn ein Gemeindeleiter, ein Ältester, ein Aufseher das, was in einer gesamten Gemeinde gesagt und gelehrt worden ist, vor Gott verantworten muss. Der Älteste muss alle Warnungen weitergeben.

[10:48] Und in diesem Sinne macht jetzt der Jakobus weiter im Jakobus Kapitel 3, wo wir jetzt dann zum eigentlichen Hauptthema der Lektion kommen. Jakobus 3 und Vers 2: „Denn wir alle verfehlen uns vielfach.“ Und da sagt er etwas sehr Wahres: „Wir alle haben uns schon vielfach verfehlt.“ Aber dann sagt er: „Wenn jemand sich im Wort nicht verfehlt, so ist er ein vollkommener Mann.“ Er beschreibt also, woran man einen vollkommenen Menschen sehen kann oder erkennen kann. Und wir haben darüber gesprochen schon im ersten Kapitel, dass er von der Vollkommenheit spricht, die durch die Bedrängnisse, durch das Ausharren in uns entstehen soll. Das Merkmal eines vollkommenen Menschen ist, dass er sich nicht verfehlt, und zwar ganz besonders nicht in Bezug auf seine Worte.

[11:47] Schon im Alten Testament können wir ähnliche Ideen nachlesen, zum Beispiel in Sprüche 13 und dort Vers 3. Das heißt es: „Wer auf seinen Mund acht gibt, behütet seine Seele.“ Manchmal auch: „behütet sein Leben.“ Das, was wir sagen, hat einen Einfluss oder eine Korrespondenz zu unserem Leben, und zwar zu dem jetzigen, als auch zu dem ewigen Leben. Wir müssen auf unseren Mund acht geben, um unser Leben, unsere Seele zu behüten. Und niemand hat das klarer und deutlicher ausgedrückt, als Jesus in Matthäus Kapitel 12 und dort Vers 37. Jesus bringt die Sache auf den Punkt und spricht unmissverständlich, wenn er hier aussagt: In Matthäus 12, Vers 37: „Denn nach deinen Worten wirst du gerechtfertigt und nach deinen Worten wirst du verurteilt werden.“

[12:52] Da lohnt es sich einmal darüber nachzudenken, was wir so den ganzen lieben langen Tag sagen, welche Worte unseren Mund verlassen. Jesus sagt, dass unsere Worte letztendlich das Beweismaterial sein werden in der Frage, ob wir ewiges Leben bekommen werden oder ob wir den ewigen Tod verdient haben. Nun wird jemand sagen: „Wir werden doch nicht durch unsere Werke erlöst, wir werden durch unseren Glauben erlöst.“ Ja, das stimmt. Der Glaube macht uns gerecht vor Gott. Sein Wirken ist es, nicht unser. Aber sein Wirken soll halt in uns wirken und unser Herz verändern, und ein verändertes Herz zeigt sich auch in veränderten Worten. Die Worte offenbaren ja nur, was im Herzen ist. Jemand, der lügt, der tut das, weil sein Herz voller Lüge ist. Jemand, der gute, liebevolle, nette Worte sagt, der tut es, weil in seinem Herzen Freundlichkeit, Güte und Liebe wohnen. Die Worte sind ein Spiegel des Herzens, ein Schaufenster sozusagen in das Sinnen und Denken eines Menschen.

[14:03] Jakobus sagt uns, dass der, der sich im Wort nicht verfehlt, ist ein vollkommener Mensch. Vollkommenheit hat damit zu tun, wie wir reden. Und interessanterweise war eines der Hauptziele von Paulus und seinen Mitstreitern, den Aposteln, genau diese Vollkommenheit in den Menschen zu fördern. In Kolosser 1 und dort Vers 28 lesen wir: Kolosser 1, Vers 28: „Ihn, gemeint ist Christus, ihn verkündigen wir, indem wir jeden Menschen ermahnen und jeden Menschen lehren in aller Weisheit, um jeden Menschen vollkommen in Christus Jesus darzustellen.“ Das Ziel der Lehre ist die Vollkommenheit, nicht nur des Lehrers, sondern auch des Gelehrten. Und dann hat man noch einmal eine Idee, was für eine große Verantwortung auf dem Lehrer liegt. Und wie kann ein Lehrer, der Gemeinde, ein Ältester, seine Aufgabe richtig wahrnehmen, wenn er vielleicht nicht einmal selbst glaubt, dass ein Mensch überhaupt vollkommen in Christus sein kann. Das Ziel, von dem Paulus sagt, warum er verkündigt, warum er ermahnt, warum er alle Menschen lehrt mit aller Weisheit, ist, um Menschen vollkommen zu machen, aber nicht vollkommen in sich selbst, aus eigenen Werken, sondern vollkommen in Christus Jesus. Das ist das Ziel der Lehre. Und das ist das Ziel, was wir mit unseren Worten erreichen sollten.

[15:52] Tendieren deine Worte dazu, anderen Menschen zu helfen, vollkommen zu werden? Oder tendieren sie dazu, anderen Menschen Hindernisse auf dem Weg zur Vollkommenheit aufzubauen? Was ist die Tendenz unserer Worte? Können wir sagen, wie Paulus, dass alles, was wir sagen, tun, lehren, ermahnen, dass es dazu dient, anderen Menschen zur Vollkommenheit zu verhelfen? Denn auch wenn nicht alle Lehrer sind, sollen doch alle diese Vollkommenheit in Christus Jesus erreichen.

[16:27] Und Paulus wusste, dass er an sich selbst zu arbeiten hat und auf sich selbst Acht geben muss. In 1. Korinther 9 und dort Vers 27, da sagt er, dass es nicht ausreicht, einfach nur anderen zu predigen, gute Worte zu finden und kraftvoll zu überzeugen. Er sagt in 1. Korinther 9 und dort Vers 27: „Sondern ich bezwinge meinen Leib und beherrsche ihn, damit ich nicht anderen verkündige und selbst verwerflich werde.“ Wir werden gleich sehen, dass Jakobus genau das zum Thema hat, was passiert, wenn Menschen auf der einen Seite das Evangelium verkündigen, gute Worte finden und dann in ihrem Leben ganz anders leben. Paulus, ein wahrer Lehrer, eine echte Lehrautorität in der Gemeinde Gottes, wusste, dass er einen Kampf zu kämpfen hatte. Er schreibt vorher davon, dass er nicht wie das Ungewisse läuft und seinen Faustkampf nicht mit bloßen Luftstreichen ausführt. Er weiß ganz genau, wogegen er zu kämpfen hat, und er bezwingt seinen Leib und beherrscht ihn, damit er ein echter Lehrer ist und nicht nur einer, der sich nach diesem Amt ausgestreckt hat.

[17:40] Jakobus möchte die Bedeutung der Zunge im Leben eines Christen verdeutlichen, indem er einige Gleichnisse, Analogien aufstellt. In Jakobus 3 und dort Vers 3 sagt er: „Siehe, den Pferden legen wir die Zäume ins Maul, damit sie uns gehorchen, und so lenken wir ihren ganzen Leib.“ Die Idee ist so, wie man ein ganzes Pferd, das ja zum Teil sehr kräftig ist, wie man ein ganzes Pferd dadurch lenken kann, dass man ihm dieses Zaumzeug in den Mund legt und dann, indem man den Mund kontrolliert, das gesamte Pferd kontrolliert. Genauso wird der ganze Mensch von dem kontrolliert, der den Mund kontrolliert. Von wem wird dein Mund kontrolliert? Wer deinen Mund kontrolliert, der kontrolliert den ganzen Menschen.

[18:37] Im Psalmen finden wir interessanterweise eine ganz ähnliche Idee. In Psalm 39 und dort Vers 2. David ist es, der hier spricht. Psalm 39 und dort Vers 2: „Ich habe gesagt: Ich will auf meine Wege achten, dass ich nicht sündige mit meiner Zunge. Ich will meinen Mund im Zaum halten, solange der Gottlose vor mir ist.“ Interessanterweise, David wusste, dass es nicht schwer ist, gute Worte zu reden, wenn man von Freunden umgeben ist. Die wirkliche Herausforderung ist dann, wenn wir im Konflikt sind, wenn Feinde uns angreifen, wenn böse Worte auf uns geworfen werden, dann seine Zunge im Zaum zu halten, den Mund zu kontrollieren. Das ist der Beweis echten Christentums. Nicht zurückschlagen, nicht zurückhauen, sich nicht aufregen, die Zunge im Zaum zu halten.

[19:42] In Jakobus 1 und dort Vers 26. Da hat der Jakobus schon einmal von der Zunge gesprochen. Ein Thema, das ihn offensichtlich sehr bewegt hat. Jakobus 1, Vers 26: „Wenn jemand unter euch meint, fromm zu sein, seine Zunge aber nicht im Zaum hält, das ist dieses Bild vom Pferd, das nicht geführt wird, sondern sein Herz betrügt, dessen Frömmigkeit ist wertlos.“ Das sind klare Worte, sehr deutliche Worte, die vielleicht sogar schockieren. Man kann sich noch für noch so religiös halten, wenn die Zunge nicht im Zaum gehalten wird, dann betrügt man sich selbst. Man glaubt, dass man mit Gott ist, und man ist in Wirklichkeit betrogen. Die Frömmigkeit ist wertlos, hat keinen Wert vor Gott.

[20:47] Könnte es sein, dass ein Teil, zumindest ein Teil der Verführung Laodizeas darin besteht, dass sie glauben, sie sind gerettet, weil sie ja all diese großen Wahrheiten kennen. Und dann, ohne sich was dabei zu denken, ständig Klatsch und Tratsch über Geschwister zu verbreiten. Liebe Freunde, eines der größten Übel, die unsere Gemeinden kaputt machen, sind das schlechte Reden über andere. Oftmals vielleicht in einem Deckmantel von: „Naja, wir müssen ja das Böse aufdecken“ oder „Wir wollen ja die Sünden aufzeigen.“ Aber vieles, was unter Aufzeigen und gerechtem Zorn quasi verkauft wird, ist nichts viel mehr als ganz profane, neidische Lästerei mit einem heiligen Deckmantel. Und das macht Gemeinden kaputt und es betrügt uns, es zerstört unsere eigene Frömmigkeit.

[22:01] Jakobus gibt noch mehr Gleichnisse, um dieses Thema zu illustrieren. Er sagt in Jakobus 3,4: „Siehe, auch die Schiffe, so groß sie sind und so rau die Winde auch sein mögen, die sie treiben, sie werden von einem ganz kleinen Steuerruder gelenkt, wohin die Absicht des Steuermannes will.“ Große Schiff, kleines Steuerruder. Und interessanterweise ist dieses Steuerruder ebenfalls, wie beim Pferd, in der Hand eines intelligenten Wesens, das genau weiß: Wenn ich das Steuerruder in diese Richtung lenke, dann wird das ganze Schiff in diese Richtung gehen. Wenn wir also mit unseren Worten eine bestimmte Richtung gehen, bestimmte Dinge immer und immer wieder sagen, dann wird unser gesamtes Wesen, unser gesamter Charakter danach geformt werden, nach dem, was wir sagen.

[22:57] Und das klingt fast unglaublich, aber es ist so. Heute weiß man, dass unser Gehirn durch das, was wir sagen, mit beeinflusst wird. Deswegen empfiehlt man ja auch in vielen Fällen, wenn man Entscheidungen fällt, sie laut auszusprechen, weil man damit das Gehirn im Prinzip mitkonditioniert. Unsere Worte haben einen Einfluss auf uns selbst. Wir sagen manchmal: „Naja, ich habe das einfach so dahergeredet, war nicht so gemeint.“ Und wir verstehen nicht, dass, wenn ein Steuerruder einfach mal aus Spaß in eine bestimmte Richtung gelenkt wird, dann das gesamte Schiff keine andere Option hat, als in diese Richtung auch zu gehen.

[23:40] Noch ein Beispiel. Vers 5: „So ist doch die Zunge ein kleines Glied und rühmt sich doch großer Dinge.“ „Siehe, ein kleines Feuer, welch großen Wald zündet es an.“ Es braucht nur ein Streichholz. Wenn der Wald trocken genug ist, kann man den ganzen Wald niederbrennen. Und es gibt Beispiele in der Bibel, wir können nur einige hier aufzählen aus Zeitgründen, wo diese kleine Zunge große Dinge gesagt hat, die zum noch größeren Ruin wurden. Zum Beispiel 2. Mose 5, Vers 2, da haben wir den Pharao, der mit dieser kleinen Zunge die außerordentlich gotteslästerlichen Worte sagt: „Wer ist der Herr, dass ich auf seine Stimme hören sollte, um Israel ziehen zu lassen? Ich kenne den Herrn nicht und ich will Israel auch nicht ziehen lassen.“ Es waren nur ein paar Worte, ausgesprochen von diesem kleinen Glied der Zunge, die dazu geführt haben, nicht nur, dass er sein eigenes Leben verliert, nicht nur, dass er seinen erstgeborenen Sohn verliert, nicht nur, dass das Land Ägypten unter zahlreichen Plagen schwer zu leiden hatte, sondern dass sogar die gesamte, oder zumindest die Armee Ägyptens vernichtet wurde. Kleines Feuer, ein riesiger Waldbrand. Der Pharao hatte keine Ahnung, was seine Worte, die er aus Stolz und vielleicht auch aus Verachtung ausgesprochen hat, was die einmal auslösen würden.

[25:15] Anderes Beispiel, Daniel 4 und dort Vers 30. Noch so ein großer, hochmütiger König. Daniel 4 und dort Vers 30, Nebukadnezzar. Dort heißt es, wir können schon in Vers 27 lesen, da begann der König und sprach: „Ist das nicht das große Babel, das ich mir erbaut habe zur königlichen Residenz mit meiner gewaltigen Macht und zu Ehren meiner Majestät?“ Ein paar Worte, passen in einen Vers, die er so vor sich hin gesagt hat, die dazu geführt haben, dass er sieben Jahre lang vom Thron gestoßen wurde und mental nicht mehr menschlich, zu menschlichen Entscheidungen fähig war, sondern Gras gefressen hat wie ein Ochse. Seine Worte haben die Richtung seines Lebens bestimmt.

[26:17] Noch ein Beispiel, 2. Könige 19 und dort Vers 22. 2. Könige 19 und dort Vers 22. Das ist die Geschichte von jenem Gesandten des assyrischen Königs, dem Rabsake, der sich gegen Gott gewendet hat und ihn gelästert hat. In Vers 22 lesen wir die Antwort Gottes: „Wen hast du verhöhnt und gelästert und gegen wen hast du deine Stimme erhoben und gegen deine Augen stolz emporgerichtet? Gegen den Heiligen Israels.“ Dieser Abgesandte Assyriens hatte gesagt: „Wir sind eure Götter, nicht wahr? Alle anderen Götter haben auch vor uns kapituliert. Der Gott Israels wird nichts ausrichten können.“ Es waren ein paar Worte, die dazu geführt haben, dass die Armee Assyriens eine vernichtende Niederlage erlitten hat, durch einen Engel, der zigtausende von Soldaten niedergemetzelt hat.

[27:12] Das sind nur einige wenige Beispiele, wie unbedacht ausgesprochene Worte verheerende, katastrophale Folgen gehabt haben. Oh, würden doch wir manchmal sehen, was für fatale Folgen einige unserer Worte gehabt haben. Wir sagen hier etwas Unbedachtes und plötzlich produzieren wir einen Streit in der ganzen Gemeinde, vielleicht eine gemeine Spaltung. Wir reden irgendwo etwas, ein paar Worte nur. Das führt dazu, dass irgendjemand so schwer verletzt wird, dass er nicht mehr zur Gemeinde kommt. Wenn wir nur verstehen würden, wie gefährlich unsere Zunge sein kann.

[27:55] Jakobus hatte eine echte Bürde für dieses so praktische Thema. Er sagt in Jakobus 3 und dort Vers 6, nachdem er diese Beispiele hier angeführt hat: Jakobus 3, Vers 6 sagt er: „Und die Zunge ist ein Feuer, eine Welt der Ungerechtigkeit. So nimmt die Zunge ihren Platz ein unter unseren Gliedern. Sie befleckt den ganzen Leib und steckt den Umkreis des Lebens in Brand und wird selbst von der Hölle in Brand gesteckt.“ Das sind starke Worte. Die Zunge richtet großes Unheil an.

[28:32] Vielleicht erinnern wir uns an die Worte von Rehabiam in 2. Chronik 10 und dort Vers 13. Noch so ein Beispiel für unbedachte Worte, die nie hätten ausgesprochen werden sollen. 2. Chronik 10 und dort Vers 13. Da antwortete ihnen der König hart, denn der König Rehabiam verwarf den Rat der Ältesten. Und da lesen wir in den folgenden Versen, dass aufgrund seiner harten Worte gegenüber dem Volk zehn der zwölf Stämme sich von Israel abspalten, eine Spaltung des Volkes Gottes entsteht, weil ein König sich entscheidet, harte Worte zu verwenden. Die Zunge hat eine Spaltung in Israel ausgelöst, die in Jahrhunderten nicht wieder behoben wurde. Das Volk Israel war ab dem Zeitpunkt nie wieder eine gemeinsame Nation. Unbedachte Worte, Konsequenzen, die Jahrhunderte später noch schmerzhaft zu spüren waren.

[29:40] Ein ganz interessanter Bibelfers, das ist der Vers in Sprüche 26 und dort Vers 20. Sprüche 26 und dort Vers 20. Dort heißt es: „Wo kein Holz mehr ist, erlischt das Feuer, und wenn der Verleumder fort ist, hört der Streit auf.“ Warum gibt es Streit in Gemeinden? Warum gibt es Streit in Familien? Weil Menschen mit ihrer Zunge Dinge sagen, die nicht der Wahrheit in Liebe entsprechen. Entweder ist es nicht mal die Wahrheit, oder die Wahrheit wird so bösartig, so hart formuliert, dass es Streit erzeugt. Wenn es keinen Verleumder gibt, gibt es keinen Streit.

[30:26] Und das ist interessant, denn der Streit im Himmel, der große Kampf, der große Konflikt begann ja damit, dass jemand anfing mit seiner Zunge Gott zu verleumden und Dinge über Gott in den Umlauf zu bringen, die unwahr waren. Was würde passieren, wenn ab morgen in allen Gemeinden Lästerei, Klatsch und Tratsch aufhören würden? Ich glaube, wir hätten wahrscheinlich so gut wie keinen Streit in den Gemeinden mehr. Und wir wären auch in einer Situation, dann endlich theologische Differenzen sachlich und mit der Bibel in der Hand klären zu können und Einheit unter dem Geist Gottes zu erwirken. Es ist nicht nur die Theologie, die uns spaltet, es sind zum Teil unsere Worte und die Art und Weise, wie wir reden, die zu Streit und Spaltung führen.

[31:24] Ein Beispiel dafür, wie Worte tatsächlich von der Hölle, also von Satan inspiriert sein können, findet sich im Neuen Testament in Apostelgeschichte 5, Vers 3. Diese traurige Geschichte von Ananias und Saphira. Es heißt in Apostelgeschichte 5, Vers 3: „Petrus aber sprach: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt?“ Wow, das ganze Herz voll vom Satan, so dass du den Heiligen Geist belogen hast und von dem Erlös des Gutes etwas für dich auf die Seite geschafft hast. Die Lüge war inspiriert von Satan. Die Hölle steckt die Zunge in Brand, das ist, was der Jakobus meint. Wenn satanische Prinzipien, wenn Prinzipien des Ichs und der Selbsterhöhung und der Feindschaft gegen Gott unser Herz erfüllen, dann werden unsere Worte genau in diese Richtung gehen. Sie werden lügnerisch, verleumderisch sein, und sie können dabei durchaus, wie im Falle von Ananias und Saphira, den Eindruck erwecken, dass sie immer noch christlich sind. Aber diese Täuschung fliegt vor Gottes Geist auf.

[32:42] Und dann sagt Jakobus im dritten Kapitel etwas äußerst Interessantes. Er sagt in Jakobus 3, Vers 7 und 8: „Denn jede Art der wilden Tiere und Vögel, der Reptilien und Meerestiere wird bezwungen und ist bezwungen worden von der menschlichen Natur.“ Es gibt in der Natur, sagt er, kein Tier, nicht mal ein Löwe oder ein Elefant oder ein Wal oder was nicht von einem Menschen, wenn der Mensch dann mutig genug ist, nicht mal stark genug ist, bezwungen werden könnte. Es gibt für jedes Tier Geschichten, wo ein Mensch dieses Tier besiegt hat. Aber, sagt der Vers 8: „Die Zunge aber kann kein Mensch bezwingen. Das unbändige Übel, voll tödlichen Giftes.“ Interessant ist, dass er im Vers davor, in Vers 7, von der menschlichen Natur gesprochen hat. Kann man das alle sehen? Die menschliche Natur. Das heißt, wenn er im nächsten Vers sagt, die Zunge kann von einem Menschen nicht bezwungen werden, dann meint er damit die menschliche Natur. Wir in unserer gefallenen menschlichen Natur können, wenn wir es uns trauen, einen Löwen besiegen, so wie Simson. Wir können, wenn wir uns trauen, einen Elefanten zähmen. Aber wir können unsere eigene Zunge nicht besiegen aus eigener Kraft.

[33:59] Das heißt, ein Mensch ohne Gott ist nicht in der Lage, wirklich seine Zunge im Zaum zu halten. Sie ist wie ein gefährliches Schwert. Und Römer 3, Vers 13 sagt uns auch genau, dass ein Unbekannter Mensch genau mit diesem Problem zu kämpfen hat. In Römer 3 wird ja anhand einiger Psalmen und anderer alttestamentlicher Zitate die geistliche Haltung eines Ungläubigen beschrieben, der noch die rettende Gnade Gottes nicht erlebt hat und angenommen hat. In Römer 3 und dort Vers 13, da heißt es von jenen, die ohne Gott sind, die in der Sünde leben: „Ihre Kehle ist ein offenes Grab. Mit ihren Zungen betrügen sie, Otterngift ist unter ihren Lippen.“ Sie leben in der Feindschaft gegen Gott, halten das Gesetz Gottes nicht, dass doch sagt: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden, wie dein Nächsten.“

[35:03] Aber was ist, wenn diese lügnerischen, verleumderischen Worte, diese Lästerei noch dann stattfindet, wenn der Mensch vorgegeben hat, bekehrt zu sein? Wenn er ein Gemeindeglied ist und vielleicht sogar in Amt und Würden in der Gemeinde ist? Jakobus 3 und dort Vers 9: „Mit ihr, mit der Zunge loben wir Gott, den Vater.“ Das spricht nicht von Unbekannten, von Heiden, das spricht von Leuten in der Gemeinde, vielleicht sogar von Lehrern, die mit ihrer Zunge Gott loben, den Vater. Und dann heißt es weiter: „Und mit ihr, der Zunge, verfluchen wir die Menschen, die nach dem Bild Gottes gemacht sind.“

[35:59] Jakobus legt den Finger auf die Wunde und geißelt die Heuchelei. Gott hat genug, liebe Freunde, lasst uns das ganz deutlich sehen. Gott hat genug von Menschen, die vollmundig die Wahrheit verkündigen und dann schlecht über Mitmenschen reden. Gott hat genug von Menschen, die sich auf die Fahne schreiben, die Wahrheit allein der Bibel zu verbreiten und dafür einzustehen und dann doch Falschzeugnis über ihren Nächsten reden. Gott hat genug von solchen Menschen. Es passt nicht zusammen.

[36:40] Die Frage ist, die wir uns stellen müssen: Könnte es sein, dass uns das manchmal passiert, dass wir mit auf der einen Seite Gott loben und seine Wahrheit verteidigen und die Menschen, für die Jesus gestorben ist, dann mit schlechten Worten, mit Verleumdung kaputt machen und damit eigentlich gegen Gott und seinen Plan kämpfen? Wer lästert, kämpft gegen Gott. Wer Klatsch und Tratsch verbreitet, kämpft gegen Gott, denn er kämpft gegen Geschöpfe Gottes und er schädigt sie.

[37:15] Die Bibel sagt uns, dass die Tatsache, dass der Mensch nach dem Bilde Gottes geschaffen ist, ein Beweis ist oder der Grund ist, warum der Mensch einen anderen Menschen nicht töten darf. In 1. Mose 9, Vers 6 heißt es ja: „Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden, denn im Bilde Gottes hat er den Menschen gemacht.“ Die Gottesebenbildlichkeit des Menschen besagt, dass er nicht von einem anderen Menschen getötet werden soll. Ich habe nicht das Recht, einen anderen Menschen zu töten. Warum? Denn er ist im Bilde Gottes gemacht. Aber Jesus sagt in Matthäus 5, Vers 21, dass das Gebot: „Du sollst nicht töten“, dass er letztendlich genau das aussagt, eine tiefergehende Bedeutung hat. Matthäus 5, Vers 21 sagt er, Vers 22: „Ihr habt gehört, dass zu den Ältesten gesagt ist: Du sollst nicht töten. Wer tötet, der wird im Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinen Bruder ohne Ursache zürnt, wird im Gericht verfallen sein. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha, der wird im hohen Rat verfallen sein. Wer aber sagt: Du Narr, der wird im höllischen Feuer verfallen sein.“ Er tötet mit der Zunge einen Menschen, der nach dem Bilde Gottes geschaffen ist. Gesetzesübertretung.

[38:40] Wie denkt Gott von Menschen, die im Namen der biblischen Wahrheit andere Menschen verleumden, schlecht über andere reden? Wie denkt er von mir und von dir, wenn wir unsere Worte nicht acht haben und gleichzeitig Gott loben? Jakobus ist deswegen herausfordernd, weil er uns von unserer theologischen Wolke herunterholt in die Wirklichkeit des christlichen Lebens. Wer ein Nachfolger Jesu in der Theologie sein möchte, der muss es auch in der Kommunikation sein, in dem Miteinander, in der Art und Weise, wie und was wir reden.

[39:16] Solche eine Doppelmoral soll nicht existieren, so sagt es Jakobus 3, Vers 10 ganz deutlich. „Aus einem und demselben Mund gehen Loben und Fluchen hervor. Das soll nicht so sein, meine Brüder.“

[39:30] Liebe Freunde, lasst uns etwas gemeinsam lernen aus dieser Lektion. Lasst es uns wirklich vornehmen, lasst uns diese Entscheidung fällen, nicht mehr schlecht über andere zu reden, die Zunge im Zaum zu halten durch Gottes Kraft. Denn Gott hat etwas dagegen, wenn Menschen, die im Herzen unbekehrt sind, groß über sein Wort reden. Psalm 50 macht das sehr deutlich. Psalm 50 und dort ab Vers 6. Dort lesen wir, Psalm 50, Verzeihung, Vers 16 und dort ab Vers 16. Zu dem Gottlosen, was spricht Gott? „Was zählst du meine Satzungen auf und nimmst doch meinen Bund in deinen Mund, da du doch Zucht hast und meine Worte verwirfst?“ Dann Vers 18, Vers 19: „Deinen Mund lässt du Böses reden und deine Zunge knüpft Betrug. Vers 20: Du sitzt da und redest gegen deinen Bruder, den Sohn deiner Mutter verleumdest du.“

[40:46] Gott sagt: Wer hat es dir erlaubt, über mein Evangelium zu predigen, über meinen neuen Bund zu reden, über meine Satzungen, über das Gesetz Gottes zu reden? Wer hat es dir erlaubt, wenn du gleichzeitig deinen Bruder verleumdest, wenn du mit deiner Zunge Betrug knüpfst? Gott möchte nicht, dass wir über die Wahrheit reden, wenn wir gleichzeitig schlecht über andere reden. Gott möchte es nicht.

[41:08] Jeremiah 7 und dort Vers 4. „Verlasst euch nicht auf trügerische Worte wie diese: ‚Der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn ist dies.‘“ Könnte es sein, dass wir uns auf betrügerische Worte verlassen, indem wir sagen: „Wir glauben an das Heiligtum, wir glauben an das Heiligtum, wir glauben an das Heiligtum, ergo müssen wir ja in den Himmel kommen. Wir glauben an das Heiligtum, wir glauben an 1844, deswegen kann uns Gott nur in den Himmel nehmen.“ Die Israeliten haben auch gesagt: „Der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn, der Tempel des Herrn.“ Und Jeremiah sagt ihnen: „Verlasst euch nicht auf trügerische Worte.“ Vers 18: „Ihr verlasst euch auf trügerische Reden, die keinen Nutzen bringen.“ „Meint ihr denn, nachdem ihr gestohlen, gemordet, die Ehe gebrochen, falsch geschworen, den Baal geräuchert habt und anderen Göttern nachgelaufen seid, die ihr nicht kennt, dass ihr dann kommen und vor mein Angesicht treten könnt in diesem Haus, das nach meinem Namen genannt ist und sprechen: ‚Wir sind errettet‘?“

[42:14] Liebe Freunde, lasst uns nicht sagen, wir sind errettet, wenn wir gleichzeitig in Sünde leben und Sünde dauernd praktizieren. Jeremiah sagt, es ist ein Betrug, nur um dann all diese Gräuel weiter zu verüben. Ein Betrug. Das mündliche Bekenntnis zur Wahrheit rettet uns nicht, wenn unsere Worte im Alltag etwas anderes sagen.

[42:51] In Römer 12, Vers 14 wird deutlich, dass selbst in den schwierigsten Situationen wir das Vorrecht haben, durch die Kraft Gottes eben nicht zu fluchen, sondern zu segnen. Nicht nur Gott, sondern auch unsere Mitmenschen. Römer 12, Vers 14: „Segnet die, die euch verfolgen, segnet und flucht nicht.“ Sehr deutlich.

[43:13] Woran erkennt man einen wahren Christen? Daran, dass er auch von denen, die ihm schlecht gesonnen sind, gut redet. Und ich denke, an dieser Stelle müssen wir alle gehörig dazu lernen, oder? Wir müssen lernen, gut von unseren Feinden zu reden, sie zu segnen, statt sie zu verfluchen. Ansonsten betrügen wir uns selbst.

[43:47] Jakobus 2, Verzeihung, Jakobus 3 und dort Vers 11 und 12 sagt er: „Sprudelt auch eine Quelle aus derselben Öffnung Süßes und Bitteres hervor? Es gibt doch nur eine Quelle. Vers 12: Kann auch ein Feigenbaum Oliven tragen oder ein Weinstock Feigen? So kann auch eine Quelle nichts Salziges und Süßes Wasser geben.“ Salziges und Süßes Wasser geben. Aus einem Herzen kann nicht wirklich ernste Liebe zu Gott, echte Liebe zu Gott und Lästerei hervorkommen. Das geht nicht. Und wenn da Lästerei ist, dann ist wahrscheinlich die Liebe zu Gott nur geheuchelt oder aufgesetzt oder irgendwie menschlich konstruiert.

[44:30] Jesus hat einmal diese wichtigen Worte gesagt im Zusammenhang mit diesem Thema. In Lukas Kapitel 6 und dort Vers 43 und 44. „Denn es gibt keinen guten Baum, der schlechte Frucht bringt, noch einen schlechten Baum, der gute Frucht bringt. Denn jeder Baum wird an seiner Frucht erkannt.“ „Denn von Dornen sammelt man keine Feigen und vom Dornenbusch schließt man keine Trauben.“ Ein wahrer Lehrer und ein wahrer Gläubiger wird nicht lästern. An den Früchten werdet ihr sie erkennen, und an den Früchten müssen wir uns selbst erkennen. An den Früchten müssen wir erkennen, ob wir wirklich unser Herz Jesus übergeben haben.

[45:33] Und in dem Sinne dürfen wir dankbar sein, dass es die Zunge gibt. Denn sie macht das sichtbar und vor allem hörbar, was wir vielleicht in unserem Herzen sonst gar nicht erkennen würden. Die Zunge offenbart, was im Herzen ist. Und wir müssen schauen, dass wir die Quelle wieder reinigen, damit dann auch die Zunge dafür genutzt wird, wozu Gott sie geschaffen hat. Gott hat die Zunge geschaffen. Auch wenn es hier sehr viel Negatives über die Zunge zu sagen gibt, dann nur deswegen, weil sie so oft missbraucht wird. Aber Gott hat die Zunge geschaffen für etwas Besseres als Lästerei. Gott hat die Zunge geschaffen, damit wir ihn loben und damit wir anderen von ihm erzählen. Damit wir uns gegenseitig ermutigen und stärken und liebevoll reden und uns vornehmen, durch Gottes Kraft und seine Hilfe auf diese Art und Weise unsere Zunge zu gebrauchen.

[46:30] Und ihn bitten, dass er uns die Kraft schenkt, unsere Zunge im Zaum zu halten, egal mit wem wir es zu tun haben, in welcher Situation wir auch sind. Damit deutlich wird, dass wir tatsächlich ein Herz haben, das von Gott verändert worden ist. Ist das dein Wunsch? Gott segne dich in deiner Entscheidung.

[46:57] Nächste Woche werden wir weiter studieren, werden die nächsten Verse hier aus Jakobus 3 betrachten, und dann gibt es noch mehr zu entdecken, sehr interessante Dinge, auf die ihr euch freuen könnt. Und bis dann wünsche ich euch Gottes Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.


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