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Manuskript >>> CSH_Manuskript_2014 4th Nr 9

In dieser Cannstatt Study Hour-Folge wird der Brief des Jakobus, Kapitel 4, Verse 11-17, behandelt. Christopher Kramp beleuchtet die Rolle des Christen als Gesetzgeber und Richter und betont die Wichtigkeit, das Gesetz Gottes nicht zu richten, sondern zu befolgen. Es wird erklärt, warum nur Gott der wahre Gesetzgeber ist, der retten und verderben kann, und wie wichtig es ist, unsere Pläne dem Willen Gottes unterzuordnen. Abschließend wird die Bedeutung von Dankbarkeit und die Gefahr des Rühmens sowie die Sünde der Unterlassung thematisiert.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2014 Q4: Der Brief des Jakobus

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf joelmedia.tv.de und herzlichst willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zu unserer neunten Folge unseres Studiums des Jakobusbriefes. Und wir gehen weiter in unserem Vers-zu-Vers-Studium, heute mit dem Thema Eingesetzgeber und Richter. Wir bereiten uns vor auf das Bibelgespräch am 29. November und wir werden uns vor allem im vierten Kapitel von Jakobus aufhalten. Ein Thema, das uns herausfordern wird und ich denke, von dem wir viel lernen können.

[0:55] Und wir möchten gemeinsam beginnen mit einem Gebet und ich lade euch ein, dazu mit mir zu beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass wir jetzt dein Wort studieren können. Wir möchten dich bitten, dass du es uns klar und deutlich aufschließt, dass wir erkennen, was wir heute zu lernen haben und dass wir deine Güte, deine Herrlichkeit, deinen Charakter in diesem Wort, in dieser Botschaft erkennen können. Bitte sei du bei uns, halte alle Störende fern und sprich du zu unseren Herzen. Im Namen Jesu, Amen.

[1:22] Nun, wir beginnen heute in Jakobus Kapitel 4 und dort ab Vers 11 und gehen dann das ganze Kapitel bis Kapitel 17 dann durch. Wir haben letzte Woche ja gesprochen über die Weisheit und es geht heute noch einmal um das Gesetz. Jakobus ist ja jemand, der das Christentum auf ein praktisches Level gebracht hat und noch einmal den Gehorsam des Glaubens sehr betont hat und deswegen auch hier noch einmal über das Gesetz spricht. Fangen wir in Vers 11 an und dort heißt es in Jakobus 4 Vers 11: „Verleumdet einander nicht, ihr Brüder. Wer seinen Bruder verleumdet und seinen Bruder richtet, der – und das ist sehr interessant, was hier steht – der verleumdet das Gesetz und richtet das Gesetz. Wenn du aber das Gesetz richtest, so bist du nicht ein Täter, sondern ein Richter des Gesetzes.“

[2:19] Nun, dieser Vers ist äußerst interessant. Warum? Weil Jakobus hier zwei Dinge miteinander verknüpft, nämlich unser Verhalten gegenüber anderen Menschen mit unserer Beziehung zum Gesetz. Er spricht davon, nicht einander zu verleumden, und wir haben ja bereits eine ganze CSA zum Thema der Zunge gehabt, zu der Thematik, wie böse Worte Streit und Missgunst erzeugen in der Gemeinde. Der erste Teil des dritten Kapitels war ja besonders diesem Thema gewidmet. Und so wollen wir noch ein paar Verse lesen, die dieses Thema noch vertiefen, zum Beispiel in Epheser Kapitel 4 und dort Vers 31. Epheser Kapitel 4 und dort Vers 31. Die Bibel sagt uns hier: „Alle Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung sei von euch weggetan, aller Bosheit.“ Wie oft kommt es vor, dass wir, auch wenn wir uns als Christen bezeichnen, bitter werden oder wütend werden auf jemanden, zornig sind, weil uns übel mitgespielt worden ist und manch einer schreit vielleicht sogar. Aber die Apostel sagen ganz deutlich: „Das sei von euch weggetan.“ Wir sollten das nicht tun.

[3:32] Petrus stößt in dasselbe Horn, wenn er in 1. Petrus Kapitel 2 und dort Vers 1 sagt: „1. Petrus 2 und dort Vers 1: So legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle Verleumdungen.“ All das sollen wir ablegen, wir sollen es wegtun. Und wir haben darüber gesprochen an anderer Stelle, wie sehr Betrug und Neid und vor allem Verleumdung die Atmosphäre in einer Gemeinde verschlimmern, verschlechtern können. All dieses böse Reden hat keinen Platz und Jakobus betont diesen Punkt immer wieder: Wer einen Bruder verleumdet, der ist kein Täter des Gesetzes. Man kann also nicht gleichzeitig für sich in Anspruch nehmen, Gottes Geboten gehorsam zu sein und schlecht über andere reden. Das ist unmöglich.

[4:36] Wenn wir den Vers in Jakobus nochmal genau anschauen, dann entdecken wir hier, dass er die Beziehung zu den Menschen verknüpft mit dem Gesetz, wie wir gesagt haben. Es heißt Vers 11: „Verleumdet einander nicht, ihr Brüder, wer seinen Bruder verleumdet und seinen Bruder richtet, der verleumdet das Gesetz und richtet das Gesetz.“ Das ist äußerst interessant. Jeder echte Christ würde davor zurückschrecken, das Gesetz Gottes zu verleumden oder das Gesetz Gottes zu richten. Wer das Gesetz Gottes richtet, der stellt sich ja über das Gesetz. Und als gute Bibelstudenten kommt uns da sofort dieser Bibeltext von Jesaja 14 oder von Hesekiel 28 in den Sinn, wo über die Rebellion des Luzifers uns berichtet wird, der sich über Gottes Thron, über Gottes Gesetz stellen wollte und der genau das gemacht hat, der verleumdet hat.

[5:38] Verleumdung, schlechtes Reden übereinander, ist also direkt verknüpft mit dem Kampf gegen Gottes Gebot. Es scheint so zu sein, dass Verleumdung die zweite Sünde des Universums war. Die erste war Stolz, aber die zweite Sünde war nicht Alkoholtrinken oder unehelicher Geschlechtsverkehr oder Drogenhandel. Nein, die zweite Sünde des Universums nach dem Stolz war die Verleumdung, war der Klatsch und Tratsch. Und deswegen macht Jakobus diesen Punkt so deutlich: Wer in der Gemeinde sich schlecht gegenüber anderen verhält, indem er schlecht über sie redet, der redet schlecht über Gott. Jesus hat ja genau dasselbe gesagt, als er gesagt hat: „Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Und wenn ihr einem meiner geringsten Brüder verleumdet, dann habt ihr mich verleumdet.

[6:34] Wenn also jemand einen anderen richtet – es geht nicht nur um Verleumdung, auch um Richten –, wenn ich also mich aufspiele als Richter und sage: „Du bist verloren und du bist gerettet und was du machst, das richte ich dich.“ Da sagt Jakobus hier: „Der richtet das Gesetz und er ist kein Täter des Gesetzes.“ Mit anderen Worten, das, was wir als Gesetzlichkeit bezeichnen würden, eine unausgewogene Betonung des Gesetzes und des Richtens von anderen ohne die Liebe und die Gnade Gottes. Diese Form von Gesetzlichkeit ist eigentlich eine Schande für das Gesetz, denn das Gesetz Gottes ist etwas ganz anderes. Das Gesetz Gottes ist Ausdruck seiner Liebe. Gesetzlichkeit, wie sie auch immer wieder unter uns vorkommt, ist eine Schande für das Gesetz.

[7:18] Warum? Vers 12: „Einer nur ist der Gesetzgeber.“ Das Gesetz kommt von jemand, es ist nicht einfach im luftleeren Raum entstanden, sondern es ist die Widerspiegelung einer Person, eines Charakters und dieser Eine ist natürlich Gott. Und Gott ist eben nicht nur der Richter, er ist auch der Retter. Und wenn wir richten, ohne Menschen retten zu wollen, dann spiegeln wir nicht Gott wider. Wir sind eine Schande für das Gesetz. Wer anderen nur sagt, was sie falsch machen, ohne sich dafür einzusetzen, dass sie sich wirklich bekehren, wer keine Liebe hat für sie, der ist eine Schande für das Gesetz und für den, der das Gesetz gegeben hat. Wer verleumdet, ist eine Schande für das Gesetz, denn Gott verleumdet nicht. Ganz im Gegenteil.

[8:16] Gott ist der einzige Gesetzgeber und diese Idee kommt aus dem Alten Testament, aus Jesaja Kapitel 33 und dort Vers 22. Jesaja Kapitel 33 und dort Vers 22. Dort heißt es: „Denn der Herr ist unser Richter, der Herr ist unser Gesetzgeber, der Herr ist unser König, er wird uns retten.“ Manche Menschen kriegen Angst, wenn sie die Idee haben, dass Gott ihr Richter ist oder ihr Gesetzgeber. Aber im Alten Testament war das keine schlechte Idee, es war keine angstmachende Idee. Nein, im Gegenteil. Sie sagen: „Wenn Gott unser Richter ist, unser Gesetzgeber ist, wenn er unser König ist, dann kann er uns retten.“ Dein Gesetzgeber hat Macht, dein Richter hat Macht, dein König hat Macht. Gott ist all das.

[9:05] Wenn wir das Gesetz Gottes wirklich verstehen wollen, müssen wir den Gesetzgeber verstehen und nur in einer persönlichen Beziehung zum Gesetzgeber können wir das Gesetz auch richtig verstehen, ausleben und anderen predigen. Wer das Gesetz predigt, ohne den Gesetzgeber zu kennen, der wird dem Gesetz Schande zufügen. Das ist der Punkt von Jakobus. Und er sagt ganz deutlich, wenn wir zurückgehen zu Jakobus 4 und dort Vers 12: „Einer nur ist der Gesetzgeber, der die Macht hat zu retten und zu verderben. Wer bist du, dass du den anderen richtest?“

[9:41] Das heißt, die Idee ist, warum ist Jesus der einzige Gesetzgeber? Weil er der Einzige ist, der wirklich retten kann und der Einzige ist, der wirklich verderben kann. Lass uns mal diese Idee studieren. Das ist ganz interessant. Die Bibel sagt tatsächlich, dass nur Gott wirklich retten kann und dass nur Gott wirklich verderben kann. Zwei Beispiele dazu: Hebräer Kapitel 7 und dort Vers 25. Hebräer 7 Vers 25. Es spricht von Jesus hier und es heißt: „Daher kann er auch diejenigen vollkommen retten, also wir setzen auf das Völligste oder für immer retten, die durch ihn zu Gott kommen, weil er für immer lebt, um für sie einzutreten.“ Nur einer kann uns völlig retten. Andere können uns helfen, können uns auf dem Weg begleiten, aber nur einer kann uns vollständig, ganz retten und das ist Jesus Christus.

[10:29] Aber die andere Seite ist genauso wahr. In Matthäus 10 und dort Vers 28. Matthäus 10 und dort Vers 28. Die Bibel sagt uns: „Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen. Fürchtet vielmehr den, der Seele und Leib verderben kann in der Hölle.“ Wenn nach den tausend Jahren das Höllenfeuer fällt vom Himmel auf die Erde, werden die Menschen mit Leib und ihrem ganzen Leben der Seele vernichtet werden. Nur Gott kann ganz vernichten. Satan kann Menschen zwar vielleicht töten, aber ihm nicht den ewigen Tod zufügen. Menschen können uns helfen, aber uns nicht ganz retten. Nur Gott kann uns ganz retten und ganz vernichten.

[11:23] Und Jakobus sagt, aufgrund dieser Tatsache, weil nur Gott uns ganz retten kann und uns ganz vernichten kann, deswegen ist er unser Gesetzgeber. Wir können nicht richten, weil wir können einen anderen auch nicht ganz retten. Wir können den anderen auch nicht ganz vernichten. Es ist außer unserer Möglichkeit, unserer Kraft, weil wir sind nicht Gott. Aber Gott kann das, weil er uns geschaffen hat. Und deswegen ist er der Gesetzgeber. Er ist der Richter und er richtet gerecht und er kann sein Urteil auch ausführen.

[11:53] Das ist sehr entscheidend. Schauen wir mal in den Römerbrief, in Römer 2 und dort Vers 1. Römer Kapitel 2, Vers 1. Paulus sagt: „Darum bist du nicht zu entschuldigen, oh Mensch, wer du auch seist, egal ob du Heide oder Jude bist, wer du bist, du bist nicht zu entschuldigen. Der du richtest.“ Mit anderen Worten, wer richtet, wer sich über andere Menschen stellt, wer ohne die Liebe Gottes zu reflektieren andere Menschen verurteilt, der ist nicht zu entschuldigen. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Es gibt keinen Grund, warum man das tun sollte.

[12:33] Und der Grund ist sehr einfach: „Denn worin du den anderen richtest, verurteilst du dich selbst. Denn du, der du richtest, verübst ja dasselbe.“ Weil wir alle gesündigt haben, weil wir alle Sünder sind, können wir nicht abschließend urteilen. Wir können nicht abschließend richten, weil wir auch nicht retten können und auch nicht vernichten können. Und das muss uns bewusst sein. Uns muss bewusst sein, dass wenn jemand in der Gemeinde uns etwas Schlechtes angetan hat, uns muss bewusst sein, wir können ihn nicht vernichten. Gott sei Dank. Und wir können ihn auch nicht alleine retten. Und da wir das nicht können, können wir ihn auch nicht verurteilen.

[13:14] Aber es gibt jemanden, es gibt jemanden, auf den wir ihn weisen können, zu dem wir ihn bringen können. Wir können mit ihm reden, dass er zu diesem Jesus kommt. Und weil wir uns nicht richten, gegenseitig nicht richten können, sagt der Paulus dann im selben Römerbrief in Römer 14 und dort in Vers 13. Er macht diesen Aufruf, er sagt: „Darum lasst uns nicht mehr einander richten, sondern richtet viel mehr, dass dem Bruder weder ein Anstoß noch ein Ärgernis in den Weg gestellt wird.“

[13:58] Paulus sagt: Okay, wir haben es verstanden, wir sollen nicht richten. Also lasst uns die Schlussfolgerung ziehen, lasst uns aufhören, einander zu richten. Und dieser Aufruf gilt auch an dich, lieber Freund, liebe Freundin. Lasst uns, die wir in der Gemeinde sind, die wir uns für Gottes Wort interessieren, die wir Christen sein wollen, lasst uns aufhören, einander zu richten. Lasst uns einfach aufhören damit. Aber lasst uns darauf konzentrieren, dass wir kein Anstoß sind.

[14:19] Was würde passieren, wenn jeder Christ, wenn jeder in der Gemeinde sich fest vornimmt, statt den anderen zu kritisieren und ihn zu richten, darauf zu achten, dass er selbst kein Anstoß ist, mit seinen Worten, mit seinen Gedanken, mit seinen Taten? Statt darauf zu achten, was der andere alles falsch macht und was er hätte besser machen können, darauf zu achten, ob ich mit irgendeiner Tat, einer Handlung jemand anderem ein Anstoß bin. Was würde passieren? Würde unsere Gemeinde nicht ein besserer Ort sein? Hört auf zu richten.

[14:55] Nun, ab Vers 13 beginnt der Korpus einen neuen Gedanken zu entwickeln. Er sagt hier in Vers 13: „Wohl an nun, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die und die Stadt reisen und dort ein Jahr zubringen, Handel treiben und Gewinn machen.“ Dann sagt er in Vers 14: „Und doch wisst ihr nicht, was morgen sein wird, denn was ist euer Leben? Es ist doch nur ein Dunst, der eine kleine Zeit sichtbar ist, danach aber verschwindet er.“

[15:28] Ich weiß nicht, wie es dir geht, liebe Freunde, liebe Freundinnen, ob du Pläne machst für dein Leben über einen längeren Zeitraum. Dieses Thema spricht sehr direkt davon und das ist ja vielleicht auch ein interessantes Thema. Manch einer sagt: „Ja, aber soll ich keine Pläne machen? Soll ich mir nicht Gedanken machen? Sollen wir vielleicht auch in der Gemeinde Pläne machen, wie wir arbeiten wollen?“ Nun, eins ist auf jeden Fall sehr sicher hier nach diesem Text: Es gibt viele Menschen, die machen weitreichende Pläne und Pläne, die ihr Geschäftsleben und so weiter, auch wo sie wohnen, entsprechend betreffen.

[16:00] Das Problem bei der ganzen Sache ist einfach das, dass wir zwar Pläne machen können, aber diese Pläne im Grunde genommen immer auf Sand gebaut sind, weil wir schlicht und ergreifend die Zukunft nicht kennen. Schauen wir mal den Text an, in Sprüche 27 und dort Vers 1. Sprüche 27 und dort Vers 1. Dort heißt es – und die Sprüche sind von Salomo geschrieben, deinem weisesten Mann, der jemals gelebt hat, also abgesehen von Jesus. Er sagt: „Rühme dich nicht des morgigen Tages, denn du weißt nicht, was ein einziger Tag bringen kann.“

[16:39] Wir wissen wirklich nicht, was morgen geschieht. Wir können es abschätzen aufgrund unserer Erfahrung. Wir können vermuten, wir können in gewisser Weise nach gewissen Plausibilitäten ungefähr erwarten, was wahrscheinlich kommen wird und mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit wird es auch ungefähr so kommen, aber wir wissen es nicht. Und wenn wir das nicht schon für einen Tag nicht können, wie viel weniger für ein Jahr oder einen längeren Zeitraum. Alle unsere Pläne, die wir so machen, sind auf Sand gebaut, unsicher und nicht vertrauenswürdig.

[17:10] Und Jakobus hält uns das vor. Das ist uns vielleicht unangenehm, weil wir manchmal glauben, ich muss nur einen Traum nur fest genug formulieren, ich muss nur fest genug daran glauben, dann werde ich in der Lage sein, es zu tun. Und viele Menschen glauben das wirklich, dass sie ihre Träume wahr machen können, wenn sie nur fest genug daran glauben. Aber die Bibel sagt uns und hält uns den Spiegel vor: Du weißt nicht, was kommt. Wenn wir die Zukunft schauen, auf uns alleine gestellt, dann ist das ein dunkles Loch.

[17:41] Ein Beispiel in der Bibel für jemanden, der das wirklich nicht verstanden hat und der einen bitteren Preis bezahlt hat, ist dieser Bericht in Lukas 12 von Jesus, der hier dieses Gleichnis vom reichen Narren erzählt. Ab Vers 17 heißt es: „Also dieser Mann, der viel Frucht eingebracht hat in der Ernte, Vers 17 heißt es: Und er überlegte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun, da ich keinen Platz habe, wo ich meine Früchte aufspeichern kann? Und er sprach: Das will ich tun, ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will daran alles, was mir gewachsen ist und meine Güter aufspeichern und will zu meiner Seele sagen: Du hast einen großen Vorrat auf viele Jahre haben und Ruhe, isst, trinkt und sei guten Mutes.“

[18:24] Das klingt doch vernünftig, oder? Ich habe ausreichend Vorsorge getroffen. Und viele Menschen glauben, dass sie ein ruhiges Leben leben können, wenn sie Vorsorge getroffen haben, wenn sie eine Lebensversicherung haben oder wenn sie investiert haben in Immobilien oder wenn sie irgendwelche Arten von Sicherheiten haben. Und dann heißt es Vers 14, Vers 20: „Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr, in dieser Nacht wird man deine Seele von dir fordern und wem wird gehören, was du bereitet hast? Was nützt den Menschen, wenn er die ganze Welt gewinne, aber doch Schaden nimmt an seiner Seele?“

[18:56] Du Narr, könnte es sein, dass Gott manchmal zu uns spricht und sagt: Du Narr, du glaubst, dass du mit diesen Dingen in der Welt eine Sicherheit hast, nur weil du ein Haus hast, weil du vielleicht ein gut gefülltes Portemonnaie oder ein gut gefülltes Konto hast, nur weil du bisher gut gewirtschaftet hast, deswegen wirst du ein sicheres Leben haben. Wisse, das Leben ist unsicher und wir können in keine weltlichen Dinge so viel Vertrauen hineinsetzen, dass wir glauben, deswegen haben wir Ruhe und Frieden.

[19:33] Unsere Tage vergehen tatsächlich schnell. Jakobus sagt wie ein Dunst, der kaum sichtbar ist. Ein Buch, in dem das öfter mal vorkommt, dieser Gedanke, ist das Buch Hiob. Ein Buch, das an die Existenz, an die menschliche Existenz herangeht. In Hiob Kapitel 9 und dort Vers 25 und 26, da sagt Hiob: „Und meine Tage sind schneller dahingeeilt als ein Läufer. Sie sind entflohen und haben nichts Gutes gesehen, sind vorbeigezogen wie Rohrschliffe, wie ein Adler, der sich auf Beute stürzt.“

[20:13] Schnell, jeder von uns hat vielleicht mal einen Adler gesehen, der so ein kleines Tier stürzt. Die Zeit vergeht schnell und gerade Menschen, die älter werden, die alle sagen dasselbe: Die Zeit ist so schnell vergangen, schneller als wir gedacht haben. Liebe Freunde, liebe Freundinnen, wir beschäftigen uns vielleicht nicht oft mit dem Thema, weil wir so viel zu tun haben, aber unser Leben vergeht schnell. Wir leben nicht mehr vor der Sintflut, wo der Mensch 900 Jahre hatte. Unser Leben vergeht schnell und wir müssen uns Gedanken machen, was unserem Leben das Wichtigste ist, was die Prioritäten in unserem Leben sind.

[20:55] Auch in den Psalmen finden wir ähnliche Gedanken. Zum Beispiel, wir haben uns ein Beispiel herausgegriffen von mehreren, Psalm 39 und dort Vers 5: „Lass mich mein Ende wissen, oh Herr, und was das Maß meiner Tage ist, damit ich erkenne, wie vergänglich ich bin.“ Wir müssen Gott fragen, dass er uns eine Perspektive gibt für unser Leben. Ohne Gottes Perspektive für die Zeitdauer unseres Lebens werden wir die falsche Perspektive haben, wenn es darum geht, unser Leben zu gestalten.

[21:30] Der nächste Vers sagt in Vers 6: „Siehe, nur handbreitenlang hast du meine Tage gemacht, und die Dauer meines Lebens ist wie nichts vor dir.“ Verglichen mit Gottes Ewigkeit, verglichen mit seiner Existenz ist unser Leben tatsächlich ein Nichts. Und allein das ist schon ein Grund, warum wir nicht richten sollten, denn Gott hat so viel Erfahrung. Er hat schon so viel gesehen. Verglichen mit ihm sind wir nichts. Und Gott sagt: „Lass mich richten. Ich habe mehr als genügend Lebenserfahrung.“ Er lebt nämlich schon seit immer. Das ist kaum vorstellbar. Er lebt seit immer.

[22:03] Wer sind wir, dass wir mit dem bisschen Lebensdauer, das wir 30, 40, 50, 60 Jahre gelebt haben, dass wir uns anmaßen, einen anderen Menschen, den Gott geschaffen hat, richten zu wollen? Das ist doch absurd. Wahrlich, jeder Mensch, wie fest er auch steht, ist nur ein Hauch. Manchmal denken wir, wenn wir wirklich treu sind und der Bibel folgen, dann sind wir eine Säule. Aber verglichen mit Gott sind wir nur ein Hauch, nur ein Hauch.

[22:35] Und weil das so ist, weil unser Leben an und für sich nur ein Hauch ist, weil es so schnell vorbeigeht, weil wir nichts haben, womit wir aus unserem eigenen Leben heraus Sicherheiten schaffen können, deswegen müssen wir – und wir haben keine andere Chance – wir müssen den Willen Gottes zu unserer Basis machen. Nur wenn Gott eine Konstante in unserer Lebensplanung ist, nur dann haben wir Sicherheit. Finanzielle Mittel, familiäre Bande, Talente und Gaben, all das kann uns keine Sicherheit, keine echte Perspektive geben. Unser Leben vergeht so schnell, aber Gottes Wille ist die Basis.

[23:37] Schauen wir uns mal den Text an, in Jakobus 4 Vers 15. Dort lesen wir: „Stattdessen solltet ihr sagen: Wenn der Herr will und wir leben, wollen wir dies oder das tun.“ Mit anderen Worten, alle unsere Lebensentscheidungen, nicht nur die religiös bedingten, nicht nur die, die etwas mit der Gemeinde zu tun haben, auch unsere geschäftlichen Entscheidungen, unsere Entscheidungen, wo wir leben, was wir arbeiten, all diese Entscheidungen sollten nach Gottes Willen entschieden werden. „Wenn der Herr will und wir leben, wollen wir dies oder das tun.“

[24:09] Denn nur der Wille Gottes kann endgültig Bestand haben. Bibeltext sagt das sehr deutlich in Sprüche 19 Vers 21. Sprüche 19 und dort Vers 21. Die Bibel sagt: „Ein Mensch macht vielerlei Pläne in seinem Herzen, aber der Ratschluss des Herrn hat Bestand.“ Wir haben viele Gedanken, die wir uns machen. Wir denken in die Richtung und die Richtung und planen das und jenes, aber das Einzige, was wirklich Bestand hat, auf das man sich verlassen kann, auf das man sein Zelt bauen kann sozusagen, das Einzige ist der Ratschluss des Herrn. Gottes Idee, Gottes Plan.

[24:51] Und deswegen ist die größte Aufgabe, die wir haben in unserem Leben, herauszufinden: Was ist Gottes Plan für mein Leben? Was hat Gott vor? Wie kann ich wissen, was Gottes Plan für mein Leben ist? Es gibt dort verschiedene Dinge, die uns gesagt worden sind. Wir können jeden Tag unser Leben Gott ganz übergeben. Wir können jeden Tag die Pflichten tun, die vor uns direkt liegen. Manch einer plant große Dinge in der Zukunft, aber versagt dabei, das zu tun, was ganz offensichtlich getan werden muss. Und drittens: Wenn wir die Pflichten tun, die direkt vor unserer Tür liegen, wenn sie vielleicht keine großen Pflichten sind, keine spektakulären Dinge, wenn wir das tun, treu tun, die kleinen Dinge, die Gott uns gegeben hat, dann wird Gott Türen öffnen, die deutlich machen, in welche Richtung unser Leben gehen soll. Gott zeigt uns, was sein Plan für unser Leben ist.

[25:48] Und jemand, der das am eigenen Leib wirklich immer wieder erlebt hat, war der Apostel Paulus, der von Gott sehr deutlich geführt worden ist. Gott hat sich offenbart und hat ihm dann gesagt, was für einen Plan er hat. Und manchmal hatte Paulus Ideen, in eine Richtung zu gehen, und der Heilige Geist hat gesagt: „Nein, da gehst du nicht hin, geh stattdessen dahin.“ Und Paulus wusste, selbst als Prediger des Evangeliums, selbst als Apostel, bin ich abhängig von der Weisheit Gottes.

[26:14] Nur ein Beispiel hier in Apostelgeschichte, Kapitel 18 und dort Vers 21. Die Bibel sagt: „Sondern und am Abschied von ihnen, indem er sprach: Ich muss unter allen Umständen das bevorstehende Fest in Jerusalem feiern, ich werde aber wieder zu euch zurückkehren, so Gott will. Und er segelte von Ephesus ab.“ Er sagt: „Ich würde gerne kommen und ich werde auch kommen, aber ich komme nur dann, wenn Gott es will. Ich lege meine Pläne in Gottes Hand.“

[26:40] Anderes Beispiel dafür im Römerbrief, in Römer 15. Der Paulus hatte sich ja wirklich, er schreibt am Anfang davon, mehrmals vorgenommen, Rom zu besuchen. Er wollte die Gemeinde in Rom, die gerade am Entstehen war, stärken. Er wollte sie führen, er wollte ihnen geistliche Speise geben und es hat immer nicht geklappt. Und so sagt Römer 15 Vers 32: „Damit ich mit Freude zu euch komme, durch Gottes Willen und nicht zusammen mit euch.“ Er sagt: „Ich würde so gerne zu euch kommen, es wäre mir eine Freude, aber wenn ich komme, dann komme ich nur durch Gottes Willen, denn ich werde nicht kommen, wenn es nicht Gottes Wille ist.“

[27:29] Nun, es war Gottes Wille, dass er nach Rom ging, aber nun, es kam ganz anders, als er gedacht hat. Er kam nämlich als Gefangener und hat dann Gottes Willen ausgeführt, durch ganz andere Umstände, als er sich das erträumt hat. Wir beten oft um eine bestimmte Sache und wir wünschen uns, dass es kommt und dann kommt es manchmal aber ganz anders, als wir gedacht haben. Gottes Wille ist manchmal unvorhersehbar und wir müssen eine grundsätzliche Entscheidung fällen, Gottes Willen zu folgen, auch wenn wir ihn vielleicht nicht immer verstehen.

[28:00] Und in diesem Sinne konnte Paulus sagen in Hebräer 6 und dort Vers 3, dass alles, was wir tun, letztendlich eine Übereinstimmung mit Gottes Willen sein muss. Hebräer Kapitel 6 und dort Vers 3. Die Bibel sagt: „Denn, und das wollen wir tun, wenn Gott es zulässt.“ Mit anderen Worten, was wir tun, muss von Gott eine Erlaubnis bekommen.

[28:26] Heutzutage ist das Problem, dass man für alles Erlaubnisse braucht und Erlaubnis hier und Erlaubnis dort, aber als Christ brauchen wir für alles, was wir tun, eine Erlaubnis von Gott. Und Paulus spricht hier von Dingen, wo man sagt: „Ja, das ist doch selbstverständlich.“ Er spricht von Dingen, die er lehren möchte, von Lehren. Er sagt: „Wir möchten bestimmte Sachen jetzt nicht lehren, sondern gleich zu einem anderen Punkt kommen.“ Und dann sagt er: „Und wir tun das aber nur, wenn Gott es zulässt.“

[28:53] Das ist interessant, oder? Dass selbst in der Frage, was ich einem anderen predigen soll oder was ich sagen soll, was ich nicht sagen soll, wir um Gottes Führung und Leitung reden müssen. Wir können nicht einfach selbst entscheiden, was wir uns zu predigen. Geschweige denn, was wir sonst so im Leben tun.

[29:20] Gehen wir zurück zu Jakobus, Jakobus 4, Vers 16. Dort sagt er: „Jetzt aber rühmt ihr euch in eurem Übermut.“ Er bezieht sich auf diese Idee von: Wir gehen da hin, wir machen das, wir planen unser Leben. Er sagt: „Ihr rühmt euch in eurem Übermut. Ihr seid übermütig, ihr versteht nicht, was ihr sagt. Ihr haltet euch für sicherer, als ihr seid. Jedes derartige Rühmen ist böse.“

[29:53] Wann immer wir zu selbstsicher sagen: „Wir werden das und das und das machen, wir werden unser Leben so planen, wir nehmen unser Leben in die eigene Hand, wir sind unseres eigenen Glückes Schmied“, dann ist das böse. Weil die Grundlagen unserer menschlichen Existenz, dass Gott uns geschaffen hat, dass Gott uns erlöst hat, dass Gott unser Leben führen möchte, dann nicht beachtet werden.

[30:17] Einige Beispiele dazu aus der Bibel in Sprüche 25 und dort Vers 14. Sprüche 25 und dort Vers 14. Dort heißt es: „Wie aufziehende Wolken und Wind ohne Regen.“ Es ist ein Mensch, der lügenhafte Versprechungen macht. Und solche Versprechungen, so etwas ist es ja, wenn ich sage: „Ich gehe dorthin und ich mache das, ich verspreche etwas, ich verheiße etwas und ich kann es vielleicht am Ende gar nicht halten.“ Es ist eine lügenhafte Versprechung. Die Bibel sagt, es ist wie jemand, der wie eine Wolke ohne Regen. Und eine Wolke ohne Regen ist im Grunde genommen ja nutzlos. Denn Wolken sind doch dazu da, dass sie Regen geben.

[30:57] Und wenn ich große Versprechen mache, große Pläne mache und vielleicht andere Menschen noch mit einbeziehe und ich kann sie nicht halten, weil ich diese Pläne nicht mit Gott zusammen gemacht habe, dann bin ich für meine Mitmenschen ohne echten Nutzen.

[31:17] Dieses falsche Rühmen war ein Charakteristikum des alten Babylons. Die alten Propheten haben davon immer wieder gesprochen, zum Beispiel in Jesaja 47 Vers 7 und 8. „Und du hast gedacht: Ich werde ewig Herrscherin sein und hast dir dies nicht zu Herzen genommen und nicht bedacht, was danach kommen würde. Nun aber höre du, üppige, die sorglos thront, die in dem Herzen spricht: Ich bin es und sonst niemand. Ich werde nicht als Witwe dasitzen, noch erleben, wie mir die Kinder geraubt werden.“

[31:43] Wir wissen aus der Geschichte von Nebukadnezar, dass die Babylonier glaubten, dass sie ihr Königreich für ewig behalten würden. König Nebukadnezar hatte das goldene Standbild geändert, so dass es jetzt ganz gold war, um auszudrücken: Babylon bleibt bis zum Ende. Belsazar und andere glaubten nicht, dass sie besiegt werden könnten und der Hochmut kam vor dem Fall. Gott hatte mehrmals durch Visionen zeigen wollen, dass er es war, der ihnen das Königtum gegeben hat. Er es war, der sie geführt und geleitet hat. Er es war, den sie anbeten sollten.

[32:26] Wie oft in unserem Leben sind wir wie Babylon. Auch wenn wir vielleicht die theologische Endzeit-Bedeutung von Babylon genau kennen und richtig anwenden und sagen: „Dort auf Offenbarung 17, auf Offenbarung 18, die römische Kirche ist Babylon und das ist Babylon und das ist Babylon.“ Wir wissen das und manchmal, obwohl wir das Wissen und anderen predigen vielleicht richtig auslegen, handeln wir selbst wie Babylon, indem wir sagen: „Wir machen unser eigenes Ding und wir rühmen uns dessen und wir achten nicht auf das, was die Bibel sagt über unser eigenes Leben.“

[32:53] Manchmal glauben wir, wir sind unbesiegbar und kennen unsere eigene Schwäche nicht. Das endzeitliche Babylon wird daran zugrunde gehen, dass es die eigene Schwäche nicht wahrgenommen hat, die eigene Abhängigkeit von Gott. Auf Offenbarung 18, Vers 7 heißt es: „In dem Maße, wie sie sich selbst verherrlichte und üppig lebte, gebt ihr nun Qual und Leid, denn sie spricht in ihrem Herzen: Ich throne als Königin und bin keine Witwe und werde kein Leid sehen.“ All das hat sie wahrscheinlich vielleicht sogar ernst gemeint, aber all das war falsch. Es basierte auf dem falschen Verständnis, dass durch Reichtum oder Macht oder durch militärische Gewalt oder sonst etwas sie Sicherheiten haben könnte. Selbst die Verbindung zu Satan selbst konnte keine Sicherheit geben, denn die einzige Sicherheit gibt es bei Gott.

[33:46] Wenn du ein sicheres Leben haben möchtest, wenn du eine sichere, vertrauenswürdige Perspektive für dein Leben brauchst, dann musst du zu Gott kommen und demütig seinen Willen erfragen. Und vielleicht sagst du: „Ja, ich bin ja nicht so wie Babylon, ich rühme mich nicht so sehr, ich bin halt nur mal stolz auf das, was ich so geschafft habe.“ Ja, das geht uns oft so, oder? Aber wisse, liebe Freunde, wir müssen uns deutlich machen, dass schon ein wenig Rühmen katastrophale Auswirkungen haben kann.

[34:23] In 1. Korinther 5 und dort Vers 6. 1. Korinther 5 und dort Vers 6. Dort heißt es: „Euer Rühmen ist nicht gut. Wisst ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert?“ Paulus sagt: „Schon wenn ihr euch ein wenig rühmt, dann ist das nicht gut, weil ein wenig Sauerteig wird den ganzen Teig durchsäuern.“ Ein wenig Rühmen wird, wenn ihr es nicht ausrottet, wenn ihr es nicht durch Christus wegnehmen lasst, wird es euch völlig verderben.

[35:03] Schon das bisschen Rühmen, das wir als Kavaliersdelikt vielleicht behandeln, als naja, das kann man sich mal gönnen, schon ein wenig Rühmen kann unser Ruin sein. Ein wichtiges Thema, denn manchmal rühmen wir uns auch unserer geistlichen Fähigkeiten, wir rühmen uns, was wir alles im Werk Gottes getan haben und wenn wir uns nicht mit Worten rühmen, dann rühmen wir uns mit Gedanken oder wir rühmen uns in dem Maße, dass wir ein bisschen pikiert sind, wenn unsere Leistungen nicht so gewertschätzt werden. Das kann uns allen passieren, mir und dir. Wir müssen lernen, dass schon ein wenig Rühmen gefährlich ist. Es ist keine Kleinigkeit, kein Kavaliersdelikt.

[35:43] In Jakobus 4 Vers 17 finden wir dann eine sehr interessante Aussage, die es sich lohnt, tiefer zu studieren. Wir werden hier nur ein paar Gedanken dazu äußern. Jakobus 4 Vers 17: „Wer nun Gutes zu tun weiß und es nicht tut, für den ist es Sünde.“

[36:05] Bevor wir anschauen, was das bedeutet, wollen wir uns anschauen, was es nicht bedeutet. Es gibt landläufig so diese Idee von der sogenannten Unterlassungssünde. Die besagt: Du hättest ja das Gute tun können dort, aber weil du es nicht getan hast, ist es Sünde. Du hättest ja dort spenden können, du hättest den Armen helfen können, du hättest den Waisen helfen können und du hast es nicht getan. Und weil du es hättest tun können und es aber nicht getan hast, deswegen ist es Sünde. Und deswegen sind wir alle Sünder, weil wir ständig Unterlassungssünden tun, weil wir ständig irgendwie etwas versäumen, was wir hätten tun können.

[36:37] Nun, das Problem daran ist, wenn das so stimmt, dann wäre Jesus ein Sünder gewesen. Denn Jesus hat ganz offensichtlich öfter in seinem Leben nicht das Gute getan, was er hätte tun können, weil er etwas anderes getan hat. Einmal war in Kapernaum und er hat den ganzen Tag geheilt. Am nächsten Morgen, als er früh aufgestanden ist, kamen die Leute zu ihm und sagten: „Hier sind noch mehr.“ Und Jesus sagt: „Ich muss in eine andere Stadt gehen.“ Er hat es unterlassen, dort weiter zu heilen und es war keine Sünde, denn er wusste von keiner Sünde. Und diese Idee von Unterlassungssünde, die uns zu ständigen Sündern macht, weil wir ständig irgendwas unterlassen, was wir theoretisch hätten tun können, aber keine Zeit gehabt haben zu tun, das ist Unsinn. Ansonsten wäre Jesus ein Sünder gewesen und er war es nicht.

[37:31] Demzufolge müssen wir uns die Frage stellen: Was bedeutet es wirklich? Wenn wir diesen Vers genau lesen, wird uns deutlich: Es geht hier darum, wenn ich weiß, etwas zu tun, wenn ich die Wahrheit kenne, etwas Gutes zu tun weiß und es nicht tut. Das heißt, wenn ich gegen mein Gewissen handle, für den ist es Sünde. Lass uns ein paar Bibelfersen anschauen, die das illustrieren. Zum Beispiel in Johannes 9 und dort Vers 41. Jesus gibt hier in einer Rede mit den Schriftgelehrten eine interessante Aussage. Johannes 9 und dort Vers 41. Er sagt: „Jesus sprach zu ihnen: Wenn ihr blind wärt, so hättet ihr keine Sünde. Nun sagt er aber: Wir sind Sehende, deshalb bleibt eure Sünde.“

[38:36] Mit anderen Worten, Jesus sagt: Sünde hängt davon ab, ob ich die Wahrheit kenne. Wenn ihr blind wärt, wenn ihr nicht wüsstet, was ihr tut, wenn ihr die Wahrheit nicht kennen würdet, wenn ihr Gottes Gesetz nicht kennen würdet, dann wäre das, was ihr tut, würde euch nicht als Sünde angerechnet werden.

[39:03] Der Paulus macht deutlich: Wo kein Gesetz ist, da ist keine Sünde. Paulus sagt: Ich habe die Sünde nur erkannt durch das Gesetz. Er sagt an einer Stelle – wir können das gemeinsam lesen, das ist nicht im Sendemanuskript – in Römer 7, da sagt er, Vers 9: „Ich aber lebte, als ich noch ohne Gesetz war. Als aber das Gebot kam, lebte die Sünde auf und ich starb.“ Als die Sünde auflebte, sagt er, starb ich. Das heißt, als er lebte, war die Sünde nicht da. Mit anderen Worten, obwohl er gesündigt hat – er hat gesündigt – war er doch in gewisser Weise ohne Sünde. Nicht im Sinne, dass er nicht gesündigt hatte, aber im Sinne da, dass das Gesetz Gottes ihm noch nicht deutlich gewesen ist und ab dem Zeitpunkt, wo er das Gesetz Gottes verstand, sah er jetzt, dass das, was er getan hat, Sünde war.

[39:56] Was ist die Bedeutung davon? Es bedeutet, dass Sünde, um als Sünde erkannt zu sein, ein Wissen der Wahrheit erfordert. Das ist der Grund, warum wir sagen, dass das Gesetz Gottes die Sünde aufzeigt. Nur wer das Gesetz Gottes kennt, der kann letztendlich auch verantwortlich sündigen. Und deswegen möchte Gott sein Gesetz allen Menschen deutlich machen, damit sie sehen, in welchem Zustand sie sind. Denn viele Menschen sündigen auch, ohne dass sie es wissen. Und Gott möchte, dass sie mit der Sünde aufhören, weil die Sünde ist eine schlimme Sache. Deswegen gibt er ihnen das Gesetz.

[40:37] In 1. Johannes 3 und dort Vers 4 lesen wir: „Jeder, der die Sünde tut, der tut auch die Gesetzlosigkeit. Und die Sünde ist die Gesetzlosigkeit.“ Sünde ist die Übertretung des Gesetzes, wenn ich weiß, was das Gesetz sagt und ich tue es trotzdem nicht. Ich weiß, was richtig ist und ich tue es nicht. Das ist eine Herzenseinstellung. Luzifer kannte das Gesetz, er wusste, was es sagt und er tat es trotzdem nicht. Die Sünde war geboren.

[41:29] Adam sah die Frau auf sich zukommen. Er wusste, dass sie gefallen war. Er wusste, dass sie mit dem Verführer gesprochen hat. Er war nicht verführt. Eva war verführt. Eva wusste nicht. Eva hatte ernsthaft geglaubt, dass sie die Wahrheit tut. Aber Adam kannte die Wahrheit und er aß trotzdem. Und die Bibel sagt, dadurch, nicht durch Evas Biss, sondern durch Adams Biss kam die Sünde in die Welt. Adams Biss, nicht Evas Biss, Adams Biss hat die Natur des Menschen dauerhaft verdorben. Er wusste, was die Wahrheit ist und er tat es trotzdem nicht.

[42:20] Gott übersieht die Zeit der Unwissenheit, sagt die Bibel. Aber dann offenbart er seine Wahrheit, offenbart seine Gnade, offenbart sein Gesetz, seine Liebe, damit wir Buße tun, damit wir das erkennen, dass unser bisheriger Lebensstil Sünde gewesen ist und dass wir diese Sünde aufgeben.

[42:33] Die Frage ist am Ende: Was bewahrt uns davor, diese Falle zu tappen? Und Römer gibt uns eine interessante Aussage. In Römer 1, weil vielleicht gibt es jemand, der jetzt sagt: „Dann könnte es ja sein, dass ein Mensch, weil er nichts von Gottes Wort weiß, ja ganz sündlos gilt vor Gott.“ Nun, dazu gibt es eine interessante Aussage, die das ins Gleichgewicht drückt. In Römer 1 Vers 19 und 20 heißt es, weil das von – wir lesen ab Vers 18 – Römer 1 ab Vers 18: „Denn es wird geoffenbart Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten.“ Gott ist zornig auf die Menschheit, nicht nur auf ein paar, sondern auf alle. Warum?

[43:21] Weil, Vers 19: „weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen offenbar gemacht hat.“ Gott hat allen Menschen bestimmte grundsätzliche Wahrheiten offenbar gemacht. Vers 20: „Denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, sodass sie keine Entschuldigung haben.“

[43:47] Das heißt, niemand in dieser Welt kann wirklich sagen: „Ich bin ganz sündlos, weil ich habe absolut nichts gewusst.“ Jeder sieht die Natur oder kann die Natur sehen. Jeder kann nachdenken über seinen eigenen Körper, über die Naturgesetze. Jeder kann zwei Dinge mindestens erkennen: Es gibt einen Gott und er hat Kraft. Wie er heißt, wie die zehn Gebote sind, wie das Heiligtum aussieht, das sind Dinge, die man in der Bibel erkennen kann. Aber zwei Dinge sieht jeder oder kann jeder sehen: Es gibt einen Gott und er hat Kraft. Viele Menschen geben zu, dass sie glauben an eine Art höheres Wesen.

[44:19] Und da kommt der entscheidende Punkt, Vers 21: „Denn obgleich sie Gott kannten, erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern sind in ihren Gedanken, in nichtigen Wahnen verfallen und ihr unverständliches Herz wurde verfinstert.“

[44:38] Was ist das Problem? Das Problem ist nicht, dass wir Gott nicht erkennen können. Das Problem ist, dass wir Gott nicht danken. Dankbarkeit bewahrt uns davor, gegen unser eigenes Wissen zu handeln. Hast du schon mal erlebt, dass du, wie Römer 7 es beschreibt, wusstest, was richtig ist und es trotzdem nicht getan hast, oder du wusstest, was falsch ist und hast es trotzdem getan und du innerlich ausgerufen: „Oh, ich elender Mensch, wer wird mich erretten von diesem Todesleib?“ Ich habe das schon erlebt. Und die Bibel sagt uns, was uns davor bewahren kann, um immer wieder da hineinzufallen.

[45:09] Die Bibel sagt, es ist die Dankbarkeit. Die Dankbarkeit für das, was Gott getan hat, wie er uns geführt hat, wie er uns geleitet hat. Dieses Gott die Ehre geben, das bewahrt uns davor, nicht die Gedanken abzuleiten. Das bewahrt uns davor, Dinge zu tun, von denen wir wissen, dass sie verkehrt sind. Dankbarkeit.

[45:33] Die Frage ist, liebe Freunde, liebe Freundinnen, am Ende dieses vierten Jakobus-Kapitels: Möchtest du Gott zu deinem Führer in allen Lebenslagen machen? Möchtest du ihm danken für die Art und Weise, wie er dich bisher geführt hat, damit du tatsächlich nach seinem Gesetz leben kannst, dass du ein Täter des Gesetzes bist und nicht ein Richter des Gesetzes? Dass du Gottes Charaktereigenschaften, die sich im Gesetz zeigen, nach außen trägst, durch Tat und Wort, statt über andere Menschen zu richten. Ist das dein Wunsch? Gott segne deine Entscheidung.

[46:02] Und nächste Woche, wenn wir weiter studieren, wir werden dann in das letzte Kapitel des Jakobusbriefes gehen und es gibt einige interessante Konzepte, auch in Bezug auf die Wiederkunft. Und wir laden euch ein, dann wieder einzuschalten bei der Cannstatt Study Hour hier auf JoelMediaTV. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und viel Freude im Studium seines Wortes.


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