[0:30] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Der Ersehnte". Schön, dass ihr da seid und schön, dass ihr eingeschaltet habt auf Joelmedia TV zur 55. Folge. Heute wollen wir weiter studieren, was Jesus getan hat in seinem Dienst in Galiläa und wir wollen, wie wir es gewohnt sind, beginnen mit einem Gebet. Ich lade euch ein, dazu niederzuknien.
[0:57] Lieber Vater im Himmel, dankbar kommen wir jetzt zu dir, für die Gelegenheit, wieder von dir zu lernen. Wir haben in den letzten Wochen und Monaten so viel aus deinem Wort lernen dürfen und wir sind uns sicher, dass du uns auch heute etwas Kostbares, etwas Wichtiges für uns als Botschaft hast. Wir möchten dich bitten, dass du alle Störende hinweg hältst, dass du in unserem Herzen alles hinweg nimmst, was uns hindern könnte, deinen Segen zu erfahren, dass wir bereit sind, deine Botschaft so aufzunehmen, wie du sie gemeint hast. Bitte schenke uns Freude beim Bibelstudium und gib, dass wir Jesus dadurch immer besser kennenlernen. In seinem Namen beten wir, Amen.
[1:44] Wir haben uns das letzte Mal die Geschichte angeschaut, die letzten beiden Male, von Jesus am Sabbat in seiner Heimatstadt Nazareth und das endete dann ziemlich dramatisch am Bergabhang, als sie versucht haben, ihn von dieser Klippe herabzustürzen und Jesus ging mitten durch sie hindurch. Die Engel haben ihn beschützt. Wir schließen an in Lukas 4 Vers 31 des Zusammenhangs willen, aber dann werden wir gleich in ein anderes Evangelium für heute überschwenken. Also bis Lukas 4 Vers 30 haben wir diese Geschichte von diesem denkwürdigen Sabbat in Nazareth und nachdem er dort in seiner Heimatstadt so rigoros abgelehnt worden ist, weil er ihre Gedanken gelesen hat und ihnen unbequeme Wahrheiten gepredigt hatte und sie dann wütend auf ihn geworden waren, heißt es in Lukas 4 Vers 31: "Und er kam hinab nach Kapernaum, einer Stadt in Galiläa."
[2:53] Also wir haben gesehen, Jesus, nachdem er vom Sanhedrin abgelehnt worden ist, geht erst mal nach Galiläa und reist in verschiedenen Städten umher. Und ziemlich am Anfang dieses Dienstes in Galiläa ist er an einem Sabbat in Nazareth und jetzt wird er dort abgelehnt. Und die Bibel markiert hier einen entscheidenden Wendepunkt, eine entscheidende Wegstation im Leben von Jesus. Er verlässt Nazareth und kommt nach Kapernaum. Wie sich herausstellen wird, ist das nicht nur eine von seinen vielen Reisen, es ist schon oft hin und her geheißt, sondern er verlegt jetzt sozusagen seine Heimatstadt mehr oder weniger, seine Wohnstätte, das Zentrum seines Lebens von Nazareth nach Kapernaum. Kapernaum wird bald bekannt werden als die Stadt von Jesus.
[3:47] Nun, er ist nicht zum ersten Mal in Kapernaum. Schon in Lukas 4 hatten wir Hinweise darauf, dass er in Kapernaum gewirkt hat. Könnt ihr euch noch erinnern, welcher Vers in Lukas 4 davon sprach, dass er in Kapernaum bereits gewesen sein musste? Wenn man zurückschaut in den Versen vorher, welcher Vers deutet an, dass er bereits vor dem Sabbat in Nazareth in Kapernaum gewesen ist und Wunder dort getan hat? Welcher Vers in Kapitel 4, den wir letzte Woche angeschaut haben?
[4:30] Ja, 14, 15 implizit. Ja, 14, 15 implizit, dass da in vielen Städten, aber der Name Kapernaum kommt vor in Kapitel 4. Schon wieder eine ganze Woche her, nicht wahr? In Vers 23: "Und er sprach zu ihnen: Gewiss werdet ihr mir dieses Sprichwort sagen: Arzt, heile dich selbst! Die großen Taten, von denen wir gehört haben, dass sie in Kapernaum geschahen, tue sie auch hier in deiner Vaterstadt." Also er war schon in Kapernaum gewesen. Dass er sich jetzt Kapernaum zuwendet, ist mehr als nur ein Besuch. Wir haben damals schon für etliche Wochen und Monaten gesehen, dass er eine ganze Zeit lang in Kapernaum mal gewesen ist, nach der Hochzeit von Cana und Kapernaum spielt auch eine Rolle bei der Heilung des Sohnes von dem königlichen Beamten in Johannes 4.
[5:25] Aber dieser Wechsel von Nazareth nach Kapernaum, dass jetzt diese Stadt Kapernaum zum Zentrum seines Dienstes wird, die wird im Evangelium, dieser Wechsel wird im Evangelium etwas genauer beleuchtet, und zwar nicht bei Lukas, sondern bei Matthäus. Schaut mal in Matthäus Kapitel 4 und das soll für heute unser Studium sein, ein paar Verse in Matthäus 4. Matthäus 4 und dort ab Vers 13 haben wir genau dieselbe Idee hier nochmal gesagt, ohne dass in Matthäus die Geschichte von der Ablehnung Jesu in Nazareth hier erwähnt wurde.
[6:02] Es heißt nur: "Und er verließ Nazareth" – Begründung kriegen wir in Lukas, weil er dort abgelehnt worden ist – "kam und ließ sich in Kapernaum nieder." Also hier sehen wir jetzt deutlich, er ist nicht einfach nur in eine weitere Stadt gegangen, um zu predigen, sondern er ließ sich nieder. Er hat jetzt entschieden: Nazareth war für so lange meine Heimatstadt, ich bin zwar oft nicht da gewesen, aber jetzt verändere ich den Lebensmittelpunkt von Nazareth nach Kapernaum. Und es gibt einen entscheidenden prophetischen Grund, den wir jetzt gleich sehen.
[6:38] "Er ließ sich in Kapernaum nieder, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naphtali." Erste Frage: Kapernaum liegt an welchem See? Welcher See ist das? Einfache Frage: Der See Genezareth. Testen wir mal euer Geografiewissen. Auf welcher Seite vom See Genezareth liegt denn Kapernaum? Das ist ungefähr der See Genezareth, hier ist der Jordan. Wo liegt Kapernaum? Oben, unten, links, rechts, Norden, Süden, Osten, Westen? Osten ist ganz falsch. Kapernaum liegt im Nordwesten, ungefähr so hier.
[7:33] Und ich weiß nicht, ob ihr euch erinnern könnt, wir haben das mal vor etlichen Monaten gelernt. Kapernaum kommt eigentlich aus dem Hebräischen und heißt K'far Nahum, das Dorf von Nahum. Keiner weiß genau, ob das was mit dem biblischen Propheten Nahum zu tun hat oder nicht, könnte auch jemand anders sein. Aber eine Stadt, die noch nicht so alt war und auch heute ausgegraben worden ist. Interessanterweise heißt es hier im Gebiet von Sebulon und Naphtali. Offensichtlich Matthäus hat hier etwas erkannt, was Lukas nur, Lukas ist nur nach Kapernaum gegangen, aber Matthäus, der das Alte Testament gut kannte, hat hier etwas gesehen, das weniger mit der Stadt Kapernaum selbst zusammenhing, sondern mehr mit der ganzen Gegend. Er sagt, das ist das Gebiet von Sebulon und Naphtali.
[8:32] Jetzt Sebulon und Naphtali sind natürlich, wer waren Sebulon und Naphtali? Das waren Söhne Jakobs und demzufolge Stämme Israels. Jetzt sind das nicht die berühmtesten Stämme, man kennt eher so Juda, Benjamin, Manasse, Ephraim, da weiß man, wo die ungefähr liegen. Aber Sebulon und Naphtali, frage ich mal euch, wo lagen denn Sebulon und Naphtali, wo hatten die denn ihr Gebiet? So auf der Landkarte von Israel. Waren die im Norden, waren die im Süden, waren die auf der Seite des Jordans, waren die an der Küste? Wo waren Sebulon und Naphtali?
[9:14] Denn um die beiden Stämme geht es jetzt, Sebulon und Naphtali, obwohl die Stämme ja gar nicht mehr existieren. Sebulon und Naphtali. Hat jemand vielleicht sogar eine Karte? Wo waren die ungefähr? Sebulon und Naphtali.
[9:39] Ja, also Naphtali war ziemlich genau hier, das war das Gebiet von Naphtali und Sebulon war hier so ein kleines Gebiet hier so südwestlich. Man kann das nachlesen mit all den Städten, die dazu gehörten in Josua 19. In Josua 19, da werden die Lose geteilt nach den einzelnen Stämmen und das überspringt man normalerweise, wenn man das Buch Josua liest, weil man denkt, meine Güte, das war vollkommen uninteressant, so viele Städte, keiner weiß, wo die sind. Aber für unsere Zwecke halten wir mal fest: Sebulon und Naphtali haben genau dort gesiedelt, wo jetzt Jesus seinen Dienst macht, am See Genezareth.
[10:28] Im Alten Testament war das meistens nicht so eine besonders wichtige Gegend. Im Alten Testament hat sich vielmehr am Jordan und in Israel, Karmel, Jerusalem, dort unten abgespielt. Das war quasi so die Nordgrenze von Israel, das Gebiet von Naphtali und Sebulon. Aber damit hat es jetzt einiges auf sich, weil der Matthäus sagt, schaut mal in Vers 14, dass dieser Weg, dass diese Entscheidung nach Kapernaum zu gehen und damit jetzt im Gebiet von Naphtali und Sebulon zu wirken, das wäre eine Prophetieerfüllung, damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist.
[11:14] Also Jesus macht einen prophetischen Umzug. Er zieht von einer Stadt in die nächste, nicht weil es dort die Miete günstiger ist oder die Verkehrsanbindung, sondern weil es prophetisch vorhergesagt ist, wie gesagt ist durch den Propheten. Ihr wisst ja, Matthäus hat das, ist das so quasi sein Hobby. In jeder Geschichte sagt er: "Wie gesagt ist durch den Propheten, wie gesagt ist durch den Propheten, Jesaja, Jeremia und so weiter." Hier sagt er sogar, dass es Jesaja selbst war. Und bevor wir gleich anschauen, was Jesaja gesagt hat, schauen wir erst mal das Zitat von Matthäus an, Vers 15.
[11:54] "Das Land Sebulon und das Land Naphtali" – offensichtlich zur Zeit von Jesus war natürlich die Stämme so gut wie gar nicht mehr existent, weil die waren schon vorher ins Exil gegangen. Aber man wusste immer noch, wo die Stämme ursprünglich ihr Gebiet gehabt haben und man nannte dann das Land, das Land von Sebulon, das Land Naphtali. Jetzt lesen wir weiter in Vers 15: "Das Land Sebulon und das Land Naphtali am Weg des Sees, jenseits des Jordan, das Galiläa der Heiden." Hochinteressanter Vers.
[12:22] Erstmal Frage an euch: Warum heißt es dort "am Weg des Sees"? Das ist doch merkwürdig, oder? Am Weg des Sees. Ich habe das schon so oft gelesen, ich habe mich immer gefragt, was heißt das eigentlich? Am Weg des Sees. Heißt das einfach, naja, da ist ein See, da wird wohl auch ein Weg sein. Was könnt, was meint ihr, was stellt euch vor unter diesem Begriff? Der Weg des Sees, die Straße des Sees, die Straße des Meeres.
[13:01] Tatsächlich gab es eine wichtige Handelsstraße, die genau hier entlang ging. Man spricht heute von der sogenannten Via Maris. Ich weiß nicht, ob ihr Latein könnt, ich nicht, aber das kann man vielleicht sogar so besetzen: Via heißt Straße und Maris, Meer, genau, die Straße des Meeres. Und das ist eine antike Handelsstraße gewesen, noch lange vor den Römern. Die muss auch andere Namen gehabt haben. Und zwar kam die von Ägypten, vom Nil über den Gazastreifen die gesamte Küste entlang, also wenn jetzt hier quasi die Küste ist, die gesamte Küste entlang, so bis zu den Städten der Phönizie. Und dann irgendwo hier bog sie quasi in das Festland ein, kam dann quasi – also natürlich mit mehr Windungen, aber so ungefähr – kam dann an der Nordküste vom See Kinneret oder See Genezareth vorbei, am Dorf Kapernaum vorbei und ging dann hier über den Jordan, über die Golanhöhen bis nach Damaskus. Also eine Handelsstraße, die Ägypten mit Syrien verbunden hat. Das war die Handelsstraße schlechthin. Dort in Damaskus gab es einen Anschluss an den Königsweg, der ging durch Mesopotamien durch, da konnte man bis nach Babylon.
[14:29] Heute gibt es ein bisschen Diskussionen darüber, die Archäologen streiten sich, ob der ganze Weg Via Maris hieß oder nur das Teilstück zwischen Tyros, also dem Meer und Damaskus. Also der Weg des Meeres hat wahrscheinlich weniger zu tun mit dem See, als mit dem Mittelmeer. Das war so eine Haupthandelsroute.
[14:50] Jetzt überlegt einmal, warum das so bedeutsam ist. Der Matthäus ist ja jetzt nicht interessiert, uns einfach nur ein bisschen Topografie oder Geografie beizubringen. Warum erwähnt wohl der Matthäus, dass diese Stadt – das ist ja eigentlich schon ein Jesaja-Zitat – warum erwähnen die, dass die Stadt direkt an diesem Weg des Sees, an dieser Haupthandelsstraße lag?
[15:25] Da kamen Heiden aus aller Herren Länder auf dieser Straße entlang. Das heißt, als Jesus sich eine Heimatstadt ausgesucht hat, Nazareth lag ungefähr hier, fernab der großen Handelsrouten. Galiläa ist auch relativ groß. Er hätte auch da oder da oder da oder da. Er hat sich bewusst eine Stadt ausgesucht, ein kleines Dorf, das direkt an der Haupthandelsstraße war. Sein ganzes Ziel war ja von Anfang an, die Heiden zu missionieren. Das Evangelium, das Recht zu den Heiden zu bringen. Dazu wollte er erste Juden gewinnen, um es mit ihnen gemeinsam zu machen. Als sie nicht wollten, hat er gesagt: "Er muss es halt alleine machen." Deswegen hat er sich Galiläa ausgesucht, weil in Galiläa schon mehr Heiden waren als sonst. Und dann hat er sich bewusst den Ort ausgesucht, wo möglichst viele Heiden hindurchkommen könnten. Denn wenn all die Wunder in Kapernaum geschehen, sicherlich werden dann auch durchfahrende Händler von diesen Wundern erfahren und dann bis nach Babylon oder nach Ägypten oder nach Damaskus die Geschichte weitertragen von dem Wundertäter aus Kapernaum.
[16:37] Das heißt, Jesus hat nicht einfach zufällig gehandelt. Er hat sich überlegt, wo kann ich den größten Einfluss entfalten. Er konnte ja nicht gleichzeitig in Babylon oder Syrien sein oder in Ägypten. Selbst Jesus konnte das nicht. Also hat er sich überlegt, wo kann ich mich platzieren, möglichst strategisch, dass das, was ich tue, einen möglichst großen, also möglichst weit streut. Ich glaube, das ist eine interessante Lektion für uns, die wir die ganze Welt missionieren wollen, aber nicht gleichzeitig überall sein können, oder? Wir können uns auch für Jesus überlegen, das ist eine prophetische Sache, wo ist mein Platz im Leben, dass ich möglichst effektiv bin, dass möglichst viel von dem, was ich für Gott tue, auch andere erreicht. Jesus hat sich einen strategischen Ort überlegt.
[17:32] Also der Weg des Sees. Jetzt heißt es aber auch "jenseits des Jordan". Das ist auch interessant. Jetzt jenseits des Jordan. Ist das auf der Seite oder auf der Seite? West oder Ost? Jenseits des Jordan. Ist das westlich vom Jordan oder östlich vom Jordan? Östlich vom Jordan, ganz genau. Das heißt, der Jesaja sagt, es geht um das ganze Gebiet. Da ist eine Stadt, aber das ganze Gebiet hier, das liegt an der Straße und es geht auch über den Jordan hinaus. Wir werden sehen, dass Jesus immer wieder auch, nicht nur hier in Galiläa, sondern immer wieder auch im Ostjordanland gewirkt hat. Er ist öfter mal über den See Genezareth gefahren, weil die Prophetie sagte, dass auch jenseits des Jordan hier etwas geschehen soll. Am Weg des Sees und jenseits des Jordan.
[18:22] Und dann wird das gesamt genannt: "das Galiläa der Heiden". Das ist ja ein sehr bekannter Begriff, Galiläa, kennt jeder. Die Frage ist eigentlich, was heißt Galiläa? Galiläa kommt von einem hebräischen Wort, das wir in Jesaja gleich finden werden, nämlich von Gelil. Gelil ist der Kreis, ein Kreis, ein Bezirk, der Kreis oder ein Ring. Und Hagoyim sind die Heiden, die heidnischen Völker. Der Kreis der Heiden, Gelil Hagoyim. Und daraus wurde dann die Übertragung ins Griechische Galiläa. Heißt also nichts weiter als der Kreis der Heiden. Und das werden wir jetzt gleich sehen, wenn wir den Jesaja anschauen. Schaut mit mir in Jesaja Kapitel 8.
[19:18] Jesaja Kapitel 8, und dort Vers 23. Da heißt es: "Doch bleibt nicht im Dunkel das Land des Bedrängten, wie er in der ersten Zeit das Land Sebulon, das Land Naphtali gering machte, so wird er in der letzten Zeit den Weg am See zu Ehren bringen, jenseits des Jordan, das Gebiet der Heiden." Und hier steht genau dasselbe. Hier steht Gelil Hagoyim, das Gebiet der Heiden. Das ist das, was dann bei Matthäus übersetzt heißt: das Galiläa der Heiden. Das ist also direkt dieser Vers jetzt zitiert.
[20:16] Was ich mit euch jetzt machen möchte: Der Jesaja sagt, dass dieser Vers aus Jesaja 8 Vers 23, sagt der Matthäus, dass das jetzt eine Erfüllung ist von Jesus. Jetzt schauen wir uns mal den Kontext an von diesem Kapitel, weil normalerweise kennt man nur diesen Vers oder den nächsten Vers, wo es heißt: "Das Volk, das in der Finsternis wandelt, hat ein großes Licht gesehen." Schaut man nicht in Jesaja rein, könnt ihr mir sagen, was im direkten Kontext von diesen beiden Versen in Jesaja behandelt wird? Zufällig? Lass uns das mal anschauen, das ist total spannend, weil dann sehen wir eigentlich die Bedeutung von dieser ganzen Geschichte. Wir fangen mal an in Jesaja Kapitel 8 Vers 19.
[20:57] Jesaja spricht gerade in diesem Kapitel so oft von dem Volk Gottes und von dem Abfall, der im Volk Gottes zu finden ist. Schaut mal in Vers 19: "Wenn sie euch aber sagen werden: Befragt die Totenbeschwörer und Wahrsager, die flüstern und murmeln, so antwortet ihnen: Soll nicht ein Volk seinen Gott befragen? Oder soll man die Toten für die Lebendigen befragen?"
[21:30] Also, was ist das Problem mit dem Volk Gottes hier? Spiritismus, sie beten falsche Götter an. Warum tun sie das, aus welchem Grund? In gewisser Weise vielleicht schon, ja. Da hast du recht. Aber warum gehen sie zu Wahrsagern, warum gehen sie zu Totenbeschwörern und wollen von denen was wissen? Was ist ihr Wunsch? Warum gehen Menschen zu Wahrsagern und Totenbeschwörern? Sie wollen die Zukunft wissen, sie wollen wissen, was passiert, sie wollen wissen, was bringt die Zukunft, was muss ich tun, was soll ich lassen, wie geht es weiter mit meinem Leben?
[22:21] Also das Volk Gottes möchte wissen, was bringt die Zukunft, aber sie gehen zu den falschen Quellen, sie gehen zu denen, die murmeln. Ich war so wie der Saul damals zur Witwe von Endor. Und jetzt kommt Vers 20 im Kontext dieser Tatsache, dass das Volk sich bei falschen Quellen informiert über die Zukunft, da heißt es in Vers 20, den kennt ihr, oder? "Zum Gesetz und zum Zeugnis." Und jetzt heißt es: "Wenn sie nicht so sprechen, gibt es für sie kein Morgenrot."
[22:56] Also die Antwort Gottes ist: Woher kriegen wir unsere Kenntnis über die Zukunft? Aus dem Wort Gottes, das Gesetz und das Zeugnis. Gesetz meint ja nicht nur zehn Gebote, sondern die ganze Tora, das Wort Gottes, das Zeugnis, auch der Geist der Weissagung, die Prophetie, das Zeugnis Jesu. Durch das Wort Gottes können wir die Wahrheit und die Zukunft kennen. Was passiert, wenn man das nicht beachtet nach dem Vers? Was passiert? Keine Morgenröte.
[23:36] Jetzt, was ist die logische Konsequenz, wenn ich keine Morgenröte sehe? Was heißt das? Ich bleibe in der Dunkelheit. Gibt es einen anderen Vers in der Bibel, der Prophetie und das Anbrechen des Morgens miteinander verknüpft? Und wo haben wir das? Wo steht das? Wir haben so fest das prophetische Wort.
[24:15] Ganz genau, das ist in 2. Petrus 1. Lasst uns da ganz kurz hingehen, lasst mal euren Fingernägel hier. In 2. Petrus 1, Vers 19: "So halten wir nun fest an dem völlig gewissen prophetischen Wort, und ihr tut gut daran, darauf zu achten, als auf ein..." was? "...auf ein Licht, das an einem dunklen..." – merkt euch das – "...an einem dunklen Ort scheint, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in euren Herzen." Wer ist dieser Morgenstern? Jesus. Woher wissen wir das?
[24:50] Richtige Antwort. Jetzt brauchen wir noch die Begründung. Wo sagt uns die Bibel, dass Jesus der Morgenstern ist? Ja, ihr könnt immer noch den Finger an ihr seiher lassen, Petrus zuschlagen, geht mal zur Offenbarung. Offenbarung 2. Ja, da steht es nicht so explizit, da steht es, dass er uns den geben wird, aber schaut mal in Vers Offenbarung 22 und dort Vers 16, da ist es ganz eindeutig.
[25:18] Offenbarung 22, Vers 16: "Ich, Jesus, habe meinen Engel gesandt, um euch diese Dinge für die Gemeinden zu bezeugen. Ich bin die Wurzel und der Spross Davids, der leuchtende Morgenstern." Also Petrus sagt uns, wenn wir das Wort Gottes, die Prophetie beachten, dann geht uns, dann ist die Prophetie wie ein Licht in der Dunkelheit, bis der Morgenstern, Jesus, in unserem Herzen aufgeht.
[25:54] Also die Prophetie ist ein Licht in der Finsternis, das dazu führen soll, dass wir Jesus im Herzen haben. Und genau das ist eigentlich das Gleiche, was Jesaja 8, Vers 20 sagen würden: "Wenn sie nicht sagen zum Gesetz und zum Zeugnis, werden sie kein Morgenrot erleben." Also das Volk Gottes vernachlässigt das Wort Gottes, studiert nicht die Prophetie und Gott sagt, es wird in der Finsternis bleiben. Gehen wir zurück zu Jesaja 8 und schauen, wie das weitergeht. Das ist eine ganz faszinierende Prophezeiung. Ich habe noch keine Predigt darüber gehört, aber im kompletten Ganzen, wie die hier sich so entfaltet. Aber heute studieren wir das mal.
[26:39] Schauen wir mal in Vers 21. Also Vers 19: Das Volk geht zu den Totenbeschwörern. Vers 20: Wenn sie das Wort Gottes studieren würden, dann würden sie Morgenrot erleben. Offensichtlich tun sie das nicht, denn in Vers 21 steht: "Und sie werden bedrückt und hungrig im Land umherschleichen, und wenn sie dann Hunger leiden, werden sie in Zorn geraten und werden ihren König und ihren Gott verfluchen."
[27:05] Also, was haben sie offensichtlich getan? Haben sie das Wort Gottes angenommen? Nein, sie werden unterdrückt. Wer kam denn zur Zeit von Jesaja, um das Volk zu unterdrücken? Babylon kam dann etwas später, das stimmt, aber zur Zeit von Jesaja waren das die Assyrer. Die Assyrer waren zur Zeit von Jesaja die vorherrschende Weltmacht, die Babylon kam dann später. Aber grundsätzlich gilt: Abfall von Gott, Gott zieht sich zurück, das Volk wird bedrückt. Merkt euch dieses Wort: Sie werden bedrückt, umherschleichen, Hunger leiden, in Zorn geraten.
[27:48] Und dann schaut Vers 22, wie diese Bedrückung charakterisiert wird. Und wenn ihr das lest, sucht mal nach dem Schlüsselwort oder der Schlüsselidee. "Und wenn sie auf die Erde sehen, siehe, so ist da Drangsal und Finsternis, beängstigendes Dunkel, und in dichte Finsternis wird es verstoßen." Was ist die Hauptidee in diesem Vers? Vers 22. Welches Konzept besonders betont ihr? Dunkelheit, oder? Finsternis, beängstigendes Dunkel, dichte Finsternis. Könnt ihr das sehen?
[28:28] Der Jesaja, der betont das ausdrücklich, weil er möchte, dass wir hier sozusagen Finsternis mit Abfall verbinden. Er sagt, das Volk, das zu den Götzen geht, das Volk, das zu den Totenbeschwörern geht, das wird keine Morgenröte haben, kein Licht, weil die Prophetie bringt Licht, Jesus ist Licht. Stattdessen wird es in Finsternis sein, es wird in dichter Finsternis sein, in beängstigendem Dunkel. Und genau das ist passiert zur Zeit von Jesaja. Das Volk fällt ab und die Assyrer kommen und so weiter und so fort.
[29:03] Aber jetzt schaut Vers 23. Das heißt, Vers 23, der Vers, den jetzt Matthäus zitiert, der fällt nicht einfach vom Himmel, sondern der ist eigentlich quasi nur die Folge von dem, was vorher ist. Also vorher steht, nochmal zusammengefasst: Sie gehen zu den Totenbeschwörern, sie sollten zum Gesetz gehen, da würden sie Licht bekommen, das tun sie aber nicht, deswegen werden sie unterdrückt, werden von fremden Ländern beherrscht und sind in totaler Finsternis.
[29:33] Und dann steht in Vers 23: "Doch bleibt nicht im Dunkel das Bedrängte." Mit anderen Worten, dieser Zustand ändert sich. Gute Nachricht. Das Volk ist zwar nicht nur in Dunkelheit, in tiefster Dunkelheit, in beängstigender Finsternis, aber das bleibt nicht so. Und dann steht hier: "Wie er in der ersten Zeit das Land Sebulon und das Land Naphtali gering machte, so wird er in der letzten Zeit den Weg am See zu Ehren bringen."
[30:06] Jesaja berichtet jetzt davon, dass das Land Naphtali und das Land Sebulon gering gemacht worden sind. Weiß jemand von euch, was mit diesen beiden Stämmen passiert ist? Was ist deren Schicksal gewesen? Hat jemand von euch das so im Hinterkopf, Sebulon und Naphtali?
[30:29] Ja, die wurden weggeführt. Wann? Ja, genau. Und wo lesen wir das? Genau, schau mal, 2. Könige 15. Das war noch nicht die allgemeine Wegführung des Nordreichs. Schaut mal, 2. Könige 15 und dort Vers 29.
[31:02] 2. Könige 15, Vers 29: "Zu den Zeiten Pekachs, des Königs von Israel, kam Tiglath-Pileser, der König von Assyrien, und nahm Ijon ein und Abel-Bet-Maacha, Janoach, Kedesch, Hazor, Gilead, Galiläa, das ganze Land Naphtali, und führte die Bewohner gefangen nach Assyrien." Das war im Jahre 733 gewesen. Ungefähr 11 bis 12 Jahre, bevor dann der ganze Rest des Nordreichs gefangen genommen worden ist, weil quasi, die Assyrer kamen immer von Norden, der Feind kam von Norden und das waren quasi die Ersten, die man angegriffen hat, das Ostjordanland und diese Nordstämme. Es waren mit die ersten Stämme, die vollständig verloren gegangen sind vom Volk Israel. Naphtali und Zebulon, sie wurden gering gemacht 733 vor Christus.
[32:24] Das ist übrigens genau die Zeit, in der Jesaja lebt. Der berichtet also eigentlich von etwas, was in seiner Zeit stattfindet. Man weiß nicht genau, wann er welche Prophezeiung bekommen hat. Man kann jetzt nicht genau sagen, ob er jetzt das vorhergesagt hat oder ob er das quasi kommentiert, weil es gerade stattfindet oder vor kurzem passiert ist. Aber dieses Ereignis, die Erniedrigung von Naphtali und Zebulon, dass dort die Assyrer kommen, das ganze Land verwüsten und das Nordreich quasi halbieren vom Territorium her, das war etwas, was jeder Israelit zur Zeit von Jesaja wusste. Sie hatten Gott abgelehnt und sie haben jetzt ihr Land für immer verloren gehabt, tiefste Finsternis. Man hat sie nicht einfach nur bestraft, man hat sie genommen aus dem gelobten Land herausgerissen und stattdessen zum Teil Heiden angesiedelt. Das war die Politik der Assyrer und jetzt lebten da viele Heiden. Deswegen nannte man es dann den Bezirk der Heiden. Hier lebten jetzt schon Heiden im gelobten Land und Jesaja sagt, als das passiert zu der Zeit, das wird nicht für immer so bleiben, sondern genau in dem Land, wo Naphtali und Zebulon jetzt diese schwere militärische Hinterlage erhalten haben, wo diese beiden Stämme so sehr erniedrigt worden sind, mehr als alle anderen, genau in der Gegend wird Gott etwas besonders Großes tun.
[33:56] Gehen wir zurück zu Jesaja 8. Jesaja 8 und dort immer noch Vers 23. Da heißt es ja: "Wie er in der ersten Zeit das Land Zebulon und das Land Naphtali gering machte, so wird er in der letzten Zeit" – hebräisch kann letzte Zeit einfach auch die spätere Zeit, also später, zuerst und dann später – "in der späteren Zeit wird er den Weg am See zu Ehren bringen." Dieses Wort "Ehren bringen" kann auch übersetzt werden mit "gewichtig machen", "herrlich machen", "groß machen", also eine Herrlichkeit erzeugen. Dieses Gebiet soll besonders herrlich werden, es soll besonders geehrt werden.
[34:50] Und dann kommen diese Worte, die wir studiert haben: "Ich war jenseits des Jordan, das Gebiet der Heiden." Und dann schaut man Vers 1. "Das Volk, das in der Finsternis wandelt, hat ein großes Licht gesehen; über den Bewohnern des Landes des Todesschattens ist ein Licht aufgeleuchtet." Warum ist dieses Land, das Land der Finsternis? Nicht einfach nur, weil dort, weil das Galiläa war und die Leute ein bisschen dümmer waren als in Jerusalem. Nein, nein, nein, es war das Land der Finsternis, weil das war das Gebiet, was von den Assyrern als erstes dauerhaft zerstört worden war. Hier waren zuerst die Heiden, das war quasi das Anfang vom Ende. Es waren die ersten, die so richtig erniedrigt worden sind, besonders finster. Und genau hier würde ein besonderes Licht leuchten.
[35:46] Dass Jesus also jetzt hierhin zieht, ist die Erfüllung einer Jahrhunderte alten Prophezeiung, dass Gott sagt: Genau dieses verwüstete Gebiet zur Zeit von Pekach soll wieder eine besondere Ehre empfangen. Nun, was Interessantes: Diese Begriffe Finsternis und Licht, wo kommen die zum ersten Mal in der Bibel vor?
[36:10] Finsternis und Licht, eine Schöpfung. Ja, wollte es auch sein? Ganz genau. Jesus sagte: "Ich bin das Licht der Welt." Jeder, der das liest im Hebräischen, auch von den Begriffen Finsternis und dann ein Licht, das ist wie Schöpfung. Es ist fast so, als ob das Land Naphtali und Sebulon, es ist wie am Anfang der Schöpfung: Wüst und leer und finster. Da ist nichts los. Beängstigende Finsternisse. Der Geist Gottes schwebt und dann sagt Gott, das Wort Gottes, nicht wahr, Tora, das Zeugnis, es werde Licht und es wird Licht.
[36:51] Das Wort Gottes kommt nach Naphtali und Sebulon. Wir haben ja aus Jesaja 8, Vers 20 gelernt, das Licht scheint, wenn man zum Gesetz und zum Zeugnis kommt, das Wort Gottes. Das heißt, das ist übrigens wieder ein anderer Weg, um zu beweisen, dass Jesus das Wort Gottes sein muss, denn nur wenn er das Wort Gottes ist, dann kann er wirklich das Licht sein, dass das Morgenrot, die Morgenröte nach Naphtali und Sebulon bringt. Es ist das Wort Gottes, das es Licht werden lässt.
[37:13] Nun, Vers 23, Vers 1 haben wir gelesen, dass ein großes Licht, ja, nicht nur irgendein Licht. Kennt ihr diese Idee von einem kleinen Licht? Ellen White sagt, ihre Schriften sind ein kleines Licht und Johannes der Täufer, haben wir gesagt, das war auch ein kleines Licht, aber Jesus ist das große Licht. Er sagt, wie du gesagt hast, ich bin das Licht der Welt. Er sagt, ich bin das Licht der Welt.
[37:46] Und deswegen geht er jetzt ganz bewusst, sozusagen, wenn man jetzt in Palästina lebt und sich fragt, okay, wo kann ich den größten Einfluss auf die ganze Welt ausüben, gibt es eigentlich zwei Orte. Jerusalem, weil da kommen dreimal im Jahr Juden aus aller Welt, da ist er zuerst gewesen, ist abgelehnt worden. Die zweite Möglichkeit ist an der Haupthandelsstraße, wo von Afrika bis nach Asien und dann natürlich letztendlich auch Europa, alle Karawanen, alle Handel abgelehnt. Und genau dort stellt er sich hin und sagt: "Ich bin das Licht der Welt."
[38:13] Jetzt, aber es geht noch weiter. Vers 2, schaut mal, wie es weitergeht. Das wird jetzt von Matthäus nicht mehr zitiert, aber natürlich ist es mit im Hinterkopf und das muss man eigentlich mit bedenken. "Du hast das Volk vermehrt, hast seine Freude groß gemacht; sie werden sich vor dir freuen, wie man sich in der Ernte freut, wie die Sieger jubeln, wenn sie Beute verteilen."
[38:35] Wenn das Volk vermehrt wird, worauf deutet das hin, wenn das Volk vermehrt wird? Genau, die Vermehrung hat etwas zu tun mit Segen. Was ist zuallererst auf dieser Welt vermehrt worden? Zu wem ist zuerst gesagt worden: "Mehrt euch"? Vor Adam und Eva, das war am sechsten Tag, die Vögel und die Fische und da heißt es: "Gott segnete sie und sprach: Mehrt euch!" Wenn Gott segnet, dann vermehrt er. Umgekehrt, wenn Gott vermehrt, dann segnet er. Wenn Gott sagt hier, das Volk soll vermehrt werden, dann ist ein Hinweis darauf, dass Gott das Volk hier segnen möchte. Es ist nicht einfach nur Bevölkerungswachstum, es geht um den Segen des Volkes.
[39:33] Und dann heißt es: "Das Volk soll Freude haben." Wann hat man eine Freude, wann freut man sich? Wann freut ihr euch? Wenn es uns gut geht, ja. Gibt es andere Gründe für eine Freude? Was ist ein Grund zur Freude? Wann freut man sich? Freut ihr euch? Was ist ein guter Grund, sich zu freuen? Man freut sich, wenn man ein Geschenk bekommt, richtig. Man freut sich, wenn man gute Nachrichten hört, wenn man etwas hört, worauf man sich freuen kann. Eine Jesus-Predigt, dass die gute Nachricht, das Evangelium, die Leute freuen sich. Was haben die Engel gesungen? "Wir verkündigen euch eine große Freude, die für das Volk ist." Lukas 2. Eine große Freude. Und für diese Freude werden sogar zwei Bilder verwendet. Ich warte, das ist einmal von der Ernte und einmal vom Sieg.
[40:34] Okay, bei Hiob 3, "denn du hast das Joch zerbrochen, das auf ihm lastete, und den Stab auf seiner Schulter und den Stecken seines Treibers." Also, was ist dieses Bild von einem Joch auf dem Nacken und einem Stab auf seiner Schulter? Was soll damit ausgedrückt werden? Sklaverei. Und jetzt denkt scharf nach. Also, warum wird hier Licht sein? Die Sklaverei wird weggenommen, die werden befreit aus der Sklaverei. Das ist ganz offensichtlich.
[41:14] Und dann ist ein interessanter Hinweis, nämlich "wie am Tage Midians". Was soll das denn heißen? Wie am Tage Midians. Wie am Tage Midians. Okay, lasst mir euren Finger drin, geht in ein Kapitel weiter. Jesaja 10 und dort in Vers 26, da kommt die gleiche Idee nochmal. Gott erinnert Israeliten an etwas, was sie auch oft gerne vergessen.
[41:31] Jesaja 10, Vers 26: "Und der Herr der Herrscharen wird eine Geißel über ihn schwingen, wie er Midian schlug am Felsen Oreb." Jetzt sind die Bibelgeschichten-Kenner gefragt: Wann hat Gott die Midianiter am Felsen Oreb geschlagen?
[42:02] Ja, ganz genau. Geht mal zurück zu Jesaja 7. Ja, Jesaja so ein Quatsch. Richter 7. Lasst euren Finger in Jesaja, wir kommen gleich wieder. Richter 7 und dort Vers 25.
[42:29] Richter 7, Vers 25: "Und sie fingen zwei Fürsten der Midianiter, Oreb und Seb, und sie töteten Oreb am Felsen Oreb und Seb in der Kälte Seb. Und sie verfolgten die Midianiter und brachten die Köpfe Orebs und Sebs zu Gideon über den Jordan." Also der Sieg über die Midianiter, das ist ein Hinweis auf die Zeit von Gideon. Kennt ihr noch die Geschichte von Gideon? Was war passiert? Gehen wir ganz kurz zurück, Richter 6.
[42:59] Richter 6, da heißt es in Richter 6 und dort Vers 1 und 2: "Und die Kinder Israels taten wieder, was böse war in den Augen des Herrn. Da gab sie der Herr in die Hand der Midianiter sieben Jahre lang. Und als die Hand der Midianiter zu stark über die Israeliten wurden, bereiteten sich die Kinder Israel zum Schutz vor den Midianitern Schlupfwinkeln in den Bergen, Höhlen und Bergfesten." Die Israeliten waren die Sklaven sozusagen von Midian. Gleiche Geschichte wie dann später bei Naphtali und Sebulon.
[43:37] Und ihr kennt die Geschichte, der Gideon, der drischt den Weizen, da kommt der Engel, der Engel des Herrn und sagt: "Du starker Held." Und Gideon wird dann beauftragt, erst die Balsstatuen umzuhauen und dann eine Armee aufzustellen. Woher rekrutiert er die Armee? Schaut mal in Richter Kapitel 6 Vers 33.
[43:53] "Als sich nun alle Midianiter und Amalekiter und die Söhne des Ostens vereinigt hatten und herübergezogen waren und sich in der Ebene Israel lagerten, jetzt Vers 34: Da kam der Geist des Herrn auf Gideon, und er stieß in Schofahorn, und die Abissriter wurden zusammengerufen, dass sie ihm nachfolgen. Und er sandte Boten in ganz Manasse umher, und auch sie wurden zusammengerufen, dass sie ihm nachfolgen wollten. Und er sandte Boten nach Asser und Sebulon und Naphtali."
[44:31] Ein bisschen mehr Begeisterung. Die Schlacht von Gideon gegen die Midianiter wurde geschlagen hier in der Nähe von Galiläa und die Kämpfer kamen größtenteils – neben von Asser, Asser ist ja hier gewesen – aus Naphtali und Sebulon. Jahrhunderte später sagt Gott durch Jesaja: Schaut mal, Naphtali und Sebulon werden völlig zerstört werden, Finsternis, Todesschatten, weil sie durch die Assyrer besiegt werden, aber es wird nicht immer so bleiben, wie am Tage Midians, als die Kämpfer aus Naphtali und Sebulon.
[45:19] Wie haben sie eigentlich die Midianiter besiegt damals? Wie hat Gideon die Midianiter besiegt? Was war die Strategie? Fackeln, Schofahörner, lautes Geschrei, ein lauter Ruf sozusagen, und das Reich des Satans, das Reich der Midianiter ist in sich zusammengebrochen. Und jetzt zurück zu Jesaja 8. Gott sagt durch den Jesaja: Wenn das Licht aufleuchtet in der Finsternis, dann wird das so sein, wie am Tag Midians, so wie damals, als die Midianiter hier von Naphtali und Sebulon besiegt worden sind.
[45:55] Okay, jetzt Jesaja 8, gleich am Ende angelangt, Vers 4: "Denn jeder Stiefel, der die gestiefelt einher stapfen im Schlachtgetümmel, und jeder Mantel, der durchs Blut geschleift wurde, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt." Was für ein Bild ist das? Stiefel, Schlachtgetümmel, Blut, Krieg. Das heißt, alle diejenigen, die Krieg führen, was wird mit ihnen passieren? Sie werden, die kommen zugrunde, sie werden vom Feuer verzehrt. Das heißt, alle diejenigen, die gegen Naphtali und Sebulon Krieg geführt haben, sie werden am Ende vom Feuer verzehrt.
[46:54] Also hier ist bis dahin das große Bild, noch einmal zusammengefasst, bevor die letzten Verse lesen. Gott sagt durch Jesaja zu dieser Zeit, zur Zeit vom 733: Ihr Israeliten, ihr geht zu den Götzendienern, ihr geht zu den Totenbeschwörern, zu den Wahrsagern, ihr solltet zum Wort Gottes gehen, dann würdet ihr Licht haben, aber weil ihr nicht zum Wort Gottes geht, deswegen werdet ihr bedrückt von den Assyrern, deswegen seid ihr in der Finsternis, moralisch, körperlich, wie auch immer, ihr seid in der Finsternis, finstere Finsternis, beängstigende Finsternis.
[47:31] Aber Vers 23: Es bleibt nicht so. Genauso wie ihr niedrig gemacht werdet durch den Wegzug unter Tiglath-Pileser, so solltet ihr wieder zu Ehren gebracht werden, ihr sollt wieder herrlich gemacht werden, denn ein Licht leuchtet auf in der Finsternis. Das Volk, das im Land des Todesschattens liegt, hat ein großes Licht gesehen. Und dann sagt er: Ihr werdet gesegnet werden, ihr werdet eine große Freude haben, ihr werdet befreit werden von der Sklaverei, so wie am Tage Midians, als die Bedrücker, die Midianiter besiegt worden sind, und alle, die Krieg gegen euch führen werden, vernichtet werden.
[48:07] Könnt ihr euch jetzt vorstellen, warum die Israeliten gedacht haben, dass der Messias die Römer vertreibt? Weil genau die Bildersprache sehr ähnlich ist, nicht wahr? Die Römer kamen, ähnlich wie die Assyrer, haben das Land unterdrückt, haben es versklavt. Wenn man nicht versteht, dass dieser Krieg letztendlich der Krieg gegen die Sünde ist und nicht gegen die Römer, versteht man so ein bisschen, warum die Juden das falsch gelesen haben.
[48:29] Aber jetzt schaut mal, wie der Vers zu Ende geht und dieser Abschnitt. Vers 5: Warum gibt es eine gute Nachricht, warum wird das Licht aufleuchten in der Finsternis in Sebulon und in Naphtali? Vers 5, der Vers ist gut bekannt, wird meistens aber ohne Kontext zitiert. Vers 5: "Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Man nennt seinen Namen: Wunderbarer Ratgeber, starker Gott, ewig Vater, Friedefürst." Das ist der Messias.
[49:01] Schaut mal, was hier steht, genau. Ein Kind ist uns geboren, die Herrschaft ruht auf seiner Schulter. Was heißt das auf Deutsch, wenn die Herrschaft auf seiner Schulter ruht? Er ist König. Was heißt das, wenn es heißt hier: Er ist ein wunderbarer Ratgeber? Was war nochmal das Anfangsproblem der Israeliten im Vers 19?
[49:34] Was war nochmal das Problem im Vers 19? Die Israeliten gingen zu den Wahrsagern und den Totenbeschwörern, um die Zukunft zu wissen. Und Gott fragt: "Sollen sie nicht ihren Gott befragen?" Jetzt kommt Gott selbst. Er wird Mensch als der wunderbare Ratgeber. Und dann, schaut mal in Vers 6.
[50:01] Das ist auch sehr interessant: "Die Mehrung der Herrschaft und der Friede werden kein Ende haben auf dem Thron Davids und über seinem Königreich, dass er es gründe und festige mit Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit." Denkt mal den Anfang des Satzes nach. Die Mehrung der Herrschaft und des Friedens wird kein Ende haben. Den Satz musst du erstmal richtig nachdenken, dann ist das eine ziemliche Explosion im Kopf.
[50:34] Die Mehrung der Herrschaft wird kein Ende haben. Was heißt Mehrung? Wachstum, mehr werden, immer größer werden. Das heißt, die Bibel sagt, die Mehrung seiner Herrschaft, die Herrschaft vom Messias, die Herrschaft von Jesus. Wann hört die Herrschaft von Jesus auf zu wachsen? Nicht, wann hört sie auf zu existieren, sondern wann hört sie auf zu wachsen?
[50:58] Lies den Vers genau. Wann hört die Herrschaft auf zu wachsen? Nie! Sie hört nie auf zu wachsen. Jesus wird immer noch mehr König werden. Fragt mich nicht, wie genau das gehört. Mit anderen Worten, es ist nicht einfach nur ein Zustand. Jesus ist nicht König, Jesus ist König. Die Herrschaft wird immer mehr zunehmen. Und dann heißt es hier sogar, der Friede wird immer mehr zunehmen. Man würde ja denken, naja, wenn kein Krieg mehr ist, ist Friede, oder? So Zustand, so Plateauphase, Friede. Der Friede wird immer friedvoller. Von Jahrtausend zu Jahrtausend, von Jahrmillion zu Jahrmillion wird der Friede immer mehr zunehmen.
[51:53] Schau, die Sache ist ja die, Friede ist ja nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern Friede ist auch eine innerliche Erfahrung, der Friede mit Gott. Nicht nur ein Gefühl, auch eine Zuversicht, eine Gewissheit. Offensichtlich nicht.
[52:14] Und das ist interessant. Jesus beginnt seine Herrschaft klein und unscheinbar. Er kommt als Friedefürst, als kleines Baby. Völlig ohne irgendwelche Zurschaustellung. Aber diese Herrschaft würde wachsen und wachsen und wachsen und wachsen und wachsen. Und sie würde ausgerechnet in Naphtali und Zebulon besonders zur Ehre kommen. Das Licht würde dort besonders leuchten.
[52:43] Und jetzt gehen wir zurück zu Matthäus. Und schaut mal, was der Matthäus jetzt macht. Der hat das verstanden. Der zitiert zwar nicht Jesaja 9, Vers 5 und 6, aber er weiß, dass eigentlich die Bibelleser das wissen müssten, dass das der Kern der Prophezeiung ist. Und jetzt schaut mal, wie schön er das zusammenfügt hier in Matthäus 4.
[52:59] Er sagt ja in Vers 13: "Er verließ Nazareth, kam und ließ sich in Kapernaum nieder, das am See liegt im Gebiet von Zebulon und Naphtali, damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja gesagt ist." Er spricht: "Das Land Sebulon und das Land Naphtali am Weg des Sees, jenseits des Jordan, das Galiläa der Heiden. Das Volk, das in der Finsternis wohnte, ein großes Licht gesehen. Und denen, die im Land des Todesschattens wohnten, ist ein Licht aufgegangen."
[53:26] Und was hat Jesus jetzt, Vers 17? "Von da an begann Jesus zu verkündigen und zu sprechen: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen." Was hatte Jesaja 9 gesagt? Wenn das Licht aufgeht, dann deswegen, weil ein Sohn ist uns geboren, auf ihm ruht die Herrschaft und sein Königtum wird fest gegründet sein. Es ist kein Zufall, dass Matthäus diese beiden Dinge miteinander verknüpft. Er zitiert zwar nicht Jesaja, aber indem er Jesus hier sprechen lässt, zeigt er, er versteht, dass diese Prophezeiung sich explizit erfüllt.
[54:03] Ganz genau, absolut, weil Jesus das Wort Gottes ist und weil er derjenige ist, den die Prophezeiung vorhergesagt hat. Also ihr seht, Matthäus 4 ist nicht einfach nur eine Überleitung, wo man sagt: Okay, jetzt geht es von einem Ort zum nächsten, sondern Jesu Umzug von Nazareth nach Kapernaum war eine in jedem einzelnen Detail überlegte Erfüllung einer kompletten Prophezeiung aus Jesaja 8 und Jesaja 9. Wenn man die im Ganzen komplett sieht, kann man da eigentlich das ganze Evangelium schon in seinen Einzelheiten sehen.
[54:55] Okay, bis hierhin soweit. Nächstes Mal schauen wir uns dann ab Matthäus 4 Vers 18 die Berufung der Jünger an und werden das dann ein bisschen genauer anschauen, also Matthäus, Markus und auch Lukas. Für heute, denke ich, können wir sehen, ich glaube, wir können diesen Punkt mitnehmen heute: Jesus hat sich strategisch positioniert, um möglichst viele zu erreichen, und er tat das nicht einfach nur, weil die Seeluft mochte, sondern weil er selbst die Wahl seines Heimatortes auf prophetische Prinzipien stellte. Er kannte die Prophetie so gut, dass er sogar wusste, wo er wohnen sollte.
[55:36] Vielleicht sagt die Prophetie nicht immer genau, wo wir wohnen sollen, aber wenn wir von Jesus doch lernen können, auch unsere alltäglichen Entscheidungen noch genauer und präziser auf das Wort Gottes auszurichten, dass wir ein Licht sein können in der Finsternis. Unsere Welt ist ein wirklich finsterer Ort. Jesus sagt, wir sollen das Licht der Welt sein und dann sollten wir überlegen, was die Prophetie uns zeigt, wo Gott uns hinstellen möchte, damit wir ein möglichst effektives Licht sind, damit auch wir sagen können: "Das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen." Ist ja nebenbei gesagt ja auch unsere Botschaft.
[56:08] Gut, wollen wir noch gemeinsam beten und dazu niederknien?
[56:17] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir von ganzem Herzen, dass wir sehen konnten, dass Jesus in jedem einzelnen Detail seines Lebens in völliger Harmonie mit der Prophetie und mit dem Alten Testament gewesen ist. Wir danken dir, dass du ein Gott bist, der über Jahrhunderte hinweg plant, auch wenn es in Sebulon und Naphtali über Jahrhunderte hinweg so finster war, mit beängstigender Dunkelheit, wie der Prophet Jesaja sagt, hast du doch ausgerechnet diesen Ort ausgewählt, damit einige der größten Wunder und der tiefgreifendsten Predigten von Jesu mit großem Licht in die ganze Welt hinaus strahlen. Wenn du Sebulon und Naphtali auswählen kannst für solche eine wichtige Aufgabe, dann kannst du jeden von uns wählen, egal wie finster es in unserem Herzen aussehen mag oder ausgesehen haben mag. Wir danken dir für deine Gnade und bitten dich, dass du uns festes Vertrauen schenkst in deine Führung, dass wir durch deine Kraft ein Licht sein können in dieser finsteren Welt. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.