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Manchmal glauben wir, alles genau zu kennen und im Griff zu haben, doch ein genauerer Blick auf vertraute Texte kann uns völlig überraschen. Christopher Kramp zeigt in dieser Predigt auf, dass Gottes Wort eine Dringlichkeit und Tiefe besitzt, die unser Leben grundlegend verändern kann. Begleiten Sie ihn auf eine Reise durch die Serie „Siehe, ich mache alles neu“ und entdecken Sie, wie Gott bereits heute in Ihrem Leben Neues wirken möchte.


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Serie: Predigten

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Transkript

[0:04] Einen wunderschönen guten Abend. Es hätte so schön sein können. Wir waren richtig gut unterwegs. Die Zeit war gut ausgerechnet. Wir wollten pünktlich bei unserer Unterkunft sein. Ich wollte mich einfach noch ein bisschen frisch machen und dann hier in Ruhe herfahren. Und als wir gerade unterwegs waren und unserer Schwester schrieben, wir sind dann jetzt gleich da, sagte sie: „Du weißt schon, dass um 18 Uhr der Vortrag ist, oder?“

[0:39] Und ich habe auf den Flyer geschaut und gesagt: „Nein.“ Ich hätte schwören können, es ist 19 Uhr. Ich hätte alle Vorträge der Welt, die gehen um 19 Uhr los oder 18 Uhr. Ich dachte: Unglaublich. So sind wir tatsächlich relativ schnell gefahren, sofort umgedreht, direkt Kurs auf die Adventgemeinde Nürnberg-Marienberg. Ich habe mir gerade so gedacht, ist das nicht so? Man denkt, man kennt es, oder so ein Flyer sagt immer 19 Uhr, oder? Aber in Wirklichkeit stand 18 Uhr.

[1:13] Wir werden heute auch ein paar Texte lesen, von denen wir denken, wir kennen sie. Und vielleicht werden sie doch das eine oder andere ganz Neue uns sagen. Etwas, das uns vielleicht überrascht, etwas, das uns eine Dringlichkeit zeigt, die wir gar nicht so vorher berechnet haben. Vielleicht ist unser christliches Leben ja auch so, dass wir alles schön eingetaktet haben, alles so gut im Griff haben, und wenn wir die Texte mal genauer anschauen, dann stellen wir fest: Vielleicht ist das, was wir für selbstverständlich hielten, viel dringlicher, als wir gedacht haben.

[1:54] Möchte euch begrüßen zu einer kleinen Serie heute Abend, morgen Abend, Sabbatvormittag, Sabbatnachmittag: „Siehe, ich mache alles neu.“ Ich weiß nicht, wie oft ihr über die neue Erde nachdenkt, wie oft ihr darüber nachdenkt, dass Gott einmal alles neu schaffen wird. In dieser Serie wollen wir uns sogar eigentlich mehr damit beschäftigen, was Gott schon heute in unserem Leben alles neu machen wird. Wir werden tatsächlich heute ein paar, wie ich denke, bekannte Verse lesen. Verse, die ihr wahrscheinlich schon oft gelesen habt. Wir werden sie aber versuchen, in ein vielleicht etwas neues Licht zu lesen und dabei vielleicht Dinge entdecken, die euch genauso überraschen werden, wie mich der Blick auf den Flyer überrascht hat.

[2:50] Bevor wir das tun, bevor wir über den Heiligen Geist sprechen, über das, was er getan hat und tut, möchten wir ihn einladen, auch in unserem Herzen zu uns zu sprechen. Und ich weiß, wir haben schon gebetet, aber wenn es euch möglich ist, dann lade ich euch ein, dass wir für ein Anfangsgebet noch einmal kurz niederknien.

[3:17] Lieber Vater im Himmel, du hast alles in deiner Hand. Unser Leben, unsere Pläne, unsere Gedanken und auch die Zeit, die jetzt vor uns liegt. Herr, ich möchte dich von ganzem Herzen bitten, dass du in deiner Vollmacht, in deiner Heiligkeit, in deiner Güte und Liebe zu uns persönlich heute Abend sprichst, dass wir gepackt werden von der Dringlichkeit deiner Botschaft, von der Schönheit deiner Worte und von der Kraft, die in deinem Evangelium steckt. Ich möchte dich bitten, dass du zu uns persönlich sprichst, zu jedem Einzelnen von uns, auch zu allen, die jetzt live zuschauen oder später das Video anschauen. Ich möchte dich bitten, dass wenn wir heute Abend nach Hause gehen, wir wissen, dass wir dir begegnet sind. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[4:22] Wir fangen heute ganz vorne an. „Siehe, ich mache alles neu.“ Ist ja ein Thema, das die Schöpfung in den Mittelpunkt rückt. Wir fangen ganz vorne an. 1. Mose Kapitel 1, Vers 1 und 2. Ich bin sicher, ihr kennt die Verse wahrscheinlich auswendig, aber lasst uns trotzdem sie mal aufschlagen. 1. Mose Kapitel 1, Vers 1 und 2. Dort sagt die Bibel: „Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde. Die Erde aber war wüst und leer, und es lag Finsternis auf der Tiefe. Und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.“

[5:08] Weiß jemand von euch, was das Lieblingsthema von Jesus Christus gewesen ist? Das Thema, über das Jesus am meisten und am liebsten gepredigt hat? Ich denke, ihr habt schon gemerkt, Verkündiger, Prediger, Pastoren, Evangelisten haben so ihre Lieblingsthemen, oder? Und hier in Nürnberg-Marienberg, da kriegt der eine oder andere von denen so mit, die kommen ja alle mal her. Und ihr wisst wahrscheinlich so, jeder hat so auch Themen, über die er besonders gerne spricht. Themen, die ihm so am Herzen liegen. Wisst ihr, was das Lieblingsthema von Jesus war? Ich meine, Jesus hat über viele Themen gepredigt, oder? Er hatte eine ganze Reihe von verschiedenen Dingen, die er den Menschen gesagt hat. Jesus hat oft übers Geld gepredigt, hat über den Sabbat gepredigt, über die Ehe, über Charakterentwicklung, viele Themen.

[6:00] Weiß jemand von euch, was das Lieblingsthema von Jesus war, wenn man Jesus nach Nürnberg-Marienberg einladen würde und ihm sagen würde: „Jesus, du darfst predigen, was du gerne möchtest“? Wisst ihr, über welches Thema er predigen würde? Und es wird gesagt in „Selected Messages“, Band 1, Seite 156: „Christus, der große Lehrer, hatte eine unendliche Auswahl an Themen.“ Ja, also er konnte aus allen möglichen Themen etwas auswählen, aber das eine Thema, mit dem er am meisten Zeit verbrachte, also wo er seine längsten Predigten hielt, die meisten Predigten, das eine Thema, mit dem er am meisten Zeit verbrachte, war die Gabe des Heiligen Geistes.

[7:02] Jesus hat gerne über den Zehnten gesprochen oder über den Sabbat oder über die Wiederkunft oder über den Zustand der Toten, alles interessante und wichtige Themen. Aber wenn er es sich aussuchen konnte, wenn er sein Lieblingsthema auspacken durfte, dann war das die Gabe des Heiligen Geistes. Ich bin mir sicher, ihr habt schon öfter etwas über den Heiligen Geist gehört, oder? Wenn ihr spontan, so ganz spontan in euch geht, welche Assoziation habt ihr mit dem Thema Heiliger Geist, außer vielleicht Konflikt- und Streitthema? Nicht wahr? Ja, der berühmte Frankl sagte mal, es erzeugt ja manchmal mehr Hitze als Licht, dieses Thema.

[7:54] Wir wollen heute nicht über die Natur des Geistes sprechen, über all diese ganzen Streitfragen. Das soll heute gar nicht unser Thema sein. Wenn ihr drüber nachdenkt, denkt ihr beim Thema Heiliger Geist zuerst an das Alte oder das Neue Testament? Würdet ihr sagen, die Lehre vom Heiligen Geist ist vor allem eine alttestamentliche oder eine neutestamentliche Lehre? Was würdet ihr sagen? Was kommt euch spontan zuerst in den Sinn? Also Neues Testament. Neues Testament, oder? Im Neuen Testament wird der Heilige Geist ausgegossen. Im Neuen Testament spricht Jesus kapitelweise über den Heiligen Geist. Im Neuen Testament lesen wir von der Frucht des Geistes. Für glaube ich fast alle Christen ist der Heilige Geist im Wesentlichen ein neutestamentliches Thema.

[8:35] Oder ist euch mal aufgefallen, dass es in der ganzen Bibel fast kein Thema gibt, das eher angesprochen wird als der Heilige Geist? Von allen biblischen Themen ist der Heilige Geist quasi das so ziemlich das Allererste, was angesprochen wird. Oder nur die Schöpfung selbst kommt noch vorher. „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Und bevor es einen Menschen gibt, bevor es den Sabbat gibt, bevor es Sünde, Evangelium, Heiligtum, bevor irgendetwas anderes kommt, geschweige denn Ernährung, ist das Allererste in der Bibel der Geist Gottes.

[9:19] Der Geist Gottes schwebte über den Wassern, noch bevor die Schöpfung richtig losgeht. Ich weiß nicht, wie oft ihr über diesen Vers nachgedacht habt. Wir kennen ja die Schöpfungsgeschichte, oder? Erster Tag, zweiter Tag, dritter Tag, vierter Tag. Wir sind stolz darauf zu verteidigen, dass es 24-Stunden-Tage sind. Ja, wir sind stolz darauf, Kreationisten zu sein, und irgendwie wissen wir, na ja, und der Geist Gottes schwebte da am Anfang auch noch in Vers 2, oder? Habt ihr mal über diesen Vers genauer nachgedacht? Wo schwebt er denn, der Geist Gottes da? Was ist denn das Allererste, was wir sozusagen in der biblischen Lehre über den Heiligen Geist erfahren?

[10:07] Das heißt in Vers 2, schaut noch mal genau hin: „Die Erde aber war wüst und leer und es lag Finsternis auf der Tiefe.“ Wüst und leer, das wisst ihr wahrscheinlich. Hebräisch heißt das Tohuwabohu. Wisst ihr, was Tohuwabohu ist? Das ist, wenn man am Sonntagmorgen um 7 Uhr aufsteht und das Kind war schon um 5 Uhr wach. Ja. Und man dann aus dem Schlafzimmer in das Kinderzimmer tritt. Das ist Tohuwabohu oder Chaos, alles durcheinander. Das ist die Idee. Ja, Chaos. Aber es war nicht nur Chaos, es war auch leer und es war finster.

[10:47] Nun lernen wir jetzt am Anfang mal drei interessante Dinge über Gott. Geht mit mir, wir kommen immer wieder zu 1. Mose hier zurück. Geht mit mir zu 1. Johannes 1, Vers 5. Dort sagt die Bibel: „Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen, dass Gott Licht ist und in ihm gar keine – was? – gar keine Finsternis ist.“ In Gott ist keine Finsternis, aber in 1. Mose 2 ist da nur Finsternis. Okay, zweiter Text. Kolosser 2, Vers 9. In Kolosser Kapitel 2 und dort Vers 9 heißt es über Gott: „In ihm wohnt die ganze – was? – denn das nächste Wort – denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig.“ Gott ist ein Gott der Fülle, aber am Anfang war es alles leer. Also Gott ist ein Gott des Lichts, aber am Anfang war es finster. Gott ist ein Gott der Fülle, am Anfang war es leer.

[12:04] Und dann sagt uns 1. Korinther Kapitel 14 und dort Vers 33: „Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung.“ Ja, genau. Die Erde ist wüst, finster und leer. Und die Bibel sagt uns, Gott hat gar keine Finsternis, in ihm ist die Fülle und er ist kein Gott der Unordnung. 1. Mose 1, Vers 2 beschreibt das Gegenteil von Gott. Das Gegenteil von Gott. Man würde alles andere dort erwarten, aber nicht Gott. Und doch ist der Geist Gottes dort anwesend, wo nichts, absolut gar nichts dem Wesen Gottes entspricht.

[13:05] Zurück zu 1. Mose 1. Wir lesen also in Vers 2: „Die Erde aber war wüst und leer und es lag Finsternis auf der Tiefe und der Geist Gottes schwebte über den Wassern.“ Schaut mal nicht in die Bibel und erzählt mir mal, wie geht es weiter? Das wisst ihr bestimmt, oder? Was kommt nach Vers 2? Was passiert? Gott spricht: „Es werde Licht.“ Es wird, dann kommt der zweite Tag. Was schafft Gott am zweiten Tag? Schaut nicht in die Bibel, das wisst ihr, oder? Was heißt, was schafft Gott am zweiten Tag? Was trennt das Wasser? Er schafft die Himmelssphäre oder er schafft die Atmosphäre, erschafft den Himmel. Dritter Tag, was schafft Gott? Er schafft die Erde, also das Trockene, und das Meer schon da. Ja, trennt Meer und genau, und er schafft was noch? Er schafft die Pflanzen. Ja, wir sind mal stolz auf die Sechs-Tage-Schöpfung. Wir sollten auch wissen, was an den einzelnen Tagen geschaffen worden ist, oder?

[14:11] Vierter Tag, Gott schafft Sonne, Mond und Sterne. Fünfter Tag, Gott schafft die Vögel und die Fische. Und was macht er noch? Er segnet sie, oder? Er segnet sie. Und dann kommt der sechste Tag, die Tiere und der Mensch, also erst der Mann und dann die Frau. Ein ganz geschäftiger Freitag, nicht wahr? Viel los am Freitag. Mann, Frau, Tiere, Garten Eden und dann kommt am Ende der Sabbat. Ich habe eine Frage an euch. Wo war der Heilige Geist?

[14:53] Wir lesen in Vers 2: „Der Geist Gottes schwebt über den Wassern.“ Wir lesen das so ein bisschen, es klingt ein bisschen mysteriös, so ein bisschen vage, so, was macht er eigentlich genau? Ja, und dann kommt Vers 3. Dann kommt das Licht, nicht? Und dann kommt die Schöpfung und erster Tag, zweiter Tag, dritter Tag und wir studieren die Schöpfung und ich weiß nicht, wie es euch geht. Mir ging es ganz oft so, man vergisst, dass man in Vers 2 vom Heiligen Geist gelesen hat, oder der kommt dann nicht mehr vor. Es ist so, als ob der Heilige Geist am Anfang wie eine Art Platzhalter ist, oder der schwebt da so ein bisschen und dann geht's los, dann spricht Gott, dann kommen die Dinge, dann wird geschaffen, dann kommen die Pflanzen und die Tiere und so weiter. Und irgendwann, wenn man so durch die Kapitel durchgeht, fragt man sich irgendwann: Wo ist eigentlich der Heilige Geist? Ist er wieder zurückgegangen? Hat er quasi nur so ein bisschen – war der nur die Vorhut?

[15:48] Es muss doch einen Grund haben, warum gleich am Anfang der Heilige Geist erwähnt wird, wenn der danach gar nicht mehr wieder so richtig vorkommt. Oder? Ich habe mir Gedanken gemacht. Wo ist der Heilige Geist? Nun, ich frage euch anders: Wo findet man dann den Heiligen Geist wieder? Wenn man mal weiterliest, also in Kapitel 2 kommt er nicht vor, in Kapitel 3 kommt er nicht vor, in Kapitel 4 kommt – wann kommt der Heilige Geist mal wieder? Schaut mal, lasst uns mal ein bisschen blättern. Wo finden wir das nächste Mal den Heiligen Geist?

[16:39] Schaut mal mit mir in 1. Mose Kapitel 6 und dort Vers 3. 1. Mose Kapitel 6 und dort Vers 3. Die Bibel sagt: „Da sprach der Herr: Mein – was ist das nächste Wort? – Mein Geist soll nicht für immer mit dem Menschen rechten, denn er ist ja Fleisch. So sollen seine Tage 120 Jahre betragen.“ Gott sagt, der Geist soll hier nicht für immer bleiben. Oder ihr wisst, was das Wort „rechten“ bedeutet. Wisst ihr, was das Wort „rechten“ bedeutet? In Jesaja heißt es: „Kommt, wir wollen miteinander rechten.“ Jesaja 1, Vers 18: „Wenn eure Sünden rot wie Scharlach sind, sollen sie weiß wie Schnee werden.“ Wir haben gerade das Privileg, diesen Vers besonders gut zu verstehen. Wir sehen Schnee um uns herum. Jedes Mal, wenn ihr Schnee seht, denkt an diesen Vers. Jedes Mal, wenn ihr Schnee seht, versucht die roten Flocken zu zählen im Schnee. Keine roten Flocken. „Eure Sünden rot wie Scharlach sind, sollen sie weiß werden wie Schnee.“ Das ist das, was „rechten“ bedeutet. Gott sagt: „Ich will euch vergeben.“

[18:08] Der Heilige Geist. Und ich denke, das ist euch bekannt. Der sollte noch 120 Jahre an den Menschen wirken, dann würde Gott ihn zurückziehen. Oder was kam nach 120 Jahren? Dann kam die Sintflut. Was heißt denn das, wenn Gott in 1. Mose 6 sagt: „Mein Geist soll nicht für immer hier bleiben“ in Bezug auf unsere Frage: Was passierte mit dem Heiligen Geist nach 1. Mose 1, Vers 2? Wir lesen 1. Mose 1, Vers 2: „Der Geist Gottes schwebt über den Wassern.“ Dann lesen wir nichts von ihm. Und in 1. Mose 6 sagt Gott: „Mein Geist soll nicht für immer hier bleiben. Er hat – ich gebe euch noch 120 Jahre.“ Was heißt das für den Heiligen Geist?

[19:03] Der Heilige Geist war die ganze Zeit da. Er war da, als Gott sprach: „Es werde Licht.“ Er hat mitbekommen, als die ersten Pflanzen aus dem Boden sprossen. Der Heilige Geist war anwesend, als Adam geschaffen wurde und als Eva mit der Schlange sprach. Der Heilige Geist war dabei. Der Heilige Geist war dabei, als Kain den Abel umbrachte. Der Heilige Geist war die ganze Zeit dabei, aber wir merken das gar nicht. Wir lesen den Text, freuen uns darüber, was Gott alles geschaffen hat, diskutieren vielleicht noch mit Menschen, wie Gott das gemacht hat, ja, dass es keine Evolution gab. Denken gar nicht drüber nach, dass die ganze Zeit dieser Heilige Geist von Vers 2 anwesend ist.

[20:02] Mit anderen Worten: Als Adam geschaffen wurde, bekam er nicht die Aufgabe, jetzt mal sich um den Heiligen Geist zu bemühen, zu beten, dass der Heilige Geist auf ihn kommen würde. Als Adam geschaffen worden ist, war der Heilige Geist schon da. Der war schon da. Nicht Adam musste den Geist finden, sondern der Geist musste Adam finden. Wisst ihr warum? Hier in 1. Mose 6 und dort Vers 3, Gruppe von Menschen, die „Gottes Söhne“ genannt werden. Habt ihr das gesehen? In Vers 2, da heißt es: „Da sahen die Gottes Söhne, dass die Töchter der Menschen schön waren und sie nahmen sich von allen jene zu Frauen, die ihnen gefielen.“ Ihr wisst, da gibt's in der Christenheit große Debatten. Manche denken, die Engel hätten hier plötzlich irgendwelche Riesen gezeugt oder so. Aber biblisch gesehen ist die Sache ganz einfach. Wer oder was sind Gottes Söhne? Wer sind Kinder Gottes? Wer sind Söhne Gottes in der Bibel? Kennt jemand von euch eine biblische Definition, was einen Gottes-Sohn, ein Gotteskind ausmacht?

[21:21] Heiligen Geist. Yes. Genau. In Römer Kapitel 8, Vers 14, dort steht: „Denn alle, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind – was? – die sind Söhne Gottes.“ Das heißt, die Menschen müssen realisiert haben damals, dass der Heilige Geist anwesend ist, denn es gab Menschen, die sich als Söhne Gottes bezeichnet haben, die davon ausgegangen sind, dass sie vom Heiligen Geist geleitet werden. Ihr wisst vielleicht, es gibt diesen Vers in 1. Mose 4: „Ab dem Zeitpunkt fingen die Menschen an, den Herrn anzurufen.“ Manche übersetzen auch „auszurufen“. Es sieht so aus, man kann es wohl auch übersetzen mit „sich mit dem Namen des Herrn zu benennen“, den Namen des Herrn quasi über sich selbst auszurufen: „Wir sind das Volk des Herrn. Der Heilige Geist führt uns.“

[22:21] Jetzt schauen wir noch mal zurück. 1. Mose 6. Diese Menschen, die glauben, dass sie vom Heiligen Geist geleitet werden, wie würdet ihr hier in Vers 2 ihren geistlichen Zustand bewerten? Diese Menschen von 1. Mose 6, Vers 2, die „Gottes Söhne“ genannt werden. Ich erinnere mich, vor vielen Jahren habe ich mal in einer deutschen Stadt anlässlich eines Kongresses einer großen christlichen Denomination Menschen gesehen, die dort zu diesem Kongress gingen, und einer von ihnen trug ein Schild, da stand drauf: „Vom Heiligen Geist geleitet.“ Ich dachte: Wow, interessante Aussage, wenn man sich ein Schild dran macht: „Vom Heiligen Geist geleitet.“ So ein bisschen stelle ich mir das ja auch vor. Menschen, die sich Söhne Gottes nennen, wie würdet ihr den geistlichen Zustand dieser Söhne Gottes beschreiben? Ihr kennt wahrscheinlich die Geschichte, oder? Als Gott sich die Erde anschaut, stellt er fest: Geistlich gesehen wird sie gerade wieder ein Tohuwabohu oder geistlich gesehen nimmt die Finsternis überhand. Und ist es nicht bemerkenswert, dass die allerbeiden ersten Stellen in der Bibel, in denen der Heilige Geist vorkommt, einmal in Kapitel 1, Vers 2, wo es dunkel, finster, Chaos und leer ist, und das zweite Mal, wo die Menschheit in die Katastrophe abstürzt und es geistlich, moralisch, chaotisch und finster und leer ist. Genau an den beiden Stellen wird der Heilige Geist erwähnt.

[24:12] Wir haben ja manchmal die Idee, wenn wir nur treu genug sind, dann kommt irgendwann der Heilige Geist auch in unser Leben, oder? Dann kommt dann der Früh- und der Spätregen. So quasi als eine besondere Belohnung. Bemerkenswerterweise ist der Heilige Geist in der Bibel ganz am Anfang immer dann sichtbar, wenn es besonders dunkel wird. Besonders dunkel. Der erste und entscheidende Punkt heute Abend, der euch vielleicht jetzt theologisch nicht vom Hocker haut, über den wir zu wenig nachdenken: Wir warten immer auf die Ausgießung des Heiligen Geistes. Vielleicht ist der Geist schon längst da. Folgt mir gut heute Abend. Ich werde gleich das noch mehr erklären. Vielleicht warten wir immer, dass der Geist dort oben ist und hoffentlich irgendwann in mein Leben kommt, wenn der Geist Gottes vielleicht schon ganz nahe ist – in der Finsternis, in der Dunkelheit und im Chaos.

[25:44] Wisst ihr, wir können in eine Predigt kommen, zu einer Veranstaltung wie heute live zuschauen. Wir können die Bibel aufschlagen, die Verse mitlesen und zustimmen. Theologisch sagen: „Das ist korrekt.“ Oder vielleicht auch: „Das nicht korrekt“, oder? Wir können eine klare, richtige theologische Wahrheit erkennen und glauben und vielleicht doch nicht merken, dass der Heilige Geist gegenwärtig ist. Denn wenn der Geist Gottes in der Finsternis des Chaos ist, wenn der Heilige Geist Gottes sogar in der abgefallenen Welt vor der Sintflut an den Menschen wirkte, dann ist er heute auch hier. So finster kann dieser Ort nicht sein. Dann ist er heute schon hier. Dann ist er dort, wo du sitzt, lieber Freund, liebe Freundin am Computer. Ganz egal, ob neben dir ein Glas Wasser steht oder ein Glas Bier. Der Geist ist da. Der Geist Gottes ist da. Die Frage ist natürlich, was bedeutet das für uns?

[26:59] Eine Textstelle, die wir wahrscheinlich so gut kennen wie kaum eine andere, ist Johannes Kapitel 3. In Johannes Kapitel 3 und dort Vers 3. Da kommt ein Mann, den kennt ihr gut, Nikodemus, der kennt die Bibel besser als wir alle zusammen wahrscheinlich. Und er kommt zu Jesus, weil er den Eindruck hat, Jesus ist ein guter Redner. Er hat schon den YouTube-Kanal von Jesus abonniert, hat schon manche Predigten von ihm gehört. Er verfolgt ihn aber nur online. Er würde es nicht trauen, eine Veranstaltung zu kommen. Nikodemus kommt zu Jesus bei Nacht und möchte mit ihm über Theologie sprechen. Und Jesus sagte in Vers 3: „Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ Vers 5: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes gehen.“

[28:04] Wenn White beschreibt, wie Nikodemus aufgeschreckt ist. Wisst ihr, was „aufgeschreckt“ ist? Ich bin heute aufgeschreckt, und zwar genau um 17:40 Uhr. Das war genau der Moment, als ich mein Handy nahm und auf die WhatsApp-Nachricht dieser lieben Schwester, auf diese Nachricht hin noch mal den Flyer las und plötzlich sah: 18 Uhr. Und ich habe 17... Ich war aufgeschreckt. Nikodemus war aufgeschreckt bei dem Gedanken, dass es ein Königreich geben könnte, das so rein ist, dass er selbst nicht reinpasst. Ein zehnten-zahlender, Schweinefleisch-vermeidender, auf den Messias wartender, Sabbat-haltender Bibelleser realisiert: Er kommt so wie er ist gar nicht in das Reich Gottes. Ihm fehlt der Heilige Geist. Ihm fehlt der Heilige Geist.

[29:15] Vers 6: „Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch. Und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist.“ Jesus sagt, die einzige Möglichkeit – und ich glaube, das ist uns gut verständlich – die einzige Möglichkeit, geistlich zu sein, ist durch den Heiligen Geist. Nur was aus dem Geist ist, kann geistlich sein. Und jetzt fragst du: „Okay, was heißt denn das jetzt für mich, der ich hier sitze und an die Bibel glaube oder zuschaue und den Sabbat vielleicht halte und auf die Wiederkunft warte? Was heißt denn das für mich, diese Geschichte? Ich bin ja kein Pharisäer, oder? Wir sind nie eingetreten in den Verein der Pharisäer, oder?“

[30:02] Schaut mit mir in Galater Kapitel 5. Was meint denn Jesus, wenn er sagt, dass wir geistlich sein sollen? Galater Kapitel 5, auch das kennt ihr gut, oder? Und dort Vers 22: „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.“ Wenn der Geist Gottes in unserem Leben wirken darf, dann sind die Geschwister in der Gemeinde freundlich, liebevoll, geduldig, gütig, selbstbeherrscht.

[31:16] Der Paulus schreibt das ja nicht einfach nur, weil er Tinte sparen möchte oder der schreibt das ja nicht nur, weil da noch ein bisschen Platz im Brief war. Er weiß ja ganz genau, dass auch in den Gemeinden damals es viele Menschen gibt, die die Wahrheit glauben und doch nicht geistlich sind. Schaut mit mir: 1. Korinther Kapitel 3. Entschuldigung, Korinther Kapitel 3. Da steht's ganz deutlich. 1. Korinther Kapitel 3 und dort ab Vers 1. Er sagt: „Und ich, meine Brüder, konnte nicht zu euch reden als zu Geistlichen, sondern als zu fleischlichen Menschen, als zu Unmündigen in Christus. Milch habe ich euch zu trinken gegeben und nicht feste Speise. Denn ihr konntet sie nicht vertragen. Ihr könnt sie auch jetzt noch nicht vertragen, denn ihr seid noch fleischlich.“

[32:19] Sagt die Fleisch nicht eine Gemeinde: „Wir sind doch die Heiligen in Korinth.“ Es gab auch keinen Livestream aus Korinth, aber die Botschaft hat sich verbreitet aus Korinth. Vers 3: „Denn ihr seid noch fleischlich, solange nämlich Eifersucht und Streit und Zwietracht unter euch sind, seid ihr da nicht fleischlich und wandelt nach Menschenweise? Denn wenn einer sagt: Ich gehöre zu Paulus, der andere aber: Ich zu Apollos, seid ihr da nicht fleischlich?“ Paulus wusste, es ist gut möglich, ein getauftes Gemeindeglied zu sein und die Wahrheiten des Evangeliums zu bejahen und dafür sogar einzustehen und vielleicht sogar mit einem Büchertisch Mission zu machen dafür und trotzdem fleischlich zu sein. Das ist gut möglich. Und ich glaube, wenn wir ganz ehrlich sind zu uns selbst, dann wissen wir: Dieser Kampf zwischen Geist und Fleisch ist auch in unserem Leben, unabhängig davon, was wir vielleicht alles in der Gemeinde schon aktiv gemacht haben. Dieser Kampf ist ganz real, oder? Der ist wirklich real.

[33:53] Nikodemus beginnt zu realisieren, dass alles, was er – alles, was er, seine seine ganzen Leistungen, seine ganzen Missionseifer, seine ganzen theologischen Erkenntnisse, dass das alles nicht reichen wird, wenn er nicht geistlich ist. Er beginnt sich wirklich Gedanken zu machen. Schaut mit mir zurück zu Johannes Kapitel 3. Johannes Kapitel 3 und dort Vers 7. Johannes 3 und dort Vers 7. Jesus sagt: „Wundere dich nicht.“ Er wird schon gemerkt haben, dass der Nikodemus so richtig aufgeschreckt war. Jesus macht ihm deutlich: „Dir fehlt das Entscheidende. So kannst du nicht gerettet werden. Aber hab keine Angst. Keine Angst. Keine Angst.“

[34:49] Ich glaube, es war auch für Jesus gar nicht so einfach, deutlich zu machen: Auf der einen Seite, so wie du momentan lebst, kannst du nicht gerettet werden, aber du musst nicht verzweifeln. Und ihr Lieben, ich glaube, das möchte ich, das möchte Jesus uns heute auch sagen, dass wenn wir einfach so unser Leben weiterleben, dass wir in hoher Gefahr sind. Aber wundere dich nicht, es ist nicht so schwer, wie du denkst, denn jetzt kommt's. Jesus sagt: „Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden. Der Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, wo er kommt und wohin er geht. So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.“

[35:50] Hier ist das Faszinierende. Nikodemus kommt und denkt, er ist richtig. Jesus hält ihm den Spiegel vor und sagt: „So wie du bist, kannst du niemals ins Reich Gottes kommen.“ Nikodemus schreckt auf und sagt: „Ja, wo kriege ich es denn? Wo kriege ich es denn her? Wo – wo kann ich es kaufen? Was muss – was für ein Kurs muss ich belegen? Wo kriege ich den Geist her?“ Und Jesus sagt: „Keine Angst, du bist hier, weil der Geist dich hergebracht hat. Du bist hier, weil der Geist schon längst an dir wirkt. Du musst nicht nach dem Geist suchen. Der Geist sucht dich.“

[36:26] Lieber Freund, liebe Freundin, liebe Geschwister, du musst nicht nach dem Heiligen Geist suchen. Der Heilige Geist sucht heute nach dir. Der Grund, dass du heute hier bist, der Grund, dass du eingeschaltet hast, dass du später dieses Video siehst, ist, weil der Heilige Geist schon an dir wirkt. Der Wind weht, wo er will. Du merkst es gar nicht. Du merkst es erst, wenn irgendwas passiert, oder? Der Heilige Geist ist nicht etwas da oben, um das wir bitten müssen, damit der endlich unser Leben verändert. Der Heilige Geist ist hier, wo wir sind, und versucht an uns zu wirken. Der Geist war noch nie weg.

[37:13] Ihr sagt: „Aber spricht nicht die Bibel von einer Ausgießung des Heiligen Geistes? Jetzt redest du die ganze Zeit, Christ, sagst, der Geist ist schon da. Sagt nicht die Bibel, dass es eine Ausgießung des Geistes gibt?“ Ja, das tut sie. Hört mir gut zu. Kennt ihr in der Geschichte, wo man eindeutig sehen konnte, wie der Geist Gottes vom Himmel auf einen Menschen herabkam, wo der Geist ausgegossen worden ist? Kennt ihr seine Geschichte? Bei der Taufe Jesu können wir uns alle einigen, dass dort der Heilige Geist vom Himmel auf Jesus herabkam. Ja oder nein? Heißt das, dass Jesus vorher ohne Heiligen Geist war?

[37:56] Schaut mit mir in Lukas Kapitel 1. Seit wann war der Heilige Geist im Leben von Jesus? In Lukas 1, Vers 35 heißt es: „Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.“ Sagt mir, seit wann war der Heilige Geist im Leben von Jesus? Seit der Geburt, oder? Schaut weiter in Lukas Kapitel 2, Vers 40. Lukas 2, Vers 40: „Das Kind aber wuchs und wurde stark im Geist, erfüllt mit Weisheit und Gottes Gnade war auf ihm.“ War der Heilige Geist schon da im Leben von Jesus? Wurde trotzdem der Geist über ihn ausgegossen? Ja.

[38:52] Passt gut auf. Als der Geist Gottes bei der Taufe auf Jesus ausgegossen wurde, war das nicht, um ihn geistlich zu machen. Der Geist wurde nicht ausgegossen auf Jesus, damit er endlich geistlich ist. Er war schon vorher geistlich, oder? Ja oder nein? Jesus war die Personifizierung von Geistlichkeit, weil er mit dem Geist gelebt hat, sein gesamtes Leben. Und als der Geist dann auf ihn kam bei der Taufe, war das nicht, um ihn geistlich zu machen, sondern um einen bereits geistlichen Menschen für die Mission auszurüsten. Wenn wir denken, dass die zukünftige Ausgießung des Heiligen Geistes uns geistlich machen wird, dann haben wir die Grundlehre des Geistes aus 1. Mose 1, Vers 2 verpasst. Der Geist ist längst da.

[39:55] Kennt ihr eine zweite Geschichte in der Bibel, wo der Geist Gottes sichtbar vom Himmel auf Menschen herabkam? Pfingsten. Oder da konnte man zwar den Geist nicht in leibhaftiger Gestalt sehen, aber man konnte die Auswirkung deutlich sehen. Der Geist kam in Fülle herab. Waren die Jünger in den Tagen vorher ohne Heiligen Geist? War der Geist schon da? Hat der Geist an ihnen gewirkt? Hat der Geist zu Pfingsten sie geistlich gemacht? Nein. Wir lesen, dass in den zehn Tagen zuvor sie ihre Sünden bekannt haben, dass sie sich gegenseitig vergeben haben, dass sie gesagt haben: „Nathanael, es tut mir leid. Wir dachten immer, du bist so ein kleiner Dummie. Wir haben uns über dich erhoben.“ Oder: „Petrus, es tut uns leid. Wir haben uns immer über dich geärgert, dass du immer deine Ellbogen ausgefahren hast.“ Und: „Johannes, sorry, wir haben immer deine Mutter gesehen, haben gedacht, du bist unter deren Pantoffel. Es tut uns so leid, oder?“ Die haben ihre Sünden bekannt. Sie haben sich versucht einander anzunähern. Wie ist das möglich? Nur durch den Heiligen Geist. Wir sehen, wie der Heilige Geist in ihrem Leben gewirkt hat, und dann konnte er sie befähigen für die Mission.

[41:05] Seht uns, wenn wir auf die Ausgießung des Spätregens warten und denken, da wir ja alle 28 Glaubenspunkte bejahen und in einer guten Gemeinde sind, missionarisch ab und zu uns auch einbringen, dass wir dann ja schon auf dem guten Weg sind – ihr Lieben, wenn wir nicht vor der Ausgießung des Geistes geistlich sind, werden wir jene Ausgießung nie erleben. Aber verwundert euch nicht: Um geistlich zu sein, muss man nicht nach China reisen, keinen Guru anrufen. Man muss nicht viel Geld ausgeben. Der Geist, der uns geistlich machen möchte, der ist heute hier. Der ist morgen in deiner Morgenandacht da. Der ist immer da.

[42:09] Die Frage ist: Lassen wir diesen Geist wirken? Die Gottessöhne haben es geschafft, 120 Jahre lang die Predigt von Noah zu hören und keine Entscheidung zu fällen. Die haben 120 Jahre dem Wirken des Heiligen Geistes widerstanden. Glaubt ihr, dass der Heilige Geist bei der Eva war, als sie am Baum der Erkenntnis stand? Also, ich habe in meinem Leben erlebt, wenn mich der Satan verführen wollte, wenn ich vielleicht sogar in verbotene Orte gegangen bin, ich habe erlebt, wie Gottes Geist zu mir gesprochen hat. Habt ihr das auch schon erlebt? Wie der Geist sagt: „Tu das nicht, mach das aus, hör das nicht mehr, iss das nicht, sag das nicht.“ Habt ihr das mal gemerkt, wenn ihr in einem Gespräch seid und ihr fangt an über jemand zu lästern, wie plötzlich der Geist euch sagt: „Hör auf damit“? Glaubt ihr, dass als eine sündlose Eva am Baum der Erkenntnis stand, dass der Geist das nicht gemacht hat?

[43:11] Wenn der Heilige Geist sogar sich um uns bemüht, wie viel mehr eine sündlose Eva, die noch in der vollen Blüte der Schöpfung stand? Als Eva zurückkam mit den Früchten und begeistert gesagt hat: „Lasst uns davon essen, wir werden noch alle viel klüger.“ Glaubt ihr, der Heilige Geist hat an Adam gewirkt? Wenn der Heilige Geist an den Menschen vor der Sintflut gewirkt hat, dann wird er auch an Adam gewirkt haben, oder? Aber Eva hat nicht gehört. Adam hat nicht gehört. Die haben zum Glück später gehört, oder Kain hat sein ganzes Leben nicht gehört, hat es immer abgelehnt. Nikodemus hat auf die Worte von Jesus jahrelang nicht reagiert. Hat es nur so im Herzen bewegt. Zum Glück hat er später drauf gehört. Es ist gut möglich, in der Gegenwart des Heiligen Geistes zu leben und nicht geistlich zu sein. Es ist möglich, in der Gegenwart des Heiligen Geistes zu leben und es nicht zu bemerken, nicht zu wollen, wegzudrücken. Du kannst vor dem Heiligen Geist nicht fliehen, aber du kannst ihn ignorieren.

[44:16] Ich möchte euch fragen, ich bin ja heute nicht gekommen, um einfach euch nur Theologie zu bringen. Ich wollte euch fragen: Hört ihr, seht ihr, merkt ihr das Wirken des Heiligen Geistes in eurem Leben? Merkt ihr, ihr versucht euch von Dingen wegzukriegen? Merkt ihr, ihr versucht euch zu bestimmten Dingen zu führen? Merkt ihr, wie der Geist zu euch spricht? Habt ihr euch mal gefragt, warum dort in 1. Mose 1, Vers 2 steht: „Der Geist schwebte“? Er schwebte. Das klingt schon ein bisschen mysteriös, oder? Dieses dunkle Wasser muss ja dunkel gewesen sein, kein Licht, chaotisches Wasser. Der Geist Gottes schwebte. Wie muss ich das vorstellen?

[45:12] Es gibt noch eine Stelle in der Bibel, wo dieses Wort „schweben“, dasselbe Wort in derselben grammatischen Form noch einmal vorkommt. Sehr interessante Stelle. Schaut mal mit mir in 5. Mose Kapitel 32. 5. Mose Kapitel 32. Nicht 1. Mose, 5. Mose – Entschuldigung, natürlich kann ich das 5. Mose, nicht 1. Mose. 5. Mose 32 und schaut mal in 5. Mose 32 ab Vers 9. 5. Mose 32 und dort ab Vers 9: „Denn das Teil des Herrn ist sein Volk. Jakob ist das Los seines Erbteils. Er hat ihn in der Wüste gefunden, in der Öde, im Geheul der Wildnis.“ Könnt ihr das vorstellen? Ein dunkler, Sandstürmen durchzogener Ort. Tohuwabohu. „Er umgab ihn, gab Acht auf ihn. Er behütete ihn wie seinen Augapfel. Wie ein Adler seine Nestbrut aufscheucht, über seinen Jungen, wie ist das nächste Wort? – schwebt.“

[46:53] So wie ein Adler über seinen Jungen schwebt, so hat Gott die Israeliten in der Wüste gefunden. Er hat sie umgeben. Er hat sie umarmt. Er hat Acht gegeben. Interessante Parallele zu 1. Mose, oder? In 1. Mose: Wüste, Leere, Finsternis. Gleich wird die Welt geschaffen, aber noch bevor sie geschaffen wird, ist der Geist Gottes da, ihr Lieben, nicht als Platzhalter. So nach dem Motto: „Gleich kommt die Schöpfung, dauert noch ein bisschen.“ Ja, wir brauchen, wie wir heute ein bisschen gewartet haben, nicht wahr? „Gleich geht das Licht los.“ Solange muss der Geist Gottes noch... Das steht dort, um deutlich zu machen, dass der Geist Gottes genauso über all dem schweben wird, was jetzt gleich geschaffen wird, so wie der Adler über seinen Jungen schwebt. Der Geist Gottes ist bereit, all das zu beschützen, all das zu umgeben, all das zu behalten und zu bewahren, wenn sie es denn wollen.

[48:01] Doch bevor der Mensch geschaffen worden ist, hat Gott den Heiligen Geist auf die Erde gegeben, damit niemals ein Mensch denkt: „Für meine Probleme gibt es keine Hilfe. Wo ist der Tröster? Wo ist die Hilfe?“ Wenn der Geist sogar schon in der Finsternis anwesend ist, dann gibt es keine Situation, kein Problem, keine Sünde, keine Versuchung, für die der Geist Gottes nicht eine ausreichende Hilfe wäre. Er ist schon da. Es heißt ja: „Er umgab ihn und er gab Acht auf ihn.“ Ich habe alle deutschen Übersetzungen, die man als Übersetzung bezeichnen kann, nachgeschaut und alle übersetzen mit: „Er gab Acht auf ihn.“ Ich glaube trotzdem, dass das nicht die beste Übersetzung ist. Obwohl alle von der Elberfelder bis zur Zürcher sagen: „Er gab Acht auf ihn“, weil das in dem maßgeblichen Hebräisch-Deutsch-Wörterbuch steht: „Gab Acht auf ihn.“

[49:21] Glaube ich, dass man es besser übersetzen kann. Ich sag euch warum. Das zugrunde liegende Wort heißt im Grundstamm „Acht geben“, aber auch „wissen“, „aufmerken“, „verstehen“. Und in dieser Stelle steht das – wenn ihr euch nicht für Hebräisch interessiert, könnt ihr einmal einschlafen, in einer halben Minute wieder aufwachen – steht im Polel. Und der Polel ist wie der Piel, der macht etwas, also der bewirkt einen Zustand. Wörtlich ist eigentlich gemeint: Der Geist oder in dem Fall Gott bewirkt einen Zustand, dass man wissend ist, dass man versteht. Wie nennt man sowas, wenn man einen Zustand bewirkt, dass jemand wissend ist und versteht? Ja, eine Erleuchtung. Genau. Ja, eine Erleuchtung. Sehr gut. Vielleicht auch etwas Allgemeineres. Wie nennt man jemanden, der so einen Zustand bewirkt? Ein Lehrer oder jemand unterrichtet, er lehrt. Und deswegen übersetzt die griechische Übersetzung, die Septuaginta: „Er lehrte sie.“ Und die gute alte King James, ja, dankt dem Herrn für sie, sagt: „He instructs them.“ Er unterweist sie.

[50:25] Gott, der über den Jungen schwebt, ja, der Gott, der über Israel schwebt wie ein Adler über seinen Jungen. Er umgibt sie und er unterweist sie. Das kann man in der Wüstenwanderung sehen, oder? Er führt sie durch die Wüste, er sorgt für sie und er unterweist sie. Wie hat Gott die Israeliten in der Wüste unterwiesen? Durch die Geschichten oder durch sein Gesetz, durch den Mose, durch das Heiligtum. Er hat ihnen Dinge erklärt. Haben sich trotzdem mal gegen ihn entschieden? Am laufenden Meter. Obwohl Gott gegenwärtig war, oder? Ihr Lieben, genauso wie die Wolken- und Feuersäule gegenwärtig war, ist Gott durch den Heiligen Geist in unserem Leben gegenwärtig, um uns zu unterweisen. Und ja, oft entscheiden wir uns dagegen.

[51:21] Ich möchte die Frage stellen: Bist du dir bewusst, dass heute Abend, morgen früh der Heilige Geist anwesend ist in deinem Leben, um dich zu beschützen, um dich zu bewahren und um dir Dinge zu zeigen, die du nicht weißt? Ich glaube ganz ehrlich, dass wenn wir uns diese Frage stellen, wir natürlich sagen: „Ja, natürlich, klar.“ Aber ich glaube, wir sind uns eigentlich dessen oft nicht wirklich bewusst. Jemand, der mal drüber nachgedacht hat, war der David. Schaut mal mit mir in Psalm 139. 139, Entschuldigung. 139, ihr kennt den, oder? Ein berühmter Psalm, wird immer wieder gerne zitiert, aber ich glaube, für unser Thema gibt es kaum eine bessere Zusammenfassung als diesen Psalm. Dem Vorsänger von David, ein Psalm: „Herr, du erforschst mich und kennst mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es. Du verstehst meine Gedanken von Ferne. Du beobachtest mich, ob ich gehe oder liege und bist vertraut mit allen meinen Wegen. Ja, es ist kein Wort auf meiner Zunge, dass du, Herr, nicht völlig wüsstest. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“

[52:59] Das ist doch genau dieses Bild, oder? Er umgab sie, er hütete sie, er gab Acht, er lehrte sie. Ihr Lieben, das ist das Bild von 1. Mose 1, Vers 2. Der Geist Gottes schwebte über dem Wasser. Das ist nicht ein Lückenfüller am Anfang der Schöpfungsgeschichte. Das ist nicht nur: „Der Heilige Geist bereitet da mal was vor.“ Das ist die Botschaft. Noch bevor Gott etwas schafft, alles, was du brauchst, um geführt, geleitet, getröstet, gestärkt, bewahrt zu werden, ist bereits da. Ist alles schon da. Du kannst niemals – hört mir gut zu – an einen Ort gehen, niemals eine Situation erleben, niemals eine Emotion fühlen, in der der Heilige Geist nicht da wäre. Ich habe letztens bei Ellen White gelesen, die sagt: „Heaven is next door.“ Heißt auf Deutsch: „Der Himmel ist direkt nebenan. Der Himmel ist dein Nachbar, sozusagen. Der Himmel ist nicht da oben.“ Also natürlich auch nicht, aber der Himmel ist dein Nachbar, viel näher als wir denken.

[54:08] Vers 6: „Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar.“ Ich weiß nicht, wie es euch geht. Also, ich kann dem David zustimmen. Das ist unfassbar eigentlich, wenn man da wirklich – also wenn man mal wirklich versucht, das zu durchdenken. Es ist unbegreiflich. Diese Erkenntnis ist mir zu wunderbar. Zu hoch, als dass ich sie fassen könnte. Jetzt kommt Vers 7: „Und wo sollte ich hingehen vor deinem Geist?“ David war nicht der Meinung, dass der Heilige Geist irgendwo da oben ist, um auf die herabzukommen, die letztendlich sich gut benommen haben. David wusste: Vor Gottes Geist kann ich nicht fliehen. Ich kann ihn vielleicht ignorieren. Ich kann meine Ohren zuhalten. Ich kann wegschauen, aber ich kann nicht verhindern, dass der Geist direkt bei mir ist.

[54:58] Die Menschen vor der Sintflut, die haben sich das Herz aus dem Leib gesündigt. Sie konnten nicht verhindern, dass der Geist Gottes bis zur Sintflut an ihrem Herzen gewirkt hat. Sie mussten 120 Jahre dagegen sich wehren. Sie konnten sich wehren, aber sie konnten nicht verhindern, dass der Geist an ihnen wirkt. Lieber Freund, liebe Freunde, du kannst es nicht verhindern, dass Gottes Geist an deinem Herzen wirkt.

[55:27] Noch ein berühmter Psalm. Wir sind gleich am Ende. Den kennt ihr garantiert, oder? Psalm 23. Kennt ihr Psalm 23? Schaut mal hier im Psalm 23. Der endet so wunderschön. Das ganze Psalm ist wunderschön. Es heißt hier in Vers 5 und 6: „Du bereitest vor mir einen Tisch angesichts meiner Feinde. Du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, mein Becher fließt über. Nur Güte und Gnade werden mir folgen mein Leben lang.“ Das ist eine schöne Übersetzung, aber sie ist eigentlich ein bisschen geglättet. Dort steht eigentlich nicht „folgen“. Dort steht wörtlich im Hebräischen „verfolgen“.

[56:10] Was ist der Unterschied zwischen folgen und verfolgen? Wenn jemand mir folgt, denke ich: „Okay.“ Wenn jemand mich verfolgt, dann ist das ein bisschen dringender, oder? Sagt mir, hatte David eine Erfahrung mit Verfolgung? Kannte sich David mit Verfolgung aus? Von wem wurde er verfolgt? Von Saul erstmal. Ja, mehrmals auf Messers Schneide. Es gibt so Textstellen, wo auf der einen Seite des Gebirges ist, auf der anderen ist der Saul. Oder er war mehrmals kurz davor zu sterben. Er wurde jahrelang wahrscheinlich verfolgt. Von wem wurde er noch verfolgt? Absalom. Absalom hat ihn verfolgt. Er musste fliehen. Absalom ist ihm hinterhergegangen. David kannte sich mit Verfolgung aus. Aber hört den David. Er sagt: „Ich bin verfolgt worden von Saul. Ich bin verfolgt worden von Absalom. Aber in allen Fällen war das irgendwann zu Ende. Irgendwann ist Saul gestorben. Absalom ist gestorben. Die Verfolgung hat ein Ende gehabt. Aber es gibt jemanden, der verfolgt mich mein ganzes Leben lang. Das hört nie auf. Ist Gottes Güte und Gottes Gnade.“

[57:16] Egal wie schnell ich weglaufe, egal wie sehr ich mich gegen ihn wehre, Gottes Güte und Gnade werden mich immer verfolgen. Sie werden mich niemals zwingen. Sie werden mich niemals gegen meinen Willen irgendwo hinzerren. Aber sie werden mich immer – immer verfolgen. „Nur Güte und Gnade werden mich verfolgen“, so wörtlich, „mein Leben lang.“

[57:48] Darf ich am Ende ganz ehrlich mit euch sein? Ich glaube, in unserer Gemeinde gibt es manchmal auch Probleme mit der Theologie, ist keine Frage, aber ich glaube, das größte Manko, das größte Problem, das wir haben, ist mit allem theologischen Wissen oft die Nähe Gottes nicht wirklich realisieren, dass wir so durchs Leben laufen und hoffen, dass Gott ja wahrscheinlich bei uns ist und irgendwo im Himmel da auf uns achtet, dass wir im Alltag die tatsächliche Gegenwart des Geistes nicht realisieren. Und ich rede nicht von irgendwelchen charismatischen Phänomenen. Ich meine, dass wir wirklich verstehen und sehen und erleben, wie Gott uns im Alltag durch seinen Geist führt und uns nah ist.

[58:40] Ich glaube, das ist der Grund, warum sich so viele Geschwister an bestimmte Menschen hängen und denen folgen, was immer die sagen. Das ist der Grund, warum so viel Unsicherheit ist, ob man jetzt wirklich erlöst ist. Das ist der Grund, warum so viel Streitigkeiten da sind, weil bei der korrekten Theologie, Architektur trotzdem das Wissen um die Gegenwart Gottes verloren gegangen ist. Und nichts ist schlimmer, wenn ganz viele Leute, die die Wahrheit kennen, ohne ein Wissen der Gegenwart Gottes aufeinander treffen. Die haben alle Recht und realisieren nicht, wie sehr sie Gott brauchen. So wie Nikodemus, oder?

[59:27] Vielleicht geht es auch dir so. Vielleicht würdest du das nie öffentlich sagen, aber vielleicht geht es dir so, dass du zwar viel von Gott weißt, aber letztlich er doch irgendwie ziemlich weit ferne erscheint. Und du froh bist, wenn der Pastor gute Predigten hält und du froh bist, wenn du irgendwo gute Bücher lesen kannst. Aber weißt du, dass wenn du auch den schlimmsten Pastor der Welt hättest, du trotzdem die Gegenwart Gottes in deinem Leben haben könntest und wenn es kein YouTube geben würde, die Gegenwart Gottes in deinem Leben haben könntest?

[1:00:06] Es gibt einen interessanten Vers, mit dem ich schließen möchte. In Apostelgeschichte 17. Ist Apostelgeschichte 17. Ja, ist Apostelgeschichte 17. Paulus steht hier auf dem Areopag und predigt den Athenern. Das sind Menschen, die haben noch kein einziges Buch von Ellen White gelesen. Die haben noch nicht mal die Bibel gelesen. Die wissen weder was vom Sabbat noch von irgendwelchen Dingen. Die sind richtige Heiden. Fern von Gott würden wir sagen, oder? Aber Paulus sagt was anderes. Schaut mal, was Paulus ihnen sagt. Er sagt hier Vers 24: „Gott, der die Welt gemacht hat“ – ja, ihr seht: „Ich mache alles neu“ – „Schöpfung und alles, was darin ist, er, der Herr des Himmels und der Erde ist, wohnt nicht in Tempeln, die von Händen gemacht sind. Er lässt sich auch nicht von Menschen bedienen, als ob sie etwas – Entschuldigung – als ob er etwas benötigen würde, da er doch selbst allen Leben und Odem und alles gibt. Und er hat aus einem Blut jedes Volk der Menschheit gemacht, dass sie auf dem ganzen Erdboden wohnen sollen und hat eben voraus verordnete Zeiten und die Grenze ihres Wohnens bestimmt.“ Jetzt kommt Vers 27: „Damit sie den Herrn suchen sollten, ob sie ihn wohl umhertastend wahrnehmen und finden möchten.“

[1:01:37] Kennt ihr das Spiel Topfschlagen? Kennt ihr Topfschlagen? Kindergeburtstag. Jemand bekommt die Augen verbunden und dann wird irgendwo im Raum ein Topf versteckt. Dann bekommt derjenige, dessen Augen verbunden sind, so eine Kelle und dann muss er auf dem Boden kriechen und muss dann klopfen. Und dann, wenn er irgendwann diesen Topf gefunden hat, dann hat er gewonnen. Ich weiß nicht, wie das bei eurem Kindergeburtstag war. Wir haben natürlich früher diesen Topf ganz weit in die Ecke gestellt oder so, dass der – das Kind möglichst 30 Minuten lang... und man muss helfen oder so weit wie möglich... oder so... macht doch das nur Spaß oder vielleicht noch bei Leuten unter die Beine, dass man die noch hauen muss oder so.

[1:02:27] Wisst ihr, dass Gott auch mit uns Topfschlagen spielt, aber ganz anders? Schaut den Vers noch mal an: „Damit sie den Herrn suchen sollten, ob sie ihn wohl umhertastend wahrnehmen und finden möchten. Und doch ist er ja jedem Einzelnen von uns nicht ferne.“ Bei Gott geht Topfschlagen so: Er stellt den Topf direkt neben dich und alles, was du tun musst, ist tasten. Du musst mal selbst tasten, denn wenn du selbst tastest, findest du ihn. Das ist, was er sagt. Das Problem ist nur, die meisten tasten nicht. Die meisten sagen: „Ich bin so aufgewachsen, mir hat – mich hat man so gelehrt, mein Pastor hat gesagt, mein YouTube-Guru hat gesagt, der hat gesagt, die haben gesagt, ich denke so.“ Wir tasten nicht und deswegen finden wir ihn oft nicht. Und die meisten Menschen in Athen wollten gar nicht erst tasten. Unsere Epikureer haben gesagt: „Aristoteles hat gesagt, Platon hat gesagt, Sokrates hat gesagt, wer bist du, Paulus? Wir probieren es gar nicht aus.“ Die Menschen, die tasten, die einfach mal tasten: „Gott, wo bist du?“, die finden ihn.

[1:03:45] Die Menschen, die sagen: „Lieber, lieber Gott, ich möchte deine Gegenwart im Alltag erleben. Ich schlage die Bibel auf, nicht damit ich in der Gemeinde erzählen kann, ich habe Andacht gemacht, sondern ich möchte wirklich wissen, was du mir sagst in meinem Problem mit dem Ärger. Ich bin so ein aufbrausender Typ, Herr. Ich brauche deine Gegenwart. Ich bin so unfreundlich. Ich weiß es. Herr, ich möchte Veränderung. Kannst du mir helfen?“ Hast du mal richtig getastet, ob der Geist Gottes in deinem Leben nicht die Lösung hat für die Probleme, die dich quälen?

[1:04:36] Ihr Lieben, ich hoffe, die Botschaft war nicht so schwer. Der Geist Gottes ist schon da. Ja, er wird mal ausgegossen. Der Spätregen kommt. Wir werden dann Wunder tun können und Zeichen tun können, vielleicht in Sprachen reden. Ich weiß nicht. Wir werden das Evangelium in die ganze Welt tragen. Aber das macht uns nicht geistlich. Geistlich macht uns, wenn wir das Angebot des Geistes, der heute hier jetzt um dich und mich wirbt, wenn wir das wirklich ausprobieren. Und vielleicht gibt's jemand hier, der sagt: „Ja, ja, habe ich alles schon 100-mal gehört, habe schon 30 Seminare über den Heiligen Geist gehört. Ja, ja, das wird schon irgendwie mal funktionieren.“ Ja, lieber Bruder, liebe Schwester, nimm das Angebot nicht auf die leichte Schulter. Jesus musste den Nikodemus aufschrecken, dass ohne das Wirken des Geistes er das Reich Gottes nicht sehen kann. Und er musste ihm deutlich machen, dass der Grund, warum er da war, deswegen da war, weil der Heilige Geist ihn schon in die Richtung drängte, damit er endlich Veränderung erleben kann.

[1:05:43] Ich weiß nicht, wer von euch sagen kann, dass er schon vollkommen ist. Ich bin mir sicher, der Geist drängt uns – mich, euch – hier zu sein, die Bibel aufzuschlagen, weil er weiß, dass wir Veränderung brauchen. Und ich bin heute froh, so – ich bin heute so froh und so dankbar, dass alles, was wir brauchen, um geistlich leben zu können, alles, was nötig ist, damit Gott uns zu einer neuen Kreatur machen kann, bereits vorhanden ist. Und vielleicht spricht der Geist Gottes jetzt gerade zu dir. Erinner dich an deine Charakterschwäche. Aufbrausendes Temperament, Ungeduld, Unfreundlichkeit, schlechte Gedanken, unreine Gedanken, was immer es ist. Und sag dir: „Ich würde gern jetzt daran bei dir arbeiten. Ich bin da. Warte nicht auf die Wiederkunft. Warte nicht auf den Spätregen. Ich bin jetzt da.“

[1:06:59] Und denk daran: Egal wie dunkel und finster, chaotisch es in deinem Leben ist, das ist genau der Moment, wo der Heilige Geist dich sucht. Und wenn du so abgefallen sein solltest wie die Menschen vor der Sintflut, das ist genau der Zeitpunkt, wo der Heilige Geist wirkt. Der Geist möchte an mir wirken und an dir wirken. Wer von euch möchte sagen: „Ich bin dankbar, dass der Geist mich findet und nicht ich den Geist finden muss. Ich bin dankbar, dass der Geist mich erreichen möchte, über mir schwebt.“ Ist euer – seid ihr dafür dankbar? Amen. Kommt, noch gemeinsam zum Aufstehen und Beten.

[1:07:42] Lieber Vater im Himmel, möchte von Herzen Dank sagen, dass du durch dein Wort zu unserem Herzen sprichst. Ja, wir wissen so viel, haben so viel Theologie in uns aufgesogen und kämpfen oft damit im Alltag, wirklich deine Gegenwart zu erleben und in deiner Gegenwart auch Entscheidungen zu treffen, in deiner Gegenwart mit dir zu leben. Wirklich, Herr, ich möchte dich bitten, dass du uns heute neu daran erinnerst, was der Geist Gottes in unserem persönlichen Leben tun möchte, was er verändern kann, dass er uns umgeben möchte, uns behüten möchte, uns lehren möchte, dass er über uns schweben möchte und dass egal wie dunkel und finster es vielleicht sogar in unserem Herzen sein mag, auch wenn wir ein christliches Gesicht aufgesetzt haben, dass die Gegenwart deines Geistes gewiss ist.

[1:08:49] Aber Herr, dein Geist ist ein Gentleman. Er drückt die Tür nicht ein. Und Herr, wir wollen nicht den Fehler machen, den so viele vor uns gemacht haben, die in der Gegenwart des Geistes ihn doch ignoriert haben. Lass uns heute bewusst werden, was der Geist in unserem Leben tun möchte, dass er hier anwesend ist, wenn wir nach Hause kommen, dass er dort anwesend ist und dass er nur das Beste für uns möchte. Hab Dank dafür von ganzem Herzen. Im Namen Jesu. Amen.


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