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Diese Predigt von Christopher Kramp beleuchtet das Thema Märtyrertum im Gedenken an den 600. Todestag von Jan Hus. Anhand biblischer Beispiele wie Abel, Stephanus und Zacharias wird die Bedeutung des Märtyrertums im Kontext des großen Kampfes zwischen Gut und Böse erklärt. Die Predigt betont, dass wahres Märtyrertum aus tiefem Glauben und Liebe zu Gott entsteht und nicht aus Fanatismus.

Es wird herausgearbeitet, dass Märtyrer keine übermenschlichen Heiligen sind, sondern normale Menschen mit Zweifeln und Ängsten, die jedoch durch ihren Glauben an Gott die Todesfurcht überwinden. Die Predigt fordert die Zuhörer auf, ihre eigene Bereitschaft zu prüfen, ihr Leben Gott anzuvertrauen und auch in kleineren Dingen treu zu sein, um so die Grundlage für einen solchen Glauben zu legen.


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Serie: Predigten

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Transkript

[0:00] Schön, mal wieder bei euch zu sein. Ich bringe euch Grüße aus den österreichischen Gemeinden der Steiermark, aus Loben und Bruck an der Mur, da war ich letzten Monat gewesen für ein Erwerbungswochenende. Ich bringe euch ganz liebe Grüße von der Gemeinde München-Sendling. Dort haben wir eine längere Information gehabt, sehr gesegnet. Und ja, schön, wieder bei euch zu sein.

[0:23] Wir möchten heute eine Predigt gemeinsam studieren, die mir sehr im Herzen liegt. Wir haben ja das letzte Mal, als ich hier gewesen bin, über, weißt du noch, worüber wir gesprochen haben? Das war am, ich gebe euch einen Tipp, das war am 31. Oktober. Könnt ihr euch noch daran erinnern? Es war eine Predigt über die Gerechtigkeit Gottes und warum das Evangelium gerecht ist. Nicht wahr, könnt ihr euch daran erinnern? Anlässlich der 95 Thesen von Martin Luther.

[0:58] Und heute möchte ich mit euch ein Thema betrachten, anlässlich des 600. Todesjahres von Jan Hus. Wir wollen also die Gelegenheit nutzen, noch einmal ein reformatorisches Thema zu betrachten. Jan Hus von allen Reformatoren ist ja deswegen bekannt und berühmt, weil er und sein guter Freund Hieronymus nicht einfach nur die Wahrheit gepredigt haben, nicht einfach nur das Evangelium den Menschen nahegebracht haben, sondern weil sie im Gegensatz zu Wycliffe oder Zwingli oder Luther tatsächlich als Märtyrer für ihren Glauben gestorben sind.

[1:38] Wir werden heute Nachmittag sehr viel über die Details erfahren, über ihr Leben, ihr Wirken, ihre Lehren, die Umstände ihres Todes, die Wirkung ihres Todes. Aber es lohnt sich darüber nachzudenken, 600 Jahre nach dem Tod von Jan Hus, warum ist er eigentlich gestorben? Märtyrertum ist ja eigentlich ein Thema, über das wir nicht so viel nachdenken. Wir beschäftigen uns mit dem Thema der Märtyrer, wenn wir uns mit der Urchristenheit beschäftigen, da wissen wir, da gab es Märtyrer. Wenn wir den großen Kampf lesen, dann lesen wir von den Märtyrern und in unserem Kopf ist das meistens so ganz weit weg in der Geschichte oder halt in der noch etwas nebulösen Zukunft. Aber wann war das letzte Mal, dass du dir ganz ernsthaft Gedanken gemacht hast über das Märtyrertum?

[2:37] Vor einigen Wochen, als ich in Malaysia gewesen bin, da fuhr ich in einem Auto mit meinem guten Freund Eugene Pruitt und seine Frau saß auch auf der Hinterbank. Der Pfarrer war ein sehr guter Freund von mir, ein Mann Gottes, ich schätze ihn sehr sehr hoch ein. Sein Name ist David Pham, ein Chineser, eine ganz interessante Lebensgeschichte. Wir fuhren so durch Malaysia auf der Autobahn und der Eugene und ich haben Pläne gemacht, was wir alles tun können für Malaysia. Ich habe euch davon erzählt und ich hoffe, die sich gemeldet haben, bei mir sind schon fleißig bei Malaysisch lernen. Die Internetseite wird bald starten. Der Eugene hat so erzählt und gesprochen, dass man mehr Mut braucht in der Adventgemeinde und auch wenn es Widerstand gibt und wenn das den Tod bedeuten könnte. Wir brauchen mehr Märtyrer in der Adventgemeinde, hat er gesagt, mit all dem Mut, den er zusammenfassen konnte. Und der David Pham, der schaut dann beim Fahren sich um und er schaut auch mich an. Ich saß auf dem Nebensitz und er hat mich gefragt und hat den Eugene gefragt, werd ihr bereit als Märtyrer zu sterben? Ich hätte die Frage nicht mehr losgelassen.

[4:02] Ich würde heute die Frage stellen, wärst du bereit heute als Märtyrer zu sterben? Vielleicht denkst du, was für ein schwieriges Thema, was für ein schweres Thema, aber ganz ehrlich, für die meiste Zeit der Christenheit war Märtyrertum und Christenheit fast eine und dieselbe Sache. Erst in den letzten 200 Jahren, dass Märtyrertum so wir nach, gedanklich nach Nordkorea verschieben können, nach Arabien, aber nichts mit uns zu tun hat. Aber für die meiste Zeit der Weltgeschichte bedeutet es, ein Christ zu sein, fast sicher davon ausgehen zu können, dass man eben nicht eines natürlichen Todes stirbt. Bist du bereit, ein Märtyrer zu sein? Wenn wir heute ein bisschen darüber nachdenken und es ist ein ernstes und wichtiges Thema.

[4:51] Bevor wir darüber nachdenken, möchte ich euch einladen, dass wir gemeinsam hinterknien, wo es möglich ist für ein Anfangsgebet.

[5:11] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen. Wirklich Danke sagen, dass du so gnädig bist und trotz all unserer Fehler, all unserer Sünden, all unserer ständigen Niederlagen, die wir oft erleben in unserem Leben, dass du uns mit solcher Liebe und Güte und Barmherzigkeit zu dir ziehst. Wir haben es nicht verdient, wieder hier zu sitzen, noch zu stehen, noch zu knien. Wir haben es eigentlich nicht mal verdient zu leben und wir sehen, dass das Leben ein Geschenk von dir ist. Und ich möchte dich bitten, dass wenn wir heute in den nächsten Minuten über dein Wort nachdenken, dass du uns bewusst machst, wie kostbar der Glaube an dich ist, dass du uns vor Augen führst, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, Christ zu sein und dass du uns hilfst, zu verstehen, was Märtyrer dazu gebracht hat, in den Flammen zu singen. Ich möchte dich bitten, dass du an unserem Herzen rührst, dass wir ganz tief unten in der tiefsten Kammer unseres Herzens deine Liebe verstehen und verstehen, wie sehr wir dir vertrauen können. Sei du jetzt bei uns, sprichst du zu uns, hilfst uns, dein Wort so zu verstehen, wie du es gemeint hast. Gib das nichts uns abhält, dem zu folgen, was du uns zeigst. Im Namen Jesu. Amen.

[6:53] Der erste Märtyrer der Christenheit, das war der Stephanus. Lasst uns gemeinsam zunächst einmal unsere Suche begehen in der Apostelgeschichte und dort Kapitel 7. In der Apostelgeschichte 7 und dort Vers 58 finden wir die Begebenheit, als der erste Christ sein Leben für Gott gab. Apostelgeschichte 7 Vers 58, es heißt hier, und als sie ihn zur Stadt hinausgestoßen hatten, steinigten sie ihn und die Zeugen legten ihre Kleider zu den Füßen eines jungen Mannes nieder, der Saulus hieß.

[8:01] Da gab es einen jungen Menschen, einen jungen Mann, sein Name war Saulus und er war der Zeuge des ersten Märtyrertums in der Geschichte der Christenheit. Und zu Anfang möchte ich den Fokus gar nicht so sehr auf den Stephanus legen, sondern auf den Saulus, der dieses Schauspiel beobachtete. Er war Mitglied des Sanhedrin, des obersten Gerichtshofes und als Mitglied dieses Gerichtshofes musste er sich mit Fällen beschäftigen, die vor dieses Gericht gebracht wurden. Einer dieser Fälle war besagter Stephanus. Er wurde vor das Gericht gezehrt, denn man warf ihm vor, Dinge gesagt zu haben, die gotteslästerlich sind.

[8:44] Schauen wir in Apostelgeschichte 6 und dort Vers 12 bis 14 Apostelgeschichte 6 Vers 12 bis 14. Und sie wiegelten das Volk und die Ältesten und die Schriftgelehrten auf und überfielen ihn, rissen ihn fort und führten ihn vor den Hohen Rat. Hier wird Saulus ihn das erste Mal gesehen haben. Er hat gesehen, wie dieser Stephanus vor den Hohen Rat gebracht wurde, wie das Volk hinter ihm geschimpft und Tiraden ausgestoßen hat, wie die Priester und Schriftgelehrten sich vereint hatten in Anklage gegen diesen Heretiker. Und der Saulus wird die falschen Zeugen gehört haben, die in Vers 13 gesagt haben, dieser Mensch hört nicht auf, läster Worte zu reden gegen diese heilige Stätte und das Gesetz, denn wir haben ihn sagen hören, Jesus der Nazarener wird diese Stätte zerstören und die Gebräuche ändern, die uns Mose überliefert hat.

[9:32] Saulus hörte die Anklagen gegen Stephanus und sie kam nicht nur von einem oder zwei, sie kam von vielen Menschen, von vertrauenswürdigen Menschen, von Theologen, von Schriftgelehrten, von Pharisäern, von Sadduzeern und von der großen Menge. Und nachdem er das gesehen hatte und gehört hatte, schaute er in das Gesicht von jenem besagten Stephanus. Vers 15 sagt uns und als alle, die im Hohenrat saßen, ihn anblickten, sahen sie sein Angesicht wie das Angesicht eines Engels. Die Mehrheit war sich einig, er ist ein Heretiker, ein Ketzer, ein Verbrecher. Das dumme war nur, er sah nicht aus wie ein solcher. Irgendetwas in Saulus hat von Anfang an Probleme gemacht, dieser Mensch sieht nicht aus wie ein verrückter Fanatiker, wie ein Aufrührer, wie jemand, der alles ändern will. Er sieht aus wie ein Engel.

[10:28] Wir kennen die Geschichte, wir müssen nicht alles wiederholen, wir kennen die Predigt, die der Stephanus hält und der Saulus wird festgestellt haben, dass das, was der Stephanus sagt, in der Bibel steht. Seine Predigt fängt bei Abraham an und geht durch das alte Testament. Saulus merkt, dieser Mann predigt die Bibel, aber er predigt Dinge, die unangenehm sind. Zum Beispiel in Vers 51, Apostelgeschichte 7, Vers 51, ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herz und Ohren. Wer mag das gerne hören? Ich würde mich fragen, was passiert, wenn ich heute die Predigt begonnen hätte mit ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herz und Ohren. Mal sehen, wie viele mich dann gegrüßt hätten am Ende. Er sagt dann, tolle Predigt. Ihr widerstrebt alle Zeit dem Heiligen Geist wie eure Väter, so auch ihr. Das hört man nicht gerne, oder? Man hört gerne, dass Gott bei einem ist, man hört gerne, dass Gott Wunder tut, man hört gerne, dass man mehr glauben soll, aber man hört nicht gerne, dass man falsch liegt. Und durch den Stephanus hat er der Heilige Geist gepredigt und irgendwo hat das ihn getroffen, den Saulus. Irgendwo wusste er wahrscheinlich, das ist nicht ganz falsch. Aber er hatte keine Lust zu hören.

[11:54] Vers 54, als sie über das Herden schnitt es ihnen ins Herz und sie knirschten mit den Zähnen über ihn. Auch der Saulus wird gemacht. Schon Vers 55. Er aber, voll Heiligen Geistes, blickte zum Himmel empor und sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur rechten Gottessehen und er sprach, siehe, ich sehe den Himmel offen und den Sohn des Menschen zur rechten Gottessehen. Nicht nur sah er aus wie ein Engel, er sprach wie jemand, der in der unmittelbaren Gegenwart Gottes war. Ein ungelehrter Diakon einer Gemeinde. Das war zu viel für den Gelehrten, zu viel für den selbstsicheren Saulus. Dass jemand Frieden haben sollte, den er nicht hat. Es war ihm eine Freude. Es war ihm eine innere Freude, diesen Ketzer fertig zu machen. Wir lesen, dass er dort stand. Wir lesen in Kapitel 8, Vers 1, dass er zugestimmt hatte, dass er ermordet werden sollte. Er hatte die Ermordung nicht selbst ausgeführt. Er hatte nicht den Stein geworfen, aber er hatte sich innerlich gefreut, dass dieser Mensch umkommt.

[13:18] Und während er so mit seiner inneren Freude beobachtet, wie die Zeugen jetzt die Steine aufgenommen haben und die Steine geworfen haben, noch bevor der finale Stein ihn getroffen hat, hört er diese Worte, Herr Jesus, nimm meinen Geist auf und Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an. Kurze Zeit später trifft Saulus Jesus. Er hört die Stimme, warum verfolgst du mich? Und ihr kennt die Geschichte. Saulus bekehrt sich. Und ich kann mir vorstellen, als er dann die drei Jahre in Arabien zugebracht hat und die Bibel studiert hat, da wird er oft darüber nachgedacht haben, über dieses allererste Erlebnis mit dem Evangelium. Das allererste Erlebnis mit dem Evangelium war nicht einmal die Offenbarung Jesu Christi vom Himmel. Das erste Erlebnis mit dem Evangelium war, als er diesen sterbenden Stephanus sagte. Er sagte, Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.

[14:33] Und ich kann mir vorstellen, dass er, als er die Bibel studiert hat, sich gefragt hat, was ist in diesem Stephanus vor sich gegangen? Wie kann ein Mensch, der so ist wie ich, so gar keine Angst vor dem Tod haben? Wie ist es möglich, dass ein Mensch seinem Todfeind vergibt? Nicht später, als die Wunden geheilt sind, sondern als die Wunde gerade geschlagen wird. Wie ist das möglich? Ich kann mir vorstellen, dass Saulus versucht hat, dieses Thema vom Märtyrertum in der Bibel zu studieren. Und ich möchte es mit euch heute tun. Die erste Stelle, zu der man gehen sollte, zu der sicherlich Saulus gegangen ist und zu der wir heute gehen wollen, ist die Stelle, wo der erste Märtyrer überhaupt erwähnt wird. Wer ist der erste Märtyrer in der Bibel? Abel, oder? Gehen wir gemeinsam zu 1. Mose, Kapitel 4.

[15:30] 1. Mose, Kapitel 4. Auch das eine bekannte Geschichte. Damals gab es wie viele Menschen auf der Erde ungefähr? Vier Menschen. Adam, Eva, Kain und Abel. Es geheißen auf Vers 3, 1. Mose 4, Vers 3. Und es geschah nach geraumer Zeit, dass Kain dem Herrn ein Opfer darbrachte von den Früchten des Erdbodens. Und auch Abel brachte ein Opfer dar von den Erstlingen seiner Schafe und von ihrem Fett. Und der Herr sah Abel und sein Opfer an. Aber Kain und sein Opfer sah er nicht an. Da wurde Kain sehr wütend. Und sein Angesicht senkte sich. Gott warnt ihn und es spricht in Vers 6. Warum bist du so wütend und warum senkt sich dein Angesicht? Ist es nicht so? Wenn du Gutes tust, so darfst du dein Haupt erheben.

[16:33] Wir springen zu Vers 8. Und Kain redete mit seinem Bruder Abel und es geschah, als sie auf dem Feld waren. Da erhob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und schlug ihn tot. Der erste Märtyrer der Geschichte wurde von seinem eigenen Bruder umgebracht. Und von dem Zeitpunkt an sind die allermeisten Märtyrer nicht von ungläubigen Heiden, sondern von vermeintlichen Brüdern und Schwestern umgebracht worden. Es stimmt schon auch, Gläubige sind ab und zu auch von Heiden umgebracht worden, keine Frage. Aber die große Mehrzahl der bekannten Märtyrer sind umgekommen an der Hand von sogenannten Brüdern und Schwestern. Was war das Problem? Warum gab es einen Märtyrer? War ein Märtyrer Teil des Planes Gottes? Hatte Gott in seiner ewigen Weisheit geplant, im Himmelreich ist es nur schön, wenn es auch Märtyrer gibt?

[17:45] Wenn Gott alleine im Himmel gewesen wäre und es nie einen großen Kampf gegeben hätte, hätte es auch nie Märtyrer gegeben. Es gibt Märtyrer, weil es einen Kampf gibt. In 1. Mose 3, Vers 15 lesen wir, und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zertreten und du wirst ihm in die Ferse stechen. Ja, es stimmt, das hat seine Prophezeiung auf das Kommen Jesu, aber schon die Ersterfüllung war, als Abel und Kain in Feindschaft gerieten. Abel, der Gläubige, Kain, derjenige, der der Same der Schlange war. Märtyrer existieren deswegen, weil es den Satan gibt, weil es einen großen Kampf gibt. Märtyrer sind Zeugen in dem großen Kampf.

[18:43] In 1. Mose 4, und dort Vers 10, in 1. Mose 4, Vers 10 heißt es, Erber sprach, was hast du da getan? Aber übrigens, vielleicht sollten wir Vers 9 noch lesen. Da sprach der Herr zu Kain, wo ist dein Bruder Abel? Er antwortete, ich weiß es nicht. Soll ich meines Bruders Hüter sein? Erber sprach, was hast du getan? Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von dem Erdboden.

[19:21] Das Blut des Märtyrers schrie. Jetzt, wenn jemand schreit, dann sendet es eine Botschaft aus, oder? Wenn jemand ruft und schreit, dann will er etwas ausdrücken. Nun, das Blut von Abel hat wie laut geschrien. Wie viel Dezibel hat es gehabt? Man konnte es nicht wirklich hören und doch sendete das Blut des Märtyrers eine Botschaft aus. Eine Botschaft, die direkt zu Gott ging. Was war diese Botschaft? Was ist die Botschaft, die das Blut des Märtyrers aussendet? Halten wir bis dahin fest, es gibt Märtyrer, weil es einen großen Kampf gibt, weil es eine Feindschaft gibt zwischen Christus und Satan, zwischen dem Friedefürst und dem, der den Kampf im Himmel begonnen hat, zwischen dem, der das Leben ist und zwischen dem Menschenmörder. Und solange Menschen sich für den Satan entscheiden, werden sie auch kämpfen gegen Gläubige.

[20:37] Der erste Märtyrer war Abel. Wer war der letzte Märtyrer des Alten Testaments? Johannes ist schon im Neuen Testament. Wer ist der letzte des Alten Testaments? Der letzte Märtyrer, wir haben den ersten angesehen, Abel. Jesaja? Aber Jesaja war 800 vor Christus, da gab es noch ein paar mehr Propheten später, oder? Also mal die Frage anders gestellt, wenn Jesus im Alten Testament, er hatte damals nur das Alte Testament, er hatte nur das Alte Testament als Bibel, wenn er mal den ersten Märtyrer in seiner Bibel und den letzten Märtyrer anschauen wollte. Wer wäre der letzte Märtyrer in Jesu Bibel gewesen? Malachi? Wir wissen nicht, ob er Märtyrer gewesen ist. Zacharias. Ihr guckt mich alle an, als ob ich, ja.

[21:48] Schaut mal mit mir. Zunächst mal Matthäus 23, damit ihr mir glaubt, dass das stimmt. Matthäus 23, da werde ich erklären, warum. Matthäus 23, Vers 35, damit über euch, sagt Jesus, alles gerechte Blut kommt, das auf Erden vergossen worden ist, vom Blut Abels des Gerechten, 1. Mose 4, bis zum Blut des Zacharias, des Sohnes, die ihr zwischen dem Tempel und dem Altar getötet habt. Also Jesus sagt, von A bis Z, vom Anfang bis zum Ende, von Abel bis zu Zacharias. Nur die Frage ist, wo kommt der Zacharias vor? Noch nie gelesen, oder? Das Geheimnis ist, dass in der Bibel von Jesus im Alten Testament damals nicht die gleiche Buchreihenfolge war. Das heißt, weder war Malachi das letzte Buch, noch Zacharias das vorletzte Buch. In der Bibel, die Jesus hatte, war das letzte Buch des Alten Testamentes das Buch 2. Chronik. Die Chroniken waren ganz am Ende. Und so ist ganz am Ende der Chroniken, in einem der letzten Kapitel, in 2. Chronik 24, und ich gebe zu, es war eine kleine Trickfrage, in 2. Chronik 24 finden wir die Geschichte, wie jener Zacharias, das war die letzte Geschichte, wenn man damals das Alte Testament durchgelesen hat, wie jener Zacharias umgebracht worden ist. Wer war das?

[23:14] Schaut mal in 2. Chronik 24 und dort Abfest 20. Da kam der Geist Gottes über Zacharias, oder Zacharias, wie er dann im Neuen Testament heißt, den Sohn Juliadas, des Priesters, sodass er gegen das Volk auftrat und zu ihnen sprach, so spricht Gott, warum übertretet ihr die Gebote des Herrn? Darum wird es euch nicht gelingen, denn weil ihr den Herrn verlassen habt, wird er euch auch verlassen. Aber sie machten eine Verschwörung gegen ihn und steinigten ihn auf Befehl des Königs im Vorhof am Haus des Herrn. Und der König Jos gedachte nicht an die Güte, die sein Vater Juliade ihm erwiesen hatte, sondern er brachte dessen Sohn um, als der war starb, sprach er, der Herr wird es sehen und richten.

[23:57] Frage Nummer eins, warum ist dieser Märtyrer umgebracht worden? Er hat die Wahrheit gepredigt. Frage Nummer zwei, von wem ist er umgebracht worden? Von seinen Brüdern, von seinen Glaubensgeschwistern. Wo ist er umgebracht worden? Im Tempel, also in der Tempelanlage. Das ist ungefähr so, als wenn man hier im Nebenraum jemanden umbringt. Stellt euch vor, ihr kommt zur Gemeinde und da ist jemand, den ihr nicht mögt und er redet immer Dinge, von denen ihr wisst, die stimmen. Der legt den Finger in die Wunde, aber man kann es einfach nicht hören und dann würden wir ihn einfach dort umbringen. Krass, oder? Das ist übrigens die Geschichte des alten Testamentes. Alle Propheten sind in Jerusalem umgebracht worden, nicht bei den Heiden.

[25:03] Übrigens, was waren die letzten Worte von Zacharias oder Sahaya, wie er hier genannt wird? Übrigens, Connel, hast du den Sahaya gemeint? Connel, hast du den Sahaya gemeint? Dann vergib mich, ich dachte, du meintest den Sahaya vor Malachi. Dann hast du vollkommen recht gehabt, Connel hatte recht. Sein Antwort war richtig. Was war die Frage? Was habe ich gefragt? Genau, was waren die letzten Worte, die Sahaya hier gesprochen hatte? Der Herr wird es sehen und richten.

[25:38] Also, wir lernen von der Geschichte der Abel, dass das Blut eine Botschaft aussendet. Wir lernen von der Geschichte von Sahaya oder Zacharias, der dort als Prophet umgebracht worden ist, dass wenn ein Märtyrer stirbt, Gott es sieht, wir wissen schon, er hört es, also er sieht es, er hört es und er wird das Ganze richten. Das heißt, er wird das Unrecht wieder gerade rücken.

[26:06] Frage an euch, muss man ein besonderer Mensch sein, um Märtyrer zu sein? Muss man eine besondere Heiligkeit erreicht haben, um Märtyrer zu sein? Manchmal hat man diese Idee, da gibt es Gläubige und da gibt es die ganz Gläubigen und dann gibt es die, die vielleicht sogar Märtyrer geworden sind. Muss man ein besonderer Gläubiger sein, um Märtyrer zu sein, Erika? Richtige Antwort, nein.

[26:42] Schaut mal mit mir in Matthäus 4. In Matthäus Kapitel 4 und dort Vers 12. Als aber Jesus hörte, dass Johannes gefangen gesetzt worden war, zog er weg nach Galiläa. Also hier in Matthäus 4 wird Johannes gefangen genommen. Wann wird er umgebracht? In welchem Kapitel? In welchem Kapitel wird er umgebracht? Nee, nicht in 27? Nicht 27? In welchem Kapitel wird Johannes umgebracht? Nicht Jesus, Johannes. In welchem Kapitel wird Johannes umgebracht? Kapitel 14. Dankeschön. Also in Kapitel 4 wird er gefangen gesetzt. In Kapitel 14 wird er getötet. Jetzt schaut mal zu Kapitel 11. Das ist, jetzt ist 11 näher an 4 oder näher an 14. Also die Idee vom Matthäusevangelium ist, relativ nahe vor seinem Märtyrertod heißt es hier in Vers Kapitel 11 und dort Vers 2, als aber Johannes im Gefängnis von den Werken des Christus hörte, sand er zwei seiner Jünger und ließ ihm sagen, bist du derjenige, der kommen soll oder sollen wir auf einen anderen warten?

[28:27] Hier haben wir einen Propheten, der der größte aller Propheten war, der eine Botschaft brachte, die wichtiger war als alle anderen Botschaften bevor, der ja Gewaltiges bewirkt hatte und der jetzt kurz vor seinem Märtyrertod plötzlich schwach war. Ist nicht interessant? Er hatte keine Fragen, als er noch draußen in der Wüste war. Er hatte keine Fragen, als er die Menschen getauft hat im Jordan. Da war alles klar, aber kurz vor seinem Märtyrertod, wo wir vielleicht denken würden, da war er noch gläubiger und hatte noch mehr erreicht in Glaubensdingen, da war er plötzlich etwas schwächer und er fragte sich, lohnt es sich überhaupt dafür zu sterben? Denn wenn Jesus nicht der Messias ist, warum soll ich mich umbringen lassen? Dann war doch meine ganze Mission umsonst.

[29:21] Interessant, dass Märtyrer auch nur ganz normale Menschen waren. Märtyrer sind keine Superheiligen aus dem heiligen Lexikon. Märtyrer hatten genau dieselben Fragen, genau dieselben Probleme und genau dieselben Sorgen, wie du heute sie auch hast. Und das macht das Sache plötzlich so realistisch.

[29:52] Also was bedeutet es dann, ein Märtyrer zu sein? Übrigens, wie viele Menschen waren anwesend, als Johannes geköpft wurde? Wir haben ja immer die Idee, dass Märtyrer von Gott deswegen berufen werden, weil durch das Sterben des Märtyrers viele Menschen zum Glauben kommen, oder? Das stimmt doch in der Regel. Wie viele Menschen waren anwesend, als Johannes der Täufer getötet wurde, als man ihm den Kopf abgehabt hat? Also mindestens der, der ihn geköpft hat. Vielleicht noch ein zweiter Wachsoldat? Es starb ein Märtyrer tot, ohne dass großartig jemand davon erfahren konnte. Es starb ein Märtyrer tot, ohne dass Leute zu Tausenden herumstanden und sich bekehrt hätten.

[30:47] Also wenn ein Märtyrer ein Zeuge ist, ja wie kann dann Johannes ein Zeuge sein? Was bedeutet es, ein Zeuge zu sein, wenn ich vielleicht sterbe und keiner kriegt es mit? Ich meine, wenn da 20.000 Menschen auf dem Gras stehen und auf dem Feld und ich stehe dort und werde verbrannt und ich kann mit meinem letzten Wort noch zu 20.000 Leuten predigen, da würden wir sagen, oh, das lohnt sich, oder? Vielleicht. Aber wenn ich einfach in meiner Zelle sitze, in der Hoffnung mal predigen zu dürfen und ich darf es nicht und da kommt jemand mit dem Schwert und dann tötet er mich. Das war die Erfahrung von Johannes dem Täufer, dem größten aller Propheten. Ein Märtyrer, so sagt es das Wort, ist ein Zeuge. Die Frage ist, was bezeugt er und worum geht es eigentlich wirklich?

[31:48] Ihr Lieben, geht es darum, dass Menschen einfach sterben für ihren Glauben? Schaut mal mit mir, was der Apostel Paulus durch sein Studium herausgefunden hat. Erste Korinther 14. Erste Korinther 13. Vers 3, dort sagt er, und wenn ich alle meine Habe austeilte und meinen Leib hingebe, damit ich verbrannt würde, aber keine Liebe hätte, so nützte es mir nichts.

[32:41] Lieber Freund, liebe Freundin, es gibt Märtyrer, die werden nie im Himmel sein. Es gibt Menschen, die mit 120-prozentiger Überzeugung für ihre Sache gestorben sind und es war vollkommen umsonst. Der Satan hat nämlich auch einen Märtyrer-Tod. Der Satan hat diesen fanatischen Märtyrer-Tod, wo du vielleicht andere sogar in den Tod reichst, als ein Selbstmordattentäter. Als jemand, der für seine Sache stimmt, der so überzeugt ist, aber ohne Liebe.

[33:17] In Indien war es lange Zeit Brauch, dass man von Frauen erwartete, wenn ihr Mann gestorben ist, mit dem Mann zu sterben. Da hat man dann den Mann verbrannt und die Frau musste jetzt gleich mitsterben, weil man sich nicht vorstellen konnte, dass eine Frau auch ohne Mann lebt, und das war irgendwie nicht denkbar. Und man hat die Frauen unter Druck gesetzt. Wenn du alleine leben willst, nein, du musst dich mit verbrennen, spring auf den Haufen drauf. Und es gab sogar Berichte, als dann die Briten kamen, das abgeschafft haben, da gab es indische Frauen, die religiös davon überzeugt waren, die gesagt haben, nein, wir wollen mit unserem Mann sterben. Ihr habt keine Rechte, uns das zu verbieten. Das ist unsere Religion. Wenn mein Mann stirbt, muss ich auch mitsterben. Ich möchte unbedingt verbrannt werden.

[34:02] Der Satan hat ein Gegenstück an Märtyrertum. Ellen White sagt dazu, egal wie hoch dein Bekenntnis ist, wenn das Herz nicht mit der Liebe für Gott und für Mitmenschen erfüllt ist, ist man nicht ein wahrer Nachfolger Jesu. Und dann sagt sie, in seinem Glauben mag er vielleicht sogar den Tod eines Märtyrers sterben, aber wenn er nicht von Liebe bewegt wird, wird er von Gott als ein verführter Enthusiast oder ein ambitionierter Heuchler angesehen.

[34:47] Es gibt die Möglichkeit, ganz krass für eine Sache einzustehen und auch völlig daneben zu sein. Und das Interessante ist, der Satan schafft es nicht Märtyrer zu fröhlichen Menschen zu machen, er schafft es Menschen zum Märtyrertum zu bringen, aber er schafft es nicht, dass sie es mit einem reinen, friedvollen Herzen tun. Ich sah vor einiger Zeit im Internet ein Video von einem usbekischen Selbstmordattentäter, der, ich glaube im Iran oder im Irak oder in Syrien, ich weiß nicht genau, ein IS-Kämpfer, der zugestimmt hatte, sich in ein Auto zu setzen mit einer Autobombe und mit diesem Auto mit der Bombe dann in eine Menschenmenge zu fahren, um dort einen Selbstmordattentat auszuführen. Und seine Mitkämpfer haben ihn gefilmt mit einer Kamera, seine letzten Worte, die er sprach und die er dann gesagt hat, bevor er in das Auto gestiegen ist und dann die Türen zugemacht hat und so weiter. Ich fand das interessant, ich habe es mir angeschaut. Wie sieht der Mensch aus, der jetzt in ein Auto steigt und weiß, in wenigen Minuten gibt es mich nicht mehr? Weißt du, was er gemacht hat? Er hat geweint. Er hat geweint. Er hatte Tränen in den Augen. Ja, er war von seiner Sache überzeugt, aber er hatte keinen Frieden im Herzen. Er hatte Todesangst.

[36:22] Ein paar Wochen davor hatte ich ein Video gesehen auf Facebook von einem Christen, der im Irak gehängt worden ist, jetzt vor kurzem. Es kommt immer wieder vor, dass dort Christen umgebracht werden. Und man sah eine wütende Menge von Leuten, die geschrien haben und Trubel gemacht haben. Und man sah diesen Balken, an dem er jetzt gehängt werden sollte. Ich habe es einigen von euch gesehen. Man hat sein Gesicht gesehen. Ich habe keinen Engel gesehen, aber er sah aus wie ein Engel. Da ist so ein Frieden im Herzen. So, als ob er zu seiner Hochzeit gehen würde, wie das Ellen weit später von Jan Hus gesagt hat. Freundlich, liebevoll, nett, ohne jegliche bösen Gedanken gegen seine Teilnehmer. Er stand dort und ist gestorben.

[37:15] Was ist es also, dass ein Märtyrer die Kraft gibt, Ja zu sagen, wenn es heißt, verbrannt zu werden, wenn es heißt, getötet zu werden, wenn es heißt, geköpft zu werden. Und ein paar Texte lesen, die uns hoffentlich helfen, zu verstehen, was der Glaube eines Märtyrers ist. Ich glaube, es ist ein aktuelles Thema.

[37:57] Schaut mit mir in Psalm 116. Psalm 116, Vers 15. Dort heißt es, kostbar ist in den Augen des Herrn der Tod seiner Getreuen. Wenn ein treuer Mensch für Gott stirbt, dann sagt er nicht, naja, noch einer. Für Gott ist das eine äußerst kostbare Sache. Er so kostbar, dass er hinhört, was das Blut zu sagen hat. Für Gott ist es keine Kleinigkeit. Gott erlaubt es nicht ständig, denn Gott weiß, was es kostet.

[38:53] Also was ist es nun, das dazu führt, dass selbst in den Augen Gottes ein Märtyrer-Tod etwas Besonderes ist. So sehr, dass uns Ellenwald sagt, dass im Himmel alle von uns ein weißes Kleid haben werden, bis auf die Märtyrer. Wenn sie ein weißes Kleid haben und einen roten Saum, dann wird bis im Himmel, bis in die Ewigkeit erkennen, wer Märtyrer gewesen ist.

[39:21] Schaut mal in, nicht, dass sie bessere Christen waren, aber schaut mal in Offenbarung 12, Vers 11. In Offenbarung 12 und dort Vers 11. Offenbarung 12, Vers 11, dort heißt es, und sie haben ihn überwunden. Wer ist ihn in diesem Vers? Der Satan, ganz genau, sie haben ihn überwunden und jetzt kommen drei Dinge. Um des Blutes des Lammes und um des Wortes ihres Zeugnisses willen und haben ihr Leben nicht geliebt, bis in den Tod.

[40:05] Also halten wir fest, diejenigen, die ihr Leben gegeben haben, sie haben damit den Satan überwunden. Jetzt die Frage ist, inwiefern? In diesem Kapitel geht es ja um den großen Kampf. Es geht ja darum, wie Michael und Satan gegeneinander kämpfen, oder? Es geht um die Anklagen Satans gegen die Regierung Gottes. Was waren die Anklagen, die Satan dem Gott vorgeworfen hat? Was hat er ihm vorgeworfen? Es ist nicht möglich, das Gesetz zu halten. Was noch? Gott ist ungerecht. Man braucht kein Gesetz. Genau, Menschen dienen dir nur, wenn du sie bestichst.

[40:58] Alles zusammengefasst, ihr Lieben, kann man sagen, Satan hat behauptet, es gibt eine bessere Möglichkeit zu leben außer Gott. Wenn ich nach Gott lebe, dann ist das nicht die beste Option. Die grundlegende Idee war, bisher habe ich immer nach Gottes Wahrstehen gehalten, ich habe immer das getan, was Gott wollte, aber vielleicht könnte ich noch ein bisschen besser leben, wenn ich das nicht immer tue. Vielleicht ist Gott nicht um mein Bestes bemüht. Vielleicht ginge es mir besser, wenn ich einen anderen Weg gehe. Vielleicht hat Gott nicht das höchste Interesse an mir und ich muss mich selbst um mich kümmern. Und diesen Satan, diese Anklage wird überwunden durch das Buddhismus, durch das Wort ihres Zeugnisses und durch Menschen, die sagen, wir vertrauen Gott so sehr, wir vertrauen Gott so sehr, dass wir ihm glauben, dass selbst wenn ich jetzt sterbe, es nicht das Ende ist.

[42:26] Ihr würdet sagen, das ist ja klar, logisch, das habe ich schon immer gedacht. Schaut mal in den Hebräerbrief, ihr werdet etwas sehen, das habe ich jetzt vor kurzem richtig entdeckt. In Hebräer Kapitel 2 und Dortfest 15, bevor ihr dahin geht, wodurch werden wir eigentlich geknechtet? Wodurch werden Menschen geknechtet in diesem Leben? Die sind ja nicht. Aber schaut mal, was der Paulus dann sagt, nachdem er das studiert hat. In Hebräer 2, Vers 15, er sagt, und alle diejenigen befreite, die durch was? Durch Todesfurcht ihr ganzes Leben hindurch in Knechtschaft gehalten wurden.

[43:14] Der Paulus sagt, es gibt eine Knechtschaft und das ist die Knechtschaft der Todesfurcht. Es ist die Knechtschaft, dass ich Angst habe vor dem Tod. Und das ist eine sehr realistische Angst, oder? Jetzt, warum haben wir eigentlich Angst vor dem Tod? Das ist eine gute Frage, oder? Denkt mal darüber nach. Das ist eine sehr existenzielle Frage. Meistens reden wir mehr so theologisch, aber das ist eine sehr existenzielle Frage. Warum habe ich eigentlich Angst vor dem Tod? Also, versteht mich nicht falsch, ich will jetzt nicht damit sagen, das Leben ist nicht wichtig, aber warum ist es, dass Menschen aller Religionen, aller Weltanschauung eine natürliche Angst vor dem Tod haben?

[43:54] Ja, das stimmt, das ist theologisch richtig. Ganz genau, in dem Moment, wo ich sterbe, gebe ich ultimativ mein Leben aus der Hand. Ich bin dann nicht mehr der Herr meines Lebens. Auf einer geringeren Ebene passiert das schon viel früher, nicht wahr? Als Christen wollen wir unser Leben Jesus übergeben, das sagen wir. Wir wollen unser Leben übergeben, aber trotzdem leben wir immer noch selbst. Warum haben wir Angst vor dem Tod? Weil wir wissen, wenn ich tot bin, kann ich nichts mehr tun. Ganz tief im Herzen weiß jeder Mensch, auch die, die an die unsterbliche Seele glauben, wenn ich tot bin, habe ich mein Leben aus der Hand gegeben. Dann ist es in den Händen von wem auch immer, aber ist nicht mehr in meiner Hand. Es ist die größte und dramatischste Form der Lebensübergabe.

[44:59] Und ihr werdet sagen, es gibt Menschen, die wünschen sich doch den Tod, oder? Es gibt doch Menschen, die machen Suizid und die wünschen sich doch den Tod, die haben doch keine Todesangst. Es gibt eine interessante Studie, weiß nicht, ob ich es euch schon erzählt habe, der Neil Nedley berichtet davon, man hat eine Studie gemacht mit Menschen, die von der Golden Gate Bridge gesprungen sind. Es gibt jedes Jahr eine bestimmte Anzahl von Menschen, die nehmen sich das Leben in Kalifornien, indem sie von der Golden Gate Bridge springen ins Meer. Und es gibt jedes Jahr einen bestimmten Anteil an Menschen, die das überleben. Man hat eine Langzeitstudie gemacht mit allen Überlebenden und man wollte wissen, was ist euch durch den Kopf gegangen in dem Moment, als ihr gesprungen seid. Also was ihr vorgedacht habt, ist klar, weil vorher denkt der Suizidale immer, ich will mich umbringen, das Leben ist schlecht, keiner liebt mich, keiner mag mich, am besten, ich mache mein Leben ein Ende. Und dann springt er. Und was denkt die Person dann? Alle, die Bank weg durch, sagen, in dem Moment, wo ich gesprungen bin, wo es nicht mehr umkehrbar war, habe ich gedacht, hätte ich es bloß nicht gemacht.

[46:00] Mit anderen Worten, übrigens, merkt euch das gut, wenn ihr jemals selbst in der Situation seid oder jemanden kennt, der in der Situation ist. Jeder Mensch, der Suizid tut, denkt in dem Moment, wo er springt, wo er abdrückt, in dem Moment, wo er das Seil zieht, in dem Moment, wo es nicht mehr umkehrbar ist, denkt er, hätte ich es bloß nicht getan. Die Todesangst ist immer noch da. Sie ist zwar übertüncht, so lange, bis die Entscheidung gefallen ist vom Satan mit seinen Versuchungen, aber der Satan kann sie nicht auslöschen. Sie ist immer noch da. Deswegen hat der Usweke geweint. Er hatte Todesangst.

[46:41] Aber die Bibel sagt, schaut mal mit mir, in 1. Johannes 5, Vers 11 und 12. In 1. Johannes 5, Vers 11 und 12 und darin besteht das Zeugnis, dass Gott uns ewiges Leben gegeben hat und dieses Leben ist in seinem Sohn. Jetzt kommt ein sehr einfacher Satz und ein sehr fundamentaler Satz. Wer den Sohn hat, der hat was? Der hat das Leben. Wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.

[47:31] Wer den Sohn hat, hat das Leben. Und wenn ich das Leben habe, dann brauche ich keine Angst haben vor dem Tod. Wenn ich weiß, Jesus ist in meinem Leben, wenn ich weiß, ich habe das Leben, dann brauche ich keine Angst haben.

[48:00] Die Sache ist nur die, ihr Lieben. Woher weiß ich das? Schaut mal einen Kapitel vor, in 1. Johannes 4. In 1. Johannes 5, Vers 4. Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.

[48:23] Wie heißt es in Offenbarung 12, Vers 11? Sie haben ihn überwunden, wegen des Blutes Islames, wegen des Wortes ihres Zeugnisses und sie haben ihr Leben nicht geliebt bis in den Tod. Es ist der Glaube, der sie zu überwinden macht. Jeder Märtyrer, der für Gott stirbt, stirbt dort nicht, weil er besonders heilig war, weil er besonders gut war, sondern weil er besonders gläubig war. Er hat Gott so sehr geglaubt. Er hat nicht nur in der Taufe sein Leben Gott übergeben, er hat nicht nur gesagt, ich übergebe dir dies und jenes. Er hat Gott so sehr geglaubt, dass er gesagt hat, selbst wenn das Leben mir genommen wird, ich vertraue dir, du wirst es mir wiedergeben. Ich lege alles, was ich habe, meine ganze Kontrolle buchstäblich auf den Altar und ich weiß, ich kann es mir nicht wiedernehmen. Wenn du es mir nicht wiedergibst, weißt du, ich bin nicht verloren, aber ich vertraue dir.

[49:16] Ein Märtyrer vertraut Gott und ein Märtyrer hat Vertrauen gelernt.

[49:26] Was heißt denn, sie haben ihr Leben nicht geliebt bis in den Tod? Wenn ich sage bis, dann drückt das was aus? Wenn ich sage, ich wandere bis nach Tübingen, dann ist Tübingen der Endpunkt, aber ich bin die ganze Zeit gewandert, oder? Wenn ich sage, ich habe mein Leben nicht geliebt bis in den Tod, dann ist der Märtyrer-Tod nur der Endpunkt einer Einstellung, die vorher die ganze Zeit da war. Kein Märtyrer wird über Nacht zum Märtyrer, sondern der Märtyrer-Tod ist nichts weiter als eine äußere Demonstration von etwas, was im Herzen stattgefunden hat.

[50:17] Schaut mal, was Jesus sagt in Matthäus 16. Matthäus 16 Vers 24 und 25. Da sprach Jesus zu seinen Jüngern, wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren. Wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es finden.

[51:04] Willst du dein Leben retten? Jesus sagt, wenn du ihm nachkommen willst, wenn du ein Christ sein willst, nehme dein Kreuz auf dich und folge ihm, Schritt für Schritt.

[51:31] Vers 26 Denn was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber sein Leben verliert? Der Grund, warum wir am Leben hängen, ist, dass wir immer noch denken, wir müssen noch das oder jenes erreichen, oder? Wir wollen noch das tun, wir wollen das erleben. Das haben wir noch nicht ausprobiert. Oder das muss ich noch gerade rücken. Das mache ich später.

[52:02] Wärst du zufrieden, wenn dein Leben heute zu Ende ist? Wärst du zufrieden in Jesus Christus? Oder gibt es noch Dinge, die du unbedingt erst noch erledigen willst? Ein Märtyrer kann deswegen mit Freuden sterben, weil er weiß, er steht nicht zwischen mir und Jesus. Aber wir würden wahrscheinlich heute noch davor zurückschrecken, weil wir wissen, ich müsste ja eigentlich das noch ändern, von dem ich ganz genau weiß. Gott hat es mir schon längst gezeigt. Wir schrecken zurück, weil wir vielleicht noch das oder jenes selbst erreichen wollen, aber Jesus sagt, egal was du erreichst, du kannst es eh nicht als Lösegeld geben für dein Leben.

[52:41] Ein Märtyrer ist kein Held im weltlichen Sinne. Ein Märtyrer ist jemand, der zufrieden ist mit Jesus. Und das im radikalsten Sinne. Er ist zufrieden mit dem, was Jesus für ihn getan hat. Glaubt ihr nicht, der Stephanus hat sich auch gedacht, ich bin doch gerade erst Diakon geworden. Ich bin doch gerade erst gewählt worden. Und ich habe gerade erst meine erste große Predigt gehalten. Ich denke mir, ich könnte noch viele Menschen gewinnen. War doch toll gepredigt, oder? Er hätte sich doch denken können, Gott, warum jetzt? Ich würde gerne auch noch nach Indien gehen oder nach Afrika oder nach Europa. Ich würde gerne das Evangelium predigen. Ich brenne für dich, bitte. Stephanus war zufrieden damit, nur eine Predigt im Leben halten zu dürfen. Wenn das Gottes Wille ist.

[53:32] Bist du zufrieden mit dem, was Gott dir zeigt? Bist du zufrieden mit dem, was Gott dir gibt? Oder sagst du wie Satan, wenn ich nur auf Gott vertraue, dann kann ich das und das und das nicht erleben. Ich brauche einen Mittelweg. Bist du zufrieden damit, dass Gott das Beste für dein Leben tut?

[53:51] Vielleicht sagst du, das betrifft mich nicht. Wir sind so weit weg von der Verfolgung. Schaut mal, 2. Timotheus 3, Vers 12. Und alle, wer sind alle? Alle sind jeder, oder? Und alle, die gottesfürchtig leben wollen, in Christus Jesus, werden Wasser leiden. Du hast keine Chance. Wenn du Christ bist, wirst du mit Problemen rechnen müssen.

[54:59] Sagt nicht Jesus, dass wir uns freuen und jubeln sollen? Jan Hus hat darüber nachgedacht, als er im Gefängnis saß. Und er schreibt, wenn unser Herr Jesus gelitten hat, für mich. Warum ist es dann so schwer für mich, dass ich für Jesus leiden sollte? Hat nicht Jesus gesagt, der Herr ist nicht, der Knecht ist nicht über seinem Meister? Die Sklave nicht über seinem Herrn?

[55:37] Und wir haben immer diese Vorstellung, dass es dem Christen doch immer gut gehen müsste. Und dass er immer gesund sein sollte. Und dass immer alles gesegnet sein sollte. Und es ist auch gesegnet, keine Frage. Aber Jesus sagt, wenn du mir nachfolgst, wirst du dein Kreuz auf dich nehmen.

[55:56] Was war das Kreuz für Jesus? Es bedeutete, von Freunden verraten zu werden. Es bedeutete, dass falsche Gerüchte über ihn kursierten. Es bedeutete, dass seine Brüder und Schwestern in der Gemeinde ihn schlecht behandelten. Es bedeutete, dass Leute ihn Satan nannten, obwohl er ihnen helfen wollte. Es bedeutete, dass Leute seine Motive bewusst, absichtlich missverstanden haben. Und es öffentlich noch kundgetan haben. Es bestand darin, dass sie ihn am Ende angespuckt und geschlagen haben und schließlich umgebracht haben. Und Jesus hat sie trotzdem geliebt. Er hat sie geliebt.

[56:45] Er hat niemals schlecht hinter dem Rücken von Kaiaphas über ihn gesprochen. Obwohl er allen Anlass dazu hatte. Er war zufrieden mit dem, was Gott ihm gibt.

[57:04] Und ich stelle mir die Frage, könnte es sein, dass wir deswegen so wenig Märtyrer heute haben, weil Gott weiß, dass so gut wie niemand von uns überhaupt den Glauben eines Märtyrers momentan hätte? Weil wir schon bei viel kleineren Dingen die rote Linie überschreiten und sagen, so aber nicht, so geht man mit mir nicht um, auch nicht in der Gemeinde.

[57:40] Wenn ich einen Aufruf machen würde und sage, wer von euch würde gerne Märtyrer sein, würden wahrscheinlich alle die Hand heben, weil wir denken, es ist eine gute Sache, Märtyrer zu sein. Aber ihr Lieben, Märtyrer sein bedeutet, das eigene Ich gekreuzigt zu haben.

[57:58] Was mich fast noch mehr fasziniert als die Geschichte von Jan Hus ist die Geschichte von Hieronymus. Hieronymus, der, als er vor das Konzil gebracht worden ist, dachte, dass er einen Kompromiss machen kann. Einen klugen Kompromiss. Er hat ein bisschen widerrufen, nicht viel, ein bisschen nur. So viel, dass er es mit seinem Gewissen scheinbar vereinbaren konnte. Er hat nämlich gesagt, ich widerrufe, also er hat gesagt, ich bin gegen Wycliffe und Hus, ich bestätige nur die Dinge, die mit der Wahrheit übereinstimmen. Und gesagt, naja, insgeheim war ja alles die Wahrheit, nicht wahr? Passt doch, das ist doch politisch klug gewesen, oder?

[58:39] Und dann saß er in seiner Zelle und er hatte keinen Frieden. Satan war noch nicht zufrieden, er wollte noch einen weiteren Widerruf haben. Und er wusste, ich kann mich jetzt entscheiden, ich kann weitergehen auf diesem Weg der Gehässigkeit gegen meinen Freund oder ich muss sterben. Und er war genauso schwach wie Johannes der Täufer. Und er entschied sich, wieder zurückzugehen auf dem falschen Weg und den richtigen Weg zu gehen. Und als er wusste, Gott hat mir vergeben, als er wusste, zwischen mir und Gott steht nichts, als er wusste, ich bin Gott treu. Da war plötzlich die Todesangst weg.

[59:26] Und er konnte singend, singend auf einen Scheiterhaufen steigen und die Feuerflammen ertragen. Ihr Lieben, gibt es Kompromisse, die wir eingehen, die momentan uns überhaupt hindern, echte Zeugen für Gott zu sein? Und wenn wir nicht bereit sind, innerlich zu sterben, gibt es vielleicht eine Idee, eine fixe Idee in unserem theologischen Kopf, von der wir ganz fest überzeugt sind und wir sind nicht bereit, sie aufzugeben, egal wie viel biblische Beweise man dagegen bringen kann. Weil es unfriedlich ist, gibt es vielleicht einen Gedanken gegenüber einer anderen Person, den ich nicht bereit bin aufzugeben.

[1:00:26] Wir haben ja gerade Wahl, nicht wahr? Und vielleicht gibt es jemanden, der sagt, man hat mich für diese Stelle nicht berücksichtigt, ich fühle mich beleidigt. Vielleicht gibt es auch jemanden, der sagt, ich bin froh, dass XY das oder jenes nicht geworden ist. Verdient hat er es, verdient hat sie es.

[1:00:51] Ihr Lieben, das muss sterben. Denn wenn das nicht stirbt, können wir keine Zeugen sein. Bevor wir Märtyrer sind, auf dem Scheiterhaufen, müssen wir dem eigenen Ich gestorben sein. Ansonsten sind wir vielleicht Fanatiker, die immer noch gerne sterben wollen für Gott, aber unrein sind in unserem Herzen und Gott beachtet das dann nichts weiter als ambitionierte Heuchler. Mit all den Traktaten, die wir verteilt haben. Wenn wir keine Liebe im Herzen haben, und zwar nicht nur zu Gott, sondern auch zu unserem Nächsten. In so sein Leben, dass wir lieber für ihn sterben würden, weil wir wissen, unser Leben ist in Gottes Hand.

[1:01:59] Gott sei Dank, wir sind heute nicht aufgerufen, Märtyrer zu sein. Und man kann auch keinen Aufruf machen, willst du Märtyrer sein? Das ist Unsinn, das wäre der falsche Punkt. Aber wir sind aufgerufen, die Bedingungen in unserem Herzen zu schaffen, so sehr Gott zu glauben, so sehr mit dem zufrieden zu sein, was Gott uns schenkt, so wie Gott uns führt. Und wenn es tausendmal gegen unsere Pläne ist, so zufrieden zu sein, weil wir wissen, am Ende ist es eh das Beste, was Gott uns tut. Dass wir keine Notwendigkeit sehen, gegen Gott oder gegen unsere Mitbrüder und Schwestern zu rebellieren.

[1:02:41] Bist du zufrieden? Hast du das Leben? Bevor du deinen Körper übergeben kannst, muss dein Herz übergeben sein, müssen deine Gedanken übergeben sein, müssen deine Gefühle übergeben sein. Und wenn das passiert, wenn ich weiß, ich habe mein Herz Gott übergeben, er hat es gereinigt, wenn ich gekreuzigt bin, wie sagt mich Paulus, ich bin gekreuzigt mit Gott, äh mit Jesus, wenn ich dem Ich gestorben bin, was passiert, wenn man eine Leiche hat und man spuckt die Leiche an, was macht die Leiche? Wenn man die Leiche tritt, was macht die Leiche? Wenn man die Leiche beschimpft und Fluchworte auf sie wirft, was macht die Leiche? Nichts.

[1:03:33] Wenn ich im Herzen tot bin, also wäre der Sünder abgestorben, da kann man mich verfluchen, da kann man mich bespucken, da können Leute schlecht über mich reden, sie können mich schlagen, die Leiche wird nicht zurückschlagen, sie wird nicht zurückfluchen, sie wird nicht...

[1:03:54] Wenn unser Leben in Christus verborgen ist, das war das Geheimnis, warum Jesus sagen konnte, Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Das war das Geheimnis, warum Stephanus sagen konnte, Herr, vergib ihnen. Kannst du über deinen ärgsten Feind beten, Herr, vergib ihm, gib, dass er im Himmel ist. Ich möchte neben ihm wohnen, für alle Ewigkeit.

[1:04:29] Übrigens, wenn ihr gedacht habt, Märtyrer sein ist eine blutige Sache, das gehört bestimmt ins alte Testament, ihr werdet erstaunt sein, die meisten Glaubenshelden, die gestorben sind, sind im Neuen Testament. Abraham, Noah, Adam, Isaac, Jakob sind alle eines friedlichen Todes gestorben. Matthäus, Lukas, Paulus, Petrus, Thomas, die ganzen Apostel sind alle in Märtyrertod gestorben. Also es scheint fast zu sein, je mehr man sich der Klarheit des Evangeliums nähert, desto krasser wird es.

[1:05:08] Die Zeit reicht nicht aus, man könnte erzählen von allen Reformern, von Kalbin und von Tündel und von Cranmer und von, ich weiß nicht was. Aber ganz zum Schluss, vielleicht noch ein letzter Ausblick in Offenbarung Kapitel 6. Offenbarung Kapitel 6 und dort Vers 9.

[1:05:46] Das Blut der Märtyrer schreit zu Gott. Wenn Gott in die Geschichte schaut, sagt er, ich müsste schon längst aufräumen auf diesem Planeten. So viele Menschen sind im Glauben an mich gestorben. Aber dann sagt er etwas hier in Vers 11.

[1:06:05] Jetzt hört genau zu. Dieses weiße Gewand, das hier gegeben ist, ist ein Hinweis auf das Untersuchungsgericht 1844. Und um diese Zeit herum, wo die Frage ist, wann wird gerichtet, sagt Gott symbolisch zu den gestorbenen Märtyrern, die im Grab ruhen, wartet, die Anzahl der Märtyrer ist noch nicht voll.

[1:06:44] Und wenn ich die Bibel richtig verstehe, dann ist die Vorhersage auf zukünftiges Märtyrertum nicht auf Saudi-Arabien, den Iran und Nordkorea beschränkt. Vielleicht werdet ihr sagen, das ist kein Thema für Kinder. Die Waldenser haben das anders gesehen. Sie haben ihre Kinder dazu erzogen, zu wissen, es könnte sein, dass ich keine 80 Jahre alt werde, weil ich Christ bin. Aber das ist nicht das Schlimmste auf der Welt. Denn wenn ich Christ bin, habe ich Christus. Auch wenn ich nicht 80 Jahre auf dieser Erde alt werde, werde ich doch Millionen Jahre alt werden auf der neuen Erde. Ich habe das Leben.

[1:07:30] Und wenn ich das Leben habe und wenn ich mir dessen bewusst bin, und es wirklich im Herzen weiß, nicht nur als ein ambitionierter Heuchler, der anderen imponieren will mit seiner Frömmigkeit, sondern weil ich mir bewusst bin, Christus ist in meinem Herzen, dann kann ich andere lieben. Auch wenn sie mich nicht lieben, dann muss ich nicht zurückschlagen. Dann kann ich zufrieden sein, selbst wenn man mich verbrennt, weil ich weiß, Gott schenkt mir das Leben wieder.

[1:08:02] Bist du bereit, Märtyrer zu sein? Die Frage ist eigentlich, bist du bereit, im Herzen mit Christus gekreuzigt zu sein? Bist du bereit, ihm ganz zu vertrauen? Bist du bereit, diese Schritte zu gehen, egal was er zeigt, das zu tun, was er sagt? So sehr Vertrauen zu lernen, Dinge aufzugeben, um zu sehen, ja, er meint es gut. Bis dann vielleicht der ein oder andere von uns gerufen sein wird, das Größte zu geben, was wir haben, nämlich unser eigenes Leben, liebevoll in seine Hände zu legen und zu sagen, Herr, du weißt allein, du kannst es mir wiedergeben.

[1:08:49] Aber wenn ich nicht einmal bereit bin, mein Hobby aufzugeben, wenn ich nicht einmal bereit bin, diese kleine Sünde aufzugeben, wenn ich nicht bereit bin, meine schlechten Gedanken über Bruder X und Y aufzugeben, dann werde ich jemals mein Leben aufgeben. Und wenn wir in Gedanken an Hus und Hieronymus denken, an Stephanus und an all die Märtyrer, dann stellen wir uns die Frage, wenn das normale Menschen waren, warum können wir nicht auch in unserem Herzen diesen Frieden haben? Sollen wir nicht auch am besten wie Hieronymus unser eigenes Ich kreuzigen, unsere Pläne aufgeben und Gott folgen?

[1:09:36] Ich möchte euch zum Schluss vorlesen, was Paulus selbst erlebt hat. Ihr erinnert euch, Saulus sah den Märtyrer, den Märtyrer Stephanus. Und das hat ihn zum Nachdenken gebracht. Jahrelang war er für Gott unterwegs, und er war mehrmals an der Stelle, wo er bereit war, Gott sein Leben zu geben. Er hat mehrmals gesteinigt, hat Schiffbruch erlitten und dies und jenes. Aber Gott hatte noch einen Auftrag für ihn. Übrigens, das ist auch eine ganz tolle Botschaft. Wenn du Gott ganz übergeben bist, kannst du nicht eher sterben, bevor Gott der Meinung ist, dass du deinen Auftrag erfüllt hast. Du kannst nicht eher sterben, bevor Gott nicht der Meinung ist, dass du deinen Auftrag erfüllt hast.

[1:10:22] Es kam der Zeitpunkt, da hatte Paulus seinen Auftrag erfüllt. Er wurde zu Nero gebracht. Beim ersten Verhör ist er noch freigesprochen worden. Aber als er das zweite Mal nach Rom kam, wurde er wieder vor das Gericht gebracht. Und Ellenwald sagt uns, dass Nero, selbst Nero so überzeugt war von den Worten von Paulus, dass er sich nicht entscheiden konnte, ein Urteil zu fällen. Schließlich hat er es doch getan. Paulus war ein römischer Staatsbürger. Er konnte nicht gekreuzigt werden. Die Todesart für römische Staatsbürger war Köpfen.

[1:11:00] Und so wurde das Urteil gesprochen, Paulus, du wirst jetzt geköpft. Und dann heißt es, er wurde auf eine geheime Art zum Exekutionsplatz geführt. Habt ihr mal gelesen, was Ellenwald schreibt über seine Exekution von Paulus? Sehr interessant. Ich lese es euch vor. Das heißt, er wurde nicht in einem Kolosseum vor tausenden von Leuten den Löwen vorgeworfen, sondern man wusste, sie sagt, es wurden nur wenige Zuschauer zugelassen, weil man fürchtete, dass sein Einfluss neue Bekehrungen hervorrufen würde. Also hat man ihn ganz geheim an einen stillen Platz gebracht, wo kaum jemand zugelassen war, um ihn einfach wie Johannes der Täufer umzubringen. Und vielleicht hat sich Paulus gewünscht, ein Märtyrer Tod zu sterben, wo er viele erreichen kann. Aber er wusste, wenn Gott möchte, dass ich einen geheimen Märtyrer Tod sterbe, dann nehme ich das aus Gottes Hand.

[1:11:56] Sie sagt, selbst die verhärteten Soldaten, die ihm zuhörten, sahen mit Erstaunen, wie freudig er selbst im Angesicht des Todes war. Und einige, die sein Märtyrertum beobachteten und seinen Geist der Vergebung gegenüber seinen Mörderern und seinem Vertrauen in Christus, erlebten das als einen Geruch des Lebens zum Lesen. Einige von ihnen akzeptierten dann diesen Erlöser, den Paulus gepredigt hatte und wurden selbst Märtyrer. Also selbst in dieser geheimen Exekution sind römische Soldaten bekehrt worden.

[1:12:38] Und dann sagt sie Folgendes, Der Apostel schaute in die Zukunft. Nicht mit Ungewissheit oder in Angst, sondern mit der frohen Hoffnung und einer erwartenden Erwartung. Er stand an dem Platz des Märtyrertums und er sah nicht das gleißende Schwert des Henkers. Er sah nicht die grüne Erde, die sobald sein Blut aufnehmen sollte. Er schaute durch den blauen Himmel an jenem Sommertag auf zu dem Thron des Ewigen. Seine Sprache war, O Herr, du bist mein Trost und mein Anteil. Wann soll ich dich umfangen? Dieser Mann des Glaubens sah die Leiter von Jakob, die Christus repräsentierte. Und in seinem Glauben wurde er gestärkt, als er sich erinnerte an die Patriachen und Propheten, die sich auf den einen, der ihre Hoffnung und ihr Trost war, verlassen hatten und ihr Leben gegeben hatten. Von diesen heiligen Männern von Jahrhundert zu Jahrhundert hatten sie ihr Zeugnis gegeben und er hörte die Zusicherung, dass Gott treu ist. Seine Mitapostel, die das Evangelium gepredigt hatten und die hinausgegangen waren, hatten Verfolgung und Verachtung erlebt und hatten ihr Leben nicht geliebt. Die hat er gehört als Zeugnisse für Jesus als den Sohn Gottes.

[1:14:12] Und dann sagt sie von dem Scheiterhaufen, von dem Gefängnis, von den Höhlen der Erde, fiel auf die Ohre des Märtyrers Paulus der Sieg des Triumphes. Er hört das Zeugnis der festen Seelen, die obwohl sie verlassen und gequält waren, doch ein treues Zeugnis für den Glauben brachten und sagten, ich weiß, wenn ich geglaubt habe.

[1:14:49] Und dann sagt sie, die Gedanken von Paulus zentrierten sich auf die Wiederkunft Jesu und als das Schwert des Henkers herabkam und die Schatten des Todes sich um den Märtyrer umgaben, da sprang sein letzter Gedanke auf. Und dieser Gedanke wird sein erster Gedanke sein, wenn der große Lebensgeber ihn auferwecken wird und ihn willkommen heißen wird in die Freude der Erlösten.

[1:15:32] Als Paulus zur Exekution ging, hat er nicht auf das Schwert geschaut, nicht auf die Erde geschaut, hat den Himmel geschaut. Er hat gehört die Zeugnisse von Abel bis Sararia. Vielleicht hat Gott ihm in prophetischer Vision gezeigt, was Hus und Hieronymus und viele andere erleben würden. Und seine einzige Sprache war, Herr, wann werde ich dich in die Arme nehmen können? Er war zufrieden mit Gott. Er war zufrieden mit Jesus. Und als das Schwert auf seinen Hals fiel, da gab es nur noch Zeit für einen Gedanken. Und dann war der Gedanke weg. Und genau dieser Gedanke wird wiederkommen, wenn Jesus ihn auferwecken wird.

[1:16:29] Lieber Bruder, liebe Schwester, hast du den Glauben eines Märtyrers? Bist du so zufrieden, so innerlich mit Jesus zufrieden, dass egal was kommt, egal was ist, egal was sie tun, in der Gemeinde, außerhalb der Gemeinde, egal was ist, dass du Frieden hast in ihm? Dass du weißt, wenn ich jetzt sterben würde, egal durch was, ist vollkommen egal, ich würde bei der Auferstehung dabei sein. Weißt du das? Ich wünsche mir, für mich und für dich, dass wir diesen Glauben haben, diese Zuversicht haben und dass wir mit größter Freude durch all die Schwierigkeiten durchgehen. Wenn man singen kann unter Flammen, kann man dann auch erfreulich sein, wenn unter der Woche alles zusammenbricht? Wenn man singen kann unter Flammen, kann man dann nicht froher Hoffnung sein, selbst wenn andere einen verraten? Lasst uns singen unter Flammen, weil wir wissen, dass Jesus unser Löser ist.

[1:17:53] Noch gemeinsam niederknien und beten. Lübber Vater im Himmel, unser froher Vater, wir bitten dich, über dienenden Gefechten zu unterst Cumortembringer zu humpfen, uns aufzuwachsen und uns zusammen zu versammeln. Unser Vater, wir beten dich, unserer Karussellier, Lieber Vater im Himmel, wir haben heute über ein Thema gesprochen, das wir eigentlich nur aus der Theorie kennen. Niemand von uns hat einen Märtyrer jemals gesehen, noch sind wir jemals in einer Situation gewesen und doch glauben wir, es ist wichtig, darüber zu sprechen, damit wenn es mal soweit sein sollte, wir keine Panik bekommen oder unwissend sind, was dein Wort darüber sagt. Aber eins haben wir heute sehr deutlich gesehen, dass der Märtyrer-Tod eigentlich nur das Ende, das eventuelle Ende,

[1:19:01] eine Entwicklung ist, auf die es eigentlich ankommt. Dass der eigentliche Sieg nicht in den Flammen ist, sondern im Gefängnis, wo man wie Hieronymus das Ich kreuzigt. Dass der eigentliche Sieg im Herzen ist, wenn wir bereit sind, dir zu vertrauen, dir wirklich zu vertrauen. Und wenn du sagst, dass etwas, was wir gerade tun, etwas, was wir gerade planen für unser Leben, etwas, woran wir so viel Freude haben, wenn du uns sagst, dass es nicht gut für uns ist, dass wir dir wirklich vertrauen und es lassen, wenn es schmerzhaft ist, dass wir bereit sind, all das ans Kreuz zu nageln, was uns hindert, dir ganz wohl zu gefallen.

[1:19:52] Ich möchte dich bitten, dass du uns diesen Glauben schenkst, diese Zufriedenheit in dir, dass du uns mit dieser Liebe füllst, dieser selbst aufopfernden Liebe, für den anderen da zu sein und nicht unser eigenes Wohl zu studieren. Ich möchte dich bitten, dass du unsere Gemeinde segnest und dass du uns, unsere Gemeinde, diese Liebe so wiederherstellst, wie es dein Plan und dein Wunsch ist. Was immer ich dazu beitragen muss, was immer jemand anderes dazu beitragen muss, schenke uns die Kraft, es zu tun.

[1:20:42] Schenke uns die Bereitschaft, zu sterben. Zu sterben unserem Sünden, zu sterben unserem Ich, zu sterben unseren Ambitionen und damit zufrieden zu sein mit dem, was du für uns bereithältst. Lass uns Geduld haben. Vergib uns unsere Sünden. Und hab Dank, dass wir wissen dürfen, dass wenn wir dich haben, wenn wir alles hilflos in deine Hände legen, wir die Sicherheit haben können, die kein Selbstmordattentäter hat, die Sicherheit, die kein Fanatiker haben kann, die Sicherheit, dass du uns so sehr liebst, dass du uns niemals aufgeben wirst und dass niemand uns aus deiner Hand reißen kann. Und dass du alles überwindest. Im Namen Jesu beten wir das. Amen.


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