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In diesem Teil 1 der Predigtreihe „Der Glaube und Wandel Henochs“ wird die biblische Figur Henoch vorgestellt. Es wird beleuchtet, wer er war, seine Abstammung und seine besondere Beziehung zu Gott, die darin gipfelte, dass er von Gott entrückt wurde. Die Predigt vergleicht Henochs Wandel mit dem von Noah und betont die Bedeutung des Glaubens als Grundlage für ein gottgefälliges Leben. Es wird erklärt, was es bedeutet, mit Gott zu wandeln und welche Ziele Gott für die Menschen hat, um diesen Charakter zu entwickeln.


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Serie: Predigten

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Transkript

[0:02] Herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Abend, alle, die jetzt gerade live zuschauen und alle, die hier bei uns im Saal sitzen. Herzlich willkommen zu keiner weiteren Ausgabe von "Der Ersehnte", sondern zu einem Zwischenteil. Wir werden heute und nächste Woche gemeinsam das Thema Henoch studieren. Bevor wir loslegen, lasst uns niederknien und gemeinsam beten.

[0:32] Vater im Himmel, ich möchte dir danken, dafür, dass wir jetzt wieder die Möglichkeit haben, in dein Wort hineinschauen zu dürfen. Danke, dass du uns offenbart hast, was in der Vergangenheit passiert ist, was passieren wird und dass wir daraus lernen können, auch für unser Leben heute. Möchte dich bitten, dass du uns jetzt deinen Heiligen Geist schenkst, dass du alle störenden Gedanken fernhältst und dass du uns erfüllst mit neuer Wahrheit und Erkenntnis. Jesu Namen danken wir dir dafür. Amen.

[1:05] Henoch – wer war er? Henoch war der Ur-Ur-Ur-Enkel von Adam. Das heißt, wenn man Adam mitrechnet, wie viele Stufen waren das? Es waren mit Adam gerechnet keine fünf, sondern sieben Stufen. Wir haben vier Mal das plus drei durch das Enkel, wenn wir ihn noch mit reinrechnen. Über ihn lesen wir an genau drei Stellen in der Bibel: nämlich einmal in 1. Mose Kapitel 5, in Hebräer Kapitel 11 und im Buch Judas. Wir wollen jetzt gemeinsam anfangen im 1. Mose, nämlich dort, wo wir zum ersten Mal über ihn lesen. Lasst uns dazu aufschlagen 1. Mose Kapitel 5, die Verse 22 bis 24.

[2:16] Dort heißt es: "Und Henoch wandelte mit Gott, nachdem er Metuschelach gezeugt hatte, lebte er 300 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Dass sein ganzes Alter ward 365 Jahre. Und weil er mit Gott wandelte, nahm ihn Gott hinweg, und er ward nicht mehr gesehen." Interessant, oder? Von wem haben wir schon mal gelesen? Er wandelte mit Gott, und Gott nimmt ihn hinweg. Aber das wird nicht nur über ihn gesagt, dass er mit Gott wandelte, sondern genau dasselbe wird auch über Henochs Urenkel gesagt. Wer könnte das gewesen sein? Henochs Urenkel.

[3:05] Wir sind in 1. Mose Kapitel 5, genau. Es ist Noah. Wenn wir gerade ein paar Verse weiterlesen, dann sehen wir: Der Sohn ist Metuschelach, der Enkel ist Lamech, und der Urenkel ist Noah. Wir lesen dazu in 1. Mose Kapitel 6, die Verse 9 bis 12. "Dies ist die Geschichte von Noahs Geschlecht. Noah war ein frommer Mann und ohne Tadel zu seinen Zeiten. Er wandelte mit Gott." Haben sich Noah und Henoch eigentlich jemals kennengelernt? Henoch lebte von 622 bis 997. Wir haben keine Zeitangabe nach der Erschaffung Adams, und Noah wurde geboren 1056 nach Christus. Sie haben sich also um genau 69 Jahre verpasst. Und doch wird über beide dasselbe gesagt: Sie lebten mit Gott, sie wandelten mit Gott. Die Elberfelder sagt sogar: Sie gingen beständig mit Gott.

[4:21] Aber was ist jetzt so besonders daran, beständig mit Gott zu wandeln? Es ist besonders, wenn wir lesen, in welcher Umgebung Henoch und Noah gelebt haben. Wir lesen nämlich über Noahs Zeit, wenn wir gerade zwei Verse weiter schauen in 1. Mose Kapitel 6, Vers 11: "Aber die Erde war verderbt vor Gottes Augen und voller Frevel." Vers 12: "Da sah Gott auf die Erde, und siehe, sie war verderbt, denn alles Fleisch hatte seinen Weg verderbt auf Erden." Doch hat es erst zu Noahs Zeit begonnen? Nein, sondern es hat schon viel früher begonnen, wenn wir nämlich in Henochs Zeit schauen. Henoch war der Siebte von Adam, und die Bibel hat genau zwei, ich sag's mal, Lebensläufe parallel abgezeichnet von Adam aus: nämlich die Linie Kain bis zur siebten Stelle und die Linie über Set bis hin zu Jesus. Wenn wir jetzt mal in die Linie Kain schauen, die lesen wir in 1. Mose Kapitel 4, die Verse 17 bis 24. Da sind die Schritte: Kain erkannte seine Frau, und sie gebar Henoch. Wir hatten jetzt gerade eben Henoch als Nachkommen von Set. Er ist jetzt nicht zu verwechseln mit dem Henoch, den Nachkommen Kains. Deshalb wird in Hebräer, wenn über den Henoch gesprochen wird, genannt: "Der mit Gott gewandelt hat, der mit Gott gewandelt ist und hinweggenommen wurde." Wenn wir in Judas gehen, da heißt es: "Henoch, der Siebte von Adam an." Und hier wäre er der Dritte von Adam angewesen. Also es wird beides Mal deutlich gezeigt, es handelt sich um ein und denselben Henoch, nämlich den aus der Linie Set.

[6:18] Wieder zurück in 1. Mose Kapitel 4. Kains Sohn war Henoch. Vers 18: "Henoch zeugte Irad, Irad zeugte Mehujael, Mehujael zeugte Metuschael, Metuschael zeugte Lamech." Bei welcher Stufe sind wir jetzt? Wir sind jetzt schon bei Stufe 7. Es geht nicht weiter. Und jetzt wird uns der Lamech etwas erklärt. "Lamech aber nahm zwei Frauen. Eine hieß Ada, die andere Zilla." Hat Gott gesagt, dass man mehrere Frauen nehmen soll? Nein. Wir haben hier die erste biblische, ich sag's mal, die erste biblische Erwähnung von Polygamie. Vorher gab's das nicht in der Bibel, denn wir haben oder wir lesen 1. Mose Kapitel 2, Vers 24: "Darum wird ein Mann seine Mutter sein Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden ein Fleisch werden." Das heißt, ein Mann und eine Frau ist Gottes Prinzip. Sieben Lamech hat zwei Frauen genommen. Das heißt, er ist hier, wir haben hier schon einen Zustand, der nicht mehr dem entspricht, wie Gott sich das eigentlich mal gedacht hat, sondern er ist nach eigenen Wünschen, nach selbstsüchtigen Motiven geprägt.

[7:52] Wir lesen weiter über ihn: "Und sein Bruder hieß Jabal, von dem sind hergekommen die, die in Zelten wohnen und Vieh halten. Und sein Bruder hieß Jubal, von dem sind hergekommen alle Zither- und Flötenspieler. Zilla aber gebar auch nämlich den Tubal-Kain, von dem sind hergekommen alle Erz- und Eisenschmiede. Und die Schwester des Tubal-Kain war Naamah." Und Lamech sprach zu seinen Frauen Ada und Zilla: "Hört meine Rede, ihr Frauen! Lamech merkt auf, was ich sage: Einen Mann erschlug ich für meine Wunde und einen Jüngling für meine Beule. Kain soll siebenfach gerächt werden, aber Lamech 77-fach."

[8:38] Was für ein Bild bekommt ihr von Lamech? Das Bild von einem, wie nennt man das, selbstjustizgeführten Menschen. Im Prinzip hat er eine Wunde bekommen und hat dafür einen Menschen erschlagen. Und er hat eine Beule von einem jungen Mann oder einem Kind, je nachdem, welche Übersetzung man hat, bekommen und hat ihn dafür erschlagen. Sind das die Prinzipien? Ist das, wie sich Gott das vorgestellt hat, das Leben auf der Erde aussieht? Das Leben mit ihm aussieht? Nein, sondern man sieht hier ganz deutlich das, was wir in 1. Mose Kapitel 6 gelesen haben über die Verderbtheit der Welt. War nicht erst zur Zeit Noahs, sondern hat auch schon zur Zeit Henochs stattgefunden, weil sie dürfen in etwa zur selben Zeit gelebt haben, weil sie beide eben die siebte Generation nach Adam waren.

[9:45] Wieder zurück zu Henoch. Umso erstaunlicher ist es doch eigentlich, dass Henoch so gelobt wird. Ich lese noch mal Vers 22 in Kapitel 5: "Und Henoch wandelte mit Gott." Vers 24: "Und weil er mit Gott wandelte, nahm ihn Gott hinweg, er ward nicht mehr gesehen." Ist das nicht eine Auszeichnung, so genannt zu werden? "Ich wandle Gott." "Wandelt mit dir." "Du wandelst mit Gott." Ist doch etwas ganz anderes im Vergleich zu dem, was wir da vorgelesen haben. Jemand wandelt seinen eigenen Weg, er schaut, wo er seinen eigenen Nutzen kriegen kann.

[10:25] Doch jetzt lass uns mal weiterlesen, was wir über Henoch erfahren in Hebräer Kapitel 11. Hebräer Kapitel 11, Vers 5: "Durch den Glauben wurde Henoch entrückt, damit er den Tod nicht sehe, und ward nicht mehr gefunden, weil Gott ihn entrückt hatte. Denn vor seiner Entrückung ist ihm bezeugt worden, dass er Gott gefallen habe." Aber ohne Glauben ist unmöglich, Gott zu gefallen. Denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist, dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt. Er hat Gott gefallen, er wandelte mit Gott, er hat einen ausgezeichneten Glauben und hat deshalb auch Gott gefallen.

[11:28] In Vers 6 wird es explizit erklärt: "Wie kann man Gott gefallen?" Ohne Glauben ist unmöglich. Also, mit Glauben ist es möglich. Der Glaube wird auch gleich beschrieben, denn wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt. Am Anfang des Kapitels wird auch noch mal erklärt, was dieser Glaube bedeutet. Das heißt nämlich dort in Versen 1, 2 und 3: "Es ist aber der eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht." Durch diesen Glauben haben die Vorfahren Gottes Zeugnis empfangen. Durch den Glauben erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist, sodass alles, was man sieht, aus nichts geworden ist.

[12:21] Also, was ist der Glaube? Der Glaube ist eine feste Zuversicht auf die Hoffnung, ein Nichtzweifeln an dem, was nicht sieht. Und daraus folgt: Man erkennt, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist und dass alles aus nichts geworden ist. So, jetzt die Frage: Hat Henoch das geglaubt? Hat Henoch glauben können, dass Gott die Welt geschaffen hat und dass alles aus nichts geworden ist? Ja, hatte er. Henoch hatte eine Möglichkeit, die wir heute nicht mehr haben, es bildlich vor Augen zu bekommen. Als kleinen Hinweis: Er lebte vor der Sintflut. Was könnte hier noch für ein Vorrecht gehabt haben, welches wir heute so nicht haben?

[13:28] Also, ich habe zwei herausgefunden. Das erste ist, dass er 308 Jahre gleichzeitig wie Adam gelebt hat. Die Bibel erwähnt jetzt nicht, dass er Adam getroffen hat, aber möglich wäre es. Als zweites hatte er die Möglichkeit, den Garten Eden zu sehen und die Cherubim, die vor dem Eingang standen und ihre Schwerter gezückt hielten. Also, was Adams Nachkommen weitergetragen haben, bzw. Adam selbst gepredigt hat, hatte man noch vor Augen sehen können, nämlich den Garten Eden. Man konnte zwar nicht rein, aber man konnte ihn sehen.

[14:10] Wir haben im Vergleich zu hier noch einen anderen Vorteil: Wir wissen, wer der Erlöser ist, nämlich dass Jesus es ist. Und wir haben die Bibel, wo wir Gottes Charakter vollständig sehen können.

[14:31] Aber nicht nur über Henoch wird hier etwas erzählt und über seinen Glauben, sondern wenn wir weitergehen in Vers 7 in Kapitel 11, da wird auch über Noah etwas erzählt: "Nämlich durch den Glauben hat Noah Gott geehrt und die Arche gebaut zur Rettung seines Hauses, als ein göttliches Wort empfing über das, was man noch nicht sah. Durch den Glauben sprach er der Welt das Urteil und hat ererbt die Gerechtigkeit, die durch den Glauben kommt. Durch Gottes Furcht baute er die Arche und durch sein Handeln verurteilte er die Welt." Könnt ihr mir mal erklären, wie das funktioniert haben soll? Warum hat er durch sein Handeln die Welt verurteilt?

[15:19] Habt ihr da irgendwie eine Idee, eine Ahnung? Spiegel. Er hält ihnen den Spiegel vor. Er wurde gerettet, die anderen... Du meinst, die Folge, dass sie gerettet, dass er gerettet wurde mit seiner Familie, und alle anderen haben gesehen, dass sie falsch schlugen, weil sie draußen waren und in den Fluten ertranken.

[15:56] Mhm. Im Prinzip hat Noah ihnen Gottes Wort gepredigt, und sie haben Gottes Wort abgelehnt. Und durch das Ablehnen, durch das Ablehnen dieser Arche, die ihnen Gott durch Noah geschenkt hat, haben sie Gott abgelehnt und sich selbst das Urteil gesprochen. Noah war im Prinzip, ich sag's mal, als Bote Gottes dastehend, hat Gottes Wort prophezeit. Dadurch, dass sie es nicht angenommen haben, wurden sie sich selbst zum Urteil. Sie haben sich selber den Schuldspruch gegeben. Und er war im Prinzip da und hat Gott und Gottes Wort wiedergespiegelt und gepredigt. Genauso war auch Henoch. Henoch stand da, Henoch hatte eine Verbindung zu Gott, das haben wir gelesen. Er wandelte mit Gott, und er hatte einen Glauben und predigte es. Und jeder Mensch, der es gehört hatte, hat die Chance zu sagen: Okay, ich glaube dem Wort Gottes, weil ich weiß, dass das Gottes Wort ist. Oder ich lehne es ab und spreche mir dadurch selbst den Schuldspruch.

[17:06] Und die Folge von Noah wurde also, was über Noah gesagt wurde: Er ererbte die Gerechtigkeit, die durch Glauben kommt. So, die Gerechtigkeit kommt aus dem Glauben, und zwar an dem Glauben, der eine feste Zuversicht ist, der nicht zweifelt, der erkennt, dass die Welt durch Gottes Wort geschaffen ist und der anerkennt, dass Gott aus dem Nichts geschaffen hat. Also ein besonderen Glauben, oder ein Glauben, den wir alle entwickeln können.

[17:40] Also die Definition von Glauben... Eigentlich Noah war mit seiner Arche im Prinzip auch so eine Art Stadt auf dem Berg. Er war weithin sichtbar. Die Arche war weithin sichtbar. Jeder konnte sie sehen, jeder hat mitgekriegt, da wird etwas gebaut. Jeder hatte die Chance zu sagen: Okay, ich gehe hinein, oder ich gehe nicht hinein. Und genauso ähnlich hatte Jesus uns auch aufgerufen. Er hat gesagt: "Lasst euer Licht leuchten unter den Menschen." Eine Stadt, die auf dem Berge steht, kann nicht verborgen bleiben (Matthäus 5, Vers 14). Sie ist weithin sichtbar.

[18:23] Noch in Johannes 3, Vers 20 steht: "Jeder, der das Böse tut, hasst das Licht." Das heißt, wenn wir Licht strahlen, wenn wir rein sind, wenn wir mit Gott wandeln, wenn wir in Gott sind, wird es immer das Böse geben, das uns meiden wird. Es heißt im Menschen, dass es Menschen gibt, die uns meiden werden, weil sie das Licht und die Reinheit und die Wahrheit nicht ertragen können, sowie die Botschaft, die klar und deutlich spricht.

[18:58] Nun würde ich noch mal gerne ein bisschen auf das Wandeln eingehen. Wandeln ist im Prinzip ein beständiges Gehen mit Gott. Ich habe schon gesagt, dass in der Elberfelder so übersetzt wird. Wie kann man denn beständig mit jemand gehen? Mit wem kann man denn gemeinsam gehen? Oder nur mit wem kann man denn gemeinsam gehen? Wenn wir jetzt heute Abend vorhätten, gemeinsam gehen zu wollen, was wäre die Voraussetzung dafür?

[19:29] Ja, ein gemeinsames Ziel. Sei es über eine kurze Strecke oder über eine lange Strecke. Das heißt, entweder dasselbe Ziel oder ein kurzes Ziel. Genauso ist es hier auch mit Gott. Es gibt einen Vers, der uns das noch ein bisschen aufzeigt: Amos Kapitel 3, Vers 3.

[20:08] Dort heißt es: "Können etwa zwei miteinander wandeln, sie seien denn einig untereinander?" Das heißt, nur wenn wir ein gemeinsames Ziel haben, können wir miteinander wandeln. Nur wenn wir eine gemeinsame Gesinnung haben, können wir miteinander wandeln. Man kann zwar zeitweise vielleicht dasselbe Ziel haben, denselben Weg, aber wenn man nicht dasselbe Endziel hat, wird man nicht gemeinsam an dem Ziel ankommen.

[20:39] So, und wenn jetzt Henoch dasselbe Ziel wie Gott hatte, weil er mit Gott wandelte, was ist denn jetzt Gottes Ziel mit uns Menschen?

[20:59] Unter uns steht ja im... er möchte mitten unter uns wohnen. Ja. Mhm. Er möchte, dass wir bei ihm sein können in Ewigkeit. Und was ist Gottes Ziel für unseren Charakter? Bitte Heiligung. Und wie drückt sich das aus? Durch seine Liebe. Wo zeigt die sich? In seinem Sohn. Und wir haben ja jetzt nicht mehr leibhaftig unter uns. Das heißt, im Prinzip durch Jesu Nachfolger. Wir entwickeln einen Charakter, der ähnlich Gottes ist, weil wir im Himmel denselben Charakter wie Gott haben werden. Wir werden nämlich dieselben Wünsche, Sehnsüchte und Ziele wie Gott haben. Wir werden genauso gegenüber dem Bösen, gegenüber der Sünde empfinden. Aber über das Ziel Gottes können wir auch nachlesen in Micha Kapitel 6, Vers 8.

[22:20] Dort wird es, es geht an die Menschen, der Aufruf, wie wir werden sollen. Micha Kapitel 6, Vers 8: "Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: Nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig wandeln vor deinem Gott." Lass uns das noch in Verbindung mit 5. Mose Kapitel 10, Vers 12 lesen. 5. Mose Kapitel 10, Vers 12: "Nun Israel, was fordert der HERR, dein Gott, von dir, als dass du den HERRN, deinen Gott, fürchtest, dass du ihm allen seinen Wegen wandelst und ihn liebst und dem HERRN, deinem Gott, dienst von ganzem Herzen und von ganzer Seele?"

[23:19] Also, was wünscht sich Gott von uns? Er wünscht sich, dass wir sein Wort halten, bzw. die Schlachter übersetzt es mit "Recht tun". Liebe üben, demütig mit ihm wandeln. Das ist jetzt aus Micha gezogen. Und jetzt hier noch zusätzlich aus 5. Mose, dass wir Gott fürchten. Was heißt Gott fürchten?

[23:43] Die Erklärung finden wir in 2. Mose Kapitel 20, Vers 20. "Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht, denn Gott ist gekommen, euch zu versuchen, damit ihr es vor Augen habt, wie er zu fürchten seid, und ihr nicht sündiget." Das heißt, die Furcht Gottes bewahrt uns davor zu sündigen.

[24:20] Weiter, die Zusammenfassung aus 5. Mose Kapitel 10, Vers 12: Wir sollen in Gottes Wegen wandeln, ihn lieben und ihm dienen. Das heißt, man kann es doch zusammenfassen: seinen Charakter wirklich in uns adaptieren. Seine Wort glauben und halten. Das ist ja die Manifestation seines Charakters. Seine Gebote ist der Ausdruck seiner Liebe, den er zu uns hat, und den wir ihm zurückgeben, sowie zu unseren Mitmenschen. Dass wir demütig wandeln, dass wir uns nicht überheben über unseren Bruder, was wir auch in den zehn Geboten haben. Dass wir Liebe üben, dass wir dienend sind. Also im Prinzip doch das, was Jesus uns mit seinem Leben vorgelebt hat. All das ist Gottes Wunsch, wie wir unseren Charakter entwickeln.

[25:21] Wenn das unser Ziel ist, so einen Charakter zu entwickeln, dann können wir mit Gott wandeln, weil wir dasselbe Ziel haben, nämlich einen Christus-ähnlichen Charakter zu haben, den wir brauchen, um im Himmel zu sein. Aber wir können es nicht aus uns herausschaffen. Das geht nicht. Menschen können es nicht aus ihrer eigenen Kraft, sondern nur Gott in uns.

[25:57] Es gibt auch noch einen Menschen, einen König, über den Gott sagt, er hat ihm Wohlgefallen, er ist recht gewandelt. Und da können wir auch noch mal etwas aus seinem Leben für uns mitnehmen, nämlich in 2. Könige Kapitel 18, Vers 3 bis 7. Es geht hier um den König Hiskia.

[26:18] Dort heißt es: "Und er, Hiskia, tat, was dem HERRN wohlgefiel, ganz wie sein Vater David. Er entfernte die Höhen, zerbrach die Steinmale, hieb das Bild der Aschera um und zerschlug die eherne Schlange, die Mose gemacht hatte, denn bis zu dieser Zeit hatte ihr Israel geräuchert, man nannte sie Nehuschtan. Er vertraute dem HERRN, dem Gott Israels, sodass unter allen Königen von Juda seinesgleichen nach ihm nicht war, noch vor ihm gewesen. Er hing dem HERRN an, wich nicht ab und hielt seine Gebote, die der HERR, der Mose geboten hat." Boah, da würden wir jetzt sagen: Vorbildlich, oder? Er entfernte alles, was den Menschen von Gott trennte, soweit es ihm möglich war. Er wollte wieder, dass Gott direkt den Menschen in Verbindung treten kann, dass die Menschen Gott wieder erkennen. Entfernte allen Götzendienst. Er hing dem HERRN an und hielt seine Gebote.

[27:28] Und was ist die Folge? Wie hat Gott ihn dafür ausgezeichnet? Vers 7 lesen wir: "Und der HERR war mit ihm, und alles, was er sich vornahm, gelang ihm." Warum konnte ihm alles gelingen?

[27:59] Ja, im Prinzip waren noch seine Wünsche und seine Interessen und seine Ziele gleich mit Gottes Interessen und Zielen. Oder und deshalb konnte Gott uneingeschränktes Gelingen dazu geben. Wir lesen später über Hiskia, er war krank, er wurde wieder geheilt, und dann hat er etwas gemacht, was Gott überhaupt nicht gut hieß. Dafür wurde er auch getadelt vom Jesaja. Also nicht sein ganzes Leben ist ihm alles gelungen, was er sich vorgenommen hatte. Aber solange er mit Gott wandelte und seine Interessen gleich Gottes Interessen waren, ließ Gott ihm alles gelingen. Ich glaube, da können wir auch für uns einiges mit rausnehmen. Wenn wir mit Gott wandeln und wenn unsere Ziele in unserem Leben gleich Gottes Zielen in unserem Leben sind, dann wird uns Gott Gelingen schenken.

[28:55] Schließlich möchte ich auch noch auf das Thema "hinwegnehmen" gehen. In 1. Mose Kapitel 5, Vers 24 haben wir gelesen, die Begründung für die Hinwegnahme war: "Und weil er mit Gott wandelte, nahm ihn Gott hinweg." Bzw. in Hebräer haben wir gelesen, da er geglaubt hatte und Gott gefallen...

[29:24] Da er geglaubt hatte und Gott gefallen hatte. So nun die Frage: Heißt es, dass alle, die mit Gott wandeln und die glauben, entrückt werden? Heißt es, dass jetzt, weil augenscheinlich ist es hier ja die Begründung dafür, dass er entrückt wurde? Nein, das heißt natürlich nicht.

[29:58] Denn die Bibel spricht von vielen Menschen, die Gott gefallen haben. Beispiel: Wir haben über Noah gelesen, er war untadelig vor Gott, er wandelte mit Gott. Und Noah ist gestorben. Wir lesen in Hesekiel Kapitel 14, Vers 14 über Noah, Daniel und Hiob, die als Vergleich genommen werden. Selbst diejenigen könnten mit ihrer Gerechtigkeit nur ihre eigene Seele retten. Also die Bibel spricht, sie waren gerecht und zeichnet sie aus im Vergleich zum ganzen Volk Israel.

[30:32] Und was lesen wir noch über Daniel in Kapitel 9? In seinem Buch der Engel Gabriel sprach zu ihm in Vers 23: Daniel, du von Gott geliebter. Also er wurde auch ausgezeichnet von Gott. Und trotzdem starb auch er. Über Hiob, wir wissen sein Leiden, er hielt fest und hat gesagt: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt. Als der letzte wird sich aus dem Staube erheben. In Kapitel 19, Vers 25. Aber auch er ist gestorben.

[31:04] Und viele andere, über die die Bibel lobend spricht, sind gestorben. Also man kann jetzt nicht sagen, dass bloß weil bei Henoch die Begründung ist: "Er wandelte mit Gott", und darum wurde er hinweggenommen, dass es deshalb auch für alle heute gelten würde, bzw. alle in der Bibel galt. Sondern er war, noch mal sagen, ein etwas Besonderes.

[31:38] Was mich bei meinem Studium auch beschäftigt hat, ist die Sterbedaten der Patriarchen. Wir haben ja in Mose Kapitel 5 einige Namen, nämlich die Erbfolge von Sem, das in Sem, seine Kinder bis Noah. Sie sind alle geboren und gestorben. Sind der erste Mensch aus dieser Reihe, der gestorben ist, aus der Reihe Sem, ist Sem's Vater, nämlich Adam. Adam, der Mensch, den Gott geschaffen hat, ist gestorben.

[32:15] Der Mensch, der im Bilde Gottes geschaffen hat, ist gestorben. Was muss das für ein erschreckendes, erzitterndes Ereignis für die Welt gewesen sein? Er hat 930 Jahre lang gepredigt, dass Gott ihn geschaffen hat, dass Gott Liebe ist, dass er im Garten Eden gelebt hat. Und jetzt ist er gestorben. Er hatte noch die Hoffnung, den Erlöser zu sehen. Er hatte die Hoffnung, dass in seinem Sohn der Erlöser ist. Er hat beständig gewarnt und Sünde getadelt. Und jetzt ist er gestorben.

[32:48] In vielen keimt da sicherlich dann die Frage auf: Lohnt es sich, treu zu bleiben? Lohnt es sich, einen beständigen, festen Glauben an Gott zu haben?

[33:10] Sehen, dass genau 57 Jahre später der nächste, ich sag's mal, verschwand, nämlich Henoch. Wieder, seht, noch alle seine Söhne sind vor Henochs Entrückung gestorben. Sondern nach Adam aus dieser, ich sag's mal, Erbfolge der Erstgeborenen, war der zweite, der verschwand, nämlich Henoch.

[33:35] Könnte das nicht auch ein Zeichen Gottes gewesen sein? Es lohnt sich, festzuhalten am Glauben. Es lohnt sich, untadelig zu leben. Es lohnt sich, beständig in mir zu bleiben.

[33:55] Außer Henoch haben wir noch genau einen Menschen, der, also ohne den Tod gesehen zu haben, entrückt wurde: Elia. Aber die Bibel gibt keine Begründung dafür, warum er entrückt wurde. Die Geschichte mit seiner Entrückung wird eingeleitet, als aber der Herr vorhatte, ihn hinwegzunehmen. Und dann wird beschrieben, wie er und Elisa wandelten und er immer Elisa gefragt hat: Bleib dort, ich muss dorthin gehen, nach Bethel, nach Jericho, an den Jordan.

[34:25] Aber es wird nicht erklärt, warum Elia entrückt wurde. Von daher können wir keinen Schluss ziehen, dass, wenn wir auf der Erde untadelig leben, dass wir nicht sterben müssten. Doch können wir wie Henoch auf diese Erde mit Gott wandeln und den gleichen Glauben praktizieren? Henoch war genauso ein Mensch wie wir. Henoch hatte keine anderen Kräfte, die ihm zur Verfügung standen, als uns heute zur Verfügung stehen würden, nämlich der einfache Glaube an das Wort Gottes.

[34:52] Und uns stehen genauso die Segnungen zur Verfügung wie Henoch. Wir haben beispielsweise 5. Mose 28, wo Gott dem Volk Israel Segen und Fluch vorlegt. Er wählt euch heute, was ihr wollt. Wenn ihr in meinen Wegen wandelt, wenn ihr meine Gebote haltet, dann wird euch das und das und das und das geschehen. Falls nicht, wird das und das und das und das die Folge sein.

[35:24] Andererseits die Seligpreisungen Matthäus 5. Ganz besonders hervorheben könnte man sagen Matthäus 5, und zwar die Seligpreisung in Vers 8: Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen. Das ist doch auch etwas, wonach wir streben, wenn wir Gottes Charakter anstreben, Jesu Charakter anstreben.

[35:59] Reines Herzens. Und ist es nicht ein Versprechen, wir werden Gott sehen? Es muss nicht auf dieser Erde sein, es kann auch erst im Himmel sein, aber es ist doch ein immens großes Versprechen. Wir dürfen den sehen, der hier alles in der Hand hat, den sehen, der uns geschaffen hat, den sehen, der uns begleitet jeden Tag.

[36:21] Henoch war ein lebendiges Beispiel dafür, dass ein Leben mit Gott erfüllend ist und glücklich macht. Weil sonst hätte er schon viel früh damit aufgehört. Und er war ein lebendiges Beispiel dafür, dass Satans Anklage im Himmel und bei der Versuchung von Eva nicht zutrifft. Denn was hatte Satan Eva gesagt? Es ist besser, wenn du Gottes Wort nicht gehorchst, als wenn du ihm gehorchst.

[36:51] Und Henoch hat ein Leben geführt, das allen Menschen um ihn herum gezeigt hat: Es ist doch besser, ein Leben mit Gott zu führen. Es ist glücklicher, es ist erfüllender. Ein Leben unter Gottes Gesetz und Wort ist segensreich und erstrebenswert.

[37:12] Es ist auch dein Wunsch heute, so ein Leben zu führen, mit Gott zu wandeln und so einen Glauben zu praktizieren und zu leben wie Henoch. Dann lass uns gemeinsam beten.

[37:38] Vater im Himmel, ich danke dir für das, was dein Wort uns sagt über Glaube, über mit dir wandeln und über Henochs Beispiel in der Bibel. Vater im Himmel, ich möchte dich bitten, dass du uns hilfst, dass wir diesen beständigen Wunsch haben, dir näher zu kommen, diesen Wunsch, deinen Charakter in uns zu entwickeln. Mit deiner Hilfe, du hast uns versprochen, bei dir zu stehen. Du hast uns versprochen: Siehe, ich bin alle Tage bei euch bis an der Welt Ende. Bitte hilf uns, dass wir auch bei dir bleiben, dass wir diese Charakterschule durchgehen wollen und dass wir diese Erfüllung, die durch das Wandeln mit dir kommt, erleben.

[38:16] Vater im Himmel, bitte nimm alles fort, was uns davon trennt, und schenk uns, dass unser Ziel, nämlich bei dir einmal zu sein, uns immer vor Augen ist, dass wir beständig mit dir gehen. Danke dir dafür. In Jesu Namen. Amen.


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