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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2017 1st Nr 9

In dieser Predigt von Christopher Kramp wird die Rolle des Heiligen Geistes in Bezug auf die Gemeinde beleuchtet. Es wird erklärt, wie der Heilige Geist Einheit schafft, die Gemeinde als geistlichen Tempel betrachtet und wie sie durch die Frucht des Geistes gekennzeichnet ist. Die Predigt betont die Bedeutung des Wortes Gottes als Fundament der Gemeinde und die Notwendigkeit einer sichtbaren, von Gott gewirkten Einheit, die der Welt Zeugnis gibt. Abschließend werden verschiedene biblische Kennzeichen der wahren Gemeinde Gottes vorgestellt.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2017 Q1: Der Heilige Geist und das geistliche Leben

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries. Wir freuen uns, dass ihr wieder eingeschaltet habt zu der nächsten Folge unserer Serie über den Heiligen Geist und das geistliche Leben. Ich finde dieses Thema in den letzten Wochen ist ein besonders persönliches und besonders wichtiges. Ich denke, es geht euch auch so, dass dieses Studium, dieses Themas wirklich das Potenzial hat, uns persönlich zu erwecken, zu reformieren, aber auch unsere Gemeinden. Und genau darum soll es heute in dem neunten Studium gehen. Es geht um den Heiligen Geist und die Gemeinde. Wir bereiten uns damit vor auf das Bibelgespräch am 4. März. Und bevor wir beginnen, wollen wir auch diesmal mit einem Gebet starten.

[1:13] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du verheißen hast, dass du deinen Heiligen Geist ausgießen wirst und dass du mit deinem Heiligen Geist die geistliche Kraft uns schenkst, so zu leben, wie du es für uns eigentlich auch gedacht hast. Wir möchten dich bitten, dass, wenn wir jetzt über das geistliche Leben in der Gemeinde nachdenken, dass du zu unseren Herzen sprichst, dass du uns zeigst, warum es Gemeinde gibt und was dein Plan für die Gemeinde ist und wie dein Heiliger Geist die Gemeinde benutzen möchte. So möchten wir dich bitten, dass du uns sehr deutlich vor Augen führst, dass wir verstehen, was du uns sagen möchtest und dass wir auch entsprechend handeln. Befähige uns durch deine Gnade, sei du bei uns und segne unser Studium im Namen Jesu. Amen.

[2:06] Wenn wir über den Heiligen Geist nachdenken, dann gibt es viele Aspekte, die mit unserem persönlichen Leben zu tun haben, und wir haben etliches davon auch schon hier in den vergangenen Wochen studiert. Aber der Heilige Geist ist nicht nur gesandt, um uns auf einer persönlichen Ebene mit den Eigenschaften Gottes zu füllen und uns persönlich zu erwecken und zu reformieren, sondern der Heilige Geist hat auch eine Aufgabe bezüglich der Gemeinde als Kollektiv. In der Offenbarung lesen wir in den sieben Sendschreiben am Ende eines jeden Sendschreibens diesen bemerkenswerten Satz, zum Beispiel in Offenbarung 2, Vers 7: „Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.“ Der Heilige Geist kommt nicht nur auf diese Erde, um zu Gläubigen als einzelnen Individuen zu sprechen, nicht nur, um zu mir persönlich zu sprechen, sondern der Heilige Geist hat eine Botschaft an die Gemeinde, ja an die Gemeinden sogar. Dort in Offenbarung 2 und 3 sind ja die verschiedenen Zeitabschnitte der christlichen Kirche beschrieben, und zu jeder Zeit, in jedem Zeitalter hat der Heilige Geist eine Botschaft an Gottes Gemeinde. Und deswegen wollen wir in diesen kommenden Minuten uns Gedanken machen, wie der Heilige Geist für die Gemeinde wirkt und was die biblische Lehre der Gemeinde ist. Wir werden das natürlich nicht in allen Details ausführen können, aber wir werden vor allem gegen Ende dieses Studiums zeigen, dass es eine ganze Reihe von biblischen Prinzipien gibt, an denen wir die wahre Gemeinde, die der Heilige Geist in der Bibel beschreibt, erkennen können, und da werden wir dann gegen Ende dieses Studiums noch genauer darauf eingehen.

[3:49] Zunächst einmal wollen wir festhalten, dass der Heilige Geist tatsächlich unerlässlich ist für ein Konzept wie Gemeinde. Lasst uns einmal den Merkvers aufschlagen, den Schlüsselfers für diese Woche in Epheser Kapitel 4 und dort Vers 3. Dort heißt es: „und eifrig bemüht seid, die Einheit des Geistes zu bewahren durch das Band des Friedens.“ Der Geist schafft Einheit. Interessanterweise gibt es hier eine Kooperation, wenn wir den Vers genau lesen. Der Geist bewirkt die Einheit, das ist die Einheit des Geistes, aber diese Einheit, die vom Geist gewirkt wird, muss bewahrt werden, und dazu braucht es unsere Bemühungen, unsere eifrige Bemühungen. Also halten wir fest: Die Bibel hat dieses interessante Konzept von einer Einheit, die durch den Heiligen Geist gewirkt wird, die aber durch unser eigenes Bemühen bewahrt werden muss.

[4:58] Vers 4: „ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufend seid, zu einer Hoffnung eurer Berufung.“ Das heißt, weil es einen Heiligen Geist gibt, gibt es auch nur einen Leib, eine Gemeinde. Gott hat nicht viele verschiedene Gemeinden. Es ist wahr, dass Gott sehr viele Menschen zu seinem Volk zählt, die vielleicht organisatorisch, nominell nicht zu seiner Gemeinde gehören, weil sie unter Umständen das volle Licht, das in ihrer Generation scheint, noch nicht erkannt haben. Aber Gottes Idee von einer Gemeinde ist etwas Unteilbares. Gott hat eine Gemeinde, weil es einen Heiligen Geist gibt. Aber weil der Heilige Geist auch außerhalb der Gemeinde wirkt, gibt es natürlich auch Menschen außerhalb seiner Gemeinde, die auf das Wirken reagieren und dann vom Heiligen Geist Schritt für Schritt zu dieser Gemeinde geführt werden.

[5:53] Epheser 4 und dort in Vers 2 bereits zeigt uns, was die Grundlage dieser Einheit ist, von der die Bibel spricht. Dort heißt es: „indem ihr mit aller Demut und Sanftmut, mit Langmut einander ertragt.“ Diese vom Geist gewirkte Einheit hat einige entscheidende Charakteristika, einige entscheidende Charaktereigenschaften zur Grundlage. Wir haben ja bereits über die Frucht des Geistes gesprochen, und hier sind einige dieser Früchte genannt: die Demut, die Sanftmut, die Langmut, die Liebe. Nur die Frucht des Geistes kann eine echte geistgewirkte Einheit erzeugen. Mit anderen Worten: Ohne Frucht des Geistes keine Gemeinde, keine echte Gemeinde im biblischen Sinne. Aber dort, wo die Frucht des Geistes wächst, wird auch automatisch Gemeinde sein.

[6:49] Nun, schauen wir uns einen anderen Abschnitt an, ebenfalls im Epheserbrief und dort Kapitel 2, Vers 17 und 18. Hier geht es um Jesus, und das heißt in Epheser 2, Vers 17 und 18: „Und er kam und verkündigte Frieden euch, den Fernen und den Nahen, denn durch ihn haben wir beide den Zutritt zu dem Vater in einem Geist.“ Paulus spricht vorher von der vormaligen Trennung zwischen Juden und Heiden, diese Mauer, diese Scheidewand, dieser Zaun, der dort gewesen ist, der durch Christus abgebrochen worden ist, dass jetzt in Christus weder Jude noch Grieche ist, sondern dass alle eins werden in einem Geist. Durch Jesus gibt es eine Einheit in der Gemeinde über alle nationalen oder sonstigen Kategorien hinweg. Die Gemeinde Gottes ist nicht auf bestimmte Rassen oder Völker oder Territorien beschränkt, sondern der eine Geist, der auf der ganzen Welt wirkt, will auch alle gemeinsam zusammenbringen, dass sie alle Zutritt haben zum Vater. Ein Bild für den Dienst Jesu im himmlischen Heiligtum, wo wir ja mit Freimut vor den Thron der Gnade kommen können.

[8:11] Und dann heißt es in Vers 19, im selben Abschnitt, Epheser 2, Vers 19: „Das heißt, diejenigen, die gemeinsam in einem Haus, in einer Wohngemeinde, in einer Familie leben.“ Die Gemeinde ist mehr als nur ein Club, ist mehr als nur eine Interessensgemeinschaft oder ein Zweckverband. Die Gemeinde ist die Familie Gottes durch Christus und durch den Heiligen Geist. Und ich glaube, es ist sehr entscheidend, dass wir, wenn wir das Thema Gemeinde nachdenken, bei allen theologischen und organisatorischen Aspekten, dass wir nie aus den Augen verlieren, dass Gott eine Gemeinschaft von Gläubigen haben möchte, die sich wirklich als Familie begreifen und eben durch diese Charaktereigenschaften der Frucht des Geistes sich einander tragen.

[9:11] Und dann geht Paulus weiter, hier in Vers 20. Er spricht über diese Gemeinde, die entsteht aus Heiden und Juden. In Vers 20: „Diese Gemeinde, die durch den Heiligen Geist gewirkt ist, ist nicht einfach nur eine Gefühlsduselei, wo alle sich lieb haben und sagen, naja, lass uns zusammenkommen, sondern sie hat ein festes, unverrückbares Fundament.“ Dieses Fundament sind die Apostel und Propheten, die Menschen, die vom Heiligen Geist inspiriert, das Wort Gottes gepredigt, geweissagt und aufgeschrieben haben. Das heißt, die vom Geist Gottes gewirkte Gemeinde, das Zusammenkommen der Gläubigen im Geist der Demut und der Sanftmut, hat gleichzeitig das Fundament des vom Geist Gottes inspirierten Wortes Gottes. Es gibt eine Gemeinde, die nicht auf dem Wort Gottes basiert, ist nicht die Gemeinde Gottes.

[10:18] Und Paulus betont das noch mal eindeutig, dass der wichtigste Eckstein in diesem Fundament nicht der Petrus und nicht der Paulus und nicht der Mose ist, sondern Jesus Christus selbst. Er ist das Fundament des Fundamentes. Und nur wenn die Gemeinde auf Christus und auf die inspirierten Schreiber der Bibel baut, nur dann kann sie dauerhaft die Familie Gottes sein durch den Heiligen Geist.

[10:49] Und dann Vers 22 finden wir ein interessantes Konzept, das wirklich weitreichend ist. Es heißt hier: „indem auch ihr mit erbaut werdet zu einer Wohnung Gottes.“ Vers 21 müssen wir noch lesen, Verzeihung: „indem der ganze Bau zusammengefügt wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn.“ Vers 22: „indem auch ihr mit erbaut werdet zu einer Wohnung Gottes im Geist.“ Die Gemeinde ist also ein Tempel, und dieser Tempel wird gebaut. Die Idee ist, dass die Gemeinde Gottes gebaut werden muss. An dem Fundament wird nichts geändert, aber es kommt eine Schicht nach der anderen drauf. Generation für Generation baut an diesem Tempel, und die letzte Generation vor der Wiederkunft wird dann das Vorrecht haben dürfen, diesen Tempel auf Erden abzuschließen.

[11:42] Dieser heilige Tempel wächst mit einem Ziel. Der Bau der Gemeinde Gottes besteht nicht einfach darin, dass man mehr Ortsgemeinden hat als früher. Die Gemeinde wächst nicht dadurch, dass sie quantitativ zunimmt, sondern das Ziel der Gemeinde ist, dass Gott in ihr wohnt und zwar durch den Heiligen Geist. Wir kennen ja die Idee, dass im Korintherbrief, im ersten Korinther, gesagt wird, dass wir ein Tempel des Heiligen Geistes sind. Und wir finden das in 1. Korinther 3 und dort Vers 16: „Wisst ihr nicht, dass – und jetzt interessant – nicht dass du, sondern dass ihr Gottes Tempel seid und dass der Geist Gottes in euch wohnt.“ Die Gläubigen als Ganzes, nicht nur einzeln, sondern auch als ganzes Kollektiv, sind ein Tempel, der gebaut werden möchte. Der Heilige Geist möchte in der Gemeinde wohnen, nicht nur in den einzelnen Herzen der Gläubigen. Wobei natürlich, wenn er in den einzelnen Herzen wohnt, er letztendlich auch in der ganzen Gemeinde wohnt. Das hängt natürlich sehr eng miteinander zusammen.

[13:00] Die Gemeinde Gottes soll ein Tempel sein. Und hier verbirgt sich natürlich das Prinzip, das wir schon aus dem Alten Testament kennen, das 2. Mose 25, als die Stiftshütte erbaut worden ist und Gott den Hauptgrund für dieses Heiligtum angibt, als er sagt in 2. Mose 25, nach der Erwähnung der verschiedenen Materialien, die gebraucht worden sind und die freiwillig gegeben werden sollten, heißt es in Vers 8 hier: „und sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne.“ Ich glaube, es lohnt sich, über die Gemeinde Gottes als ein Heiligtum nachzudenken.

[13:45] Bekannter ist vielleicht der Ausspruch, die Gemeinde Gottes ein Krankenhaus oder ein Lazarett. Das ist sicherlich oftmals eine realistische Beschreibung dessen, was in der Gemeinde so vor sich geht. Aber die Bibel kennt eigentlich diese Idee nicht unbedingt, dass die Gemeinde ein Krankenhaus ist. Für wahr, Kranken soll geholfen werden, insbesondere natürlich auch geistlich Kranken. Ja, das stimmt schon. Aber das Bild von der Gemeinde, wenn man schon ein bauliches Bild verwenden möchte, ist in der Bibel ein anderes: ein Heiligtum, ein Tempel. Und die Prinzipien, die zum Bau der Stiftshütte gegeben worden waren, die auch beim Bau des Salomonischen Tempels gelten, diese Prinzipien sollten auch gelten für den Bau der Gemeinde.

[14:30] Heute wird viel darüber gesprochen, die Gemeinde zu bauen. Aber vielleicht sollten wir mehr darüber nachdenken, wie das Heiligtum gebaut worden ist. Es ist interessant, dass für den Bau der Stiftshütte Gott den Heiligen Geist in besonderem Maße ausgoss, um dort den Werkmeistern die Weisheit zu geben, damit dieses Heiligtum ganz präzise das himmlische Heiligtum widerspiegeln würde. Auf die gleiche Art und Weise möchte Gott seinen Heiligen Geist heute ausgießen, nicht damit wir irgendwie irgendwas für Gott machen, sondern dass unser Arbeiten an der Gemeinde, der Aufbau der Gemeinde, so präzise und detailgenau wie möglich das Wirken des Himmels auf Erden repräsentiert.

[15:15] Es lohnt sich, mit diesen Gedanken genauer nachzudenken. 1. Petrus sagt uns auch, warum die Gemeinde ein geistlicher Tempel ist. 1. Petrus, Kapitel 2 und dort Vers 5: „So lasst auch ihr euch nun als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, als ein heiliges Priestertum, um geistliche Opfer darzubringen, die Gott wohlgefällig sind durch Jesus Christus.“ So wie im irdischen Tempel, damals im buchstäblichen Tempel, buchstäbliche Opfer dargebracht wurden, die auf Jesus Christus hinweisen sollten, obwohl sie oftmals dann bar dieser eigentlichen theologischen Bedeutung dargebracht worden sind und ohne jegliches Gedenken an den kommenden Messias. Genauso soll auch im geistlichen Tempel in der Gemeinde geistliche Opfer dargebracht werden, die genauso wie im Alten Testament auf Jesus Christus weisen, obwohl auch heute manchmal die Dinge in der Gemeinde, die Aktivitäten, gar nicht mehr so präzise auf Jesus hinweisen, wie das eigentlich sein sollte.

[16:35] Ein geistliches Haus für geistliche Opfer. Wir sollen geistliche Opfer bringen. Die Gemeinde ist dazu gegründet worden, und ein Hauptzweck der Gründung der Gemeinde, der findet sich in Vers 9. „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis ins wunderbare Licht berufen hat.“ Gott beruft die Gemeinde, damit sie einen Auftrag erfüllt, nämlich damit sie der Welt etwas mitgibt, etwas erklärt über den Charakter Gottes. Dazu ist die Gemeinde da.

[17:21] Wir haben gesehen, der Heilige Geist will ja in unserem Leben den Charakter Gottes darstellen: die Liebe, die Sanftmut, die Demut, den Frieden, die Freude, all diese Eigenschaften Gottes in der Frucht des Geistes. Und dazu ist die Gemeinde berufen. Das heißt, im Grunde genommen ist die Gemeinde das Instrumentarium für den Heiligen Geist, um das zu tun, was der Heilige Geist tun möchte.

[17:44] Dieser Vers: „Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk“ ist natürlich eine Paraphrase von einem Abschnitt aus 2. Mose 19, wo Gott zu dem israelitischen Volk Gottes, dem Volk Gottes Israel, damals gesprochen hat, kurz bevor die zehn Gebote am Berg Sinai gegeben worden waren. Dort heißt es in 2. Mose 19, ab Vers 4: „Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe und wie ich euch auf Adlersflügeln getragen und euch zu mir gebracht habe.“ Hier ist diese Befreiung aus der Sklaverei angesprochen und die Liebe, die Gott zu seinem Volk hat. Vers 5: „Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt.“ Also die Bundeszusage, die Mission für das Volk Gottes ist gebunden an ihre Bereitschaft, Gott zu gehorchen und an die Bereitschaft, den Bund aufrechtzuhalten. Nur wenn wir dazu bereit sind, kann Gott mit seinem Heiligen Geist durch uns wirken. Nur wenn wir als Gemeinde bereit sind, Gott zu gehorchen und seinen Bund zu bewahren, kann er uns dazu gebrauchen, wozu er uns eigentlich ins Leben gerufen hat.

[18:52] „Also wenn ihr das tun wollt“, so heißt es hier weiter, „so sollt ihr von allen Völkern mein besonderes Eigentum sein.“ Und diese Formulierung „besonderes Eigentum“ ist interessant, denn Gott sagt weiter hier: „denn die ganze Erde gehört mir.“ Alle Völker gehören ihm, alle Völker sind sein Eigentum, aber die Israeliten sollten ein besonderes Eigentum sein. Warum? Jedenfalls sollten wir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Sie waren die Einzigen, die anerkannten, dass sie Gottes Eigentum sind. Gott liebte alle Völker, doch sie waren die Einzigen, die diese Liebe zurückgeben würden, weil sie Gott erkannten, weil sie etwas von dem Wesen und Charakter Gottes verstanden hatten, was sich auch am Sinai offenbart hat.

[19:41] Das heißt, die Gemeinde besteht nicht aus Übermenschen, sondern besteht aus Menschen, die genauso wie alle anderen Eigentum Gottes sind, weil er sie geschaffen und auch erlöst hat, oder die Möglichkeit der Erlösung für sie geschaffen hat. Aber sie sind besonders, weil sie das bereits verstanden haben, weil sie das erkannt haben und anderen davon erzählen. Das ist die Besonderheit des Volkes Gottes. Das macht sie zum heiligen Volk, zum Volk des Eigentums.

[20:14] Schauen wir mal gemeinsam in den Kolosserbrief und dort Kolosser Kapitel 3 und dort Vers 12. Kolosser 3 und dort Vers 12. Die Bibel sagt: „So zieht nun an, als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Langmut.“ Also für diese Eigenschaften haben wir es schon im Epheserbrief gelesen und auch im Galater natürlich als die Frucht des Geistes. Das ist etwas, was wir anziehen sollen, was sichtbar werden soll. Diese Frucht des Geistes ist nicht nur ein theologisches Konzept für ein Sabbatschulgespräch, es ist etwas, was angezogen werden soll, das tatsächlich in der Gemeinde sichtbar ist. Und die Frage ist, lieber Freund, liebe Freundin, lieber Bruder, liebe Schwester: Können in deiner Gemeinde, können in deinem Leben dort herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Langmut, also Geduld gesehen werden?

[21:14] Schauen wir mal in Vers 13: „Ertragt einander und vergebt einander, wenn einer gegen den anderen zu klagen hat, gleich wie Christus euch vergeben hat, so auch ihr.“ Es ist also völlig unumgänglich, dass in der Gemeinde eine echte Vergebungsbereitschaft existiert. Es kommt vor, dass Fehler gemacht werden, es kommt vor, dass man sich aneinander versündigt, es kommt vor, dass man Missverständnisse hat, die außer Kontrolle geraten. Aber in der Gemeinde Gottes, in der der Heilige Geist wirkt, muss man bereit sein, einander zu vergeben.

[21:47] Und dann in Vers 14 heißt es: „Über dies alles aber zieht die Liebe an, die das Band der Vollkommenheit ist.“ Es wird oft gesprochen über Vollkommenheit und auch das Wirken des Heiligen Geistes, das hat ja damit etwas zu tun, es ist ja Gott, der in uns das wirkt, nicht wir durch eigene Kraft, sondern der Heilige Geist will uns heiligen. Wir haben darüber gesprochen, als wir über die Heiligung vor einigen Wochen hier gesprochen haben. Aber diese Vollkommenheit ist nur möglich durch Liebe, denn Vollkommenheit ist die vollkommene Liebe. Die Vollkommenheit des christlichen Charakters besteht darin, wenn der Impuls, anderen zu segnen und anderen zu helfen, konstant aus dem Inneren hervorspringt. Das heißt, wenn Vollkommenheit in echter, ungetrübter göttlicher Liebe besteht, dann braucht es Gemeinschaft, um überhaupt vollkommen zu werden. Dann ist die Idee, die im Mittelalter entwickelt worden ist, sich als Eremit zurückzuziehen, um irgendwo in der Wüste durch Meditation heilig zu werden, im Kern daneben, im Kern falsch, weil Vollkommenheit durch Liebe geschehen und Liebe braucht Gemeinschaft, Liebe zu Gott und Liebe zum Nächsten.

[22:58] Deswegen hat Gott uns die Gemeinde gegeben, nicht weil er noch mehr Probleme kreieren wollte, sondern weil er uns helfen wollte, einen christlichen Charakter zu entwickeln. Dazu ist Gemeinde da.

[23:11] Nun schauen wir gemeinsam einige Kennzeichen der Gemeinde oder einige Dinge an, die über die Gemeinde gesagt werden. 1. Korinther 12 und dort Vers 13. 1. Korinther 12, 1. Korinther 12, Vers 13: „Denn wir sind ja alle durch einen Geist in einen Leib hineingetauft.“ Hier wird wieder betont: ein Geist, ein Leib. Weil es einen Heiligen Geist gibt, gibt es auch eine Gemeinde Gottes, und in die wird man durch den Geist hineingetauft. Der Heilige Geist verbindet uns also durch die biblische Taufe.

[23:44] Schauen wir auf Apostelgeschichte 17, ein weiteres interessantes Detail hier. Apostelgeschichte 17 und dort Vers 11, da geht es um die Gemeinde in Beröa, ganz berühmt, vor allem einen bestimmten Aspekt, den wir hier auch betonen wollen. „Diese aber waren edler gesinnt als die in Thessalonich und nahmen das Wort mit aller Bereitwilligkeit auf und sie forschten nicht nur am Sabbat und nicht nur in der Sabbatschule, sondern sie forschten täglich in der Schrift, ob es sich so verhalte.“ Und die Frage, die ich mir stellen muss und die du dir stellen musst und die wir uns alle stellen müssen als Gemeinde, die wir Gemeinde Gottes sein wollen, ist: Forschen wir täglich in der Schrift, um die Wahrheit zu kennen, oder lesen wir ab und zu einen Vers, um so einen Haken zu machen?

[24:32] Was würde passieren, wenn es in der Gemeinde Gottes viel mehr Gläubige gäbe, die täglich in der Schrift forschen würden, mit dem Ziel herauszufinden, was die Wahrheit ist, nicht mit dem Ziel, einfach nur Fehler zu finden, sondern mit dem Ziel, wirklich zu prüfen? Würden wir da nicht viel mehr mündige, geisterfüllte Gemeinden haben? Das Wirken des Heiligen Geistes in der Gemeinde kann dann geschehen, wenn sich die Gemeinde mit dem beschäftigt, was der Geist inspiriert hat: mit dem Wort Gottes.

[25:07] Ich möchte dich, liebe Freunde und Freundinnen, auffordern: Nimm dir jeden Tag Zeit, etwas aus dem Wort Gottes zu lernen, nicht nur einfach zu lesen, sondern wirklich etwas zu lernen. Egal, ob du einen langen oder kurzen Abschnitt liest, aber forsche darin, studiere etwas, erkenne etwas, lass dich vom Heiligen Geist dadurch führen. Das wird unsere Gemeinden stärken wie nichts anderes.

[25:31] Und Jesus selbst hat das deutlich gemacht. Wir haben festgestellt, die Gemeinde ist die Zusammenkunft, die Einheit aller an Jesus Gläubigen. Aber diese Einheit kann nicht funktionieren und sie kann auch nicht auf Dauer Bestand haben, wenn sie nicht auf dem Boden der biblischen Inspiration des Wortes Gottes steht.

[25:54] Schauen wir in Johannes 5 und dort Vers 46 und 47. Jesus sagt hier den Schriftgelehrten seiner Zeit: „Denn wenn ihr Mose glauben würdet, so würdet ihr auch mir glauben, denn von mir hat er geschrieben.“ Vers 47: „Wenn ihr bei seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?“ Jesus sagt hier zwei Dinge: Er sagt, wenn du Mose nicht glaubst, wenn du das Alte Testament nicht glaubst, kannst du auch Jesus nicht glauben, und damit ist das grundlegende Merkmal der Gemeinde Gottes dann nicht erfüllt. Die Gemeinde Gottes kann also nicht zusammenhalten, wenn sie nicht Mose glaubt. Wenn sie das aber tut, dann wird sie auch Jesus glauben.

[26:37] Mit anderen Worten: Die Gemeinde Gottes, wenn sie den Auftrag Jesu erfüllen will, wenn sie vom Heiligen Geist erfüllt sein will, muss dem Wort Gottes glauben. Wenn wir anfangen, Dinge in Zweifel zu ziehen, die vielleicht im Alten Testament stehen, die wir nicht mehr so wirklich glauben wollen oder glauben können oder neu interpretieren wollen, wenn wir damit anfangen, dann zersetzt das die Gemeinde. Weil dann ist auch ein echter, rettender Glaube an Jesus nicht mehr möglich. Das ist das, was Jesus sagt und was auch zum Hintergang des damaligen Volkes Gottes Israel dann zur Zeit von Jesus geführt hat.

[27:18] Johannes 8, Vers 31 bringt uns in diesem Gedanken noch einen Schritt weiter. Johannes 8 und dort Vers 31. Jesus sagt hier: „Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger.“ Die Frage ist also: Woher kann ich wissen, dass ich wirklich ein Jünger bin und nicht nur vielleicht den Eindruck von mir selbst habe, dass ich ein Jünger bin, ohne es zu sein? Die Bibel spricht immer wieder davon von Menschen, die glauben, dass sie zur Gemeinde dazugehören, aber es gar nicht wirklich sind. Und Jesus gibt hier ein entscheidendes Merkmal: Diejenigen, die in seinem Wort bleiben, die nicht nur kurzfristig begeistert sind, sondern die wirklich konstant sich nach seinem Wort ausrichten und sein Wort in ihrem Leben wirken lassen, das sind die wahren Jünger.

[28:09] Und Vers 32 ergänzt: „Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch freimachen.“ In der Gemeinde Gottes geht es immer auch um Wahrheit, und zwar nicht wegen Rechthaberei, sondern weil die biblische Wahrheit, die vom Geist geführte und vom Geist, ja vom Geist inspirierte Wahrheit, freimacht. Sie löst tatsächliche Probleme des Lebens. Und die Freiheit, die wir brauchen, ist die Freiheit von der Sünde.

[28:39] Vers 34 macht das deutlich: „Jesus antwortet ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, jeder, der die Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde.“ Und dann Vers 36: „Wenn euch nun der Sohn freimachen wird, so seid ihr wirklich frei.“ Wer ein echter, wahrhaftiger Jünger ist, der bleibt im Wort und wird die Wahrheit erkennen durch den Heiligen Geist, und das wird ihn freimachen von der Sünde.

[29:03] Die Gemeinde Gottes ist der Ort, wo nach der freimachenden Wahrheit geforscht wird und wo die freimachende Wahrheit erkannt wird und wo die freimachende Wahrheit auch verkündigt wird. Da ist die Gemeinde. Dazu ist sie da. Freiheit von der Sünde, das wahre Evangelium, die Kraft Gottes, die jeden errettet, der glaubt.

[29:30] Johannes 17, Vers 17, noch weiter in diesem Gedankengang von Gemeinde und dem Wort Gottes. Johannes 17, Vers 17, das berühmte Hohepriesterliche Gebet von Jesus. Wir lesen hier, dass Jesus zu seinem Vater betet: „Heilige sie in deiner Wahrheit, dein Wort ist Wahrheit.“ Er spricht also zunächst einmal hier von den Jüngern. Heilige sie in deiner Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit. Die Heiligung der Gläubigen geschieht durch die Wahrheit im Wort Gottes, nicht durch eine selbstgebaute Wahrheit oder durch persönliche Ideen: „Und ich finde, das sollte man so machen, und meine Kultur und meine Weltanschauung und meine Emotionen.“ Nein, das Wort Gottes ist der Maßstab für die Heiligung der Gemeinde.

[30:13] Vers 18: „Gleich wie du mich in die Welt gesandt hast, so sende auch ich sie in die Welt.“ Denn die Mission der Gemeinde Gottes ist nicht anders als die Mission Jesu. Und Jesu war erfüllt vom Heiligen Geist, so muss auch die Gemeinde erfüllt sein vom Heiligen Geist, damit sie ihren Auftrag erfüllen kann.

[30:30] Vers 19: „Und ich heilige mich selbst für sie, damit auch sie geheiligt seien in Wahrheit.“ Die Heiligung durch das Wort ist immer auch eine Heiligung durch Jesus, der das Wort ist. Ohne Jesus gibt es keine Heiligung, und ohne Jesus kann die Gemeinde ihren Auftrag nicht erfüllen. Deswegen brauchen wir den Heiligen Geist, der uns stets und immer wieder auf Jesus hinweist und sein Wort in den Mittelpunkt drückt.

[30:56] Und dann lesen wir in Vers 20: „Ich bitte aber nicht für diese allein, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben werden.“ Also es geht tatsächlich um die Gesamtheit aller Gläubigen zu allen Zeitaltern. Vers 21: „auf dass sie alle eins seien.“ Und diese Einheit ist eine interessante Einheit. Ein Zitat, das oft gebracht wird und ein Schlagwort der ökumenischen Bewegung geworden ist. Aber zwei Dinge in diesem Vers sollten uns auffallen, wenn es um die Einheit geht, um die Jesus gebeten hat.

[31:27] Zunächst einmal, Vers 17 ist es, Verzeihung, Vers 21 ist es eine ganz besondere Einheit. Es heißt hier nämlich: „dass sie alle eins seien, gleich wie du, Vater, in mir und ich in dir.“ Der Maßstab der Einheit ist nicht ein politischer Kompromiss, wo man die Extreme aufgibt und jeder das beiseite lässt, was den anderen stört, und man irgendwo den kleinsten gemeinsamen Nenner findet. Nein, der Maßstab für die Einheit der Gemeinde Gottes ist die Einheit in der Gottheit. Ohne Kompromisse. Eine Einheit mit Kompromissen ist nicht die Einheit von Johannes 17. Und wir sollten endlich aufhören, Johannes 17 dahingehend zu missbrauchen, dass man Kompromisse in der Lehre, Kompromisse im Lebensstil, Kompromisse in dem, was Gottes Wort eindeutig sagt, rechtfertigt, mit dem Wunsch, naja, mit anderen Gläubigen eins sein zu wollen. Das ist nicht die Einheit, um die Jesus gebeten hat. Jesus hatte eine vollkommene Einheit mit dem Vater, aber sie basierte auf dem Wort der Wahrheit.

[32:30] Und dann, interessanterweise, sagt der Vers auch, dass diese Einheit nicht einfach nur eine theoretische, theologische abstrakte ist, sondern eine sichtbare Einheit. Und das heißt hier auch: „dass auch sie in uns eins seien, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.“ Diese Einheit ist nicht nur etwas, was man theoretisch behaupten kann, wo man sagt, naja, alle sind irgendwie theologisch durch das Band der Taufe verbunden oder irgendwie haben, ja, die unsichtbare Gemeinde hat überall Gläubige. Gottes Ziel war nicht einfach überall so jemand zu haben, der im Herzen an Gott glaubt, sondern Jesu Ziel war es, eine Gemeinde zu haben, die sichtbar eigentlich ist und sichtbar diese Einheit Gottes demonstriert, damit die Welt, die nicht besonders begabt ist in geistlichem Unterscheidungsvermögen, dass sogar die sündige Welt mit ihrer Rebellion gegen Gott erkennt, anhand der Einheit, der geistgewirkten Einheit erkennt, dass diese Gemeinde die Gemeinde Gottes ist.

[33:30] Das ist nicht durch Politik zu erreichen. Die Welt kennt Politik nur allzu gut. Sie weiß ganz genau, wann eine Einheit auf Kosten von Wahrheit entstanden ist. Das kennt sie. Das ist nichts Besonderes. Aber die Einheit, die Gott der Gemeinde schenken möchte, ist eine ganz andere. So sehr, dass selbst die Welt sagt: Wow, das ist außergewöhnlich! Und ich frage mich, was tun wir, was und was bewirken wir in unserem eigenen Leben durch den Heiligen Geist, dass die Welt solch eine außergewöhnliche, geisterfüllte Einheit sehen kann in der Gemeinde Gottes.

[34:03] Epheser 4 und dort Vers 4 und 5. Die Einheit der Gemeinde ist unumstößlich. Dort lesen wir Epheser 4 und dort Vers 4: „Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid, zu einer Hoffnung eurer Berufung, ein Herr, ein Glaube, eine Taufe.“ Es gibt einen Glauben, eine Taufe, einen Herrn, einen Leib, eine Gemeinde.

[34:45] In der Apostelgeschichte sehen wir, dass, wenn die Gemeinde eins wird, durch das gegenseitige Bekennen von Schuld, durch das gemeinsame Gebet und das Inanspruchnehmen der Verheißung Gottes, dass Gott dann in Fülle seinen Geist ausgießen kann. Schauen wir Apostelgeschichte 2 und dort ab Vers 1: „Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen.“ Sie haben tagelang darum gerungen, und als die Einheit da war, Vers 2 heißt es hier: „Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie von einem daherfahrenden, gewaltigen Wind, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich zerteilten und sich auf jeden von ihnen setzten. Und sie wurden alle vom Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in anderen Sprachen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab.“ Pfingsten hat die Gemeinde nicht geeint, sondern eine geeinte Gemeinde für die Weltmission befähigt. Der Spätregen wird die Gemeinde nicht einen, sondern eine geeinte Gemeinde für die Weltmission befähigen. Wenn die Gemeinde eins wird, kann der Heilige Geist Wunder tun, die er jetzt noch nicht tun kann.

[35:57] Und diese Einheit ist dann eine wirklich sichtbare und tiefgehende. Vers 42: „Sie blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und in den Gebeten.“ Eine vom Geist erfüllte Gemeinde fängt nicht an, ständig neues Licht aufzuwerfen, das das alte über Bord wirft, fängt nicht an, ständig an den Fundamenten rumzuzerren und biblische Wahrheiten in Frage zu ziehen und in Zweifel zu setzen. Sie blieben beständig in der Lehre der Apostel und im Gebet und in der Gemeinschaft.

[36:28] Und dann Vers 44, 45: „Alle Gläubigen waren aber beisammen und hatten alle Dinge gemeinsam. Sie verkauften die Güter und Besitztümer und verteilten sie unter alle, je nachdem einer bedürftig war.“ Es war eine sichtbare Einheit, sogar, dass die Welt verstand: Hier ist etwas Außergewöhnliches. Und durch diese Einheit und durch das Wirken des Heiligen Geistes wuchs die Gemeinde rasant.

[36:50] Lesen wir Apostelgeschichte 9 und dort Vers 31: „So hatten nun die Gemeinden Frieden in ganz Judäa und Galiläa und Samaria und wurden auferbaut. Die davon gelesen haben, auferbaut und wandelten in der Furcht des Herrn und wuchsen durch den Beistand des Heiligen Geistes.“ Wahres Gemeindewachstum kann nur geschehen durch den Heiligen Geist, und nur dann, wenn wir diese Prinzipien erfüllen und studieren und umsetzen, wie wir sie jetzt in diesem Studium hier gesehen haben, dann wächst die Gemeinde. Und dass die Gemeinde so selten wächst in unserer Zeit, in unseren Breitengraden, dass sie eher zu schrumpfen scheint, könnte höchstwahrscheinlich damit zusammenhängen, dass wir diese Prinzipien von Geist und Gemeinde nicht wirklich so verinnerlicht haben, wie wir es eigentlich sollten.

[37:33] Ich glaube, es ist Zeit, das zu ändern und wirklich um eine Ausgießung des Heiligen Geistes in der Gemeinde zu bitten, dass die Gemeinde den Auftrag Gottes annehmen kann.

[37:42] Zum Schluss wollen wir uns einige Gedanken machen, was der Heilige Geist in der Bibel uns offenbart hat, wer die Gemeinde ist. Heutzutage gibt es darüber viel Diskussion und viele verschiedene Meinungen, und wir wollen einfach mal, ohne dass das eine ausführliche Liste sein kann, eine ganze Reihe von Texten anschauen, die darüber sprechen, weil meistens kennen wir nur zwei oder drei. Also fangen wir mal ganz kurz diese Liste an: Verschiedene Kennzeichen der wahren Gemeinde Gottes, so wie der Heilige Geist sie in dem Wort Gottes dargelegt hat.

[38:17] Und ich sage dir auch, du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen. Der Felsen hier natürlich ist das Bekenntnis von Petrus: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“ Die Gemeinde ist gebaut auf dem Verständnis und dem öffentlichen Bekenntnis, dass Jesus, der Sohn des lebendigen Gottes, dass Jesus der Messias, dass Jesus der Christus ist. Punkt Nummer 1.

[38:56] Punkt Nummer 2. Epheser Kapitel 5 und dort Vers 23. Epheser 5 und dort Vers 23. Dort heißt es: „Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch der Christus das Haupt der Gemeinde ist, und er ist der Retter des Leibes.“ Vers 24: „Wie nun die Gemeinde sich dem Christus unterordnet, so auch die Frauen ihren eigenen Männern in allem.“ Vers 25: „Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleich wie auch der Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat.“ In der Gemeinde ist Christus das Haupt, und die wahre Gemeinde Gottes wird sich immer Christus unterordnen, weil sie weiß, dass Christus sie liebt.

[39:41] 1. Timotheus 3, Vers 15. 1. Timotheus 3 und dort Vers 15: „damit du aber, falls ich mein Kommen verzögern sollte, weißt, wie man wandeln soll im Haus Gottes, welches die Gemeinde des lebendigen Gottes ist, der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit.“ Die Gemeinde Gottes ist ein Fundament, eine Feste, ein Pfeiler für die Wahrheit. Die Gemeinde hat immer, die wahre Gemeinde Gottes hat immer ein ausgesprochenes Interesse an Wahrheit und ist bereit, Traditionen zu hinterfragen, weil sie die Wahrheit hochhalten will, die Wahrheit, wie sie im Wort Gottes ist.

[40:19] Offenbarung 14, Vers 12. Hier ist der standhafte Auszug der Heiligen. Hier sind die, welche die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus bewahren. Die wahre Gemeinde wartet geduldig auf die Wiederkunft und hält alle Gebote durch den Glauben an Jesus oder den Glauben Jesu, je nach Übersetzung. Gerechtigkeit durch den Glauben befähigt sie auf die Wiederkunft Jesu zu warten.

[40:48] Offenbarung 12, Vers 17: „Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, um Krieg zu führen mit den übrigen von ihrem Samen, welche die Gebote Gottes befolgen und das Zeugnis Jesu Christi haben.“ Die wahre Gemeinde wird vom Satan heftigst attackiert, verschiedene Fronten, verschiedene Feldzüge, verschiedene Strategien. Die Gemeinde Gottes befindet sich im Krieg. Sie hält, wie wir gesagt haben, alle Gebote Gottes, und in ihrer Mitte hat es den Geist der Weissagung gegeben. Offenbarung 19, Vers 10 sagt, dass das Zeugnis Jesu der Geist der Weissagung ist, und auch das ein entscheidendes Kriterium.

[41:27] Epheser 3, Vers 10. Epheser 3 und dort Vers 10. Dort lesen wir: „damit jetzt den Fürstentümern und Gewalten in den himmlischen Regionen durch die Gemeinde die mannigfaltige Weisheit Gottes bekannt gemacht werde.“ Die Gemeinde ist sich bewusst, dass das, was sie tut, für das gesamte Universum von Bedeutung ist. Sie ist sich bewusst, dass das Universum selbst Fragen hat und Antworten sucht auf die, bezüglich des Charakters Gottes. Sie versteht, mit anderen Worten, den großen Kampf und ist sich dessen bewusst.

[42:10] Matthäus 28, Vers 19. Ein bekannter Vers. Matthäus 28, Vers 19: „So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Die Gemeinde Gottes betreibt eine weltweite Mission, nicht nur in allen Ländern, sondern bei allen Völkern, bei allen Nationen, bei allen Stämmen, bei allen Sprachen, bei allen Volksgruppen. Die Gemeinde Gottes ist weltweit aktiv, um Menschen zu Christus zu führen und sie zu taufen auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

[42:42] Vers 20: „und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit.“ Amen. Die Gemeinde Gottes lehrt jeden Glaubenspunkt, den auch Jesus gepredigt hat, sei es über den Zustand der Toten, sei es über den Sabbat, sei es über das Gebet, über die Wiederkunft, was immer Jesus geglaubt und gelehrt hat, das lehrt sie auch.

[43:04] Offenbarung 14, Vers 6. Dort finden wir die Botschaft der Gemeinde Gottes in der Endzeit. Dort heißt es: „Es seien anderen Engel inmitten des Himmels fliegen, da hat er ein ewiges Evangelium zu verkündigen denen, die auf der Erde wohnen, und zwar jeder Nation und jedem Volkstamm und jeder Sprache und jedem Volk.“ Die Gemeinde verkündigt ein Evangelium, von dem sie weiß, dass es ewig ist. Eine Gemeinde, die glaubt, dass das Evangelium sich geändert hat, dass es früher durch so ging und dann später durch das, und verschiedene Mittel es gab, um gerettet zu werden, ist nicht die Gemeinde Gottes. Die Gemeinde Gottes versteht, dass zu allen Zeiten, zur Zeit von Noah und Henoch und Abraham und Daniel und Paulus und Martin Luther und heute, immer das Evangelium dasselbe gewesen ist. Und dieser neue Bund für alle Zeiten gültig ist. Und sie predigt auch die Stunde des Gerichts, Vers 7, das heißt ein prophetisch korrektes Datum für das Vorwiederkunftsgericht. Sie predigt den Sabbat, denn das heißt, ihr betet den an, der Himmel und Erde, Meer und Wasserquellen gemacht hat.

[44:10] Es muss eine Gemeinde sein, die auch vor anderen Kirchen warnt, die das Evangelium verfälscht haben, so Offenbarung 14, Vers 8. Wir haben nicht die Zeit, das alles jetzt auszulegen, aber ich fasse es nur kurz zusammen. Vers 9: Es muss eine Kirche sein, die vor den Machenschaften des Papsttums und des abgefallenen Protestantismus, geführt von den USA, warnt und vor einem nationalen Sonntagsgesetz, das dann bald ein weltweites Sonntagsgesetz wird. Das ist die Botschaft der Gemeinde Gottes in der Endzeit. Aber nicht nur theologisch gibt es Kennzeichen.

[44:41] Schauen wir, 1. Timotheus 5 und dort Vers 16. „Wenn ein Gläubiger oder eine Gläubige Witwen hatte, soll er sie versorgen und die Gemeinde soll nicht belastet werden, damit diese für die wirklichen Witwen sorgen kann.“ Die Gemeinde, und das ist nur ein Vers von vielen, die Gemeinde wird immer, wenn sie Gemeinde Gottes ist, Werke der Nächstenliebe und der sozialen Arbeit tun. Sie wird immer die Liebe Gottes in ihren Herzen auch durch Barmherzigkeit und durch Hilfe an den Bedürftigen offenbaren.

[45:21] 2. Mose 18. Wir haben nicht die Zeit, das ganze Kapitel zu lesen, aber es würde sich lohnen. 2. Mose 18 und dort in Vers 25: „Und er, Mose, erwählte tüchtige Männer aus ganz Israel und machte sie zu Häuptern über tausend, über hundert, über fünfzig und über zehn.“ Die Gemeinde Gottes ist immer organisiert. Es gab verschiedene Zeitalter, da gab es verschiedene Formen der Organisation, aber Organisation ist ein Kernkennzeichen der wahren Gemeinde Gottes. Und das ist deswegen so, weil Gott ein Gott der Ordnung ist und auch im Himmel die Engelsheere organisiert sind.

[46:02] Apostelgeschichte 6, Vers 5. Dort heißt es: „Und das Wort gefiel der ganzen Menge, und sie erwählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und Heiligen Geistes, Philippus und Prochorus und Nicanor und Timon und Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochien.“ Ja, hier sehen wir, dass wichtige Gemeindeämter durch einen demokratischen Prozess vergeben worden sind. Und sie haben die Gemeindeämter durch einen demokratischen Prozess vergeben worden sind. Und zwar nach geistlichen Auswahlkriterien. Die wahre Gemeinde ist nicht so organisiert, dass einige wenige an der Spitze die Ämter vergeben, so wie es zum Beispiel im Papsttum der Fall ist, sondern in der Gemeinde Gottes werden Ämter basisdemokratisch durch Wahl und durch Wahl von den Mitgliedern bestimmt, aber nicht einfach nur nach Gutdünken, sondern nach bestimmten geistlichen Auswahlkriterien, die sicherstellen, dass auch wirklich geisterfüllte Menschen die Gemeinde leiten sollen. Das ist das Ziel hier.

[47:10] Apostelgeschichte 14, Vers 23, noch ein Kennzeichen der Gemeinde. Kapitel 14, Vers 23: „Nachdem sie ihn aber in jeder Gemeinde Älteste bestimmt hatten, befahlen sie unter Gebet und Fasten dem Herrn an, an den sie gläubig geworden waren.“ In der wahren Gemeinde, gibt es in jeder Ortsgemeinde, wird die Gemeinde geleitet durch Älteste. Es gibt also Gemeindeleitung, auch das ein Kennzeichen, ein biblisches Kennzeichen der wahren Gemeinde.

[47:39] Kapitel 15, Vers 3. „So durchzogen sie nun als Abgeordnete der Gemeinde Phönizien und Samaria, indem sie von der Bekehrung der Heiden erzählten und allen Brüdern große Freude bereiteten.“ Die Bibel kennt das Prinzip, dass zu großen wichtigen theologischen Fragen die ganze Gemeinde zusammenkommen muss, aber das ist nicht möglich aufgrund der enormen Menge an Gläubigen. So kennt sie das Prinzip der Repräsentation. Sie kennt das Prinzip, dass dann einzelne Ortsgemeinden Delegierte senden. Und auch das ein Kennzeichen der Gemeinde Struktur.

[48:11] Vers 22, selbes Kapitel. „Daraufhin beschlossen die Apostel und die Ältesten zusammen mit der ganzen Gemeinde, Männer aus ihrer Mitte zu erwählen und mit Paulus und Barnabas nach Antiochien zu senden.“ Und so weiter und so fort. Also Beschlüsse werden hier auf repräsentativer Ebene gefasst, nicht nur ein oder zwei, sondern die Apostel und die Ältesten und die ganze Gemeinde, das waren wie gesagt Delegierte, die jetzt über theologische Fragen und auch Fragen der Mission beraten haben, entschieden haben und dann das auch den Gemeinden kommuniziert haben. Auch das so eine Repräsentation auf weltweiter Ebene, ein Prinzip der wahren Gemeinde.

[48:51] 1. Korinther 14, Vers 33, gleich sind wir am Ende angelangt. 1. Korinther 14 und Vers 33. Dort heißt es: „Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens, wie in allen Gemeinden der Heiligen.“ Ein Kennzeichen der wahren Gemeinde Gottes ist Ordnung und Frieden. Es soll in den Gemeinden Ordnung und Frieden herrschen.

[49:17] Und zum Schluss 1. Korinther 12 und dort Vers 28. „Und Gott hat in der Gemeinde etliche eingesetzt, erstens als Apostel, zweitens als Propheten, drittens als Lehrer, sodann Wunderkräfte, dann Gnadengaben der Heilung, der Hilfeleistung, der Leitung, verschiedene Sprachen.“ Gott gibt verschiedene Geistesgaben, um verschiedene Funktionen der Gemeinde adäquat besetzen zu können, und auch das ein Kriterium der wahren Gemeinde.

[49:47] An dieser Stelle können wir festhalten, dass, wenn man alle Kennzeichen zusammenfasst, dann kann man für das Jahr 2017 zu keinem anderen Schluss kommen, als dass die organisierte, weltweite Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten alle diese Punkte erfüllen möchte und erfüllt. Es ist durchaus der Fall, dass in bestimmten Gebieten hier und dort einzelne Punkte angegriffen werden, wo versucht wird, sie zu unterminieren. Aber de facto vom Selbstanspruch her steht allein die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in ihrer weltweiten organisierten Form zu diesen Punkten als das, was sie tatsächlich glaubt und für wahr hält. Unabhängig davon, ob einzelne Glieder verschiedenen Positionen vielleicht das anders sehen und dagegen ankämpfen.

[50:35] Und in diesem Sinne glaube ich ganz fest, dass es nicht übertrieben ist zu sagen, dass Gottes sichtbare Gemeinde der Endzeit die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist. Nur sie trägt diese Botschaft, nur sie hat als einzige einen lebenden Propheten in ihrer Mitte gehabt in der Neuzeit. Und nur sie hat diese Art von Organisation in dieser Form, im Vergleich zu vielen anderen Gruppierungen, die vielleicht zwar auch Ellen White glauben, aber eben diese Organisation nicht haben. Und nur sie agiert auch wirklich weltweit missionarisch mit dieser Botschaft, der dritten Engelsbotschaft.

[51:11] Und in diesem Sinne, trotz aller Schwierigkeiten, die man vielleicht hier und dort vor Ort erleben mag, möchte ich dich einladen, lieber Freund, liebe Freundin, selbst ein gutes Vorbild zu sein, erfüllt vom Heiligen Geist. Und selbst ein Agent des positiven Wechsels, der positiven Veränderungen in deiner Ortsgemeinde zu sein.

[51:38] Ich weiß nicht, wie es in deiner Ortsgemeinde zurzeit aussieht, aber lass dich vom Heiligen Geist erfüllen und stehe zu diesen Prinzipien. Versuche, deinen Beitrag zu leisten, dass der Heilige Geist unsere Gemeinde noch stärker gebrauchen kann, noch mehr in das Bild Jesu verwandeln kann, damit noch deutlicher der Charakter Gottes in dieser Welt sichtbar wird durch die geistgeführte Einheit, die allein auf seinem Wort basiert. Gott segne dich in diesem Bemühen. Nächsten Wochen wollen wir hier weiter studieren über das Wirken des Heiligen Geistes in unserem Leben. Bis dahin wünschen wir dir und euch Gottes Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.

[52:23] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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