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Christopher Kramp setzt seine Serie „Der letzte Brief“ fort und widmet sich 2. Timotheus 2, Vers 14 und 15. Er warnt eindringlich vor Wortstreitigkeiten, die zu Verwirrung führen, und untermauert dies mit Beispielen aus der Kirchengeschichte und aktuellen theologischen Debatten. Anschließend erläutert er, wie man das „Wort der Wahrheit recht teilt“, indem er Jesu Methode des Bibelstudiums anhand von Lukas 24:27 vorstellt: systematisch, ganzheitlich und christuszentriert. Eine Ermutigung für jedes Gemeindeglied, die Bibel selbstständig und korrekt zu erforschen.


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Serie: Der letzte Brief

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Transkript

[0:09] Hallo und herzlich willkommen zu unserer kleinen Serie "Der letzte Brief". Schön, dass ihr heute Abend hier seid und dass ihr jetzt live eingeschaltet habt auf www.jmedia. Wir wollen uns heute wieder mit dem Zweiten Timotheusbrief beschäftigen und sind mittendrin im zweiten Kapitel und haben heute einige ganz praktische und wichtige Dinge, die wir heute aus diesem Brief für uns mitnehmen wollen. Bevor wir Gottes Wort aufschlagen und drüber nachdenken, wollen wir Gott einladen, unser Denken zu leiten. Und wem es möglich ist, den lade ich ein, mit mir niederzuknien.

[0:50] Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir jetzt dein Wort aufschlagen dürfen, dass du versprochen hast, unser Lehrer zu sein. Es gibt so viele wichtige Dinge, die in diesem Brief von Paulus an Timotheus enthalten sind für uns. Ich möchte dich bitten, dass du nach deiner Verheißung unser Lehrer bist, dass du unsere Herzen ansprichst und dass dein Wort in unserem Herzen das bewirkt, wozu du es hast aufschreiben lassen, wozu du es gesandt hast. Herr, bitte fülle du uns mit deinem Heiligen Geist und lass uns gestärkt und erfüllt von dieser Stätte gehen mit großer Freude über dein Wort. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:53] Schlagt mit mir auf: Zweiter Timotheus Kapitel 2. Wir haben das letzte Mal gesehen, dass Paulus einige ganz ernste, wichtige Ratschläge dem Timotheus mitgegeben hat. Vielleicht können wir die ganz kurz noch mal zusammenfassen, dass wir so ein bisschen wissen, wo wir gewesen sind. Ja, der Paulus hat dem Timotheus ja gesagt, was soll er mit Widrigkeiten machen? Er soll sie erdulden. Paulus spricht und schreibt ja unter größten Widrigkeiten. Wo hat sich Paulus noch mal befunden? Im Gefängnis. Und warum ist er im Gefängnis? Er ist wegen des Evangeliums im Gefängnis. Er ist angeklagt. Er wird bald des Todes sterben, so weiß er auch. Es gibt die erste große Christenverfolgung unter Kaiser Nero, nicht wahr? Kaiser Nero. Paulus ist in Rom, und viele haben sich von ihm abgewandt. Einige bleiben treu zu ihm, und er schreibt an Timotheus in der Hoffnung, dass dieser ihn noch besuchen würde, bevor er stirbt. Aber für den Fall, dass er ihn nicht mehr erreicht, schreibt er ihm die wichtigsten Dinge, quasi sein Vermächtnis auf. Und hat ihm gesagt, das haben wir gesehen in 2. Timotheus 2: Er dulde die Widrigkeiten als ein guter Kämpfer, ein guter Soldat, ein guter Streiter Jesu Christi. Er hat dann drei Bilder verwendet: das vom Soldaten, der Kriegsdienst tut. Und was für ein Bild hat er noch verwendet? Vom Wettkämpfer, vom Sportler, der im Wettkampf bei Olympia oder so mitmacht, und vom Ackermann. Was war die Lektion von dem Kriegsmann, von dem Soldaten? Was war die Lektion? Dass man als Christ einen Fokus braucht, den man nicht aus den Augen verlieren darf. Genau, hat einen Fokus. Gott hat uns allen eine Aufgabe gegeben. Wenn er uns die Aufgabe gegeben hat, Lehrer zu sein, dann sollen wir Lehrer sein. Wenn er uns die Aufgabe gegeben hat, Missionar zu sein, sollen wir Missionar sein. Wenn uns die Aufgabe gegeben hat, zu seiner Ehre Automechaniker zu sein, sollen wir uns darauf konzentrieren. Gott hat eine Aufgabe gegeben, und wir haben diese Aufgabe zu erfüllen, und wir sollen uns nicht eigene Zusatzaufgaben geben, die uns von der von Gott gegebenen Aufgabe ablenken.

[4:22] Was war die Lektion von dem Sportler, dem Wettkämpfer? Was soll der Sportler tun, damit er den Kranz gewinnt? Er soll sich an die Regeln halten. Er soll nach den Regeln kämpfen. Er kann keine Abkürzung laufen, oder er muss nach den Regeln kämpfen. Es gibt keine Abkürzung im christlichen Lauf. Wir alle müssen durch Schwierigkeiten durch.

[4:45] Und was war die Lektion von dem Ackermann, dem Landmann? Er arbeitet mit Mühe und mit Mühe, aber wird auch großen Lohn empfangen. Ja, ganz genau.

[5:02] Und dann hat Paulus deutlich gemacht, er selbst hat das erlebt, und er selbst erlebt das. Er sagt: "Ich bin angekettet wie ein Verbrecher, aber was ist nicht angekettet? Was kann man nicht anketten?" Was hat er gesagt? "Das Wort Gottes ist nicht angekettet." Nicht? Ja.

[5:20] Und dann endet es in Vers 12 und 13, oder mit Vers 11 schon mit dieser Idee: Wenn wir mitgestorben sind, wenn unser alter Mensch mit am Kreuz hängt, dann können wir das alles ertragen. Dann werden wir mit ihm herrschen, wenn wir standhaft ausharren, werden wir mitherrschen. Und dann haben wir gesehen, wenn wir ihn verleugnen, was wird Jesus tun? Er wird uns auch verleugnen. Aber wenn wir untreu sind, wird er was nicht tun? Er ist nicht untreu. Das heißt, die Idee ist, dass wenn wir ihn nicht bekennen, möchte er uns zwar retten, aber er kann nicht. Aber Gott ist niemals untreu, denn wie es heißt, wie es sie heißt: "Er kann sich selbst nicht verleugnen."

[6:12] Nun wollen wir heute weitermachen in Vers 14, 2. Timotheus 2, und dort ab Vers 14. Wer mag mal Vers 14 lesen?

[6:33] Vers 14: "Dies bringe in Erinnerung, indem du ernstlich vor dem Herrn bezeugst, nicht Wortstreit zu führen, was zu nichts nütze, sondern zum Verderben der Zuhörer ist." Danke.

[6:49] Timotheus soll etwas den Geschwistern mitgeben. Er soll sie an etwas erinnern, und zwar ernstlich. Er soll es ihnen ernstlich bezeugen. Herzlichen Dank. Was soll er ihnen ernstlich bezeugen? Und was, was also auch ich euch ernstlich bezeugen muss, und auch ihr anderen wieder ernstlich bezeugen? Was heißt ernstlich? Mit Nachdruck. Mit Nachdruck eine Botschaft mit Nachdruck. Was soll er ernstlich bezeugen in dem Vers? Was soll er ernstlich bezeugen? Helf mir. Hier in Vers 14 hier steht, dass man nicht um Worte streiten soll. Nicht um Worte streiten. Also erstmal soll man sowieso nicht streiten, oder? Aber man soll nicht um Worte streiten. Warum sagt wohl der Paulus, dass man nicht um Worte streiten soll? Es nützt nichts. Genau. Außer, was passiert? Es führt zu einer Verwirrung der Leute.

[7:58] Gibt es das heute auch noch, dass Menschen kommen und um Worte streiten? Beispiel: Eines der berühmtesten Beispiele in der jüngeren Adventgeschichte war, als 1979 einer der größten Theologen der Adventgemeinde überhaupt, einer der hellsten Köpfe, die wir hatten, sich hingestellt hat in Kalifornien und gesagt hat: "Das Wort in Daniel 8 Vers 14 heißt gar nicht 'reinigen', und deswegen kann das Heiligtum 1844 nicht gereinigt worden sein." Folge: Eine riesige Katastrophe in der Adventgemeinde. Tausende Prediger, die die Gemeinde verlassen haben, weil sie ihm gefolgt sind und folgen bis heute. Manche, die heute noch Irrlehren in der Gemeinde predigen, sind damals schon davon geprägt worden. Ich glaube, es wäre besser, keine Umfrage zu machen, wie viele von unseren Kirchenleitern im Grunde genommen dem eigentlich noch anhängen.

[9:20] Da ist um ein Wort gestritten worden, um ein Wort, weil man, weil ein kluger Mann gesagt hat: "Dieses Wort kann nicht das bedeuten, deswegen muss es das bedeuten, und deswegen ist unsere komplette Lehre falsch." Was würdet ihr sagen, was ist an diesem Denken – also abgesehen davon, dass er auch inhaltlich nicht recht hatte, dass man es hat dann lange Zeit gedauert, aber man konnte nachweisen: "Nitz heißt natürlich kann auch reinigen bedeuten." In ist ein anderes Thema. Aber warum, was ist an diesem Denken falsch, wenn man eine Lehre aufgrund eines Wortes begründet oder ablehnt? Was würdet ihr sagen?

[10:01] Gott hat gesagt: "Auf zwei Zeugen hin." Parallelstellen geben. Parallelstellen dazu suchen, wo es noch mal was erklärt wird. Genau. Also erstmal gründen wir sowieso keine Lehre auf einen einzelnen Vers, ja? Wir sollten deswegen auch nicht eine Lehre wegen eines einzelnen Verses wieder ablehnen. Was ist falsch an dem Denken, an einzelnen Worten kleben zu bleiben? Das gibt's übrigens nicht nur auf der liberalen Seite, das gibt immer ganz wieder dieses eine Wort hier, und das ist jetzt alles ganz anders, und das muss man jetzt so verstehen. Ja, was ist falsch an dem Denken?

[10:43] Ja, vorhin schon wollte ich sagen, der Geist Gottes zieht sich auf jeden Fall zurück. Und ja, es ist ja immer noch menschlicher Wortlaut, den wir in der Bibel haben. Also es ist nicht das, das Wort Gottes ist zwar inspiriert, aber es ist jetzt nicht der Buchstabe, der inspiriert ist. Und wenn man dann aber auf dem einen Buchstaben herumhakt, dann kann man an der Botschaft vorbeischießen. Genau, danke.

[11:16] Ein wichtiger Gedanke: Wie spricht Gott zu uns? Gott hat einen Gedanken oder Gott hat einen Gedanken, den er vermitteln möchte. Wie spricht er dann diesen Gedanken zu uns aus? Er hat wen benutzt? Menschen. Menschen haben diesen Gedanken verstanden und haben jetzt versucht, diesen Gedanken weiterzugeben. Was benutzen sie dazu, um diesen Gedanken weiterzugeben? Worte. Ja, man verwendet Worte, um einen Gedanken auszugeben. Aber wie kann ich den Gedanken herausfinden? Ich muss alle Worte zusammennehmen. Ich kann nicht ein – also wenn wir miteinander reden und ich nehme ja ein Wort heraus, was du gesagt hast, und ich verändere jetzt die Meinung, ja, dann kann ich dir ganz schön Unrecht tun, oder ich kann ein Wort nehmen und sagen: "Du hast damals gesagt dieses Wort, und nach dem Duden hat dieses Wort auch noch diese Bedeutung, und demzufolge wolltest du eigentlich das sagen, geheimerweise." Ja, da würdest du sagen: "Aber Moment mal, du musst doch anhören, was ich als Ganzes gesagt habe." Aber achtet mal darauf, wie viel Bibelstudium oft funktioniert mit: "Wir haben dieses eine Wort angeschaut, und es hat noch 35 andere Bedeutungen, und die 26. Bedeutung davon bedeutet das, und deswegen müssen wir das jetzt so verstehen." Statt – und wie oft hört ihr eigentlich in Predigten, dass man Vers für Vers für Vers für Vers für Vers den Gedankengang nachzeichnet?

[13:35] Wenn ich euch etwas wirklich ernstlich ans Herz legen möchte: Versucht immer den Gedankengang des Paulus zu verstehen, den Gedankengang des David, den Gedankengang von Johannes. Wie bauen sich die Worte auf zu einer roten Linie? Was will der denn eigentlich mir mitteilen, statt einzelne Worte, Worte rauszupicken, egal ob jetzt Hebräisch, Griechisch oder Deutsch oder Englisch sind, das spielt gar keine Rolle. Ja, also das ist ein ganz wichtiger Punkt. Das gab es damals schon, das gibt es heute schon, und das führt oft dazu, dass Leute, vor allem auch Geschwister, meistens dann den Eindruck haben, sie können die Bibel gar nicht richtig selbst verstehen, weil ihnen ja das Verständnis fürs Hebräische fehlt oder fürs Griechische. Oder man hat auf den – also ich habe manchmal den Eindruck, dass viele in der Gemeinde den Eindruck haben oder das unbewusst das Gefühl haben: Die Bibel, die kann man lesen, aber die Wahrheit der Bibel, die ist irgendwie da drunter. Da muss man erst so reingraben, und erst wenn man das alles ausgegraben hat, das ist also wie so ein Geheimcode in der Bibel. Da muss man die richtigen Techniken anwenden, und das ist Quatsch.

[13:54] Als der Paulus seinen Römerbrief geschrieben hat und der Römerbrief vorgelesen worden ist in der Gemeinde, dann müssen doch die Geschwister in der Gemeinde beim Zuhören verstanden haben, was Paulus gemeint hat, oder? Glaubt ihr, die haben alle alle 30 Sekunden ihr Wörterbuch rausgezogen, welche Bedeutung das Wort haben könnte? Also, was ich damit sagen möchte, ist übrigens einer der Gründe, warum auch in der ganzen Frage mit LGBTQ Leute auf die Idee kommen, die Bibel wäre nicht gegen Homosexualität. Ist wegen solcher Sachen. Man schaut sich dann ein Wort an und sagt: "Ah, dieses Wort könnte eigentlich auch das bedeuten, und dann bedeutet das gar nicht das, und dann können wir das auch so biegen." Ja, aber jeder, der den Römerbrief, den Anfang des ersten Kapitel einfach hört, würde doch auf die Idee kommen, dass Paulus eine klare Meinung dazu hat, oder? Es ist erst, wenn man anfängt, über Worte zu streiten, dass dann Verwirrung kommt. Und die ganze Verwirrung, nicht nur bei dem Thema, auch bei vielen anderen Themen in der Bibel, in den Gemeinden, hängt damit zusammen, dass man über Worte streitet. Also hütet euch vor denen, die sagen: "Wegen diesem einem Wort müssen wir jetzt alles anders sehen, weil hier dieses eine Wort steht, deswegen müssen wir das jetzt uminterpretieren oder anders sehen." Hütet euch, hütet euch! Die Bibel ist so geschrieben, dass jeder den Gedankengang nachvollziehen kann, den Gott hineingelegt hat.

[15:15] Ja, vielleicht jetzt noch aus jüngster Zeit, als wir in der Sabbatschule die Mission hatten als Thema, habe ich oft das auch gehört: "Ja, wir dürfen gar nicht sagen, dass Gott ein Missionar sei, weil das Wort eigentlich Urform das und das bedeutet." Und so oft hat es dazu geführt, dass man dann gesagt – also, dass man entweder so ein falsches Bild von Missionen gemacht hat, oder aber halt auch einfach die Sache unwichtig gemacht hat. Und das finde ich ist was, also was zum einen schade ist und wo Satan auch seine Finger im Spiel hat, weil er sagt uns dann: "Ja, du kannst dieses Thema gar nicht angehen, weil das Wort eigentlich eine andere Bedeutung hat oder so." Ja.

[16:01] Ein anderes Beispiel dazu ist auch die Frage der Dreieinigkeit, weil die Leute finden, die sagen: "Ja, da steht in 1. Johannes 1, in Johannes 1: 'Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.' Da steht Gott." Aber einige sagen: "Ah, vielleicht heißt es ja nicht 'Gott', vielleicht ja 'göttlich' oder..." und fangen an zu diskutieren, obwohl die Bibel da sehr klar und sehr deutlich ist. Aber der Gedankengang in Johannes ist ja deutlich: Ja, es ist nur Jesus, der Gott offenbaren kann, weil er Gott ist. Will nicht zu viele Beispiele geben. Ich will einfach euch nur dafür sensibilisieren, dass ganz viel Verwirrung in den Gemeinden daher kommt, dass dieser Ratschlag von Paulus nicht beachtet wird.

[16:37] Schauen wir Vers 15 an. Jetzt kommt die positive – also das war die Warnung, ja, was man nicht machen soll. Jetzt kommt in Vers 15, was man machen soll, nämlich – wer mag das lesen?

[16:52] Vers 15: "Strebe eifrig danach, dich Gott als bewährt zu erweisen, als ein Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit recht teilt." Genau. Er sagt: "Strebe nach was?" Was heißt "strebe danach"? Anstrengen, ausstrecken, sich darum bemühen, als ein Arbeiter bewährt zu sein. Was heißt bewährt? Was heißt bewährt? Erprobt und für gut befunden. Getestet, erprobt, für gut befunden. Gott testet seine Arbeiter, und das Prüfen des Arbeiters hat etwas damit zu tun, wie er das Wort recht teilt. Habt ihr eine Anmerkung, was hier eigentlich steht? Was heißt "das Wort der Wahrheit recht teilen"? Gerade schneiden. Genau, gerade schneiden. Kennt ihr, wenn man so ein Brot schneidet? Manchmal passiert es, wenn ich Brot schneide, dann – das ist so ein bisschen, wenn man jetzt keine Brotschneidemaschine hat – wenn man so ein bisschen schief schneidet, ja, dann kommt das nächste auch wieder schief raus. Ja, also man sollte gerade schneiden. Achtung: Gerade schneiden, nicht quer denken. Gerade schneiden. Gerade schneiden.

[18:21] Wie schneidet man denn die Bibel gerade? Er sagt ja: "Wenn du das tust, du dich nicht zu schämen." Ja, wir haben gesehen, dieses mit dem Schämen ist ein Thema von Paulus. Er sagt: "Ich schäme mich nicht des Evangeliums." Er sagt hier in 2. Timotheus: "Ich schäme mich nicht, auch wenn ich als Verbrecher angekettet bin." Und er sagt zu Timotheus: "Schäme dich nicht." Er sagt: "Du brauchst dich nicht zu schämen, wenn du das Wort Gottes gerade schneidest." Wie schneidet man das Wort gerade? Wenn jemand fragt auf der Straße: "Du bist Adventist, du bist einer von dem Volk des Buches. Erklär mir in drei Sätzen, wie man die Bibel richtig studiert." Was würdest du sagen?

[19:03] Also, man muss beten, klar. Aber wenn man sie jetzt aufschlägt, nach welchen Prinzipien schneidet man die Bibel, dass man auch weiß, okay, was ich da rausgefunden habe, ist wirklich die Wahrheit? Ja, also, was mir gerade in den Kopf gekommen ist: Womit schneide ich? Wir haben dieses zweischneidige Schwert in der Bibel und legen es auch als die Bibel selbst aus. Wenn ich jetzt die Bibel mit der Bibel schneide, dann heißt es, dass ich Bibelvers mit Bibelvers vergleiche, beziehungsweise also einen Bibeltext im Gesamtkontext auch wieder der ganzen Bibel sehe und eben nicht die Bibel in den geschichtlichen Kontext erstmal nur einordne oder mit meiner gesellschaftlichen Wertevorstellung vergleiche oder so, sondern Bibel will mit Bibel ausgelegt werden. Das stimmt sehr gut.

[19:54] Wir sind auf dem richtigen Weg. Die Bibel legt sich selbst aus. Aber was mache ich, wenn ich jetzt die falschen Bibelverse habe? Wenn da also steht in Daniel 7, dort kommt ein Löwe aus dem Wasser, und ich finde einen Bibeltext, der sagt, dass Jesus der Löwe aus dem Stamm Juda ist. Kann ich jetzt den Vers miteinander und sagen, also geht nicht? Also, wie kann ich jetzt gerade – also wir wissen schon, wir schneiden ab. Wie kann ich gerade schneiden? Kennt ihr einen Bibelvers, der uns erklärt, wie man die Bibel gerade schneidet? Das ist enorm wichtig in der Zeit, in der wir leben. Muss jedes Gemeindeglied wissen, wie man die Bibel gerade schneidet und nicht schief, weil es wird so viel schief geschnitten mittlerweile. Wir müssen wissen, wie man gerade schneidet. Wie schneidet man gerade? Wer ist der Meister, ihm die Bibel gerade schneiden? Jesus. Und wo lesen wir, wie Jesus die Bibel studiert hat und erklärt hat? Welcher Bibelvers sagt uns, wie Jesus die Bibel studiert hat?

[21:05] Genau. Und wo steht das? Wann hat Jesus die Bibel wo ausgelegt? Zu seinen ganz genau bei den Emmaus-Jüngern in Lukas 24. Wir gehen ganz kurz dazu hin. Bitte vergesst das nie wieder. Lukas 24 und dort Vers 27. Da heißt es: "Und er ging bei Mose und bei allen Propheten und legte ihnen allen Schriften aus, was sich auf ihn bezieht." Bezieht drei Prinzipien. Was sind die drei Prinzipien? Er hat vorne begonnen. Genau, beginne von vorn. Das zweite Prinzip. Also, wenn du das Buch Daniel studierst, fang nicht in Daniel 11 an. Ihr werdet lachen, viele kritische Theologen heute fangen Daniel 11 an und gehen dann rückwärts. Ist nicht so sinnvoll, aber das machen heute viele Theologen. Wenn du die Offenbarung studierst, fange – fang am besten vorne in der Bibel an, aber fang in Kapitel 1 an. Wenn du 1. Mose studierst, fang vorne an, systematisch. Was könnt ihr noch sehen?

[22:19] Ja, genau. Alles, was studiert wird, muss Christus im Zentrum haben. Was sagt der Text über die Person Jesus, über die Lehre von Jesus? Was sagt er über den Charakter von Jesus, über das Königreich von Jesus? Was hat dieser Vers mit Jesus zu tun? Ja, dieser Abschnitt. Und was das "alle Schrift" heißt? Wenn ich wissen will, was sagt die Bibel zur Taufe, dann muss ich alle Bibeltexte zur Taufe annehmen. Dann muss ich sie ordnen und gucken, okay, wo geht's los, und was sagt jeder Vers in Bezug auf die Taufe? Und wenn ich das mache, wenn ich alle Texte angeschaut habe, sie systematisch mir anschaue und mit Christus im Zentrum habe, dann weiß ich, was die Bibel sagt zum Thema Taufe. Wenn ich wissen will, was sagt die Bibel zum Thema Sabbat, dann fange ich – dann nehme ich mir alle Texte über den Sabbat. Ich fange dann vorne an, schau sie mir systematisch an und schau, was sagt dieser Text über Jesus. Wenn ich wissen will, was sagt die Bibel über den Zustand der Toten, dann schaue ich mir alle Texte an, ordne sie und schau, was sagen sie bei Jesus. Kann das jeder von uns tun? Muss man dazu Hebräisch können? Griechisch können? Brauchen wir dazu Elwe? Das kann jeder von uns. Ich frage mich, warum wird es so...

[23:37] Ich frage mich, warum wird es so wenig gemacht? Was würde passieren, wenn jedes Gemeindeglied einmal im Leben mal alle Textstellen zur Taufe gelesen hat und alle Textstellen zum Heiligtum und alle Textstellen zum Zustand der Toten und sie für sich selbst geordnet hat? Würden wir nicht alle viel mehr bibelkundig? Würden wir nicht weniger abhängig sein von Leuten, die uns immer erzählen, das heißt so oder so oder das muss das und jenes sein? Wir wären in der Lage, die Bibel gerade zu schneiden. Und wenn jemand daherkommt mit einem komischen Argument, der 35 Sprachen kann und die Bibel rückwärts auf Hebräisch kann, aber es ist komisch, dann können wir sagen: Ich habe alle Texte angeschaut, ich weiß, wie sie zueinander stehen, ich weiß, wie sie zu Jesus stehen. Ich kenne die Wahrheit. Wir müssen lernen, die Bibel gerade zu schneiden.

[24:28] Das wisst ihr, was das kostet? Es kostet kein Geld, es kostet nicht mal Nerven. Es kostet nur eine Sache: Man muss sich dafür Zeit nehmen. Das kann man nicht in einem Wochenendseminar noch schnell sich draufdrücken. Man muss es einfach zur Gewohnheit machen, die Bibel zu studieren, und zwar einfach zu lesen und drüber nachzudenken. Und Paulus sagt dem Timotheus, dass er sich als ein bewährter Arbeiter erweisen soll, soll danach streben als einer, der die Bibel gerade schneidet.

[25:02] Nun zurück zu 2. Timotheus und zu Vers 16 bis 18. 2. Timotheus 2, Vers 16 bis 18: „Die unheiligen, nichtigen Schwätzereien aber meide! Denn sie fördern nur noch mehr die Gottlosigkeit, und ihr Wort frisst um sich wie ein Krebsgeschwür. Zu ihnen gehören Hymenaeus und Philetus, die von der Wahrheit abgeirrt sind, indem sie behaupten, die Auferstehung sei schon geschehen und so den Glauben etlicher Leute umstürzen.“

[25:38] Genau. Er gibt jetzt... er redet, er sagt davon. Also, was sagt er zuerst? Er sagt, wir sollen... Was sollen wir mit den nichtigen Schwätzereien machen, mit den unheiligen Schwätzereien? Was sollen wir machen? Wir sollen sie meiden. Weil, was machen diese unheiligen, nichtigen Schwätzereien? Wie wirken sie? Sie fördern die Gottlosigkeit. Sie fördern Gottlosigkeit. Das heißt, genau sie fördern genau das, was wir nicht wollen. Und zwar, er vergleicht das mit etwas wie... wie Krebs. Was macht Krebs, wenn man ihn nicht behandelt, wenn man ihn versucht einzudämmen? Er breitet sich aus, er streut. Ihre Lehre ist wie Krebs. Wenn ihr mal ein paar Jahre in der Gemeinde gewesen seid und so schaut, was so überregional alles an Irrlehren in die Gemeinden eingedrungen ist, überall dort, wo sie nicht vollständig raus, wie also ausgerottet werden konnte, frisst sie sich immer wieder weiter, immer wieder weiter. Ja, ich finde auch den Gedanken hier sehr interessant, weil es heißt ja, also zumindest heißt es bei mir so: „nichtige Schwätzereien“ oder auch „unheilige Schwätzerei“. Und wie oft ist es so, dass man so viel zu reden hat über Bruder XY, der das und das falsch gemacht hat, und Schwester XY, die eine komische Ansicht hat? Aber hier sagt der Paulus gerade: Das fördert Gottlosigkeit. Also, ich war sowohl wahrscheinlich bei dem anderen als auch bei mir selber. Ja, wenn ich mich mit den schlechten Seiten von anderen beschäftige, kann es zur Folge haben, dass ich selber auch schlecht werde. Ja, ja, ganz genau, absolut. Das ist ein ganz wesentlicher Punkt.

[27:29] Jetzt gibt er ein Beispiel, und er nennt zwei Leute. Er nennt Hymenaeus und Philetus. Hymenaeus und Philetus. Und sagt, die haben was für eine Lehre verbreitet? Was haben die gesagt? Die haben gesagt, die Auferstehung ist schon geschehen. Und was haben sie dadurch in Anführungsstrichen erreicht? Viele sind vom Glauben abgefallen. Haben wir den Hymenaeus schon mal getroffen? Schaut mal in Kapitel 1 und dort in Vers... nicht, nicht... Moment, das war auch in Kapitel 1. Timotheus ist... Entschuldigung, Verzeihung! 1. Timotheus 1 und dort Vers 20. Was hat Paulus mit diesem Hymenaeus gemacht, der diese Irrlehre reingebracht hat, die dazu geführt hat, dass Menschen gar nicht mehr auf die Auferstehung gehofft haben, weil sie gelehrt worden sind: Die Auferstehung ist schon in der Vergangenheit. Was hat Paulus mit dem Hymenaeus gemacht? Schaut mal Vers 20: „Zu ihnen gehören Hymenaeus und Alexander, die ich dem Satan übergeben habe, damit sie gezüchtigt werden und nicht mehr lästern.“

[28:47] Was heißt das, wenn Paulus sagt, dass jemand dem Satan übergeben worden ist? Komm gleich noch mal drauf zurück später. Was heißt das? Das ist eine ganz, ganz eindeutige Formulierung bei Paulus, ist ein Begriff dafür, jemanden aus der Gemeinde auszuschließen. Der wurde ausgeschlossen. Und das ist ein ganz wichtiger Hinweis. Es gibt bei Paulus öfter, dass er in bestimmten Fällen auch, wenn ihr an die Korinther denkt, an die Unzucht dort, dass er sagt: Der muss ausgeschlossen werden. Er sagt: Jemand, der solche Irrlehre predigt, muss ausgeschlossen werden. Und ich möchte das hier ganz deutlich sagen, auch für alle, die zuschauen: Wenn jemand Irrlehre predigt, sei es ein Gemeindeglied, ein Prediger, ein Vereinigungsvorsteher, ein Verbandsvorsteher, selbst wenn der Generalkonferenzpräsident wäre, was zum Glück bei uns momentan nicht der Fall ist, er müsste ausgeschlossen werden. Er müsste ausgeschlossen werden. Also, nach einer Frist der Klärung und nach... dass man bemüht sich natürlich nicht von heute auf morgen, aber letztendlich, wenn jemand die Glaubenspunkte der Bibel, so wie wir sie als Adventbewegung hochhalten, nicht bestätigen kann, dann kann er nicht Teil der Adventbewegung sein. Er ist ja trotzdem ein freier Mensch, zu glauben, was er will, aber er kann nicht Teil dieser Bewegung sein. Paulus sagt: Jemand kann ja glauben, was er möchte, aber er kann nicht Teil der christlichen Gemeinde sein, wenn er nicht das glaubt, was die Bibel sagt. Und deswegen sagt er, hat Paulus selbst diesen Hymenaeus ausgeschlossen. Hat das dazu geführt, dass Hymenaeus plötzlich seine Irrlehren aufgegeben hat? Leider nein.

[30:33] Und deswegen sagt er: Meide sie! Wenn also Irrlehrer außerhalb der Gemeinde versuchen, in die Gemeinde einzudringen, sollte man jedem immer die Gelegenheit geben, seine Position lang und breit darzustellen? Nein! Ja, ganz wichtiger Punkt: Vor Irrlehrern muss man sich... man muss die Gemeinde schützen vor Irrlehrern, damals wie heute.

[31:05] Jetzt schauen wir mal zu Vers 19. Und das ist sehr interessant. Wer mag mal Vers 19 lesen? 2. Timotheus 2, Vers 19: „Doch der feste Grund Gottes steht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen, die sein sind, und jeder, der den Namen des Herrn nennt, wendet sich ab von der Ungerechtigkeit.“ Ganz genau. Also, im Kontext geht es um die Irrlehrer, oder die Gemeinde ist bedroht durch Irrlehrer. Was braucht also die Gemeinde? Sie braucht ein festes Fundament oder einen festen Grund. Ein festes Fundament hat die Gemeinde, ein festes Fundament: Das Wort Gottes. Paulus sagt: Obwohl es all diese Irrlehrer gibt, gibt es auch einen festen Grund, ein festes Fundament. Und das kommt von wem? Wem gehört das feste Fundament? Christus selbst. Genau. Er sagt: Der feste Grund Gottes bleibt bestehen, egal was die Irrlehrer behaupten, egal wie sehr sie um Worte streiten, Gottes Fundament bleibt bestehen. Und die Gemeinde wird immer dann siegreich sein, wenn sie mit beiden Beinen auf dem festen Fundament Gottes steht.

[32:38] Oder wir brauchen ein festes Fundament. Die Frage ist jetzt: Woher weiß ich, dass ich auf dem festen Fundament stehe? Denn ihr könnt mir glauben, die Irrlehrer glauben auch, dass sie ihr das feste Fundament haben, oder? Sonsten würden sie ja nicht so ein Quatsch erzählen. Woher weiß ich, was das feste Fundament ist? Er sagt, es gibt ja ein Fundament, ja? Und auf diesem festen Fundament kann man sein Haus bauen. Woher geht man das feste Fundament nach Paulus?

[33:43] Das feste Fundament hat etwas. Was hat es? Es hat ein Siegel. Kennt ihr das, wenn man einkaufen geht und fragt sich, okay, ist jetzt eine gute Qualität? Ja, dann gibt es manchmal so ein Gütesiegel oder so, ob das dann immer so stimmt, ist eine andere Frage, ja? Aber wenn da so ein Siegel drauf ist, soll das sagen: Okay, darauf kannst du dich verlassen, das ist Bio oder das ist besondere Qualität oder aus der Region oder was auch immer, ja? Ein Siegel. Wenn der... Woher kommt die Idee von dem Siegel? Ursprünglich? Wer hat früher gesiegelt? Und was wurde gesiegelt? Könige haben was gesiegelt? Urkunden, Briefe, damit jeder wusste: Dieses Schriftstück ist vom König. Es ist keine Fälschung, es ist ein Original. Also, Gottes Fundament trägt ein Siegel, sodass wenn ich zu dem Fundament komme und es sehe und sage: Das Siegel ist da. Wenn ich dieses Siegel sehe, dann weiß ich: Ah, das ist Gottes Fundament. Wenn also jemand euch eine Lehre sagt, und es kommen immer wieder Leute zu mir seit Jahren, sagen: Diese Lehre ist heilsnotwendig, du musst das annehmen, du musst das predigen. Und ich schaue mir das an und es trägt nicht dieses Siegel, was wir jetzt anschauen wollen, dann ist es nicht das feste Fundament. Also, was ist das Siegel des Fundamentes? Ich meine, wir kennen immer das Siegel, das wir haben, nicht wahr? Das ist unser Siegel. Ja, hier aber es gibt doch ein Siegel der Wahrheit. Paulus nennt zwei Dinge, woran man die Wahrheit erkennen kann.

[34:51] Was ist das erste Teil dieses Siegels? Das erste heißt: „Der Herr kennt die Seinen.“ Und das zweite ist dann: „Jeder, der den Namen des Christus nennt, wendet sich ab von der Ungerechtigkeit.“ Das erste Kennzeichen des Siegels ist: Gott kennt die Seinen. Was heißt das? Schauen wir mal in... lassen wir unseren Finger hier ganz kurz in Nahum 1, Vers 7.

[35:28] 7 heißt es: „Gütig ist der Herr, eine Zuflucht am Tag der Not, und er kennt die, welche auf ihn vertrauen.“ Also, wenn ich Gott vertraue, darf ich dann wissen, dass er mich führt, ja oder nein? Wenn ich Gott vertraue, dann kennt er mich, er führt mich. Wir haben ja vor Kurzem erst hier in diesem Seminar in... also ja, in Johannes 10 studiert. Oder lass mal den Finger ganz kurz noch in 2. Timotheus. Wir gehen zu Johannes 10. Was sagt dort Jesus über seine Schafe in Johannes 10? Dass der gute Hirte seine Schafe kennt. Genau. Das heißt es in Vers 3: „Diesem öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme, und er ruft seine eigenen Schafe beim Namen und führt sie heraus.“ Vers 14: „Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und bin den Meinen bekannt.“

[36:31] Die persönliche Beziehung mit Jesus ist das Gütesiegel der Wahrheit. Es gibt viele Theorien, die klingen unglaublich intelligent, aber da kommt die persönliche Beziehung zu Jesus quasi gar nicht vor. Ich erinnere mich, wie David Asscherick mal erzählte, wie er mit einem befreundeten Evangelisten mit so einer Gruppe von Leuten diskutierten, die ganz spezifische Prophetieauslegungen hatten und der Meinung waren: Genauso und nicht anders muss es sein, und das ist die Endzeitbotschaft und dass wir die speziellen Botschaft und überhaupt die entscheidende Botschaft. Und die haben das ausgebreitet Stunde um Stunde mit mit Karten und mit... mit Diagrammen. Und ihr wisst, wie das ist: Solche Irrlehrer kommen mit so einem Paket Material, ja? Und ausführlich. Und irgendwann hat der Kollege von David Asscherick gefragt: „Brüder, wo ist Jesus in alledem? Wo ist Jesus in alledem?“

[37:27] Das erste entscheidende Kennzeichen der echten biblischen Wahrheit ist: Die Beziehung zu Jesus. Steht die nicht im Vordergrund? Führt diese Lehre nicht dazu, dass mein Vertrauen in Gott größer wird, ist es nicht die biblische Wahrheit.

[37:59] Wenn die Lehre dazu führt, dass ich auf mein theologisches Wissen stolz bin, wenn sie dazu führt, dass ich durch möglichst viele Werke oder möglichst viel Wissen erlöst werde, dann ist es nicht die Wahrheit. Die Wahrheit, die Jesus in der Bibel predigt, hat ein entscheidendes Kennzeichen: Gott kennt mich, er sorgt für mich. Ich, Christopher, kann seine Stimme hören. Wenn die Lehre dazu führt, dass ich mich an einen Evangelisten heften muss, wenn ich auf die besonderen Kenntnisse eines Archäologen oder eines Ernährungsgurus oder wem auch immer vertrauen muss, damit ich errettet werde, weil ich... weil das so kompliziert ist, dass ich selbst nicht verstehen kann, dann könnt ihr sicher sein: Es ist nicht die Wahrheit. Ich erinnere mich, wie mein Freund J. P. R. mal erzählte, wie er in seiner Schule, wo er unterrichtete, früher in Amerika eine junge Schwester hatte, die war in der Schule nicht gut. Also, die war wirklich nicht gut. Er hatte Mühe, wirklich mit allen Hühneraugen, die er zudrücken konnte, auf der adventistischen Schule ihr gerade so noch eine Vier Minus zu geben, ja? Also, so wirklich sie... aber er sagte einmal, sie ist von allen Irrlehren, die damals so aufkamen, immer völlig verschont gewesen, weil sie hat Jesus geliebt. Und wenn da Leute kamen, irgendwas erzählt haben und das ging nicht um Jesus, dann hat sie es einfach gar nicht gestört, ja?

[39:31] Was will ich damit sagen? Die echte biblische Lehre, der Sabbat, das Heiligtum, das Kreuz, die Wiederkunft, die Schöpfung – alle diese wahren Lehren führen dazu, dass wir Jesus lieber gewinnen und mehr Zeit mit ihm verbringen wollen. Wenn aber plötzlich gesagt wird: Du musst das, das, das verstehen, um gerettet zu werden, dann ist schon der Wurm drin. Die Wahrheit: Der Herr kennt die Seinen.

[40:00] Es gibt noch einen zweiten Punkt, und beide müssen erfüllt sein, um wirklich das biblische Fundament zu besiegeln. Was ist der zweite Punkt, den er nennt? „Jeder, der den Namen des Christus nennt, wendet sich ab von der Ungerechtigkeit.“ Genau. Das heißt, was ist Ungerechtigkeit? Ein anderes Wort für Ungerechtigkeit: Sünde. Biblische Wahrheit, die zum... das biblische Fundament hat neben der Aussage, dass Gott für uns ist und dass wir ihn kennen können, dass wir eine persönliche Beziehung zu ihm haben können, immer die Botschaft, dass wir uns von der Sünde trennen. Wenn eine biblische Lehre daherkommt und dich in der Sünde einlullt, wenn sie dir sagt, dass du die Sünde nicht überwinden kannst oder nicht überwinden musst oder nicht überwinden sollst oder sonst irgendetwas, ist es auch nicht die biblische Wahrheit. Biblische Wahrheit hat immer zwei Kennzeichen: Gott kennt mich, er liebt mich. Ich darf ihm vertrauen als ein Kind. Und sie hat immer das zweite Kennzeichen: Trenn dich von der Sünde, übergib die Sünde Gott. Er kann dich retten, er will dich retten, er will es dir nehmen. Eine Lehre, die dazu führt, dass man nicht die Sünde aufgibt, kommt nicht von Gott.

[41:19] Und das sind zwei Dinge, die man in also, die man in den Praxistest bringen kann: Führt mich diese Lehre näher zu Jesus und weg von der Sünde, oder führt sie mich eigentlich weg von Jesus und hin zu Stolz oder so? Daran kann man die Wahrheit erkennen. Und wenn ihr auf Lehre trefft, die diese beiden Kriterien erfüllt, das ist das biblische Fundament, ja, gerade geschnitten. Das ist so schön, weil Paulus hier wirklich uns sagt, worauf es ankommt.

[41:46] Vers 20 und... also, zurück zu 2. Timotheus 2, Vers 20 und 21. Wer mag mal diesen Vers 20 und 21 lesen? „In einem großen Haus gibt es aber nicht nur goldene und silberne Gefäße, sondern auch hölzerne und irdene, und zwar die einen zur Ehre, die anderen aber zur Unehre. Wenn nun jemand sich von solchen reinigt, wird er ein Gefäß zur Ehre sein, geheiligt und dem Hausherrn nützlich zu jedem guten Werk zubereitet.“ Ganz genau.

[42:28] Gefäße zur Ehre und zur Unehre. Das kommt beim Paulus öfter vor. Habt ihr zu Hause auch Gefäße zur Ehre und zur Unehre? Also, ist eigentlich ganz simpel. Habt ihr zu Hause einen einen so einen, ein, ein äh... ähm, wie sagt man? Einen Eimer, einen Eimer für das Wischwasser, wenn ihr zu Hause aufwischt? Ein Eimer ist ein Gefäß, oder würdet ihr sagen, ist ein Gefäß zur Ehre oder zur Unehre? Habt ihr auch so schöne Gläser, die man so am Freitagabend auf den Tisch stellt oder wenn irgendwie besondere Gäste kommen? Wer von euch würde einen Wischeimer den Gästen vorsetzen, da den Traubensaft rein? Das macht man nicht, oder würdet ihr das Wischwasser in so schöne Traubensaftgläser füllen? Nein, es gibt Gefäße zur Ehre und zur Unehre. Das ist die... Man kann sie beide gebrauchen auf sehr unterschiedliche Dinge.

[43:30] Und Paulus sagt Folgendes: In... also, wann immer darüber spricht: Es gibt Gefäße zur Ehre und zur Unehre. Gläubige Menschen sind Gefäße zur Ehre. Jeder gläubige Mensch, durch den Gott wirken kann, durch den kann er ja die Wahrheit der Welt zeigen, oder durch den kann er seinen Charakter repräsentieren. Und deswegen sind sie Gefäße zur Ehre. Gott kann mein Leben benutzen, um etwas besonders Schönes darzustellen. Was sind dann Gefäße zur Unehre? Kennt ihr ein Gefäß zur Unehre in der Bibel? Kennt ihr in Römer 9 wird das ausführlich beschrieben. Da wird jemand genannt, der war ein Gefäß zur Unehre. Den konnte Gott benutzen, obwohl er gar nicht bekehrt war. Wisst ihr, wer das war? Das war der Pharao. Der Pharao in Ägypten. Wozu hat Gott den Pharao in Ägypten benutzt? Hat er den... hat er ihn gebrauchen können? Ja, die Bibel sagt sogar, dass Gott mit dem Auszug aus Ägypten so lange gewartet hat, bis es einen Pharao gab, der so widerspenstig war, dass er durch ihn zeigen konnte, welche Macht und Kraft Gott hat. Er konnte durch den Pharao zeigen, wie der Satan ist. Er konnte durch den Pharao zeigen, wie... wie absurd die Sünde ist. Er konnte durch den Pharao zeigen, wohin Widerspenstigkeit führt. Der Pharao war ein Gefäß zur Unehre, weil hier ist die Wahrheit: Gott kann alle Menschen gebrauchen. Konnte Gott die Assyrer gebrauchen? Er nennt sie seine... sein, sein, seine Zuchtrute, ja? Er konnte die Assyrer gebrauchen, um Jerusalem zu zerstören. Aber er konnte Hesekiel und Jeremia und Daniel gebrauchen zur selben Zeit, um die Wahrheit zu predigen.

[45:16] Das heißt, wir alle sind ein Gefäß. Die Frage ist nur: Sind wir ein Gefäß zur Unehre, oder sind wir ein Gefäß zur Ehre? Gebraucht Gott mein Leben, um zu zeigen der Welt und dem Universum, wie töricht ein Sündenleben ist, oder gebraucht Gott mein Leben, kann er es gebrauchen, um zu zeigen, wie gesegnet Gerechtigkeit ist? Also, wir können uns entscheiden durch unsere persönliche Entscheidung, ob wir ein Wischeimer sein wollen oder ein schönes Freitagabendglas, ja? Das ist unsere Entscheidung. Für irgendetwas, weil jeder Mensch tut etwas. Die Bibel sagt, wir können nichts gegen die Wahrheit. Alles, was wir tun, wird am Ende die Wahrheit bestätigen. Jede Tat des Satans bestätigt am Ende die Wahrheit. Auch alle unsere Taten werden die Wahrheit bestätigen. Die Frage ist nur: Bestätigen wir die Wahrheit, indem wir die Wahrheit ausleben, oder bestätigen wir die Wahrheit, indem wir gegen sie rebellieren und scheitern, ja? Das ist der Punkt. Bestätigen wir die Wahrheit, indem wir sie ausleben, oder bestätigen wir die Wahrheit, indem wir gegen sie rebellieren und dabei scheitern und dadurch die Wahrheit bestätigen, ohne dass wir da was von haben? Und deswegen sagt Paulus: Sei ein Gefäß zur Ehre. Distanziere dich von den Irrlehrern. Distanziere... diese ganzen Irrlehrer sind Gefäße zur Unehre. Sie beweisen, dass Gottes Wahrheit das Einzige ist, was rettet.

[46:45] Ja, sei ein Gefäß zur Ehre. Und deswegen kommt jetzt ein praktischer Aufruf in Vers 22: „So fliehe nun die jugendlichen Lüste! Jage aber der Gerechtigkeit, dem Glauben, der Liebe, dem Frieden nach, zusammen mit denen, die dem Herrn aus... die den Herrn“

[47:04] denen, die den Herrn aus reinem Herzen anrufen. Genau. Was soll er also, wofür soll er sich in Acht nehmen? Wofür soll er weglaufen? Vor den jugendlichen Lüsten, den jugendlichen Begierden. Das heißt, Timotheus muss, was für ein Alter gehabt haben? Ja, das ist interessant, weil wir haben ja schon gelernt:

[47:32] Ähm, zu diesem Zeitpunkt war er schon mindestens ungefähr 15 Jahre mit Paulus zusammen. Also, das ist ja hier kurz am Ende, bevor Paulus stirbt. Und er ist ja schon seit der zweiten Missionsreise mit Paulus zusammen. Also, wenn wir mal sagen, er war 30 hier – ich meine, ich weiß es nicht, aber wenn er 30 war, das ist noch so gerade so Jugend. Oder dann wäre er vielleicht so 15 oder 14 gewesen, als er mit Paulus auf Missionsreise ging. Das ist interessant, oder? Also, damit man so ein Gefühl dafür, wen Paulus dort herangezogen hat: Teenager. Und er war jetzt noch nach so viel Zusammenarbeit immer noch ein wohl etwas gereifter Jugendlicher. Er soll sich von den Begierden der Jugend lösen und weglaufen.

[48:13] Und er soll welche Lebensziele haben? Was soll sein Lebensziel sein? Wonach soll er sich ausstrecken? Was soll er, worauf soll er jagen? Was sind die Lebensziele, die wir brauchen? Gerechtigkeit, Glauben, Liebe, Frieden. Genau. Stellt euch mal vor, wir würden uns jeden Tag diese vier Ziele vor Augen setzen und sagen: Heute habe ich vier Ziele: Gerechtigkeit, Glaube, Liebe, Frieden für mein Leben. Morgen, übermorgen, jeden Tag habe ich diese vier Ziele. Ich möchte Gerechtigkeit, ich möchte Glauben, ich möchte Liebe, ich möchte Frieden. Das sagt Paulus, der kurz vor seinem Tod ist. Er sagt, das sind die vier Ziele, die vier Ziele im Leben. Und zwar nicht nur alleine, sondern zusammen mit denen, die den Herrn aus reinem Herzen anrufen. Also, wir jagen – und das ist interessant: Wir jagen diesem Ziel nicht alleine nach. Jeder steht zwar alleine vor Gott, aber trotzdem haben wir als Gemeinde ein gemeinsames Ziel. Es ist ja viel schöner, wenn man gemeinsam unterwegs ist auf der Wanderung. Oder weil wenn du das Ziel hast und du auch und du auch, dann können wir uns ja zusammen ermutigen, dass wir alle an diesem Ziel ankommen: Gerechtigkeit, Friede, Glaube und Liebe.

[49:42] Wir sind gleich am Ende angelangt. Wir lesen noch diese letzten vier Verse. In Vers 23 kommen noch mal die unverständigen Streitfragen. Wer mag mal in Vers 23 lesen?

[50:00] 2. Timotheus 2, Vers 23: „Die törichten und unverständigen Streitfragen aber weise zurück, da du weißt, dass sie nur Streit erzeugen.“ Also, es gibt nicht nur Streit über Worte, es gibt auch richtige Streitfragen. Also, welche Fragen sollte man gar nicht zulassen? Gibt es Fragen, die zu schwer sind, dass man sagt, das ist zu schwer, das darfst du nicht fragen? Sollte man Menschen erlauben, sich alles fragen zu dürfen?

[50:21] Nun, die Bibel erklärt, was diese Streitfragen sind. Schlagt mit mir in 1. Timotheus 6 und dort Vers 3 bis 5. Da haben wir so einen Eindruck, um wen es dort geht. Also, wenn ein Kind, ein Jugendlicher, ein Teenager von Herzen eine schwere Frage hat, lass die Frage zu. Ja, und wenn ihr die Antwort nicht kennt, umso besser. Ja, dann lass die Frage recht zu. Aber was sind diese törichten Streitfragen? Vers 3 bis 5 in 1. Timotheus 6: „Wenn jemand fremde Lehren verbreitet und nicht die gesunden Worte unseres Herrn Jesus Christus annimmt und die Lehre, die der Gottesfurcht entspricht, so ist der aufgeblasen und versteht doch nichts, sondern krankt an Streitfragen und Wortgefechten, woraus Neid, Zwietracht, Lästerung, böse Verdächtigung entstehen, unnütze Streitgespräche von Menschen, die eine verdorbene Gesinnung haben und der Wahrheit beraubt sind und meinen, die Gottesfurcht sei ein Mittel zur Bereicherung. Von solchen halte dich fern.“

[51:29] Genau. Das Problem an diesen Streitfragen sind eigentlich gar nicht die Fragen, sondern wer ist das Problem? Die Leute, die sie stellen. Oder was ist das Problem von diesen Leuten, die sich stellen? Was sind das für Leute? Die sind aufgeblasen. Also, aufgeblasen. Ja, und das sind auch Irrlehrer. Ja, sind Irrlehrer, die wollen eigentlich keine Antwort. Die benutzen die Fragen nur, um ihre Meinung kundzutun. Habt ihr mal erlebt in so einer Frage-Antwort-Stunde, wo jemand dann so aufsteht und eine Frage stellt und man merkt, der will das eigentlich gar nicht wissen, der will eigentlich jetzt nur seine eigene Irrlehre irgendwie unterbringen? Habt ihr es mal erlebt? Da braucht man nicht viel Menschenkenntnis, um zu merken: Okay, der will jetzt gar nicht eigentlich was wissen, der will einfach nur Streit erzeugen.

[52:28] Und in so einer Situation sagt Paulus dem Timotheus jetzt in 2. Timotheus 2, Vers 23, sagt: „Weise du das zu und dann kommt etwas sehr Bemerkenswertes. Wir lesen mal den Abschnitt 24 bis 26. Da gibt es etwas, wo wir, glaube ich, alle lernen müssen. Ich muss da lernen, und wir müssen alle lernen, was Paulus hier in 2. Timotheus 2, Vers 24 bis 26, sagt: „Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streiten, sondern milde sein gegen jedermann, fähig zu lehren, geduldig im Tragen von Bosheiten. Er soll mit Sanftmut die Widerspenstigen zurechtweisen, ob ihnen Gott nicht noch Buße geben möchte zur Erkenntnis der Wahrheit und sie wieder nüchtern werden aus dem Fallstrick des Teufels heraus, von dem sie lebendig gefangen worden sind für seinen Willen.“

[53:15] Ganz genau. Wie soll der Knecht des Herrn sein? Was ist das Erste, was dort steht? Er soll, noch bevor der Sanftmut, er soll nicht streiten. Stellt euch mal vor, es gäbe in der Gemeinde nur Knechte und Knechtinnen, Mägde Gottes. Es gäbe keinen Streit. Knechte sollen nicht streiten. Gottes Diener sollen nicht streiten. Sie sollen zwar Irrlehren nicht aufnehmen, ablehnen, aber sollen nicht streiten. Deswegen ist uns auch empfohlen worden, soweit es möglich ist, nicht an Debatten teilzunehmen. Nicht streiten, sondern wie soll er sein, der Knecht Gottes? Er soll mild. Und zwar gegenüber wem? Jedermann. Paralleltext in Titus steht, dass Paulus dem Titus sagt: „Du sollst sie instruieren, dass sie sich den staatlichen Obrigkeiten unterordnen und milde sein sollen, sanftmütig sein sollen gegen jedermann.“

[54:11] Egal, wer es ist, egal, was sie machen. Wir sollen immer – wir dürfen es, wir müssen es nicht zustimmen, wir müssen nicht der gleichen Meinung sein. Wir dürfen sagen: „Das finden wir falsch.“ Wir sollen trotzdem milde sein. Das Interessante ist, das Wort, das hier steht, nur noch einmal in der Bibel vor. Und zwar wird das – müssen wir jetzt nicht aufschlagen – in 1. Thessalonicher 2, Vers 7. Da sagt Paulus: „Ich war liebevoll bei euch wie eine stillende Mutter sich um ihr Kind kümmert.“

[54:40] Habt ihr mal eine Mutter gesehen, die so ein frischgeborenes Baby hat? Schreit das Baby manchmal, brüllt das wie am Spieß? Was macht die Mutter, wenn das Baby wie am Spieß brüllt? Brüllt es zurück und sagt: „Hör auf!“? Also, vielleicht ganz, ganz – also, wenn es ganz, ganz schlimm kommt, so eine Rabenmutter. Aber was sollte eine Mutter eigentlich tun? Was macht jede normale Mutter, wenn das Kind brüllt wie am Spieß? „Ach, du armes Kleines, bist noch so klein, ja, trinkst noch Milch.“ Das wird noch liebevoll mit einer liebevollen Einstellung. Wenn also so ein ungehobeltes Gemeindeglied anfängt, irgendwelche Streitfragen in der Gemeinde aufzubringen und in Anführungsstrichen loszuschreien, was soll der Knecht des Gottes tun? Was soll der Knecht Gottes tun?

[55:32] Milde. Wie behandeln wir ein kleines Baby? Ja, also versucht mal – also, ich muss das auch im Kopf erstmal umprogrammieren. Aber was würde passieren, wenn wir die Irrlehrer alle wie kleine Babys behandeln, die einfach nur rumbrüllen, weil sie es noch nicht besser verstehen? Also, versteht ihr, wie ich meine? So, milde sein.

[55:51] Milde sein gegen jedermann. Und zwar fähig zu lehren. Das hat wieder hiermit zu tun mit der Fähigkeit, gerade zu schneiden. Wenn ich selbst meine Bibel nicht kenne, wenn ich nicht weiß, was die Bibel über den Sabbat sagt, kann ich auch jemandem nicht entgegentreten, der mir plötzlich sagen will, der Sabbat ist nicht am Samstag, sondern muss nach dem Neumond berechnet werden. Da muss ich schon wissen, was die Bibel über den Sabbat sagt. Ja, ich muss wissen, was die Bibel über den Heiligen Geist sagt, wenn jemand kommt und sagt, den gibt's gar nicht, dann muss ich wissen, was sie sagt. Ich muss immer noch milde sein. Ja, also, es gibt beides: den Charakter und das Wissen. Fähig zu lehren und dann geduldig im Ertragen von Bosheiten.

[56:32] Wer war der größte Meister darin, Bosheiten geduldig zu ertragen? Jesus, oder? War Jesus fähig zu lehren? War Jesus milde gegen jedermann? Hat Jesus gestritten? Das heißt, wie sollen wir mit Irrlehrern umgehen? So wie Jesus. Hat Jesus Irrlehren klar definiert? Hat er gesagt: „Das ist falsch“, aber hat er trotzdem versucht, den Menschen das Beste zu unterstellen? Und hier sehen wir, was Paulus eigentlich – wir haben ja gesehen schon das letzte Mal – er hält Jesus hoch und die Bibel hoch. Das ist ein großes Ding: Jesus und die Bibel. Auch im Umgang mit Irrlehrern gilt: Wir müssen Jesus hochhalten und die Bibel hochhalten. Mit Sanftmut die Widerspenstigen – was stand bei euch in Vers 25? „Er soll mit Sanftmut die Widerspenstigen zurechtweisen.“ Dort steht eigentlich *paideuo*. *Paideuo*, heißt, da kommt das kommt von Pädagogik.

[57:23] Er soll sie erziehen, erziehen, und zwar die Widerspenstigen. Das steht im Griechischen, ein Wort: die sich gegen alles positionieren, die eine Antihaltung haben. Kennst du Leute, die so eine Antihaltung haben? Egal, was man aus der Bibel sagt, erstmal dagegen. Und solche Menschen muss man mit Sanftmut erziehen. Das ist, was er sagt. Nicht alle ausschließen. Ja, nur die ausschließen, die absolut unerziehbar sind. Ja, die Unerziehbaren müssen ausgeschlossen werden. Aber die Erziehbaren müssen mit Sanftmut erzogen werden. Und zwar warum? Was ist das Ziel? Was könnte passieren, wenn man sie mit Sanftmut erzieht? Damit

[58:21] Vers 25: „Ob ihnen Gott nicht noch Buße geben möchte zur Erkenntnis der Wahrheit.“ Was meint er wohl, warum Saulus, Paulus, sich sicher war, dass auch ein Irrlehrer noch gerettet werden kann? Er hat es selbst erlebt, oder? Er hat es selbst erlebt, dass Gott ihn, der so darauf versessen war, die Gemeinde auszurotten, dass Gott ihn gerettet hat. Also wusste Paulus auch, wenn man sehr tief im Irrtum steckt, kann man gerettet werden. Und wir dürfen Menschen nie abschreiben. Auch wenn jemand aus der Gemeinde ausgeschlossen wird, ist das ja nicht, weil man ihn vom ewigen Leben ausschließen möchte, sondern nur, weil man die Gemeinde beschützen muss. Muss die Gemeinde beschützen. Aber er soll ausgeschlossen werden, damit er anfängt, nachzudenken und vielleicht wieder zurückkommt. Das ist eigentlich auch der Sinn der Gemeindezucht, dass Menschen ausgeschlossen werden, damit sie gerettet werden können. Und dann in Vers 26: „Und sie wieder nüchtern werden.“ Das heißt, was für einen Zustand haben sie, wenn sie voll Irrlehre sind? Betrunken. Kann man mit einem Betrunkenen richtig, richtig, ne? Geht gar nicht. Wenn ihr mal mit einem echten Irrlehrer sprecht, dann werdet ihr feststellen, die sind wie besoffen. Also, nicht, dass sie so lallen, aber als ob ein klares Argument nicht durchgeht. Und das braucht Zeit. Ein Mensch, der besoffen ist, der betrunken ist, der wird nicht in einer Sekunde wieder nüchtern. Der muss es wieder ausnüchtern. Und auch Irrlehrer müssen – man muss sie von ihrem Thema erstmal wegbringen und dann müssen sie langsam ausnüchtern. Übrigens sagt Ellen White, dass Menschen, die lange in einer Irrlehre gewesen sind und gepredigt haben, auch nicht gleich sofort dann wieder ans Pult gebracht werden sollen. Die müssen erstmal sich wieder normalisieren und stabilisieren. Ja, die müssen wieder nüchtern werden aus dem Fallstrick des Teufels heraus, aus dem sie lebendig gefangen worden sind für seinen Willen. Also, das Bild ist: Der Satan fängt einen Menschen und hält ihn gefangen, so wie in seinem Käfig, für seinen Willen. Warum kann der Satan Irrlehrer gebrauchen? Weil durch Irrlehrer kann er Menschen von Jesus wegführen. Und deswegen sind Irrlehrer gefährlich und deswegen kann man mit Irrlehre nicht spielen. Und ihr seht, der ganze zweite Abschnitt von 2. Timotheus 2 spricht davon, wie man mit Irrlehre umgeht. Und ihr Lieben, damit enden wir heute.

[1:00:52] Aber diese Welt ist voller Irrlehren und sie dringen links und rechts in die Gemeinden rein. Was müssen wir also tun? Wir müssen die Bibel gerade schneiden. Nicht darauf verlassen, dass der Pastor oder Evangelist oder Gemeindeleiter hier vorne sie gerade schneidet. Das ist zwar gut und das wird auch gebraucht, aber am Ende bist du nur sicher, wenn du sie selbst gerade schneidest. Du musst kein Hebräisch, kein Griechisch können, aber du musst wissen, was sagt die Bibel zum Thema Erlösung? Was sagt die Bibel zum Thema Wort Gottes? Was sagt sie zum Thema Heiliger Geist? Was sagt sie zum Thema Sabbat? Das musst du selbst mal angeschaut haben. Gerade schneiden. Wenn ein Thema kommt, wie jetzt das mit der LGBTQ. Was sagt die Bibel zum Thema Homosexualität? Schau dir die Texte selbst an. Verlass dich nicht auf Theologe XY. Lies sie, lies den Kontext, schau, was die Bibel sagt. Dann kannst du eine Meinung dir bilden.

[1:01:50] Und dann wollen wir diese drei Ziele haben. Der Gerechtigkeit, Glaube, Liebe und wer Frieden nachstrebt, dem wird es schwerfallen, in eine Irrlehre zu fallen. Und das Fundament Gottes können wir alle erkennen an zwei Dingen: Erstens, an der persönlichen Beziehung zu Jesus und daran, dass es – dass jede wahre Lehre mich darüber aufklärt, dass ich Sünde verlassen sollte und mir den Weg zeigt und die Kraft, wo die Kraft zu finden ist, Sünde überwinden zu können. Jede wahre Lehre der Bibel hat einen praktischen Nutzen für mein Glaubensleben. Und daran kann man die Wahrheit erkennen. Dieses Siegel trägt das Fundament Gottes. Und auf dieses Siegel wollen wir uns verlassen, dieses Fundament bauen und dürfen wissen, dass Gott uns sicher führen wird, wenn wir bei Jesus, wenn wir diese Ratschläge von Paulus annehmen, wird keiner von uns verloren gehen. Das ist schön zu wissen, oder?

[1:02:53] Lass mich einen letzten Satz sagen und dann schließen wir wirklich. Ich würde euch gern eine Impfung geben, eine Impfung gegen Irrlehre. Die ist ganz – also, ganz, ganz gut verträglich. Okay, gibt keine Nebenwirkungen. Ist ganz entscheidend. Sogar die beste Impfung gegen Irrlehre ist das wahre Evangelium: Jesus liebt mich, er ist für mich gestorben, er tritt jetzt für mich ein, er möchte, dass ich gerettet werde. Und wenn ich das glaube, bin ich gerettet. Alle Irrlehre funktioniert über folgenden Mechanismus: „Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich gerettet bin.“ So, und jetzt kommt jemand von links oder rechts und sagt: „Wenn du das weißt und wenn du diese geheime Erkenntnis hast – die ganze Gemeinde hat bisher noch nicht erkannt, aber ich habe es erkannt – und wenn du das weißt und wenn du das glaubst, dann bist du gerettet.“ Und da gibt's viele, die das einfach annehmen, weil sie Angst haben: „Es könnte ja, ja, stimmen. Und wenn es stimmt und ich habe es nicht angenommen, dann gehe ich verloren.“ Kennt ihr das? Leute, die sagen: „Okay, das klingt so, das klingt so biblisch. Wenn ich das jetzt aber nicht glaube, dann gehe ich vielleicht verloren. Deswegen nehme ich es lieber an.“ Aber deine Erlösung hängt niemals von der Annahme einer Glaubenslehre ab, niemals. Denn wenn wir erlöst werden, weil wir Glaubenslehren für wahr halten, würden auch Dämonen erlöst werden. Das ist nicht die Grundlage der Erlösung. Die Grundlage der Erlösung ist: Jesus ist für mich gestorben, er hat mir ein neues Herz geschenkt, erfüllt mich heute mit dem Heiligen Geist. Und deswegen weiß ich heute – ich weiß nicht, was morgen ist, aber ich weiß, heute Gott ist mit mir. Und wenn jemand kommt und sagt: „Ich muss erst diese 35 Videos anschauen, um wirklich Erlösungsgewissheit zu haben oder Erlösung bekommen zu können“, kann ich sagen: „Nein, ich habe schon Erlösung. Ich studiere gern mehr die Bibel noch tiefer. Aber es hängt nicht an neuen Erkenntnissen, ob ich erlöst bin oder nicht. Deswegen lasst euch täglich impfen mit dem Evangelium.

[1:05:20] Täglich. Lasst uns noch gemeinsam niederknien und beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten Dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass du uns in deinem Wort so klar und deutlich zeigst, worauf es am Ende der Zeit wirklich ankommt. Es kommt darauf an, dass wir die Bibel selbst kennen und dass wir dich kennen, dass wir nicht auf spekulative Theorien reinfallen, dass wir uns nicht einfach an andere Menschen anhängen, sondern das Wort Gottes gerade schneiden. Du verlangst nichts Großes von uns, sondern nur, dass wir täglich Zeit mit dir verbringen, dass du uns erziehen kannst. Und Herr, wir haben gesehen, wie wir mit Irrlehre und mit Irrlehrern umgehen sollen. Erfülle uns mit deinem Heiligen Geist und gib, dass wir wirklich gegenüber jedem Menschen milde sind und auch Bosheiten zu ertragen lernen. Und mach uns fähig, anderen Menschen die Wahrheit zu erklären. Lass uns Liebe, Gerechtigkeit, Glauben und Frieden nachjagen. Und Herr, lass uns niemals unsere Füße vom festen Fundament nehmen, das du für uns gebaut hast. Das bitten wir im Namen Jesu.


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