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In dieser Folge der Serie „Der letzte Brief“ widmet sich Christopher Kramp den letzten Worten des Apostels Paulus an Timotheus aus 2. Timotheus 3,14-17. Er beleuchtet die Bedeutung, bei der erlernten Wahrheit zu bleiben, die Bibel als von Gott inspiriertes Wort („Theo pneustos“) und ihre vier zentralen Aufgaben: Lehre, Überführung, Zurechtweisung und Unterweisung in Gerechtigkeit. Erfahren Sie, wie die Schrift uns zur Erlösung weise macht und warum ihre vollständige Inspiration entscheidend ist.


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Serie: Der letzte Brief

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Transkript

[0:12] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar „Der letzte Brief“. Schön, dass ihr heute live vor Ort seid und schön, dass ihr jetzt live eingeschaltet habt auf www.joelmedia.de. Wir sind an das Ende gelangt dieses kleinen und so gewichtigen Briefes des Paulus an den Timotheus, den Zweiten Timotheusbrief. Die letzten Worte von Paulus. Er sitzt im Gefängnis und er weiß, er wird bald sterben. Und Menschen, die wissen, dass sie nicht mehr viel Zeit zu leben haben, die überlegen sich ganz genau, was sie sagen. Die haben einen Wunsch, dass das, was ihnen besonders wichtig ist, dass das überlebt, dass das an die nächste Generation weitergegeben wird. Und Paulus schreibt an seinen jungen Mitarbeiter, diesen Timotheus, diesen letzten Brief aus dem Kerker in Rom.

[1:11] Und wir haben einiges gesehen, was er dort geschrieben hat. Wir haben gesehen, wie er angesichts der Verfolgung durch den Kaiser Nero den Timotheus ermutigt, standhaft zu bleiben. Einige sind abgefallen, einige haben ihn verlassen, andere sind treu bei Paulus geblieben. Und er sagt zu Timotheus: „Schäme dich nicht!“ Ja, er selbst, Paulus, schämt sich nicht, auch wenn er gekettet ist mit Fesseln in Rom. Und wir haben gesehen, wie er dann den Timotheus auch ganz deutlich warnt vor den Irrlehrern, die mit falschen Theorien das Christentum, das noch ganz jung ist und gerade am Aufblühen ist, in Gefahr bringen. Und er schärft ihm ein, nicht auf diese Streitfragen einzugehen und nicht auf irgendwelche Nebenkriegsschauplätze und auf unnütze Diskussionen sich einzulassen, sondern liebevoll, nüchtern, sanftmütig für die klare, einfache Wahrheit des Evangeliums einzustehen. Und Paulus, das haben wir das letzte Mal gesehen, sagt ihm voraus, dass es am Ende der Zeit viele Scheinchristen geben wird, die sich Christen nennen, aber wo das Christentum eigentlich die Kraft nicht entfalten konnte in ihrem Leben, die eigentlich genauso leben wie die Weltmenschen, nur sich Christen nennen. Und Paulus sagt: „Hüte dich davor, sei ein echter Christ!“ Wir haben gesehen, wie er sich daran erinnert hat, wie Timotheus mit ihm durch all die Jahre hindurch gewirkt hat im Glauben, in der Lehre, in der Langmut, in den Verfolgungen. Und wir haben gesehen, wie Paulus sich erinnert hat an die Dinge, die er erlebt hat, und wie er Timotheus ermutigt hat, treu zu sein auch in Anfechtung, auch in Schwierigkeiten, denn er sagt: „Alle, die an Gott glauben und mit Gott leben, werden auch Schwierigkeiten, werden Verfolgung erleben.“

[2:59] Und heute sind wir, wie gesagt, zum letzten Abschnitt gekommen und wir wollen uns ab Kapitel 3 Vers 14 diese wichtigen letzten Verse anschauen. Bevor wir das tun, möchten wir gemeinsam Gott einladen, dass er unser Denken leitet und damit wir von seinem Geist erfüllt werden, möchten wir zu ihm beten. Und wem es möglich ist, den lade ich ein, mit mir niederzuknien.

[3:30] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass du heute an diesem Tag dir erneut vorgenommen hast, zu uns durch dein Wort zu reden. Wir möchten dir danke sagen, dass dein Wort mit ungeheurer Kraft unser Leben verändert. Wir danken dir, dass, obwohl der Paulus vor 2000 Jahren gelebt und gestorben ist, dass er durch die Worte, die er aufgeschrieben hat, uns doch heute ein Vorbild sein kann und wir seine Botschaft auch für unser Leben heute annehmen können. Wir möchten dich bitten, dass du persönlich zu uns sprichst, dass ganz egal, wo wir gerade stehen in unserer Erfahrung mit dir, dass du jeden von uns abholst, jeden von uns erreichst und dass wir heute von hier gehen können in dem Wissen, durch dein Wort dir begegnet zu sein. Und dafür danken wir dir, dass du versprochen hast, dass dein Wort nicht leer zurückkehren wird, sondern ausführen wird, wozu du es gesandt hast. Das bitten wir jetzt im Namen Jesu. Amen.

[4:47] 2. Timotheus Kapitel 3 Vers 14. Angesichts all dieser Verführungen der Irrlehrer, all den Verfolgungen, all dem, was sich sozusagen am Horizont zusammenbraut, was der Paulus schon prophetisch sieht und worauf der Timotheus zusteuern wird als junger Christ in der zweiten Generation der Urchristenheit – in alldem hat Paulus einen Rat an ihn, einen wichtigen Rat, der jetzt in den nächsten Versen so komprimiert zusammengefasst wird und der beginnt in Vers 14 von 2. Timotheus 3 mit „Du aber bleibe“. Mag jemand lesen, was in 2. Timotheus 3 Vers 14 und 15 geschrieben steht? „Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und was dir zur Gewissheit geworden ist, da du weißt, von wem du es gelernt hast und weil du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst, welche die Kraft haben, dich weise zu machen zur Rettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist.“

[5:55] Angesichts all der Verführung, angesichts der falschen Theorien, sagt Paulus zu ihm: „Bleibe bei dem, was du gelernt hast, bleibe bei dem, was dir zur Gewissheit geworden ist.“ Nun, Paulus will damit nicht sagen, dass wir uns nicht mal irren können, dass wir nicht auch uns korrigieren müssen, dass wir nicht immer wieder auch nach der Wahrheit forschen sollen. Aber Dinge, die wir in unserem Leben als Gewissheit erlebt haben, dass Jesus Christus für uns gestorben ist, dass Gott uns lieb hat und viele andere Dinge, die die Bibel eindeutig, unmissverständlich lehrt, die wir als Gewissheiten erlebt haben, die dürfen wir nicht angesichts von Not und von Verfolgung und von Schmach wieder aufgeben. Paulus sagt: „Bleibe bei dem! Sei in diesem Sinne sozusagen in Anführungsstrichen konservativ, ja, behalte das, was dir zur Gewissheit geworden ist.“ Und das ist ein ganz wichtiger Rat. Wie viele geben ihre Überzeugungen in Notsituationen wieder auf? Er sagt: „Bleibe dabei!“

[7:04] Und zwar sagt er, weil du weißt, von wem du es gelernt hast und weil du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst. Den heiligen Schriften ist natürlich welches Buch gemeint? Die Bibel, oder? Und Timotheus kannte die Bibel von Kind auf an. Warum kannte er die Bibel von Kind auf an? Wie kam es dazu, wenn wir uns noch mal kurz erinnern, was wir über seine Familie und sein Leben wissen, ja? Er kannte die Bibel von der Mutter und Großmutter her, genau. Seine Mutter Eunike und seine Großmutter Lois, die haben ihn von Kind auf an mit der Bibel vertraut gemacht. Kennt ihr noch andere Personen in der Bibel, die von Kindheit an die Bibel kennengelernt haben? Mose zum Beispiel, ja, bei seiner Mutter Jochbet. Noch Personen, die von Samuel so mit drei Jahren dann beim Eli, also eigentlich vorher schon, ja, und dann äh ja, von Kind auf an, ein jemand, der die Bibel kannte. Noch jemand, vielleicht ein H? Jesus, ja. Und wir sehen in der Bibel immer wieder Menschen, die von Kindheit an mit dem Wort Gottes vertraut gemacht worden sind. Die haben einen großen Segen erlebt. Nun, wenn wir erst später im Leben Gott kennenlernen, kann Gott uns trotzdem erretten, nicht wahr? Kein Mensch wird errettet, weil er viel in der Bibel weiß. Und trotzdem ist es ein besonderes Privileg, wenn wir in unserem Leben schon früh auch mit der Bibel in Berührung gekommen sind und die Wahrheit kennengelernt haben.

[8:37] Und dann sagt er etwas über diese heiligen Schriften. Er sagt, die Bibel hat eine Kraft. Und zwar, was für eine Kraft? Wenn wir in Vers 15 noch mal schauen, was für eine Kraft steckt in der Bibel, von der hier spricht? Sie macht weise zur Rettung. Genau, weise, ein anderes Wort für weise: klug, klug. Man wird also klug im Bezug auf eine Sache. Man wird vielleicht auch klug im Bezug auf Biologie und auf Geografie, wenn man die Bibel liest, ja. Das hilft auch, aber sie macht klug im Bezug auf eine Sache, nämlich auf was? Erlösung. Erlösung. Wer die Bibel liest, weiß, wie er ewiges Leben bekommt. Alle Menschen sehnen sich irgendwie nach einem Leben danach. Alle Menschen sehnen sich nach ewigem Leben oder nach einer Hoffnung, nach Frieden, nach einem Leben ohne Schmerz und Tod und Leid. Alle Menschen suchen das und alle Religionen sind so Angebote: „Vielleicht könnte das funktionieren. Mach mal das, wenn du dich daran hältst, dann könnte das vielleicht funktionieren.“ Wer die Bibel liest, der weiß, wie er ewiges Leben haben kann. Die ganze Bibel von den ersten Seiten von 1. Mose bis zur Offenbarung beschreibt ganz unmissverständlich, wie wir erlöst werden.

[9:53] Nun, durch das Bibellesen werden wir nicht erlöst, oder? Woher wissen wir, dass das Bibellesen alleine uns nicht erlösen kann? Die Bibel hat nicht die Kraft, uns zu erlösen. Die hat nur die Kraft, uns weise zu machen zur Erlösung. Woher wissen wir, dass die Bibel selbst niemanden erlösen kann? Was würdet ihr sagen? Ja, wir wissen das zum Beispiel aus der Geschichte von den Pharisäern und den Schriftgelehrten. Die haben die Bibel sehr gut gekannt, ja, aber die Bibel hat sie nicht erlöst, genau. Jesus sagt zu ihnen, Johannes 5: „Ihr aber erforscht die Schriften und meint, in ihr das ewige Leben zu haben. Und sie ist es, die von mir Zeugnis gibt.“ Und dann sagt: „Und doch wollt ihr nicht zu mir kommen.“ Da haben Menschen die Bibel gelesen, aber nicht verstanden, dass die Bibel Jesus als den Weg des Lebens, den Weg zum Leben, den Weg und das Leben präsentiert. Die Bibel zeigt uns, wie wir erlöst werden können. Und deswegen müssen wir die Bibel studieren. Und je besser wir – und das manche Leute fragen sich: „Okay, wie gut muss ich denn die Bibel kennen?“ Nun, schon ein Vers, schon Johannes 3 Vers 16 reicht aus, um zu wissen, wie erlöst wird. Aber je mehr ich die Bibel kenne, desto fester wird meine Gewissheit, desto mehr Aspekte sehe ich davon, desto klarer sehe ich das. Also, je mehr ich die Bibel verstehe, desto besser verstehe ich, wie ich ewiges Leben habe, und zwar durch den Glauben, der in Jesus ist.

[11:21] Nun, diese Kraft des Evangeliums, die kennen wir, oder? Paulus hatte immer wieder vom Evangelium gepredigt in seinem Leben. Wir gehen ganz kurz zu Römer 1. Paulus wusste, das Evangelium ist nicht nur eine Theorie, das Evangelium ist nicht nur eine weitere Weltanschauung. Das Evangelium der Bibel ist eine Kraft. Er sagt in Römer 1 Vers 16 und 17: „Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht, denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann noch für den Griechen.“ Paulus sagt: „Egal, wer du bist, egal, was deine Abstammung ist, deine Kultur, deine Herkunft, deine Nationalität, dein Alter, deine Erfahrung, egal, wer du bist, jeder, der das Evangelium glaubt, kann und wird errettet werden.“ Das ist die Kraft Gottes. Und Paulus hat im selben Kapitel gesagt, woher dieses Evangelium kommt oder worauf es basiert. Er sagt im ersten Vers, in den ersten Versen von Römer 1: „Paulus, Knecht Jesu Christi, berufener Apostel, ausgesondert für das Evangelium Gottes, dass er zuvor verheißen hat in heiligen Schriften durch seine Propheten.“ Und dann sagt das Evangelium von Jesus Christus. Die Bibel verheißt das Evangelium. Sie zeigt uns, wer Jesus ist, warum er gekommen ist, wie er gelebt hat, was er gesagt hat, wie sein Charakter gewesen ist, was er für uns getan hat, was er gerade tut, was er tun wird. Sie zeigt uns alles, was wir wissen müssen über Jesus. Sie macht uns wirklich, sie ist kräftig, ist die Kraft Gottes, um uns weise zu machen zur Erlösung. Und in einer Zeit, in der die Irrlehren, die falschen Theorien, die falschen Weltanschauungen durch die Gegend wabern, ist es heute wichtig, dass wir bei dem bleiben, was wir gelernt haben und bei diesem Wort Gottes.

[13:15] Schaut mit mir weiter, was Paulus weiter sagt über diese Bibel. Macht jetzt eine ganz berühmte und wichtige Feststellung in Vers 16 und 17, 2. Timotheus 3 Vers 16 und 17. Ganz berühmter Vers. „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes richtig ist für jedes gute Werk ausgerüstet.“

[13:53] Genau, das ist einer der berühmtesten Verse über die Bibel schlechthin. Und es ist erstaunlich zu wissen, dass Paulus ganz am Ende, eines der letzten Dinge, die ihm wichtig war, dass alle wissen, welche Bedeutung die Bibel hat. Und zwar sagt er was über die Bibel? Die Bibel, sagt er, ist eingegeben. Das griechische heißt *Theo pneustos*. Und *Theo*, das ist Gott, ja. Theologie ist die Lehre von Gott. Und *Pneustos*, da steckt *Pneuma* drin. Und *Pneuma* ist der Geist. Wörtlich, sie ist Gott gehaucht. Gott hat sie eingehaucht. Da kommt diese Idee von der Inspiration. Die Bibel ist inspiriert. In der Bibel schreiben Menschen. Paulus schreibt, Johannes schreibt. Und Paulus schreibt mit einer anderen Grammatik als Johannes, ja. Johannes hat manchmal sogar Probleme mit der Grammatik, weil es Griechisch nicht seine Muttersprache ist. Sie schreiben mit menschlichen Worten, mit den Worten, die sie kennen, mit der Grammatik, die sie gelernt haben. Die schreiben verschiedene Sprachen, die schreiben mit einem verschiedenen Stil. Und trotzdem spricht in den Worten auch Gott. Er hat ihnen Gedanken eingegeben, die nicht auf dieser Erde geboren sind. Es sind Gedanken, die höher sind als Himmel, Gedanken, die von Gott kommen, die er ihnen gegeben hat, die sie jetzt nach bestem Wissen und Gewissen mit eigenen Worten wiedergeben. Und zwar gilt das für wie viel Teile der Bibel? Sagt: „Alle!“ Die ganze Schrift.

[15:33] Es mangelt heute nichts an Menschen, die Teile der Bibel als inspiriert akzeptieren. Es gibt kaum jemand, der die gesamte Bibel ablehnt. Es gibt in den Sprüchen Verse, die jeder Atheist unterschreiben kann. Aber der entscheidende Punkt, sagt Paulus, dass wir die gesamte Bibel als von Gott eingegeben betrachten. Eine der berühmtesten oder eine der eindeutigsten Kennzeichen, dass etwas eine Irrlehre ist, besteht darin, wenn jemand sagt: „Ja, die Bibel ist ein tolles Buch, ein großartiges Buch, bis auf dieser Vers, der gefällt mir nicht, weil der widerspricht meiner Idee.“ Oder: „Bis auf dieses Buch, das gefällt mir nicht.“ Ja, wenn ihr das hört, dass Menschen sagen, die Bibel ist ein tolles Buch, bis auf das oder bis auf das, dann muss die rote rote Flagge hochgehen, ja, das ist dann sozusagen die Alarmglocke. Der Paulus sagt, die gesamte Schrift ist inspiriert. Wir verstehen nicht immer die ganze Bibel, wir verstehen nicht immer alles, ja. Manche Dinge sind uns vielleicht gerade zu hoch, weil wir nicht tief genug denken können oder gerade aus irgendwelchen Umständen das nicht verstehen können. Aber das ändert nichts daran, dass sie inspiriert ist. Gerade die Tatsache, dass manche Dinge auch manchmal nicht so einfach zu verstehen sind, ist ein Hinweis darauf, dass die Gedanken höher sind, als wir sie immer gleich so erfassen können.

[16:54] Und jetzt noch mindestens genauso wichtig: Nicht nur die Frage, dass die ganze Bibel – und das ist mir sehr wichtig, dass wir das mitnehmen von Paulus, ihm war das auch wichtig, dass wir nicht anfangen, die Bibel zu unterteilen in „Das ist wichtiger, mehr inspiriert, weniger inspiriert.“ Die Bibel ist an allen Stellen, herzlichen Dank, das ist ganz lieb von dir, ein von Gott inspiriertes Buch. Gott spricht durch die Worte zu uns. Und er sagt jetzt, dass sie vier Aufgaben erfüllt. Was sind die vier Aufgaben, die wir in diesem Text sehen, die die Bibel erfüllt? Was ist die erste Aufgabe? Äh, das ist die zweite, die dritte sogar, genau. Belehrung. Das heißt, das erste, was die Bibel uns gibt, ist eine Lehre. Sie sagt uns, was ist sie? Sie gibt uns die Lehre über Gott, wie ist Gott? Die Lehre über die Erde, den Menschen. Wie ist der Mensch gemacht? Warum ist der Mensch so gemacht? Die Lehre über die Sünde. Was ist Sünde? Was ist das Evangelium? Was ist ein – wie ist ein Mensch im Tod? Die Lehre über den Sabbat, die Lehre über die Wiederkunft. Sie gibt uns Lehre, ja. Und die meisten Menschen begnügen sich damit. Die meisten Christen, die wollen wissen: „Okay, was sagt die Bibel zu diesem Thema?“ Und dann sagen sie: „Ja, das glaube ich.“ Und dann denken sie, damit ist es getan. Und Paulus war die Lehre sehr wichtig, ja. Gerade im Brief an Timotheus – wir haben nicht die Zeit, die Verse zu lesen, aber gerade im Brief an Timotheus spricht er immer wieder auch von der gesunden Lehre, von den gesunden Worten. Er bittet Timotheus, auf die Lehre aufzupassen. Und auch wir müssen in dieser Zeit, in der wir leben, darauf achten, dass die Lehre des ewigen Evangeliums bleibt, dass sie nicht geändert wird. Aber die Lehre ist nur der erste von vier Punkten. Was ist der zweite Punkt?

[18:46] Überführung. Überführung. Und Überführung klingt ein bisschen merkwürdig, oder? Das Wort Überführung. Das griechische Wort, das *elenchos* kommt nicht so oft in der Bibel vor. Einmal zum Beispiel kommt es noch in Hebräer 11 Vers 1 vor. Vielleicht kennt ihr diese Passage. Hebräer 11 Vers 1. Da spricht Paulus über den Glauben und sagt, der Glaube in Hebräer 11 Vers 1 ist eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung, eine Überführung von Tatsachen, die man nicht sieht. Es hat sowas von einem Beweis. Also, man wird von etwas überführt, man ist sozusagen mit einem Beweis konfrontiert. Ja, wenn man zum Beispiel zu schnell gefahren worden ist, zu schnell gefahren ist, ja, mit dem Auto, und man ist überführt worden, dann flattert ein Brief in den Briefkasten und da ist ein Bild. Und dieses Bild ist ein ziemlich klares Beweismittel. Man kann dem meistens nicht viel entgegensetzen, weil man ist fotografiert worden. Das ist eine Überführung mit Hilfe eines Beweises. Und die Bibel ist also nicht nur ein Beweis, um sozusagen zu beweisen, dass Gott existiert oder zu beweisen, dass Jesus gelebt hat oder von den Toten auferstanden ist. Sie ist doch ein Beweismittel, um uns zu überführen.

[20:19] Das zweite Mal, dass die Bibel dieses Wort noch verwendet, außer Timotheus, ist in Matthäus 18. Matthäus 18 kennt ihr vermutlich als ein Kapitel, wo es auch um die Schlichtung von Schwierigkeiten zwischen Gemeindegliedern geht. Also, was passiert, wenn sich zwei streiten in der Gemeinde, wenn einer gegen den anderen gesündigt hat? Und da steht in Matthäus 18 und dort Vers 15: „Wenn aber dein Bruder an dir gesündigt hat, so geh hin und weise ihn zurecht.“ Und hier steht eigentlich wörtlich wieder: „Überführe ihn, zeig ihm, wo er falsch gelegen hat. Und unter vier Augen hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen.“ Das heißt, in diesem Wort Überführung steckt einmal diese Idee von einem Beweis drinne. Also, da geht jetzt nicht nur um Gefühle, geht um Fakten. Aber da geht's auch darum, dass wir sozusagen konfrontiert werden mit uns selbst. Wir werden sozusagen konfrontiert mit unserer Sünde. Wenn wir die Bibel wirklich aufrichtig lesen, stellen wir fest: „Ich habe das gleiche Problem wie der Abraham, ich habe auch das Problem wie der Petrus, ich habe auch so gedacht wie David oder mich so verhalten wie Johannes, Markus oder wer auch immer.“ Wir, wir, die Bibel spricht zu uns. Gottes gehauchtes Wort spricht zu uns und wir stellen nicht nur fest, was ist Wahrheit, sondern wir stellen auch fest, und zwar nicht so im Sinne von: „Es könnte sein“, sondern – also, wenn ihr das mal erlebt habt, wisst ihr, man fühlt sich wirklich überführt. Man weiß, es stimmt, es ist wirklich wirklich so. Aber da endet es nicht. Es gibt einen dritten Punkt. Und da ist es jetzt ganz, ganz toll. Was steht bei euch in euren Bibeln über diesen dritten Punkt? Was kommt als Nächstes? Die Belehrung, die Überführung und die Zurechtweisung. Das klingt so ein bisschen wie: „Ich habe dich überführt und

[22:21] bisschen wie: „Ich habe dich überführt und jetzt mache ich: du, du, du, du, du!“ Ja, oder so: „Wie kannst du nur?“ Aber das steht da eigentlich gar nicht, denn das Wort, das hier im Griechischen steht, epanorthosis, kommt nur an dieser Stelle in der Bibel vor, erstmal. Ja, das heißt, wir können jetzt nicht andere Bibeltexte vergleichen. Wir müssen einfach das griechische Lexikon aufmachen, das Wörterbuch. Das habe ich gemacht und ich war, ich bin richtig erstaunt. Ich habe heute richtig meine persönliche Erkenntnis des Tages gehabt. Epanorthosis, die sogenannte Zurechtweisung, wie das hier die Schlachter übersetzt, das ist wirklich mal – aber ganz selten kommt das vor, wo ich sagen würde, dieses Wort ist einfach richtig schlecht übersetzt. Man kann es viel besser übersetzen, denn das Wort heißt wörtlich Wiederherstellung. Das ist doch viel schöner, oder? Es ist eine Wiederherstellung.

[23:16] Manchmal wird es auch als eine Verbesserung übersetzt. Es kommt von dem Verb epanorthóō, das heißt wieder aufrichten, aufhelfen, unterstützen, wiedergutmachen. Das heißt, die Idee ist: Die Bibel sagt, was ist die Wahrheit, dann zeigt sie uns, dass wir Sünder sind. Sie konfrontiert uns mit unserem Zustand und dann im Deutschen: „zurechtweisen“. Sie weist zum Recht, ja, aber das ist keine gute Übersetzung. Man könnte viel besser zur Wiederherstellung. Ich glaube, der Vers könnte noch so viel mehr Gutes tun, wenn man einmal richtig übersetzt hätte: zur Wiederherstellung, zum Wiederaufrichten, zum Wiedergeraderücken, wieder jemanden an den Ort bringen, wo er eigentlich sein soll. Aufhelfen, unterstützen, verbessern.

[24:00] Und dann viertens, nach Lehre, Überführung, Wiederherstellung, was kommt? Viertens, genau, paideia, wo die Pädagogik herkommt. Ja, die Bibel bringt uns nicht nur wieder dorthin, wo Gott uns haben möchte, sondern dann erzieht sie uns. Wir sind Kinder in der Schule, Schüler in der Schule Gottes, seine Kinder. Die Erziehung in der Gerechtigkeit. Ist Erziehung immer was Angenehmes für den, der erzogen wird? Habt ihr euch immer gefreut, wenn eure Eltern euch erzogen haben? „Oh, danke, ich werde erzogen! Wie wunderbar!“ Nein, manchmal ist es unangenehm. Paulus wusste das. Er schreibt in Hebräer über eine Erziehung, die zur Gerechtigkeit, also wo Gerechtigkeit am Ende das Ziel ist, und zwar in Hebräer Kapitel 12, Hebräer 12 und dort Vers 11. Dort sagt er: „Alle Züchtigung“ – Züchtigung hier ist wieder paideia – „alle Erziehung aber scheint uns für den Augenblick nicht zur Freude“ – oder, also, wenn unsere Eltern uns erzogen haben, meinten: „Es ist an der Zeit!“, dann waren wir selten irgendwie hocherfreut, oder? – „sondern zur Traurigkeit zu dienen. Danach aber gibt sie eine friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die durch sie geübt sind.“ Und Übung macht in dem Fall wirklich den Meister. Wer sich immer wieder erziehen lässt, der erntet die friedsame Frucht der Gerechtigkeit. Und Menschen, die sich nicht erziehen lassen wollen, die sind meistens ziemlich aufgewühlt und ungerecht. Das heißt, wenn wir es zu einer Gewohnheit machen, uns durch die Bibel auch erziehen zu lassen, uns ausbilden zu lassen, dass wir lernen, dann kann Gerechtigkeit unserem Leben sichtbar werden. Diese vier Punkte sind alle gleich wichtig beim Bibellesen. Man kann nicht einen rausgreifen und sagen: „Ich möchte nur Wiederherstellung haben, immer nur, mir gut geht.“ Ja, man muss auch erstmal wissen, was die Wahrheit ist. Man muss auch mit sich selbst konfrontiert worden sein, dann kann man die Wiederherstellung erst richtig schätzen und man muss dann auch weiter lernen. Ja, und alles zusammen. Paulus sagt: „Das behalte, das, du kennst die Bibel, aber lies sie so, nicht anders, lies sie so, damit“ – und da hat er jetzt gesagt – „damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei.“ Das Ziel ist, der Gläubige soll ausgerüstet sein, und zwar zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet. Woher kommen denn die guten Werke, für die er ausgerüstet sein soll? Was sagt der Paulus in Epheser 2? Da sagt er, dass wir Gottes Schöpfung sind, geschaffen zu guten Werken, die Gott zuvor geschaffen hat. Gott schafft die guten Werke, nicht wir müssen uns durch gute Werke den Weg zum Leben verdienen, sondern Gott vergibt uns, reinigt uns, er schenkt uns ewiges Leben und schenkt uns auch gute Werke. Aber dazu brauchen wir, müssen wir ausgerüstet sein und das kommt durch die Bibel. Die Bibel rüstet uns aus, diese Werke auch tun zu können.

[27:11] Und zwar wirklich ausrüsten. Ausrüsten, dann denkt man an Rüstung, oder? Und der Paulus meint das auch. Kennt ihr einen anderen Text, wo er der Meinung ist, der Paulus, dass wir uns tatsächlich rüsten müssen? In Epheser 6 für den Kampf des Glaubens, oder? Das spricht er von dem, von dem Helm des Heils und von dem Brustpanzer der Gerechtigkeit. Er spricht von einer Rüstung. Ich habe ein tolles Zitat gefunden, da heißt es hier im Wirken der Apostel von Ellen White, da heißt es: „Die Bibel ist die Waffenkammer, wo wir uns für die Auseinandersetzung ausrüsten können.“ Also, stellt euch vor, ihr wisst, ihr kommt jetzt, ihr müsst in den, in den Krieg ziehen, einen Kampf ziehen. Ihr geht in die Waffenkammer und denkt: „Okay, was kann ich gebrauchen? Ich kann dieses Schwert gebrauchen, Schild, Helm.“ Ja, ich suche mir alles, was ich brauche und dann bin ich vorbereitet und dann kann ich losziehen. Sie sagt, die Bibel ist so etwas. Wenn wir die Bibel lesen, dann merken wir: „Oh, hier bin ich ganz ungeschützt. Ja, ich muss erstmal hier, muss erstmal wieder die Gerechtigkeit Jesu für mich persönlich annehmen. Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich überhaupt erlöst bin. Ich brauche erstmal einen Helm für den Kopf.“ Ja, und jetzt weiß ich erstmal, wie, wie scharf die Pfeile sein werden. Ich brauche den, den, den Schild des Glaubens. Ja, und wenn ich den Glauben geübt habe, dann kann der Satan kommen und kann seine feurigen, seine feurigen Pfeile abschießen, dann kann ich die entgegenhalten. Und ich, ich habe die Bibel kennengelernt, nämlich das Schwert des Geistes, mit dem ich mich – und dann, dann sagt sie hier: „Das Schwert des Geistes, die Bibel, mit dem wir unseren Weg durch alle Hindernisse und Verstrickungen der Sünde hindurchschlagen.“ Also, stellt euch vor, die Sünde präsentiert so ganz viele so, so, so Hindernisse und und und Schlingen und so, wo man kaum durch kann. Sie sagt: „Man muss das Schwert des Geistes, die Bibel, nehmen und sich damit im Leben durch all diese Versuchungen und durch all diese Sünden hindurch einen Weg schlagen.“ Sie sagt: „Das ist die Bibel, die Waffenkammer.“ Tolles Bild, oder?

[29:06] Wir lesen weiter, 2. Timotheus 4 Vers 1. Und jetzt sagt der Paulus wirklich etwas Feierliches. Er sagt hier in Vers 1: „Daher bezeuge ich dir ernstlich vor dem Angesicht Gottes und des Herrn Jesus Christus, der die Lebenden und die Toten richten wird.“ Das ist so wirklich so, ja? Und dann sagt er: „Um seine Erscheinung, also um der Wiederkunft und seines Reiches willen.“ Er sagt: „Ich, ich bezeuge dir!“ Und jetzt kommt's. Also, wenn man so eine feierliche Einleitung hat, okay, da quillt es dem Paulus aus dem Herzen raus. Und was ist die Aufforderung in Vers 2? „Verkündige das Wort, tritt dafür ein, es sei gelegen oder ungelegen, überführe!“ Das ist genau das gleiche Wort hier, nur jetzt als Verb. Also, ja, konfrontiere Leute mit ihrer Sünde, überführe, tadle, ermahne, und zwar wie? „Mit aller Langmut“, also mit Geduld. Also nicht als Hitzkopf, der den Leuten ihre Sünden vor die Füße wirft, sondern mit Geduld und mit aller Lehre, mit der Bibel. Zeig ihnen, was Wahrheit ist, zeig ihnen, was Sünde ist, ganz geduldig, aber lass dich davon nicht abbringen, weder durch Umstände, weder durch Politik, weder durch deine eigenen Emotionen. Bleib dabei, egal ob es gerade passend erscheint oder nicht.

[30:52] Sie sagt das wie folgt: „Jemandem einen solch feierlichen Aufruf an jemanden, der wie Timotheus so eifrig, so treu war.“ Also, daran sieht man, der – also, ich hatte ja am Anfang mal so ein bisschen drüber spekuliert, wie weit der Timotheus noch ganz fest im Glauben stand. Nach diesem Zitat bin ich fest überzeugt: Timotheus stand fest im Glauben. Sie sagt immer nur, er war sehr, sehr, sehr, sehr milde, sozusagen, war so ein ganz milder, feiner Charakter und deswegen ermuntert der Paulus immer wieder, standhaft zu sein, weil er weiß, Timotheus hat nicht natürlicherweise so ein Vorwärtsgehen, so, so ein Impetus, ja? Und deswegen, und sie sagt jetzt aber: „Jemandem, der schon so treu und so eifrig ist, einen solch feierlichen Aufruf zu geben, ist ein starkes Zeugnis für die Wichtigkeit und Verantwortung des Predigers.“ Jemand, der das Wort Gottes weitergibt, hat eine feierliche Verantwortung.

[31:50] „...nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen.“ Das Griechische sagt, sie werden sich Lehrer aufhäufen. Also, nicht mal ein hier und da, sondern sie werden so richtig so, ein Lehrer, noch ein Lehrer, noch ein Lehrer, so dass sie richtig so ganz viele, ja, so immer mehr eigene Lehrer aufhäufen, weil sie empfindliche Ohren haben. Das Griechische ist richtig fast ein bisschen kurios. Das heißt, als solche, die sich ständig die Ohren kratzen und jucken. Habt ihr mal Ohrenjucken gehabt? Kennt ihr das, eure Ohren? Also, manche Leute, ich habe das jetzt auch nicht so oft gehabt, aber manche Leute haben das wohl regelmäßig, habe ich gegoogelt, wenn die Ohren jucken. Ja, und dann manche Leute sind so verrückt, also so, so, das juckt dann so sehr, dann versuchen sie irgendwie mit Wattestäbchen und mit irgendwie irgendwelchen anderen Gegenständen. Das wird immer schlimmer dadurch, ja? Und so sagt sie, werden Menschen sozusagen, wie man sich ständig die Ohren juckt, als wenn so ein Juckreiz ist, ständig irgendwas anderes hören wollen, nur nicht die Bibel. Und haben wir es wieder: „Es wird eine Zeit kommen.“ Das zieht sich durch den Timotheusbrief. „Es wird eine Zeit kommen, da werden die Menschen abfallen, sie werden falsche Lehren bringen und sie werden ja sich diese Lehre aufhäufen.“ Und dann, was sagt er weiter in Vers 4? Mag jemand mal lesen? Vers 4: „Sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Legenden zuwenden.“

[33:18] Genau, im Wirken der Apostel heißt es: „Der Apostel bezieht sich hier nicht an die, die offen irreligiös sind, also an die Atheisten oder die Heiden, sondern zu denen, die sich als Christen ausgeben, die aber ihre eigene Neigung zu ihrem Führer machen und deswegen vom eigenen Ich versklavt werden.“ Mit anderen Worten, es werden vermeintliche Christen sein, die die Wahrheit nicht mehr hören wollen und die lieber ihre eigenen Theorien sich anhören. Ja, die wahren Lehrer, die werden von Gott berufen und von Gott gesandt und von Gott befähigt. Die menschlichen, die falschen Lehrer, die werden von Menschen gesandt und werden von Menschen so gerufen.

[34:08] Hat es damals in der Urchristenheit irgendwann den Punkt gegeben, dass Leute anfingen, sich von der Wahrheit abzuwenden? Man sieht das dann irgendwann, wenn man so in der Antike nachschaut, irgendwann kommt das so im dritten, vierten Jahrhundert, geht das los, dass sie anfangen, sich immer mehr den Legenden zuzuwenden, heiligen Legenden, ja? Irgendwelche Viten von dem Großen früher und dann werden die ausgeschmückt und noch ein bisschen extremer, noch übertriebener und irgendwann werden diese, diese vermeintlich guten Leute, die so toll gelebt haben, werden so in den Mittelpunkt gerückt, dass man Jesus aus den Augen verliert. Und ihr könnt mal überlegen, ich gebe jetzt heute keine konkrete Antwort darauf, aber ob das heute auch passiert, dass Christen sich wieder von dem Wort Gottes wegwenden und sich menschlichen Theorien zuwenden? Dinge, die vielleicht spannend sich anhören, Dinge, wo aber Menschen im Mittelpunkt stehen, Dinge, die übertrieben sind, die vielleicht sogar nur Legenden sind, halbfiktiv, ausgedacht.

[35:23] Lesen 2. Timotheus Kapitel 4 Vers 5: „Du aber sei nüchtern in allem, ertrage Leid, tu das Werk eines Evangelisten, vollbringe deinen Dienst völlig!“ Genau, nüchtern in allen Dingen. Das ist etwas, was Paulus auch oft sagt, oder? Nicht fanatisch, nicht abgehoben, nicht irgendwie schwärmerisch, emotional. Nüchtern. Echte Christen, die nach der Bibel leben, sind nüchtern, sind nicht extravagant, nüchtern und zwar in allen Dingen. Und dann erdulde die Widrigkeiten. Hatten wir das schon mal? „Erdulde die Widrigkeiten“, hatten wir in Kapitel 2, oder? Wo er gesagt hat in Vers 3, Kapitel 2 Vers 3: „Du nun erdulde die Widrigkeiten als ein guter Streiter Jesu Christi.“ Das war ihm wichtig. Ja, es kommen Widrigkeiten, erdulde sie, sei ein nüchterner Kämpfer. Übrigens, wenn ihr im Kampf seid, ein Soldat sollte auch nüchtern sein, ja, damit, damit er klar denken kann. Und dann: „Tu das Werk eines Evangelisten.“ Kennt ihr in der Bibel einen Mann, der tatsächlich auch als Evangelist bezeichnet wird, außer Timotheus hier? Es gibt zum Beispiel Paulus sagt, es gibt dann die Lehrer, die Apostel, Evangelisten. Dann gibt's jemand, von dem es explizit heißt, dass er als ein Evangelist gewirkt hat. Richtig, ganz genau.

[36:41] Als Paulus auf dem Weg nach Jerusalem dann den Philippus trifft, heißt es, dass er ein, der Evangelist Philippus. Und es gibt den Philippus den Jünger und Philippus den Diakon. Wer von den beiden ist der Evangelist Philippus? Die Apostelgeschichte sagt, es war der, der Evangelist Philippus, einer von den sieben. Das heißt, es war der Diakon. Und welche besondere Aufgabe oder welche besondere Geschichte verbinden wir mit dem Diakon Philippus in der Apostelgeschichte? Wen hat er, hat er eine ganz besondere Rolle gehabt in der Apostelgeschichte? Wen hat er getauft? Den Äthiopier, den Kuschiten, den Kämmerer. Er war derjenige, der den ersten Nicht-Israeliten getauft hat zum Christentum. Der Diakon Philippus, er war ein Evangelist und Paulus sagt: „Das ist deine Aufgabe, Menschen zu Jesus führen, Menschen zu finden, die sich für die Bibel interessieren, Menschen, die vielleicht schon wie dieser Kämmerer Jesaja lesen und sich fragen: Was bedeutet das? Menschen, die schon wie Ellen White sagte, zum Himmel aufschauen und und sich wünschen, die Bibel zu verstehen, Menschen zu finden und zu Jesus zu führen und in die Gemeinde zu führen.“ Das ist die Aufgabe eines Evangelisten und ein Evangelist redet vom Evangelium, ja, von der guten Nachricht. „Richte deinen Dienst völlig auf aus.“

[38:00] Ellen White sagt an dieser Stelle: „Das Leben von Paulus war ein Beispiel für die Wahrheiten, die er lebte, die er lehrte, Verzeihung. Und darin lag seine Kraft. Er hat nicht nur etwas gesagt, sondern sein Leben hat das gezeigt. Sein Herz war gefüllt mit einem tiefen, bleibenden Gefühl für seine Verantwortung und er arbeitete in enger Gemeinschaft mit dem, der die Quelle der Gerechtigkeit, Gnade und Wahrheit ist. Er klammerte sich an das Kreuz von Christus als seine einzige Garantie für den Erfolg. Die Liebe des Erlösers war sein unsterbliches Motiv, das ihn aufrecht erhielt in seinen Konflikten mit dem Ich und in seinen Kämpfen gegen das Böse. Im Dienst von Christi ist er dann vorangekommen, vorangedrängt gegen die Unfreundlichkeit der Welt und gegen die Opposition seiner Feinde.“

[39:10] Und dann gibt es hier eine ganz interessante Frage, die sie stellt im Wirken der Apostel. Sie wendet das, was hier der Paulus macht, der als alter, bald sterbender Apostel dem jungen Timotheus quasi den, den, den Staffelstab, die Fackel überreicht und sagt: „Hey, ich sterbe jetzt, nimm du meinen Platz ein, übernimm du meine Aufgabe.“ Da stellt sich folgende Frage: „Während die Treuen, von Mühen ausgebrannten oder ausgelaugten Standardträger ihr Leben für die Wahrheit aufgegeben haben, wer wird vorwärtskommen? Wer wird, wer wird nach vorne kommen, um ihren Platz einzunehmen? Werden die jungen Männer die heilige Verantwortung aus den Händen ihrer Väter akzeptieren? Bereiten sie sich vor, die Lehrstellen auszufüllen, die durch den Tod der Treuen entstanden sind? Wird die Aufforderung des Apostels gehört werden? Der Ruf der Pflicht wahrgenommen werden inmitten der Verführungen zum Egoismus und der Ambition, die die Geistlichen so oft umgeben?“ Also, diese Frage gilt heute auch noch, denn die Gemeinde Gottes ist immer nur eine Generation von der Auslöschung entfernt. Wenn die Alten, die Verantwortung getragen haben, die das Wort Gottes hochgehalten haben, wenn die nicht mehr da sind, wer übernimmt es weiter? Und die Aufforderung geht an mich und an uns, vor allem an uns auch, die wir jünger sind, die Verantwortung zu übernehmen, den Staffelstab entgegenzunehmen und mit Gottes Kraft zu tragen, so wie die, die vor uns gegangen sind, ihn auch getragen haben.

[41:03] Und dann sagt Paulus in 2. Timotheus 4 Vers 6. Wer mag das mal lesen? Kapitel 4 Vers 6: „Denn ich werde schon geopfert und die Zeit meines Aufbruchs ist nahe.“ Genau, Paulus weiß, er wird bald sterben. Übrigens, dies Wort „Aufbruch“ ist noch ein letztes Mal – und dann werde ich nicht mehr über die Übersetzung der Schlachter hier sprechen – aber der Aufbruch ist ein bisschen sehr interpretierend. Dort steht im Griechischen análysis. Vielleicht habt ihr mal Análysis gehört im Matheunterricht. Das kennt ihr vielleicht aus der Mathematik. Análysis heißt eigentlich Auflösung. Der Zeitpunkt meiner Auflösung, also das heißt meines Todes. Man kann auch sagen meiner Befreiung, aber Aufbruch, das klingt so, als ob er irgendwohin will, aber das steht dort gar nicht. Steht gar nicht, gar nicht, gar nicht. Paulus wollte ja nicht irgendwohin, er wusste, ich werde jetzt sterben. Die Zeit meines Aufbruchs ist nahe.

[41:51] Vers 7. Und jetzt schaut mal, was er sagt: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. Von nun an liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag zuerkennen wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb gewonnen haben.“ Paulus wusste jetzt, ich habe die Krone der Gerechtigkeit, aber wann wird er sie bekommen? Nicht jetzt, oder? Nicht jetzt, wenn ich sterbe, sagt er, sondern an jenem Tag, an jenem Tag der Wiederkunft. Und zwar alle bekommen dann die Krone, die sein Erscheinen lieb gewonnen haben. Paulus wusste ganz genau, ich sterbe jetzt, aber den Lohn erhalte ich bei der Auferstehung.

[42:36] Nun ist interessant, was er hier sagt: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet.“ Schaut mal mit mir ganz kurz, wir gehen mal ganz kurz zu Hebräer 11, Hebräer 12. Was für ein Lauf meint er? Was für einen Kampf meint er? Was für einen Lauf ist er gelaufen? Was für einen Kampf hat er gekämpft? In Hebräer 12 Vers 1 sagt er: „Da wir nun eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, so lasst uns jede Last ablegen und die Sünde, die uns so leicht umstrickt, und lasst uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt, indem wir hinschauen auf Jesus Christus.“ Laufen, auf Jesus schauen, diesen, diesen, diesen Lauf, diesen Kampf vollenden gegen die Sünde, gegen die Lasten. Hatte Paulus sein Leben lang, sein Leben lang gelaufen? Hat er gekämpft? Schaut mal, was in Philipper sagt. In Philipper sagt er: „Ich laufe und kämpfe, ich bin noch nicht da.“ In Philipper sagt er, in Philipper 3 Vers 12: „Nicht dass ich es schon erlangt hätte oder schon vollendet wäre. Ich jage...“

[43:38] hätte oder schon vollendet wäre. Ich jage aber danach, dass ich das auch ergreife, wofür ich von Christus Jesus ergriffen worden bin. Brüder, ich halte mich selbst nicht dafür, dass ich es ergriffen habe. Ja, Paulus wusste zwischendurch: Ich bin noch nicht da, ich bin noch nicht vollendet. Eines aber tue ich: Ich vergesse, was da hinten ist, und strecke mich aus nach dem, was vor mir liegt.

[43:56] Paulus hat sich nicht in Depression ergangen, weil er noch nicht vollkommen war, weil es noch nicht so war, wie er sich das vielleicht vorgestellt hat. Er sagt: „Ich vergesse, was da hinten ist, und ich laufe weiter, ich kämpfe einfach weiter, weil Gott hat versprochen, Philipper 1, Vers 6, dass der, der in euch ein gutes Werk angefangen hat, wird es auch vollenden bis zu jenem Tag. Er wird es schaffen.“ So sagt er: „Und ich jage auf das Ziel zu, den Kampfpreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesus.“ Also, ich laufe und ich kämpfe. Und als er am Ende seines Lebens in der Zelle in Rom sitzt, da sagt er nicht: „Ich bin immer noch unsicher.“ Er sagt nicht: „Ach, na ja, es ist irgendwie wie so ein Hamsterrad.“ Was sagt Paulus am Ende seines Lebens? „Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, und ich weiß, wenn ich jetzt sterbe, bekomme ich bei der Wiederkunft die Krone der Gerechtigkeit.“ Das christliche Leben ist kein Hamsterrad, wo man ständig sich im Kreis dreht. Das christliche Leben ist ein Lauf. Man fängt an und man kommt an. Und zwischendurch ist man noch nicht am Ziel. Zwischendurch sagt man: „Ich vergesse, was da hinten ist, ich strecke mich aus nach dem, was vorne ist. Ich jage weiter, ich laufe, ich schaue auf Jesus, ich kämpfe weiter, denn Jesus gibt mir jeden Tag die Kraft, und jeden Tag darf ich wissen, dass ich heute erlöst bin, aber ich weiß nicht, was morgen ist. Aber am Ende meines Lebens darf ich wissen, dass der Kampf vollendet ist, dass der Lauf vollendet ist, dass ich den guten Kampf gekämpft habe.“ Das christliche Leben ist kein Hamsterrad. Das christliche Leben ist ein Lauf, der ein Ende kommt. Und das finde ich eine ganz wunderbare Verheißung. Paulus hat ja gesagt, er wird das Werk vollenden. Er hat in seinem eigenen Leben erlebt: Gott hat das Werk vollendet. Und dann sagt er: „Von nun an liegt mir die Krone bereit.“ Die Krone, das ist die Stephanos, das ist der Siegeskranz, ja? Das ist also kein Königsdiadem, das ist der Siegeskranz für die Sieger, die am Wettkampf teilgenommen haben.

[46:05] Und hier endet der Hauptteil. Wir lesen noch ein paar der Schlussworte. Er sagt dann im Vers 9: „Jetzt kommen persönliche Dinge noch ganz am Ende, so als Postskript: Beeile dich, bald zu mir zu kommen. Hab gesehen, es ist ganz wichtig, komm, komm schnell, denn“ – und jetzt kommt was Interessantes – „denn Demas hat mich verlassen, weil er die jetzige Weltzeit lieb gewonnen hat.“ Den Demas, den findet man in mehreren Briefen. So, als Paulus Kolosser schreibt, ist Demas dabei als einer, der grüßt. Demas ist eine der traurigsten Gestalten des Neuen Testamentes. Der ist in Rom auf die Idee verfallen, das Evangelium aufzugeben, um einfach wieder in der Welt zu leben. Und vielleicht kennt ihr auch Menschen heute, die das Evangelium wieder aufgegeben haben und in die Welt gelaufen sind. Demas ist so jemand. Das hat den Paulus geschmerzt. Oder ein seiner Mitarbeiter ist wieder weggelaufen. Kreszens nach Galatien. Also, ein anderer Mitarbeiter musste nach Kleinasien, Titus nach Dalmatien. Also, Demas nach Thessalonich, Kreszens nach Galatien, Titus nach Dalmatien. Wo ist Dalmatien? Wo liegt Dalmatien? Kroatien, nicht? Dalmatien ist Kroatien. Titus war in Kroatien. Wie schön! „Nur Lukas ist bei mir.“ Wer, wer kennt ihr Lukas? Lukas ist der Schreiber des Evangeliums und der Apostelgeschichte. Nur das Interessante ist: Die Apostelgeschichte bricht ja mittendrin im ersten Aufenthalt in Rom ab. Aber mittlerweile war Paulus aus Rom wieder rausgekommen und war wieder nach Rom und war jetzt endgültig gefangen. Und Lukas ist immer noch bei ihm. Das heißt, dass die Lukas die Apostelgeschichte abbricht, er hätte auch weiterschreiben können. Eine bewusste Entscheidung von Lukas, nicht weiterzuschreiben, um sozusagen Punkt, Punkt, Punkt zu machen, denn Lukas hätte noch mehr berichten können, wenn er wollte. Er ist nämlich noch hier. Und dann kommt was noch ganz Tolles: „Nimm Markus zu dir und bringe ihn mir, denn er ist mir sehr nützlich zum Dienst.“ Wer ist dieser Markus? Dieser Markus ist Johannes Markus, der bei der ersten Missionsreise mit, dann, dann streiten sich so sehr, dass sich Paulus und Barnabas streiten wegen diesem Johannes Markus. Aber am Ende seines Lebens hat Paulus gemerkt: „Johannes Markus habe ich falsch eingeschätzt.“ Auch eine schöne Geschichte, wie einer, der jung war, unerfahren war, sich zu viel zugetraut hat, feige gewesen ist, am Ende ein sehr nützlicher Diener für Gott gewesen ist. Und Paulus muss seine Meinung revidieren. Der hat noch im Hohen seine Meinung geändert: „Markus ist mir sehr nützlich.“ Wir sollten auch im Hohen, im hohen Alter noch in der Lage sein, unsere Meinung zu ändern. Vers 12: „Tychikus aber habe ich nach Ephesus gesandt.“ Warum sagt er das? Timotheus ist in Ephesus, und Timotheus denkt sich vielleicht: „Na ja, wenn ich jetzt zu Paulus komme, wer passt auf Ephesus auf?“ Ja, da sagt er: „Pass auf, keine Angst, ich habe schon jemand gesagt, und zwar den Tychikus.“ Das ist übrigens der, der schon den Epheserbrief von Rom nach zu den Ephesern gebracht hat, schon beim ersten Aufenthalt von Paulus in Rom. „Den Reisemantel, den ich in Troas“ – also, da die Gegend, wo früher Troja lag, „bei Karpus ließ, bringe mit, wenn du kommst, auch die Bücher, besonders die Pergamente.“ Also, Paulus hat gehofft, vielleicht noch mal ein bisschen lesen zu können, ja? Das ist, finde ich, sehr sympathisch, mag ich ganz besonders. „Alexander, der Schmied, hat mir viel Böses erwiesen. Der Herr vergelt' ihm nach seinen Werken. Vor ihm hüte auch du dich, denn er hat unseren Worten sehr widerstanden.“ Ja, es gibt einen Alexander den Großen, es gibt einen Alexander den Schmied. Und Alexander der Schmied hat wirklich den Paulus hier auf die letzten Lebensmomente noch ziemlich viel Ärger bereitet. Und Paulus warnt den Timotheus vor Alexander. Und dann kommt Vers 16 und 17: „Bei meiner ersten Verteidigung stand mir niemand bei, sondern alle verließen mich. Es werde ihnen nicht angerechnet.“ Also, Paulus erneut nach Rom kam, zum zweiten Mal als Gefangener, wird er verhört. Vor wem wird er verhört? Wer ist der Kaiser in Rom? Nero. Jetzt wisst ihr auch, warum niemand dabei sein wollte. Selbst seine besten Freunde, es hat sich niemand gefunden in der gesamten Stadt Rom, der bereit gewesen wäre, sich neben Paulus zu stellen und sagen: „Ich verteidige ihn.“ Niemand. Auch seine, seine besten Mitarbeiter, niemand wollte ihn verteidigen. Und wie, wie kommentiert Paulus das? Also, wie, wie geht er im Nachhinein damit um? Er sagt: „Nicht kein Problem.“ Tut nicht noch irgendwie nachtreten oder sich ärgern oder so. Hätte sich vielleicht schon gefreut, wenn einer den Mut gehabt hätte, sich neben ihn zu stellen. Er stand ganz alleine da. Aber stand er ganz alleine da? Vers 17 sagt: „Der Herr aber stand mir bei.“ Das heißt, wenn wir auch mal in Situation ganz alleine sind und uns alle verlassen, auch gar nicht, weil sie es böse meinen, einfach, weil sie Angst haben, weil sie sich nicht trauen, weil wir plötzlich im Spotlight sind, weil – also Nero war echt, also das könnt ihr mal nachlesen im „Wirken der Apostel“. Der Nero war ein Monster. Hat sich keiner getraut, sich neben Paulus zu stellen. Paulus stand ganz alleine da, aber Jesus stand bei ihm. „Der Herr stand mir bei und stärkte mich, damit durch mich die Verkündigung völlig ausgerichtet würde und alle Heiden sie hören konnten.“ Paulus predigt vor dem Kaiser Nero. Er hat den, er hat in Jerusalem gepredigt, Damaskus gepredigt, in Athen, in Korinth, in Ephesus, im überall hat er gepredigt. Aber jetzt steht er in Rom, was er sich immer gewünscht hat. Steht sogar vor dem Kaiser. Und der Kaiser Nero, eines der größten Monster der Weltgeschichte, bekommt die Gelegenheit, Jesus anzunehmen. Ich meine, was wäre passiert, wenn Nero das angenommen hätte? Weltgeschichte anders verlaufen. Wir wissen nicht wie, aber sie wäre anders verlaufen. „Und so wurde ich erlöst aus dem Rachen des Löwen.“ Er sagt nie den Namen Nero, aber ich glaube, wir wissen, der Löwe, das ist Nero. Und dann sagt er: „Der Herr wird mich auch von jedem boshaften Werk erlösen und mich in sein himmlisches Reich retten.“ Mit anderen Worten: „Ich habe jetzt erlebt, wie ich vor Nero stand und ich nicht gleich umgebracht worden bin. Er hat mir geholfen, ich konnte das Evangelium, ne? Hätte gleich beim ersten Satz sagen können: „Tötet ihn!“, aber er bekam die Gelegenheit, noch einmal das ganze Evangelium – das ist ja nicht nur Nero, das sind ja viele Senatoren und und und und und und Soldaten und und hohe Angestellte und und und und und Ritter und alle möglichen Leute, die dort stehen, bekamen die Gelegenheit, das Evangelium zu predigen. Und Paulus sagt: „Diese Rettung ist kein Einzelfall, sondern Gott wird mich von jedem bösen Werk erlösen.“ Manchmal erleben wir das, dass Gott uns besonders geholfen hat, oder wir erleben, wie er uns besonders gerettet hat, wie wir in einer besonderen Situation seine Führung erlebt haben. Aber das soll uns nur daran erinnern, dass er uns von jedem bösen Werk erlöst, dass er uns von aller Schlechtigkeit erlöst. Die besonderen Momente der Rettung Gottes sind nur Beispiele, die uns zeigen, wie Gott grundsätzlich für uns da ist. Und dann sagt er: „Ihm sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“ Und dann sagt er die letzten Worte: „Grüße Priska und Aquila.“ Die waren ja aus Rom verbannt worden, nicht wahr? Der hat sie in Korinth getroffen. Das waren die Zeltmacher, mit denen er lange Zeit zusammengelebt hat, die dann auch nach Ephesus mitkamen. „Und das Haus des Onesiphorus.“ Kennt ihr noch Onesiphorus? Haben wir kennengelernt hier. Das war der, der in Rom Paulus im Gefängnis aufgesucht hat, ihm geholfen hat. Und da hatte Paulus schon gesagt: „Der Herr vergelt' das dem Haus des Onesiphorus.“ Und hier gedenkt er daran. „Erastus blieb in Korinth.“ Erastus, den kennen wir aus dem Römerbrief. Das war ein Stadtverwalter in Korinth. Der muss wahrscheinlich ein hohes Finanzamt in der Stadt Rom gehabt haben, in Korinth gehabt haben. „Trophimus aber ließ ich in Milet krank zurück.“ Trophimus ist auch eine interessante Gestalt. Das war der, wegen dem überhaupt alles losging mit der Verhaftung von Paulus. Das war der, den Paulus mit nach Jerusalem genommen hatte, der in Jerusalem herumging. Der kam nicht aus Ephesus, war ein Grieche. Und als die Juden den Trophimus in Jerusalem gesehen haben, ging das Gerücht rum, dass Paulus den Trophimus in den Tempel gebracht hat. Und deswegen wurde er verhaftet, deswegen kam er dann nach Rom, und deswegen kam alles. Ja, das ist der Trophimus. Der ist in Milet krank zurückgeblieben. Vers 21: „Beeile dich vor dem Winter zu kommen. Es grüßen dich Eubulus und Pudens und Linus und Claudia und alle Brüder.“ Sind einige lateinische Namen. Die sind wahrscheinlich aus, aus Rom selbst gewesen, der oder aus, aus, aus Italien halt. „Der Herr Jesus Christus sei mit deinem Geist. Die Gnade sei mit euch. Amen.“

[54:50] Und da enden die Worte von Paulus. Niemand hat aufgeschrieben damals, was mit ihm passiert ist. Aber wir haben einen ganz, ganz, ganz, ganz kurzen Bericht im „Wirken der Apostel“ will ich noch zum Ende lesen, weil der sehr schön ist. Sie beschreibt dort, wie Paulus am Ende exekutiert worden ist, wie er nicht vor einer großen Menge exekutiert worden ist, sondern mehr im Privaten, damit nicht noch mehr Leute sich zum Christentum bekennen.

[55:26] Und als er dort steht, sagt sie folgendes: „Der Apostel schaute in das große Jenseits, nicht mit Ungewissheit oder Angst, sondern mit einer fröhlichen Hoffnung und einer, einem verlangenden, einer verlangenden Erwartung. Als er am Platz des Martyriums steht, schaut er nicht das Schwert des Henkers an oder die Erde, die so bald sein Blut empfangen wird. Er schaut auf auf den ruhigen blauen Himmel an jenem Sommertag zum Thron des Himmels. Sie, wie er sich noch einmal an, wie all diese verschiedenen Märtyrer vor ihm gewesen sind.“ Er sagt: „Dieser Mann des Glaubens betrachte die Leiter der Vision von Jakob, die Christus repräsentiert, der Erde und Himmel verbunden hat und endliche Menschen mit dem unendlichen Gott und endliche Menschen mit dem unendlichen Gott. Sein Glaube ist gestärkt, als er sich in Erinnerung ruft, wie Patriarchen und Propheten sich auf den einen verlassen haben, der seine Unterstützung und sein Trost ist und der ihm das Leben geben wird und für den das Leben geben wird. Von diesen heiligen Männern hört er von Jahrhundert zu Jahrhundert, die für Jahrhundert zu Jahrhundert ihr Zeugnis für den Glauben gegeben haben. Hört ihr die Gewissheit, die Versicherung, dass Gott treu ist. Seine Mitapostel, die um das Evangelium für Christus zu predigen hinausgegangen sind, um religiöser Engstirnigkeit und heidnischem Aberglauben entgegenzutreten und dafür Verfolgung und Verachtung empfangen haben, haben ihr Leben nicht zu sehr geliebt, als dass sie es nicht hätten geben wollen, dass sie das Licht des Kreuzes emporgehoben haben inmitten der dunklen Finsternis des Unglaubens. Diese hört er Jesus bekennen als den Sohn Gottes. Mit anderen Worten, er steht dort und hört quasi in seinem Geist die Rufe der Apostel, die Rufe der Patriarchen, die Rufe der, der, der Propheten. Alle sagen: „Gott ist treu.“ Und dann sagt sie: „Von dem Scheiterhaufen, dem Gefängnis, den Höhlen der Erde fällt auf seine Ohren der Triumphschrei der, der Märtyrer. Er hört das Zeugnis der standhaften Seelen, die, obwohl gequält und angefochten, doch treu und furchtlos ihr feierliches Zeugnis für den Glauben gegeben haben und sagen: „Ich weiß, an wen ich geglaubt habe.“ Diese, die ihr Leben für den Glauben aufgegeben haben, erklären der Welt, dass er, dem sie vertraut haben, fähig ist, sie bis zum Äußersten zu retten.“ Und dann der letzte Abschnitt, letzten zwei Sätze oder drei Sätze: „Erlöst durch das Opfer Christi, gewaschen von der Sünde in seinem Blut und bekleidet in seiner Gerechtigkeit, hat Paulus das Zeugnis in sich selbst, dass seine Seele kostbar ist im Angesicht des Erlösers. Sein Leben ist mit Christus in Gott verborgen. Und er ist überzeugt, dass er, der den Tod besiegt hat, fähig ist, das zu bewahren, was ihm als Vertrauen anvertraut ist. Sein Denken erfasst die Verheißung des Erlösers: „Ich werde ihn am letzten Tag auferstehen lassen.“ Seine Gedanken und Hoffnungen sind auf die Wiederkunft seines Herrn gerichtet. Und als das Schwert des Henkers hinabfällt und die Schatten des Todes sich um den Märtyrer, ja, zusammenfinden, springt sein letzter Gedanke hervor, der sein erster sein wird in der großen Erweckung, wenn er seinem Lebensgeber entgegengehen wird, der ihn willkommen heißen wird in der Freude der Gesegneten.“ Ich weiß nicht, wie es euch geht. Ich wünsche mir, falls ich noch sterben sollte vor der Wiederkunft, wünsche ich mir, mit so einer Gewissheit zu sterben, wie Paulus gestorben ist, der sagen konnte: „Ich weiß, an wen ich geglaubt habe.“ Der gesagt, sagen konnte: „Ich weiß, ich habe den Lauf vollendet.“ Er hat jeden Tag sein Leben Jesus übergeben, und am Ende konnte er sagen: „Ich weiß, die Krone der Gerechtigkeit liegt mir bereits.“ Sein letzter Gedanke, als das Schwert fiel, war die Freude auf die Wiederkunft. Und zum Glück müssen wir, soweit wir es sehen können – wir wissen nicht, was heute noch passiert, aber wir werden wahrscheinlich heute nicht sterben. Aber können wir nicht jeden Tag so leben, dass wir auf die Wiederkunft vorbereitet sind? Wollen wir noch gemeinsam niederknien und beten?

[1:01:20] Lieber Vater im Himmel, danke für die Worte von Paulus und für die letzten Gedanken, die wir jetzt noch lesen konnten über ihn, wie er sein Leben beendet hat. Wir sehen in ihm einen Mann, der einmal für den Satan gewirkt hat, ohne es zu wissen, der dich und das Evangelium bekämpft hat bis aufs Blut, und der durch das Anschauen von Jesus so verändert worden ist, dass er zu denen zählte, kaum einen, der das Evangelium in der ganzen Welt bekannt gemacht haben. Herr, wir sehen im Leben von Paulus die umwandelnde Kraft deines Evangeliums. Wir sehen, dass jeder von uns gerettet werden kann und dass jeder von uns auch das Ziel erreichen kann. Wenn Paulus es erreichen konnte, können wir es auch erreichen. Er war auch nur ein Mensch. Und Herr, wir möchten dich bitten, dass das immer uns in unserem Leben passiert, wir daran festhalten, du in der Lage bist, das zu bewahren, was wir dir anvertraut haben, dass wir nicht auf uns selbst schauen, sondern auf dich. Und dass wir einmal mit Freude deiner Wiederkunft entgegengehen können. Herr, erfülle uns mit deinem Heiligen Geist und hab Dank dafür. Im Namen Jesu. Amen.


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