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Manuskript zur Sendung   >>>   CSH_Manuskript_2022 1st (Special) Nr 6

In dieser Folge der Christ Study Hour Spezial-Serie über den Hebräerbrief widmet sich Christopher Kramp dem sechsten Kapitel. Er erklärt die Bedeutung der grundlegenden Lehren des Evangeliums wie Buße, Glaube, Taufe und die Lehre vom ewigen Gericht. Dabei betont er, wie wichtig es ist, auf diesen Fundamenten aufzubauen, um geistlich zu wachsen und sich nicht vom Glauben abwenden zu lassen.


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Serie: Christ Study Hour – Spezial 2022 Q1: In diesen letzten Tagen: Die Botschaft des Hebräerbriefes

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Transkript

[0:31] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour, hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt auch allen Zuschauern auf amazing-discoveries.com, auf dem Sender das Wort.tv, zur sechsten Folge unserer Spezialserie über den Hebräerbrief, die sich mit dem sechsten Kapitel befassen wird.

[0:54] Und da haben wir etwas ganz Besonderes vor uns, ein sehr interessantes, waren wir auch kontrovers diskutiertes Kapitel, wo wir einiges lernen können und auch praktisch für unseren Glaubensweg, unser Glaubensleben mitnehmen dürfen. Von Gott, der hier durch seinen Geist, durch sein Wort zu sprechen möchte.

[1:18] Bevor wir mit dem Studium beginnen, wollen wir natürlich Gott einladen, dass er unser Lehrer ist, dass er uns diese Verse hindurchführt. Und wir wollen dazu gemeinsam beten und lade dich, lieber Freund, liebe Freundin, auch dazu ein.

[1:30] Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir zu dir kommen dürfen, dich Vater nennen dürfen. Danke, dass du in deinem Wort zu uns sprichst und uns in besonderer Weise heute auch durch das sechste Kapitel des Hebräerbriefes ermutigen möchtest, stärken möchtest, uns zeigen möchtest, wie sehr du uns liebst und wie wichtig es ist, auch an dir festzuhalten. Herr, bitte offenbare du dich jetzt durch deinen Heiligen Geist. Zeige uns, was du uns zu sagen hast und gib uns die Kunst, die Kraft, dass wir auch danach leben in unserem Alltag.

[2:09] Wir möchten dich bitten, dass du jetzt alles Störende fernhältst, unsere Gedanken auf dich richtig ist, dass wir erleuchtet und erfüllt werden mit einem Heiligen Geist. Das bieten wir im Namen Jesu. Amen.

[2:23] Wir beginnen den Hebräerbrief Kapitel 6, Vers 1. Wie immer geht es auch hier direkt im Gedankengang weiter. Wir erinnern uns, in Hebräer 5 hat Paulus deutlich gemacht, dass seine Leser am Ende des Kapitels zumindestens, oder besser gesagt, dass seine Leser träge im Hören geworden sind. Die Hebräer hätten schon längst ein Lehrer sein sollen und feste geistliche Speise genießen sollen. Aber jetzt sind sie wie solche geworden, die wieder Milch benötigen.

[2:50] Und er macht einen Unterschied: Die Milch ist für die, die noch nicht mündig sind, aber die feste Speise für die, die gereift sind, die sozusagen geistlich auch schon herangewachsen sind und Gutes und Böses wirklich unterscheiden können, eine gewisse geistliche Reife haben. In diesem gedanklichen Kontext geht es jetzt weiter in Hebräer 6 und dort Vers 1.

[3:14] "Darum wollen wir die Anfangsgründe des Wortes von Christus lassen und zur vollen Reife übergehen, aber diese volle Reife des Erwachsenseins, wobei wir nicht nochmals den Grund legen mit der Buße von toten Werken und dem Glauben an Gott, mit der Lehre von Waschungen, von der Handauflegung, der Toten Auferstehung und dem ewigen Gericht."

[3:34] Paulus möchte also jetzt hier zu vertiefter Erkenntnis voranschreiten. Wenn er sagt, wir wollen die Anfangsgründe des Wortes von Christus lassen, bedeutet es nicht, dass man sie verachtet oder für minderwertig hält oder aufgibt. Sondern er möchte aufbauend jetzt etwas tiefer gehend studieren und Erkenntnisse mitteilen.

[4:01] Wie er sagt uns ja auch in 1. Korinther 3, Vers 18, dass der Sieg des Gerechten immer heller scheint und die Vollkommenheit und die volle Mannesreife, von der hier spricht, zu der übergehen möchte, ist etwas, das die Bibel immer und immer wieder betont.

[4:15] Wir werden in dieser Woche ganz besonders viele Bibelverse als Referenzen für die einzelnen Punkte in seinem Manuskript ihr dann gegebenenfalls, wenn ihr euch für ein bestimmtes Thema intensiver interessiert, dann all diese Verse anschauen könnt, um das Thema noch etwas zu vertiefen.

[4:33] Denn grundlegend ist ein interessantes Bild, das wir aus 1. Korinther 3, Vers 10 kennen. Dort schreibt der Paulus an die von ihm gegründete Gemeinde in der Stadt Korinth. Er sagt dort: "Gemäß der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als weiser Baumeister den Grund gelegt. Ein anderer aber baut darauf. Jeder begebe acht, worauf er aufbaut."

[4:58] Vorher hat er bereits von Apollo gesprochen, der die Arbeit weitergeführt hat, die er angefangen hat. Also den Grund legen bedeutet in diesem Kontext, die allerersten, die grundlegenden Wahrheiten des Evangeliums zu vermitteln, so dass Menschen aus der Finsternis sich zum Licht bekehren, dass sie ihren Götzendienst aufgeben, dass sie Gott anerkennen, Erlösung verstehen, Erlösung erfahren.

[5:21] Ist eine Gemeinde gegründet, wird so die die grundlegenden Wahrheiten, die man am Anfang des Christenlebens erfährt und annimmt. Und ausblick, das ist der Grund. Und Paulus sagt, er möchte jetzt im Hebräerbrief nicht noch einmal diese grundlegenden Wahrheiten ausbreiten und erläutern.

[5:42] Es sind alles Themen, die er sonst an anderen Stellen tatsächlich ausführlich erklärt, wie wir das gleich sehen werden. Und dass auch da nicht müde wird, das zu tun. Was sind das für grundlegende Lehren, die er hier anführt?

[5:59] Das sind sie, ist die Buße. Buße ist ein Thema, das zentral für die gesamte Bibel ist. Schon im Alten Testament, wo wir in Jesaja 55 den Aufruf Gottes haben an alle Gottlosen, umzukehren von ihren Wegen und Gedanken, weil bei Gott viel Vergebung ist. In 2. Chronik 18 haben wir den Aufruf zur Buße, umzukehren, weil Gott keinen Gefallen im Tod der Gottlosen hat.

[6:20] Und wir haben natürlich Johannes den Täufer und vor allem Jesus, der diese Buße zum zentralen Thema seiner Verkündigung gemacht hat. Und wir finden natürlich später in der Apostelgeschichte Petrus, der unter der Inspiration des Heiligen Geistes bei der Ausgießung des Heiligen Geistes zu Pfingsten Buße gepredigt hat.

[6:40] Und Paulus natürlich auch die toten Werke. Sind ein anderer Begriff für die Sünden, denn durch die Sünden, wir sind tot in Sünden und Übertretung, ist die Werke des Fleisches, die man ohne den Geist Gottes tut. Von diesen toten Werken, von der Sünde, von dem Leben eines geistlichen Toten, sollen wir Buße tun, umkehren zu Gott. Das ist, was Buße bedeutet.

[7:05] Buße bedeutet neuer im kritischen Sinne, bedeutet die Umkehr. Und dann der Glaube an Gott ist ein Thema, das natürlich vielleicht das zentrale Thema in der Bibel überhaupt ist. Denn Glaube an Gott ist die einzige, unabdingbare, unabänderliche, umgehbar Bedingung für Errettung.

[7:28] Denn die Bibel sagte, "Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat." Dort wird gezeigt, dass Gott uns geliebt hat, indem er seinen Sohn gegeben hat, nämlich so eigentlich im Griechischen, wie Mose die Schlange der Wüste erhöht hat, im Kontext von Johannes 3.

[7:55] Und wer das glaubt, wer an Gott glaubt, ihm diese Botschaft glaubt, wer an Jesus glaubt, wird gerettet werden. Glaube ist eines der ganz großen Themen. Und interessanterweise von Paulus ja auch im Hebräerbrief auf diesen Glauben noch ausführlichst zu sprechen, nämlich dann vor allem im berühmten 11. Kapitel, wo er zeigt, wie der Glaube das zentrale Thema auch im Alten Testament gewesen ist.

[8:24] Nun, was sind mit diesen Waschungen? Was ist mit diesen Waschungen gemeint? Mit der Lehre von Waschungen. Wörtlich steht hier eigentlich "Taufen". Und wir finden in Markus 7, Vers 4, dass dieses Wort zunächst einmal im jüdischen Kontext für eine ganze Reihe von verschiedenen Waschungen stand.

[8:45] In Markus 7 und dort Vers 4 heißt es über die Juden: "Und wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht ohne sich gewaschen zu haben, und noch vieles andere haben sie zu halten angenommen, nämlich Waschungen von Bechern und Krügen und Erden Gefäßen und Polstern." Das sind also die Waschungen, wie sie den Hebräern bekannt waren.

[9:05] Dann finden wir im Neuen Testament, wie Johannes der Täufer und dann auch Jesus ebenfalls eine Waschung präsentieren, sich die Waschung von Händen und die Waschung von Füßen oder die Waschung von bestimmten Besteck oder Polstern, sondern die Waschung des ganzen Menschen. Das war sozusagen ein besonderer Punkt. Es reicht nicht nur ein Teil des Lebens zu waschen, sondern wir müssen selbst komplett gewaschen werden.

[9:28] Als symbolische Handlungen, da haben wir sehr viele Texte, sowohl in den Evangelien als auch in der Apostelgeschichte, als auch in den Briefen dann von Paulus und anderen, die die Wichtigkeit der Taufe betont, als symbolische Darstellung, dass wir mit Christus gestorben und auferstanden sind, dass er für uns gestorben und auferstanden ist, dass wir diesen Tod und die Auferstehung von uns in Anspruch nehmen.

[9:55] Die Handauflegung ist ebenfalls eine gängige Praxis im Alten Testament, die wir an verschiedenen Stellen finden. Wir um einige hier aufgeführt. Und an die Toten Auferstehung ist eine Lehre, die uns zeigt, wie die Bibel den Menschen sieht, die Natur des Menschen und die Frage des Todes, Zustand der Toten und die Frage nach dem ewigen Leben werden in dieser Lehre erklärt.

[10:18] Die wir schon im Alten Testament, wenn wir einige Bibelstellen hier, die schon die Lehre der Toten Auferstehung im Alten Testament thematisieren, zum Beispiel Daniel 12, 12 oder Hiob 26, Vers 19. Dann natürlich auch insbesondere im Neuen Testament wird sie ausführlich behandelt.

[10:38] Und dann haben wir die Lehre vom ewigen Gericht, dass es die biblische Lehre von den letzten Dingen ist. Und das ist etwas, was der Paulus selbst immer wieder angesprochen hat. Zum Beispiel, nur um zwei Beispiele zu nehmen, im Brief an die Römer, wo er von dieser grundlegenden Lehre spricht, im Römer Kapitel 2 und dort Vers 16: "An dem Tag, da Gott das Verborgene der Menschen durch Jesus Christus richten wird, nach meinem Evangelium."

[11:06] Oder in 2. Korinther Kapitel 5 und dort Vers 10, wo er sagt: "Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden, damit jeder das empfängt, was er durch den Leib gewirkt hat, das ist gut oder böse."

[11:21] Also Paulus will nichts sagen, dass diese Lehren weniger wichtig sind und jetzt nicht mehr gepredigt werden sollten. Wir finden, dass gerade er in seinen anderen Briefen, dem Römerbrief, dem Galaterbrief, dem Korintherbrief und in den anderen Briefen, gerade diese Themen, die Buße, den oben, die Bekehrung, das Gericht, die Taufe, dass das Themen sind, hier ausführlichst bespricht.

[11:46] Weil wir also den Eindruck haben, dass Paulus zum Beispiel im Römerbrief besonders tiefgründig argumentiert, und das ist ja offensichtlich der Fall, dann würde Paulus wahrscheinlich dem entgegenhalten, hätte dort nur die grundlegenden Wahrheiten präsentiert, sicherlich sehr systematisch.

[12:01] Paulus' Sicht war, das waren die Basisideen des Evangeliums. Und das zeigt uns vielleicht auch, mit welcher Tiefe Paulus das Evangelium verstanden hat und weitergeben konnte.

[12:21] Erst reif, und das wollen wir tun. Also, mit anderen Worten, jetzt einmal nicht über die Themen zu sprechen, über die er sonst immer spricht und ihr sonst immer wieder predigt, sowohl in seinen Evangelisationen, wenn er neue Städte aufsucht und Gemeinden gründet, als auch in den Briefen, wo diese Dinge wiederholt und damit festigt.

[12:38] Er sagt, das wollen wir tun. Also, jetzt mal zu weiteren Themen übergehen, wenn Gott es zulässt. Paulus, und das sehen wir in seinem Leben, war grundsätzlich der Meinung, dass Gott sein Tun leiten soll.

[12:51] Wir finden immer wieder Aussagen von ihm in der Apostelgeschichte und in den Briefen, dass er plant, eine Gemeinde oder den Ort zu besuchen, "wenn Gott es zulässt". Und entsprechend werden wir in Jakobus 4, Vers 15 auch dazu ermutigt und ermahnt, nicht weit reichende Pläne für die Zukunft zu machen, sondern immer nur "so wie Gott es zulässt".

[13:11] Und ich denke, jeder von uns, ich und du, lieber Freund, wir können alle davon lernen, dass wir uns nicht einfach ohne Gott Pläne machen, sondern immer nur uns bewusst machen: Gott hat vielleicht ganz andere Pläne als wir.

[13:24] Paulus, und das ist noch mal eine Bestätigung der Idee, die er in 2. Timotheus 3, Vers 16 sagt, dass "alle Schrift von Gott eingegeben ist", macht also deutlich, dass auch der gedankliche Aufbau des Hebräerbriefes etwas ist, was Gott ihn ihm gezeigt hat und ihn führt und also ihn entsprechend hier leitet.

[13:42] Hebräer 6, Vers 4: "Denn es ist unmöglich, die, welche einmal erleuchtet worden sind und die himmlische Gabe geschmeckt haben und des Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind und das gute Wort Gottes geschmeckt haben, dazu die Kräfte der zukünftigen Weltzeit, und dann abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, da sie für sich selbst den Sohn Gottes wiederum kreuzigen und zum Gespött machen."

[14:07] Das ist eine sehr interessante, auch auf den ersten Blick nicht so leicht zu verstehende Passage, die sehr wichtig ist. Und die offensichtlich, wie wir sehen, die Begründung zu Vers 3 ist. Denn er sagt: "Denn Vers 3, das wollen wir tun, wenn Gott es zulässt."

[14:21] Denn es ist unmöglich. Der Grundgedanke ist: Es wird nur Sinn machen und Gott wird es nur zulassen, dass Paulus jetzt überhaupt diese tiefergehenden Wahrheiten über den hohen priesterlichen Dienst von Jesus präsentiert, wenn die Leser dazu überhaupt in der Lage sind, das aufzufassen und alles zu begreifen.

[14:42] Denn wenn sie bereits alles das ehemals Gehörte aufgegeben haben und abgefallen sind, dann würde es keinen Sinn mehr machen, jetzt über diese vertieften Dinge zu predigen. Also schauen wir uns das ein bisschen genauer an.

[14:55] "Es ist unmöglich, die, welche einmal erleuchtet worden sind." Die Bibel macht deutlich, dass wenn wir nicht in Christus bleiben, sagt, dass Jesus selbst, dann werden wir weggeworfen werden, das Salz, das wertlos, das nicht mehr Salz ist, wertlos geworden.

[15:16] Und wenn wir gegen den Heiligen Geist widerstreben, so sagt Jesus, Matthäus 12, 31 und 32, dann kann uns am Ende auch nicht vergeben werden. Petrus machte es deutlich in 2. Petrus 2, Verse 20 bis 22, davon: "Wer vom Glauben wieder abfällt, ist hinterher schlimmer dran als vorher."

[15:38] Und das ganze greift er auch ein Thema auf, dass wir vor allem schon in Kapitel 3 und 4 des Hebräerbriefes gesehen haben. Paulus hat offensichtlich zwei große Hauptanliegen. Er möchte einmal Christus präsentieren in seiner Schönheit als Priesterkönig im himmlischen Heiligtum. Das ist sozusagen ein theologisches Anliegen.

[15:58] Und das andere ist, dass er die Hebräer davon abhalten möchte, vom Glauben abzufallen. Er möchte sie fest und standhaft halten. Das ist sozusagen, vielleicht können wir uns das seelsorgerliche Anliegen, bezahlen diesen beiden Themen, die umkreisen sich immer wieder und greifen ineinander in diesem Hebräerbrief.

[16:17] Und gerade sind wir wieder bei diesem Themenkomplex: Festhalten und nicht von Gott abfallen. "Erleuchtet worden sind." Das bezieht sich natürlich auf das Licht des Evangeliums, dass man einmal verstanden und akzeptiert hat. Werden wir an 2. Korinther 4, Vers 6, wo Paulus davon spricht, dass "der Gott, der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervor zu leuchten, auch ist in unseren Herzen Licht hat werden lassen, damit wir wieder erleuchtet werden mit der Erkenntnis Gottes, mit der Kenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi."

[16:54] "Die himmlische Gabe", von der hier spricht, ist die Erlösung durch die Gnade. Epheser 2, Vers 8 macht das sehr deutlich: "Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch; Gottes Gabe ist es."

[17:13] Alles Gute, was wir halten, ist eine Gabe von Gott. In Johannes 4 hat Jesus der Samariterin am Jakobsbrunnen gesagt, dass er ihr das ewige Leben geben will. Oft wird auch diese Gabe für den Heiligen Geist verwendet, in der Apostelgeschichte an mehreren Stellen oder auch in den Leserbriefen, 1. Korinther 4, Vers 7, für die geistlichen Gaben. Das passt dann auch gut zu dem, was sie am Ende von Vers 5 steht.

[17:41] "Und des Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind." Paulus hat ja über den Heiligen Geist hier im Hebräerbrief schon in Kapitel 2 gesprochen, in Vers 4, wo er gesagt hat: "Wo bei Gott sein Zeugnis dazu gab mit Zeichen und Wundern und mancherlei Kraftwirkung und Austeilung des Heiligen Geistes nach seinem Willen."

[17:59] Das Wirken des Heiligen Geistes hat das Evangelium bestätigt. Und in Vers 5 haben wir dann eine weitere Idee: "Das gute Wort Gottes geschmeckt." Da geht es um die Erfahrung mit der Bibel. Wir wissen zum Beispiel in Psalm 119, Vers 103, da wird gesagt, dass das Wort Gottes es ist wie Honig.

[18:18] Und auch Jeremia sagte in Jeremia 15, dass waren immer er Worte Gottes gefordert, er sie verschlungen hat. Und die Kräfte der zukünftigen Weltzeit. Wir haben gesehen, Hebräer 2, dass die zukünftige Weltzeit, von der Paulus spricht, das Königreich Jesu ist.

[18:35] Und dieses Königreich Jesu, das sozusagen in Etappen etabliert wird, das stellt das verlorene Königreich der Menschen aus 1. Mose 1 wieder da, wie Paulus in Hebräer 2 durch seine Erläuterung von Psalm 8 beschrieben hat.

[18:55] Und wir wissen aus 1. Korinther 4, Vers 20, dass tatsächlich das Reich Gottes diese zukünftige, das zukünftige Zeitalter mit Kraft in Verbindung steht. Denn das heißt, 1. Korinther 4, 20: "Denn das Reich Gottes besteht nicht in Worten, sondern in Kraft."

[19:13] Also Paulus sagt, wir alles erlebt hat, wer fest stand, das Evangelium gesehen und verstanden hat, wer Erlösung erlebt hat, wer dieses Geschenk der Erfüllung mit dem Heiligen Geist erlebt hat, wer die Freude erlebt hat, das Wort Gottes zu studieren und es mit Freuden gelesen hat, und erlebt hat, wie Gott in seinem Leben wirkt, dass das Evangelium eben tatsächlich eine Kraft ist und nicht nur eine Theorie.

[19:44] Und wer dann abfällt und den Sohn Gottes wiederum kreuzigt und zum Gespött macht, und dem ist sagte hier: "Das ist unmöglich, sie wieder zur Buße zu erneuern."

[20:06] Wenn also jemand schon die grundlegenden Wahrheiten verstanden und erlebt hat, dass sie Kraft haben und das Leben verändern, und sie dann ablehnt, dann werden auch vertiefte Wahrheiten über den Erlösungsplan den Menschen nicht zur Buße bringen. Das ist sozusagen die Idee.

[20:27] Paulus will nichts sagen, dass wenn ein Mensch einmal Gott kennengelernt hat, von Gott weggelaufen ist, dass es jetzt unmöglich für uns zurückzukehren ist. Das würde allein schon die berühmte Gleichnis von Lukasfilm, dem verlorenen Sohn, sie das sprechen.

[20:41] Und das würde dem widersprechen, was David erlebt hat, der ja darum gebeten hat, dass Gott ihm ein neues Herz schenken soll. Die Idee ist also, er sagt, es würde keine, wenn wir den kompletten Kontext und es würde keinen Sinn machen, euch über den Priesterkönig Jesu im himmlischen Heiligtum etwas zu sagen, wenn ihr die Lehre vom Glauben an Gott und von der Toten Auferstehung, vom Gericht ablehnt.

[21:05] Wenn ihr das schon verstanden habt und aber dann ablehnt und nicht mehr glauben wollt, dann würde euch auch eine Predigt über Hebräer 8, z.B. oder über den hohen Priester Jesu nichts zur Buße führen. Und damit macht er letztendlich auch deutlich, dass die vertiefte Wahrheit nur verstanden werden kann, wenn die grundlegenden Wahrheiten verstanden und angenommen und ausgelebt werden.

[21:37] Das ist hier tatsächlich um Menschen dann gehen würde, die bewusst das Evangelium ablehnen. Das ist auch dadurch deutlich, dass es heißt, dass sie für sich selbst den Sohn Gottes wiederum kreuzigen und zum Gespött machen. Das bedeutet also, für sie hat das Kreuz Jesu aufgehört, etwas Besonderes, etwas zu sein, was ihnen lieb und teuer und wertvoll ist, weil sie wissen, dass dieses dort für sie gestorben ist.

[21:59] Sondern wenn sie ihn verächtlich machen wollen, dann haben sie das Evangelium, obwohl einmal verstanden, bewusst abgelehnt. Und solange es in diesem Zustand sind, macht es keinen Sinn, in andere vertiefte Weiten zu bringen. Sie würden auf jeden Fall es nicht verstehen wollen.

[22:17] Wörtlich heißt dieses zum Gespött...

[22:20] Wörtlich heißt dieses zum Gespött machen, zur Schau stellen, öffentlich zum Gespött machen. Das ist also gedanklich dieser Punkt, dass man Jesus verachtet und ihn verächtlich darstellt. Vers 7 und 8 wird jetzt dieser Gedanke, den wir gerade entwickelt haben, durch ein Gleichnis aus der Natur illustriert. Denn ein Erdreich, das den Regen trinkt, der sich öfters darüber ergießt und nützliches Kraut hervorbringt, denen für dieses Brot wird empfangen Segen von Gott.

[23:01] Das Erdreich nimmt den Regen auf. Dieser Regen ist ein Symbol für das Wort Gottes. Das sehen wir sehr deutlich in Jesaja Kapitel 55 und dort Vers 10 bis 13. Es ist auch ein Symbol für den Heiligen Geist, wie Jesaja 44 Vers 3 deutlich macht. Erkennen auch Joel 2, wo der Früh- und Spätregen auch ein Symbol für die Ausgießung des Heiligen Geistes dann sind, die in Joel 2 beschrieben wird. Wir kennen die Regengüsse des Segens in Hesekiel 34, 26.

[23:31] Jetzt kommt in Vers 8 der Kontrast dazu. Paulus sagt, also zwei Gruppen von Menschen: einmal diejenigen, die den Regen empfangen und dann Frucht bringen. Das ist das eine Erdreich in Vers 18. Wenn ein anderes Erdreich, das wenig, aber das Dornen und Disteln trägt, ist untauglich und dem Fluch nach, es wird am Ende verbrannt. Die meisten deutschen Übersetzungen geben nicht so klar den Gang wieder, der wohl im Griechischen eigentlich vom Kontext her auch intendiert, eigentlich angedacht ist.

[24:02] Es geht nämlich hier auch um ein Feld, das Wasser vom Regen trinkt. Also die Idee, wir es mal etwas ausführlicher ausformulieren würden, wäre es so: Es gibt in Vers 7 ein Erdreich, das regnet es immer wieder, und dieses erste Erdreich bringt, weil es regnet und es bringt Frucht, und deswegen ist es gesegnet, weil es das Wort, weil es den Regen auch tatsächlich in Frucht umwandelt.

[24:26] Wenn es aber ein Erdreich gibt, das – und das ist jetzt sozusagen der Gedankengang – obwohl es regnet, trotzdem nur Dornen und Disteln bringt und nicht Frucht, dann ist es verflucht. Und das soll eigentlich illustrieren, was vorher beschrieben worden ist. Das Wort Gottes ist in das Leben gekommen und trotzdem bringt es – präsent oder trotzdem entscheidet sich der Mensch am Ende doch in der Sünde zu bleiben.

[24:55] Denn Dornen und Disteln sind schon sein erster, das ist ein Symbol für die Sünde, auch ein Symbol für die Strafe für die Ungerechtigkeit. Und verbrannt zu werden, das ist das Schicksal aller Gottlosen. Also was sind vier bis sechs beschrieben worden ist.

[25:14] Wenn also jemand das Wort Gottes geschmeckt hat, denn er erleuchtet worden, das mit dem Evangelium die Kraft des Heiligen Geistes erlebt hat und dann trotzdem wieder abfällt, Christus verspottet ihn wiederum für sich. Kreuzigt Jesus nicht als Erlöser mehr haben möchte, dann ist das so wie ein Feld, ein Erdreich, das zwar Regen empfangen hat, am Ende aber keine Frucht bringt, sondern Dornen und Disteln.

[25:42] Und dann kann man damit nichts mehr machen, als dass es – also es ist verflucht, dem Fluch nach und wird am Ende verbrannt. Was dasselbe Bild erfinden wir auch in Jesaja 27, Vers 10 und 11.

[25:57] Auch Jesus spricht davon, dass die in Johannes 15 kann man das kurz aufschlagen.

[26:12] Genau dort, Vers 6: „Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er weggeworfen wie die Rebe und verdorrt. Und solche sammelt man und wirft sie ins Feuer und sie brennen.“ Da geht es also um die, die nicht in Jesus bleiben, obwohl sie mal auch mit ihm verbunden gewesen sind.

[26:25] Wir wissen aus der Bibel, Maleachi 3, Vers 19, dass die Gottlosen am Ende verbrannt werden. Und Offenbarung 21 zum Beispiel finden wir dann auch die konkrete Erfüllung dieser Vorhersage.

[26:36] Das ist natürlich eine sehr, sehr deutliche Sprache und dann sehr eine deutliche Warnung, die der Paulus hier ausspricht. Er warnt mit anderen Worten vor der Sünde gegen den Heiligen Geist.

[26:53] Paulus weiß aber, dass man ihn immer mal wieder auch missversteht und will jetzt eine Sache vorbeugen, dass die Leser des Prüfers jetzt denken, dass sie bereits verloren sind und alles vorbei ist.

[27:05] Nein, er sagt in Vers 9: „Wir sind aber überzeugt, ihr Geliebten, dass euer Zustand er ist und mit der Rettung verbunden ist, obgleich wir so reden.“ Im Paulus sagt also: Ich beschreibe jetzt nicht euren Zustand, ich warne euch nur davor, dass das eintreten wird, wenn ihr weiter so träge seid und nicht wieder euch ganz zu Gott wendet.

[27:29] Er geht also davon aus, dass sie immer noch Errettete sind, aber er warnt eben vor dem Abfall, so wie es schon in Kapitel 3 und 4 gemacht hat, weil er sieht, dass sie eigentlich in ihrem Verständnis schon hätten vorankommen sollen. Sie sind träge, sie wachsen nicht so, wie sie wachsen sollten.

[27:45] Das ist für Paulus ein Alarmzeichen. Wenn wir in unserem eigenen Leben, in unseren Familien, in unseren Gemeinden sehen, dass geistliches Wachstum ausbleibt, ist das ein Alarmzeichen, das uns dazu führen sollte, auch in aller Liebe, aber auch Deutlichkeit, wie Paulus drüber nachzudenken oder uns selbst und andere davor zu warnen.

[28:07] Warnen von dem lebendigen Gott abzufallen.

[28:18] Vers 10: „Denn Gott ist nicht ungerecht, dass er euer Werk und die Bemühung in der Liebe vergessen, die er für seinen Namen bewiesen hat, indem er den Heiligen diente und noch dient.“

[28:35] Wir finden bei mir immer wieder den Gedanken, dass Gott nicht vergessen soll, was er Gutes getan hat, was geschieht.

[28:45] 10, 4 und Vers 31 sehen wir, wie Gott an die Almosen des Hauptmanns Cornelius gedacht hat. Die Bemühung in der Liebe ist ein Thema, das Paulus sehr oft in den Briefen anspricht und auch die Gemeinden entsprechend lobt.

[29:01] Erst 1, 3 ist ein Beispiel, haben wir die Liebe selbst beschrieben. Und dann andere Stellen, die man im Skript haben, wo Paulus und auch Johannes von dieser für diese Bemühungen in der Liebe, dem Werk der Liebe in der Gemeinde spricht.

[29:15] Dieser Vers 10 zeigt uns: Gott vergisst nicht den liebevollen Dienst, den wir für die Gemeinde geleistet haben. Gott ist ja nicht ungerecht. Und wie sehr es wichtig ist, dass wir untereinander in der Gemeinde einander den – dafür haben wir eine ganze Palette an Texten aus dem Neuen Testament hier zusammengestellt, aus den Evangelien, der Apostelgeschichte und vielfach aus den Paulusbriefen und auch einigen anderen, wo deutlich wird, dass es ein Paulus ein Herzensanliegen war, dass die Gläubigen nicht nur eine korrekte Theologie hatten, sondern dass sie füreinander in Liebe gewirkt haben.

[29:54] Und Paulus sagt: „Ich weiß, dass auch ihr in Liebe euch für die Gemeinde eingesetzt habt. Ich weiß, dass ihr euch bemüht habt, dass das Werk Gottes vorangeht, und Gott hat das gesehen.“ Und wenn ich euch jetzt warne vor dem Abfall, solltet ihr keine fatalistische, verzweifelte Interpretation daraus ziehen, dass es schon so ist.

[30:14] Ich möchte euch nur warnen und deutlich machen, wie wichtig es ist, dass ihr euch wieder vertiefter mit Jesus befasst, damit nicht das passiert, was sonst passieren würde.

[30:29] Vers 11: „Wir wünschen aber, dass jeder von euch denselben Eifer beweise, so dass ihr die Hoffnung mit voller Gewissheit festhalten bis ans Ende.“ Hier wird also deutlich, was Paulus sich wirklich wünscht, was seine Agenda ist, sein Anliegen in diesem Hebräerbrief für die Gläubigen. Es sind zwei Dinge, die er benennt.

[30:49] Erstens: Er möchte, dass das, was er über die ganze Gemeinde gesagt hat, dass das auch über jedes einzelne Glied gesagt werden kann. Wir wissen, glaube ich, alle aus Erfahrung, dass eine Gemeinde im Großen und Ganzen, oder mindestens mehrheitlich, gut stehen kann, theologisch, missionarisch, diakonisch. Oder das ist trotzdem immer auch einzelne Geschwister gibt, die da nicht mitziehen, die da am Rande stehen, die das nicht mittragen, die dagegen sind oder zu schwach im Glauben sind.

[31:20] Paulus sagt: Ich wünsche mir nicht nur, dass man generell sagt: Ja, die Gemeinde in Jerusalem und ja, die Gemeinde in Korinth und die Gemeinde in Thessaloniki, das sind gute Gemeinden, sind Missionare.

[31:30] Sondern er sagt: Ich wünsche mir, dass jeder einzelne, jedes einzelne Glied in der Gemeinde diesen Eifer. Paulus ist ein echter Seelsorger. Er will nicht nur, dass die Gemeinde als Ganzes einen guten Ruf hat, sondern er sorgt sich um das Seelenheil und die persönliche Beziehung eines jeden einzelnen Gläubigen.

[31:51] Und da können wir einiges, ich kann einiges lernen, und wir alle können, und glaube ich, einiges lernen von Paulus, dass wir uns viel mehr auch für jeden einzelnen in der Gemeinde interessieren sollen und darauf hinwirken, dass jeder einzelne diesen Eifer für Gott hat, weil er die Liebe Gottes und die Kraft Gottes in seinem Leben erlebt hat.

[32:16] Das zweite, was Paulus sich wünscht, neben der Tatsache, dass jedes einzelne Gemeindeglied von diesem Eifer erfasst sein soll, ist, dass alle an diesem Glauben auch festhalten. Das haben wir schon deutlich in Kapitel 3 und 4 gesehen, auch gerade schon immer wieder mal angesprochen.

[32:31] Denn Jesus sagte, Matthäus 24, Vers 13: „Wer ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.“ Wir finden auch in der Offenbarung das standhafte Ausharren der Heiligen, Offenbarung 14, Vers 12. Und Paulus weiß, es ist sehr wohl möglich, auch wenn viele Christen heute, gerade die, die meinen, sich allein aufs Neue Testament zu beziehen, neben der Meinung sind einige der Meinung sind: Wer erst einmal gerettet worden ist, der kann nicht mehr verloren gehen.

[32:59] Aber das ist genau das Gegenteil von dem, was Paulus sagt. Paulus weiß sehr genau, es besteht eine reale Chance, eine reale Möglichkeit, dass jemand, der das Evangelium erlebt hat, angenommen hat und verwandelt worden, dass durch das Evangelium wieder zurückfällt, weil er nicht festhält.

[33:14] Und so ist es eines der ganz großen Anliegen von Paulus im Hebräerbrief, dass Leute, die bekehrt worden sind, bekehrt bleiben, dass Menschen, die Jesus gefunden haben, in Jesus bleiben, Menschen, die den Glauben entdeckt haben, im Glauben bis ans Ende leben.

[33:34] Und einer der Hauptargumente von Paulus dann im Hebräerbrief ist, dass der hohe priesterliche Dienst von Jesus ist, der diese Konstanz in den Glauben bringt.

[33:42] Es ist das Kreuz von Jesus. So dürfen wir, glaube ich, mit aller Zuversicht sagen, dass uns den Weg zum Leben öffnet. Es ist das Kreuz von Jesus, das uns die Schönheit des Charakters Gottes offenbart. Und es ist der hohe priesterliche Dienst von Jesus, in dem er die Verdienste seines Lebens und Todes, seiner Auferstehung anwendet für uns Tag für Tag.

[34:15] Es ist dieser Dienst, der uns hilft, diese einmal gemachte Erfahrung der Erlösung und der Errettung konstant im Alltag beizubehalten.

[34:27] Er möchte, dass wir die Hoffnung mit voller Gewissheit festhalten. Und von der Hoffnung schreibt Paulus oft. Er sagt, Römer 15, Vers 13: „Gott ist ein Gott der Hoffnung.“ Galater 5 spricht er von der Hoffnung auf die Gerechtigkeit durch den Glauben. In Kolosser 1, Vers 23 spricht er von der Hoffnung des Evangeliums. In 2. Korinther 1, Vers 25, 16 sagte, dass Gott uns eine gute Hoffnung gegeben hat durch die Gnade.

[34:53] Und er möchte, dass wir gewiss sind. Und diese Gewissheit möchte er jetzt besonders betont in den nächsten Versen, die jetzt kommen, die ich, wie ich finde, besonders beeindruckend sind, die mich immer schon wieder auch sehr, sehr tief bewegt haben.

[35:10] In Vers 12 lesen wir: „Zweitens, damit ihr ja nicht träge werdet, sondern Nachfolger derer, die durch Glauben und Geduld die Verheißung erben.“

[35:20] Möchte, wie wir gesehen haben, die Hebräer vor einem Zurückfallen warnen. Er hat ja bereits eine gewisse Trägheit diagnostiziert in Hebräer 5 bis 11. Über ihn haben, über Jesus haben wir viel zu sagen, und zwar Dinge, die schwer zu erklären sind, weil ihr träge geworden seid.

[35:35] Eben hören, diese Trägheit möchte er umkehren und möchte sie davor bewahren, weiter träge zu sein. Denn das Ende des trägen Knechtes, der seine Gaben und Talente nicht einsetzt, das kennen wir aus Matthäus 25, 26.

[35:52] Und dazu wendet er den Blick der Leser und Zuhörer seines Briefes auf die Vergangenheit, auf die Heilsgeschichte, wo bereits andere Menschen treu im Glauben gelebt haben, Nachfolger derer, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen erben.

[36:07] Wer noch später sehen wird, während Henry L. vor allem, dass er da eine ganze Reihe von Männern und Frauen des Alten Testaments uns dann vor Augen führt. Uns wird er in ihrem ihr – 64, 16 gesagt, dass wir nach dem alten Weg suchen sollen.

[36:23] Jeremia 6 und dort Vers 16: „So spricht der Herr: Tretet die Wege und schaut und fragt nach dem Pfad der Vorzeit, welches der gute Weg ist, und wandelt darauf, so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“ Sie war, sprechen wir, wir wollen nicht darauf wandeln.

[36:40] Das ist genau das, was Paulus jetzt macht. Er möchte den Hebräern zeigen, wo der gute Weg der Vergangenheit gewesen ist, muss sie darauf wandeln sollen, weil sie dann Frieden für ihr Herz bekommen, Frieden zu ihrer Seele.

[36:52] In Jakobus 5, 11 da wird uns gesagt, dass die früheren Propheten und gar nicht ob wir dort als Beispiel genannt, ein Beispiel sind für ihre Geduld im Glauben.

[37:05] Den Petrus, 1. Petrus 3, 5 und 6 werden auch die Glaubensfrauen der Vergangenheit als Vorbilder dargestellt. Insgesamt ist diese Geduld etwas, was Paulus oft anspricht.

[37:15] Zum Beispiel Römer 2, 4, 7, wo er sagt, dass wir mit Ausdauer die Unvergänglichkeit erstreben. Und natürlich kennen wir schon angesprochen auf Offenbarung 1, 14, Vers 12, auf Offenbarung 13, Vers 10, das standhafte Ausharren der Gläubigen in der Endzeit.

[37:31] Diese Geduld ist kein Nice-to-have, etwas, was man noch so als Zusatz mitnimmt, sondern es ist eine absolute Notwendigkeit, um in den Stürmen der Endzeit festzuhalten. Die Geduld. Und deswegen zeigt er jetzt jemanden, der tatsächlich in seinem Leben gezeigt hat, wie Glaube und Geduld zusammenwirken und dann dazu führen, dass man die Verheißung letztendlich erbt.

[38:00] Hebräer 6, Vers 15: „Und da jene auf diese Weise geduldig wartete, erlangte er die Verheißung.“ Paulus hat sich also offensichtlich nicht nur diesen einen Schwur, diese eine Verheißung in 1. Mose 22 im Blick, sondern letztlich alle Verheißungen seit 1. Mose 12, die dann in die der diesen Spuren 1. Mose 22 kulminieren.

[38:44] Der Punkt, den Paulus jetzt deutlich machen möchte, ist: Gott hat versprochen, und Gott hat geschworen. Was war Abrahams Aufgabe? Seine Aufgabe war es, geduldig zu warten.

[38:52] Damit illustriert er genau den Punkt in Vers 12: Wir sollen Nachfolger werden, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen erben. Und da Abraham tatsächlich geduldig wartete, auf diese Weise hat er die Verheißung erlangt.

[39:11] Denn Gott hat dem Abraham die Verheißung gab, vor er dabei keinen größeren schwören konnte bei sich selbst. Der Punkt, den Paulus machen möchte, ist: Gott hat das Evangelium uns nicht nur gegeben, nicht nur gesagt und verkündigt, er hat es geschworen.

[39:29] Dabei bezieht er sich jetzt konkret auf die Geschichte in 1. Mose 22. Eine ganz berühmte Geschichte, in der natürlich Abraham den seinen eingeborenen Sohn – ist dann im Hebräerbrief später heißt, seinen geliebten Sohn Isaak opfern soll. Eine Geschichte, die in vielerlei Hinsicht ein dann ganz tief gehender, bewegender Typus ist, eine Illustration des Erlösungsplanes, wo gezeigt wird, wie es Gott dem Vater geht, dass er seinen eingeborenen Sohn, seinen geliebten Sohn Jesus für mich und für dich geben soll.

[40:04] Und im Kontext dieser Geschichte, die wir ein Typus auf das Kreuz hinweist, in vielen Details, die die Auszeit gar nicht ansprechen können, gibt es einen Schwur. Gott schwört bei sich selbst.

[40:15] Übrigens ist das etwas, was wir immer wieder mal finden in der Bibel. Jesaja 45, Vers 22, H – 49, Vers 13 sind Stellen, wo Gott bei sich schwört. Und wir werden gleich noch eine wichtige Stelle auch in der Offenbarung sehen.

[40:36] Aber schauen wir uns erst einmal an, woher oder wie dieses Zitat genau aussieht in Vers 14. Und sprach: „Wahrlich, ich will dich reichlich segnen und mächtig mehren.“ Das ist das direkte Zitat aus 1. Mose 22. Und wir lesen des Kontextes wegen ab Vers 15.

[40:55] Vielleicht dann Paulus zitiert nicht den Vers, wo steht, dass Gott geschworen hat, sondern nur den Schwur selbst. In 1. Mose 22 und dort ab Vers 15, dort heißt es: „Und der Engel des Herrn“ – ein Begriff für Jesus selbst – „rief Abraham zum zweiten Mal vom Himmel her zu oder sprach: Ich habe bei mir selbst geschworen.“

[41:18] Hat ist das Paulus hiermit deutlich macht, dass dieser Engel des Herrn Gott ist. Und der Engel des Herrn rief Abraham zum zweiten Mal vom Himmel her zu und sprach: „Ich habe bei mir selbst geschworen, spricht der Herr.“ Da haben wir wieder auch diese diesen Punkt natürlich, dass das er Gott ist, weil du dies getan und deinen Sohn dann den einzigen nicht verschont hast.

[41:44] Und hier hören wir schon ein Römer 8: Gott seinen Sohn nicht verschrottet, sondern für uns alle hingegeben hat. Wie soll er uns nicht auch alles schenken? Apropos aus den Punkt machen will: Wenn Gott so ein großes Opfer für mich und für dich macht, kannst du dann glauben, dass er sonst irgendetwas Gutes vorenthalten will?

[42:01] Jetzt kommt 17, das ist das Zitat, das er jetzt in Hebräer 8 verwendet: „Darum will ich dich reichlich segnen und deinen Samen mächtig mehren.“ Und dann geht es im 1. Mose noch weiter für die Sterne am Himmel und wie der den Sand am Ufer des Meeres und einsame soll das Tor seiner Feinde in Besitz nehmen.

[42:22] Also das sind ist eine Verheißung, sie in einigen Teilen so schon mehrfach dem angegeben worden war, ja mit dem mit den Stern am Himmel, mit dem Sand am Ufer des Meeres, hier noch einmal besonders betont, dass es einen Sieg gibt, siegreich das Tor seiner Feinde in Besitz nehmen. Und es heißt dann: „Unter deinem Samen sollen alle Völker der Erde gesegnet werden, weil du meiner Stimme gehorsam warst.“

[42:44] Da geht es also darum, dass dieser Segen Gottes, Evangelium für die ganze Welt gedacht ist, was auch schon auf die Verkündigung des Evangeliums in der ganzen Welt hinweist.

[42:56] Übrigens finden wir hier in Vers 17: „Darum will ich dich reichlich segnen und deinen Namen mächtig mehren.“ Im Hebräischen eine ganz wörtliche Schwurformel, die auch dann von Paulus im Griechischen hier natürlich übernommen ist.

[43:11] Also tatsächlich auch formal ein echter Schwur. Ein echter – Hebräer 6, Vers 15. Und da jene auf diese Weise geduldig wartete, erlangte er die Verheißung.

[43:23] Paulus hat sich also offensichtlich nicht nur diesen einen Schwur, diese eine Verheißung in 1. Mose 22 im Blick, sondern letztlich alle Verheißungen seit 1. Mose 12, die dann in die der diesen Spuren 1. Mose 22 kulminieren.

[43:44] Der Punkt, den Paulus jetzt deutlich machen möchte, ist: Gott hat versprochen, und Gott hat geschworen. Was war Abrahams Aufgabe? Seine Aufgabe war es, geduldig zu warten.

[43:58] Damit illustriert er genau den Punkt in Vers 12: Wir sollen Nachfolger werden, die durch Glauben und Geduld die Verheißungen erben. Und da Abraham tatsächlich geduldig wartete, auf diese Weise hat er die Verheißung erlangt.

[44:13] Diese Weise hat er die Verheißung erlangt. Erlangt, erlangt. Und das ist interessant, weil auch wir eine Verheißung bekommen haben, die mit einem Schwur einhergeht. In Offenbarung Kapitel 10, im Kontext der Adventbewegung, die dort entsteht, sind wir diese interessante Passage in Offenbarung 10 ab Vers 5. Und der Engel, den ich auf dem Meer und auf der Erde stehen sah, hob seine Hand zum Himmel. Das ist derselbe Jesus, den wir auch in Hebräer 1, Vers 2 gefunden haben, wie Offenbarung offenbart. Und er schwor bei dem, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit, der den Himmel geschaffen hat und was darin ist, und die Erde, was darauf ist, und das Meer, und was drin ist. Es wird keine Zeit mehr sein. Wer hat denn den Himmel geschaffen und was darin ist, und die Erde und was darauf ist, und das Meer und was darin? Dass die Bibel sehr deutlich in Johannes 1, Vers 1, und Kolosser 1, Vers 16, und Hebräer 1, Vers 2, es war Gott durch Jesus Christus. Jesus ist der Schöpfer. Er hat am Anfang Himmel und Erde gemacht, wie Hebräer 1, Vers 2, uns zeigt. Jesus schwört auch hier bei sich selbst. Und was schwört er? Es wird keine Zeit mehr sein. Im Kontext von Offenbarung 10 bedeutet das, dass 1844 die letzte Zeit Prophezeiung ist, sondern in den Tagen der Stimme des siebten Engels, wenn er in die Posaune stoßen wird. Was deutlich macht, dass wir uns in der sechsten Posaune befinden und jetzt gleich beginnt, soll das Geheimnis Gottes vollendet werden, wie es seinen Knechten, den Propheten, als Heilsbotschaft verkündet. Das Geheimnis Gottes hat ist eine prophetische Heilsbotschaft, das Evangelium der Propheten sozusagen. Und dieses Evangelium der Propheten, das auf Prophezeiung basiert, seit 1. Mose 3, Vers 15, dieses ewige Evangelium, wie es dann Offenbarung 14 auch prophetisch formuliert wird. Dieses ewige Evangelium soll vollendet werden. Und wie wird es vollendet? Es wird dadurch vollendet, dass es die ganze Erde erreicht und diejenigen, die es annehmen, auch zur Vollkommenheit bringt. Vollendet. Und dann kommt Jesus wieder. Ja, das versprochen. Ja, mehr noch, er hat es geschworen. Und was Paulus deutlich machen möchte, ist, dass wenn Gott etwas schwört, dann dürfen wir sicher sein, dass es eintreten wird. Wir müssen, so wie Abraham, geduldig warten. Auch wir sollen geduldig warten, bis die Erfüllung der Verheißung, die Wiederkunft eintrifft. Dann ist es ausgeschlossen, dass diese Verheißung ausbleibt. Und übrigens, wird Paulus diesen Gedanken noch sehr deutlich in Hebräer 10, Vers 36 bis 39 anführen, um deutlich zu machen, dass genau das auch etwas ist, was er schon in dieser Form deutlich machen möchte. Wenn wir also diese Verheißung haben, dann lasst uns festhalten am Glauben, nicht abweichen. Wir leben in einer Zeit, in der auch im Adventvolk immer wieder Menschen in Gefahr stehen und versucht sind, abzuweichen, zurückzufallen, diese Botschaft nicht mehr als so wichtig zu achten. Aber von daher ist der Hebräerbrief eine ganz aktuelle Botschaft an uns. Wir müssen ausharren, warten, hierzu standhaft ausharren, so wie Paulus es hier den Hebräern sagt, so wie Abraham das gemacht hat, damit wir auch die Verheißung dann tatsächlich erben.

[47:51] Denn Gott um Verzeihung, für 16, denn Menschen schwören ja bei einem größeren, und für sie ist der Eid das Ende eines Widerspruchs und dient als Bürgschaft. Paulus erläutert jetzt seine Argumentation, die er in den Versen vorher geführt hat. Menschlichkeit ist die größte Sicherheit, die man überhaupt in einer menschlichen Auseinandersetzung haben kann. Und das funktioniert so, dass man, wenn man wirklich bestätigen will, so dass alle weiteren Diskussionen sicher übrig sind, dass man die Wahrheit sagt, dann schwört man bei einem höheren. Wir haben dafür Beispiele in der Bibel, zum Beispiel schwört Abraham mehrmals bei Gott, sagt: "Ich schwöre bei Gott so und so." Das Problem, in Anführungsstrichen, ist, dass Gott er möchte auch schwören, aber er kann nicht bei einem höheren schwören, denn per Definition ist Gott der Höchste, den es gibt. Also schwört er sozusagen notgedrungen, sozusagen, in Anführungsstrichen, schwer dabei sich selbst, nicht, weil der Schwur notwendig wäre, sondern weil er uns dadurch etwas deutlich machen möchte, wie in Vers 17 ganz klar von Paulus formuliert wird. Darum, warum macht er das alles? Darum hat Gott, als er den Erben der Verheißung noch stärkerem Maße beweisen wollte, wie unabänderlich sein Rat ist, sich mit einem verwirkt. Mit anderen Worten, Gott war sich selbst. Es ist nicht so, dass Gott sich unsicher war, sondern Gott war sich total sicher. Aber er weiß, dass wir Menschen dazu neigen, selbst die deutlichsten Aussagen Gottes mit Zweifel zu übersehen. Und so wollte er eine zusätzliche Bestätigung geben und hat dazu ein Mittel gewählt, das den Menschen gut bekannt war. Er beugt sich sozusagen, begibt sich auf die Verstehens-Ebene von Menschen und sagt: "Ihr wisst alle, was ein Schwur ist, und ihr wisst, dass ein Schwur das Höchste ist, was man geben kann, und bestätigt das, was gesagt worden ist, dass es ein schweres Verbrechen wäre, etwas zu schwören und es nicht zu tun." Das ist in allen Kulturen das Sterbe strafbar.

[50:00] Waren Gott sagt, damit ihr sicher seid, absolut sicher seid, auch wenn eure Gefühle, die Umstände, alles Mögliche sonst etwas Gegenteiliges sagen möchten, damit ihr sicher seid, das Evangelium hat Kraft und funktioniert und gilt euch. Schwöre ich euch jetzt das Evangelium. Ich schwöre es. Und da Gott niemand hat, bei dem er schwören kann, sagt er: "Schwöre selbst, ich bin der Höchste." Ich schwöre bei mir selbst. Das ist, was Gott sagt. Er möchte, dass wir absolute Gewissheit haben. Eine Gewissheit, die noch größer ist, als wenn er es in Anführungsstrichen nur versprochen hätte, was schon mehr als ausgereicht hätte. Aus einer objektiven Perspektive betrachtet, die Erben der Verheißung, das sind die Gläubigen, wie wir aus Vers 12 wissen und sie auch in anderen Texten bei Paulus sehen können. Wir das ändern, Manuskript euch zeigen wird. Gottes Plan ist unabänderlich. Auch da haben wir eine ganze Reihe von Bibeltexten aufgeführt. In Maleachi 4, Vers 3 steht: "Gott ändert sich nicht. Bei ihm ist nicht der Schatten eines Wechsels", sagt Jakobus 1, Vers 17. Die Tatsache allein schon genügt. Gott ändert sich nicht. Das hätte gereicht. Und dann sagte die Bibel, dass wenn Gott etwas sagt, geschieht es. Jesaja 45, Vers 11 sagt, dass Gottes Wort ausführt. Es kehrt nicht mehr zurück, sondern es führt aus, wozu es ausgesandt worden ist. Das wird schon am ersten Tag der Schöpfung illustriert. Gott sprach: "Es werde Licht", oder es wurde Licht. Wir haben also einen Gott, der sich nicht ändern kann. Wir haben sein Wort, das das ausführt, was es sagt, dass nicht nur Dinge beschreibt und sagt: "Ich hoffe, dass es so passiert", sondern den Inhalt der Worte in der Realität umsetzt. Und die Liebe sagt uns, deswegen Titus 1, Vers 2, dass Gott gar nicht lügen kann, weil das, was er sagt, geschieht. Es passiert also nicht, dass Gott etwas sagt und die Realität zeigt, dass es anders ist, weil Gottes Wort die Realität verändert. Es war also gar nicht möglich, dass Gottes Verheißung nicht eintrifft. Das ist unmöglich. Aber obwohl es unmöglich war, hat Gott in seiner übergroßen Liebe und Geduld und Barmherzigkeit uns eine noch größere Gewissheit gegeben und gesagt: "Okay, ich schwöre euch auch noch. Ich schwöre bei mir selbst." Können wir sehen, wie Gott es sich von Herzen wünscht, dass wir im Glauben, dass er alles tut, was Gott nur tun kann, damit wir uns sicher sind, dass das, was er sagt, wirklich stimmt und dass wir endlich aufhören zu zweifeln, weil er alles getan hat, ja, über das Notwendige weit hinausgegangen ist, um uns deutlich zu machen: "Ihr könnt mir vertrauen. Das Evangelium ist fest, es wird für euch gelten."

[52:51] Interessant ist hier, dass heißt, dass er sich mit einem Eid verbürgt. Dann ist hier die griechische, die genaue Deutung des Griechischen sehr interessant. Das Wort heißt eigentlich wörtlich: "sich in die Mitte stellen" und meint, zwischen zwei Parteien zu vermitteln. Also Gott, der sowieso sie nicht ändern kann und so wie es dieses Wort ist, einmal gesagt hat, gar nichts zurücknehmen kann, möchte den zweifelnden Menschen eine noch größere geben, indem er sich selbst zwischen die Menschen und sich selbst stellt. Gott macht sich sozusagen zum Mittler zwischen sich selbst und den Menschen. Und genau das ist die Idee des hohenpriesterlichen Amtes. Es ist nicht irgendein Mensch, es ist Gott selbst, der dieses Amt ausführt, damit er selbst als Mittler sich dazwischen stellen kann und mit diesem Schwur deutlich machen kann: "Wenn ihr mir glaubt, könnt ihr nicht verloren gehen, weil ich euch nicht nur das Ziel gegeben habe, sondern selbst der Weg bin, der zu mir führt." Das ist die Idee von Immanuel, Gott mit uns. Und damit ist Paulus auf eine unfassbar geschickte Art und Weise wieder beim Thema des hohenpriesterlichen Dienstes angekommen. Das ist also, muss ich sagen, sehr bewundernswert, wie er das hier ganz fein und ohne jeglichen gedanklichen Bruch die Zuhörer jetzt und die Leser wieder genau zu dem Thema führt, was er ja die ganze Zeit sowieso vorhat.

[54:25] Vers 18: Damit wir durch zwei unabänderliche Handlungen – ich denke, Paulus meint und das den Antrag auch so, das Wort Gottes – das ist unabänderlich und den zusätzlichen Schwur, beides kann nicht geändert werden, damit wir durch zwei unabänderliche Handlungen, in denen Gott unmöglich lügen konnte. Gott kann nicht lügen, sagt Titus 1, Vers 2, und andere Stellen machen es auch deutlich. Eine starke Ermutigung haben wir, die wir unsere Zuflucht dazu genommen haben, die dargebotene Hoffnung zu ergreifen. Gottes uns Zuflucht, sagt Psalm 46, Vers 2, und Psalm 62, Vers 8. Die dargebotene Hoffnung, das ist Christus selbst. Paulus sagt in 1. Timotheus 1, Vers 11, dass Christus unsere Hoffnung ist. Diese Hoffnung, Paulus spricht im Kolosserbrief von der Hoffnung, die im Himmel aufbewahrt ist, Kolosser 1, Vers 23, von der Hoffnung des Evangeliums. Und dann sagt Kolosser 1, Vers 27, dass Christus die Hoffnung der Herrlichkeit ist. Und wir sollen diese Hoffnung greifen, so wie wir das. Und deswegen sagt 1. Timotheus 6, Vers 12, dass wir das ewige Leben ergreifen. Diese Hoffnung, die wir haben, durch die wir ermutigt werden und gestärkt werden, weil Gott selbst geschworen hat, nicht nur versprochen hat, sondern geschworen hat, dass er dazu steht. Deswegen haben wir die Hoffnung als einen sicheren und festen Anker, sagt Paulus in Vers 19. Diese Hoffnung halten wir fest als einen sicheren und festen Anker. Warum halten wir also fest? Weil Gott selbst geschworen hat, das, was uns hilft festzuhalten, das, was uns hilft, eben nicht abzufallen, wie die Israeliten damals in der ersten Generation, den Hebräer 3 und 4 beschrieben. Was uns hilft, nicht abzufallen, ist das Wissen, dass Gott selbst Mittler zwischen sich und uns geworden ist, dass er selbst geschworen hat, für uns einzustehen, geschworen hat, sein Wort unabänderlich für uns gilt. Diese Hoffnung halten wir fest als einen sicheren und festen Anker der Seele, der auch hineinreicht ins Innere, hinter den Vorhang. Dieser Hoffnung, diese Hoffnung ist der Anker, der in den Stürmen der Weltgeschichte, den Stürmen unseres eigenen Lebens uns nicht abdriften lässt. Das Innere, das ist das Innere, das Heiligtum im Bild des alttestamentlichen Heiligtumsdienstes steht. Der Gläubige ja im Vorhof, er kann nicht in den Tempel selbst hinein, aber sein Glaube ragt in das Alte Testament hinein, weil der Hohepriester ihn dort in das Heiligtum hineingeht. Und so ist Jesus für uns in das himmlische Heiligtum eingegangen. Und wir, und seit Glaube reicht dort hinein, weil wir Christus kennen. Und deswegen ist das unser Anker.

[57:21] Der Vorhang, der hier beschrieben wird, und das ist jetzt sehr wichtig, liebe Freunde, bitte hört das gut zu. Es ist enorm wichtig. Dieser Vorhang, von dem hier gesprochen wird, ist der Vorhang, der in das Heilige führt. Das ist der erste Vorhang. Paulus schreibt in Hebräer 9, Vers 3, nämlich auch von einem zweiten Vorhang. Das heißt, es ist in Hebräer 9, Vers 3, das werden wir noch später studieren, hinter dem zweiten Vorhang befand sich das Zelt, welches das Allerheiligste genannt wird. Warum ist das wichtig? Paulus schreibt hier im ersten Jahrhundert nach Christus, er schreibt nach der Himmelfahrt Jesu, und wir glauben, dass Jesus zunächst einmal im Heiligen Dienst getan hat und dass er erst dann, 1844, in das Allerheiligste gegangen ist, um dort den hohenpriesterlichen Dienst in einer zweiten Phase zu vollenden. Das ist genau das, was wir dann in Offenbarung 10 gesehen, wo Jesus noch einmal zu Wort und sagt: "Ich werde dieses Evangelium vollenden." Das ist genau diese Idee, die dahinter steht. Das ist ein Schwur, sozusagen, der mit dem Gang in das Heilige verbunden ist, und ein Schwur, der mit dem Gang in das Allerheiligste verbunden ist. Und die Verse zu 1844 könnte hier noch mal in seinem Manuskript einige davon euch anschauen. Denn leider wird dieser Vers immer wieder mal missverstanden und missdeutet. Petrus war ja vor denen, die den Paulus missverstehen und falsch interpretieren. Und dieser Vers wird manchmal als angeblicher Beleg dafür verwendet, dass Jesus bei seiner Himmelfahrt gleich ins Allerheiligste gegangen sein und damit die ganze Lehre von 1844 gegenstandslos sei. Aber das widerspricht dem Sprachgebrauch von Paulus, der sehr deutlich in einem ersten und einem zweiten Vorhang unterscheidet. Erste führt zum Heiligen, der zweite zum Allerheiligsten. Und hier gibt es erstmal keinen Grund anzunehmen, warum dieser Vorhang der zweite Vorhang sein soll, sondern von der gesamten Logik her des alttestamentlichen Heiligtumsdienstes ist auch von dem, was später im Mittelstand kommt, ist das der erste Vorhang. Aber es ist ganz entscheidend hier nochmals zu betonen, Vers 20: Wohin Jesus als Vorläufer für uns eingegangen, der Hohepriester in Ewigkeit geworden ist, nach der Weise Melchisedeks. Jesus ist also als Hohepriester in das himmlische Heiligtum eingegangen. Er hat uns einen Weg bereitet, dem wir folgen sollen.

[1:00:02] Dass, wenn wir auch noch mehr Brief dann thematisiert sehen und sein Priestertum ist der Antichristus zu welche Seele. Und damit ist Paulus jetzt wieder genau an dem Punkt angekommen, wo er sozusagen Hebräer 5, Vers 10 kurz innegehalten hat, weil er gesagt hat: "Okay, ich möchte euch jetzt ein paar Dinge über Jesus als den Antichristus von Mek erklären, aber vielleicht versteht ihr das jetzt gar nicht, weil ihr träge geworden seid." Und dann kam diese ganze Gedankengang, Kapitel 5, Vers 11, den wir jetzt hier mit Kapitel 6 abgeschlossen haben. Paulus ist jetzt wieder zu diesem Gedankengang mit Mek zurückgekehrt und wird dann in Kapitel 7, Vers 1, genau an der Stelle jetzt weitermachen. Das sehen wir aber das nächste Mal dann. Jesus ist eingegangen, nämlich in das Heiligtum, hat sich zur Rechten Gottes gesetzt, wie wir Hebräer 10, Vers 13 gesehen haben. Ja, die Himmel durchschritten, wie wir Hebräer 4, Vers 14 gesehen haben. Er tritt zur Rechten Gottes für uns ein, so sagt es Römer 8, Vers 34. Er ist weit über jeder anderen Macht, Philipper 1, Vers 20 bis 23. Und alle himmlischen Mächte sind Jesus untertan, so sagt es 1. Petrus 3, Vers 22. Ich möchte dich heute fragen, liebe Freundin, bist du dankbar, dass Jesus ein Hohepriester ist? Bist du dankbar dafür, dass Gott selbst geschworen hat, bei sich selbst, dass er dich retten möchte? Dass er es nicht nur gesagt hat, dass du nicht nur weiß, theologisch kann sich sowieso nicht ändern und er kann nicht lügen, sondern dass er zusätzlich geschworen hat, weil er von sich aus eine extra Garantie geben möchte, dass du wissen darfst, er will dich retten und er kann sich retten und er kann bewirken, dass du bei ihm bleibst. Ich möchte, weil Gott geschworen hat, dass er es schafft, dass ich bei ihm bleibe, dieses Angebot annehmen und seine Kraft bei Gott bleiben. Das auch dein Wunsch.

[1:02:07] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir so sehr für die Schönheit dieses kreativen, für die Kraft der Gedanken, die wieder drin sind. Und danke, dass wir, wenn wir uns Zeit nehmen und sie diese Verse auch mit anderen biblischen Versen vergleichen, dass wir wirklich verstehen können, was du uns sagen möchtest. Und dass es uns nicht nur theologisch für eine vertiefte Kenntnis schenkt, sondern dass es uns im Glauben stärkt. Danke, hier sehen wir, dass biblische Lehre tatsächlich etwas mit unserem Glaubensleben zu tun hat. Und dafür danken wir dir von ganzem Herzen. Danke, dass du geschworen hast, dass das Evangelium Bestand hat und dass wir uns darauf verlassen können, dass wenn wir zu dir uns kehren, wenn wir dich um Hilfe bitten, wenn wir dich unser Leben lassen und dich zum König unseres Herzens machen, dass du all das tun wirst. Hast du versprochen, hast du was es versprochen? Du hast das geschworen. Dafür danken wir im Namen Jesu. Amen. Damit verabschieden wir uns für heute. Sehen uns nächstes Mal, nächste Woche wieder, dann mit Hebräer Kapitel 7 und mehr zu Jesus als dem Typus von Melchisedek. Dann wird euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium dieses wunderbaren Buches. Gott mit euch. [Musik]


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