In dieser Predigt über den Galaterbrief, Teil 10 der Serie „Die Krise und das Kreuz“, beleuchtet Christopher Kramp die Bedeutung der Frucht des Geistes. Er erklärt den Unterschied zwischen den Werken des Fleisches und den Früchten des Geistes und wie diese im Leben eines Christen sichtbar werden. Die Predigt betont die Notwendigkeit, sich vom Geist leiten zu lassen, um ein Leben zu führen, das Gott gefällt und die Gemeinde stärkt.
Die Krise und das Kreuz – 10. Die Frucht des Geistes
Christopher Kramp · Die Krise und das Kreuz (Predigtserie über den Galaterbrief) ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Galater, Neues TestamentWeitere Aufnahmen
Serie: Die Krise und das Kreuz (Predigtserie über den Galaterbrief)
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Transkript
[0:00] Gesegneten Sabbat! Wir haben heute wieder den Galaterbrief vor uns. Weiß jemand von euch schon, wieviel Predigt das ist? Hat jemand mitgezählt? Genau, die zehnte! In unserer Serie "Die Krise und das Kreuz" haben wir uns jetzt schon ziemlich weit durchgearbeitet durch den Galaterbrief. Wir haben gesehen, wie Paulus die Galater anschreibt, weil sie vom wahren Glauben abgefallen sind. Er erzählt seine eigene Geschichte, die Erfahrungen, die er auf dem Apostelkonzil gemacht hat und dann beschreibt er das wahre Evangelium. Er erzählt ihnen, worum es wirklich geht, nämlich um den Glauben. Er spricht über den Schwur, den Eid, den Gott gegeben hat. Er will die Gewissheit der Erlösung zeigen. Er spricht über den alten und den neuen Bund. Und beim letzten Mal haben wir gesehen, wie er über die Wirksamkeit des Glaubens spricht. Könnt ihr euch daran erinnern? Der Glaube, der durch die Liebe wirksam ist, der sich in der Nächstenliebe zeigt. Der Glaube, den wir nicht nur hören, sondern der bei uns etwas bewirkt. An der Stelle wollen wir heute weitermachen. Wir wollen uns den zweiten Teil von Kapitel 5 anschauen, also Vers 15 bis 26. Und bevor wir beginnen mit dem Thema, das da heute heißt, die Frucht des Geistes, möchte ich euch einladen, dass wir noch einmal stille werden, wo es möglich ist, die auf die Knie gehen und den Heiligen Geist bitten, dass er wirklich unsere Gedanken führt und leitet.
[1:57] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir, dass du unser Vater bist. Und wir danken dir, dass du eine so unaussprechliche Liebe zu uns hast, die wir so schwer in Worte fassen können und über die wir viel zu selten nachdenken. Wir danken dir, dass du auch heute zu uns sprechen möchtest, dass du uns neu aufrütteln möchtest, uns neu ermutigen möchtest, uns neu stärken möchtest durch deinen Heiligen Geist. Und wenn wir jetzt über dieses Thema nachdenken, das vielleicht am allermeisten im Galaterbrief studiert und zitiert wird, die Frucht des Geistes, dann möchten wir dich bitten, dass das nicht Information ist, die uns erreicht und die wir dann abspeichern, sondern dass wirklich das, was dort steht, in unserem Leben sichtbar wird. Dass die Frucht des Geistes erkannt wird in dem, was wir tun und sagen und wie wir leben. Und wir wissen, dass du alleine derjenige bist, der es tun kann. Und so bitten wir dich, dass wir gut aufpassen können, dass wir dein Wort gut verstehen können und dass es wirklich eine praktische Hilfe in unserem Leben sein wird, nach deiner Verheißung. Im Namen Jesu. Amen.
[3:20] Galater Kapitel 5. Wir haben das letzte Mal in Vers 14 aufgehört, als Paulus die Liebe beschreibt, die Erfüllung des Gesetzes, den Nächsten zu lieben. Wer von euch glaubt, dass wir alle als Gläubige den Nächsten lieben sollten? Wir alle sollten den Nächsten lieben. Man sollte ja meinen, dass Christen, wenn sie zusammenkommen, die alle davon überzeugt sind, den Nächsten lieben zu müssen, dann müsste man ja glauben, dass das Zusammenkommen von Christen ein Himmel auf Erden ist. Also Menschen, die alle innerlich überzeugt sind, dass sie den anderen lieben sollen, die so überzeugt sind, dass sie sogar das öffentlich bekunden, dass sie andere lieben wollen, wenn die alle zusammenkommen, dann müsste doch einfach Friede und Harmonie herrschen. Das wäre die Schlussfolgerung, die man ziehen müsste, wenn man denn uns selbst ernst nehmen müsste. Aber Paulus wusste, nicht nur bei den Galatern, die Realität auch in der Gemeinde war durchaus manchmal eine andere. Schaut mal in Vers 15. Wenn ihr einander aber beißt und fresst. Ich weiß nicht, ob ihr schon mal in der Gemeinde von jemandem angeknabbert worden seid. Offensichtlich spricht Paulus hier in einer Metapher und beißen und fressen sind starke Worte, die deutlich machen, dass die Konflikte in der Gemeinde wirklich wehgetan haben.
[5:32] Vielleicht glauben wir manchmal, dass Streit notwendig ist. Streit ist wichtig, oder? Streit gehört dazu. Man sagt manchmal, man muss nur lernen, wie man mit dem Streit umgeht und so entschuldigen wir das Aufkommen von Streit. Aber schaut in Paulus an, was er weiter sagt. Wenn ihr aber beißt und euch fresst, so habt Acht, dass ihr nicht voneinander aufgezehrt werdet. Streit, Kampf, Auseinandersetzung hat immer schwerwiegendere Folgen, als man das meint. Man kann Streit und Auseinandersetzung nicht einfach so ein bisschen begrenzen, so wie ein Haustier halten und sagen, naja, so ein bisschen Streit gehört dazu, wird schon nichts bewirken. Paulus sagt, wenn ihr streitet und euch beißt und fresst, seid ihr sicher, dass ihr nicht am Ende ganz aufgezehrt werdet. Wie viele Menschen haben am Ende ihren Glauben ganz verloren? Wie viele Menschen haben die Gemeinde ganz verlassen oder sind ganz hoffnungslos geworden wegen Streit und Zwietracht, von der man meinte, die gehört irgendwie ja dazu. Vielleicht haben wir uns manchmal schon daran gewöhnt, dass Streit und Auseinandersetzung und Gegeneinander sein einfach Teil der menschlichen Existenz ist und deswegen auch in der Gemeinde dazugehört. Aber Paulus sagt in Vers 16, dass er eine andere Vision von Gemeinde hat und vielleicht können wir heute ein bisschen seine Vision teilen.
[7:13] In Vers 16 sagt er, ich sage aber, wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen. Vielleicht muss man kurz dazu erklären, warum es eigentlich Streit gibt. Schaut man mit mir in Erste Korinther 3. Erste Korinther 3 und dort Vers 3. Das sind nicht die Galater, das sind die Korinther, aber die hatten gerade genau dasselbe Problem, weil sie nämlich zur selben Menschheit gehörten. Erste Korinther 3 Vers 3, denn ihr seid noch fleischlich. Solange nämlich Eifersucht und Streit und Zwietracht unter euch sind, seid ihr da nicht fleischlich und wandelt nach Menschenweise. Paulus sagt etwas sehr simples und doch sehr erschütterndes. Er sagt, solange das Streit ist, ist eigentlich nicht der Heilige Geist am Wirken. Solange das Zwietracht ist, solange man sich missgünstig anschaut, ist man vielleicht in der Gemeinde, aber immer noch fleischlich. Übrigens, die Korinther haben das ziemlich weit getrieben. In der Bibel steht, dass die Korinther sich sogar gegenseitig vor das Gericht gezerrt haben und angeklagt haben. Das würden wir nie machen, oder? Wir würden das Geld sparen, wir würden die Anklage gleich bei einem anderen Bruder und Schwester vorbringen. Wir gehen heute nicht mehr vor das Gericht, aber das Anklagen haben wir nicht verlernt. Ist das nicht ein Zeichen von Fleischlichkeit auch in der Gemeinde? Jakobus stößt ins selbe Horn. Jakobus 4, Vers 1. Jakobus und Paulus sind sich viel einiger, als man gemeinhin so denkt. Jakobus Kapitel 4 und dort Vers 1. Es stellt dieselbe Frage. Woher kommen die Kämpfe und die Streitigkeiten unter euch? Offensichtlich war auch in der Urchristenheit das Thema Streit und Konflikt in der Gemeinde eine Realität. Woher kommen die Kämpfe und Streitigkeiten unter euch? Kommen sie nicht von den Lüsten, die in euren Gliedern streiten. Mit anderen Worten, kommen sie nicht von dem Fleisch. Paulus sagt, da ist Streit, weil ihr fleischlich seid. Jakobus sagt, ihr kämpft und streitet und habt Auseinandersetzungen wegen den Lüsten in euren Gliedern. Und deswegen sagt der Paulus in Galater 5, ich sage aber, wandelt im Geist, so werdet ihr die Lust des Fleisches nicht vollbringen. Wenn ihr gerade mitgedacht habt, ist die Schlussfolgerung ziemlich eindeutig. Wenn man die Lust des Fleisches nicht vollbringt, was wäre die Schlussfolgerung, was wäre das Resultat im Gemeindekontext? Kein Streit, oder? Denn der Streit kommt woher? Durch die Fleischlichkeit, durch die Lüste. Die sind die eigentliche Ursache für den Streit. Paulus sagt also, um den Streit zu beheben, nützt es nichts, wenn man alles bis zum Letzten ausdiskutiert. Das ist eine beliebte Methode. Jetzt setzen wir uns zusammen und jetzt sagt jeder, was er denkt und dann wird es besser. Nee, gar nicht. Oder man schweigt einfach und schiebt es unter den Teppich, bis man vor lauter Huckel in der Gemeinde ständig stolpert. Nein, Paulus sagt, die Lösung ist eine ganz andere. Das Problem liegt viel tiefer und kann nur vom Heiligen Geist gelöst werden. Und die Botschaft heute wird eine ernste. Ihr merkt es schon, denn wenn da Streit in der Gemeinde ist, dann fehlt es an Heiligem Geist. Die Frucht des Heiligen Geistes in Galater 5 ist nicht nur für den einzelnen Gläubigen für sich zu Hause am Tisch des Studierenden gedacht, die steht im Kontext der Gemeinde. Und deswegen wird auch das, was in der Gemeinde passiert, immer der Gradmesser sein, ob wir über die Frucht des Geistes reden oder sie haben.
[11:58] Also, was hat es mit diesem Fleisch auf sich? Schauen wir mal in 1. Petrus 2, Vers 11. Das ist ein Begriff, der sehr missverständlich gedeutet werden kann. 1. Petrus 2 und dort Vers 11. 1. Petrus 2, Vers 11. Geliebte, ich ermahne euch als Gäste und Fremdlinge, enthaltet euch der fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten. Also, was lernen wir hier über das Fleisch? Was macht das Fleisch? Was macht das Fleisch? Es streitet. Anderes Wort für streiten. Anderes Wort für streiten. Kämpfen. Ja, Auseinandersetzung. Es bekämpft jemanden, nämlich mich. Ich selbst werde attackiert von etwas in mir. Aber wenn ich jetzt hier eine Operation durchführen würde und meine Haut aufschneide und hier so ein bisschen von dem Fleisch nehme oder wenn ich vielleicht es mir gelingen würde, all das Fleisch wegzunehmen, was es ist, würde dann das Problem aufhören? Nein, das Fleisch, wenn der Paulus vom Fleisch spricht, ist nicht das Fleisch unter meiner Haut. Das hat im Mittelalter zu katastrophalen Missverständnissen geführt, weil man dachte, naja, alles, was so körperlich ist, ist böse. Und alles, was hier so irgendwie im Gehirn ist, ich weiß nicht, ob da noch Fleisch ist, keine Ahnung, aber das ist gut. Und dann hat man so ein verkopftes Christsein gehabt und alles, was irgendwie mit Körper zu tun hat, ist verkehrt. Aber das meint der Paulus nicht. Ja, was meint er dann? Das Fleisch, schauen wir mal in 2. Korinther 7, Vers 1. Nur wenn wir verstehen wirklich, was das Fleisch ist, haben wir eine Chance, auch die Frucht des Geistes wirklich zu begreifen. 2. Korinther 7, Vers 1. 2. Korinther 7, Vers 1. Weil wir nun diese Verheißung haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller, was ist das nächste Wort? Befleckung des Fleisches. Frage. Hatte Adam, als er durch den Garten Eden wandelte und die Eva auch, hatten sie Fleisch unter ihrer Haut? Ja oder nein? Selbstverständlich. Waren sie deswegen befleckt? Nein. Das heißt, das biologische Fleisch, das unter meiner Haut ist, ist nicht gemeint. Es ist das gemeint, was mich befleckt. Ja, was befleckt mich denn? Die Sünde, das Verdorbene, die verdorbene Natur in mir, die bösen Tendenzen, all das verdirbt, befleckt. Wenn Paulus von dem Fleisch redet, dann spricht er eigentlich von diesen niederen Instinkten, von dieser verdorbenen Natur, die immer wieder Richtung Sünde tendiert. Ich weiß nicht, ob ihr sowas auch schon mal in eurem Leben festgestellt habt, dass es da so eine Kraft gibt, die auch von innen heraus zur Sünde uns treiben will. Oder glaubt ihr, dass alle Sünden, die wir begehen, nur vom Satan initiiert werden? Also mit anderen Worten, wenn der Satan heute Nachmittag einen Herzinfarkt bekommen würde und alle Dämonen mit ihm und sie tot da niederlegen würden, würde es morgen noch Sünde geben. Ohne Frage. In der Tatsache ist, dass der Satan wahrscheinlich mit niemandem von uns bisher zu tun hatte, weil er auch nur ein Wesen ist. Wahrscheinlich sind es eher Dämonen, aber das ist eine andere Frage. Das Fleisch ist das, was in uns, gegen uns kämpft. Das ist eigentlich ein bisschen, fast ein bisschen unheimlich, wenn man das Gefühl hat, der Feind ist in mir. Oder? Es ist wie, als wenn man ein Computer hat und das ist ein Virus drinnen, der von innen so alles kaputt macht.
[16:22] Schauen wir mal her, was der Paulus dazu zu sagen hat. Galater Kapitel 5 und dort Vers 22. Galater 5 Vers 17. Denn das Fleisch gelüstet gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch. Und diese widerstreben einander, sodass sie nicht das tut, was sie wollen. Also Paulus sagt, es sind zwei Parteien. Die eine Partei, die eine Seite ist das Fleisch und die andere ist der Geist. Und wie stehen die zueinander? Das ist für unser praktisches christliches Leben enorm entscheidend zu verstehen. Wie stehen die beiden zueinander? Das Fleisch und der Geist. Die kämpfen miteinander, sie stehen im griechischen Original direkt entgegengesetzt. Das heißt, die haben keine Schnittmenge. Man ist entweder Fleisch oder Geist. Sie kämpfen gegeneinander. Der große Kampf zwischen Gut und Böse ist nicht nur Jahrtausende alt und hat im Himmel begonnen, er findet statt in unserem Herzen. Da gibt es eine verdorbene Natur, da gibt es die Tendenzen, die ererbten und erworbenen Tendenzen, aufgrund unserer Sünde und all das. Unsere Natur, die sich so in eine bestimmte Richtung entwickelt hat. Und da gibt es den Heiligen Geist. Und diese beiden kämpfen miteinander. Paulus spricht ja zu Menschen, die getauft worden sind. Er spricht zu Menschen, die gläubig geworden sind. Und manchmal denkt man ja, wenn ich getauft worden bin, wenn ich jetzt Christ geworden bin, wenn ich in dem Gemeindebuch stehe, dann müsste doch der Kampf vorbei sein, oder? Vielleicht habt ihr das mal gedacht und dann zwei Tage nach der Taufe festgestellt. So ist es nicht. Das Fleisch ist immer noch da. Die beiden kämpfen miteinander. Was das bedeutet ist, jedes Mal, wenn der Heilige Geist in unserem Leben etwas tun will, wenn der Heilige Geist uns in eine Richtung leitet, wenn der Heilige Geist sagt, denkt doch mal darüber nach, macht doch mal das, ändert doch mal diese Gewohnheit, sagt doch mal das zu der Person, dann, wenn der Heilige Geist aktiv wird, merkt das Fleisch, ich werde angegriffen und wehrt sich. Habt ihr das schon mal erlebt? Dass, wenn der Heilige Geist im Leben wirkt, plötzlich das Fleisch anfängt und sagt, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, ich habe hier etwas zu sagen. Die andere Seite ist aber auch wahr. Immer dann, wenn das Fleisch etwas tun will, gibt der Heilige Geist nicht auf. Die beide sind im Kampf. Der Heilige Geist schaut nicht tatenlos zu, wenn das Fleisch regieren will. Wer auch immer von den beiden etwas tun will, wird immer von der anderen Seite bekämpft. Deswegen kann man ja so schlecht sündigen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, oder? Habt ihr das nicht auch schon mal erlebt? Man will was Böses tun, aber ständig kommen die Gedanken, dass das eigentlich nicht richtig ist. Das ist der Heilige Geist, der dagegen hält, der sich dagegen stemmt, der versucht, uns zu überzeugen, dass wir auf seine Seite gehören. Das Fleisch und der Geist kämpfen miteinander. Wie Ellen Walters mal ausdrückte, das Leben des Christen ist nicht nur leicht. Er hat schwere Konflikte, denen er begegnet, sehr harte Versuchungen, die ihn angreifen. Und sie deutet sogar an, dass je näher wir der Wiederkunft kommen, dass diese Dinge nicht abnehmen, sondern eher zunehmen.
[20:00] Und Paulus sagt, die Folge von dem ist etwas, das wir alle nur zu gut kennen. Wir tun nicht das, was wir wollen. Da gibt es oft in unserem Leben einen Unterschied zwischen dem, was wir uns vorgenommen haben, was wir geplant haben und dem, was am Ende bei rausgekommen ist, oder? Vielleicht geht es uns so ein bisschen manchmal wie Petrus. Schaut mal Lukas 22 Vers 3. Lukas 22 Vers 33. Als Jesus über die nächsten Stunden spricht, sagt Petrus zu ihm angesichts der düsteren Aussichten, er aber sprach zu ihm, Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen. Frage, war das eine gute Idee? War dieser Petrus überzeugt von dem, was er sagte? Oder war er ein professioneller Heuchler, der schon seinen seinen Ausweg geplant hatte und nur eine gute Miene zum bösen Spiel machen wollte? Nein, er war wirklich überzeugt, dass er sterben würde für Jesus. Er war wirklich überzeugt, dass Jesus der Wahre ist und emotional, überzeugungsmäßig stand er voll auf Jesu Seite. Er hatte sich vorgenommen, ich will Jesu folgen. Hast du schon mal erlebt, dass du wirklich unter Tränen Jesus gesagt hast, ich will dir folgen und ich nehme mir vor, das tue ich nicht mehr. Ich werde jetzt Sieger sein. Ich werde nicht mehr diese Gedanken denken. Ich werde nicht mehr das sagen. Ich werde nicht mehr das tun. Ich werde stattdessen das tun. Ich habe das noch nie gemacht, aber ich weiß, ich sollte es tun. Ich werde jetzt das tun. Ich nehme es mir vor und wenn ich sterbe, vielleicht haben wir das nicht gedacht, vielleicht schon. Koste, was es wolle, wir werden jetzt treu zu Gott sein. Vor allem gerne bei Aufrufen in der Predigt, nicht jetzt, aber ab heute. Heute ist der Tag X. Wenn alle anderen fallen, wenn alle die Gemeinde verlassen, ich bleibe treu. Petrus wollte, er wollte wirklich. Da war kein Mangel an seinem Wollen. Was war das Problem? Ich kenne die Geschichte, wir brauchen sie nicht lesen. Ein paar Stunden später saß er am Feuer und hat unter Fluchen und Schwören und allen Schimpfwörtern, die auf dem See Genezareth im Umlauf waren, ausdrücken wollen, dass er mit Jesus nichts zu tun hat.
[23:08] Das Schlüsselereignis dazu ist in Matthäus 25. Matthäus 26 und 40. Ein relativ bekannter Vers, selten verstanden. Matthäus 26, Vers 40 und 41. Jesus ist im Garten Gethsemane und betet. Er kommt zurück und findet seine Jünger schlafend. Vers 40. Er kommt zu den Jüngern und findet sie schlafend und spricht zu den Jüngern. Zu Petrus. Er meint auch alle anderen, aber er spricht besonders zu Petrus, weil im Vergleich zu Petrus niemand solch klare, eindeutige Bekenntnisse ausgesprochen hatte. Ich will dir folgen. Petrus hatte sich wirklich aus dem Fenster weit gelehnt und gesagt, ich werde zu dir stehen, koste was es wolle. Vers 40. Und er spricht zu Petrus. Könnt ihr also nicht eine Stunde mit mir wachen? Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt. Jetzt kommt es. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist wach. Was Jesus sagt ist, du bist bereit für mich zu sterben. Wisse, es gibt einen Krieg. Wisse, es gibt einen Kampf und der Heilige Geist steht bereit. Aber was ist, wenn du dich nicht mit dem Heiligen Geist verbindest? Was ist, wenn du keinen Kontakt hältst zum Heiligen Geist, weil du denkst, der Tag war so lang, jetzt muss ich erst mal schlafen. Morgen kann man auch noch beten. So schlimm wird es nicht werden. Jetzt ruhe ich mich erst mal aus. Wenn du glaubst, dass du ohne den Geist so quasi mehr oder weniger alleine im Fleisch das schaffst, bist du auf dem Holzweg, denn das Fleisch ist schwach. Der Geist wäre da. Der Heilige Geist ist bereit, dir zu helfen, aber dazu musst du mit dem Heiligen Geist Kontakt haben. Es reicht nicht auch zu sagen, ich werde das nie wieder tun. Wenn wir es versäumen, mit dem Heiligen Geist zu leben, werden wir es so sicher tun, so wie Petrus Jesus verleugnete. Es kommt nicht darauf an, wie dramatisch unsere Entscheidung ist. Es kommt darauf an, wie konsequent wir dann mit dem Heiligen Geist verbunden sind, wenn sogar Jesus wusste, dass sein Fleisch so schwach ist, dass er die Hilfe des Heiligen Geistes benötigte, dass er selbst betete. Warum glauben wir, dass wir so oft vielleicht ohne den Heiligen Geist vorankommen? Könnte es sein, dass wir manchmal wie Petrus die Sache lockerer sehen, als Jesus selbst? Können wir uns nicht vorstellen, dass es so schlimm wird? Ich habe doch eine klare Entscheidung gefällt, habe doch angekreuzt, habe mich doch taufen lassen, habe doch meine Hand gehoben, bin nach vorne gekommen, habe mich hinter gekniet, habe gebetet. Meine Entscheidung ist fest, oder? Aber das Fleisch ist schwach und es bleibt auch schwach und egal wie laut unser Bekenntnis ist, das Fleisch wird nicht stärker. Das Einzige, was uns stärkt, ist der Heilige Geist, aber mit dem muss man eben Kontakt bleiben, durch das Bibelstudium, durch das Gebet und so weiter und so fort.
[27:12] Der Geist ist willig. Schaut mal in Römer 8, Vers 6 bis 8. Paulus hat auch im Römerbrief viel darüber zu sagen gehabt, wir können nicht alles lesen, aber ein bisschen. Römer 8, Vers 6 bis 8, denn das Trachten des Fleisches ist Tod. Das Trachten des Geistes aber Leben und Frieden, weil nämlich das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist, denn es unterwirft sich dem Gesetz Gottes nicht und kann es auch nicht und die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen. Habt ihr das gesehen? Das Fleisch kämpft gegen wen? Gegen Gott. Das Fleisch ist Feindschaft gegen Gott. Ja, warum ist es denn Feindschaft gegen den Heiligen Geist? Weil der Heilige Geist Gott ist. Habt ihr gesehen, dass hier steht, das Fleisch trachtet nach dem Tod. Was heißt trachten? Was heißt trachten? Streben, wünschen, sich danach ausstrecken. Also okay, wenn ihr die Wahl hättet, in einen Krieg zu ziehen und ihr müsst zwischen zwei Armeen entscheiden. Die eine Armee kämpft dafür, dass ihr am Leben bleibt, die andere Armee kämpft dafür, dass ihr sterbt. Die eine Armee hat auf ihrem Banner, Christopher soll leben. Die andere Armee hat auf ihrem Banner, Christopher soll sterben. Für welche Armee würdet ihr euch entscheiden? Also jetzt nicht, wenn da Christopher steht, sondern euer Name. Wenn da euer Name steht, für welche Armee würdet ihr euch entscheiden? Das ist das Kuriose. Die Engel, die kratzen sich am Kopf, warum wir uns für die Armee entscheiden, die unseren Tod möchte. Ihr kennt die Geschichte von Adam und Eva. Da steht die Schlange, kann man nicht sagen, liegt die Schlange in den Bäumen, in diesem Baum und Johannes 8 sagt, der Satan war ein Menschenmörder von Anfang an. Was macht ein Menschenmörder? Was plant er? Den Tod. Ich habe das schon mal erzählt. Er plant den Tod von Eva, sagt also, wie bringe ich dich um, wie bringe ich dich um und sagt zu ihr, ihr werdet keineswegs des Todes sterben. Ist nur ein Slogan. Komm, komm, komm zu uns. Wir sind wirklich für dich. Das, was der Satan macht, macht auch unser Fleisch. Unser Fleisch sagt uns, dass es gut für uns ist und plant unser Verderben.
[29:59] Jetzt werdet ihr sagen, das ist ja Katastrophe, ich habe den Feind im Haus. Kann ich nicht irgendwie loswerden? Ich muss doch erstmal, da muss ich erstmal aufräumen in mir. Den muss man doch lokalisieren, diesen Widersacher, diesen Bösewicht in mir. Den muss man doch irgendwo finden und stummschalten, oder? Schaut mal Jeremia 17. Jeremia 17 Vers 9. Jeremia 17 Vers 9. Ihr kennt den wahrscheinlich auch. Überaus trügerisch ist das Herz und bösartig. Wer kann es ergründen? Vielleicht glauben wir, dass wir uns gut kennen, aber jedes Mal, wenn wir in Sünde gefallen sind, lernen wir etwas über uns kennen, was wir vorher nicht so wirklich für Möglichkeiten haben, oder? Jedes Mal, wenn wir in Sünde fallen, stellen wir fest, wir haben uns nicht im Griff. Wenn wir in unser Herz hineinschauen wollen, stelle dich vor, es ist eine dunkle Kammer, eine dunkle Höhle. Je weiter man hineinkommt, desto mehr dunkle Höhlen sieht man und man verirrt sich darin und man hat irgendwann, kommen wir zu dem Schluss, das kann man nicht überblicken. Da tun sich Abgründe auf. Paulus Jeremia sagt, wer kann es ergründen? Und weil wir uns selbst nicht kennen und weil wir uns selbst nicht im Griff haben, kann Erlösung niemals aus uns selbst kommen. Das ist der Punkt. Deswegen können die eigenen Werke uns nicht retten. Was macht man, wenn man ein Problem hat, mit dem man selbst nicht fertig wird? Was macht man, wenn der Computer ein Virus hat und man kennt sich mit der Programmierung des Computers nicht aus? Was würde man machen? Einen Spezialisten. Einer, der zu allem Zugang hat, der wirklich das durchschaut, oder? Einer, der von außen mir helfen kann. Jetzt ratet mal, was der Heilige Geist tut. Der Heilige Geist ist dieser Computerspezialist, der meinen Virus erkennen kann und löschen kann und aussorten kann.
[32:27] Zurück zum Galater. Galater 5, Vers 18. Wenn ihr aber vom Geist geleitet werdet, so seid ihr nicht unter dem Gesetz. Wenn wir vom Geist geleitet werden, der Paulus sagt an verschiedener Stelle etwas darüber. Nehmen wir ganz kurz zwei Verse in Römer 8, Vers 14. Römer 8, Vers 14. Das heißt es, denn alle, die durch den Geist Gottes geleitet werden, die sind Söhne Gottes. Und Römer 6, Vers 14. Römer 6, Vers 14. Denn die Sünde wird nicht herrschen über euch, weil ihr nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade. Also was heißt das, wenn man nicht unter dem Gesetz ist, nach dem Vers? Wenn man nicht unter dem Gesetz ist, dann heißt das nach dem Vers, dass die Sünde nicht mehr herrscht. Weil ich wiederhole, für alle, die vielleicht nicht da gewesen sind oder es vergessen haben, unter dem Gesetz zu sein bedeutet nicht, das Gesetz zu halten. Es bedeutet, das Gesetz ist da und ich bin hier und ich versuche im Fleisch das Gesetz zu halten. Ich bin unter dem Gesetz und werde ständig verurteilt und alles, was ich versuche, produziert nur neue Sünde. Wenn ich vom Geist geleitet bin, bin ich nicht mehr unter dem Gesetz, sondern das Gesetz ist in mir. Es ist nicht mehr außerhalb von mir und sagt mir, das darfst du nicht, das darfst du nicht, das darfst du nicht. Es ist in mir. Ich komme gleich noch zu, haltet den Gedanken. Um das ganz praktisch zu zeigen, wenn man vom Heiligen Geist geleitet wird, also wenn ihr jemanden leitet und der euch nachfolgt, was tut er dann? Also wenn ich jemanden leite, dann folgt er mir, indem er Schritte tut. Er wandelt mir nach. Also wenn ich jetzt jemanden nehme und sage, folge mir nach, ich leite dich, dann gehe ich voran und der, den ich leite, der folgt, der wandelt.
[34:48] Schaut mal, was es bedeutet, vom Heiligen Geist geleitet zu werden. In Hesekiel 36. Hesekiel 36 und dort Vers 27. Das ist eigentlich genau das, was der Paulus hier meint. Hesekiel 36 Vers 27. Ja, ich will meinen Geist in euer Inneres legen, das ist der Heilige Geist, der uns leitet, und werde bewirken, dass ihr, wo wandelt, wo werden wir wandeln, wenn wir dem Heiligen Geist folgen? In meinen Satzungen und meine Rechtsbestimmungen befolgt. Das heißt, wer vom Heiligen Geist geleitet ist, der ist nicht mehr unter dem Gesetz, sondern er wandelt im Gesetz. Er läuft im Gesetz, er tut, was das Gesetz sagt. Also die Bibel ist eigentlich ganz eindeutig. Aber jetzt ist die Frage, was genau ist das Fleisch? Wenn es eine Armee gibt, die für mein Leben kämpft und eine Armee, die für meinen Tod kämpft, dann möchte ich doch in meinem praktischen Leben mich auf die richtige Seite stellen, oder? Woher weiß ich jetzt, ob ich im Fleisch bin oder im Geist bin? Deswegen ist ja die Frage, die viele Menschen auch haben, wie spüre ich jetzt den Heiligen Geist? Bin ich im Heiligen Geist, weil ich Heiliger Geist sage? Bin ich im Heiligen Geist, weil ich ein Lied höre, das mich begeistert? Bin ich im Fleisch, wenn ich körperlich aktiv bin? Was ist das Fleisch? Paulus erklärt das jetzt unmissverständlich. Die Werke des Fleisches und die Frucht des Geistes sind quasi wie ein Maßstab, damit ich feststellen kann, lebe ich im Fleisch oder lebe ich im Geist?
[36:29] Galater 5, Vers 19 bis 21. Was ist das erste Wort in Vers 19? Offenbar. Was heißt denn offenbar? Offensichtlich, sichtbar. Es ist kein Geheimnis, kein Mysterium. Bin ich im Geist? Bin ich im Fleisch? Da muss ich erst einen langen Kurs belegen, um herauszufinden, was wirklich das Fleisch ist. Paulus sagt, nein, es ist offensichtlich. Es liegt auf der Hand. Jeder, der lesen kann oder hören kann, kann wissen, ob er im Fleisch ist oder nicht. Vers 19. Offenbar sind die Werke des Fleisches, welche sind Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Zwietracht, Parteiungen, Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und dergleichen. Also ihr seht schon, die Liste ist nicht vollständig. Also Paulus will nicht sagen, das ist alles, was es gibt. Er sagt nur, ich zähle mal ein bisschen auf, damit ihr die Idee bekommt. Und dergleichen. Übrigens, was ich ganz interessant finde im Griechischen, ist das Wort für Zorn Plural. Ich habe lange überlegt gestern, ob es ein deutsches Wort gibt, das Zorn im Plural ausdrückt. Zörne? Also da gibt es viele verschiedene Arten von Zorn sozusagen. Und dann sagt er, wovon ich euch voraussage, wie ich euch schon zuvor gesagt habe, dass die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben werden. Und das ist eine ziemlich deutliche Sache, weil Paulus sagt, es spielt keine Rolle, ob du in der Gemeinde bist oder nicht. Paulus spricht hier zu Christen. Er spricht zu den Galatern, die meinten jetzt natürlich ohne den Heiligen Geist, ohne Jesus einfach durch eigene Werke gerettet werden zu können. Er sagt, wenn ihr das tut, wenn das das Bestandteil eures Lebens ist und sich nicht ändert, glaubt nicht, dass ihr aufgrund von Taufe, Zugehörigkeit oder Gottesdienstbesuch das Himmelreich erben werdet. Das wird nicht passieren. Und ich glaube, vielleicht brauchen wir manchmal auch diesen etwas harten Spiegel vor den Augen, weil wir vielleicht auch denken, dass Taufe, Mitgliedschaft, Gottesdienstbesuch uns den Weg ins Himmelreich bahnen. Und haben ein bisschen Streit und denken, naja, das gehört dazu. Wer streitet sich schon nicht? Streit gehört ja auch ein bisschen zur Diskussionskultur. Kommt drauf an, wie man damit umgeht. Nein, Streit ist ein Symptom, wo ein geistlicher Arzt, der die Gemeinde abhört, merkt, wo ist denn hier der Heilige Geist? Hier ist Fleisch am Werken. Und manche von den Dingen, die hier stehen, mit denen haben wir vielleicht nichts zu tun. Zauberei. Es sei denn vielleicht, wer weiß, das Herz ist unergründlich. Wir sollten von keiner Sünde sagen, dass wir davor gefeiert sind. Aber manche Dinge sind vielleicht relativ nah an unserer Erfahrung. Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, also Egoismus, Zwietracht, Parteiung, eigentlich Heresie wörtlich, also für Irrlehren. All das folgen Werke des Fleisches. Und sie alle haben denselben Ursprung.
[39:55] Schaut mal, Matthäus 15, Vers 18 und 19. Matthäus 15, Vers 18 und 19. Matthäus 15, Vers 18 und 19. Jesus sagt hier, was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen und das verunreinigt den Menschen. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen und so weiter. Also die gleichen Dinge, die Paulus auch oft zählt. Übrigens zählt Paulus diese Dinge fast in jedem Brief, auf den er schreibt. Für ihn ist das ein wichtiges Thema. Und Paulus ist äußerst besorgt, dass diese Dinge in den Gemeinden immer wieder gehäuft vorkommen. Das war für ihn nicht die Normalität. Schaut mal zum Beispiel in 1. Korinther, 2. Korinther 12. 2. Korinther 12, Vers 20. 2. Korinther 12, Vers 20. Denn ich fürchte, wenn ich komme, könnte ich euch nicht so finden, wie ich wünsche und ihr könntet auch mich so finden, wie ihr nicht wünscht. Es könnte Streit unter euch sein, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht, Verleumdung, Verbreitung von Gerüchten, Aufgeblasenheit, Unruhen und so weiter. Paulus sagt, ich habe Angst davor, nicht nur in Galatien, auch in Korinth, in den verschiedenen Gemeinden, dass diese Dinge an der Tagesordnung sind. Und für Paulus ist das nicht normal. Und wehe uns, wenn solche Dinge in unserem Leben, in unserer Familie oder in unseren Gemeinden Normalität sind, an die wir uns gewöhnt haben. Dann brauchen wir eine extra Dosis heiliger Geist, der uns wieder aufweckt. Das ist nicht normal. Paulus schreibt, das finde ich sehr interessant, schaut mal in Epheser 4, da schreibt er über diese ganzen Sünden, dass sie eigentlich Kennzeichen der Heiden sind und woher sie kommen. Epheser 4, Vers 17 bis 19. Epheser 4, Vers 17 bis 19. Das sage ich und bezeuge ich nun im Herrn, dass ihr nicht mehr so wandeln sollt, wie die übrigen Heiden wandeln in der Nichtigkeit ihres Sinnes, deren Verstand verfinstert ist und die entfremdet sind dem Leben Gottes wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Verherzung ihres Herzens, die nachdem sie alles Empfinden verloren haben, sich der Zügellosigkeit ergeben haben, um jede Art von Unreinheit zu verüben, mit unersättlicher Gier. Könnt ihr sehen, warum der Paulus sagt, warum die Heiden all diese Sünden tun und sich nicht mal schämen? Warum tun sie das? In Vers 19. Was haben sie verloren? Sie haben das natürliche Empfinden verloren, sie sind auf deutsch abgestumpft. Ist das nicht eine gute Beschreibung der Welt, der sündigen Welt? Die Leute tun Dinge, ohne mehr darüber nachzudenken, sie sind regelrecht abgestumpft gegenüber dem Einfluss der Sünde in ihrem Leben. Könnte es sein, dass wir manchmal auch abstumpfen, weil manche Sünden so real sind in unserem Leben, so weit verbreitet in der Gemeinde, in der Familie, dass wir ihre Existenz gar nicht mehr als bedrohlich empfinden?
[43:45] Der Paulus sagt eine Seite weiter, dreht mal um. Epheser 5 Vers 3. Unzucht, Aber und alle Unreinheit oder Habsucht sollen nicht einmal bei euch erwähnt werden. Wir sind heiligen. Das heißt nicht, dass man über die Themen nicht sprechen darf, denn der Paulus tut das ja. In jedem Brief spricht er darüber. Was er meint ist, manchmal redet man über solche Sünden so ganz so im Sinne, ich habe es im Fernsehen gesehen, ich würde es ja nie machen, aber man unterhält sich darüber. Man findet nichts dabei, wenn man diese Dinge beschreibt und nennt und so. Er sagt, heilige führen solche Sachen nicht mal im Mund. Da meint er nicht nur Zauberei und Okkultismus, er meint ja auch Streit und Eifersucht und Gerüchte verbreiten und solche Dinge. 1. Petrus 4 Vers 3 und 4.
[44:59] 1. Petrus 4 Vers 3 und 4 ist auch ein ganz interessanter Vers, finde ich sehr spannend. 1. Petrus 4 Vers 3 und 4. Paulus sagt, denn es ist für uns genug, dass wir die vergangene Zeit des Lebens nach dem Willen der Heiden zugebracht haben, indem wir uns gehen ließen in Ausschweifungen, Begierden, Trunksucht, Belustigung, Trinkgelagen, frevelhaftem Götzendienst, unchristlichen Computerspielen, unchristlicher Musik, unchristlichen Filmen. Ihr könnt die Liste weitermachen. Er sagt, es ist genug, wir alle haben das getan und jeder Tag mehr davon ist ein vergeudeter Tag. Er sagt, es ist mehr als genug, was wir getan haben. Schaut mal in Vers 4. Das befremdet sie, dass ihr nicht mitlauft in denselben heillosen Schlamm und darum lästern sie. Also das Bild ist, wenn man im Fleisch lebt, lebt man eigentlich im Schlamm. Das ist nicht so angenehm, aber wer im Fleisch lebt, lebt im Schlamm und suhlt sich im Schlamm. Es gibt Leute, die sogar ganz freiwillig durch den Schlamm laufen. Kennt ihr dieses Tough Mudder? Spielt keine Rolle. Manche Leute haben sogar Freude daran, aus sportlichen Gründen mal so durch den Schlamm zu wühlen, sei ihnen gegönnt. Aber stellt euch vor, ihr würdet ständig im Schlamm leben, weil alle im Schlamm sind und man besucht sich im Schlamm und trinkt die Pfützen. Und dann kommt jemand und sagt, das ist nicht das Leben, für das ihr eigentlich gemacht worden seid und hilft euch heraus, weil ihr selbst aus dem Schlamm nicht rauskommt, wäscht euch, zieht euch ein neues Kleid an. Jetzt werdet ihr hoffentlich nicht wieder in den Schlamm zurückgehen und die, die immer noch im Schlamm sind, die denken, hey, warum kommst du nicht so schön her? Vielleicht habt ihr die Erfahrung gemacht, als ihr christlich wurdet, als ihr euch bekehrt habt, als ihr zum Glauben kamt, dass ihr plötzlich gemerkt habt, was ihr früher gemacht habt, das war ja wirklich heilloser Schlamm. Und meine ehemaligen Freunde, die können gar nicht verstehen, dass ich keine Freude mehr daran habe, mich im Schlamm zu suhlen. Aber was ist, wenn wir doch ein bisschen Schlamm mit uns mittragen, um ab und zu Bruder X und Schwester Y ein bisschen Schlamm hinter ihrem Rücken anzuwerfen? Paulus hat die Idee, dass wir gar nichts mit dem Schlamm mehr zu tun haben. Und übrigens, die Bibel sagt sehr deutlich in der Offenbarung 21, die alle, die das tun, den zweiten Tod erleiden werden.
[47:41] Galater 5, Fest 22. Das ist die eine Seite, das ist das Fleisch. Und es ist nicht schwer, das in seinem eigenen Leben zu entdecken, oder? Es ist nicht schwer, diese Dinge in der Gesellschaft, in der Familie zu entdecken. Das ist offensichtlich. Das Gegenteil ist genauso offensichtlich. Galater 5, Fest 22. Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. Interessant, dass es Werke des Fleisches heißt, aber Frucht des Geistes. Denn beim Fleisch, da habe ich nur mich selbst. Also und die Gene, die ich so mit vererbt bekomme, die habe ich nur selbst. Beim Geist dagegen bin ich ja plötzlich mit einer Armee zusammen, mit einem Menschen, mit Gottes Geist, der jetzt in mir wirkt. Der, obwohl ich schlechte Genetik habe, schlechte Gewohnheiten hat, mir plötzlich jetzt helfen kann. Da entsteht eine Frucht, die Frucht des Geistes. Wie kommt diese Frucht in mein Leben? Das ist die große Frage, weil vielleicht schaue ich auf mein Leben und sage, meine Güte, wenn ich jetzt nicht nur die Frucht des Geistes lese, was wir oft tun, sondern auch die Werke des Fleisches, dann bin ich mir nicht so sicher, ob ich so hundertprozentig auf der Geistseite stehe oder nicht. Zumindest mit einem oder anderthalb Beinen auf der Fleischseite. Wie kann ich sicherstellen, dass der Geist wirklich diese Frucht in meinem Leben bewirkt?
[49:48] Schaut mal in Psalm 1, Vers 1. Psalm 1, Vers 1. Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen, noch tritt auf dem Weg der Sünder, noch sitzt, wo die Schwörter sitzen, sondern Lust hat am Gesetz des Herrn und über seinem Gesetz nach sind Tag und Nacht. Der ist wie ein Baum gepflanzt an Wasserbächen und der seine Frucht bringt zu seiner Zeit und seine Blätter verwelken nicht und alles, was er tut, gerät wohl. Also was machen wir, um die Frucht des Heiligen Geistes zu erleben? Wir sitzen in der Gemeinde, hören zu und warten, bis endlich die Frucht kommt. Ja, das ist das, was wir tun müssen. Wir müssen warten, warten. Nein, die Frucht des Geistes braucht unsere Mitarbeit. Was für eine Mitarbeit? Der nicht mehr auf dem Weg der Gottlosen und der Sünder und der Schwörter sitzt, steht und geht. Weg vom Schlamm. Ja, in unserem persönlichen Leben müssen wir weg vom Schlamm. Wir müssen die Seite wechseln. Wir können nicht immer noch auf der Seite des Fleisches stehen und erwarten, dass der Heilige Geist eine Frucht in uns bringt. Das heißt, übrigens schaut mal fast eins genau an. Wohl dem, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen. Heißt also, ich soll mein Leben nicht so tun, wie das das Fernsehen mir suggeriert. Das, was da steht, nur anders. Ich soll nicht so leben, wie die Stars mir suggerieren, dass ich leben sollte. Zweitens, nicht tritt auf den Weg der Sünder. Das heißt, hier kommt ein Weg entlang. Das ist der Weg der Sünder. Und jetzt komme ich so auf meinem Weg zum Heiligen, komme ich jetzt an diesem Weg vorbei und ich denke mir, naja, ich kann ja wenigstens mal rauftreten, oder? Ich werde nicht auf den Weg gehen, ich werde einfach nur mal rauftreten. Wir würden ja nie ein gottloses Leben leben. Wir wollen ja nur mal kurz gottlos sein. So für eine halbe Stunde. Aber auch das ist fleischlich. Und dann steht sogar was ganz krasses, noch sitzt, wo die Spötter sitzen. Das ist nicht der, der spottet. Das ist der, der zu Hause sich etwas ansieht, anhört, anschaut, was Gott spottet. Das, was da steht. Und wenn wir das tun, können wir warten auf die Frucht des Geistes bis zum Sankt-Nimmermann-Tag. Sie wird nicht kommen, weil wer wird seine Frucht bringen, der nicht dort sitzt, nicht dort geht und seinen Fuß zurückhält und seine Lust hat. Was ist das Wort? Lust hat. Oh, was ein schönes Wort. Hier steht nichts. Und wer jeden Tag seine Pflichtkapitel liest.
[53:09] Wisst ihr, was wir brauchen? Wir brauchen eine Begeisterung für den Heiligen Geist. Wenn ich endlich verstehe, was der Heilige Geist in meinem Leben tun kann, was er bewirken kann, wie sehr er mich verändern kann, dann werde ich feststellen, den Heiligen Geist finde ich im Fernsehen nicht, oder? Den Heiligen Geist finde ich beim Läster nicht. Wenn ich über andere schlecht rede, spüre ich nicht den Heiligen Geist. Der Heilige Geist wirkt nicht, wenn ich diese Musik höre. Er wirkt nicht, wenn ich diese Computerspiele spiele. Er wirkt nicht, wenn ich das und jenes solches mache. Er wirkt nicht. Also werde ich das gar nicht tun, weil da finde ich ja nicht den Heiligen Geist. Ich will den Heiligen Geist finden. Wo finde ich den Heiligen Geist? Hey, hier ist der Heilige Geist. Aber wenn wir keine Erfahrung mit dem Heiligen Geist haben, ist das nur ein totes Buch und wir werden dazu getrieben von unseren Eltern oder unseren Predigern oder Gemeindeeltern zu sagen, ich muss es lesen. Hast du eine Erfahrung mit dem Heiligen Geist? Sehnst du dich nach Liebe, nach Freude, nach Frieden, nach Langmut, nach Freundlichkeit? Wenn du dich danach sehnst, sei mal ganz ehrlich, in all den Sünden, die wir gerade aufgezählt haben, werden die dort gefördert? Nein, wenn man sich wirklich nach Liebe und nach Freude und nach Frieden sehnt, findet man ihn nicht in der Welt. Man findet ihn nicht in dem Fleisch, man findet ihn nicht im Egoismus, das wissen wir alle. Also such doch da, wo du weißt, dass du es finden kannst.
[54:32] Übrigens, was sagt Jesus? Ah, schauen wir ganz kurz. Lukas 8, Vers 15. Vielleicht sagt er, ja, aber ich bin schon so lange Christ und ich warte und ich tue und mache und jenes, aber es dauert so lange. Schaut mal, Lukas 8, Vers 15, berühmtes Gleichnis. Jesus erzählt von dem Seemann, der den Samen ausstreut. Da heißt es, dass in dem guten Erdreich aber sind die, welche das Wort, das sie gehört haben, in einem feinen und guten Herzen behalten und Frucht bringen, in standhaftem Ausharren. Die Frucht ist nicht am nächsten Tag reif. So viel Biologie haben wir alle mitbekommen, oder? Die Frucht braucht Zeit. Liebe und Freude und Freundlichkeit und Langmut, Geduld brauchen Zeit. Das christliche Leben braucht Zeit, aber es wird nicht beschleunigt, wenn ich zwischendurch immer mal wieder ein Schlammbad nehme. Es wird eher ziemlich aufgehalten. Übrigens, das nur nebenbei, die Frucht hier in Galater ist nicht auch nicht vollständig. Ihr könnt das nachlesen in Epheser 5, Vers 9, da kommt noch die Gerechtigkeit dazu, da kommt noch die Wahrheit dazu. Philippa spricht von den Früchten der Gerechtigkeit durch Jesus. Paul sagt in Kolosser 1, dass wir fruchtbar sind in jedem guten Werk. Also es ist auch hier nur nur Beispiele, aber es sind gewichtige Beispiele.
[56:04] Schauen wir sie ganz kurz, zwei Minuten an. Die Frucht des Geistes aber ist Liebe. Da ist kein Mensch, der vom Heiligen Geist geleitet wird, der nicht andere mehr liebt als sich selbst. Denn der Heilige Geist ist Liebe und Liebe ist, sie denkt nicht an das ihre. Die Werke des Fleisches sind Selbstsucht, die Frucht des Geistes ist Liebe. Also praktisch bedeutet das, dass ich bereit bin für den anderen etwas zu opfern. Zweitens, Freude, echte Freude. Kein Mensch, der grießgrämig durch die Welt geht und sagt, ich darf diese Sünden nicht mehr tun, hat die Frucht des Geistes. Der Heilige Geist bringt Freude, der Heilige Geist bringt Frieden, einen echten Frieden, so wie ihn nur Jesus geben kann. Er bringt Langmut, Geduld. Wie viel Geduld hat Gott mit uns? Wie viel Geduld hat der Heilige Geist? Ich habe mal gelesen bei der Arche Noah, 120 Jahre hat er auf Menschen gewartet, von denen im Prinzip schon nach dem dritten Tag feststand, dass sie nicht kommen werden. Ungeheure Geduld. Aber wir schreiben Menschen schon nach dem dritten Tag ab, anstatt 120 Jahre auf sie zu warten. Die Frucht des Heiligen Geistes schenkt uns die Geduld des Geistes. Die Frucht des Heiligen Geistes schenkt uns die Liebe des Heiligen Geistes, den Frieden des Heiligen Geistes, die Freundlichkeit des Heiligen Geistes. Und die Freundlichkeit des Heiligen Geistes, wenn ihr nicht wisst, wie freundlich der Heilige Geist ist, schaut mal in die Augen Jesu im Neuen Testament. Habt ihr den Eindruck, dass er ein freundlicher Mensch war? Ich mag, dass Elenwey das beschreibt, wie die Kinder alle zu ihm kamen und keiner hatte Angst vor Jesus. Ich meine Kinder können ja manchmal ein bisschen fremdeln, vor allem wenn die Brüder, die älteren Brüder ein bisschen komisch aussehen. Aber niemand hatte Angst vor Jesus, er war so freundlich. Und Güte, Treue, das Wort für Treue ist dasselbe Wort wie für Glaube. Sanftmut ist besonders schön. Was ist Sanftmut? Sanftmut ist dasselbe Wort wie Demut. Und Demut bedeutet, ich denke nicht besonders hoch von mir selbst. Man kann ja sagen, hey ich habe Liebe, aber ich denke trotzdem hoch von mir. Ich denke von anderen nur noch viel höher als von mir. Aber die Frucht des Geistes ist nicht nur, dass ich andere höher einschätze als mich selbst, sondern auch, dass ich objektiv keine besonders hohe Meinung von mir selbst habe. Denn ich weiß, all das was ich gerade bin im Glauben, bin ich nur durch den Heiligen Geist. Denn ohne Heiligen Geist bin ich wo? Im Schlamm, im heillosen Schlamm und suhle mich. Und wenn man einmal verstanden hat, dass ohne Heiligen Geist ich eigentlich nur im Schlamm suhle, dann tut das das Ego so richtig auf normalem Maß stutzen. Denn nur mit Gott ist unser Leben eigentlich wirklich eine Freude. Und dann haben wir die Selbstbeherrschung. Das ist so schön, oder? Übrigens, Klammer auf, wenn all diese Früchte vom Heiligen Geist oder diese Eigenschaften vom Heiligen Geist kommen, muss der Geist sie ja auch selbst haben, oder? Nur ein Apfelbaum kann Äpfel produzieren. Nur ein Geist, der Liebe ist, kann Liebe produzieren. Nur ein Geist, der freundlich ist, kann auch Freundlichkeit produzieren. Nur ein Geist, der Selbstbeherrschung hat, kann Selbstbeherrschung in mir erzeugen. Und wenn der Geist Selbstbeherrschung hat, dann hat er ein Selbst. Ansonsten könnte er keine Selbstbeherrschung haben. Eine der interessantesten Beweise dafür, dass der Heiligen Geist eine eigene Person ist. Er hat eine Selbstbeherrschung. Aber das nur nebenbei, Klammer zu.
[1:00:08] Und jetzt kommt Fest 23. Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz. Ich habe interessante Nachrichten für euch. Als Adam und Eva durch den Garten Eden ging, an wieviel Bäumen waren die zehn Gebote ausgedruckt? Mit klarer Anweisung, tu das nicht, du sollst nicht töten, du sollst nicht sterben. Wie oft stand das? Warum nicht? Sie brauchten keine schriftliche Erinnerung an das Gesetz. Wenn ich Ellenweit richtig lese, scheint es so zu sein, dass die Engel im Himmel nicht mal wussten, dass es eine schriftliche Niederschrift des Gesetzes Gottes gibt. Kein Mensch hat sie gebraucht. Und ja, wir sind dankbar für die zehn Gebote, auch auf Steintafeln, nicht wahr? Aber die zehn Gebote auf Steintafeln sind eigentlich nur eine Erinnerung, dass wir noch nicht wirklich im Heiligen Geist leben. Denn wer im Heiligen Geist lebt, tut ja genau das, was das Gesetz sich wünscht. Dann braucht man sie nicht mehr als Regeln vor sich. Das ist genau das, was er meint. Und deswegen sagt er an anderer Stelle, dass das Gesetz für die Gesetzlosen ist. Wisst ihr, es gibt nichts Absurderes auf dieser Welt, als Christen, die lieblos, streitsüchtig und ungeduldig für die Einhaltung der zehn Gebote kämpfen. Es gibt nichts Absurderes, als Christen, die streitsüchtig, lieblos und ungeduldig für die zehn Gebote kämpfen. Das ist ungefähr so, als wenn ihr auf der Straße fahrt und ihr entdeckt jemanden, der mit 110 auf der Landstraße fährt, der das Tempolimit gebrochen hat und der fährt an euch vorbei und ihr ärgert euch so sehr, dass er mit 180 hinterher rast, um ihn einzuholen und ihm zu sagen, sie haben das Limit übertreten. So schaut Gott auf Menschen, die für die zehn Gebote eifern, aber nicht Liebe und Freude und Freundlichkeit und Güte und Langmut offenbaren. Wenn du diese Dinge in deinem Leben hast, bist du mit dem Gesetz nicht in Konflikt. Das ist das, was der Heilige Geist tut. Und na ja, ich glaube, da brauchen wir jetzt nicht viel Vorstellungskraft. Wenn wir alle von dieser Frucht des Geistes erfüllt sind, was macht denn der so lange gehegte und gepflegte Streit in der Gemeinde? Der hat wirklich schwere Überlebenschancen. Wie soll man noch Streit in der Gemeinde haben, wenn alle den anderen höher einschätzen, wenn alle so geduldig sind und alle freundlich und alle selbst beherrscht und Friedenstifter sind. Da wird es dem Streit schlecht gehen, wird sich ein anderes Zuhause suchen müssen.
[1:03:00] Vers 24, die aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt, samt den Leidenschaften und Lüsten. Ihr könnt euch vielleicht noch an Galater 2, vers 20 erinnern. Ich bin mit Christus gekreuzigt. Damit meinte Paulus den alten Menschen, der ans Kreuz gehört. Wisst ihr, was das praktisch bedeutet? Das bedeutet, dass der Ehebruch, die Unzucht, die Unreinheit, die Zügellosigkeit, der Streit, Eifersucht, all das ans Kreuz genagelt wird, das Lästern ans Kreuz genagelt wird, die bösen Gedanken ans Kreuz genagelt wird, die Selbstsucht ans Kreuz genagelt wird, dort wo Jesus ist und für all diese Sünden gestorben ist. Und schaut mal, was dann passiert in Römer 6, Vers 6. Wir wissen ja dieses, Römer 6, Vers 6, wir wissen ja dieses, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist. Was ist die Wirkung? Damit der Leib der Sünde außer Wirksamkeit gesetzt sei, sodass wir der Sünde nicht mehr dienen. Der Leib der Sünde ist zwar noch da, wir sind ja nicht plötzlich verwandelt, wir haben kein heiliges Fleisch, aber er wirkt nicht mehr, er ist nicht mehr aktiv. Warum? Weil jetzt der Glaube durch die Liebe wirksam ist. Stellt euch das so vor, dass die Armee des Fleisches, die kämpft auf der einen Seite und da ist die Armee des Geistes, die kämpft an der anderen Seite und je nachdem wie viel Prozent ich von mir der einen Seite gebe und der anderen Seite gebe, entsprechend wird mein Leben sein. Wenn ich mich ganz dem Geist übergebe, dann ist das Fleisch zwar noch da, aber es wirkt nicht mehr, es wird nicht mehr umgesetzt, weil ich es gekreuzigt habe, weil ich nichts mehr damit zu tun haben will und auf die Versuchung mit Gottes Hilfe sagen kann, durch den Heiligen Geist kann ich Überwinder sein.
[1:05:29] Schaut mal in Römer 8, Vers 4 und 5, wie das der Paulus ausdrückt. Römer 8, Vers 4 und 5, damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde, die wir nicht gemäß dem Fleisch wandeln, sondern gemäß dem Geist. Wenn wir im Geist leben, wird all das in uns erfüllt, was das Gesetz fordert. Vers 5, denn diejenigen, die gemäß der Wesensart des Fleisches sind, trachten nach dem was das Fleisch entspricht. Diejenigen aber, die gemäß der Wesensart des Geistes sind, trachten nach dem, was dem Geist entspricht. Zitat, uns ist es befohlen worden, das Kreuz zu fleischigen mit den Lüsten. Wie sollen wir das tun? Sollen wir dem Körper Schmerz zufügen? Nein, wir sollen die Versuchung zur Sünde töten. Der verdorbene Gedanke muss weggeschickt werden und das ist möglich, wenn ich mit Gottes Geist verbunden bin, der auf mein Denken einwirken darf. Ohne Gottes Geist keine Chance. Da kommen die Gedanken und regieren mich. Mit dem Heiligen Geist ist alles anders.
[1:06:50] Galater 5, Vers 25, wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln. Was der Paulus sagt, wenn uns der Heilige Geist das Leben schenkt durch die Gabe Jesu Christi, dann lasst uns auch so leben, wie es der Heilige Geist möchte. Lasst uns konsequente Christen sein. Lasst uns nicht nur das Blut Jesu in Anspruch nehmen und dann weiter im Schlamm suchen. Lasst uns so leben im Geist und was ist die praktische Konsequenz? Vers 26, lasst uns nicht nach leerem Hoben streben, einander nicht herausfordern, noch einander beneiden. Übrigens habe ich noch vergessen, in Vers 25, das Wort wandeln heißt nicht einfach nur spazieren gehen. Das Wort wandeln in Vers 25 bedeutet, auf einer Linie mit jemandem gehen, in Schlachtordnung marschieren. Heißt also, hier ist die Armee des Fleisches, die gegen mich kämpft, hier ist die Armee des Heiligen Geistes, der für mich kämpft und ich entscheide mich, dem soll ich folgen. Vers 25 sagt, lasst uns auf eine Linie mit dem Heiligen Geist stellen. Lasst uns uns hundertprozentig hinter den Heiligen Geist stellen und mit ihm im Gleichschritt marschieren. Statt ein bisschen Heiliger Geist, ein bisschen Schlamm. Ein bisschen Heiliger Geist, ein bisschen Schlamm. Nein, lasst uns hundertprozentig uns hinter den Heiligen Geist stellen, damit er kämpfen kann und wir den Sieg bekommen. Das ist das Schöne. Hier kämpfe ich und verliere, bekomme den Tod. Hier kämpft der Heilige Geist und ich kriege die Krone. Wenn wir bereit sind, mit dem Geist zu wandeln.
[1:08:39] Vers 26 zeigt, es geht wirklich um einen Krieg. Lehrer ruhen, herausfordern und beneiden. Wer war derjenige, der diese drei Dinge zum ersten Mal erfunden hat? Das war der Satan, oder? Der Satan hat nach Ruhm gestrebt, der Satan hat beneidet, der Satan hat herausgefordert. Wer im Geist lebt und den Kampf aufnimmt, wird nicht die Dinge tun, die den großen Kampf begonnen haben. Kann es sein, dass wir manchmal, und damit kommen wir zum Schluss, unseren Geschwistern, unseren Freunden ganz genau erklären können, warum es Böses in der Welt gibt und wie der Satan den Krieg begonnen hat, aber in unserem eigenen Leben dieselben Dinge tun, wie der Satan. Wenn wir es wirklich ernst meinen, wenn wir wirklich Jesu angenommen haben, wenn wir den Heiligen Geist als Gabe empfangen haben, lasst uns nicht auf der falschen Seite kämpfen, lasst uns auf der Seite des Geistes kämpfen, lasst uns echte Heiligung erleben und Paulus ermutigt uns, im Geist zu wandeln. Ich möchte heute Morgen sagen, genug mit dem Schlamm, genug mit dem Fleisch, ich möchte mich hinter den Heiligen Geist stellen und mit dem Heiligen Geist in meinem Leben im Gleichschritt marschieren und darauf warten, dass der Heilige Geist in meinem Leben eine Frucht bringt, die so schön, so wohlschmeckend, so wunderbar sein wird, dass ich kaum erwarten kann, endlich für Jesus so zu leuchten, wie er es sich wünscht.
[1:10:33] Ist jemand von euch der Meinung? Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danken für die Verheißung des Heiligen Geistes, der uns von Sünde überführt, der uns deine Gerechtigkeit zeigt, der uns bewusst macht, es gibt ein Gericht, der uns von falscher Sicherheit und Oberflächlichkeit aufrütteln will und uns zeigen möchte, dass ein christliches Leben ein konsequentes Leben ist, dass der christliche Glaube nicht ein Deckmantel ist für fortgesetzte Rebellion gegen dich und dass der Heilige Geist tatsächlich, wenn er unserem Leben wirkt, wirklich wirkt und dass es nicht so etwas gibt wie einen echten Christen ohne Frucht des Geistes. Und Herr, wenn wir zurück schauen in unser Leben, dann sehen wir, dass wir so oft wie Petrus, willentlich uns auf deine Seite haben stellen wollen, das Beste, die besten Intentionen gehabt haben, aber woran es uns oft gemangelt hat, ist, dass wir konstant den Kontakt zu deinem Heiligen Geist gesucht haben, dass wir so oft die Schwierigkeiten falsch eingeschätzt haben, dass wir so oft geschlafen haben, wenn wir hätten beten sollen und dass wir dann überrumpelt worden sind, immer wieder vom Satan, von der Versuchung von unserem eigenen sündigen Fleisch, das die Gelegenheit ergriffen hat. Und so möchten wir dich bitten, nicht um stärkere Emotionen bei unserer Entscheidung, nicht um dramatischere Worte, wenn wir uns für dich entscheiden, sondern um diesen simplen Glauben, dass wenn wir auf deiner Seite stehen, du das tust, was du gesagt hast, dass wir nicht fürchten müssen, wenn wir uns mit dem Geist einlassen, dass er sein Werk nicht tun wird, sondern dass wir bereit sind, mit ihm zu kooperieren, dass wir bereit sind, uns von dem Bösen fernzuhalten und uns ganz auf dich zu verlassen, damit du an uns wirkst, in uns wirkst, für uns wirkst und mit uns wirkst, damit diese Frucht des Geistes, die so dringend gesehen werden soll in unserem Leben, in unseren Familien, in unseren Gemeinden, dass die sichtbar wird, dass Menschen nicht nur erkennen, dass wir viel über die Bibel wissen, sondern dass wir wirklich vom Heiligen Geist verändert sind und dass Liebe, Freude, Freundlichkeit, Güte, Langmut, Sanftmut, Selbstbeherrschung keine Ausnahmen sind in deiner Gemeinde, sondern die Regel. Und darum bitten wir dich, weil wir wissen, dass nur du das tun kannst. Im Namen Jesu. Amen.
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