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In dieser Predigt aus der Serie „Die Krise und das Kreuz“ über den Galaterbrief spricht Christopher Kramp über das Thema „Des anderen Lasten“. Er betont die Wichtigkeit, einander zu helfen und die Fehler anderer mit Sanftmut und Liebe zu begegnen, anstatt zu verurteilen. Die Predigt beleuchtet, wie wir durch das Säen auf den Geist und das Tragen der Lasten unserer Mitmenschen Heiligkeit erlangen und Gottes Segen erfahren können.


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Serie: Die Krise und das Kreuz (Predigtserie über den Galaterbrief)

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Transkript

[0:00] Er kennt alle unsere Namen. Es ist schön zu wissen, dass er auch deinen Namen kennt. Gesegneten Sabbat und herzlich willkommen zur elften Folge unseres Galaterbriefstudiums.

[0:20] Bevor wir beginnen, habe ich heute noch eine persönliche Minute. Ich weiß nicht, wer von euch vor zwei Wochen bei der Predigt dabei war über "Der Herr ist mein Fels". War jemand dabei? Okay, jetzt habe ich eine komische Frage. Wer von euch glaubte, das war eine gute Predigt? Wer von euch ist nach Hause gegangen und hat geprüft, ob das stimmt, was ich gesagt habe? Ich möchte heute hier stehen und mich entschuldigen, dass ich etwas dort gepredigt habe, was nach meinem Studium danach offensichtlich nicht der Fall ist. Vielleicht könnt ihr euch daran erinnern, dass ich darüber gesprochen habe, dass Abraham das Opfer da gebracht hat und ich dann darüber gesprochen habe, dass Abraham nicht durch die Teile hindurchgegangen ist. Studiert das noch mal zu Hause durch. Ich habe es noch mal studiert und ich habe festgestellt, ich lag völlig daneben und deswegen möchte ich hier mich heute dafür entschuldigen, auch allen, die das vielleicht angeschaut haben. Erinnert uns an eine Sache: Wir als Menschen sind niemals der Maßstab. Eine Predigt hören ist gut, aber wir machen alle Fehler und ich habe einen Fehler gemacht. Und das heißt, die ganze Illustration auch von wegen, dass man den Vertrag nicht unterschreiben soll, all das ist null und nichtig, denn Abraham musste selbstverständlich durch den Vertrag mit unterschreiben.

[2:02] Nun, die Hauptaussage ist natürlich immer noch dieselbe, dass Jesus allein unsere Hoffnung ist und dass allein seine Macht uns retten kann, aber natürlich müssen wir das in Anspruch nehmen. Deswegen möchte ich mich bei euch entschuldigen und euch ermutigen, nicht nur bei meinen Predigten, sondern auch allgemein: Verlasst euch nicht auf das, was gesagt ist. Das sagen wir immer so nicht, aber vielleicht muss das... Das hat mir, als ich das herausgefunden habe, ich habe einen richtigen kleinen Schock gehabt. Meine Güte, jetzt habe ich damit so ein Feuer und Eifer gepredigt und war total überzeugt davon. Also wirklich, ich habe es echt geglaubt, aber es stimmt nicht. Und in dem Fall möchte ich Gott die Ehre geben, dass er mir das gezeigt hat und mich darauf aufmerksam gemacht hat. Und in dem Sinne, wisst ihr, was ihr heute zwischen der Predigt und der Gemeindestunde und dem Essen und der Gemeindestunde tun könnt: Ich kann mich zu Hause hinsetzen und prüfen, ob das, was heute gepredigt wird, der Wahrheit entspricht.

[2:53] Wir wollen heute über den Galaterbrief sprechen und wir haben nur noch ein Kapitel vor uns. Wir sind schon relativ weit durch. In Galater 6 soll es heute um den letzten Abschnitt gehen. Wir haben gesehen, dass Paulus im Galaterbrief wirklich sein Herz ausgepredigt hat. Wir haben gesehen, wie er die Galater warnte vor einem falschen Evangelium, wir haben gesehen, wie er seine eigene Geschichte, seine eigene Erfahrung berichtet, wie er ihn dann anhand des Alten Testamentes erklärt, wie Gott den Menschen rettet. Und dann haben wir gesehen, dass er auch viele praktische Anwendungen macht. Vor allem das letzte Mal haben wir gesehen, wie er über den Geist und das Fleisch redet. Könnt ihr euch daran erinnern? Das Fleisch und der Geist, die miteinander kämpfen, die Werke des Fleisches und die Frucht des Geistes. Das war unser letztes Thema: die Frucht des Geistes, die in unserem Leben entstehen soll.

[4:04] Im letzten Kapitel wird Paulus jetzt noch einmal ganz praktisch. Er beantwortet die Frage nach all dem, was wir jetzt gehört haben im Galaterbrief: Was bedeutet das konkret für uns in der Gemeinde, für uns als Gläubige im Alltag? Und bevor wir dieses Thema studieren wollen mit dem Titel "Des anderen Lasten", möchte ich euch einladen, dass wir gemeinsam niederknien für ein Anfangsgebet.

[4:31] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir, dass wir in deiner Gegenwart sein dürfen. Wir danken dir, dass du versprochen hast, dass du deinen Heiligen Geist auf Versammlungen wie diese senden wirst, dass Engel hier sind, die unsere Gedanken auf dein Wort richten möchten. Wir danken dir, dass du dir heute extra Zeit nimmst, um unser Lehrer zu sein, dass wir aus deinem Wort etwas lernen für unser praktisches Leben. Wir möchten dich bitten, dass du uns durch deinen Geist in alle Wahrheit führst, dass du uns zeigst, wie wir als Christen, als überzeugte Nachfolger Jesu leben können, wie wir miteinander umgehen und wie wir die Liebe, die du zu uns hast, in unserem alltäglichen Leben umsetzen. Wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass du zu unserem Herzen sprichst und uns die Wahrheit klar und deutlich offenbarst. Und wir danken dir, dass du verheißen hast, dass dein Wort nicht leer zurückkehrt, sondern dass es ausführen wird, wozu du es gesandt hast. Und darum beten wir dich. Amen.

[6:07] Wenn man die Bibel liest, dann stellt man fest, dass es sehr viele Personen gibt, die echte Glaubenshelden sind. Viele Personen, die große Dinge getan haben und die man als echte Vorbilder sich nehmen könnte. Aber wenn man die Bibel liest, stellt man auch fest, dass selbst die größten von ihnen alle irgendwann mal ziemlich auf die Nase gefallen sind. Nehmt zum Beispiel den Noah. Was für ein Mann Gottes! 120 Jahre hat er gepredigt, hat mit seiner eigenen Familie die Sintflut überlebt. Und ein Kapitel später sehen wir ihn betrunken und nackt in seinem Zelt. Oder nehmt David, den großen Helden, der Goliath besiegte, der treu zu Gott stand und sich vergehen wollte an dem Gesalbten des Herrn, bis er eines Tages zu lange in dieselbe Richtung schaute und Sünde auf Sünde sich häufte oder völlig in die Irre gelaufen war. Oder denkt an Petrus, von dem wir vor kurzem gerade erst gehört hatten, der so große Erfahrungen mit Gott gemacht hatte, der Wunder erlebt hatte und er sich sicher war, dass er Gott treu sein würde, bis er kurze Zeit später Jesus verleugnete.

[7:39] Ich weiß nicht, wie es euch geht, wenn ihr solche Geschichten lest. Es ist nicht eigentlich traurig? Ist es nicht traurig, einen Noah nackt betrunken im Zelt zu sehen? Ist es nicht traurig zu sehen, wie David sich auf seinem Bett hin und her bewegt und irgendwie versucht herumzukommen um seine Sünde und sie nicht eingestehen will? Ist es nicht traurig, den Petrus zu sehen im Garten Gethsemane, wie er weint und weint und weint, weil er Jesus dreimal verleugnet hat? Nun, Noah wird im Himmel sein. David wird im Himmel sein. Petrus wird im Himmel sein. Wisst ihr warum? Weil alle drei Menschen hatten, die, als sie das gesehen haben, gesagt haben: "Wir müssen ihm helfen." Noah hatte zwei Söhne, Sem und Jafet, die gesagt haben: "Wir können es nicht zulassen, dass das weiter so ist" und sie sind rückwärts gegangen und haben ihren Vater bedeckt mit einer Decke. David hatte den Propheten Nathan, der gesagt hat: "Das kann nicht sein, dass der Gesalbte des Herrn, dieser gute König, jetzt für immer in die Irre läuft. Ich muss einen Weg finden, ihn mit taktvollen, liebevollen Worten dazu zu bringen, seine Schuld einzugestehen." Petrus hatte Jesus, der für ihn gebetet hat und nach seiner Sünde ihn wieder zu sich gezogen hat.

[9:20] In Galater 6 und dort Vers 1 sagt der Paulus: "Brüder, wenn auch ein Mensch von einer Übertretung übereilt würde, so helft ihr, die ihr geistlich seid, einem solchen im Geist der Sanftmut wieder zurecht und gebt dabei acht auf dich selbst, dass du nicht auch versucht wirst." Ist es dir schon mal so gegangen, dass du gesehen hast in der Gemeinde, vielleicht auch außerhalb der Gemeinde, dass ein Mensch einen schweren Fehler begeht, dabei ist zu begehen oder gerade begangen hat?

[9:57] In Jakobus 5, ihr könnt euren Finger immer in Galater lassen oder ein Bändchen, wir kommen immer nach Galater zurück, aber in Jakobus 5, da sagt uns der Jakobus und dort in Vers 19: Er sagt auch: "Brüder" – und natürlich meinen sowohl Jakobus als auch Paulus die Schwestern auch – "Brüder, wenn jemand unter euch von der Wahrheit abirrt und es führt ihn einer zur..." Was ist das nächste Wort? "...zur Umkehr, so soll er wissen: Wer einen Sünder von seinem Irrsinn zur Umkehr führt, der wird eine Seele vom Tod erretten und eine Menge Sünden zudecken." Beachtet hier: Der Bruder soll seinen Bruder, seine Schwester nicht nur zur Sündenerkenntnis führen, er soll ihn zur Umkehr bringen. Was heißt Umkehr? Umkehr heißt, dass der, der in die Irre geht, umkehrt.

[10:47] Ist es dein Ziel, einem Irrenden den Spiegel vorzuhalten und sagen: "Schau mal, du liegst falsch"? Das geht auf verschiedene Art und Weise. Man kann sich selbst zum Maßstab machen, man kann sagen: "So wie du lebst, so macht das keiner hier." Man kann sogar die Bibel nehmen und sagen: "Du bist falsch." Hast du schon mal den inneren Wunsch gehabt, jemandem, der falsch liegt, ihn zur Umkehr zu bringen? Möchtest du, dass die Sünde ans Licht kommt oder dass die Sünde vom Leben und vom Blut Jesu bedeckt wird?

[11:35] Paulus sagt in Galater 6: "Wenn ein Mensch von einer Übertretung übereilt würde, wer soll ihm helfen?" Wer ist qualifiziert, den Irrenden zur Umkehr zu bringen? Wer ist es? Die gut Informierten? Es sind nicht die Informierten, es sind die Geistlichen. Wir haben ja von der Frucht des Geistes gerade zuvor gelesen. Vielleicht kennt ihr den Text in Römer 8, Vers 6 auswendig, wo es heißt: "Das Trachten des Fleisches ist Tod, das Trachten des Geistes aber ist Leben und Frieden." Jemand, der geistlich ist, sehnt sich nach Leben und Frieden, nicht nur für sich selbst, sondern auch für den anderen. Wie werden Menschen zurückgewonnen, indem jemand sich für ihr Leben und für ihren Frieden interessiert?

[12:48] Wir wissen noch, was die Frucht des Geistes ist, oder? Wenn nicht, dann schaut in Galater 5, Vers 22. Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung. Wenn wir jemanden sehen, der gerade in die Irre geht, der einen schweren Fehler begeht, der vielleicht sogar anderen Schaden zufügt, dann haben wir eher nicht so die Eigenschaften, oder? Wir sind eher aufgeregt, wütend, enttäuscht. Vielleicht sind wir mit heiligem Zorn erfüllt und wollen dem anderen sagen: "Das geht so nicht. Du bist falsch und ich kann es beweisen. Ich habe hier 28 Zitate." Hast du schon mal mit jemandem zu tun gehabt, der falsch lag? Ich meine objektiv falsch lag. Wie einfach ist es dann, in Liebe, mit Freude, mit Frieden, mit Geduld, mit Freundlichkeit, Güte, Treue und Sanftmut und vor allem mit Selbstbeherrschung zu handeln?

[14:05] Nun, der Paulus sagt, wir sollen jemanden wieder zurechthelfen. Das griechische Wort "zurechthelfen" bedeutet, dass man ein Netz wieder flickt, dass man Teile, die zerbrochen sind, wieder zusammenbringt, dass man eine Armee, die am Verhungern ist, wieder mit Essen versorgt. Also stärken, zusammenbringen. Wenn ihr Gelegenheit zum Üben sucht, schaut euch nur um. Diese Welt ist voller Irrenden. Man braucht gar nicht weit schauen, denn selbst die Gemeinde ist voller Irrenden. Wie viel Interesse hast du, den Irrtum der anderen wieder zusammenzuflicken und nicht nur als Irrtum zu identifizieren?

[14:56] Schaut einmal, was Gott sagt in Hesekiel 34, Vers 15 und 16. Hesekiel 34, Vers 15 und 16. Gott selbst sagt hier: "Ich selbst will meine Schafe weiden und sie lagern, spricht Gott, der Herr. Das Verlorene will ich suchen und das Verscheuchte zurückholen und das Verwundete verbinden. Das Schwache will ich stärken, das Fette aber und das Starke will ich vertilgen. Ich will sie weiden, wie es recht ist." Kennst du Menschen, die verloren sind? Kennst du Menschen, die verscheucht worden sind, vielleicht sogar aus der Gemeinde? Kennst du Menschen, die schwach sind, noch in der Gemeinde? Meistens kennen wir die ganz gut. Wir können auch im Gespräch meistens sehr gut benennen, was das Problem ist. Mir scheint, der Paulus hatte den Eindruck, es fehlte an geistlichen Menschen, die nicht nur Probleme erkennen, sondern an geistlichen Menschen, die bereit sind zu suchen, die bereit sind zurückzuholen, die bereit sind zu verbinden.

[16:54] Jesus kam ja auf diese Welt, wie er sagt, um Sünder zur Umkehr zu bewegen. Darf ich eine Frage stellen? Hebt nicht eure Hand und schreit nicht hinein, aber hast du schon mal einen Menschen zur Umkehr gebracht? Wenn du in dein Leben zurückschaust, die letzten Wochen, Monate, Jahre, kannst du sagen: "Da war ein Mensch, der war auf dem Holzweg. Mir ist das aufgefallen. Ich habe das gesehen. Die Bibel sagt ja, die Geistlichen beurteilen alles. Sie verurteilen nicht, aber sie beurteilen es. Ich habe gesehen, er war auf dem Holzweg und dann habe ich mich eingesetzt für ihn. Ich habe Zeit mit ihm verbracht. Ich habe für ihn gebetet und ich habe ihn zurückgeholt." Wäre das denn nicht die Aufgabe von geistlichen Menschen? Wir sprechen davon, wir wollen die Frucht des Geistes haben. Wir wollen die Freude und den Frieden und die Langmut und die Freundlichkeit haben. Die Frage ist ja nur: Wozu wollen wir das haben? Um als Frucht zu glänzen? "Schaut, ich bin so freundlich, so gütig, so langmütig." Die Frucht ist, Gott ist praktisch, Gott ist pragmatisch. Er gibt uns die Frucht, damit wir sie einsetzen. Ja, und wozu? Um Menschen zur Umkehr zu bringen.

[18:18] Ich mag das, was Ellen White sagt im "Leben Jesu", wo sie sagt: "Bringe ihn nicht zur Schande, indem du seine Fehler anderen mitteilst. Noch entehre Christus, indem du die Sünde oder den Fehler eines Christen öffentlich machst." Oft muss die Wahrheit deutlich gesagt werden zu dem Irrenden. Er muss seinen Fehler sehen, damit er sich reformiert, aber du sollst nicht urteilen und verurteilen, also nicht verurteilen. Mache keinen Versuch, dich selbst zu rechtfertigen. Kennt ihr das? Wenn man jemandem seinen Fehler offenbart, dann hört man manchmal diese kleine Stimme: "Du bist so ähnlich, du bist so ähnlich." Und dann hat man diesen inneren Drang, deutlich zu machen, dass die kleinen Fehler, die man selbst gemacht hat, nicht auf demselben Level wie sein Fehler sind. Wenn man jemand anderen den Fehler zeigt, hat man oft den inneren Drang, nochmal sicherzustellen, dass man ja selbst ganz okay ist. Sie sagt: "Mach keinen Versuch in die Richtung. Lass all deine Energie in die Wiederherstellung des anderen gehen." Indem man die Wunden der Seele behandelt, braucht man, sie sagt im Englischen, "the most delicate touch", den delikatesten, die delikateste Berührung, die feinste Sensibilität. Nur Liebe, die von dem Leidenden von Golgatha fließt, kann hier etwas nützen.

[19:57] Schaut nochmal zurück in Galater 6, Vers 1. In welcher Gesinnung soll man den Irrenden zurückbringen? Galater 6, Vers 1: "einem solchen im Geist der..." In welchem Geist? "...der Sanftmut." Liebe Geschwister, liebe Freunde, es gibt in dieser Welt, in dieser Christenheit, in dieser Gemeinde enorm viele Fehler. Es gibt enorm viel Irrtum und Leute machen ständig Dinge falsch. Wo ist der Geist der Sanftmut, der die Irrenden wieder zurückbringt? Jesus sagt: "Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin demütig und von Herzen sanftmütig." Er kam, um Menschen zur Umkehr zu bringen und ganz ehrlich, die Tatsache, dass wir heute hier sitzen, liegt doch daran, dass Jesus sanftmütig mit uns war, oder? Also wenn Jesus zu mir so gewesen wäre, wie ich manchmal zu Menschen gewesen wäre, dann säße ich heute nicht hier, oder? Wenn Jesus zu mir so wäre, wie wir oft als Gemeindeglieder untereinander sind, wir säßen heute nicht hier. Wir brauchen mehr vom Geist, der Sanftmut.

[21:23] Und dann sagt der Paulus noch am Ende des Satzes: "und gib acht auf dich selbst, dass du nicht auch versucht wirst." Ihr kennt vielleicht den Satz von Paulus, wo er sagt in 1. Korinther 10: "Wer meint zu stehen, sehe zu, dass er nicht falle." Schaut mal in Vers 1. Ist euch aufgefallen am Ende von Vers 1: "...und gib dabei acht auf dich selbst, dass du nicht auch selbst versucht wirst?" Mit anderen Worten: Gib auf dich selbst acht, während du dem anderen hilfst. Ja, worauf sollst du denn achten? Also da ist jemand im Irrtum, jemand macht wirklich etwas falsch, er macht eine falsche Entscheidung, er ruiniert vielleicht sein Leben. Ich will ihn zurückholen, worauf soll ich währenddessen achten? Soll ich also so quasi auf Distanz bleiben und sagen: "Naja, ich helfe dir, aber ich will bloß nicht dieselbe Sünde begehen?" Ist das gemeint? Was ist gemeint? "Achte auf dich selbst, damit du nicht versucht wirst." Was wäre denn die Versuchung in dem Fall? Die Versuchung wäre: "Ich bin nicht so wie er." Man kann nämlich auch von oben herabhelfen.

[22:56] Das große Geheimnis ist folgendes: Nicht melden, nicht rufen, aber hast du schon mal was Falsches gemacht? Hast du schon mal richtig Falsches gemacht? Also bist du mal so absolut in den Schlamm gelaufen? Erinnert euch, nicht wahr, der heillose Schlamm letztes Mal. Wenn du dich daran erinnerst, wie sehr du im Schlamm gewesen bist und wie leicht ohne Gottes Hilfe du in den Schlamm zurückfällst, dann hat man plötzlich eine andere Sicht auf den, der gerade im Schlamm ist, oder? "Gib Acht auf dich selbst." Du wirst dich daran erinnern, sagt sie im Buch "Gedanken vom Berg der Seligpreisung", wie oft du dich irrt hast und wie schwer es für dich war, den richtigen Weg zu finden, als du ihn verlassen hast. Du wirst deinen Bruder nicht in größere Finsternis treiben, aber mit einem Herzen voller Mitleid wirst du ihm seine Gefahr zeigen.

[23:59] Schaut mal in Vers 2, Galater 6 und dort Vers 2: "Einer trage des anderen Lasten." Ich weiß nicht, wie es euch geht. Ich habe das Gefühl, es gibt eine andere Bibelübersetzung. Manche Christen scheinen eine Bibelübersetzung zu haben, wo steht: "Einer berichte des anderen Lasten." Habt ihr die Übersetzung auch in eurer Bibel? Diese Übersetzung ist falsch. Es gibt sie nicht. Es gibt einen Unterschied zwischen die Lasten tragen und die Lasten weitertragen. Es ist nicht ein und dasselbe. "Einer trage des anderen Lasten."

[24:33] Schaut mal in 2. Mose 23 und dort Vers 5. 2. Mose 23 und dort Vers 5. "Siehst du den Esel deines Feindes unter seiner Last erliegen?" Stellt euch das vor, ihr habt einen Feind. Vielleicht ist euch das völlig unbekannt. Vielleicht habt ihr noch niemals im Leben mit irgendjemandem Streit gehabt. Aber vielleicht kennt ihr das, dass man einen Menschen nicht mag und man sich freut, wenn man ihn nicht sieht oder sich halt eben nicht freut, wenn man ihn sieht. Und dieser Feind hat einen Esel und der Esel ist beladen und der Esel kracht unter der Last zusammen. Jetzt hat der Feind ein Problem, weil sein Esel ist verletzt. Die Fracht geht nicht weiter. Vielleicht saß er sogar oben drauf und du siehst das aus der Ferne. Was denkst du jetzt? "Gescheht ihm ganz recht. Jetzt weiß er mal, wie das ist." Also im frommsten Fall sagen wir vielleicht: "Oh, das tut mir leid für dich." Oder? "Das kriegen wir noch hin." Ja, zumindest mit Sabbat-Kleidung. "Das tut mir leid für dich. Ich bete für dich." Aber wer geht zum Esel seines Feindes und hilft dem Esel auf? Weil man Mitleid hat mit dem Esel und Mitleid hat mit dem Feind.

[26:12] Wie oft sagen wir: "Das ist seine Sache, geht mich nichts an." Wie oft habe ich schon in der Gemeinde gehört: "Ja, das ist seine Sache, geht mich nichts an. Soll er sich doch selbst drum kümmern." Schon mal gesagt, schon mal gedacht. Erleben, das ist nicht geistlich. Und die Frage, ob die Frucht des Geistes in der Gemeinde ist, hängt mehr damit zusammen, wie wir miteinander umgehen, wenn der andere falsch liegt.

[26:52] Die anderen liegen nämlich oft falsch. Es stimmt, ich liege auch oft falsch. Du liegst auch oft falsch. Aber prozentual liegen die anderen noch mehr falsch, weil es gibt von den anderen mehr als von dir. Richtig? Das heißt, wenn man alle Fehler der Gemeinde betrachtet, dann hast du einen Teil, aber alle anderen haben noch viel mehr. Das heißt, selbst wenn du perfekt bist, gibt es immer noch genügend Fehler in der Gemeinde. Die Heiligung kann nicht damit abgeschlossen sein, dass du perfekt bist, sondern sie fängt erst richtig dann an, wenn du mit den Fehlern der anderen geistlich umgehst.

[27:41] Nun, Jesus hat uns ja geboten, wer Gott liebt, wird auch seinen Bruder lieben. Wenn wir echte Liebe zu Gott haben, werden wir die Menschen lieben, die Jesus so sehr liebte, dass er für sie gestorben ist. Wenn das nächste Mal du dich ärgerst, warum die Schwester das jetzt gesagt hat, das ist ja typisch für die, die macht das immer so, oder dich darüber ärgerst, warum der Bruder seine Kinder nicht im Griff hat, oder warum der eine Entscheidung fällt in seinem Privatleben, die du so nicht verstehen kannst, das kann ja gar nicht gut gehen. Dann ist es gut, das gesehen zu haben, aber erinnere dich daran: Jesus liebt diesen Menschen und wenn du Jesus liebst, wirst du ihn lieben und nicht das einfach ignorieren und sagen: "Geht mich ja nichts an", sondern du wirst ihm helfen.

[28:55] Kennst du die Geschwister in deiner Gemeinde, die besonders angefochten sind? Oder siehst du das gemeine Problem vor allem, dass du nicht genügend Aufmerksamkeit hast? Kennst du die, die am meisten Hilfe brauchen?

[29:08] Nun, schau mal in Vers 3, Galater 6 und dort Vers 3: "Denn wenn jemand meint, etwas zu sein, da er doch nichts ist, so betrügt er sich selbst." Offensichtlich besteht die Gefahr, dass man sich höher einschätzt, als man ist. Klingt ein bisschen wie Laodizea, oder? Was sagt Laodizea? "Ich bin reich und habe Überfluss und mir mangelt es an nichts", während in Wirklichkeit sie arm, blind, entblößt, nichts haben. Und wenn wir Laodizea sind, dann könnte es also sehr wahrscheinlich so sein, dass wir daran leiden, dass wir uns höher schätzen, als wir sind.

[29:43] Schaut mal in Römer 3, Römer 12, das kommt jetzt in den nächsten Wochen noch dran, aber ich will es euch heute schon mal zeigen. Es gibt einen Grund, warum das so leicht gerade in der Gemeinde passiert. Und wenn wir das verstanden haben, dann können wir das vielleicht ein bisschen ausrotten. Schaut mal in Römer 12 und dort Vers 3. Der Paulus, genau im Römer wie im Galater, gegen Ende des Briefes fängt er an, ganz praktisch zu werden. Und wenn ihr euch ärgert, dass der Paulus immer so komplizierte, lange Sätze schreibt, wartet auf Römer 12. Einfach, klar, deutlich. Kein Mensch muss verloren gehen, wenn er Römer 1 bis 11 nicht versteht, lest einfach Römer 12. Wenn ihr das macht, ist alles okay. Vers 3: "Denn ich sage Kraft der Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, dass er nicht höher von sich denke, als sich zu denken gebührt, sondern dass er auf Bescheidenheit bedacht sei, jetzt Achtung, wie Gott jedem Einzelnen das Maß des Glaubens zugeteilt hat."

[30:39] Ich habe mich gefragt, was heißt das, das Maß des Glaubens? Jetzt schaut mal, was er danach sagt, Vers 4: "Denn gleich wie wir an einem Leib viele Glieder besitzen, nicht alle Glieder aber dieselbe Tätigkeit haben, so sind auch wir die vielen ein Leib in Christus und als einzelne untereinander Glieder. Wir haben aber verschiedene Gnadengaben gemäß der uns verliehenen Gnade." Und dann zählt die Verweissagung, Dienst, Lehre und so weiter. Das heißt, der Paulus hat verstanden, dass in der Gemeinde man sich schnell überhebt, weil man das Prinzip der Gaben nicht kennt. Ich mache das mal praktisch. Stellt euch vor, ihr seid die absoluten Superorganisatoren, also anders als ich. Total durchstrukturiert und ihr könnt wirklich, eure Gabe ist die Organisation. Und jetzt schaut ihr in die Gemeinde und ihr findet dort Geschwister, die können einfach nicht organisieren. Das soll es ja geben, also ich bin einer. Und jetzt fängt man an zu sagen: "Das ist doch ganz einfach, oder? Warum kann der das nicht?" Oder aber, wenn es ein anderes Beispiel wäre, jemand hat die Gabe zu geben, das ist eine Gabe hier, zu geben und er gibt gerne und er sieht jemand, der gibt nicht so viel und er denkt: "Der könnte mehr geben." Und wir fangen so leicht an, uns zu vergleichen. "Ich kann so gut mit Kindern umgehen, warum kann der das nicht? Warum macht er das nicht?" Und wir fangen an, uns zu erheben, weil wir nicht verstehen, dass der andere vielleicht eine Gabe hat, von der ich keinen blassen Schimmer habe, die mir so unbekannt ist, dass ich nicht einmal merke, dass er sie hat.

[32:17] Die Finger können sich herrlich beschweren über die Zehen, dass die Zehen so schlecht schreiben können, oder? Und noch mehr über die Nase, denn die Nase kann gar nicht schreiben. Wie oft geschieht es, dass wir uns in der Gemeinde, auch außerhalb der Gemeinde, über jemanden erhöhen, weil der halt die Dinge nicht so gut kann, die wir gut können. Aber Paulus sagt, wenn wir uns selbst verführen, oder wenn wir das tun, dann verführen wir uns selbst.

[32:56] Und jetzt schaut mal, ein ziemlich krasses Wort in Jakobus 1, Vers 26. Jakobus 1, Vers 26. Jakobus 1, Vers 26: "Wenn jemand unter euch meint, fromm zu sein, seine Zunge aber nicht im Zaum hält, sondern sein Herz betrügt, mit anderen Worten, sich selbst verführt, dessen Frömmigkeit ist was? Wertlos." Wenn wir uns selbst verführen, ist unsere Religion umsonst.

[33:24] Also schauen wir zurück in den Galaterbrief. Was sollen wir tun? Vers 4: "Jeder aber prüfe sein eigenes Werk und dann wird er für sich selbst den Ruhm haben und nicht für einen anderen." Also, was sagt die Bibel? Wir sollen die Lasten der anderen tragen und uns selbst prüfen, oder? Wir drehen das gern um. Wir prüfen gern die anderen. Aber wir sollen uns selbst prüfen. Tust du das ab und zu?

[34:01] Ihr kennt das ja nicht, wenn es darum geht, wie lebe ich ein christliches Leben? Da gibt es immer drei Antworten: Bibel lesen, beten, Zeugnis geben. Bibel lesen, beten, Zeugnis geben. Wir vergessen manchmal eine Sache, die sehr wichtig ist, dass wir uns selbst prüfen. Jeden Morgen, jeden Abend. Nicht nur lesen und beten, sondern fragen: "Bin ich auch so? Bin ich so, wie es hier steht?"

[34:31] Der Paulus ermahnt uns, dass wir uns überprüfen sollen, ob wir im Glauben sind. Es kann ganz leicht sein, dass man denkt: "Ich bin der Beste auf der Welt" und ich bin es gar nicht. Sogar recht wahrscheinlich. Der Mensch hat diese seltsame Angewohnheit, immer so, wenn er nicht darauf achtet, so ganz schnell besser von sich zu denken, als er ist. Wir müssen uns prüfen. Der David sagt: "Prüfe mich, Herr." David hat nicht gesagt: "Prüfe Saul." Er hat gesagt: "Prüfe mich, erforsche mein Herz."

[35:05] Übrigens, das Wort hier, das verwendet wird im Griechischen, das kommt aus dem Altgriechischen für die Prüfung von Geld. Wenn man Geld geprüft hat, ist es jetzt Falschgeld oder Echtgeld, hat man dieses Wort verwendet. Er sagt: "Prüft euch selbst, ob ihr echtes Geld seid oder ein falscher 50er." Bist du echt oder nur Schein?

[35:29] Übrigens, dieses... Ich weiß nicht, wer von euch die Elberfelder hat. Die Elberfelder ist weitaus besser übersetzt als die Schlachter an der Stelle. Also die Schlachter sagt ja: "Jeder überprüft sein eigenes Werk und dann wird er für sich selbst den Ruhm haben und nicht für einen anderen." Eigentlich sagt die Elberfelder Richtige: "Jeder aber prüfe sein eigenes Werk und dann wird er nur im Blick auf sich selbst Ruhm haben und nicht im Blick auf den anderen."

[35:55] Die Idee ist, viele Menschen suchen einen Ruhm, der von anderen Menschen abhängig ist. Ich erkläre das an einem Beispiel. Schaut mal in Lukas 18, Vers 1. Lukas 18, Vers 1, nicht Vers 1, das stimmt nicht, Vers 11. Lukas 18, Vers 11 ist ein Beispiel für jemand, der seinen Ruhm von anderen abhängig macht. Lukas 18, Vers 11: "Der Pharisäer stellte sich hin und betete bei sich selbst so: Oh Gott, ich danke dir." Das ist doch toll, oder? Ein Mensch, der Gott dankt, ist doch wunderbar, oder? Jemand, der Gott lobt und preist, aber schaut mal, was die Grundlage seines Dankes ist. Die Grundlage seines Lobpreises ist, dass ich nicht bin wie die übrigen Menschen: Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner da." Das heißt, als dieser Mensch sich selbst überprüft, schaut er erst mal auf andere. Er sucht sich passenderweise Leute aus, die schlechter sind als er, gefühltermaßen. Er vergleicht sich, er vergleicht sich mit anderen und als er besser abschneidet, denkt er: "Schau mal her, das ist doch ganz toll."

[37:05] Wie viele Menschen dieser Welt basieren ihre Selbsteinschätzung darauf, dass sie sich mit anderen vergleichen? Auch in der Gemeinde. Und das ist eigentlich mit fast die Wurzel von allen Problemen. Solange wir uns mit anderen vergleichen, kommen wir meistens recht gut bei weg, zumindest nach unserem Dafürhalten. Aber deswegen sagt der Paulus: "Prüft euch selbst, damit wenn ihr Ruhm habt, ihr den Ruhm habt nicht, weil ihr euch mit anderen verglichen habt, sondern weil ihr selbst mit Christus eine Beziehung habt. Nicht im Blick auf andere Ruhm, sondern im Blick auf euch selbst."

[37:54] Denn wer ist der eine Mensch, mit dem man sich immer ohne Probleme vergleichen kann? Das, was wir so selten tun, weil wir merken, dass wir dann immer den Kürzeren ziehen. Wer ist der eine Mensch, mit dem man sich immer vergleichen kann? Jesus. Bin ich so sanftmütig wie Jesus? Bin ich so geduldig wie Jesus? Bin ich so liebevoll wie Jesus? Bin ich so...?

[38:20] Und dann wird Vers 5 deutlich. Schaut mal, Galater 6, Vers 5: "Denn jeder Einzelne wird seine eigene Bürde zu tragen haben." Wenn ich mich mit Jesus vergleiche, stelle ich fest, ich habe selbst mein Päckchen zu tragen. Wenn ich mich mit Jesus vergleiche, stelle ich fest, ich bin nicht so gut, wie ich dachte. Und wenn ich selbst merke, ich habe eine Bürde und an dieser Bürde, da habe ich ganz schön zu tragen, dann habe ich plötzlich auch Mitleid mit denen, die auch eine Bürde zu haben scheinen.

[38:59] Die Pharisäer, die haben gerne Bürden aufgebürdet, sagt Jesus, aber sie selbst wollten die Bürden gar nicht anfassen. Sie haben kein Gefühl gehabt, dass sie irgendeine Last tragen. Aber wenn ich, wenn ich weiß, ich bin ein Sünder und Jesus hat unglaublich viel Geduld mit mir gehabt, kann ich da nicht mit meinen Geschwistern genauso umgehen?

[39:20] In Vers 6 bringt der Paulus einen kurzen Gedanken rein, den wir hier gar nicht weit ausdehnen wollen, einfach nur um ihn auch mit gelesen zu haben. "Wer im Wort unterrichtet wird, der gebe dem, der ihn unterrichtet, Anteil an allen Gütern." Den lest ihr mal zu Hause, schlagt die Parallelstellen auf und fragt euch, was will der Text mir persönlich sagen? Als Lehrer des Wortes werde ich jetzt nicht so viel darüber sprechen.

[39:58] Vers 7: "Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten, denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten." Also in diesem Kontext, wie gehe ich mit den Menschen in meiner Gemeinde und außerhalb um? Wie gehe ich mit denen um, die mir Falsches tun, die böse sind, die vielleicht selbst sich schaden? Wie gehe ich mit den Irrenden um? Sagt Paulus, es kommt darauf an, was du säst.

[40:21] "Irrt euch nicht, Gott lässt sich nicht spotten." Die Sache ist ja die, wie wir schon gesehen haben, wir können uns leicht verführen und wir haben oft den Eindruck, dass am Ende wird es ja nicht so schlimm werden. Diesen Eindruck kennt man schon aus dem alten Testament. Schaut mal in Jeremia 37. Die Israeliten hatten einfach nicht das getan, was Gott wollte. Sie waren widerspenstig, rebellisch, sind von Gott abgefallen und ein Prophet nach dem anderen kam zu ihnen und sagte: "Wenn ihr das weitermacht, wird es eine Katastrophe geben." Und die Israeliten müssen irgendwie gedacht haben: "Ja, ja, die reden, das ist ihre Aufgabe. Die Propheten des Herrn sind immer ein bisschen eifrig. Das hört sich gut an", sagen wir und machen weiter.

[41:18] Schaut mal in Jeremia 37 und dort Vers 9: "So spricht der Herr: Habt acht, dass ihr euch nicht selbst betrügt, indem ihr denkt: Ach, die Chaldäer ziehen jetzt gewiss von uns ab. Nein, sie werden nicht abziehen." Die Babylonier standen schon um Jerusalem und hatten die Belagerung begonnen und die Israeliten meinten: "Naja, so schlimm wird es nicht werden. Gott wird schon irgendwie eingreifen. Machen wir einfach weiter."

[41:45] Ihr Lieben, Gott lässt sich nicht spotten. Wenn wir auf einem falschen Kurs sind, auch in unserem Miteinander, werden wir die Katastrophe ernten. Die Bibel sagt, wer Wind sät, wird Windstille ernten, oder? Sagt das die Bibel noch sehr? Wer Wind sät, wird was ernten? Sturm. Die Bibel sagt, wer Unrecht sät, wird Gerechtigkeit ernten? Nein, wird Unheil ernten. Das heißt, in unserem Miteinander, das was wir säen, wird bei herauskommen. Wir können nicht erwarten, dass wir ungeistlich zu unseren Geschwistern sind und dann erwarten, dass wir eine geistliche Gemeinde haben. Das ist unmöglich. Gott lässt sich nicht spotten. Da kann man noch so viel beten und kann noch so viel reden, wenn man im Einzelnen nicht das Richtige sät, kommt nicht das Richtige bei raus im Großen.

[42:54] 1. Korinther 15, Vers 33. Paulus sagt immer wieder: "Lasst euch nicht, ihr sollt euch nicht irren, lasst euch nicht verführen." 1. Korinther 15, Vers 33. 1. Korinther 15, Vers 33: "Lasst euch nicht irreführen, schlechter Umgang verdirbt gute Sitten." Wir glauben, dass unsere Geistlichkeit keinen Schaden nimmt, wenn wir unter der Woche uns mit schlechten Dingen beschäftigen. Aber sie nimmt Schaden und das zeigt sich in unserem Miteinander. Wenn wir das Schlechte säen, wird das Schlechte in unserem Charakter sich zeigen.

[43:38] Noch ein Beispiel, 1. Johannes 3, Vers 7. 1. Johannes 3, Vers 7. "Kinder, lasst euch von niemandem verführen. Wer die Gerechtigkeit übt, der ist gerecht, gleich wie er gerecht ist." Nicht der ist gerecht, der von Gerechtigkeit redet. Nicht der ist liebevoll, der in der Sabbatschule sagt: "Ja, wir müssen Nächstenliebe üben." Nicht der ist barmherzig, der an irgendwelchen Gelegenheiten sagt: "Wir müssen in der Gemeinde mehr Barmherzigkeit haben", sondern der ist liebevoll, der liebevoll ist und der ist barmherzig, der wirklich Barmherzigkeit übt. Gott lässt sich nicht spotten. Wir werden die Frucht unserer eigenen Wege essen, sagt Sprüche 1, Vers 31.

[44:49] Und in Galater 6 macht das Paulus ganz deutlich jetzt in Vers 8: "Denn wer auf sein Fleisch sät, der wird vom Fleisch Verderben ernten. Wer aber auf den Geist sät, der wird vom Geist ewiges Leben ernten." Im Grunde genommen kann man sich das ganz einfach vorstellen. Stellt euch vor, es ist gerade Winter, aber irgendwann kommt der Frühling und dann wird wieder gesät. Da gibt es dann einen Acker, da gibt es mehrere Äcker. Stellt euch vor, ihr seid ein Ackermann, ein Bauer und ihr habt zwei Äcker. Und der eine Acker, das ist der Geist, das Geistliche. Und es ist noch ein Acker, und das ist das Fleischliche. Jetzt sagt Paulus ganz einfach: Wenn ihr in das Geistliche sät, werdet ihr vom Geistlichen ernten. Wenn ihr von dem Fleischlichen sät oder in das Fleischliche sät, werdet ihr ernten.

[45:39] Jetzt, was sät man in so einem Acker? Saat, genau. Woher kommt die Saat? Samen. Die Samen, die von der letzten Ernte übrig geblieben sind. Was hätte man sonst noch mit den Samen machen können, außer sie zu säen? Man hätte sie essen können. Das heißt, ein Same, den ich säe, den esse ich nicht, sondern ich opfere ihn. Ich könnte ihn ja auch für mich selbst essen, aber ich investiere ihn. Frage: Was ist es, dass wir säen, entweder auf den Geist oder auf das Fleisch? Dinge, die wir investieren. Sind es nicht Dinge wie unsere Zeit, unser Geld, unsere Energie?

[46:41] Nehmen wir mal die Zeit. Wir haben so einen Korb mit Samen und jede Same ist unsere Minute, unsere Zeit. Jetzt habe ich so meinen Samen, dann überlege ich mir: Okay, hier ist meine Samen voller Zeit. Wo will ich meine Zeit investieren? Sechs Siebentel davon sehe ich hier aus, auf das Fleisch, wo ich mal richtig so meine Zeit dafür benutzen will, dass es mir gut geht und dass ich so einen richtigen Kick habe. Das ist, worauf ich Lust habe, aber ich bin ja ein guter Christ. Einmal die Woche sollte ich in Gottesdienst gehen, ein bisschen Zeit investiere ich hier rein.

[47:18] Wenn wir auf den Geist säen, sagt er, werden wir vom Geist etwas bekommen. Was bekommen wir vom Geist? Was bekommen wir vom Geist? Ewiges Leben, denn der Geist ist Gott und Gott gibt ewiges Leben. Jetzt, wenn ich aber auf das Fleisch säe, was kann mir das Fleisch als Ertrag geben? Die Sache ist die, mein Fleisch kann mir kein ewiges Leben geben, oder?

[47:55] Ich stehe also vor der Frage: Wer soll in meinem Leben regieren? Das Fleisch oder Gottes Geist? Und je nachdem, worauf ich säe, werde ich das bekommen, was mir das jeweils geben kann. Das Fleisch kann mir nichts geben, außer den Tod, weil schaut euch euer Fleisch an. Wir sind sterbliche Menschen. Wenn ich also meine Zeit darauf verwende, dass mein sterblicher Mensch sich wohlfühlt, wenn ich mein Geld darauf verwende, dass mein fleischlicher Körper irgendwelche Kicks hat durch Drogen oder was auch immer, wenn ich meine Energie darauf verwende, dass mein fleischlicher Körper irgendwie sich cool fühlt, was werde ich bekommen von meinem fleischlichen Körper? Er wird sterben, er kann mir nichts geben.

[48:38] Wenn ich aber meine Zeit und meine Energie und mein Geld, was ich habe, hineinstecke in das Wirken Gottes, kann Gott es segnen. Jetzt, wie viel Ertrag bekommt man so auf einen Samen? Ich weiß nicht, wer heute noch so im Ackerbau tätig ist, was ist so die Ration? Das Zehnfache? Oh, gute Böden. Hängt darauf an, wie, aber das Zehnfache ist vielleicht ganz okay, manchmal weniger, manchmal mehr. In der Bibel wird von der geistlichen Ernte gesprochen, die einen viel höheren Ertrag hat.

[49:21] Schaut mal, in Matthäus, Matthäus Kapitel 13, Matthäus Kapitel 13 und dort Vers 8. Ihr kennt das Gleichnis vom Seemann, ich weiß, ihr seht auch verschiedene Böden und in Vers 8 heißt es: "Anderes aber fiel auf das gute Erdreich und brachte Frucht, etliches, wie viel? Hundertfältig, etliches sechzigfältig und etliches dreißigfältig." Also auf dem guten Boden bringt es bis zu hundertfach Frucht.

[49:55] Jetzt schaut mal, das ist kein Zufall. Schaut, was Jesus ein paar Kapitel später sagt. Blättert mal zu Kapitel 19, Matthäus 19 und dort Vers 27. Petrus stellt die Frage her: "Wir haben so viel investiert, unsere Zeit, unsere Energie, unser Geld, unsere Familie, wir haben alles investiert in das Werk Gottes, was werden wir ernten?" Vers 27, da antwortet Petrus und sprach zu ihm: "Siehe, wir haben alles verlassen und sind hier nachgefolgt." Könnt ihr sehen, wir haben hier ein Opfer gebracht, wir hätten sie auch selbst essen können, wir haben es in das Fleisch hineingesät, in den Geist hineingesät. Was wird uns dafür zuteil? Was werden wir ernten für diese Saat?

[50:36] Vers 28. Jesus aber sprach zu ihnen: "Wahrlich, ich sage euch, ihr, die mir nachgefolgt seid, werdet in der Wiedergeburt, wenn der Sohn des Menschen auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen wird, auch auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Vers 29: Und jeder, der Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Frau oder Kinder oder Äcker verlassen hat, um meines Namens willen, der wird es wie vielfältig empfangen? Hundertfältig empfangen und das ewige Leben erben." Volle Ernte für die, die etwas einsetzen für den Geist. Könnt ihr sehen, dass das hundertfältige Erben dasselbe ist, wie die hundertfältige Ernte, von der Jesus in Matthäus 13 spricht? Wer auf den Geist sät, wird ernten. Mehr als man träumen vermag. Ich finde es so schön, wie er sagt: "Er wird hundertfältig empfangen und ewiges Leben", als ob das ewige Leben noch nicht genug wäre. Hundertfältig.

[51:41] Aber die Frage ist, lieber Bruder, liebe Schwester, lieber Freund, liebe Freundin, wohin säst du deine Samen? Wohin säe ich meine Samen Tag für Tag? Säe ich sie auf das Geistliche oder das Fleischliche? Und wir können nicht erwarten, dass wenn wir dieseln säen, dass wir Sonnenblumen ernten. Das wird nicht passieren. Wenn wir dieseln säen, können wir beten und beten, dass es Sonnenblumen werden. Es werden keine Sonnenblumen. Und wenn wir Streit säen, wird kein Friede sein. Wenn wir Sinnlichkeit und Fleischlichkeit in unserem Herzen säen, wird keine Nüchternheit daraus. Was säst du?

[52:30] Schaut mal in Römer 6, Vers 22. Römer 6, Vers 22. Vielleicht habt ihr davon gehört, von diesem Konzept der Heiligung, ohne die niemand Gott sehen wird. Und viele Christen und vor allem viele Adventisten haben so diese Frage: Wie werde ich heilig? Was muss geschehen, damit die Heiligung in meinem Leben kommt? Schaut mal in Römer 8, Römer 6, Vers 22. Dort sagt er: "Jetzt aber, da ihr von der Sünde frei und Gott dienstbar geworden seid, habt ihr als eure..." Was ist das nächste Wort? "...Frucht die Heiligung."

[53:33] Die Heiligung fällt nicht vom Himmel. Die Heiligung ist eine Frucht und diese Frucht kommt vom Heiligen Geist, aber nur dann, wenn wir auf den Geist säen. Nur wenn wir Zeit mit dem Heiligen Geist verbringen, kann der geheiligte Geist an uns wirken. Nur wenn wir Zeit damit verbringen, anderen Menschen zu helfen, können wir Freundlichkeit und Güte und Geduld üben. Das ist der Grund, warum Mönche nie heilig geworden sind, weil sie nie die Gelegenheit gesucht haben, anderen Irrenden zu helfen.

[54:16] Vielleicht habt ihr jemals gedacht: "Meine Güte, Herr, warum ist die Gemeinde, wie sie ist? Könnte die nicht ein bisschen heiliger sein?" Ich dachte, als ich mich der Gemeinde angeschlossen habe, dass hier man mindestens drei Zentimeter höher über dem Erdboden läuft. Vielleicht habt ihr euch jemals gefragt: "Herr, warum ist das so? Warum gibt es in der Gemeinde so viel Ärger und so viel Streit und so viel Missgunst?" Und menschlich, das ist furchtbar. Denkt mal drüber nach. Wollt ihr heilig werden? Wollt ihr heilig werden? Heiligkeit bedeutet geduldig sein, freundlich sein. Heiligkeit bedeutet, selbst die Feinde zu lieben.

[54:58] Ist Gott nicht gut, uns eine Gemeinde zu geben, wie sie ist? Ein Trainingsfeld, wo man so viel Gelegenheit hat, geduldig zu sein, so viel Gelegenheit hat, gütig zu sein, so viel Gelegenheit hat, mal über Fehler hinwegzusehen, so viel Gelegenheit hat, anderen zu helfen, so viel Gelegenheit hat, das Wesen Jesu zu trainieren. Denn wenn wir schon mit unseren Geschwistern klarkommen, wie wollen wir mit denen klarkommen? Wie wollen wir unsere Verfolger segnen, wenn wir nicht unsere Geschwister segnen können? Wie wollen wir sagen: "Ich vergebe dir, Herr, rechne diese Sünde nicht an", wenn uns Leute ins Gefängnis werfen, wenn wir nicht einmal mit unseren Geschwistern klarkommen? Dankt dem Herrn für die Gemeinde, für die Gelegenheit, dass er euch auch dazu gebracht hat, weil andere wahrscheinlich sagen: "Ich bin froh, dass der Christoph da ist, da kann ich endlich mal üben, meine Geduld mit dem nicht."

[56:01] Der Herr möchte, dass wir heilig sind, aber dazu müssen wir auf den Geist säen. Wir müssen uns mit geistlichen Dingen beschäftigen, denn wenn wir uns mit fleischlichen Dingen beschäftigen, werden wir in die Gemeinde kommen und werden fleischlich reagieren und das Ganze endet in der Katastrophe, in unserem eigenen Leben und für die Gemeinde.

[56:24] Vers 9, Galater 6, Vers 9, vorletzter Vers, den wir studieren wollen. Galater 6, Vers 9: "Lasst uns aber im Gutes tun nicht müde werden, denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ermatten." Wir haben gerade gesagt, die Heiligung ist eine Frucht, aber die Frucht wächst nicht am nächsten Tag, oder? Ich bin kein Botaniker, vielleicht gibt es ja Früchte, die ganz schnell wachsen, aber die allermeisten Früchte, die brauchen Zeit. Liebe braucht Zeit, Freude braucht Zeit, Sanftmut braucht Zeit, Geduld braucht Zeit. Unsere Gemeinde braucht Zeit und die entscheidende Lehre ist: Weitermachen mit dem Gutes tun. Weitermachen, auch dann, wenn ich Enttäuschung erlebe, auch dann, wenn meine guten Taten nicht wahrgenommen werden, weitermachen, nicht ermatten.

[57:16] Ja, was passiert denn, wenn ich ermatte? Ist dir schon mal so gegangen, dass du gesagt hast: "Ich habe einfach keinen Bock mehr, ich habe einfach keine Lust mehr, ich investiere und es scheint nichts dabei herumzukommen?" Schaut mal in Jesaja 40. Gott weiß, wie es ist, wenn man oder er weiß, dass wir manchmal matt und müde werden. Schaut mal in Jesaja 40, Vers 30 und 31. Jesaja 40, da heißt es so interessant: "Knaben werden müde und matt und junge Männer straucheln und fallen." Von allen Menschen, die es gibt, wer sind die mit der meisten Energie und der größten Ausdauer? Die alten Frauen oder die jungen Männer? Junge Männer sind, die kannst du kaum halten, wie junge Hengste. Ein junger Mann, der kann laufen und laufen. Ich meine, alle, die jetzt ein bisschen älter sind, wissen, wovon ich rede. Irgendwann hört das auf, man wird ein bisschen gebrechlicher, ein bisschen bequemer, man ist dann eher aus der Puste, aber als junger Mann kannst du laufen und laufen und laufen und laufen, aber die Bibel sagt, selbst ein junger Mann ist irgendwann mal k.o., oder? Einige junge Männer sagen es vielleicht: "Nein, ich nicht", aber selbst ein junger Mann fällt und strauchelt und kann nicht mehr.

[58:33] Vers 31: "Aber die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden." Menschlich gesehen, in menschlicher Kraft wird das nie möglich sein, denn selbst die stärksten und die von Kraft strotzesten, nämlich die jungen Männer, sind irgendwann müde, aber wer auf Gott vertraut, wer auf Gott hat, wer Gott seine Kraft macht, der wird nicht müde, weil er nicht mehr aus eigener Kraft es macht, sondern aus Gotteskraft.

[59:02] Es ist Zeit für dich, diese Kraft Gottes in Anspruch zu nehmen und aufzufahren wie ein Adler. Ich habe bei Ellen White vor kurzem ein Bild gelesen, das mich sehr begeistert hat. Sie spricht davon, wenn wir entmutigt sind und niedergeschlagen sind und niedergedrückt sind, dann spricht sie von einem Adler, der im Gebirge im Tal fliegt und über ihm sind lauter dunkle Wolken, Gewitterwolken und der Adler, was er macht, er weiß, hier unten ist es dunkel, aber da oben drüber ist das Licht. Also fliegt der Adler durch die Wolken und dann wird er vom Wind zurückgeschlagen und er versucht es noch einmal und noch einmal, weil er weiß, ich muss durch die Wolken durch und dann, wenn er es schafft, schwebt er plötzlich über den Wolken. Das ist das Bild hier. Gott will uns neue Kraft geben, dass wir durch die Enttäuschung und durch die Entmutigung und durch die Schwachheit und die Ermattung hindurchstoßen wie ein Adler, der weiß, oben drüber scheint wieder die Sonne, denn Gott hat alles unter Kontrolle. Im Tal gerade sehe ich das Licht nicht, weil da ist ein Berg und da ist ein Berg und da ist ein Berg und da sind die Wolken, aber oben drüber scheint die Sonne. Ich sehe sie vielleicht gerade nicht, aber sie ist da.

[1:00:23] Wer ausharrt bis ans Ende, wird gerettet werden, sagt Jesus. 2. Korinther 4, Vers 16: "Darum lassen wir uns nicht entmutigen, sondern wenn auch unser äußerer Mensch zugrunde geht, so wird doch der innere Tag für Tag erneuert." Ja, es mag sein, dass wir in ziemliche Schwierigkeiten kommen. Es mag sein, dass unser äußerer Mensch zugrunde geht. Aber Paulus sagt, innerlich können wir Tag für Tag neu gestärkt sein. Niemand muss mit der Kraft von gestern laufen. Wir können jeden Tag neue Kraft haben und dann kann in der Gemeinde kommen, wer will, der kann sich komisch anstellen, wie er will, der kann sich daneben benehmen, wie er will. Gestärkt mit der Liebe Gottes kann ich ihm geistlich, freundlich, friedlich, sanftmütig entgegengehen und ihm damit zu einer Hilfe sein.

[1:01:27] Galater 6, Vers 10. Letzter Vers. "So lasst uns nun, wo wir Gelegenheit haben, an allen Gutes tun, besonders aber an den Hausgenossen des Glaubens." Die Bibel ruft uns auf, wann immer wir die Gelegenheit haben, etwas Gutes zu tun, ein Segen zu sein für andere. Aber wäre es nicht schlimm, wenn wir mehr für Menschen außerhalb tun, als für unsere eigenen Geschwister?

[1:02:00] Prediger 9, Vers 10 sagt: "Was unsere Hand vorfindet, sollen wir tun." Paulus sagt in Epheser 5: "Kaufe die Zeit aus", und gutes Tun ist ein Opfer. Wusstet ihr das? Paulus sagt, das ist ein geistliches Opfer, weil gutes Tun bedeutet, ein Teil meiner Zeit, meiner Energie, mein was immer, nicht wahr, was immer das Gute ist, vielleicht auch Geld, was immer ich habe, was ich jetzt Gutes tue, könnte ich ja statt auf das Geistliche, ich könnte es auch für mich selbst verwenden, ich könnte es zur Befriedigung meiner Lüste verwenden, ich könnte es zur Befriedigung meines Stolzes, meines Hochmutes verwenden, aber statt es dort zu investieren, investiere ich es lieber dort. Sein Opfer. Bringst du Gott das beste Opfer? Ihr wisst, in der Bibel sollten die Opfer makellos sein.

[1:02:48] So lasst uns nun, wo wir Gelegenheit haben, an allen Gutes tun, besonders aber an den Hausgenossen des Glaubens. Paulus sagt diesen Galatern, nach all diesen theologischen Diskussionen, ich war mit den Bündnissen und dies und jenem, der Beschneidung, sagte: "Schaut mal her, worauf es wirklich ankommt. All das, was ich gesagt habe, mit den Bündnissen und dies und jenem, die ganze Theologie ist runtergebrochen auf eine Sache: Seid den anderen gegenüber so, wie Jesus zu euch war. Wenn ihr Christen seid, verhaltet euch christlich und ganz besonders in der Gemeinde."

[1:03:22] Ein letzter, ein allerallerletzter Gedanke: Und was ist, wenn ich das tue und keiner sieht es? Was ist, wenn ich tatsächlich diese Liebe zeige und sie wird nicht bemerkt? Was ist, wenn die anderen vor lauter Irrtum nicht einmal merken, dass ich ihnen helfen will? Schaut mit mir in Hebräer 6 und dort Vers 10. Hebräer 6 und dort Vers 10. Es mag sein, dass vieles, was wir für andere tun, vielleicht nicht einmal bemerkt wird. Jesus ist für viele Menschen gestorben, die das nicht einmal richtig bemerken wollten und ignoriert haben. Aber schaut, was die Bibel sagt in Hebräer 6, Vers 10: "Denn Gott ist nicht ungerecht, dass er euer Werk und die Bemühungen in der Liebe vergesse, die ihr für seinen Namen bewiesen habt, indem ihr den Heiligen dientet und noch dient." Selbst wenn niemand es mitbekommt, Gott sieht es. Selbst wenn niemand dir dankt, Gott dankt dir. Selbst wenn niemand dir applaudiert, Gott bastelt schon an der Krone.

[1:04:38] Wenn du auf den Geist säst, wirst du hundertfach ernten plus ewiges Leben. Und deswegen sagt der Paulus: "So wir Gelegenheit haben" – und ich habe den Eindruck, es gibt Gelegenheiten, oder? Niemand muss sagen: "Ich habe keine Gelegenheit gehabt." – "So wir Gelegenheit haben, lasst uns Gutes tun." Lasst uns die Frage stellen: Wie kann ich meine Geschwister, meine Brüder, meine Schwestern, die Kinder, die Jugendlichen, die Alten, die Gäste, wen auch immer, wie kann ich sie segnen? Wie kann ich für sie ein Stück weit so sein, wie Jesus zu mir war? Und wenn wir das verstanden haben und tun, dann haben wir den Galaterbrief verstanden. Auch wenn man nicht jeden Vers erklären kann.

[1:05:24] In dem Sinne möchte ich aufrufen: Wer von euch möchte diesen Aufruf des Paulus umsetzen und sagen: "Herr, wenn ich eine Gelegenheit sehe – und ich bin mir sicher, du wirst mir Gelegenheiten geben, du wirst mich auf Gelegenheiten stoßen – wenn du mir eine Gelegenheit gibst, möchte ich in deiner Kraft so zu anderen sein, so wie du zu mir gewesen bist." Gibt es jemand, der sagt: "Das ist mein Wunsch"? Amen.

[1:05:47] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du verheißen hast, dass du deinen Heiligen Geist in jedem Einzelnen von uns wirken lassen möchtest. Du klopfst an jede Herzenstür und du wünschst dir, dass wir mit deinem Heiligen Geist kooperieren, dass wir unsere Zeit, unsere Energie, unsere Aufmerksamkeit nicht auf das Fleisch säen, sondern auf das, was der Geist uns sagt, das, was geistlich ist, auf dein Wort, die Gemeinschaft mit dir, auf ein christliches Verhalten, damit du in uns diese Ernte vollbringen kannst. Herr, wir stellen fest, dass wir selbst so viel gesündigt und gefehlt haben und uns daneben benommen haben, dass es keinen Grund gibt, uns über andere zu erheben. Aber wenn wir deine Erlösung erlebt haben, wenn wir verstehen, was du für uns getan hast und die Befreiung in unserem Leben erlebt haben, dann danken wir dir, dass du uns diese Liebe für andere schenkst, dass wir mit Taktgefühl, mit Freude, mit Geduld, mit Freundlichkeit versuchen, anderen ihre Fehler nicht nur zu zeigen, sondern sie zur Umkehr zu bringen. Bitte gib, dass das eine Realität wird in unserem Leben, in unserer Gemeinde, in all den Gemeinden, wo wir vielleicht herkommen mögen, dass dein Geist nicht nur davon gesprochen wird, sondern dass er tatsächlich wirksam ist und sichtbar ist in der Liebe, die wir untereinander haben. Denn du hast gesagt, dass daran die Welt erkennen wird, dass wir deine Nachfolger sind. Und so danken wir dir von ganzem Herzen, dass du uns diesen Geist verheißen hast und dass du in unseren Herzen wirkst. Amen.


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