In diesem Teil der Predigtserie „Die Krise und das Kreuz“ beleuchtet Christopher Kramp die Bedeutung von Gottes Gnade bei der Berufung. Anhand des Lebens von Paulus wird gezeigt, wie eine tiefgreifende persönliche Reformation stattfindet, die über äußere Veränderungen hinausgeht und zur Entdeckung des eigenen, von Gott bestimmten Lebensplans führt. Die Botschaft ermutigt dazu, die eigene Identität in Christus zu finden und Gottes Willen für das Leben zu erkennen und umzusetzen.
Die Krise und das Kreuz – 2. Durch seine Gnade berufen
Christopher Kramp · Die Krise und das Kreuz (Predigtserie über den Galaterbrief) ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Erweckung, Galater, Gemeinde, Neues TestamentWeitere Aufnahmen
Serie: Die Krise und das Kreuz (Predigtserie über den Galaterbrief)
-
0:0
-
0:0
-
0:0
Transkript
[0:00] Gesegneten Sabbat! Herzlich Willkommen zum zweiten Teil unserer Serie "Die Krise und das Kreuz". Wir haben vor einigen Wochen begonnen mit einer Predigt-Serie, die uns durch das Reformationsjahr 2017 hindurch tragen soll, über den Galaterbrief. Wir haben festgestellt, der Galaterbrief ist ein Brief, der das Thema der Reformation zum Gegenstand hat. Und wir haben das letzte Mal die ersten zehn Verse studiert. Wir werden heute gleich mit Vers 11 und den folgenden Versen weitermachen. Wer von euch war das letzte Mal dabei oder hat es vielleicht später dann irgendwo im Internet gesehen?
[0:49] Okay, für alle, die nicht dabei waren, eine ein-Minuten-Zusammenfassung. Die Galater waren Nachkommen der Kelten, die in Kleinasien lebten und von Paulus auf dessen Missionsreisen zum Christentum bekehrt worden waren. Die dann allerdings aufgrund von Irrlehrern zur Überzeugung gelangten, es würde ausreichen, einfach nur die jüdischen Traditionen der Sadduzäer und der Pharisäer oder anderer Gruppierungen zu halten. Und das Kreuz, das so viel Verfolgung brachte, diese gegenwärtige prophetische Wahrheit vom Evangelium abzulehnen. Und als Paulus das hörte, schrieb er einen Brief eigenhändig, um diese Gemeinde wieder zurückzurufen, wieder zur Reformation zu rufen. Er schrieb ihn schon in der Einleitung das gesamte Evangelium, das Jesus sich für uns hingegeben hat, um uns herauszuretten aus diesem bösen Weltlauf. Und dann schreibt er mit fast großer Leidenschaftlichkeit: Es gibt kein anderes Evangelium. Das war unser Thema das letzte Mal. Es gibt kein anderes Evangelium, auch in unserer heutigen Zeit. Genauso wie zur Zeit von Martin Luther, genauso wie zur Zeit von Paulus gab es viele andere scheinbare Evangelien. Aber die Bibel kennt nur ein wahres Evangelium von dem Jesus, der sich für uns hingegeben hat und uns herausrettet aus dem Weltlauf nach dem Willen des Vaters.
[2:29] Und so steht Paulus jetzt vor der Aufgabe, genau diese Idee den Galatern begreiflich zu machen. Und obwohl Paulus ein großer Theologe ist, weiß er, es gibt Momente, da spricht die eigene Erfahrung mehr als tausend theologisch korrekte Sätze. Denn am Ende ist Theologie immer Biografie. Nur was ich selbst erlebt habe, nur was ich mit Gott erfahren habe, das kann ich wirklich überzeugend rüberbringen. Interessanterweise wird der Galaterbrief meistens als ein theologischer Brief behandelt und man übersieht, dass fast ein Drittel davon Paulus einfach erzählt, was in seinem Leben passiert ist. Viele Kommentatoren gehen da so drüber, als wäre das nur eine Einleitung. Aber heute wollen wir uns anschauen, was Paulus über sein eigenes Leben berichtet. Wir wollen lernen, was das mit unserem Leben zu tun hat. Denn Paulus und auch wir sind durch seine Gnade berufen. Das ist unser Thema heute. Durch seine Gnade berufen. Wo es euch möglich ist, möchte ich einladen, dass wir gemeinsam für ein Anfangsgebet niederknien und dann starten mit dem Studium.
[3:54] Lieber Vater im Himmel, es ist ein Vorrecht, heute hier zu sein. Es ist ein Privileg, dass wir zu dir kommen können. Du schaust vom Himmel herab auf jeden Einzelnen hier, der kniet oder steht oder sitzt. Du bist der Einzige, der genau weiß, was jeder Einzelne jetzt denkt, was in seinem Herzen ist. Du weißt, wo unsere Sorgen und Nöte sind. Du weißt, wo unsere Gedanken gerade hinschweifen. Deswegen möchten wir dich bitten, weil du der Einzige bist, der genau weiß, was wir brauchen, dass du durch dein Wort zu uns sprichst. Dass du uns zeigst, was du heute für uns vorbereitet hast. Ich möchte dich bitten, dass niemand, wirklich niemand, heute von diesem Gottesdienst geht, ohne die deutliche, klare und einladende Stimme deines Geistes gehört zu haben. Ich möchte dich bitten, dass du alle Störende fernhältst, dass dein Wort in Vollmacht sich entfalten kann. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.
[5:16] Schlagt mit mir auf Galater, Kapitel 1, ab Vers 11. Paulus hat ja gerade in den Versen zuvor, mit denen wir das letzte Mal aufgehört haben, gesagt, dass er nicht Menschen gefallen will, sondern allein das wahre Evangelium predigen möchte. Galater, Kapitel 1, Vers 11 und 12 knüpft genau zunächst einmal an diesem Gedanken an. Galater 1, Vers 11 und 12.
[5:51] Ich lasse euch aber wissen, Brüder, dass das von mir verkündigte Evangelium nicht von Menschen stammt. Ich habe es auch nicht von einem Menschen empfangen, noch erlernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi. Ihr Lieben, achtet darauf, wie Paulus die Galater anspricht. Menschen, die gerade dabei sind, den Glauben aufzugeben. Menschen, die dabei sind, im wahrsten Sinne heretisch Irrlehrer zu werden. Menschen, die an seiner Integrität zweifeln und Lügenmärchen Glauben schenken. Er nennt sie wie? Brüder. Da ist etwas in diesem Wort, in diesem Kontext, über das man schnell hinwegliest. Vielleicht kommt es vor, auch in der Gemeinde, dass wir sehen, dass jemand gegen uns ist. Vielleicht kommt es vor, dass jemand offensichtlich falsche Theologie predigt. Lasst uns niemals zu dem Punkt kommen, dass wir in dem anderen nicht mehr den Bruder, die Schwester sehen. Paulus spricht zu Leuten, die offensichtlich falsch liegen und er nennt sie Brüder.
[7:23] Er sagt, das von ihm verkündigte Evangelium, ein Wortspiel im Griechischen, das Evangelium, das ich evangelisiere, dass es nicht von Menschen kommt. Man könnte übersetzen, nicht nach menschlichem Standard. An anderen Bibelfersen wird es übersetzt, nicht nach Menschenweise. Paulus, der dem Juden ein Jude war und dem Griechen ein Grieche, hat niemals das Evangelium auf Menschenweise präsentiert. Das passiert heute so oft. Man will das Evangelium dem Zeitgeist anpassen. Da gibt es den Wunsch, vielleicht eine bestimmte Kultur zu erreichen und man passt das Evangelium den Kulturen, man passt das Evangelium den Philosophien, man passt das Evangelium bestimmten Gegebenheiten an, aber Paulus sagt, mein Evangelium stammt nicht von Menschen. Kein Wunder, wir haben in der letzten Folge gesehen, schon in Vers 1 sagt er, dass er selbst ein Apostel ist, wie wir lesen in Vers 1, ein Apostel, nicht von Menschen, auch nicht durch einen Menschen. Also halten wir fest, in Vers 1 sagt er, ich bin ein Apostel von Gott, nicht von Menschen und in Vers 11 und 12 sagt er, ich predige eine Botschaft, nicht von Menschen, sondern von Gott.
[8:47] Wenn wir den von Gott gegebenen Auftrag ausführen wollen, wenn wir glauben, dass wir Gesandte sind von Gott, müssen wir auch die Botschaft predigen, die von Gott kommt, nicht unsere eigene Botschaft, nicht die Botschaft, die uns gut passt, die vielleicht anderen gut passt. Das einzige rettende Evangelium ist das Evangelium, das nicht von Menschen kommt. Aber Paulus geht noch weiter. Paulus sagt nicht nur, das Evangelium, das ich predige, ist nicht menschlich erfunden, er sagt sogar, ich habe es nicht einmal von Menschen gelernt. So lesen wir in Vers 12: Ich habe es auch nicht von einem Menschen empfangen noch erlernt. Frage: Ist es verwerflich, wenn man das Evangelium von einem Menschen lernt, wenn man eine Predigt geht und einem Menschen zuhört, wenn man eine Bibelstunde nimmt oder einem Hauskreis von Menschen lernt? Ist das verwerflich? Nein, aber Paulus sagt, bei mir war das so besonders. Ich habe das Evangelium nicht von den Aposteln gelernt, ich saß nicht bei Petrus in der Bibelstunde und habe fleißig mitgeschrieben. Warum sagt Paulus das? Weil er deutlich machen möchte, dass das, was er hier schreibt, direkte Offenbarung von Jesus ist. Wenn wir den Paulusbrief lesen, lesen wir nicht die Idee von Paulus. Es gibt in der modernen Theologie verschiedene Fächer, Hebräisch, Griechisch und Kirchengeschichte und dann gibt es meistens ein Fach, das nennt sich paulinische Theologie. Da sagt man nämlich, weil der Paulus so viele Briefe geschrieben hat und die sind alle so ähnlich, da hat er seine eigene Theologie. Man muss die Theologie des Paulus kennen. Ihr Lieben, das ist totaler Quatsch, denn Paulus sagt, mein Evangelium ist nicht das von mir, es ist das Evangelium von Jesus Christus.
[10:39] Und schaut mal in Vers 12, da sind drei Worte nebeneinander, die sollten eure Aufmerksamkeit kitzeln. Da steht nämlich: "durch eine Offenbarung Jesu Christi". Wo in der ganzen Bibel finden wir diese drei Worte genau in derselben Reihenfolge nochmal? Offenbarung Jesu Christi. In der Offenbarung, übrigens das griechische Wort ist auch Apokalypse. Paulus sagt, ich hatte eine Apokalypse. Das Wort Apokalypse bedeutet, wenn man einen Vorhang beiseite zieht. Paulus sagt, das Evangelium, das ich euch predige, das habe ich nicht einfach in einer Synagoge gelernt, ich saß nicht in der Sabbatschule, habe mitgeschrieben, als er Johannes gepredigt hat, sondern ich hatte eine Offenbarung Jesu Christi. Durch die Offenbarung hat er das Evangelium kennengelernt, das Evangelium, das er predigte.
[11:27] So ganz nebenbei, wozu würde dann wohl die Offenbarung Jesu Christi, wie sie im letzten Buch der Bibel steht, dienen, wenn ihr scharf nachdenkt? Wozu dient sie dann wohl? Um das Evangelium kennenzulernen, das wir predigen sollen. Wenn Paulus das zu predigende Evangelium durch die Offenbarung Jesu Christi gelernt hat, dann wird auch das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung Jesu Christi, den Sinn haben, dass wir das Evangelium, das wahre, reine, ewige Evangelium kennenlernen, das wir predigen sollen. Jedes Evangelium, das heute gepredigt wird, das nicht auf der Offenbarung Jesu Christi aufbaut, ist nicht das Evangelium. Aber übrigens, auch wenn wir nicht alle Propheten sind, auch wenn wir nicht alle behaupten können, dass wir das Evangelium durch eine Offenbarung Jesu Christi gelernt haben, wir haben nicht alle eine Vision gehabt, wie der Paulus. Ist es doch wahr, dass wir letztendlich, auch wenn wir durch Lehrer, durch Bibelarbeiter, durch Pastoren das Evangelium kennenlernen, dass wir am Ende doch das Evangelium selbst entdecken müssen, oder?
[12:30] Ist es nicht wahr? Der Augener, der schrieb diesen interessanten Satz: Wenn jemand eine Lehre mit einem berühmten Menschen begründet, kennt er die Wahrheit nicht, selbst wenn der berühmte Gelehrte Recht hat. Heißt auf Deutsch: Wenn du sagst, ich glaube das und es ist die Wahrheit, aber du sagst, ich glaube das, weil Bruder XYZ das gesagt hat, dann kennst du die Wahrheit nicht, obwohl du sie ausgesprochen hast. Mit anderen Worten, alle Gelehrte dieser Welt, alle Menschen können der Autorität Gottes kein zusätzliches Gewicht geben. Wenn du Gottes Meinung kennst, kennst du schon alles, was es zu wissen gibt. Aber Paulus, wie gesagt, fängt jetzt nicht an einen langen theologischen Diskurs zu machen. Paulus weiß, Menschen hören vielleicht geduldig zu, aber gefesselt sind sie dann, wenn man merkt, was im eigenen Leben passiert ist. So beginnt er jetzt von seinem eigenen Leben zu erzählen.
[13:30] Schaut mal in Vers 13 und 14. Theologie ist immer Biografie. Vers 13: "Denn ihr habt von meinem ehemaligen Wandel im Judentum gehört, dass ich die Gemeinde Gottes verfolgte und sie zerstörte und im Judentum viele meiner Altersgenossen in meinem Geschlecht übertraf durch übermäßigen Eifer für die Überlieferung meiner Väter." Paulus hat oft und gern über seine Vergangenheit gesprochen. Ich gebe ein paar Beispiele. Geht mal mit mir, lasst euren Finger oder so ein Band hier, wir kommen dann zum Galater gleich wieder zurück. Geht mal mit mir in die Apostelgeschichte. Immer, wenn Paulus die Gelegenheit hatte, über sein Zeugnis zu sprechen, sprach er auch über seine Vergangenheit.
[14:15] Schaut mal in Apostelgeschichte 22 und dort ab Vers 3. 22 Apostelgeschichte ab Vers 3. Paulus sagt: "Ich bin ein jüdischer Mann, geboren in Tarsus in Zilizien, aber erzogen in dieser Stadt." Welche Stadt ist gemeint? Jerusalem. Er ist also in Jerusalem, haltet es im Hinterkopf, er ist in Jerusalem aufgewachsen, erzogen zu den Füßen Gamaliels und erwiesen in der gewissenhaften Einhaltung des Gesetzes der Väter. Ich war ein Eiferer für Gott, wie ihr alles heute seid. Ich verfolgte diesen Weg bis auf den Tod, indem ich Männer und Frauen band und ins Gefängnis überlieferte, wie mir auch die Hohepriester und die ganze Ältestenschaft Zeugnis gibt. Von ihnen empfing ich sogar Briefe an die Brüder und zog nach Damaskus, um auch die, welche dort waren, gebunden nach Jerusalem zu führen, damit sie bestraft würden."
[15:12] Anderes Beispiel Apostelgeschichte 26 und dort Vers 4 und 5. Apostelgeschichte 26 Vers 4 und 5. "Mein Lebenswandel von Jugend auf, den ich von Anfang an unter meinem Volk in Jerusalem führte, ist allen Juden bekannt." Paulus war bekannt wie ein bunter Hund. Jeder kannte dieses Genie, diesen Supergelehrten, diesen Pharisäer. Vers 5: "Da sie mich von früher her kennen, wenn sie es bezeugen wollen, dass ich nach der strengsten Richtung unserer Religion gelebt habe, als ein Pharisäer."
[15:48] Paulus sagt den Galatern: Ich weiß, wer zu euch gesprochen hat. Da sind diese jüdischen Gesetzeslehrer gekommen, die euch gesagt haben, ihr müsst Pharisäer werden. Das mit dem Kreuz, das haben nur die Fanatiker, die werden verfolgt. Ihr kommt in die großen Kirchen. Paulus sagt: Ich bin dort gewesen. Ich weiß, was es ist, ein Pharisäer zu sein. Ich weiß, was es ist, nach den jüdischen Gesetzen zu leben. Ich kenne das.
[16:15] Er sagt sogar mehr. Er sagt: Von allen Pharisäern, die es gab, war ich der Oberpharisäer. Niemand kannte eine menschliche Religion besser als Paulus. Niemand hatte sich tiefer hineingetaucht in eine menschengemachte Religion als Paulus. Mit anderen Worten, will er sagen: Glaubt mir, wenn ich keinen Frieden dadurch gefunden habe, werdet ihr niemals Frieden finden. Niemand war so rigide. Niemand war so rigoros. Niemand war so konsequent. Das Problem war, seine Früchte waren trotzdem böse. Hier war ein Mensch, der Sabbat für Sabbat in den Gottesdienst ging, der jedem nicht nur das Geld, sondern jedes Lebensmittel verzehnte, der die Bibel rückwärts auswendig kannte und seine Früchte, wir haben heute von der Frucht des Geistes gesprochen, waren böse.
[17:29] Schaut mal, nur ein Beispiel in Apostelgeschichte 8. Apostelgeschichte 8, Vers 1. "Saulus aber hatte seiner Ermordung zugestimmt. Und an jenem Tag erhob sich eine große Verfolgung in die Gemeinde in Jerusalem und alle zerstreuten sich in die Gebiete von Judäa und Samaria, ausgenommen die Apostel. Vers 3: Saulus aber verwüstete die Gemeinde, drang überall in die Häuser ein, schleppte Männer und Frauen fort und brachte sie ins Gefängnis." Hier ist ein Mensch, der an Gott glauben will, der an Gott glaubt und der andere verfolgt, der das Leben von anderen zerstört, der schlecht über andere denkt, aber niemals mit dem Zehnten zu spät kam.
[18:25] Im Galater hat er gesagt: Über die Maßen, über die Maßen, über Eifer. Im Griechischen steht das im Exzess. Vielleicht sagt ihr, ich habe noch niemals andere verfolgt, oder? Gibt es jemanden hier, der sich schon mal als Inquisitor betätigt? Schon mal das Leben von anderen verwüstet? Schon mal eingedrungen in einen Bereich, in den du nicht hineindringen solltest? Haben wir nicht alle in unserem Leben etwas, das wir gerne bis zum Exzess treiben? Wann immer der Mensch unbekehrt ist, tut er irgendetwas bis zum Exzess. Manche spielen Computer bis zum Exzess, bis sie allen sozialen Rückhalt verloren haben. Manche trinken bis zum Exzess, manche stürzen sich in die Arbeit bis zum Exzess, manche werden bitter bis zum Exzess. Egal was es ist, egal was unsere Lieblingssünde ist, wir übertreffen in der Regel mit unserer Lieblingssünde alle anderen, oder? Außer Kontrolle.
[19:44] Kapitel 9, Vers 1, Apostelgeschichte 9, Vers 1. "Saulus aber, der noch Drohung und Mord schnaubte gegen die Jünger des Herrn, ging zum Hohen Priester." Und was hier steht, das sieht man nicht sofort. Welcher Richtung folgte der Saulus? Er war ein Pharisäer. Aber die Hohen Priester gehörten zu welcher Partei? Zu den Sadduzäern. Hier ist ein Mann, der ist so darauf bedacht, diese Christen zu zerquetschen, dass er etwas tut, was eigentlich unter seiner Würde ist. Er geht zu den Sadduzäern, diesen liberalen, die Bibel zum Teil ablehnenden, kompromissmachenden Römerfreunden. Zu denen geht er und sagt: Hey, ich würde gerne für euch arbeiten. Ich bin so sehr damit beschäftigt, dieses Christentum zu verfolgen, ich bin bereit, sogar mit denen zusammenzuarbeiten, mit denen ich sonst ständig diskutieren würde. Paulus geht zu einem Sadduzäer und sagt: Ich stelle den Antrag, Großinquisitor zu werden.
[20:50] Interessant, wie oft geschieht es, dass vor lauter Hass auf andere, vor lauter Selbstsucht, wir unsere eigenen Prinzipien, die wir eigentlich uns auch selbst stellen, brechen, um vielleicht mehr Ruhm zu haben oder besser dazustehen. In der Apostelgeschichte 26 fasst er dieses ganze Leben zusammen. In der Apostelgeschichte 26 und dort Vers 9 bis 11. Er sagt: "Ich habe zwar auch gemeint, ich müsste gegen den Namen Jesu des Nazareners viel Feindseliges verüben, was ich auch in Jerusalem tat und viele der Heiligen ließ ich ins Gefängnis schließen, wozu ich von den obersten Priestern die Vollmacht empfangen hatte und wenn sie getötet werden sollten, gab ich die Stimme dazu." Paulus hat nicht getötet, er war nur zufrieden, wenn getötet wurde. Manche Menschen lästern nicht, sie sind nur zufrieden, wenn über andere gelästert wird. Manche Menschen lügen nicht, sie haben nur Freude, wenn sie Lügen anschauen im Fernsehen. Passive Übertretung des Gesetzes Gottes. Vers 11: "Und in allen Synagogen wollte sie sich oft durch Strafen zur Lästerung zwingen." Wie oft geschieht es im Leben, dass wir unseren Willen durchdrücken wollen, andere Menschen manipulieren. Sie zwingen das zu tun, was wir für richtig halten. Und über die Maßen wütend gegen sie verfolgte ich sie sogar bis in die auswärtigen Städte.
[22:44] Vielleicht sagst du: Ich bin kein Saulus. Und vielleicht hast du so eine Saulus-Erfahrung in deinem Leben gemacht. Saulus war kein Heide. Saulus war kein abgefallener Samariter. Er war ein konservativer Sabbat-Heiligtum, kein Schweinefleisch-Essender, zehntenzahlender Adventist. Er wartete auf den Messias. Ein Siebenten-Tags-Adventist. Aber unter der frommen Oberfläche brodelte der Hass, brodelte die Selbstsucht. Der Pharisäer an sich war ja immer darauf bedacht, dass er gesehen wird mit seinen Gebeten, dass man das mitbekommt, was er tut. Saulus hatte eine echte Identitätskrise. Saulus war kein durchschnittlicher Jude.
[24:07] Für Saulus gilt, was im Jesaja-Brief steht. Schaut mal Jesaja 29. Jesaja 29 und dort Vers 13. "Weiter spricht der Herr: Weil sich dieses Volk mit seinem Mund mir naht und mich mit seinen Lippen ehrt, während es doch sein Herz fern von mir hält und ihre Furcht vor mir nur angelerntes Menschengebot ist." Gott hat schon immer das Problem gehabt, dass es zu viele Menschen in der Kirche gibt, die Ja und Amen sagen, aber nicht denken. Die mitsingen, mitbeten und den Dresscode am Sabbat mittun, weil sie es von Menschen gelernt haben und es nichts weiter als angelerntes Menschengebot ist. Drinnen im Herzen tobt vielleicht gerade der Schnaubmann Wut und Mord und Drohung.
[25:16] Saulus war der perfekte Mensch, wenn es darum geht, menschengemachte Religion einzuhalten. Aber im Nachhinein wusste er, es war vollkommen gegen den Baum gegangen. Schaut mal 1. Korinther 15, was er sagt. 1. Korinther 15, Vers 9: "Er sagt, ich bin der geringste von den Aposteln, der ich nicht wert bin, ein Apostel zu heißen, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe." Er war so schlimm gewesen, dass ihm bewusst war, er hat keine Gnade verdient und das, obwohl er so viel richtig gemacht hatte.
[26:06] Gleicher Paulus, schaut mal in Philipper, Philipper 3, Vers 4 bis 6. Interessant, was er sagt. Philipper 3, Vers 4 bis 6: "Denn wir sind die Beschneidung, die wir Gott, dem Geist dienen und uns in Christus, Jesus rühmen und uns auf Fleisch nicht vertrauen. Vers 4: Obwohl auch ich mein Vertrauen auf Fleisch schätzen könnte, wenn ein anderer meint, er könne auf Fleisch vertrauen, ich viel mehr. Beschnitten am 8. Tag, aus dem Geschlecht Israel, vom Stamm Benjamin, ein Hebräer von Hebräern, ein Hinblick auf das Gesetz, ein Pharisäer." Er war nicht am 7. Tag beschnitten, nicht am 9. Tag beschnitten, sondern wann sagt das Gesetz, wann ist ein richtiger Jude beschnitten? Am 8. Tag. Ein Benjaminiter, nicht einer aus Manasse oder Ephraim, von denen, die zum Nordreich gehörten, die ja eigentlich schon abgefallen waren, nein, aus Benjamin, aus einem der zwei Stämme, die noch offiziell Volk Gottes waren. Ein Hebräer von Hebräern, da war kein griechisches Blut, kein kleinasiatisches Blut in seinen Venen und Adern. Ein Hebräer von Hebräern und dann noch, in Bezug auf die Religion, der treueste von den Treuen, ein Pharisäer. Keiner draußen in der Welt. Im Hinblick auf den Eifer, ein Verfolger der Gemeinde, nicht einer, der nur sagt: Oh, ich finde das nicht gut, dass es da wieder so eine Irrlehre gibt, sondern jemand, der sich eingesetzt hat, der sein Geld und seine Zeit und seine Energie eingesetzt hat, um den wahren Glauben zu verteidigen. Einer, auf den die anderen geschaut haben und gesagt haben: Das ist jemand, auf den wir hoffen können. Ein rechter, guter Jude.
[27:54] Übrigens, Martin Luther konnte sich damit sehr genau identifizieren. Martin Luther hat mal gesagt: Wenn irgendwann ein Mensch durch mönchische Werke gerettet werden könnte, dann Martin Luther. Niemand hat so sehr das Mönchtum gelebt wie Luther. Und er hat sich immer gewundert, warum er schlechte Gedanken hat. Er hat sich immer gewundert. Von Martin Luther wird berichtet, dass er zur Beichte gegangen ist und gebeichtet hat. Er hat am liebsten immer alles gebeichtet, nicht wie wir, die das Schlimmste zurückhalten. Wenn sowieso alles klar ist, dann vielleicht zugeben, was wir falsch gemacht haben, aber das Geheime zurückhalten. Und wenn wir was offen geben, dann nur so viel, wie transparent ist, den Rest behalten wir zurück. Nein, Luther ging hin und hat alles gebeichtet, sein ganzes Leben. Manchmal musste der Beichtvater sagen: Hör auf, zu viel. Und dann hat er sich alles von der Seele geredet, hat stundenlang gebeichtet und dann fiel ihm auf dem Weg ein, vor zehn Jahren habe ich das gemacht, ich habe es vergessen, rannte zurück, hat wieder angefangen, hat gebeichtet und dann ging er. Und auf dem Weg fühlte er, dass er jetzt keine Sünden hat. Er fühlte sich stolz und dann merkte er, das ist eine Sünde und er rannte zurück. Das ist kein Scherz, er berichtet das. Es war ein Zwang und er konnte mit dem inneren Dämon, diesem Bösen in sich selbst, er konnte damit nicht fertig werden. Er hoffte immer, dass es später mal besser wird. Er hatte eine Identitätskrise. Paulus hatte eine Identitätskrise.
[29:40] Wisst ihr eigentlich, was die Traditionen waren, für die er so eifrig war? Was war die Tradition der Pharisäer, für die man so eifrig sein konnte? Ich gebe euch mal ein Beispiel, ihr werdet staunen. Markus 7, Vers 3 und 4. Die Traditionen der Pharisäer, die so wichtig sind, dass man alle, die sie nicht halten, ins Gefängnis stecken muss. Dass man ausrasten könnte, wenn jemand sie übertritt. Markus 7, Vers 3 und 4: "Denn die Pharisäer und alle Juden essen nicht, wenn sie nicht zuvor gründlich die Hände gewaschen haben, weil sie die Überlieferung der Alten halten. Und wenn sie vom Markt kommen, essen sie nicht, ohne sich gewaschen zu haben. Und noch vieles andere haben sie zu halten, angenommen, nämlich Waschung von Bechern und Krügen und Ehren im Geschirr und Polstern." Deswegen so ein Aufstand? Naja, vielleicht sollte man zugeben, dass es heute auch manchmal noch Menschen gibt, die deswegen ziemlich aus der Haut fahren können. Das kennt man als Kind, wenn man mit ungewaschenen Händen essen möchte. Da gibt es noch heute Eltern, die dann einen wahren Kreuzzug führen können. Hat ja auch sein Gutes. Aber das waren Alltagsdinge, die für den Paulus so wichtig waren, dass die Nicht-Einhaltung ihn fast zur Weißglut gebracht hat. Er hat Menschen umbringen lassen deswegen.
[31:02] Jetzt werdet ihr sagen: Zum Glück, diese Probleme habe ich nicht. Solche Traditionen kennen wir nicht mehr. Schaut mal Kolosser. Kolosser 2 und dort Vers 8. Kolosser 2 und dort Vers 8. "Habt Acht, dass euch niemand beraubt durch die Philosophie und leeren Betrug gemäß der Überlieferung der Menschen, gemäß den Grundsätzen der Welt und nicht Christusgemäß." Es gibt nicht nur jüdische Traditionen, es gibt in jeder Kultur, gibt es Traditionen, die so stark sind, dass sie uns gefangen halten können. Manchmal kämpfen wir für Dinge einfach nur, weil wir das so gewohnt sind. Und wir sind ärgerlich auf andere, weil sie es nicht so sehen wie wir. Und dahinter zeigt sich ein unbekehrtes Herz.
[32:06] Wenn ich ärgerlich bin auf andere und Mord und Verwüstung schnaube, dann zeigt sich dadurch ein unbekehrtes Herz. Paulus hatte eine Identitätskrise. Er war der frommste der Frommen und war trotzdem verloren. Die Galater hatten eine Identitätskrise. Sie nannten sich Christen, aber hatten gerade sich angeschickt, das Kreuz abzulehnen. Das ist eine Identitätskrise, oder? Das brauchte eine Reformation. Im Mittelalter hatte die Kirche eine Identitätskrise. Sie nannten sich die Kirche Christi und verfolgten die wahren Christen. Paulus dachte, er hat alles, was er braucht, und wusste nicht, wie arm, elend und erbärmlich er war. Die Galater dachten, sie haben alles, was sie brauchen und wussten nicht, wie arm, elend und erbärmlich sie waren. Die Kirche zur Zeit von Luther glaubte, dass sie alles hat und wusste nicht, wie erbärmlich und arm und elend sie waren. Und was sagt Jesus unserer Gemeinde? "Du denkst, du bist reich und weißt nicht, dass du arm, elend und erbärmlich bist." Eine Identitätskrise.
[33:40] Und Paulus, weil er das sieht, weil er das aus seinem eigenen Leben kennt, fängt nicht an, jetzt hohe Theologie zu machen. Er sagt: Schaut mal, ich weiß genau, ich kann mit euch mitfühlen. Ich war da auch. Ich war sogar schlimmer als ihr. Aber ich habe eine Reformation erlebt. Diese Reformation wünsche ich euch auch. Denn die gute Nachricht ist: Im Galater, jetzt gehen wir zurück, Galater 1 endet nicht in Vers 14. Dort heißt es in Vers 15: "Als es aber Gott, der mich vom Mutterleib an ausgesondert und durch seine Gnade berufen hat, wohlgefiel." Trotz all dem, was Paulus gemacht hatte, gab es ein Aber. Gott hatte das letzte Wort. Er hat ihn berufen aus Gnade. Ihr kennt die Geschichte auf dem Weg nach Damaskus.
[34:39] Aber die Frage ist, warum hat Gott den Paulus gerufen? Schaut mal mit mir, lasst den Finger drinnen in 5. Mose, Kapitel 7 und dort ab Vers 7. Der Paulus lernte auf dem Weg nach Damaskus etwas, was wir so schwer lernen. Vers 7: "Nicht deshalb, weil ihr zahlreicher wärt als alle Völker, hat der Herr sein Herz euch zugewandt und euch erwählt. Denn ihr seid das geringste unter allen Völkern. Sondern weil der Herr euch liebte und weil er den Eid halten wollte, den er euren Vätern geschworen hatte." Paulus, es ist vollkommen egal, was du getan hast. Ich berufe dich, weil ich dich liebe. Israel, ich berufe euch nicht, weil ihr so viele seid.
[35:47] Ich berufe euch nicht, weil eure Gemeinde aus allen Nähten platzt und sich denkt: Oh wow, mit denen kann ich arbeiten. Das ist nicht der Grund. Nicht, weil wir so klug sind, nicht, weil wir so viel wissen, nicht, weil wir ein paar Bibelfersen auswendig gelernt haben oder weil wir drei Engelsbotschaften verstehen. Deswegen ruft Gott uns nicht. Er ruft uns aus einem ganz anderen Grund, mit dem wir gar nichts zu tun haben, nämlich er liebt uns. Er beruft den Paulus trotz seinem Leben, so wie es ihm wohlgefiel.
[36:22] Und jetzt achtet genau, was war denn Gottes Wille für Paulus? Schaut mit mir in 1. Korinther 1, Vers 1. Was war Gottes Wille für den Paulus? Jetzt kommen wir zum eigentlichen Kern der ganzen Sache. 1. Korinther 1, Vers 1: "Paulus, berufener Apostel Jesu Christi durch Gottes Willen." Was war Gottes Wille für das Leben von Paulus? Ein Apostel. Gott wollte, dass Paulus ein Apostel ist.
[37:00] Frage: Seit wann? Seit wann war Gott in den Sinn gekommen: Oh, hier läuft dieser Pharisäer rum, der ist ein bisschen zu brutal, vielleicht sollte ich den auf meine Seite ziehen. Wie schaffe ich das? War das Gottes Idee? Seit wann hatte Gott den Willen, dass Paulus ein Apostel wird? Was hat Galater gesagt? Seit seinem Mutterleib. Ihr Lieben, es war nicht so, dass der Paulus ein Leben A gelebt hat, das voller Verwüstung und Katastrophen und Bosheit war und Gott sagte: Okay, bekehr dich, komm jetzt zu Variante B. Nein, Variante A war von immer schon: Sei ein Apostel. Denkt mal kurz darüber nach. Paulus wurde nicht zu einem neuen Leben bekehrt, er wurde zu dem eigentlich alten Leben reformiert.
[38:03] Paulus hatte eigentlich von Gottes Idee her einen ganz festen Plan für Paulus. Was war der Plan von Gott für Paulus? Jetzt hört gut zu. Gott wollte, dass Paulus zum Hohen Priester geht, um Briefe zu bekommen, damit er ins Ausland geht, um Menschen nach Jerusalem zu bringen. Was hat der Städtlist gemacht? Er ist zum Hohen Priester gegangen, hat Briefe bekommen, ist ins Ausland gegangen, um Menschen nach Jerusalem zu bringen. Paulus ging zum Hohen Priester, um Briefe zu bekommen, um ins Ausland zu gehen, um Menschen nach Jerusalem zu bringen. Dabei war es Gottes Plan gewesen, dass er zum Hohen Priester geht, Jesus, um Briefe zu bekommen, den Römer, den Korinther, den Galater, den Epheser, um ins Ausland zu gehen, um Menschen nach Jerusalem zu bringen. Der Satan hatte Gottes Plan für sein Leben knapp an der Wahrheit vorbei gefälscht.
[39:21] Liebe Freund, liebe Freundin, kennst du den Plan Gottes für dein Leben oder rennst du wie Paulus knapp dran vorbei und völlig in die Irre? Gott hatte einen Plan für Paulus. Mir lieben, die gute Nachricht heute ist, Gott hat einen Plan für jeden. Ob ihr es glaubt oder nicht, Gott hatte einen Plan für Adolf Hitler. Gott hatte einen perfekten Plan für das Leben von Adolf Hitler. Was wäre passiert, wenn er nur eine Hälfte davon umgesetzt hätte? Gott hatte einen Plan für das Leben von Alexander dem Großen. Gott hatte einen Plan für die ganze erste Generation, die aus Ägypten ausgezogen ist. Wie oft kommt es vor, dass der Plan Gottes nie umgesetzt wird? Wenn wir einmal im Himmel sein werden, werden wir nicht nur sehen, was Adolf Hitler alles getan hat, wir werden sehen, was Gottes Plan für sein Leben gewesen wäre. Denn Gott gibt Gaben und er gab auch Adolf Hitler Gaben. Mit seiner Gabe, Menschen zu begeistern, hätte er das Evangelium predigen können, hätte Menschen zu Christus führen können. Mit Sicherheit war das Gottes Plan für sein Leben. Diese Details kenne ich nicht, aber er tat es nicht.
[40:50] Kann es sein, dass du heute an diesem Tag realisierst, dass du Gaben, die Gott dir gegeben hat, falsch einsetzt, missbrauchst? Gott hatte dem Paulus Gaben gegeben, Gründlichkeit zum Beispiel, damit er den Römerbrief wirklich gründlich schreibt. Aber diese Gründlichkeit setzt er ein, um wirklich jedes Haus zu erwischen, damit kein Christ ihm durch die Lappen geht. Selbe Gabe, falsches Ziel. Paulus hatte die Gabe der Standhaftigkeit. Selbst wenn andere wankelmütig wurden, stand er treu zur Wahrheit. Aber diese Gabe setzt er ein, um extremer gegen die Wahl zu kämpfen als alle anderen. Kann es sein, dass in deinem Leben du Gaben, die Gott dir geschenkt hast, anders benutzt als Gott sie gegeben hat?
[41:59] Es gibt einen Menschen, der sein ganzes Leben lang den Willen Gottes umgesetzt hat. Kennt ihr den? Jesus Christus. Und war sein Leben jetzt eher eine Bürde für die Menschheit oder eher ein Segen? Die ganze Weltgeschichte ist eingeteilt in eine Zeit vor ihm und nach ihm. Was würde passieren, wenn mehr Menschen wie Paulus schlussendlich sagen: Ich will einfach mal Gottes Willen tun. Kennst du den spezifischen Willen für Gottes, für dein Leben oder lebst du einfach so wie der Paulus am Anfang, so vor dich hin und denkst: Naja, wenn ich am Sabbat in die Gemeinde gehe, wenn ich meinen Zehnten zahle, wenn ich kein Schweinefleisch esse, dann wird es schon passen. Ich bin ja immerhin in der bibltreuesten Gemeinde, die es gibt. Kennst du, weißt du, was dein Plan ist, den Gott für dich hat oder lebst du mal drauf zu?
[43:01] Paulus, so sagt die Bibel, war für Gott ein auserwähltes Werkzeug. Schaut mal in Apostelgeschichte 9, Vers 15. Apostelgeschichte 9, Vers 15: "Aber der Herr sprach zu ihm: Geh hin, denn dieser ist mir ein auserwähltes Werkzeug, um meinen Namen vor Heiden und Könige und vor die Kinder Israels zu tragen." Als Gott vor Ewigkeiten sich die Frage stellte, wen kann ich vor Nero stellen? Wer wird diesem Monster die Stirn bieten und wer kann diesem Monster vielleicht das Evangelium deutlich machen? Da wählt er nicht Petrus, da wählt er nicht Johannes, da wählt er den Großinquisitor, der die Gemeinde verwüstete. Nicht, weil er das tat, sondern obwohl er das tat.
[44:13] Vielleicht hat Gott für dich eine Aufgabe, die so viel größer ist, als du dir das vorstellen kannst. Aber du sagst vielleicht: Das kann ich nicht, weil schau dir meine Vergangenheit an. Und genau das ist der Punkt. Gott beruft dich nicht, weil du etwas getan hast, sondern obwohl du es getan hast. Er beruft den Paulus nicht, weil der so wütend ist, sondern obwohl er so wütend war. Paulus war durch Gnade berufen.
[44:47] Schaut mal in 1. Timotheus 1. Die größte Reformation, die man erleben kann, ist nicht die Reformation der Theologie. Die größte Reformation, die man erleben kann, ist nicht die Reformation des Lebensstils. Die größte Reformation, die man erleben kann, ist, wenn man entdeckt, was Gottes ursprünglicher Plan für mein Leben war und dem folgt. Wenn ich endlich weiß, wer ich bin, warum ich da bin und wozu ich all die Gaben und Talente habe, wenn ich das herausgefunden habe, wenn ich das weiß, wenn mir Gott das gezeigt hat, dann folgt jede andere Reformation. Dann ändert sich der Paulus, der Charakter, beim Paulus ändert sich die Theologie, beim Paulus ändert sich der Lebensstil. Alles ändert sich, als er weiß, wer er ist.
[45:35] 1. Timotheus 1 und dort Vers 12. 1. Timotheus 1 und dort Vers 12. "Und darum danke ich dem, der mir Kraft verliehen hat, Christus Jesus, unserem Herrn." Schaut mal, was er sagt, dass er mich treu erachtet und in den Dienst gesetzt hat. Hättet ihr den Inquisitor Saulus in den Dienst gesetzt, wenn ihr dieses Vereinigungsbüro in Jerusalem gewesen wärt und nach einem Missionar für die Römer gesucht hättet, hättet ihr den Verfolger der Gemeinde ausgewählt, ihn als treu erachtet? Gott sieht Dinge in deinem Leben, die du nicht sehen kannst, weil sie noch gar nicht da sind, weil nur er sie schaffen kann.
[46:28] Vers 13: "Der ich zuvor ein Lästerer und Verfolger und Frevler war, aber mir ist Erbarmung widerfahren, weil ich es unwissend dem Unglauben getan habe. Und die Gnade unseres Herrn wurde über alle Maßen groß, samt dem Glauben und der Liebe, die in Christus Jesus ist. Glaubwürdig ist das Wort und aller Annahme wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, um Sünde zu erretten, von denen ich der Größte bin." Paulus wusste, seine Geschichte würde viele inspirieren. Paulus wusste, dass er eine echte Reformation erlebt hatte.
[47:10] Übrigens, das bedeutete nicht, dass sein Beruf sich geändert hat. Er war vorher ein Zeltmacher, er war hinterher ein Zeltmacher. Manchmal denken wir, wenn Gott mich beruft, dann muss ich meinen Beruf aufgeben und dann muss ich dann Vollzeitmissionar werden. Nein, bei Paulus ging es um etwas ganz anderes. Es ging nicht darum, wer ihm das Essen bezahlt. Er war ein Zeltmacher vorher, er war ein Zeltmacher nachher. Er ging vorher am Sabbat in den Gottesdienst, er ging danach am Sabbat in den Gottesdienst. Er hat vorher Zehnten gezahlt, er hat danach Zehnten gezahlt. Er hat vorher kein Schweinefleisch gegessen, er hat danach kein Schweinefleisch gegessen. Und trotzdem war sein Leben komplett anders, weil er wusste, wer er war, weil er wusste, wozu seine Gaben und Fähigkeiten da sind. Und plötzlich hat er nicht mehr Wut und Zerstörung geschnaubt, sondern er hat sich steinigen lassen und seine Feinde geliebt.
[48:06] Wenn du deine Identität in Christus gefunden hast, wenn du weißt, was Gottes spezifischer Plan für dein Leben ist, dann ändert sich deine Einstellung nicht nur zu Gott, sondern zu allen Menschen. Und das ist das Erkennungsmerkmal wahrer Reformation und wahrer Bekehrung.
[48:27] Schaut zurück in Galater. In Galater 1 und dort Vers 15 und 16. Wir haben ja gelesen, wie hat der Paulus das Evangelium kennengelernt? Durch eine Offenbarung. Aber die Offenbarung war nicht nur: Ich ziehe den Vorhang beiseite, damit ich sehe, was passiert. Nein, die Offenbarung bedeutet auch, dass Jesus in meinem Leben offenbart werden soll. Mit anderen Worten, Gott zieht den Vorhang weg, damit ich sehe, das ist mein Platz im Leben. Und wenn ich das verstehe, dann bin ich selbst ein vorgezogener Vorhang, damit andere in meinem Leben sehen, was ihr Platz im Leben ist, wozu Gott sie berufen hat, was Gottes Plan für ihr Leben ist. Christus in uns, die Hoffnung der Herrlichkeit. Und jetzt hat sich im Leben von Paulus alles geändert. Das war die Reformation.
[49:49] Zurück zu dem Original. Ihr Lieben, ob ihr es glaubt oder nicht, im Himmel ist von jedem Einzelnen von euch ein Originalplan A, wie euer Leben am besten gelingen könnte, wie es den größten Segen hätte, wozu Gott euch alle Gaben und Fähigkeiten gegeben hat. Und wenn wir uns nicht auf die Suche machen, diesen Plan A zu suchen, sind wir selber schuld. Wenn wir einfach unser Leben so vor uns her leben und denken: Naja, wird schon irgendwie, dann berauben wir uns und der Umwelt den größten Segen. Die wahre Reformation der Gemeinde basiert nicht auf einer Änderung von Glaubenspunkten, auf einer Änderung des Lebensstils. Die wahre Reformation fängt dann an, wenn du weißt, was Gottes Plan ursprünglich für mich war.
[50:47] Und als Paulus das verstanden hat, hat er keinen Bedarf mehr an menschlichen Ratgebern. Schaut mal in Vers 16: "Seinen Sohn mir zu offenbaren, damit ich durch ihn das Evangelium unter den Heiden verkündigte, ging ich sogleich nicht mit Fleisch und Blut zu Rate." Das kennen wir nicht. Wenn man etwas Neues verstanden hat und etwas tun will, er wollte Missionar werden jetzt, hat er erstmal einen Arbeitskreis gegründet, oder? Erstmal Menschen zusammenbringen und beraten. Nein, Paulus sagt: Ich habe mich nicht mit Menschen beraten. Ich bin nicht mit Fleisch und Blut zu Rate gegangen. Als er Jesus getroffen hatte, wusste er, was zu tun ist. Er wusste, wozu Gott ihn persönlich mit seinen Gaben und Fähigkeiten besonders vorgebracht hatte. Er wollte sich jetzt nicht wieder von Menschen schlaumachen lassen.
[51:23] Aber hier ist ein wichtiger Punkt. Paulus predigt hier nicht die Starköpfigkeit. Wisst ihr, was das auch bedeutet, wenn man sich nicht mit Fleisch und Blut zu Rate begibt? Es bedeutet auch, dass man nicht auf sich selbst hört. Denn solange wir aus Fleisch und Blut sind, bedeutet der Vers, dass man nicht auf sich selbst hört. Ich zitiere euch etwas Interessantes. Der Wagner hat etwas Interessantes gesagt, das fand ich so gut: Ein Papst ist jemand, der den Platz des Ratschlags einnimmt, der nur Gott allein wird. Der Mann, der sich selbst zu einem Papst macht, indem er seinem eigenen Ratschlag folgt, ist genauso schlimm wie jemand, der anderen diktiert. Mit anderen Worten, du kannst gegen den Papst sein und selbst ein Papst sein. Wenn du immer auf deine eigene Meinung hörst, bist du auch ein Papst. Denn der Papst macht nichts anderes. Es gibt zu viele Christen, die gegen den Papst sind und selbst ein Papst sind. Das ist kein Scherz. Er sagt sogar weiter: Es wäre besser, dem Papst in Rom zu folgen, wenn überhaupt, weil der hat mehr Erfahrung im Papsttum als wir selbst. Zu viele Menschen sind gegen den Papst, aber agieren selbst wie ein Papst. Sie folgen ihrem eigenen Willen mit Fleisch und Blut. Es ist vollkommen egal, ob ich andere Menschen über Gott stelle oder mich selbst über Gott. Es macht auch gar keinen Unterschied.
[52:42] Aber Paulus fing jetzt an, nicht mehr sich selbst zu Rate zu ziehen, nicht mehr seinem eigenen Willen zu folgen, weil ich das will, weil ich so ein berühmter Pharisäer sein will, weil ich im Sanhedrin angesehen werde. Nein, er folgte jetzt Jesus und zwar genau das, was Jesus für sein Leben mit seinen Gaben und Fähigkeiten besonders vorgebracht hatte.
[53:02] Und so geht er, Vers 17: "Zog ich auch nicht nach Jerusalem hinauf zu denen, die vor mir Apostel waren, sondern ging weg nach Arabien und kehrte wieder nach Damaskus zurück." Vers 18: "Darauf nach drei Jahren ging ich nach Jerusalem, um Petrus kennenzulernen." Wusstet ihr, dass Paulus drei Jahre lang Christ war und weder Petrus noch irgendein Apostel getroffen hat? Wenn man das in der Apostelgeschichte liest, da liest man, er bekehrt sich, geht nach Damaskus, kommt nach Damaskus, da werden ihm die Augen geöffnet, er fängt an zu predigen, dann wird aus dem Fenster gelassen, aus der Mauer und dann geht er nach Jerusalem. Aber der Galaterbrief sagt, da sind drei Jahre dazwischen. Paulus wollte erst Jesus kennenlernen und dann Petrus.
[53:37] Vielleicht brauchen auch wir so eine Zeit in Arabien. Ellenweitz sagt, er hat dort die Zeit genutzt, gründlich Buße zu tun. Wie, er war doch schon bekehrt, oder? Hat doch schon sich entschuldigt, oder? Nein, er wollte sich die Zeit nehmen. Eine echte gründliche Reformation geschieht nicht von heute auf morgen. Und egal, ob man jetzt drei Jahre nimmt oder wie auch immer. Wisst ihr, dass alle großen Reformatoren eine Zeit der Einsamkeit gehabt haben? Johannes der Täufer, Mose, William Miller. Ihr könnt die ganze Reihe durchnehmen. Er nahm sich Zeit in der Einsamkeit der arabischen Wüste. Und Ellenweitz sagt, das ist interessant, weil er ja die ganze Bibel auswendig kannte als Pharisäer. Werbeblock heute Nachmittag lernen, wie das geht. Weil er die ganze Bibel auswendig kannte, konnte er selbst, obwohl er nicht alle Buchrollen mitgeschleppt hatte nach Arabien, dort im arabischen Sand sitzen und 5. Mose und 4. Mose und die Psalmen vergleichen. Und Jesus sprach zu ihm und er verstand das Evangelium.
[54:50] Wenn du wissen willst, wie genau Gott dich ausbilden möchte, was dein Platz ist, egal ob du Zeltmacher bist oder Handwerker oder zu Hause oder auf Arbeit oder Universität, wo auch immer du bist, nimm dir Zeit in Arabien, um Gottes Willen kennenzulernen. Und dann in Vers 18 heißt es: "Darauf nach drei Jahren zog ich nach Jerusalem hinauf, um Petrus kennenzulernen und blieb 15 Tage bei ihm. Ich sah aber keinen anderen Apostel, nur Jakobus, den Bruder des Herrn." Wisst ihr, was ihm passiert ist? Wir haben nicht die Zeit, das anzuschauen, weil die Zeit gleich um ist. Wisst ihr, was dem Paulus passiert ist? Der kommt nach Jerusalem, der ist jetzt drei Jahre bekehrt, kennt wahrscheinlich die Bibel besser als Petrus und Johannes, alle zusammen. Kommt da zur Gemeinde und wisst ihr, was die Bibel sagt in der Apostelgeschichte? Sie fürchteten sich. Bestimmt ein Proto-Jesuit, der sich in die Gemeinde einschleichen will. Keiner wollte was mit ihm zu tun haben. Für die meisten von uns wäre das wahrscheinlich ein Grund genug, wieder die Gemeinde zu verlassen. Aber weil Paulus eine echte Reformation erlebt hatte, weil er wusste, wer er war in Christus, hat ihn nicht einmal das kühle, ablehnende Desinteresse der Geschwister gejuckt. Das hat ihn gar nicht abgestoßen.
[56:16] Wisst ihr, wer ihn am Ende in die Gemeinde aufgenommen hat? Da gab es eine Person. Jemand, der ihn schon von früher kannte. Sein Name war Barnabas. Die waren schon befreundet, lange vor der Steinigung von Stephanus. Und der Barnabas kommt dann und sagt: Hey, ich kenne ihn von früher, ich vertraue dir. Und er stellt ihm dann den Petrus vor, dem Jakobus. Es kann sein, dass wir echte Reformation erleben und in der Gemeinde auf Ablehnung stoßen. Aber wenn wir wirklich wissen, wer wir sind, wenn wir wirklich Gottes Plan für unser Leben kennen, wird uns das nicht mehr davon abhalten, zu Gott zu gehören. Weil wir auf einem festen Fundament stehen, weil wir dann nicht mehr von Menschen abhängig sind, weil es dann nicht mehr das menschliche Evangelium ist, weil es nicht mehr von Menschen angelerntes Menschengebot ist. Könnte es sein, dass wenn wir uns von Menschen irritieren lassen in der Gemeinde, dass das im Grunde genommen eine Indikation ist, dass unser Glaube zu sehr auf Menschen basiert? Und dass wir eine echte Reformation brauchen. Nicht eine Reformation der Theologie, nicht eine Reformation des Lebensstils, das kommt alles, sondern eine Reformation der Identität. Wer bin ich? Wozu hat Gott mich berufen? Was ist mein spezifischer Platz im Leben? Ich will nicht länger so vor mich hin leben, dass es irgendwie funktioniert. Ich will wissen, was hat Gott vor mit mir?
[57:48] Dann heißt es in Vers 21: "Darauf kam ich in die Gegenden von Syrien und Zilizien. Ich war aber den Gemeinden von Judäa, die in Christus sind, von Angesicht unbekannt. Sie hatten nur gehört: Der, welcher uns jetzt einst verfolgte, verkündigt jetzt als Evangelium den Glauben, den er einst zerstörte. Und sie priesen Gott um meinetwillen." Übrigens noch eine kurze Geschichte. Bevor der Paulus wieder nach Tarsus zurückzieht, als er in Jerusalem ist, diese 15 Tage, da sieht er all seine ehemaligen Freunde, all die ehemaligen Pharisäer, den ganzen Sanhedrin und er denkt sich: Meine Güte, jetzt ist meine Gelegenheit, jetzt kann ich ihnen erzählen, was ich erlebt habe, oder? Hätte er nicht auch diese Gelegenheit wahrnehmen wollen? Und er geht in den Tempel und er möchte predigen, er möchte seinen ehemaligen Freunden erzählen, was er erlebt hat, er möchte in Jerusalem ein Zeuge für Gott sein. Und dann sagt Gott zu ihm in einer Vision im Tempel: Geh ins Ausland. Und er ist noch frisch im Glauben, er ist drei Jahre und er sagt: Gott, pass auf, vielleicht weißt du nicht, ich kenne die gut hier, das sind meine ehemaligen Freunde, wenn ich ihnen was sage, dann werden sie bestimmt hören. Und Gott sagt in einer zweiten Vision: Geh. Wenn ich dich zum Auslandsmissionar berufe, machst du keine Heimatmission, sondern Auslandsmission.
[59:15] Wie oft geschieht es, dass Gott uns einen spezifischen Auftrag gibt und wir was ähnliches machen. Nicht genau das, wozu Gott uns gerufen hat. Gott hat mich dazu gerufen, ins Ausland zu gehen, aber naja, ich mache zumindest Missionen im Inland. Als Beispiel. Und Paulus sagt: Geh, ich habe genügend Leute für Jerusalem, ich brauche dich woanders. Wie oft machen wir Dinge, von denen wir meinen: Naja, ich könnte hier gebraucht werden, aber wir haben eigentlich keine Ahnung, ob Gott das von uns will oder nicht. Was du tust, was du sagst, auf Arbeit oder in der Freizeit, in der Gemeinde oder auch wo, weißt du, dass du für diese Aufgabe von Gott geschaffen worden bist. Das ist die Frage der Reformation.
[1:00:03] Als Luther das erkannte, dass er nicht berufen war als ein Mönch, sondern als ein Verkündiger des Evangeliums, änderte sich alles. Als Paulus erkannte, dass er nicht als Zeltmacher Christen verfolgen soll, sondern als Zeltmacher Christen gewinnen soll, änderte sich alles. Ich glaube, Paulus hat öfter, später bereut, dass er so lange sein eigenes Leben gelebt hat. Wisst ihr noch, in welcher Stadt er groß geworden ist? Wann hat er sich bekehrt, in welchem Jahr? Im Jahr 34, als Stephanus getötet worden ist. Wenn er dort groß geworden ist, wisst ihr, dass er dann in derselben Stadt war, in der Jesus auch war? Jesus war mehrmals in Jerusalem. Paulus hat nie was davon mitbekommen, hat nichts geistlich davon mitbekommen. Wahrscheinlich hat er sich oft geärgert, dass er Jesus nie persönlich getroffen hat.
[1:00:59] Wer kann eigentlich genau sagen, wie viel wir schon verpasst haben in unserem Leben, weil wir nicht Gottes Willen kannten? Kennt ihr noch dieses Lied aus dem WLG? "Wer kann sagen und ermessen, wie viel Heil verloren geht, wenn wir nicht zu ihm wenden und ihn suchen im Gebet?" Was hätte alles schon in unserem Leben geschehen können, wenn wir uns mehr auf die Suche gemacht hätten nach Gottes Willen für unserem Leben?
[1:01:33] Zum Ende ein letzter Vers. Wir haben ihn schon einmal gelesen, aber jetzt kommt der zweite dazu. 1. Korinther 15. Und dort Vers 9. 1. Korinther 15, Vers 9: "Denn ich bin der geringste von den Aposteln, der ich nicht wert bin, ein Apostel zu heißen, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und seine Gnade, die er an mir erwiesen hat, ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe mehr gearbeitet als sie alle, jedoch nicht ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir ist."
[1:02:26] Wer von euch kann heute sagen: Ich bin es nicht wert, ein Gesandter für Jesus zu sein? Ich bin es nicht wert, Glied dieser Gemeinde zu sein, aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Nicht durch meinen eigenen Verstand habe ich herausgefunden, wo ich bin, aber durch Gottes Gnade weiß ich, wer ich bin, wozu Gott mich berufen hat, welche Gaben er mir gegeben hat, welchen Auftrag er für mein persönliches Leben hat. Und ich möchte für ihn arbeiten, wohin er mich hinstellt, durch die Gnade, die er mir gibt. Wir wollen jetzt gemeinsam ein Lied singen und in diesem Lied heißt es in der 327: "Einst irrte ich weit weg von Gott, heute kehre ich heim. Dann steht er auch: Vergeudet habe ich manches Jahr, heute kehre ich heim."
[1:03:28] Und wenn wir gleich singen, ihr Lieben, und aufstehen, möchte ich jeden einladen, der ehrlich sagen kann: Ich weiß bisher nicht, was Gottes spezifischer Plan in meinem Leben ist. Ich habe den Eindruck, ich habe wie Paulus eigentlich viel vergeudet. Den würde ich einladen, während wir singen, nach vorne zu kommen für ein spezielles Weihgebet. Ich glaube, wir brauchen genau diese Art von Reformation. Lasst uns aufstehen.
[1:09:04] nicht um unsere Taten zu ändern, nicht einmal um unsere Worte zu ändern, vielleicht nicht mal um unsere Gedanken zu ändern, sondern um unsere Identität von dir geändert zu bekommen. Dass wir Wissen von dir erfahren, der du uns gemacht hast und geschaffen hast, der du uns liebst, egal was wir tun, dass wir erkennen, was unser spezifischer Platz im Leben ist.
[1:09:27] Herr, das ist keine Sache nur für Jugendliche. Manchmal denken wir, dass man ja mit 18, 19 diese Entscheidung treffen muss und dann, wenn wir vielleicht älter sind, dann glauben wir, es ist zu spät, darüber nachzudenken, aber es ist nie zu spät. Du hast den Mose mit 80 berufen und dann hat er gesehen, wozu sein ganzes Leben eigentlich da war. So möchte ich dich bitten für jeden Einzelnen, der jetzt nach vorne gekommen ist und auch für jeden, der sich vielleicht nicht getraut hat, offenbare du mit derselben Klarheit, wie damals auf dem Weg nach Damaskus, wenn vielleicht keine hörbare Stimme da sein wird, aber offenbare mit derselben Klarheit für jeden Einzelnen, was dein Wille für ihr Leben ist, dass sie tiefsten Frieden haben können, Angriffe und auch Ablehnung ganz anders ertragen können, weil sie dann mit Überzeugung sagen können, dass sie das tun, wozu du sie berufen hast durch Gnade, wozu du sie ausgerüstet hast und wir danken dir, dass diese eigentliche Reformation zu einer Reformation auf allen anderen Bereichen führen wird. Wir danken dir für das Beispiel von Paulus, für seine Offenheit, die er in seinen Briefen zeigt, dass wir davon lernen können. Wir möchten dich bitten, dass du uns zeigst, wie wir dir dienen können, wozu du uns bestimmte Gaben und Fähigkeiten gegeben hast, dass wir sie so einsetzen, dass wir dann später im Leben von Paulus andere deine Namen preisen werden. Nicht, weil wir ein bisschen anders geworden sind, sondern weil es eine totale, spürbare Veränderung in unserem Leben gibt. Wir danken dir von ganzem Herzen dafür. Amen.
Lizenz
Copyright ©2017 Joel Media Ministry e.V.Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.