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In dieser Predigt, dem vierten Teil der Serie „Die Krise und das Kreuz“, beleuchtet Christopher Kramp die tiefgreifende Bedeutung der Kreuzigung mit Christus. Anhand des Galaterbriefs wird die Geschichte von Petrus‘ Verhalten in Antiochia analysiert, um zu zeigen, wie Menschenfurcht und der Wunsch nach menschlicher Anerkennung selbst führende Gläubige zu Fehlern verleiten können. Die Predigt betont die Notwendigkeit, den eigenen alten Menschen mit Christus ans Kreuz zu nageln und die Gnade Gottes nicht zu verwerfen, um ein Leben zu führen, in dem Christus lebt.


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Serie: Die Krise und das Kreuz (Predigtserie über den Galaterbrief)

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Transkript

[0:00] Gesegneten Sabbat! Ihr habt das übrigens ganz toll gemacht, ihr Kinder. Ich habe den Eindruck, ihr könnt öfter solche Aufgaben bekommen. Ganz prima. Herzlich willkommen zum vierten Teil unserer Predigt-Serie, die Krise und das Kreuz. Wir haben uns schon durch drei Abschnitte des Galaterbriefes hindurch studiert und heute wollen wir in Kapitel 2 die Verse 11 bis 21 weiter studieren.

[0:38] Vielleicht eine kurze Wiederholung. Wir haben gesehen, wie es in den Gemeinden der Galater eine Krise gab und Paulus sie anschreibt und sagt: Kein anderes Evangelium. Zunächst einmal erzählt er ihnen von seiner eigenen Bekehrung, erzählt ihnen, wie er allein durch Werke des Gesetzes gerecht werden wollte und es ihm nicht gelang, wie Christus ihm erschienen war. Das war in unserer zweiten Predigt. Dann haben wir das letzte Mal gesehen, dass es in der Gemeinde in Antiochia, als Paulus dann schon Missionar war, eine Krise gab, als Irrlehrer kamen und gesagt haben, man muss beschnitten werden. Könnt ihr euch daran erinnern? Und dann ein Apostelkonzil einberufen worden ist, wo die verschiedenen Delegierten kamen und die Frage diskutiert haben: Reicht der Glaube an Christus oder muss man Jude sein? Und Paulus mit kluger Taktik hat zuerst die wichtigsten Leute, die als Säulen gelten, für die Wahrheit gewonnen. Das Apostelkonzil entschied einstimmig in Harmonie mit Bibel, Geisterweissagung und dem Heiligen Geist, dass die Beschneidung nicht notwendig ist. Das Problem schien gelöst. Wir haben gesehen, Gott hatte dieses theologische Problem nicht gelöst, indem er einen Menschen geführt hatte, sondern die gesamte Gemeinde. Paulus war bereit gewesen, sich der organisierten Gemeinde zu unterstellen. Er wollte, dass die ganze Gemeinde sich fortbewegt. Er war bereit, sich etwas sagen zu lassen. Wir haben die Wichtigkeit gesehen, dass Reformation nur dann funktionieren kann, wenn wir nicht alleine laufen, unserer Unabhängigkeit uns rühmen, sondern mit der Gemeinde zusammenarbeiten und im richtigen biblischen Prozess eine Einheit erzielen.

[2:35] Doch damit war die Krise nicht vorbei. Unser Thema heute ist: Mit Christus gekreuzigt. Und bevor wir mit dem Thema beginnen, möchte ich euch einladen, wo es möglich ist, noch einmal mit mir niederzuknien.

[3:00] Lieber Vater im Himmel, wir kommen jetzt zu dir, nicht weil wir irgendetwas bringen könnten, irgendetwas, was uns einen Verdienst vor dir bringt, sondern einfach, weil du uns gerufen hast, weil dein Wort zu uns spricht. Wir kommen, wie wir sind, mit der Erwartung, dass dein Wort uns verändert, mit der Erwartung, dass dein Wort uns geistlich erfüllen wird, weil du es versprochen hast. Und so möchten wir dich bitten, wenn wir die Worte des Apostel Paulus, die du uns beriet hast, studieren, dass du uns unseren eigenen Zustand zeigst, die Reformation, die in unserem Herzen notwendig ist, dass wir bereit sind, alles, wirklich alles, dir zu weinen. All das bitten wir im kostbaren und teuren Namen Jesu. Amen.

[4:12] Bevor wir in den Galaterbrief gehen, wollen wir ein bisschen Hintergrund bekommen für die Geschichte, die der Paulus als nächstes im Galaterbrief erzählt. Schlagt mit mir auf, Apostelgeschichte 15. Apostelgeschichte Kapitel 15, dort war ja das Apostelkonzil, von dem er auch im Galater 2 berichtet hat. Die Entscheidung war gefällt, einstimmig, die Briefe waren geschrieben und Paulus und Barnabas wurden ausgesandt zurück nach Antiochia, wo der Streit aufgekommen war, um diese Briefe zu überbringen. Apostelgeschichte 15 und dort Vers 30. Lesen wir: So wurden sie nun verabschiedet und gingen nach Antiochia und sie versammelten die Menge und übergaben das Schreiben. Also Paulus und Barnabas kommen vom Konzil, berufen die Gemeinde in Antiochia ein und sagen: Schaut her, wir haben lange über die Frage diskutiert, die uns hier so viel Mühe gemacht hat und das ist die Entscheidung, zu der wir einstimmig gekommen sind. Petrus hat dazu gesprochen, Jakobus hat dazu gesprochen, wir alle waren uns einig, gemeinsam mit dem Heiligen Geist: Wir brauchen keine Beschneidung, man muss nicht erst Jude sein, der Glaube an Christus reicht. Und bei den Heidenchristen war das, als ob ein Stein vom Herzen fällt. Manche waren vielleicht etwas verärgert, aber sie haben sich alle gefügt und zunächst einmal war Frieden und Harmonie. Vers 35: Paulus und Barnabas hielten sich aber in Antiochia auf und lehrten und verkündigten zusammen mit noch vielen anderen das Wort des Herrn. Aufgrund dieser Einheit, die erzielt worden ist, wächst die Gemeinde, da wird gepredigt, Mission geschieht, der Gemeinde geht es gut. Irgendwann entscheidet sich dann einer von den ganz Hohen, die Gemeinde in Antiochia zu besuchen. Einer von denen, die als Säulen gelten, wie wir in der letzten Predigt gesehen haben, sein Name ist Petrus. Petrus kommt und kündigt seinen Besuch an und die Gemeindegeschwister in Antiochia sind beeindruckt. Petrus kommt, der große Apostel und er kommt und er verbringt dort viel Zeit und was er tut, ist bemerkenswert, eigentlich nicht wirklich bemerkenswert, bemerkenswert, wenn man den jüdischen Hintergrund kennt. Er isst mit den Heiden. Er hatte ja auf dem Konzil gesagt, man muss nicht beschnitten werden und so tut er jetzt das, was er entschieden hat und die Heidenchristen und die Judenchristen essen gemeinsam ohne Probleme, tagelang, wochenlang, bis irgendwann der Petrus eine Nachricht auf seinem Handy bekommt. Es haben sich Gäste angekündigt, Gäste aus Jerusalem. Er kennt die Namen, er weiß, wer sie sind, er weiß, wie eng sie mit dem Jakobus, dem Gemeindeleiter, in Kontakt stehen und er weiß, dass sie dagegen sind, dass man mit den Heiden isst und zum Erstaunen von Paulus beginnt Petrus, sich abzusondern. Er isst im Nebenraum. Ihr Heiden esst da, ich esse hier.

[7:51] Schlagt mit mir auf, Galater 2 und dort Vers 11. Galater 2 und dort Vers 11. Paulus erzählt jetzt eine weitere Geschichte, die seinen Punkt deutlich machen soll. Als aber Petrus nach Antiochia kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, denn er war im Unrecht. Das ist derselbe Petrus, der vorher schreibt: Ich ging nach Jerusalem, um den Angesehenen, also Petrus und Jakobus und Johannes, das Evangelium vorzulegen. Derselbe Petrus, der gesagt hat: Ich gehe mal hin und frage, was Petrus zum Evangelium gesagt hat, sagt, nachdem alle entschieden hatten: So machen wir es, das sagt die Bibel. Und Petrus jetzt etwas anderes tut, sagt Paulus: Bis hierhin und nicht weiter. Er widerstand dem Petrus ins Angesicht.

[8:57] Vielleicht haben sich einige von euch gefragt nach der letzten Predigt: Na ja, wenn man sich immer der organisierten Gemeinde unterstellen soll, wenn man sich unterordnen soll, wo ist denn da die Meinungsfreiheit? Wo ist die Religionsfreiheit? Was ist, wenn die Gemeinde sich nachweislich irrt? Galater 2, Vers 11 zeigt uns das Prinzip: Es gibt den Moment, wo man dem Obersten in der Gemeinde widerstehen muss, denn er war im Unrecht. Vers 12: Bevor nämlich etliche von Jakobus kamen, aß er mit den Heiden. Als sie aber kamen, zog er sich zurück und sonderte sich ab, weil er die aus der Beschneidung fürchtete. Mit anderen Worten, er war eigentlich davon überzeugt, ja, weil wir alle durch Jesus allein gerettet werden, weil es im Grunde genommen keinen Unterschied macht, ob ich Jude bin oder nicht, kann ich mit den Nichtjuden essen. Aber als er merkte, dass er dadurch wahrscheinlich in ein schlechtes Licht gerückt wird bei vielen Leuten in Jerusalem, dass er damit vielleicht zu einem Außenseiter werden würde, fängt er an, gegen seine eigene Überzeugung zu handeln. Die Kirchenväter, als sie das gelesen haben, hatten ein großes Problem, weil Petrus war ja der erste Papst angeblich, und der Papst ist unfehlbar. So haben einige Kirchenväter geschrieben, das war gar nicht der Petrus, das waren andere Petrus. Andere Kirchenväter haben gesagt, naja, das war nur ein Schauspiel, der Petrus und Paulus haben sich vorher abgesprochen, die wollten das quasi illustrieren, so haben sie so ein Anspiel gemacht. Unsinn. Petrus hat sich geirrt. Für den Martin Luther war das in der Reformation einer der ersten Punkte, wo er festgestellt hat: Moment mal, wenn der Papst von Petrus kommt und Petrus sich hier irrt, dann kann der Papst sich irren. Als er am 25. November 1518 seine Appellation, seine an das Konzil gemacht hat, wo er gesagt hat: Ich, ich anerkenne die Entscheidung des Papstes nicht, ich berufe mich auf ein Konzil, hat der Galater 2, Vers 11 angeführt, hat gesagt: Schaut, der Petrus hat sich geirrt, da kann sich Leo der Zehnte bestimmt auch irren, Leo der Zweite bestimmt auch irren, nee, der Zehnte, genau. Ein Vers also, übrigens Ellenweit sagt, dass dieser Vers in der Bibel unter anderem deswegen eingefügt worden ist, weil Gott vorausgesehen hatte, dass in der Zukunft Christen behaupten würden, dass Petrus der erste Papst war und der Papst unfehlbar ist, deswegen hat Gott diese Geschichte einfügen lassen, dass alle wissen: Petrus hat sich geirrt.

[11:41] Halten wir fest: Menschen irren sich, bedeutende Menschen irren sich, Menschen, die unter dem Heiligen Geist geschrieben haben, irren sich, die Säulen der Gemeinde können sich irren. Die Bibel ist eine Ansammlung von hochbedeutenden geistlichen Menschen, die alle Fehler gemacht haben. Adam, Noah, Abraham, Isaak, Jakob, Juda, Mose, Josua, die ganzen Richter, man findet kaum jemand, wo man keine Fehler findet. Interessanterweise spricht der Paulus nicht hinter dem Rücken von Petrus, oder? Er geht nicht umher und sagt: Übrigens, was der Petrus macht, ist Heuchelei. Ich sage euch, den sollten wir abwählen bei der nächsten Gemeindewahl. Er spricht ihn offen an und zwar vor allem, werden wir gleich noch sehen, warum.

[12:47] Halten wir fest: Im ersten Teil von Kapitel 2 gibt es eine ungeklärte Streitfrage. Leute sagen das, andere sagen das, niemand ist sich einig. Gottes Weg ist es, zu sagen: Niemand pocht auf sein Recht, sondern wir kommen alle zusammen, studieren die Bibel, studieren den Geist der Weissagung, dann fällen wir als gemeinsames Konzil, als Generalkonferenz eine Entscheidung. Und wenn wir das getan haben, wenn wir aufgrund der Bibel und von Ellen White gemeinsam eine Entscheidung gefällt haben, dann muss sie auch verteidigt werden, notfalls gegen den Generalkonferenzpräsidenten, notfalls gegen Petrus, notfalls gegen die größte Säule der Gemeinde. Wenn jemand sich nicht an das hält, was wir als weltweite Gemeinde beschlossen haben, muss er gerügt werden in Liebe und in Demut. Es gibt keine Unterwerfung unter die Leitung gegen die etablierte Lehrmeinung des Volkes Gottes. Und das ist reformatorische Botschaft. Das ist, was der Luther entdeckt hat.

[14:04] Übrigens, Luther sagt auch an dieser Stelle, dass diese Geschichten in der Bibel so oft aufgeschrieben sind zu unserem Trost. Mir hat das sehr geholfen, was er hier gesagt hat. Er hat gesagt: Keine Person ist jemals so tief gesunken, dass sie nicht wieder aufstehen kann. Auf der anderen Seite, kein Mensch steht so sicher, dass er nicht fallen kann. Wenn Petrus fiel, dann kann ich auch fallen. Und wenn er auferstand, wenn er aufstand, dann kann ich auch aufstehen. Wir haben dieselben Gaben, wie sie hatten, denselben Christus, dieselbe Taufe, dasselbe Evangelium, dieselbe Vergebung der Taufen, der Sünden. Wenn wir Jesus nachfolgen, werden wir nicht darum herumkommen, unsere Augen von Menschen wegzulenken. Es gibt keinen Menschen, auch in der Gemeinde, auf den wir uns hundertprozentig verlassen können. Auch nicht dein Lieblingsprediger.

[15:14] Interessanterweise, wenn wir den Vers anschauen, Vers 12, das heißt, er aß mit den Heiden. Das Griechische sagt, das war seine Gewohnheit. Das war nicht nur mal aus Versehen. Er hat das ständig gemacht. Egal, ob in der Gemeinde, beim Potluck, zu Hause, wenn er sie besucht hat, er hat immer mit ihnen gegessen, sodass die Heidenchristen dachten, das ist jetzt tatsächlich so normal. Woher kommt dieser Geist, man darf nicht mit den Heiden essen? Ich meine, wer kam auf die Idee? Schauen wir mal in Lukas 15 und dort Vers 2. Und das müssen wir gut verstehen, sonst verstehen wir den Rest des Kapitels nicht. Lukas 15 und dort Vers 2. Und die Pharisäer und die Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt Sünder an und isst mit ihnen. Das war der Geist der Pharisäer. Die Pharisäer haben gesagt, man darf nicht mit Sündern essen. Frage: Was ist Sünde? Gesetzlosigkeit, oder? So sagt 1. Johannes 3, Vers 4. Jetzt für die Pharisäer war das ganz einfach. Ich habe das Gesetz, weil ich kenne es ja. Und wenn ich das Gesetz kenne, weil ich es habe, bin ich kein Sünder. Aber die Heiden, die kennen das Gesetz nicht. Die haben das nirgendwo aufgeschrieben. Deswegen sind sie Sünder. Sie kennen es nicht, aber ich weiß es. Und weil ich es weiß, bin ich gut und weil die es nicht wissen, sind sie schlecht. Und mit Sündern isst man nicht.

[16:56] Petrus hatte diesbezüglich ja schon im Vorhinein Probleme gehabt. Schaut mal in Apostelgeschichte 11. Er kannte die Debatte und er hatte eigentlich auf der richtigen Seite gestanden. Schaut mal in Apostelgeschichte 11 und dort Vers 2 und 3. Das ist direkt nach der Geschichte mit Kornelius. Ihr kennt die Geschichte mit Kornelius, wo Petrus hungrig ist, auf dem Dach sitzt und dann die Vision bekommt und es heißt: Schlachte und iss. Und er sagt: Ich kann noch nicht mit den Heiden essen und Gott sagt: Du kannst. Geh, der Geist sendet dich. Und dann schaut mal Apostelgeschichte 11, Vers 2 und 3. Und als Petrus nach Jerusalem hinaufkam, machten die aus der Beschneidung ihm was? Ihm? Was haben sie gemacht? Vorwürfe und sprachen: Zu unbeschnittenen Männern bist du hineingegangen und hast mit ihnen gegessen? Mit anderen Worten, er hatte schon früher aufgrund der Vision, die er gehabt hat, mit unbeschnittenen Leuten gegessen. Dann kam er zurück und dachte, ich erzähle von der Mission und die sagen: Was? Du hast mit unbeschnittenen Männern gegessen? Er hatte schon früher Konflikte deswegen gehabt. Könnte es sein, dass manchmal wir die Wahrheit bereits vertreten haben und gemerkt haben, dass wir damit nur Konflikt bekommen und deswegen gegen unser Gewissen wieder die Wahrheit zurücknehmen, weil wir kampfesmüde geworden sind? Petrus wusste: Wenn ich jetzt weiter mit den Heiden esse in Antiochia, dann komme ich zurück und dann muss mir wieder dieselbe Sauce anhören. Was du hast, wie kannst du nur? Viele Fehlentscheidungen im Volk Gottes geschehen nicht dadurch, dass Leiter theologisch blind sind, sondern weil sie kampfesmüde sind. Viele Fehler, die wir machen, machen wir nicht deswegen, weil wir es nicht besser wissen, sondern weil wir müde sind zu kämpfen, weil wir müde sind, den Konflikt auszuhalten und dann kommt halt die alte Angewohnheit so attraktiv daher. Petrus hat nicht plötzlich seine Meinung geändert theologisch. Er war müde, diesen ständigen Konflikt auszuhalten. Okay, dann vielleicht auf Kosten der Heidenchristen, dann geht es mir besser.

[19:30] So hat man im Apostelkonzil in Apostelgeschichte 15, wer war der Erste gewesen, der ein eindeutiges Statement gegen die Beschneidung gegeben hatte? Das war der Petrus. Apostelgeschichte 15 und dort ab Vers 7. Nachdem aber eine große Auseinandersetzung stattgefunden hatte, stand Petrus auf und sprach zu ihnen: Ihr Männer und Brüder, ihr wisst, dass Gott lange vor diesen Zeiten mitten unter uns die Heiden erwählt hat, dass sie durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und zum Glauben kommen sollen. Und dann sagte er: Gott, der die Herzen kennt, legte für sie das Zeugnis ab, indem er ihnen den Heiligen Geist gab, gleich wie uns und er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, nachdem er ihre Herzen durch den Glauben gereinigt hatte. Schaut mal Vers 11: Vielmehr glauben wir, dass wir durch die Gnade des Herrn Jesus Christus gerettet werden, auf gleiche Weise wie jene. Er hatte es theologisch total richtig verstanden. Vers 10: Weshalb versucht ihr denn jetzt, Gott, indem ihr ein Joch auf den Nacken der Jünger legt, das weder unsere Väter noch wir tragen konnten? Und er sagt sogar, wenn ihr die Heiden zwingt, sich beschneiden zu lassen, legt ihr ein Joch auf sie. Das hatte er öffentlich im Konzil gesagt und jetzt in Antiochia tut er genau das Gegenteil von dem, was er gesagt hat.

[20:50] Hast du schon mal erlebt, dass du einen Prediger gehört hast, der etwas an der Predigt gesagt hat und dann lernst du ihn später kennen und er macht was ganz anderes, als er gesagt hat? Die Gläubigen in Antiochia hatten doch die Briefe gelesen. Sie hatten das Protokoll vom Konzil gelesen und hatten gelesen, Petrus hat gesagt, wir müssen uns nicht beschneiden lassen und dann ist er gekommen und es schien auch so zu sein und jetzt hat er uns angelogen. Petrus Verhalten widerspricht der Entscheidung, die das Konzil getroffen hatte. Übrigens, sagt das Konzil, es hat uns und dem Heiligen Geist wohlgefallen. Im Grunde genommen handelt er gegen das, was der Heilige Geist gesagt hat. Nicht aus theologischer Verblendung, sondern wie es heißt, aus Angst vor den Menschen.

[21:39] Wie viel in der Gemeinde, von der kleinen Familie bis zur großen Generalkonferenz, wie viel geschieht falsch, nicht aufgrund falscher Theologie, sondern aufgrund von Menschenfurcht. Er hatte Angst, seinen Ruhm als Säule zu verlieren.

[21:59] Schaut mal, was die Bibel zu Menschenfurcht sagt. Sprüche 29 und dort Vers 25. Sprüche 29 und dort Vers 25. Das heißt ganz deutlich: Er fürchtete die aus der Beschneidung. Die Bibel sagt, Sprüche 29, Vers 25: Menschenfurcht ist ein was? Ein Fallstrick. Es reicht nicht aus, die Wahrheit zu kennen und ab und zu auszuleben. Wenn wir dann aus Furcht vor Menschen, aus der Überlegung heraus, wie werde ich dann dastehen vor meinen Freunden, vor meinen Geschwistern, vor meinen Eltern, Kindern. Wie werde ich dastehen vor dem oder jenem. Wenn wir dann zurückweichen von dem, was wir eigentlich erkannt haben, dann tun wir unserem eigenen Gewissen Schaden an, aber nicht nur unserem eigenen Gewissen.

[23:15] Schaut mal mit zurück in den Galaterbrief. Das Handeln von Petrus hat dramatische Konsequenzen. Galater Kapitel 2 und dort Vers 13. Dieser Vers ist eine Warnung. Galater 2 und dort Vers 13. Die Bibel sagt: Und auch die übrigen Juden heuchelten mit ihm. Wie sind die auf die Idee gekommen? Helft mir. Wie sind die auf die Idee gekommen, jetzt auch zu heucheln? Weil Petrus geheuchelt hat. Wenn Petrus gestanden hätte, wäre keiner von ihnen gefallen. Aber Petrus fällt und wie in einer Domino-Reaktion fallen die schwächeren Glieder hinterher. Aber es hört dann nicht auf. Und auch die übrigen Juden heuchelten mit ihm, sodass, und man hört fast die Verzweiflung aus den Worten von Paulus, sodass selbst wer? Barnabas von ihrer Heuchelei mit fortgerissen wurde. In anderen Worten, die sitzen da beim Potluck, haben alle wunderbar zu essen und freuen sich. Und plötzlich steht Petrus auf, hat diesen ernsten Blick auf dem Gesicht und fragt ihn: Ist dir schlecht? War das Essen nicht gut? Er sagt: Nein, nicht. Ihr wisst ja, als Juden können wir eigentlich nicht mit euch essen. Und er zieht sich zurück und jetzt denken sich die anderen Juden: Ja, Moment mal, dann sollten wir auch gehen. Und einer nach dem anderen steht auf, die Heiden denken: Was ist jetzt los? Und Paulus denkt: Das kann doch nicht sein. Wir haben doch darüber gesprochen. Wir haben es doch beschlossen. Wir haben doch die Briefe vorgelegt. Und während er noch die Juden anfleht, bleibt doch hier, steht sein Nebenmann auf. Barnabas, von dem er ja nur der Hilfsarbeiter ist. Das haben wir gesehen, nicht wahr? Barnabas war der Eigentliche. Barnabas war im Heiligen Geist zuerst erwählt. Barnabas und Paulus. Barnabas war von den Aposteln ausgesandt als Leiter über die Gemeinde Antiochia. Barnabas steht auf.

[25:17] Petrus war der letzte Jude, der noch saß, wenn er aufgestanden wäre. Was habe ich gesagt? Paulus. Ich fang weiter mit P an. Danke, dass ihr aufpasst. Paulus war der letzte Jude, der noch saß. Der Luther sagt so schön: Paulus war der Einzige, der seine Augen offen hatte. Paulus war der Einzige. Das Originalzitat Luther: Paulus war der Einzige, der seine Augen offen hatte.

[25:54] Hast du deine Augen offen in der Gemeinde oder läufst du wie die Lemminge mit, wenn ein Leiter sagt, wir gehen in die Richtung? Ja, wenn es Fragen gibt, über die wir als Adventgemeinde nicht entschieden haben. Sind die 144.000 buchstäblich oder symbolisch? Ist das tägliche dies oder jenes? Die Natur Jesu dies oder jenes? Da können wir diskutieren. Wir können verschiedene Meinungen haben und wir bringen es idealerweise zu einem Konzil. Aber wenn wir etwas gemeinschaftlich beschlossen haben, unsere 28 Glaubenspunkte, unsere Mission und sei es etwas zur Frauenordination und dann plötzlich Leute sagen, wir machen es aber doch anders und eine nach dem anderen fällt, dann braucht es Menschen, die ihre Augen offen haben. Einfluss ist wie ein Tsunami. Ich glaube, niemand von uns in diesem Raum kann sich nur annäherungsweise mit Barnabas vergleichen. Barnabas war ein Mann Gottes. Wenn man das liest, was alles über ihn geschrieben wird, das ist unglaublich. Aber Barnabas ließ sich mitreißen von diesem Tsunami des Einflusses. Sei dir sicher, egal wer du bist, es gibt irgendjemand, der auf dich schaut. Vielleicht bist du ein Gemeindeleiter, vielleicht bist du der Priester deines Heims, vielleicht bist du der ältere Bruder, die ältere Schwester, die Kindersabbatsschultante. Irgendjemand schaut auf dich und wenn du die Wahrheit verlässt, weil du Angst hast vor Menschen, wenn du Kompromisse machst, wird es andere geben, die dir danach folgen, egal ob du willst oder nicht. Eine Kettenreaktion. Man sieht solche Kettenreaktionen durch ganze Generationen. Abraham spiegelte dem Pharao falsche Tatsachen vor, dann dem Abimelech falsche Tatsachen vor, dann hat sein Sohn Isaak demselben Abimelech oder einem anderen Abimelech ebenfalls wieder falsche Tatsachen vorgespielt und sein Sohn Jakob hat einem Isaak falsche Tatsachen vorgespielt. Manche Sünden ziehen sich sogar über Generationen, weil das Vorbild so starke Wirkung hat.

[28:22] Was sagt die Bibel? Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig. Vielleicht hat Petrus gedacht: Naja, ist ja nur meine Entscheidung, muss ich ja sehen, wie ich mit Gott klarkomme. Aber sein Verhalten hat die Gemeinde in Antiochia in eine noch tiefere Krise gestürzt, als es die Irrlehrer vorgetan haben. Und Paulus, der den Irrlehrern klare Kante gezeigt hatte, ist jetzt mit Petrus nicht weniger zimperlich. Derselbe Paulus, der den Irrlehrern sagt: Bis hierhin und nicht weiter. Der dem Petrus vorher gesagt hat: Schau mal, was denkst du, sollen wir das so predigen? Und sie beide entschlossen waren: Ja, so predigen wir das, sagt jetzt zu dem Petrus: Schau her, so haben wir es beschlossen, so steht es in der Bibel, du musst dich daran halten. Keine falsche Scheu vor Positionen. Niemand hatte seine Augen offen, als Paulus.

[29:31] Der Luther sagt an einer Stelle dann: Schon interessant, wie Gott manchmal seine Gemeinde durch einen einzelnen Menschen rettet, während die ganze andere Mehrheit in die Irre geht. Nach Mehrheiten würde man sagen, Petrus ist richtig, oder? Es war tatsächlich von allen Judenchristen nur noch ein einziger, der stand wie die letzte deutsche Eiche und hat gesagt: An mir kommt ihr nicht vorbei. Die letzte Hoffnung für die Heidenchristen. Denn was der Petrus unwissentlich oder unbewusst gesagt hat, ist: Das ist ja schön und gut mit Jesus, aber solange ihr nicht ethnische Juden seid, solange ihr nicht beschnitten seid, seid ihr nicht ganz erlöst. Das ist ein Unterschied zwischen denen, die nur Christus haben und denen, die erlöst sind durch Christus und die Beschneidung haben.

[30:23] Aber die Art und Weise, wie Paulus ihn tadelt, ist interessant. Wir lesen ja hier, dass er ihm ins Angesicht widerstand. Schaut man Vers 14: Als ich aber sah, dass sie nicht richtig wandelten nach der Wahrheit des Evangeliums, sprach ich zu Petrus alleine, richtig? Vor allem. Er hat nicht gesagt: Okay, lassen wir mal machen. Petrus, wenn du mal gelegene Zeit hast, ich hätte noch eine Frage an dich. Er hat in der Situation vor allem den Leiter der Gemeinde, der weltweiten Gemeinde, Petrus zur Sprache gestellt. Man darf dabei nicht vergessen, in welchem Geiste das getan hat.

[31:24] Schaut man mit mir in 3. Mose. Die Bibel sagt etwas über geistliche Zurechtweisung. 3. Mose 19 und dort Vers 17. 3. Mose 19 und dort Vers 17. Das ist ein interessanter Vers. Merkt ihn euch gut. 3. Mose 19, Vers 17. Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen, sondern du sollst deinen Nächsten was? Ernstlich zurechtweisen. Du sollst ihn nicht hassen, sondern zurechtweisen. In unserem Kopf würden wir sagen: Naja, wenn ich ihn zurechtweise, das hat was mit Hass zu tun, oder? Nein, nein, nein. Du sollst ihn nicht hassen und weil du ihn nicht hasst, musst du ihn ernstlich zurechtweisen, dass du nicht seinetwegen Schuld tragen musst.

[32:12] Ein anderes Prinzip diesbezüglich: Sprüche 27 und dort Vers 5 und 6. Sprüche 27 und dort Vers 5 und 6. Sprüche 27, Vers 5 und 6. Besser Zurechtweisung, die aufdeckt, als Liebe, die verheimlicht. Jetzt hört mal zu: Treu gemeint sind die Schläge des Freundes, aber reichlich sind die Küsse des Hasses. Mit anderen Worten, Petrus, Paulus, Paulus wusste, dass es unangenehm ist, wenn er jetzt den Petrus zur Rechenschaft zieht, oder? Petrus verliert sein Gesicht, das ist klar. Paulus musste abwägen: Lasse ich dem Petrus seine Autorität und die Gemeinde geht vor die Hunde, oder ermahne ich ihn in Liebe vor der Gemeinde, um deutlich zu machen: Ihr Heidenchristen, ihr seid richtig, eure Leiter sind falsch. Er entschied sich für das Letzte und er legt dieses Prinzip deutlich aus in 1. Timotheus 5, Vers 20.

[33:38] 1. Timotheus 5, Vers 19 und 20 sind die beiden Verse, in denen es darum geht, wie man geistliche Leitungspersonen zur Rechenschaft zieht und es ist unglaublich ausgewogen. Bitte verwendet beide Verse in eurem Kopf. 1. Timotheus 5, Vers 19 und 20. Vers 19: Gegen einen Ältesten nimm keine Klage an, außer aufgrund von zwei oder drei Zeugen. Mit anderen Worten, alles Hintenrum-Gerede gegenüber Ältesten, alles subversive Rebellieren gegen die Leitung ist bei Gottes Wort verboten. Man soll nicht leichtfertig an der Integrität von Leitern zweifeln. Man soll nicht grundsätzlich mit so einer Haltung hineingehen, die Leiter sind wahrscheinlich sowieso alle korrupt. Nein, aber wenn dann doch ein offensichtliches Fehlverhalten gegen die weltweit festgelegten geistlichen Maßstäbe, sei es in der Theologie, in der Praxis vorliegt, dann steht in Vers 20: Die, welche sündigen, weise zurecht vor allen, damit sich auch die anderen fürchten.

[35:03] Paulus wusste: Ich muss nicht jeden Einzelnen von den Heidenchristen ansprechen, von den Judenchristen ansprechen, weil die tun das ohnehin nur, weil Petrus das tut. Wenn ich Petrus gewinne, habe ich die anderen auch gewonnen. Wenn ich Petrus tadle, sind die anderen auch getadelt. Hat Paulus der Gemeinde geschadet, als er einen Leiter öffentlich kritisierte? Heute wird oft die Idee vertreten, dass man Leitungspersonen nie öffentlich kritisieren dürfte, weil das würde gemeindeschädigend sein. Wenn ich Galater lese, war das öffentliche Kritisieren dieser Leitungspersonen die einzige Rettung der Gemeinde, im Geist des Evangeliums natürlich.

[35:59] Also was hat er ihm gesagt? Schaut mal und jetzt an der Art und Weise, wie er das sagt, lernt man etwas zur Zurechtweisung. Galater Kapitel 2 und dort Vers 14. Wenn du, der du ein Jude bist, heidnisch lebst und nicht jüdisch, was zwingst du die Heiden jüdisch zu leben? Das Wort heidnisch meint hier nicht, dass Petrus heidnische Götter angebetet hat. Das Wort heidnisch ist ethnikos, das meint, du lebst wie einer von den Nationen. Mit anderen Worten, wenn du erst mit den Nationen isst und lebst wie einer von den Nationen, wenn du erst wie ein Heidenchrist lebst und mit ihnen isst, warum zwingst du jetzt die Heidenchristen, dass sie sich doch beschneiden lassen müssen? Damit hat er quasi den Widerspruch aufgedeckt.

[37:06] Petrus hört nur zu und obwohl wir keine direkte Reaktion von ihm haben, darf man wohl annehmen, dass er den Tadel angenommen hat. Petrus hört zu, was jetzt der Paulus ihm weiter sagt. Die nächsten Verse bis Vers 21 sind eigentlich kein neuer Abschnitt. Wenn man es genau durchdenkt, ist das alles das, was der Paulus dem Petrus ins Angesicht sagt. Schaut nach Vers 15: Wir sind zwar von Natur Juden und nicht Sünder aus den Heiden. Interessant, oder? Er sagt: Von Natur aus, naturphysis, von unserer Geburt an sind wir Juden. Er fasst mit diesem Satz zusammen, wie die Juden dachten: Wir sind Juden, ihr seid Heiden. Wir sind Juden, wir haben das Gesetz. Und was ist das Gesetz für den Juden? Wenn der Jude vom Gesetz spricht, wovon meint er? Was meint er? Das müssen wir ganz genau verstehen. Was meint der Jude, wenn er vom Gesetz spricht? Er meint all das, was Gott dem Mose aufgeschrieben hat und Mose selbst aufgeschrieben hat. Die Zehn Gebote, das Zeremonialgesetz, all das, was Gott am Sinai dem Mose gegeben hat, schriftlich. Das Gesetz. Und wir sind die Juden, wir haben das Gesetz und ihr habt es nicht. Und Sünde ist ja Gesetzlosigkeit. Deswegen seid ihr Sünder.

[38:26] Jetzt sagt Paulus: Pass auf. Also ich weiß, Juden denken so. Wir sind Juden, das sind die Sünder. Aber schau mal Vers 16: Wir sind zwar von Natur Juden und nicht Sünder aus den Heiden, doch weil wir erkannt haben, dass der Mensch nicht aus Werken des Gesetzes gerechtfertigt wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, so sind wir auch an Christus Jesus gläubig geworden, damit wir aus dem Glauben an Christus gerechtfertigt würden und nicht aus Werken des Gesetzes, weil aus Werken des Gesetzes kein Fleisch gerechtfertigt wird. Mit anderen Worten, er sagt: Schau mal Petrus, wir beide, du und ich, haben doch erkannt, dass das Gesetz alleine nicht reicht, oder? Wir haben doch festgestellt, dass wenn ich das Alte Testament lese, wenn ich die Zehn Gebote lese, wenn ich die Zeremonialgebote, egal welche Gebote, wenn ich diese Gesetze lese und ich versuche, sie zu halten, was passiert? Und kommt, habt ihr schon mal versucht, etwas zu lesen und zu halten? Was passiert? Du schaffst es nicht. Petrus, wir haben doch festgestellt, dass obwohl das Gesetz ist ja wunderbar, kein Problem mit dem Gesetz, aber wenn man es liest und tun will, es klappt nicht. Man erhält keine Vergebung durch das Tun dessen, was man liest. Durch Werke des Gesetzes wird man nicht gerechtfertigt. Deswegen haben wir doch an Jesus geglaubt, oder?

[39:53] Das stand übrigens schon im Alten Testament. Schaut mal in Psalm 130. Psalm 130: Wenn du, oh Herr, Sünden anrechnest, Herr, wer kann bestehen? Egal ob ich Jude bin, egal ob ich die Zehn Gebote in wunderbarer Ausführung bei mir zu Hause stehen habe, ich kann nicht bestehen. Schaut den nächsten Vers an: Aber bei dir ist Vergebung, damit man dich fürchte.

[40:42] Wenn der Paulus von Rechtfertigung spricht, dann meint er Vergebung. Rechtfertigung ist Vergebung. Das kann man schön sehen in der Apostelgeschichte. Schaut mal in der Apostelgeschichte und dort Kapitel 13. Apostelgeschichte 13 und dort Vers 38 und 39. Apostelgeschichte 13, Vers 38 und 39. Simpele Idee. Das heißt es: So sollt ihr nun wissen, ihr Männer und Brüder, dass euch durch diesen Vergebung der Sünden verkündigt wird und von allem, wovon ihr durch das Gesetz Moses nicht gerechtfertigt werden konntet, wird durch diesen jeder gerechtfertigt, der glaubt. Also kann man durch das Gesetz Gottes gerechtfertigt werden, ja oder nein? Nein. Egal, was Mose aufgeschrieben hat, 2. Mose 20, 21, 22, 23, 24, alles was dort steht, nichts von dem kann mir vergeben.

[41:43] Das heißt, die Tatsache, dass ich jetzt in meinem Bücherschrank habe, so haben die Juden gedacht, nicht wahr? Die Juden haben gedacht, weil wir die Zehn Gebote im Bücherschrank haben, weil wir das aufgeschrieben haben, weil wir die Tora haben, deswegen sind wir das besondere Volk. Die Tatsache, dass wir das mal anwenden, dass ich alle Bibeln dieser Welt und alle Ellen White Bücher im Schrank habe, macht mich nicht erlöst. Und selbst wenn ich alle Ellen White Bücher lese, bin ich nicht erlöst. Die Werke des Gesetzes können nicht vergeben. Es muss Christus sein.

[42:34] Der Paulus sagt das an anderer Stelle: Denn durch das Gesetz kommt die Erkenntnis der Sünde. Dazu brauchen wir die Bibel, die Zehn Gebote, aber auch 1. Mose, 5. Mose, den Galater. Wir lesen das und sehen, dass wir Christus brauchen, oder? Dazu braucht man übrigens auch Ellen White. Man liest das und stellt fest, dass man Christus braucht. Das reine Lesen rettet nicht. Es fühlt sich so gut an, wenn ich sagen kann: Ich bin ein bisschen besser, weil ich kenne das. Ich habe das gelesen, ich weiß das. So haben die Juden gedacht. Das war das Problem. Könnte sein, dass wir vielleicht auch noch manchmal dieses Problem haben.

[43:36] Paulus erinnert den Petrus an eine einfache Wahrheit. Er sagt: Wir beide haben doch gewusst, wir haben doch festgestellt, es funktioniert nicht. Du hast es versucht. Ich habe es noch viel mehr versucht als du. Ich war Pharisäer, du warst nur ein einfacher Fischer, aber ich habe es wirklich versucht. Wir haben doch beide gemerkt, die Werke des Gesetzes. Man findet keinen Frieden mit Gott, außer wenn Jesus mir vergibt, oder? Hast du Frieden mit Gott? Oder versuchst du noch alles richtig zu machen? Hast du Frieden mit Gott?

[44:07] Paulus hatte Frieden mit Gott gefunden und er wusste, dass diese Wahrheit dem eigenen Stolz den Todesstoß versetzt. Schaut mal in Römer 3 Vers 27. Er sagt: Wo bleibt nun das Rühmen? Mit anderen Worten, wenn ich das Evangelium annehme, wann kann ich mich denn endlich rühmen? Er sagt: Was sagt der Text? Ausgeschlossen. Und das ist das Problem. Das Evangelium tötet den menschlichen Ruhm. Wer das Evangelium wirklich ernst nimmt, der kann sich nicht mehr rühmen, dass er so und so viel gelesen hat, so und so viel auswendig gelernt hat, so und so viel gebetet hat und immer und immer und immer wieder kommt dieser menschliche Ruhm, dieses: Ich möchte bei anderen Menschen angesehen sein, in das Evangelium hinein, wie bei Petrus und drängt es zur Seite.

[45:05] Ich möchte, dass die anderen in der Gemeinde wissen, wie gut ich die Gesundheitsreform umsetze. Ich möchte, dass die anderen in der Gemeinde wissen, wie treu ich Mission mache. Ich möchte, dass die anderen in der Gemeinde wissen, wie gut ich diese Bibelverse auswendig kann oder wie viel ich schon Ellen White gelesen habe, weil wenn sie das wissen, werden sie sagen: Oh, dann fühle ich mich besser. Oder? Das habt ihr noch nie gedacht, oder? Ich bin wahrscheinlich der Einzige. Und Paulus sagt: Dann hat man nie Frieden mit Gott. Wer Christus als seinen Erlöser annimmt, wer durch den Glauben gerettet wird, dem ist es egal, was andere Menschen sagen.

[45:56] Er sagt zu Petrus: Wir haben das doch erkannt. Wir haben doch erkannt, dass man durch den Glauben lebt, so wie Römer 1, Vers 17 sagt: Der Gerechte wird durch seinen Glauben leben. Römer 5, Vers 1: Da wir durch Christus gerechtfertigt worden sind, haben wir Frieden mit Gott. Schaut mal, Römer 8, Vers 3. Im Römerbrief sagt er immer genau dasselbe. Römer 8, Vers 3. Wahrscheinlich hat er den Römer und Galater sogar zeitgleich geschrieben. Römer 8, Vers 3. Der Grund ist nicht, dass das Gesetz verkehrt ist. Macht keinen Fehler. Das Gesetz ist wunderbar, fantastisch. Das Gesetz kann uns so nicht helfen, nicht weil das Gesetz schlecht ist, sondern weil wir schlecht sind. Solange ich das Gesetz aufgrund des Gesetzes gerettet werden will, gibt es zwei Komponenten: das Gesetz und mich. Das Gesetz ist zwar gut, aber ich bin schlecht. Das ist, was der Römer 8, Vers 3 sagt: Denn was im Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch kraftlos war. Das Fleisch ist nicht im Gesetz, sondern wo ist das Fleisch? Wo ist das Fleisch? In mir. Also mit anderen Worten, ich habe das Gesetz. Das Gesetz sagt: Du sollst nicht töten. Und jetzt komme ich mit meinem sündigen Fleisch und sage: Ich will nicht töten. Das heißt, ich will nicht lästern, ich will nicht schlecht reden, ich will keine schlechten Gedanken haben. Und was passiert? Das Gesetz sagt: Du sollst nicht töten, aber es kann nichts tun, weil in mir nichts wirklich reagiert. Das geht nicht. Und dann sagt er in Vers 3: Das, was dem Gesetz unmöglich war, das tat Gott, indem er seinen Sohn sandte in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch verurteilte, damit die vom Gesetz geforderte Gerechtigkeit in uns erfüllt würde. Mit anderen Worten, wenn ich nicht auf mich selbst vertraue, sondern auf Christus, ist das die einzige Chance, überhaupt das Gesetz erfüllen zu können.

[48:02] Also was wir jetzt sagen und gesagt haben, hat nichts gegen das Gesetz zu tun, denn wir gleich sehen. Zurück zum Galater. Wir müssen uns ein bisschen beeilen. Schaut in Galater und dort Kapitel 2, Vers 17 lesen. Hatte Petrus nicht erlebt, was es bedeutet, an Jesus zu glauben? Hatte er nicht mal zu Jesus gesagt: Wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens. Hat er nicht nach seiner großen Verleugnung die Vergebung Jesu erfahren? Ist nicht erstaunlich. Hört gut zu, dass Petrus an einem Punkt fiel, an dem er sich gut auskannte. Vielleicht gibt es auch Bereiche in deinem Leben, wo du denkst: In diesem Bereich kenne ich mich gut aus, da weiß ich, was die Bibel sagt. Petrus wusste von diesen Dingen. Er kannte sich gut aus. Er ist ausgerechnet in dem Bereich gefallen, von dem er viel wusste. Ich habe früher gedacht, ich kenne mich sehr gut aus mit dem Thema Glauben, weil ich habe viel über das Thema Glauben gelesen. Irgendwann mal an dem Punkt war, wo ich das Gefühl hatte, ich kann nicht mehr glauben. Das kann jedem von uns passieren. Egal wie viel wir wissen, wir alle können fallen und das sollte uns etwas lehren über unsere eigene Unwürdigkeit, dass wir uns nicht auf uns selbst verlassen können.

[49:51] Schaut mal, wie er weiterredet in Vers 17. Wenn wir aber, weil wir in Christus gerechtfertigt zu werden suchen, auch selbst als Sünder erfunden würden, wäre demnach Christus ein Sündendiener? Das sei ferne, also typische Pauluswendung. Vers 18: Denn wenn ich das, was ich niedergerissen habe, wieder aufbaue, so stelle ich mich selbst als Übertreter hin. Diese beiden Verse gehören zusammen. Ich versuche, sie gut zu illustrieren. Paulus sagt: Wenn du etwas einreißt und danach wieder aufbaust, dann war dein Einreißen schlecht, oder? Also nehmen wir an, das ist eine Mauer und ich komme zu der Idee, diese Mauer braucht man nicht mehr und ich reiße sie ein, aber dann ändere ich meine Meinung und sage: Ja, ich sollte sie doch, wir brauchen sie, diese Mauer und ich baue sie wieder auf, dann wird mein Einreißen zur Sünde, oder? Weil ich durch meine spätere Aktion sage, es war falsch. Petrus hatte etwas eingerissen. Was hat er eingerissen in der Geschichte? Was hat eingerissen gehabt? Die Idee, dass man mit Heiden nicht essen darf. Diese Trennung, die hat er eingerissen, hat gesagt, das brauchen wir nicht und dann kamen die Verwandten, die Bekannten aus Jerusalem und er hat sie wieder aufgebaut. Jetzt sagt ihm der Paulus: Schau mal, wenn du etwas niederreißt und dann wieder aufbaust, dann sagst du, es war eigentlich die ganze Zeit gültig, richtig? Wenn es jetzt gültig war, war es auch vor drei Stunden gültig. Wenn es aber vor drei Stunden gültig war, dann hast du gesündigt und wenn du aber dann sagst: Oh, ich glaube an Jesus, ich glaube an Jesus, deswegen brauche ich das nicht mehr und in Wirklichkeit gesündigt hast, dann sagst du, dass Jesus ein Sündendiener ist. Das, was er sagt in Vers 17. Dein inkonsequentes Handeln wirft in den Augen der Heiden ein schlechtes Licht auf Jesus.

[52:01] Und wir können sagen: Lass mich doch inkonsequent handeln, das ist doch meine Sache. Nein, nein, nein, wenn du inkonsequent handelst, so wie der Petrus, dann entsteht bei den Beobachtern ein völlig falsches Bild. Versetzt euch in die Lage der Heiden. Die schauen sich das an und sagen: Okay, wir müssen nicht beschnitten werden. Oh doch, schau mal, was der Petrus macht. Wir müssen doch beschnitten werden. Warum hat er denn vorher mit uns gegessen? Hat er sein eigenes Gebot übertreten und hat nicht mal ein schlechtes Gewissen dabei gehabt? Und dann redet er von Jesus?

[52:42] Wenn ich das, was ich niedergerissen habe, wieder aufbaue, so stelle ich mich selbst als Übertreter hin. Gibt es Dinge in deinem Leben, die eigentlich schon niedergerissen waren, die du wieder aufbaust? Das ist die eine Sache, wenn man eine Wand hat, das ist eine Hürde, die man nicht einreißen kann und man läuft jahrelang dagegen, oder? Das ist eine andere Sache, wenn man sie schon niedergerissen hat, dann fängt man sie an, wieder aufzubauen. Dann kommt der alte Mensch wieder so angekrochen. Der hat so eine Angewohnheit, wieder aufzustehen.

[53:16] Jetzt schaut mal Vers 19. Paulus vergleicht. Übrigens, das muss ich noch ganz kurz sagen. Ist euch aufgefallen, wie feinfühlig der Paulus das macht? Er sagt nicht: Du, Petrus, weißt das ganz genau, denn du hattest es längst erkannt und weil du es eingerissen hast und weil dann du es wieder aufgebaut hast, deswegen bist du ein Sünder. So machen das manche, die die Leitung kritisieren. Du, du, du, du. Was hat er gesagt? Weil wir erkannt haben, dass es nicht ohne Christus geht, deswegen haben wir an Jesus geglaubt. Wenn also ich, ich habe das gelesen, wenn also ich etwas niederreiße und dann ich es wieder aufbaue, dann bin ich ein Übertreter. Seht ihr den Unterschied? Wie er mit Petrus redet. Er sagt nicht: Du, du, du. Er sagt: Wenn ich das machen würde, wäre ich ein Übertreter, oder? Subliminale Botschaft, das hast du gerade gemacht. Ich hoffe, du merkst das. Er hat dem Petrus ins Angesicht widerstanden, hat aber so gesprochen, als ob er den Fehler gemacht hätte. Hat das in einer ganz feinen geistlichen Art gemacht und dann sagt er aber, was ihn wirklich betrifft.

[54:34] Schaut mal Vers 19. Nun bin ich aber durch das Gesetz, dem Gesetz gestorben, um für Gott zu leben. Jetzt wird es wirklich dramatisch. Ich bin dem Gesetz gestorben, durch das Gesetz. Also wenn ihr für paulinische hohe Theologie nichts übrig habt, dann könnt ihr jetzt zwei Minuten die Augen zumachen. Wenn ihr aber wissen wollt, was er meint, dann erkläre ich euch das kurz. Um das zu verstehen, müssen wir eine mindestens genauso schwere Passage lesen in Römer 7. Ihr werdet es verstehen. In Römer 7 und dort Vers 4. Da wird die gleiche Idee gesagt. Schaut mal, Römer 7, Vers 4. Also seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz getötet worden durch den Leib Christi. Also seht ihr, es geht um die gleiche Sache. Was bedeutet es, dem Gesetz getötet zu sein?

[55:26] Les mal den ganzen Abschnitt. Vers 2. Vers 1. Oder wisst ihr nicht, Brüder, denn ich rede ja mit Gesetzeskundigen, dass das Gesetz nur so lange über den Menschen herrscht, wie er lebt. Denn die verheiratete Frau ist durchs Gesetz an ihren Mann gebunden, solange er lebt. Wenn aber der Mann stirbt, so ist sie von dem Gesetz des Mannes befreit. So wird sie nun bei Lebzeiten des Mannes eine Ehebrecherin genannt. Wenn sie einem anderen Mann zu eigen wird. Stirbt aber der Mann, so ist sie vom Gesetz frei, sodass sie keine Ehebrecherin ist, wenn sie einem anderen Mann zu eigen wird. Also seid auch ihr, meine Brüder, dem Gesetz getötet worden durch den Leib des Christus, damit ihr einem anderen zu eigen seid, nämlich dem, der aus den Toten auferweckt worden ist, damit wir Gott Frucht bringen. Denn als wir im Fleisch waren, da wirkten in unseren Gliedern die Leidenschaften der Sünden, die durch das Gesetz sind, um dem Tod Frucht zu bringen. Jetzt aber sind wir vom Gesetz frei geworden, ja, da wir dem gestorben sind, worin wir festgehalten wurden, sodass wir im neuen Wesen des Geistes dienen und nicht dem alten Wesen des Buchstabens. Ehrlich, wer hat es verstanden schon? Okay, hier ist das Gleichnis. Das ist super spannend. Ihr werdet es alle verstehen. Ihr werdet es nie wieder vergessen. Paulus spricht von zwei Ehepartnern, richtig? Das ist eine Frau, die hat zwei Ehepartner. Er sagt: Wenn du als Frau einen Mann hast, wie oft darfst du ihn betrügen nach dem Gesetz? Gar nicht. Du kannst keinen zweiten Mann heiraten, weil das Gesetz bindet dich an den ersten Mann. Es sei denn, der erste Mann stirbt, dann kannst du zum zweiten Mann gehen, richtig? Wir haben also eine Frau, wir haben einen ersten Mann und wir haben einen zweiten Mann und wir haben ein Gesetz, dass die Frau an den Mann bindet. Und zwar wie lange? Bis er tot ist, weil dann kann er sich einen anderen nehmen. Hoffentlich hat sie nicht so lange gewartet, bis er tot ist. Das ist die Idee. Frage, erst einmal: Wenn ein Mann oder eine Frau verheiratet sind und der Mann stirbt, ist die Frau dann frei von dem Gesetz? Ja oder nein? Bezüglich des Mannes. Gibt es noch ein Gesetz, das sie an diesen Mann bindet? Nein. Sie ist dem Gesetz bezüglich dieses Mannes frei. Aber wenn sie jetzt den anderen Mann heiratet, gibt es das Gesetz immer noch? Ja, weil dasselbe Gesetz, das gesagt hat: Du darfst diesen Mann nicht betrügen, ist dasselbe Gesetz, das jetzt sagt: Du darfst den zweiten Mann nicht betrügen. Das Gesetz bleibt gleich. Man ist also dem Gesetz abgestorben, weil man nicht mehr gesetzmäßig diesem Mann verpflichtet ist. Macht das Sinn?

[58:03] Okay, wer ist die Frau? Wir, die Gläubigen. Wer ist der zweite Mann, mit dem wir verheiratet werden sollen? Nach dem Text. Hier, das steht ganz deutlich da, könnt ihr lesen. In Vers. Damit ihr einem anderen zu eigen seid, nämlich dem, der aus dem Toten auferweckt worden ist. Also der zweite Mann, mit dem ich jetzt zusammenleben soll, das ist Christus. Frage: Wer ist der erste Mann? Wer ist der erste Mann, der sterben muss? Ich. Solange ich mit mir selbst verheiratet bin, mit meinem eigenen Ich, bin ich nicht mit Christus. Und das Gesetz verurteilt mich. Und ich bin aufgrund des Gesetzes, weil mein sündiges Fleisch noch lebt, nicht frei mit Jesus zu leben. Denn solange mein sündiges Fleisch regiert, solange es noch lebt, bin ich daran gebunden. Wenn aber das Gesetz, wenn aber das sündige Fleisch stirbt, dann hat das Gesetz nichts mehr gegen mich. Dann kann ich den anderen Mann heiraten und das gelbe Gesetz bindet mich jetzt an ihn. Wenn also Paulus sagt: Ich bin dem Gesetz gestorben, sagt er mit anderen Worten: Mein eigenes Ich, mit dem ich jahrzehntelang verheiratet war, ist tot.

[59:47] Schaut mal, stellt euch vor, ihr seid ein Krimineller. Ihr habt eine Sünde getan, oder? Das Gesetz Gottes, was ist die Strafe für das Gesetz, das Gesetz Gottes für Sünde? Tod. Wenn der Tod da ist und man durch ein Wunder wiederlebt, ist man dann immer noch unter dem Tod? Die Strafe ist ja dann schon abgezahlt. In anderen Worten, wenn ein Krimineller vor ein Gericht kommt, angenommen, er hatte ein schlimmes Verbrechen begangen und lebenslänglich die Todesstrafe auferlegt und er wird umgebracht und dann steht er wieder auf, wie durch ein Wunder. Wird er dann nochmal umgebracht? Nein, seine Strafe ist abgetan.

[1:00:53] Und deswegen sagt er Paulus im nächsten Vers im Galater: Ihr kennt ihn wahrscheinlich auswendig. Ich bin mit Christus gekreuzigt. Mein alter Mensch ist tot und weil der Tod ist, lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. Das müssen wir kurz nachlesen. Zunächst einmal in Römer 6 und dort Vers 6. Wir wissen ja dieses, dass unser alter Mensch mit gekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde außer Wirksamkeit gesetzt sei. Der Leib der Sünde ist jetzt nicht mehr wirksam, er ist mit gekreuzigt, sodass wir der Sünde nicht mehr dienen.

[1:02:07] Paulus drückt das so wunderschön aus im Galater 2, Vers 20, was unser Kernvers ist: Ich bin mit Christus gekreuzigt und nun lebe ich, aber nicht mehr ich selbst, sondern Christus lebt in mir. Jetzt, was mich gefragt habe, ich habe mich ernsthaft gefragt, ob ich das sagen kann. Ich bin mit Christus gekreuzigt. Wir reden gern vom Kreuz, oder? Wir singen vom Kreuz, wir beten und erwähnen das Kreuz, wir erzählen anderen vom Kreuz, wir malen das Kreuz. Manche hängen es sich sogar um, aber zu oft in unserem Leben ist das Kreuz nur ein Element von vielen. Vielleicht ein großes, ein wichtiges, aber immer etwas, was man im Zweifelsfall ablegen kann. So wie Petrus, der mit dem Kreuz gelebt hat, bis plötzlich die Besucher kamen und das Kreuz abgelegt hat. Plötzlich war die Beschneidung wichtiger als das Kreuz. Könnte es sein, dass wir alle an das Kreuz glauben, dass wir alle glauben, dass Jesus von seinem Kreuz gestorben ist, dass wir alle davon überzeugt sind und davon singen und sogar dankbar sind, aber dass wir nicht mit Christus gekreuzigt sind. Paulus sagt: Das ist nicht nur etwas, was ich mir anhefte, nicht nur etwas, wovon ich ab und zu singe, nicht nur die dritte Bibelstunde von 21, das ist nicht nur ein Thema unter vielen. Er sagt: Ich bin mit Christus gekreuzigt. Wo ich hingehe, ist das Kreuz.

[1:03:52] Ich habe gestern Abend darüber nachgedacht, gestern Nachmittag und ich muss euch etwas bekennen. Mir ist aufgefallen, ich bin nicht mit Christus gekreuzigt. Ich rede über das Kreuz, ich bete, erwähne das Kreuz, ich singe vom Kreuz, aber wenn ich zurückschaue an die letzten Tage, Wochen, Monate, Jahre, finde ich so viele Momente, wo ich das Kreuz gerne mal abgelegt habe. Das ist der Kern der Reformation: Sola Christus, Sola Gratia, Sola Fide. Egal, was wir tun, ist das Kreuz sichtbar. Zu oft geht es uns so wie dem Petrus, dass wir dann doch uns überlegen, was die anderen denken, dass wir doch uns ein bisschen selbst rühmen wollen, dass wir doch stolz darauf sind, dass wir Adventisten sind und die Bibel etwas besser kennen als die anderen, dass wir etwas klüger sind als die anderen, etwas geschickter sind, dass wir uns über die anderen erheben. Zu oft geschieht das und Petrus sagt, Entschuldigung, Paulus sagt: Stopp, ich bin mit Christus gekreuzigt. Das Kreuz ist nicht nur ein Schritt, nicht nur ein Element, nicht nur eine wichtige Lehre, das Kreuz ist mein Leben.

[1:05:17] Wisst ihr, was Ellen White sagt, die perfekteste Zusammenfassung dessen ist, was es bedeutet, ein Christ zu sein? Ein kurzer Vers in Philipper. Sie nennt es die perfekte Zusammenfassung dessen, was es ist, ein Christ zu sein. Philipper und dort Kapitel 1, Vers 21. Philipper 1 und dort Vers 21. Denn für mich ist Christus das Leben. Ende aus.

[1:05:58] Ist Christus für dich das Leben? Oder ist er nur deine Lebensversicherung für den Fall, dass dir etwas passiert, dass du im Hinterkopf hast, ja, ja, ich kann immer zu Jesus zurückkommen. Ist er der Führer deines Religionsclubs oder ist er dein und mein Leben? Es ist übrigens nicht so angenehm gekreuzigt zu sein. Der alte Mensch hat was dagegen, gekreuzigt zu werden. Der wehrt sich mit Händen und Füßen, aber er muss gekreuzigt werden durch den Glauben. Denn was sagt der Glaube? Der Glaube sagt: Dort am Kreuz hängt Jesus und er trägt wessen Sünde? Meine. Wenn also Jesus meine Sünde trägt, meinen Stolz, meinen unreinen Gedanken, meine Lästerung, meine Rebellion, was auch immer, wenn er das trägt, dann ist es bei ihm. Es ist mit Christus gekreuzigt. Was macht es da noch in meinem Leben? Kannst du heute sagen, dass deine Sünde mit ihm dort hängt und dass jedes Mal, wenn sie kommen will und dich verführen will, sagen kannst: Nein, nein, die hängt schon da. Die hängt schon da. Mein alter Mensch, auf den ich vorher so schön gepflegt habe, wo ich immer die ganzen Narben überspielt habe, den ich so schön geschminkt und herausgeputzt habe, dass er schöner ist, als er in Wirklichkeit ist, weil in Wirklichkeit ist der alte Mensch verrottet und hässlich, oder? Oder ist euer alter Mensch besser? Mein alter Mensch ist verrottet und hässlich und stinkend. Aber wir putzen immer so schön auf. Das fällt den anderen gar nicht auf. Wahrscheinlich ist so viel Gestank vom alten Menschen um uns herum, dass wir gar nicht merken, dass die anderen auch nur alten Menschen tragen. Aber wenn ich sagen kann: Mein alter Mensch hängt dort am Kreuz, dann kann ich sagen mit Paulus: Nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir.

[1:09:00] Wenn er meine Sünde nimmt, dann gibt er mir was? Seine Gerechtigkeit. Wisst ihr, was das bedeutet? Wie viele Sünden hat Jesus getan? Pilatus sagt, er war unschuldig. Seine Frau sagt, er war unschuldig. Judas sagt, er war unschuldig. Der Hauptmann am Kreuz sagt, er war unschuldig. Der Schächer am Kreuz sagt, er war unschuldig. Viele, viele Nichtchristen haben seine Unschuld bewiesen. Es ist gerichtlich erwiesen, Jesus war unschuldig. Und diese Unschuld, die schenkt er mir und die schenkt er dir. Und der Paulus, als er das verstanden hat, hatte er keine Lust mehr auf ein bisschen Ruhm von anderen Geschwistern. Er wollte nicht die Unschuld, dieses weiße Kleid einhergeben für ein bisschen Schulterklopfen von anderen Geschwistern. Gut, hast du es gemacht, hast den Heiden gezeigt, dass sie nicht so wichtig sind. Er wollte nicht darauf schauen, was andere sagen. Er wollte einfach mit Gott im Reinen sein.

[1:10:07] Lieber Bruder, liebe Schwester, sind wir mit Gott im Reinen? Bist du mit Christus gekreuzigt? Paulus sagt in Galater 2, 21, ganz am Ende: Ich verwerfe die Gnade Gottes nicht. Denn wenn durch das Gesetz Gerechtigkeit kommt, so ist Christus vergeblich gestorben. Für viele, viele Menschen wird Jesus vergeblich gestorben sein. Ist dir das bewusst? Er hat sein Blut vergossen für Milliarden von Menschen und für eine Mehrheit wird es umsonst gewesen sein. Aber wisst ihr, ihr Lieben, ich möchte nicht, dass Jesus für mich umsonst gestorben ist. Ich möchte die Gnade nicht verwerfen und wenn er mir anbietet: Ich schaue dich an, als ob du nie gesündigt hast, gib mir deinen ganzen Stolz, dein ganzes sündiges Ich, damit ich es ans Kreuz nageln kann, mit des Todes, damit du frei wirst mit mir zu leben. Warum wollen wir es ihm zurückhalten? Petrus musste daran neu erinnert werden. Könnte es sein, dass auch wir, die wir es vielleicht schon mal gehört haben, auch geglaubt haben, neu erinnert werden, weil unser Verhalten zeigt, dass wir doch verurteilt sind. Petrus brauchte eine Reformation. Brauchst du auch eine? Muss dein Stolz auch ans Kreuz. Das Kreuz ist nicht nur das Eingangstor zum ewigen Leben. Das Kreuz ist der Zielpunkt dessen, was du erreichen kannst. Du kommst gar nicht höher als das Kreuz. Dann lass uns doch gleich da bleiben. Jesus lädt dich heute ein.

[1:12:28] Schaut mal, letzter Vers, Offenbarung 3. Und dort Vers 20. Siehe, ich stehe vor der Tür. Das sagt er nicht zu den Heiden. Das sagt er nicht zu Christen abgefallener Denomination. Das sagt er zu den Petrusen von heute. Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Mahl mit ihm essen und er mit mir. Jesus hat an meiner Herzenstür geklopft und ich habe ihn reingelassen. Jeden Tag aufs Neue müssen wir ihn hineinlassen, Tag für Tag mit ihm leben und all das, was einem alten Menschen in unserem Leben sein mag, das Kreuznageln, damit sein Leben unser Leben wird. Ich glaube, wenn wir das tun, wenn wir diese Tür aufmachen, wenn wir Jesus hineinlassen, dann wird es eine Reformation geben. Glaubt ihr nicht auch? Werden da nicht andere Gedanken in unserem Kopf sein? Werden nicht andere Worte aus unserem Mund hervorkommen? Werden wir nicht anders handeln? Nicht mehr so wie Petrus, sondern so wie Paulus.

[1:19:19] Bevor wir beten, möchte ich eine einfache, simple Frage stellen. Wenn es jemanden heute gibt, der seinem Herzen sagt: Ich weiß, dass ich nicht mit Christus gekreuzigt war. Ich wusste von ihm, ich wusste vom Kreuz, ich habe das Kreuz geglaubt, aber mein alter Mensch war nicht mit Christus gekreuzigt. Und dir ist bewusst geworden in dieser Predigt, dass das geschehen muss. Du möchtest ihm das sagen. Dann lade ich dich ein, hier zu mir nach vorne zu kommen. Ich stehe schon mal hier. Wenn es noch jemand betrifft und wenn es nur einer ist, kommt zu mir, dass wir gemeinsam dafür beten. Wir können ruhig hier auf das Podium kommen. Kommt alle her. Noch alle die einladen, die jetzt zuschauen, wenn ihr nicht nach vorne hier kommen könnt, könnt ihr uns vielleicht doch eine E-Mail schreiben und das zum Ausdruck bringen. Wir werden auch dafür dann beten. Lasst uns gemeinsam niederklingen und beten.

[1:15:41] Lieber Vater im Himmel, du bist so ein liebevoller Gott, so gütig, mit so viel Geduld. Niemand von uns hätte diese Geduld, die du mit uns hast. Wir haben heute gesehen, dass man viel von dem Kreuz reden und predigen und singen und erzählen kann. Aber wenn der alte Mensch doch unser Handeln bestimmt, dann schadet das unserer eigenen Seele und auch der ganzen Gemeinde. Und mir ist das bewusst geworden und vielen anderen heute auch. Und für alle, die jetzt den Mut gehabt haben, nach vorne zu kommen, für alle, die auch im Herzen sich dessen bewusst sind und vielleicht nicht nach vorne kommen wollten, wir alle möchten dich um Vergebung bitten, wo wir den alten Menschen nicht ans Kreuz nageln wollten, wo wir mehr auf uns geschaut haben und auf das, was Menschen von uns denken, als auf das, was du über uns denkst. Wir möchten heute unser Leben dir geben. Wir kommen so wie der kleine Junge in der Kindergeschichte, der nichts hat, wenn wir uns einfach auf diesen Teller stellen. Und wir danken dir, dass wir wissen dürfen, dass wenn wir mit dir gekreuzigt sind, Herr Jesus, dass dann du alle unsere Sünden trägst und dass wir dein Leben bekommen, dein sündloses, geheiligtes, reines Leben, dass du uns anschaust, dass der Vater uns anschaut, als wären wir du. Und du sendest uns sogar den Heiligen Geist, damit das sogar in unserem Leben immer mehr zu einer sichtbaren Realität wird. Und so möchten wir heute einfach alles dir übergeben, dich bitten um diese Reformation, die wir so dringend nötig haben, damit die Reformation durch die Gemeinden hindurch geht, bis du ein vorbereitetes Volk hast, das auf die Wiederkunft warten kann und die Wiederkunft herbeisehnt. Und so möchten wir dich jetzt bitten, dass wir im Glauben das annehmen dürfen, dass jede Sünde, alles Vergehen, mit dem wir vielleicht zu kämpfen haben, bei dir am Kreuz gut aufgehoben ist und dass du es in das Heiligtum gebracht hast, dass du uns nicht nur von der Schuld, sondern von der Sünde selbst befreien möchtest, dass du täglich mit uns gehen willst, dass wir dein Leben leben dürfen.

[1:18:44] Und dafür danken wir dir von ganzem Herzen, dass wir das im Glauben, allein im Glauben annehmen dürfen, dir vertrauen dürfen, weil du es gesagt hast. Und mit diesem Glauben, mit diesem Vertrauen wollen wir gehen und dein Leben in unserem Leben erkennen. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.


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