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In diesem Vortrag wird die Entstehung und der Einfluss der charismatischen Musik auf die Adventgemeinde beleuchtet. Der Referent analysiert die historischen Wurzeln der charismatischen Bewegung, die Betonung von Erfahrung über das Wort Gottes und die damit verbundenen spiritistischen Einflüsse. Es wird aufgezeigt, wie diese Musikrichtung über verschiedene Wellen hinweg in traditionelle Kirchen Einzug gehalten hat und welche Auswirkungen sie auf die Identität der Gläubigen hat. Abschließend werden aktuelle Trends innerhalb der Adventgemeinde kritisch betrachtet und alternative musikalische Wege aufgezeigt.


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Serie: Die Macht der Musik

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Transkript

[0:25] Musik ist heute zu einem unentbehrlichen Bestandteil des Lebens, in unserer modernen Gesellschaft geworden. Durch den technischen Fortschritt ist sie fast überall und immer verfügbar, vom Erwachen bis zum Einschlafen. Aber sie ist weithin nicht mehr das himmlische Gut, wie Luther noch meinte, als vielmehr ein Echo der Hölle. Die Frage gläubiger Nachfolger Jesu lautet daher nicht, ob wir Musik hören wollen oder nicht, sondern welche Art von Musik wir gestatten, in den Archiven unserer Erinnerung verwahrt zu werden. Denn die Macht der Musik wird unseren Charakter unweigerlich beeinflussen. Ein gesegnetes Studium unter der Leitung des Geistes Gottes wünscht allen Teilnehmern, euer Bruder in Christus, Heinz Hopf.

[1:33] Olaf hat ja gerade einen sehr schönen Überblick gemacht über die Entstehung der charismatischen Bewegung, auch viel aus theologischer Sicht. Manches hier und dort wird sich vielleicht überlappen, und der Schwerpunkt in meinem Vortrag ist mehr der historischen Entwicklung, wo wir auch Dokumente und so ein bisschen betrachten werden, in Bezug auf Musik. Der Vortrag ist in fünf Teilen eingeteilt. Zunächst einmal möchten wir ein paar wichtige, grundlegende Tatsachen festhalten, die entscheidend sind, um dann später auch die Entwicklung in der Musik besser zu verstehen, woher es kam und wohin es führt. Dann möchten wir über die charismatische Musik selbst nachdenken, wie ist sie entstanden und wie hat sie sich entwickelt bis zum heutigen Tag. Danach möchten wir über das Thema Musik und Identität nachdenken, wie diese zwei untrennbar miteinander verbunden sind. Und dann, vielleicht der heiße Teil, Trends in der Adventgemeinde. Da möchten wir ein bisschen die aktuelle Situation in der weltweiten Gemeinde näher in Betracht nehmen. Dann vielleicht gibt es alternative Perspektiven zu den Trends und abschließend dann noch eine kurze Zusammenfassung.

[2:50] Grundlegende Tatsachen. Olaf hat es schon erwähnt in seinem Teil vorher, dass es manche Dinge gibt, die ganz wichtig sind zu beachten, und ich möchte euch ein bisschen zurückführen in die Anfänge. Und die Anfänge sind 1900. Und überlegen wir uns hier, wie schnell die weltweite charismatische Bewegung gewachsen ist, von null im Jahr 1900 bis schätzungsweise über eine Milliarde im Jahr 2050. Die charismatische Bewegung stellt die größte Bewegung der Weltgeschichte dar. Es ist ein historisches Ereignis, das es noch nie gegeben hat, seit der Zeit der Urchristen. In 100 Jahren ein Zuwachs von 600 Millionen ist sehr gigantisch. Daher ist es wichtig, dass wir uns über diese Bewegung auch gut auskennen und verstehen, was damit verbunden ist.

[3:42] Wir haben, wie Olaf es auch erwähnt hat, die sechs Wellen. Vielleicht sind meine fünfte und sechste Welle ein bisschen anders dargestellt, aber die ersten drei Wellen, möchte man noch kurz in Erinnerung rufen: 1906, das war die erste Welle in Los Angeles, wo die klassische Pfingstbewegung gegründet worden ist. Dann, 1960 kam die zweite Welle und das öffnete die protestantischen Kirchen, das heißt die evangelische Kirche, die lutherische Kirche, öffnete sie für den charismatischen Trend. Und es war zugleich auch die Geburt der katholischen Charismatik. Das war auch in Los Angeles. Die dritte Welle, 1980, da war die Öffnung der Evangelikalen gegenüber der Charismatik das Ergebnis. Und da wurden auch manche neokharismatische Kirchen gegründet, wie zum Beispiel die Vineyard-Bewegung. Das war auch in Los Angeles. Wir werden merken, dass Los Angeles ganz oft vorkommt und das ist schon recht interessant. Die dritte Welle hat auch einen ganz entscheidenden Einfluss auf alle weiteren Kirchengemeinschaften im Christentum gehabt, das werden wir später sehen im Vortrag.

[4:50] 1994 war dann eine Erweckung innerhalb der bestehenden, vorher entstandenen charismatischen Kirchen, das war der Torontosegen, die Erweckung in Brownsville zum Beispiel, und wo diese intensivierten Erscheinungsformen auch stattgefunden haben, wie Bellen, Lachen, Betrunken sein im Geist, Kriechen auf dem Boden und vieles andere. 2005 war auch ein interessantes Jahr, weil ab diesem Zeitpunkt hat es in der charismatischen Bewegung begonnen, diese Sicht zu haben: Wir möchten die ganze Gesellschaft transformieren. Nicht nur einzelne bekehren, sondern Gesellschaften en masse umdrehen. Nicht mehr der Schwanz sein, sondern der Kopf. Und 2014, mit dem letzten Jahr mit der Botschaft vom Papst, durch den Palmer, ist eigentlich eine neue Stufe in der Weltgeschichte des Christentums angebrochen, wo die Verschmelzung aller Christen einen ersten deutlichen Schritt genommen hat. Das mal kurz zum Überblick über die sechs Wellen, und wo die sechste Welle sehr interessant ist, in der wir uns gerade jetzt befinden.

[6:04] Wir möchten uns drei Tatsachen jetzt anschauen, bei den Grundlagen, die wichtig sind, bevor wir in die Musik weitergehen. Tatsache Nummer eins: Was ist die Autorität, nach der sich die charismatische Bewegung orientiert? Das Wort Gottes oder die Erfahrung? Da möchten wir ganz kurz zu den Ursprüngen zurückgehen, und da ergänze ich manches hier zu dem, was Olaf gerade vorher erwähnt hat. Bethel College, 1900, das war der Wunsch nach Erweckung. Es waren Schüler dort, an dieser Bibelschule, und die haben dafür gebetet, dass sie die Gaben des Geistes bekommen. Die haben gesagt: "Wir haben schon lange geglaubt, dass der Herr uns die Sprachengabe geben wird, damit wir zu Menschen verschiedener Nationen sprechen können, ohne die Sprachen in Schulen lernen zu müssen." Ganz interessant, die Charismatiker dachten von Anfang an, dass Zungenrede eigentlich die Sprachengabe sein sollte. Mit der Einstellung gingen sie ins Gebet. Dass man Englisch lernt, Französisch vom Heiligen Geist bekommt, Spanisch und Deutsch wird auch erwähnt in manchen Dokumenten, da können wir nach Deutschland gehen und dort evangelisieren. Aber interessanterweise, es kam dann genau umgekehrt.

[7:22] Hier Charles Parham, das war der Schulleiter, seine eigenen Worte dort im Jahr 1901: "Alle Studenten saßen am Boden und sprachen unbekannte Sprachen, keine zwei Personen die gleiche, und keiner verstand seine eigene Sprache oder die Sprache seines Nachbars." Aber das war ja gar nicht das, was wir erwartet hatten. Wir dachten, man wird Französisch, Deutsch, Spanisch reden können. Was ist denn jetzt passiert? Zum Beispiel Agnes Osman, das war der Erste, der in Zungen geredet hat damals, hat in Zungenschrift geschrieben. Das ist das Originaldokument. Angeblich ist das Chinesisch in Zungenschrift. Wer hier Chinesisch lesen kann, wird schnell feststellen, das ist ein Kauderwelsch und nicht Chinesisch. Also war das doch keine echte Sprache. Und so sagt dann der Historiker, der Karls Mathe-Historiker Hayford mit seinem Kollegen Moore: "Die Vorstellung einer Sprachengabe wurde zu einem peinlichen Versagen, als die Arbeiter der Pfingstgemeinde spät in das Missionsfeld gingen und feststellten, dass keiner sie verstand."

[8:27] Jetzt war das Dilemma: Ja, was machen wir jetzt? Was machen wir jetzt? Als dies und andere Missionare mit Enttäuschung und Versagen zurückkehrten, sagt Historiker Anderson, mussten die Pfingstlehrer ihre ursprüngliche Ansicht bezüglich Zungenrede neu bedenken. Wir dachten, Sprachengabe, Deutsch, Französisch, Spanisch. Raus kam unverständliche Zungenrede. Wie gehen wir damit um? In welchem Dilemma stehen wir jetzt? Sie standen vor dem Dilemma: Wir haben aus dem Wort Gottes erwartet, dass es Sprachengabe ist, aber die Erfahrung gab uns die Zungenrede. Was oder wem vertraue ich jetzt mehr? Dem Wort Gottes oder der Erfahrung? In der ersten Stunde, in der Geburtsstunde der Charismatik, standen sie ganz eindeutig vor dieser Frage und mussten jetzt Stellung beziehen.

[9:27] Wofür hat sich die charismatische Bewegung entschieden? Für die Erfahrung oder für das Wort Gottes? Damals, 1901, hat man sich für die Erfahrung entschieden. Wenn man jetzt die Erfahrung als Fundament für den Glauben nimmt, seht ihr, dieses Dreieck ist ganz instabil, oder? Das kann in jede Richtung kippen. Nur wenn wir die Bibel, das Wort-Gottes-Fundament haben, ist es stabil. Dieses Dreieck kann nicht kippen. Somit in der Geburtsstunde stand die Bewegung ganz deutlich vor dieser Frage.

[10:04] 80 Jahre später, die Geburtsstunde von der Vineyard-Bewegung, die dritte Welle, 1980, war das Gleiche, jetzt mit John Wimber und Peter Wagner. Da beschrieben sie diese Veranstaltung am Muttertag 1980: "Eine Mehrheit der Jugendlichen schüttelte um und fiel um. Es sah zu einem Zeitpunkt aus wie bei einem Schlachtfeld. Körper überall, Menschen heulten, weinten und redeten in Zungen. Es gab viel Geschrei und Lärm." John Wimber geht nach Hause und denkt sich: Aber das ist nicht, was wir erwartet hatten. Wie soll ich das einordnen? Und jetzt kam dann zur Schlussfolgerung von John Wimber in seinem Buch "Power Evangelist", 1986: "Gott gebraucht unsere Erfahrungen, um uns mehr zu zeigen, was er uns in der Bibel lehrt. Dabei werden oft Elemente unserer Theologie umgekippt oder verändert." Falls meine Theologie passt gut, genau auf, was er sagt, durch die Erfahrung gekippt wird, gebe ich der Erfahrung mehr Glaubwürdigkeit als der Theologie.

[11:10] Es war eine bewusste Entscheidung. Also zweimal in der Geschichte der Charismatik haben sie sich bewusst gegen das Wort Gottes und für die Erfahrung entschieden. Es kam einfach nicht so hinten rein und keiner hat das mitbekommen. Interessant ist, wie er weitergeht: "Viele verstehen nicht, dass Gott größer ist als sein Wort." Das ist ganz wichtig zu wissen, wenn wir über die Musik nachdenken. Das ist die ganze Grundlage der charismatischen Musik: Erfahrung über das Wort. Nur das Wort kann Stabilität geben. Wenn Erfahrung im Vordergrund liegt, kann es uns irgendwo hinführen. Auch die Musik. So hat John Wimber die gleiche Entscheidung gemacht wie damals 1901. Erfahrung als Fundament und dann erst das Wort Gottes. Instabil.

[12:12] Interessant ist, was Ellen White sagte damals, 1885: "Die Leute der Heiligungsbewegung setzen Eindrücke, sprich Erfahrung, über das geschriebene Wort Gottes. Der Geist und das Wort sind in Übereinstimmung. Der Geist Jesu führt in alle Wahrheit, aber bei diesen geistgefühlten Menschen ist Feindschaft gegen die klaren Aussagen der Bibel." Das ist eine interessante Aussage. Das heißt, wenn ich mich für die Erfahrung entscheide, gegenüber meiner Überzeugung aus dem Wort Gottes, dann stehe ich in einer gewissen Feindschaft gegen die Bibel. Wohin soll eine Bewegung sich entwickeln können, wenn so eine grundsätzliche Feindschaft da ist? Das kann nicht gut ausgehen.

[13:01] Das war Tatsache Nummer eins. Erfahrung ist das Fundament von allem, was wir in der charismatischen Bewegung beobachten. Nicht das Wort Gottes.

[13:11] Welcher Geist steht jetzt grundsätzlich hinter der charismatischen Bewegung? Gehen wir auch da zu den Ursprüngen zurück, 1906. Das ist William Seymour in Azusa Street in Los Angeles. Und er wurde später die Gründungsperson der weltweiten Pfingstbewegung. Da, in diesem Haus, fanden diese Veranstaltungen statt, wo die Menschen auf dem Boden gekrabbelt haben, geschrien haben, umgekippt sind, in Trancen hineingerutscht sind. Und da wird es interessanterweise so beschrieben hier: Der Historiker der Pfingstbewegung, also selbst der Pfingstler, Werner und seinen, sagt: "Spiritisten und Medien von zahlreichen okkulten Gesellschaften in Los Angeles begannen an den Veranstaltungen teilzunehmen und dort mit ihren Zungen und Trancen beizutragen." Das ist ein Historiker der Pfingstbewegung, der das offen schreibt. Dann würde ich echte Sorgen haben, wenn das die Ursprünge meiner Bewegung wäre.

[14:14] Noch weiter, Charles Parham, seine Frau, Sarah Parham, wo diese Zungenrede begonnen hat, ein paar Jahre früher, sagte mit ihren eigenen Worten, das zitiert sie ihren Mann jetzt: "Ich eilte nach Los Angeles und fand die Zustände noch schlimmer als ich befürchtete. Ich fand hypnotische Einflüsse, Einflüsse von Geistern, spiritistische Einflüsse sowie alle Art von Verzauberung, Anfälle und Ohnmacht." Das ist Augenzeugenbericht von Charles Parham, der Schulleiter in der Schule, wo gerade vorher die Zungenrede ausgebrochen ist. William Seymour war sein Schüler, Ex-Schüler, der Los Angeles dann weitergemacht hat. Also, klares Bekenntnis selbst hier von Historikern, dass die Ursprünge hier schon fragwürdig sind.

[15:00] Jetzt haben wir also Erfahrung, und wir sehen auch, dass spiritistische Einflüsse von Stunde null an festgestellt werden können. Hat jetzt der Feingottes versucht, irgendwo eine Injektion, wie ist da eine Spritze, in den Körper hinein, Injektionsversuche zu machen in der Adventbewegung? Und er hat schon zweimal versucht. Der erste Versuch war sehr früh. Der war schon 1864. Lange vor Indiana. 40 Jahre. Da sagt Ellen White dazu, in den ersten beiden Zeugnisse: "Manche Personen haben etwas, was sie als Gaben bezeichnen, und sagen, dass der Herr dies in die Gemeinde hineingestellt hat. Sie haben einen unverständlichen Kauderwelsch, Zungenrede, den sie als unbekannte Zungen bezeichnen. Solche Gaben werden von Männern und Frauen erzeugt, mit Unterstützung des großen Verführers. Sie gehen in ihre wilden und erregbaren Gefühle ganz auf, und machen unintelligente Geräusche, die sie als Gabe der Zungenrede bezeichnen." Und jetzt, pass auf: "Möge Gott sein Volk von diesen Gaben befreien."

[16:13] Diese Aussage von Ellen White rettete die Adventbewegung damals 1864. Wenn sie gesagt hätte, das ist der Wille des Herrn, dann wäre das, was in der Azusa Street 40 Jahre später ausgebrochen ist, in der Adventgemeinde geschehen. Ellen White war der Schutz, damit das, was später kam in der Pfingstbewegung, nicht 40 Jahre früher in der Adventgemeinde geschehen ist. Das, was sie erfahren haben, kam dann im Bethel 1901.

[16:45] Dann der zweite Versuch, wo wir merken, dass Satan versucht hat, hier in der Adventgemeinde diesen charismatischen Geist schon vor der charismatischen Bewegung hineinzuführen, war dann 1901 in Indiana. "Manche schienen in einer Vision zu sein und fielen auf den Boden. Andere hüpften, tanzten und schrien. Dies wiederholten sie immer wieder. Ich brachte mein Zeugnis im Namen des Herrn und sprach seinen Tadel bezüglich dieser Erscheinungen aus." Zum zweiten Mal wurde jetzt Ellen White die Rettung für die Adventbewegung, damit diese Erscheinungen nicht angenommen wurden.

[17:26] Der Christopher Krampf wird ja noch mehr auf das eingehen heute Nachmittag. Somit hat es also, wenn wir das zusammenfassen: Die Erfahrung ist die höchste Autorität und die entstehende Charismatik war mit realen spiritistischen Manifestationen verbunden, und es gab zwei große Injektionsversuche in der Adventgemeinde bisher. Und die Frage ist: Kommt ein dritter Versuch? Oder befinden wir uns schon mittendrin?

[18:00] Olaf hat diesen Text schon gelesen, aber in diesem Zusammenhang jetzt, vielleicht aus einer weiteren Perspektive: "Gott zeigt, wie wir das Ereignis in den Jahren stattgefunden haben, knapp vor Ende der Gnadenzeit stattfinden werden. Geschrei mit Schlagzeugmusik und Tanz wird es geben. Die Sinne werden verwirrt. Und dies wird das Wirken des Heiligen Geistes bezeichnen." Und jetzt: "Die Dinge, die in der Vergangenheit stattgefunden haben, werden auch in der Zukunft geschehen. Satan wird die Musik zur Falle für sein, also Gottes Volk, machen, welches das Licht im Wort und in den Zeugnissen vor Augen hat, um sie zu lesen, beachten und folgen." Steht hier: Satan wird vielleicht die Musik zur Falle machen? Satan wird eventuell nach weiterer Überlegung die Musik zur Falle machen? Oder steht: Er wird? Was steht da? Er wird. Obwohl wir das Licht im Wort und in den Zeugnissen haben.

[19:15] Somit sind wir jetzt beim Thema Musik angekommen. Ja, ein dritter Injektionsversuch kommt. Und zwar über die Musik. Nur so kann er die Erfahrung auch in der Adventgemeinde über das Wort stellen.

[19:41] Damit sind wir jetzt dort, wo wir jetzt in das Thema Musik konkret hineintauchen wollen. Wir möchten uns kurz überlegen, wie die Musik entstanden ist und die Wurzeln dieser Musik, die Ursprünge der charismatischen Musik. Begonnen hat es eigentlich in den 70er, 80er Jahren. In den 70er Jahren war es eigentlich noch recht unschuldig, wenn ich dieses Wort gebrauchen darf. Vielleicht darf ich ein Video vorspielen. So war Low-Price-Musik Anfang der 70er Jahre vor der charismatischen Musik. Kleines Beispiel hier. Ja, das klingt ja fast wie Ziehungslieder. Nicht ganz. Aber im Vergleich zu heute wirkt es ja richtig unschuldig. Das war Low-Price-Musik 1970, bevor die charismatische Welle das Christentum erfasst hatte. Da waren noch Orgel im Einsatz und diese Art von Musik bei den Jugendlichen das Gängige.

[20:50] Aber, dann kam das Jesus-Movement. Das waren die, die eigentlich in der Hippie-Bewegung in den 60er Jahren dann groß geworden sind und dann getauft wurden als Christen und sie brachten ihre Musik mit hinein. Viele von ihnen waren selbst Musiker vorher gewesen. Und Love-Song war das erste zeitgenössische christliche Band der Weltgeschichte. Der Anfang von der sogenannten CCM, Christian Contemporary Music, zeitgenössische christliche Musik. Und da merken wir im Unterschied zu dem, was wir gerade gehört haben, wenn wir jetzt hier ein Beispiel vorspielen aus ihrer Platte, von 1970, ein bisschen anders zu.

[22:02] Okay, ein kleines Beispiel, aber klingt immer noch eigentlich recht viel milder, als wir heute gewöhnt sind in manchen Zusammenhängen. Love-Song, das erste christliche Band der Weltgeschichte, 1970. Aus dem heraus dann, 1980, in Verbindung mit der dritten Welle, wo die Vineyard-Bewegung entstanden ist, war eigentlich die Geburtsstunde der modernen Lobpreismusik, wo das dann so in die Gemeinde hineingekommen ist, als Teil vom Gottesdienst. Love-Song war doch nicht Gottesdienst, aber jetzt kam es in den Gottesdienst hinein, und das war in Los Angeles im Jahr 1980. Und vielleicht ein paar Hörproben, so wie die erste Geburtsstunde der Lobpreismusik damals geklungen hatte, zur Zeit von John Wimber, 1979.

[23:01] Brechen wir da ab, dann schauen wir uns vielleicht noch ein paar andere hier an. Dann 1985. Er wirkt dann noch recht mild. Das ist die Geburtsstunde der charismatischen Lobpreismusik, hat so geklungen, 1980. Heute natürlich, heute klingt es ganz anders, und aus dem ist so ein Riesen-Music-Label entstanden, Vineyard-Music, vielleicht ist es für manchen von euch bekannt. Das ist ein bekannter Music-Label, und heute in der Vineyard-Bewegung sieht es natürlich dann ein bisschen anders aus.

[23:49] Vielleicht haben wir ein kurzes Beispiel hier. Um ein bisschen ein Gefühl zu bekommen, wie das ungefähr heute klingt. Jetzt gibt es eine interessante Aussage hier, von Kevin Springer: "Du verstehst nicht Vineyard, wenn du nicht die Lobpreismusik verstehst. Sie ist der größte Beitragsfaktor für das Wachstum. Mehr als Heilungen, mehr als Bücher, es ist die Vineyard-Musik." Also da liegt was dran in der Musik. Der Don Mohan, auch einer der Lobpreisgründer in den 1980er Jahren, sagt selber etwas zu einer anderen Erweckung, die später stattgefunden hat, in Brownsville, in Florida. "Es liegt irgendetwas Mächtiges darin, wenn man die Musik der Erweckung zu eigen macht. Das Feuer der Erweckung, das ist eine interessante Aussage, kann dich ergreifen, wenn du der Musik zuhörst, die bei der Brownsville-Erweckung stattfand, und die klingt genauso, wie wir vorher gehört haben. Also wenn ich die Musik höre", sagt er jetzt, "und das zu eigen macht, so richtig reinziehe, kann es sein, dass ein Funke von dem, was die Charismatiker unter sich erlebt haben, überspringen kann", laut seiner Aussage. Da liegt also ein Einfluss in diese Musik.

[25:40] Ja, das war die Brownsville-Erweckung, von der er gerade gesprochen hat, und die Musik ist genauso, wie wir vorher gehört haben. Hillsong ist ein weiterer Trendsetter, und wer hat schon mal von Hillsong gehört? Ganz viele hier. Hillsong ist vielleicht der Trendsetter Nummer eins im Moment. Hillsong ist eigentlich eine Pfingstgemeinde im Süden Australiens, mit 30.000 Mitgliedern. Das ist eine sehr große Gemeinde. Die kommen zusammen zum Gottesdienst, da sind sie 15.000 bis 20.000. Und Musik ist die große Aktivität, mit der sich Hillsong auch beschäftigt. Da kommt sehr viel raus, sehr viele Lieder und CDs und DVDs. Und da ist ein ganzes Label entstanden, das weltweit überall Einfluss hat. Vielleicht nur ein paar Eindrücke, damit wir ein Gefühl bekommen, wie das so jetzt bei den Charismatikern in Original abläuft, bevor wir über die Adventgemeinde nachdenken. Das ist eine gute Referenz zu haben.

[26:36] Schauen wir mal, wo wir anfangen können. Oder vielleicht hier noch ein anderes Beispiel. Das ist also die Originalszene, in der die charismatische Musik stattfindet. Natürlich mit Zungenreden verbunden, mit Heilungen verbunden, und das gesamte Paket. Wenn wir nach Europa ein bisschen schauen, Lebensud in meiner Heimatstadt in Schweden, wo ich aufgewachsen bin, ist die größte Gemeinde in Europa, ist auch sehr federführend in der Musik, gleich wie bei Hillsong. Hier in Baden-Württemberg, Gospel Forum, die einflussreichste charismatische Gemeinde in Deutschland mit dreieinhalb Tausend Mitgliedern, und da spielt sich die gleiche Musik ab. Da wir ihn in Deutschland sehen, vielleicht schauen wir uns das kurz hier in Stuttgart an. Das ist Stuttgart Gospel Forum jetzt, vor einem Jahr.

[28:35] So, das gibt uns ein bisschen ein Gefühl, ungefähr wie die Szene bei den Charismatikern ausschaut. Interessanterweise haben wir die gleiche Musik auch in der katholischen Kirche. Da geht es genauso viel ab wie bei den Protestanten. Vielleicht ein Beispiel da. Die katholische Kirche hatte seit 40 Jahren eine charismatische Erneuerungsbewegung, seit 1967, und da bei ihren charismatischen Konferenzen kann man zum Beispiel Folgendes dann hören.

[29:28] Also, wir würden eigentlich keinen Unterschied erkennen, ob es jetzt eine katholische Charismatik oder protestantische Charismatik ist. Gleiche Musik, gleiches Händeheben, gleiches Verhalten. Interessant ist, dass bei dieser dritten Welle ging es dann erstmalig aus den charismatischen Kirchen heraus in die traditionellen historischen Kirchen, die nie mit Charismatik was zu tun hatten und eigentlich Charismatik ganz abgelehnt haben. Die Berliner Erklärung zum Beispiel, die evangelische Kirche, hat das ganz abgelehnt. Aber mit der dritten Welle kam dann die Musik trotzdem in diese historischen und traditionellen Kirchen hinein. Also wenn wir heute jetzt zum Beispiel hinausschauen, werden wir bei den Lutheranern den gleichen Lobpreis finden, wie früher, nur bei den Charismatikern denkbar war. Oder wenn wir weiterschauen in andere Gemeinschaften, Methodisten, nicht anders.

[30:45] Und jetzt hat etwas Interessantes stattgefunden. Was für alle diese Gemeinden undenkbar war früher, war plötzlich mitten unter ihnen die charismatische Musik. Bei den Baptisten auch nicht anders. Und so kommen wir zu diesen interessanten Feststellungen in den Charismamagazinen, das ist ja das Hauptmagazin für die Charismatiker. Lieder, die früher nur in charismatischen Gemeinden gesungen wurden, können jetzt überall in nicht-charismatischen und traditionellen Kirchen gehört werden. Also, was durch die Vordertür nicht hineinkam, kommt durch die Musik, durch die Hintertür.

[31:25] Weitere Aussage oder Frage vielleicht: Was sind jetzt die langfristigen Folgen der charismatischen Musik für das Christentum? Und da haben ein paar Spezialisten folgende Aussagen gemacht. Peter Wagner, Mitgründer der dritten Welle, zusammen mit John Wimber, sagt: "Ich sehe die dritte Welle als die Öffnung der Evangelikalen und anderen Christen für das übernatürliche Wirken des Heiligen Geistes, wie bei Pfingstlern und Charismatikern, aber ohne charismatisch werden zu müssen." Oh, das ist interessant jetzt. Also, ich kann in der Adventgemeinde bleiben, ich kann in der Baptistengemeinde bleiben, ich kann in der Methodistengemeinde bleiben und trotzdem plötzlich charismatisch sein. Durch die Musik vor allem.

[32:20] Und somit hat dann ab der dritten Welle, ab 1980, die Charismatik eigentlich die ganze christliche Welt erfasst. Vor allem durch die Musik. Andere Aussage von Calise, das ist der ehemalige Präsident der katholischen charismatischen Erneuerung in Italien. Da gerade ein Foto mit Franziskus zusammen. Er sagte damals: "Katholische, protestantische und orthodoxe Charismatiker können leicht miteinander den Herrn preisen." Preisen bedeutet Musik. Auch, weil sie durch die Taufe im Geist und durch die Gaben des Geistes, bezogen auf die Prophetie, freund sind. Und, ich füge hinzu, in der Musik freund sind. Nichts ist so gemeinsam im Christentum jetzt, wie die charismatische Musik. Das hat alle Glaubensdenominationen durchsäuert. Fast.

[33:15] So kommen wir zu einer Kernbeobachtung. Die charismatische Musik ist der stärkste Faktor im Verschmelzen der Kirchen. Im Moment.

[33:25] Schauen wir uns einen historischen Ablauf an, wie sich das alles entwickelt hat, was wir jetzt beschrieben haben. Begonnen hat es, wenn wir die Welt betrachten, hier die Musik in der Welt, also in den 1920er Jahren hatten wir die Spirituals im Süd-USA. Das ging dann in den Gospel, Blues und Jazz über. Aus dem kam dann Soul, R'n'B, also Rhythm and Blues, Rock'n'Roll, bis hin zu Rap, Pop, Hip-Hop und Swing. Das ist so die Zeitepoche der westlichen Musik. Jetzt hatten wir die Kirchen, die Christen, die haben in dieser Zeit ganz brav ihre Hymnen gesungen. In den 1920er Jahren, in den 1940er Jahren und auch ganz glücklich in den 1960er Jahren. Aber dann passierte was jetzt. Plötzlich, die Bereiche, die ich jetzt rot gemerkt habe, Rhythm and Blues, Rock'n'Roll, Rock'n'Folk, bekamen Einfluss durch die Jesusbewegung, auf die die jetzt sich taufen haben lassen. Und somit durch den Jesus-Movement, das ist JM, kam der erste Einschnitt unter den Christen. Wo dann die christlichen Bands eingeführt wurden und die Hymnen rausgeflogen sind. Hymnen, also Liedebuch singen. Das war der erste Einschnitt.

[34:40] Und es ging dann weiter, und das entwickelt sich dann in der sogenannten CCM-Bewegung, also Christian Contemporary Music, zeitgenössische christliche Musik. Aus dieser CCM-Bewegung kam dann auch die CWM, Contemporary Worship Music, also zeitgenössische Lobpreismusik, die für den Gottesdienst gedacht ist. Und so merken wir das eigentlich, dass Hymnen singen, das Christen hier Jahrtausende gemacht haben, innerhalb von wenigen Jahrzehnten völlig zusammengebröckelt ist. Heute gibt es kaum mehr. Vielleicht noch die letzten Reste, unter den Evangelikalen, unter den Methodisten, Baptisten und so weiter.

[35:20] Aber was ist mit der Adventgemeinde jetzt? Ja, die Adventgemeinde hat auch ganz glücklich unsere Ziehungslieder gesungen und das Liedbuch "Wir loben Gott" und vielleicht die Liederbücher davor. Und das hat uns erfüllt. Aber plötzlich dachten wir, es erfüllt uns nicht mehr. Und haben dann hineingeschnuppert, was machen die anderen Christen? Vielleicht könnte man da was abschauen. Und so merken wir, dass hier der gleiche Worship Music, die Lobpreismusik, die bei den anderen Christen sich entwickelt hat, jetzt ab dem Jahr 2000 ungefähr begonnen hat, sich zu etablieren in der weltweiten Adventgemeinde. Frage ist, wie schaut es weiter aus? Weil ausgehöhlt ist es schon. Wird es das Gleiche geschehen wie bei den anderen christlichen Gemeinschaften oder nicht?

[36:19] Und so merken wir, was eigentlich am Anfang an völlig säkulare Musik war, die mit Gott und Glauben nichts zu tun hatte, gang und gäbe bei den Christen ist und starken Zulauf bei den Adventisten schon gefunden hat. Das wäre damals, in den 1950er Jahren, wo R'n'B und Rock'n'Roll war, undenkbar gewesen.

[36:51] Die dritte Welle, 1980, merkt ihr? Das war der entscheidende Schnitt. Ab dann, wie ein Lauffeuer, durch das gesamte Christentum.

[37:04] So, was wir festhalten könnten jetzt hier über die Historie der charismatischen Musik ist: Durch die Charismatik kam Pop und Rock in alle Kirchen. Die charismatische Bewegung war das Zwischenbindeglied, den Sprung hinein in die Kirchen, die nicht charismatisch waren. Die charismatische Lobpreismusik trägt in sich den charismatischen Geist. Dieser Geist heißt Erfahrung, ist wichtig als Wort. Und dieser Geist ist auch das, was wir am Anfang gefunden haben, 1906: Es sind nicht die Geister von Gott, sondern andere. Und es ist das stärkste Bindeglied unter Christen heute.

[37:44] Vielleicht noch ein bisschen zu Musik und Identität noch. Da gibt es eine ganz interessante empirische Studie, die die evangelische Kirche in Amerika gemacht hat. Die haben da untersucht, welche Generationen welchen Musikgeschmack haben. Und dann herausgefunden, dass die Generation, die 1925 bis 1945 geboren ist, da ist die blaue Linie, da hat die Mehrheit klassische Musik bevorzugt, aber die Minderheit die Rockmusik. Die nächste Generation, die geboren sind, 1945 bis 1965, die haben dann schon umgekehrt. Eher den Rock bevorzugt, vor der Klassik. Und dann merkt man, dass die nachfolgenden Generationen diesen Trend verstärkt haben. Das heißt also, die Weltgeschichte hat hier einen Paradigmenwechsel erlebt, der einmalig ist. Das hat es in der Weltgeschichte noch nie gegeben, dass ein Musikgeschmack so auf den Kopf gestellt wird, innerhalb von zwei Generationen. Das ist ein historisches Ereignis.

[38:53] Und jetzt geht es um die säkulare Musik bei säkularen Menschen. Aber wie war das jetzt bei den Christen? Da haben sie eine Studie gemacht, und die Christen, wie das ausschaut mit der Lobpreismusik dort, nicht Adventisten, aber Lutheraner, da haben sie festgestellt hier: Ja, die Generation, die 1925 bis 1945 geboren ist, da hat man die Hymnenliebe gesungen, als dann die Worshipmusik später gekommen ist, in den 70er Jahren. Die nächste Generation, geboren 1945 bis 1965, das schließt mich gerade noch ein, da war das so gleich. Und die nächste Generation, geboren 1965 bis 1980, da war es gekippt. Wer hier ist geboren zwischen 1965 und 1985? Zeigt die Hände auf. Eure Generation ist es, wo dann dieser Sprung stattgefunden hat. Und die nächsten Generationen, die folgen ab jetzt, werden diesen Trend nur verstärken. Die Frage ist: Kann auch dieses historische Umstellen und Kippen aufgehalten werden oder nicht? Vor dieser Herausforderung stehen wir als Adventgemeinde.

[40:00] Dann haben sie eine weitere Untersuchung gemacht, welche Auswirkungen hat jetzt zeitgenössische Musik auf die Identität? Und schaut euch das Ergebnis an: Bei den Mitgliedern, die zeitgenössische Musik bevorzugten, gab es keine signifikante Kirchenidentität. Aber jene, welche die traditionellen Komponenten des Gottesdienstes schätzten, haben eine stärkere Identifizierung mit der Kirche gehabt. Sie haben das statistisch alles analysiert. Das heißt, die, die moderne, zeitgenössische Lobpreismusik bevorzugt haben, haben gar nicht gewusst, warum sie Lutheraner sind. "Wir hatten keine Identität. Ich bin einfach Christ. Ich glaube einfach so." Aber die, die Hymnen gesungen haben, und das bevorzugt haben, die traditionelle Musik, die haben gewusst: "Ich weiß, warum ich Lutheraner bin. Wir bauen auf Martin Luther, wir haben ein Erbe zum Weitergeben." Interessant. Empirische Studie. Nicht Adventisten, aber Lutheraner. Musik wird deine Identität entweder stärken oder schwächen. Wenn wir jetzt ein bisschen übertragen auf die Adventgemeinde, wenn wir jetzt Lobpreismusik im großen Stil einführen würden, was würde mit unserer Identität geschehen? Du würdest gar nicht wissen, warum du Adventist bist. Du bist halt Gläubiger. Aber warum gerade Adventist, weißt du nicht wirklich.

[41:36] Das überspringen wir vielleicht. Ein anderes interessantes Beispiel, das Liedebuch in Schweden. Ich habe damals in Schweden gelebt, in den 1980er-Jahren, und da gab es ein neues Liedebuch, das rauskam, mit gemischten Inhalten. Aber auf eine sehr seltsame Weise. Ich erkläre es euch ganz kurz. Hier eine Adventgemeinde aus Schweden. Es gab drei Liedebücher in ganz Schweden, wobei die erste Hälfte für alle 15 teilnehmenden Kirchen gemeinsam war. Adventgemeinde, Baptisten, Methodisten, Lutheraner, Katholiken, Pfingstler, Heilsarmee, 15 Kirchen. Die gleichen Lieder in der ersten Hälfte. Und dann gab es für die zweite Hälfte drei Ausgaben. Die katholische Ausgabe, die haben dann ihre eigenen Lieder gehabt, in der zweiten Hälfte. Dann die evangelisch-lutherische Kirche in Schweden, die Staatskirche, haben auch für die zweite Hälfte ihre eigenen Hymnen gehabt. Und dann gab es ein Buch mit der Adventgemeinde und sieben anderen evangelikalen Gemeinden zusammen. Es gab also kein adventistisches Liedebuch. Die erste Hälfte war mit allen 15 Gemeinden gemeinsam, und die zweite Hälfte war mit sieben weiteren evangelikalen Gemeinden, Baptisten, Methodisten usw. gemeinsam.

[43:02] Und jetzt hat man festgestellt, dass die Inhalte vielleicht ganz nicht so adventistisch waren. Man konnte dann in diesen Büchern, vor allem in der ersten Hälfte, Lieder finden über den Sonntag als Tag der Heiligung, über die Evolution, über Maria, über den Heiligen, über die Seele. Aber kaum adventistische Themen. Ich war damals sehr involviert in eine Aufklärungskampagne dann in Schweden, um das den Mitgliedern nahezubringen, was das bedeutet. 1986, als das Buch rauskam, sagten dann verantwortliche Administratoren: "Na gut, stimmt ja, obwohl man im Komitee ja dabei war, wir haben hier 200 Lieder, die theologisch nicht adventistisch sind. Ein Drittel des Liedebuches." Ja, was machen wir jetzt mit dem? Da hat man eine Liste rausgegeben, vorne reingeklebt, diese Liste, diese Lieder möchten wir jetzt vermeiden.

[44:17] Wie schaut es 2015 aus, denkt ihr? Schaut man auf diese Liste noch, oder nicht? 2015 wird alles gesungen, ohne nachzudenken. Das ist die Realität. Ja, das Liedebuch besteht immer noch. Übrigens, auf der Titelseite der katholischen Ausgabe, da steht die teilnehmende Kirchen, was steht als erstes bei A? Adventgemeinde. Das ist eine seltsame historische Erscheinung. Man sollte das nicht nachmachen. Es ist eine ähnliche Frage jetzt auch in unserem Land. Lieder zu vermischen, die nicht wirklich zu dem passen, was Adventgemeinde glaubt. Vielleicht würde man heute sagen: "Oh, da stellen wir Listen auf, dass diese Lieder vielleicht so oder so sind, vielleicht diese charismatisch." Da kennt sich jeder aus. Ich sage euch, in 15 Jahren schaut keiner die Liste mehr an. Und in 20 Jahren, die neue Generation, die aufgewachsen ist, kennt kein anderes Buch und glaubt, das ist der normale Standard. Innerhalb von einer Generation ist es gekippt. So schnell geht das. In Schweden heute, alle, die unter 40 Jahre sind, kennen nur das. Das Gleiche würde in einem anderen Land auch stattfinden, in einer ähnlichen Situation. Ich denke, wir sollten aus der Geschichte lernen.

[45:43] Also, Musik und Identität, Musik beeinflusst Identität. Und wir haben festgestellt: traditionelle Musik führt zu stärkerer Identität und zeitgenössische Musik führt zu keiner Identität oder viel geschwächteren, geschwächteren Identität. Und Inhalte von Liederbüchern werden mit der Zeit unkritisch gesungen. Das ist wichtig zum Festhalten, glaube ich, für die Situation, in der wir in Deutschland jetzt gerade stehen.

[46:14] Ja, jetzt wird es heiß. Ein bisschen der undankbare Teil, wo wir manches konkret ansprechen müssen. Aber wichtig, glaube ich, zum Ansprechen: Trends in der Adventgemeinde. Wie schaut es aus jetzt bei uns heute in unserer weltweiten Gemeinde? Ich möchte eine kleine Tour mit euch machen durch verschiedene Ortsgemeinden oder auch Universitäten und Bildungseinrichtungen und einfach kurz reinschnuppern, wie die Musik dort ausschaut. Und darüber gemeinsam reflektieren.

[46:55] Wir fangen in Amerika an. La Sierra, wer kennt La Sierra? Das liegt in Los Angeles. Welche Stadt noch einmal? Los Angeles, okay. Vielleicht ein Zufall, hoffentlich. Auf jeden Fall, das ist das Hauptgebäude. Hier ist die Gemeinde, eine große Gemeinde. Die Schule hat 3.000 Studenten, die Gemeinde fasst 2.500 Anwesende. Wir sehen hier den Gemeindesaal. Hier wird grundsätzlich nur charismatische Lobpreismusik eingesetzt. Vielleicht ein kurzes Beispiel hier.

[47:58] Das ist ungefähr so wie die Musik dort in La Sierra Universitätsadventgemeinde abläuft. Übrigens, der Pastor dort ist eine der Führungspersonen vom The One Project. Wir kommen noch auf das später.

[48:21] Dann Loma Linda. Eigentlich eine Schule, die auf Anweisung von Ellen White gegründet worden ist, um Ärzte für die Mission auszubilden. Um ein Licht in der Welt zu sein durch die medizinische Arbeit. Durch Zufall habe ich gestern entdeckt, wie das dort jetzt ausschaut. Das ist die Gemeinde hier. Der Gemeindesaal, und da haben sie einen sogenannten Relieve-Gottesdienst jede Woche. Vielleicht schauen wir uns da ein Beispiel an, wie das ungefähr klingt.

[49:35] Wir werden weitergehen. Übrigens, Loma Linda liegt in welcher Stadt? Los Angeles. Leider auch unser theologisches Flaggschiff eines Universitäts ist nicht von diesen Einflüssen bewahrt geblieben. Da gibt es die Studenten-Freitag-Abend-Wespe-Stunden. Die haben vor einigen Jahren ungefähr so geklungen.

[50:46] Dann haben wir die Pioneer Memorial Church, das ist die Gemeinde der Andrews-Universität, eine große Gemeinde. 2500 haben dort Platz. Und auch dort müssen wir feststellen, dass wir jetzt Schlagzeug auf der Bühne haben für die Freitagabend-Andachten der Studenten. Jeden Freitagabend.

[51:10] Wenn wir nach Australien gehen, da haben wir auch eine Schule, die auf Anregung von Ellen White damals gegründet worden ist, Avondale College. Da geht es im gleichen Stil weiter, hier sehen wir den Gemeindesaal und das Lobpreisteam. Dann, wenn wir zu einer anderen Bildungseinrichtung gehen, vielleicht fällt euch auf, dass ich gerade die Bildungseinrichtungen anspreche jetzt, und das ist kein Zufall. Warum? Dort kommen unsere jungen Menschen hin. Auch da werden Pastoren ausgebildet und werden geprägt. Und sie gehen so dann in den Dienst zurück oder in die Gemeinde zurück. Wenn du das eine Generation machst, wo bist du dann angekommen? In den Ortsgemeinden und bei den ausgebildeten Predigern.

[52:00] Newbold, auch nicht anders. Das ist die Hauptausbildungsstätte für die transeuropäische Division. Da werden alle Pastoren für die gesamte Division ausgebildet und in ihre Heimatländer zurückgeschickt. Das ist der Gottesdienst, wo alle Studenten auch hingehen, auch Theologiestudenten.

[52:41] Dann gibt es die Kaffeekirchen in Kopenhagen, da möchte ich auch noch etwas Interessantes hinzufügen. Da läuft das Kaffeekirchen, das Kaffeekirchen in Kopenhagen, das Kaffeekirchen in Kopenhagen, da möchte ich auch noch etwas Interessantes hinzufügen, da läuft das gleich auch ab, das war so eine Coffee-Church, die damals in den 1990er-Jahren gegründet worden ist, und da kenne ich eine Person indirekt. Meine Frau hat in Newbold vor einem Jahr gearbeitet, und dort war eine Arbeitskollegin von ihr, und die Schwester von dieser Arbeitskollegin ist ein Mitglied in der Kaffeekirche. Vor einigen Jahren hatten sie dort Heilungsveranstaltungen, und Zungenrede ist in der Gemeinde ausgebrochen. Und die Schwester von der Arbeitskollegin meiner Frau wurde dort geheilt, in ihrem Rücken.

[53:48] In dem Moment, wo wir diese Musik einführen, man weiß nie, wohin es führt. Denn am Anfang haben wir festgestellt, die Erfahrung steht über dem Wort, der Schutz des Wortes ist nicht mehr da. Und der ursprüngliche Geist am Anfang der Pfingstbewegung ist nicht der von Gott. Wenn man diese Musik einführt, weiß man nicht, wo man letztendlich enden kann. Ich habe diese Frau getroffen, 2010. Ich wusste nicht, was ich zu ihr sagen soll.

[54:28] Ja, vielleicht ein bisschen Nähe zu uns jetzt. Vielleicht ist das Beispiel bekannt. Landesjugend-Sabbat 2006 in Hannover. Ich möchte niemanden damit angreifen. Ich versuche, die Dinge einfach ganz neutral anzusprechen. Was stattfindet, kann man ansprechen. Was öffentlich stattfindet, kann man ansprechen. In allem Respekt, aber trotzdem ist es gut, denke ich, dass wir es ansprechen. Und ja, die Musik geht in eine ähnliche Richtung, wie wir vorher gehört haben, aber vielleicht ein bisschen Nähe zu uns.

[55:00] Die Jugendkongress 2009 in München, "It's Your Turn Now", war das Thema. Und vielleicht kennen wir das Motto dort und den Abschlussabend. Wenn ich jetzt ein Bildschirm mit zwei Videos für euch da hingestellt hätte, einer ist echt charismatisch und einer fantastisch, hättet ihr gewusst, wie ich das zuordnen sollte? Oder wäre das kein Unterschied? Man hätte keine Chance gehabt, das zuzuordnen.

[55:49] Auch 2013, das war jetzt vorletztes Jahr, der nächste Jugendkongress mit den beiden europäischen Divisionen zusammen, TED und EUD in Novosad in Serbien. Vielleicht auch noch ein kurzes Beispiel da.

[56:32] Da kommen Jugendliche von der ganzen Division zusammen, von ganz Europa. Mit welchen Eindrücken gehen sie nach Hause? In welche Richtung sind sie musikalisch ermutigt worden? Die Frage sollten wir schon stellen.

[56:53] Musikkonferenz 2014, eine gemeinsame Veranstaltung von der transeuropäischen Division und der Euroafrika-Division. Da war sogar der Günther Preuß dabei. Nicht, weil er jetzt die Musikrichtung unterstützt, das muss ich jetzt hier klarstellen. Aber vielleicht als Beobachter. Er kann es selber bezeugen. Aber ich darf vielleicht dann ein Video vorspielen oder zwei, damit wir ein Gefühl bekommen. Und hier waren Musikvertreter von ganz Europa anwesend. Und wie hat das dort geklungen? Welche Musik wird da geführt?

[57:50] Hätten wir den Unterschied erkennen können, wenn wir das zuordnen sollen? Keine Chance.

[57:56] Vielleicht noch etwas anderes hier, was mich schon bestürzt hat. Es geht um die Einstellung zu Hymnen. Da wurde ein Trailer gemacht, und diesen Trailer möchte ich euch vorspielen. Das war bei dem gleichen Kongress in London jetzt, voriges Jahr, Essence of Worship. Da geht es um Hymnen singen. Der Kampf mit der Musik.

[59:07] Was vermittelt man jetzt über Lieder singen, Hymnen? Das ist Spott. Eigentlich müsste ich sagen Lästerung, um ganz ehrlich zu sein. Das sind Lieder mit geistlichem Inhalt, so dargestellt ist Lästerung. Und das ist nicht irgendeine Person. Die Person rechts ist der, der die Musik in Newbold eingeführt hat vor zehn Jahren. Meine Frau kennt ihn persönlich, sie war ein Jahr mit ihm Arbeitskollege. Federführend in Europa jetzt, um die Worship-Musik in allen Divisionen einzuführen. Die lachen sich lustig über das traditionelle Liedebuch. Aber spielen zugleich die Musik, die ich gerade vorgezeigt habe. Mit voller Kanne. Da bekomme ich echte Sorgen.

[1:00:12] The One Project, wer hat das schon gehört? Das ist das Neue, was auf uns zukommt. Das klingt nach außen sehr gut, das heißt, wir möchten nur eines, das ist Zahl 1, One, wir möchten nur eines: Jesus anbeten. Und dann bringt man jetzt Vorträge überall, weltweit, und man spricht über die Pioniere, und Adventgeschichte, vielleicht manche adventistische Theologie auch, und es mag nach außen adventistisch wirken, aber im Kern ist es etwas Reduziertes. Und hat Emerging Church über sich eigentlich als Schatten. Und wenn man jetzt überlegt, woher viele der Gründungspersonen kommen, und ich werde gleich ein Video zeigen, das wird euch vielleicht erschüttern, dann macht es mir sehr mulmig, wohin dieses Projekt vielleicht eines Tages gehen wird. Denn im Jahr 2010 gab es die Band Big Face Grace. Diese Band hat vier von den fünf Mitgliedern sind Pastoren. Alle rund um Los Angeles. Adventististische Pastoren. Drei der Bandleader, die fünf Bandleader, sind Führungspersonen bei The One Project. Der Bassist hier, den man gerade hier sieht, der zweite von rechts, ist im Moment der Pastor in der La Sierra Gemeinde. Der erste, wo ich das Musikbeispiel gebracht habe. Und der andere sind auch Pastoren, dann in der Umgebung von Los Angeles. Einer ist Pastor in Loma Linda jetzt, für den Jugendgottesdienst dort, wo ich auch ein Beispiel schon gezeigt habe. Das war ihr Band, die sich als Pastoren gegründet haben, und jetzt spiele ich das vor, und ihr macht euch eine eigene Meinung, wohin The One Project wahrscheinlich in Zukunft gehen würde.

[1:02:12] Das ist der Pastor in La Sierra hier, gerade hier links. Ja, was empfindet man dabei? Das ist traurig. Es ist wirklich traurig. Aber es ist die Realität. Roy Ice, Sam Leonore, Tim Gilsby, Michael Knecht, sind alles Pastoren in Kalifornien und aktiv bei The One Project dabei.

[1:03:14] Was können wir jetzt zusammenfassen über diesen Teil Trends der Adventgemeinde? Seit dem Jahr 2000 findet charismatische Musik starken Anstieg in der Adventgemeinde. Lieder mit adventistischer Identität werden verdrängt. Wo haben wir mitbekommen im Lobpreis des Musikgottesdienstes, dass adventistische Lieder mit unserem Glaubensgut gesungen werden? Wir singen das von Hillsong und von Vineyard, aber wo ist das Adventistische? Und ich sage euch, liebe Geschwister, die nächsten fünf bis zehn Jahre werden vollkommen über die Musikzukunft unserer Gemeinschaft entscheiden. Es ist wirklich sehr, sehr knapp mit der Zeit. Nur noch eine Generation und die Sache ist gekippt, eindeutig und permanent.

[1:04:07] Alternative Perspektiven. Ich musste beschämend etwas entdecken vorige Woche, aber bevor ich, ja, kommt das zuerst jetzt? Ja, und die Frage ist: Ist jemand noch bereit, gegen den Trend zu gehen? Bob Jones Universität. Ist sie adventistisch? Nein, baptistisch. Die macht keine Ansprüche darauf, die Gemeinde der Übrigen zu sein. Aber schauen wir uns die Musikphilosophie an, die ich da gerade vorletzte Woche durch Zufall entdeckt habe. Die Universität ist ungefähr so groß wie Andrews, 3000 Studenten, ist an der Ostküste von Amerika und sie haben dann eine ganz, ganz bewusste Musikphilosophie für ihre Schule. Das ist drei Seiten lang. Also wer das haben möchte, kann ich gerne einen Link zuschicken oder das Dokument geben. Aber schauen wir uns einen kurzen Auszug an, den ich auf Deutsch übersetzt habe. Also, das sind jetzt fünf Folien, aber es ist ganz interessant, das anzuschauen.

[1:05:13] Sie sagen, Baptisten jetzt, nicht Adventisten: "Die Gemeinderichtlinien repräsentieren unsere ernsthaften Bemühungen in der Anwendung biblischer Wahrheit für unseren Kontext, also für unsere Schule. Die Ziele der BJU, Bob Jones Universität, wären gefördert, wenn die Institutionen und alle darin Anwesenden biblische und gottverherrlichende Musik einsetzen und jetzt ein interessanter Satz, die ein Wachsen in Christusähnlichkeit fördert." Das ist interessant. Adventisten jetzt? Nein. Baptisten, die bereit sind, gegen den Strom zu schwimmen. Aber gehen wir weiter, wir sind nicht fertig jetzt.

[1:05:48] Folgende Musikstile, erstens, stehen im Konflikt mit unserem Auftrag und werden daher von Aufführungen, persönlichen Anhörern, Studentenvereinen, Produktionen oder sozialen Medien ausgeschlossen. Jede Musik, die gänzlich oder teilweise von der Musikform Rock, Pop, Country, Jazz, Techno, Rap, Hip-Hop stammt oder eine Kombination dieser Musikstile ist. So wie jede Musik, in der Texte oder Bibeltexte zu einer Musik verfasst werden, die gänzlich oder teilweise von diesen Musikstilen stammt. Boah, ich sage euch, ein großes Lob an diese Schule. Die haben wirklich verstanden, worum es geht und sind mutig, dazu zu stehen.

[1:06:34] Es geht weiter. In unseren Schulandachten oder anderen geistlichen Veranstaltungen verwenden wir was? Hymnen. Drittens, in unserer Buchhandlung, den Online-Dienst und in allen anderen Zusammenhängen verkaufen wir nur Musik, die unseren Auftrag fördert. Keine zeitgenössische Musik. Und dann schließlich, und das ist jetzt der Punkt: Versuche, weltliche Musikstile wie Rock und andere Popstile mit geistlichen Texten zu verbinden, schafft eine moralische Spannung für den Gläubigen und widerspricht dem Ruf des Christen zum geweihten Leben, laut Römer 12, 1 und 2. Daher lehnen wir die Idee ab, dass Musik moralisch neutral ist. Wünschte ich mir, dass das von einer Adventgemeinde gesagt worden wäre oder Schule. Wir sagen, wir sind die Gemeinde der Übrigen. Sie sagen es nicht. Das macht wirklich nachdenklich, glaube ich.

[1:07:36] Vielleicht haben wir eine Hausaufgabe. Es ist teilweise beschämend. Hören wir uns ein paar Beispiele an, oder? Wie das dort klingt. Jugendliche, 18 bis 22 Jahre. Wie schaut es dort aus? Lobpreis Gottesdienst. Quintett. Lobpreis Gottesdienst.

[1:08:22] Vielleicht noch ein paar andere Beispiele. Da war noch hier einer. Das sind Jugendliche, die sind 18 bis 22 und sind absolut glücklich, diese Musik zu singen. Also die Theorie, die Jugend packt die alte Musik nicht, ist falsch. Es geht darum, in welche Richtung fördern wir sie und ermutigen wir sie. Erziehen wir sie. Es gibt eine andere Aufnahme, da sieht man, wie die Schüler in den Reihen sitzen. Sie singen glücklich und fröhlich die Hymnen der Christen. Sie lehnen bewusst die charismatische Lobpreismusik ab. Was für ein Vorbild. Ich habe geweint, als ich das vorletzte Woche entdeckt habe. Es hat so weh getan. Das hat mich richtig betroffen gemacht.

[1:09:52] Es gibt tatsächlich Beispiele, auch in Europa, wo es anders gehen kann. Und ich muss zugeben, ich bin mit einer ganz liebevollen Frau aus Siebenbürgen in Rumänien verheiratet, seit sieben Jahren. Und ich habe dadurch die Musikkultur in Rumänien kennengelernt. Es ist beeindruckend. Jede Gemeinde hat einen Chor. Sie haben diese Chorkultur aufrecht erhalten. Unglaublich. Du kannst in den entferntesten Bauerndörfern gehen und die haben einen besseren Chor als manchmal unsere tollsten Gemeinden. Du sitzt und staunst. Wie bekommen die das zusammen? Und sie machen das mit Herzen und Begeisterung. Das ist keine Strafe für sie.

[1:10:46] Vielleicht ein Beispiel aus Rumänien hier. Es geht tatsächlich anders.

[1:12:49] Ja, das waren zwei Chorproben. Es wäre schön gewesen, die fertig zu hören. Zum Schluss möchte ich noch ein Lied ganz durchspielen. Aber merkt ihr den Unterschied? Da ist etwas Reines. Nicht der Lärm, da ist etwas Reines drüber. Das ist ein anderer Geist.

[1:13:18] Habt ihr euch gefragt manchmal, wie Ellen White so viele Visionen gehabt hätte? Da muss sie ja auch, das waren ja keine Visionen ohne Ton, oder? Sie muss ja auch etwas gehört haben. Und sie war auch in der Nähe vom Thron Gottes. Sie muss irgendwie mitbekommen haben, wie klingt das unter den Engeln? Wie war vielleicht die Musik, die sie in Visionen gehört hat? Und es gibt einen interessanten Hinweis. Da, die Enkelin von ihr, die Ella Robinson, das war die Enkeltochter, sagt, ein anderes Mal, nach dem Singen des Liedes: "Lobt den Herrn, der Himmel lobt ihn", erwähnte sie, dass ein Teil dieses Liedes sie an das Singen der Engel erinnerte, wie sie es in Visionen gehört hatte. Kennt ihr dieses Lied? Spielen wir es vielleicht kurz ab hier. Und dann überlegen wir uns, ob die moderne Lobpreismusik da Ähnlichkeiten hat, wo die andere Welt ist. Auf jeden Fall, das ist, was sie gehört hat, wenn die Engel gesungen haben.

[1:14:33] Lobt den Herrn, der Himmel lobt ihn, erwähnte sie, dass ein Teil dieses Liedes sie an das Singen der Engel erinnert, wie sie es in Visionen gehört hat. Kennt ihr dieses Lied? Spielen wir es vielleicht kurz ab hier. Auf jeden Fall, das ist, was sie gehört hat, wenn die Engel gesungen haben. Auf jeden Fall, das ist, was sie gehört hat, wenn die Engel gesungen haben.

[1:15:10] Schon eine andere Welt, oder? Muss nicht sein, dass jeder Engelgesang so ist, aber das ist so die Stilrichtung des Himmels. Und für mich erinnert das wenig an die Stilrichtung der charismatischen Musik. Da sehe ich kaum Gemeinsamkeiten.

[1:15:28] Ja, was können wir festhalten jetzt abschließend? Die himmlische Musik ist nicht das, was wir in der charismatischen Musik hören, das ist ein anderer Musikstil. Zweitens, es gibt Christen, die bewusst gegen den Strom schwimmen, und Ellen White hörte keine charismatische Musik in ihren Visionen. Und somit sind wir bei der Zusammenfassung angekommen jetzt. Was möchten wir mitnehmen aus diesem Vortrag heute?

[1:15:58] Erstens, Musik wird der, und das ist fett gedruckt, der Weg sein, über welchen Satan die Endzeitgemeinde verführt. Das hat Ellen White klar gesagt. Darüber braucht man nicht spekulieren, das ist ein Faktum. Der Trend der Adventgemeinde ist alarmierend, und die nächsten fünf bis zehn Jahre sind kritisch. Und der Trend zeigt, dass genau das in Erfüllung geht, was Ellen White vorhergesagt hat. Und Musik ist tatsächlich nicht neutral. Es wird einen Einfluss ausüben auf dich, ob du es möchtest oder nicht. Daher könnte man sagen, wir alle haben eine Verantwortung, wie die nächsten fünf bis zehn Jahre aussehen werden. Ob du ein Mitglied bist in einer Gemeinde, Ausschuss oder nicht Ausschuss, oder du ein Prediger bist, da gibt es eine Verantwortung. Manchmal sagen die Leute: "Naja, ich bin nicht mit dieser Musik einverstanden, für mich persönlich, aber ich lasse das mal tun." Wenn du erkannt hast, dass das nicht die Musik ist, die Gott für seine Gemeinde gedacht hat, und schweigst, ist es, als ob du die Musik selber spielen würdest in der Gemeinde. Das ist die reale Tatsache. Deshalb haben wir eine Verantwortung. Vielleicht bist du ein einfaches Mitglied in einer Gemeinde und hast nicht viel Einfluss, aber du kannst deine Meinung gehört machen. Vielleicht bist du Prediger. Dann hast du eine noch größere Verantwortung vor Gott. Welche Richtung gibst du vor? Welche Impulse setzt du? Welche Samen siehst du für die nächste Generation? Zu schweigen bedeutet eigentlich, mitschuldig zu sein.

[1:18:06] Vielleicht ist das der Grund, warum wir heute hier auch zusammengekommen sind. Wir haben eine Verantwortung vor Gott. Und die ist sehr groß. Und wir können Gott danken. Es gibt positive Beispiele für alternative Musik. Es gibt einen anderen Weg als die charismatische Musik. Und das ist der viel, viel bessere Weg.

[1:18:37] Vielleicht, ich bin ein bisschen überzogen, darf ich noch ein Musikstück abspielen, als Ermutigung zum Schluss. Jetzt habe ich vergessen den Link. Ich muss ein bisschen zurückgehen jetzt kurz zu diesem Lied da. Ich spiele dieses erste Lied noch einmal ab in Gänze und lass uns einfach die Musik an uns wirken und Freude haben an dieser Musik, die biblisch und geistlich ausgerichtet ist. Dieses Chorstück, das ich vorher kurz gezeigt habe von Rumänien. Jetzt hören wir das einfach zu Ende, die drei Minuten.

[1:23:47] Lass uns zum Abschluss beten. Unser liebster Herr Jesus, aus Sehnsucht danach, dass diese Weltgeschichte bald abgeschlossen werden kann, hast du eine Gemeinde für diese Endzeit, die Übrigen, ins Leben gerufen. Weil du möchtest, dass diese Bewegung das Licht sein darf, das Zeugnis sein darf, wie es die Welt heute mehr braucht als je zuvor, bevor du wiederkommst. Millionen und Milliarden von Menschen kennen dich noch nicht und brauchen dich. Die Gemeinden der Übrigen sind jene, über die du sie erreichen möchtest. Wir stellen mit Schmerzen fest, dass diese weltweite, charismatische Musik alle christlichen Kirchen mitgerissen hat und mit sich gezogen hat und bis in die Adventgemeinde hineingekommen ist. Und Jesus, wir bitten dich vom Herzen, sei du uns gnädig. Gib uns Mut und gib uns die Kraft, den Weg einzuschlagen, der deinem Willen entspricht für unser Volk. Denn das ist der Weg, der mit deinem Segen auch verbunden ist. Sei du uns gnädig, Herr Jesus, und bewahre uns. In deinem Namen. Amen.

[1:26:01] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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