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CSH_Manuskript_2016 3rd Nr 2

In dieser Cannstatt Study Hour-Episode, „Die Herrschaft wiederherstellen“, untersucht Christopher Kramp die fundamentale Rolle der Herrschaft Gottes in der Gesellschaft und der Gemeinde. Er beleuchtet, wie Gott selbst Gemeinschaft ist und wie seine Regierung auf Liebe und unveränderlichen Prinzipien basiert. Die Lektion erklärt, wie Sünde die Gesellschaft zerstört und wie Gottes Reich durch Gerechtigkeit, Frieden und Freude im Heiligen Geist gekennzeichnet ist. Abschließend wird die Bedeutung des Menschen als Abbild Gottes und als Zeuge für seine Herrschaft hervorgehoben, mit einem Ausblick auf die Wiederherstellung von Gottes Reich.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2016 Q3: Die Rolle der Gemeinde in der Gesellschaft

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de, ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt zur zweiten Folge unserer Serie, die Rolle der Gemeinde in der Gesellschaft. Und heute wollen wir ein Thema betrachten, das wirklich fundamental wichtig ist zum Verständnis dieses ganzen Themas. Wir wollen heute über die Herrschaft sprechen und das Thema ist die Herrschaft wiederherstellen. Und was es damit genau auf sich hat, werdet ihr gleich sehen. Ich halte das für eines der entscheidendsten Themen überhaupt in der Bibel und ich freue mich, dass wir gemeinsam heute das Wort Gottes aufschlagen können und darin gemeinsam lesen können und uns Gedanken machen können und es vertiefen können. Damit bereiten wir uns vor auf das Bibelgespräch am 9. Juli 2016. Und bevor wir beginnen, wollen wir nach unserer Gewohnheit gemeinsam ein Gebet sprechen und ich lade dich lieber Freund, liebe Freundin ein, mit mir den Haupt zu neigen und Gott anzubeten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen für diesen Tag. Wir möchten dir Danke sagen für die Gelegenheit, in deinem Wort zu lesen. Wir danken, dass du durch dein Wort zu uns sprechen möchtest. Bitte gib, dass, wenn wir jetzt dein Wort studieren, dass es nicht einfach eine oberflächliche Übung sein wird, sondern dass wir wirklich nach der Wahrheit suchen und forschen, dass wir wirklich deine Gerechtigkeit und dein Wesen besser verstehen können und dass wir mit großer Aufrichtigkeit nach dem suchen, was du uns heute sagen möchtest. Bitte halte du alles Störende fern. Schenk du uns wahre Weisheit, echte Erkenntnis und eine Liebe zu dir und zu deinem Wort. All das bitten wir im kostbaren und teuren Namen Jesu. Amen.

[2:12] Es scheint so zu sein, als ob man Gott nicht von seinem Thron trennen kann. In Offenbarung 4 und dort Vers 1 und 2, da sehen wir, wie Johannes auf Patmos in einer Vision Gott sah. Es heißt in Vers 1: „Nach diesem schaute ich und siehe, eine Tür war geöffnet im Himmel, und die erste Stimme, die ich gleich an der Posaune mit mir reden gehört hatte, sprach: Komm hierauf und ich will dir zeigen, was nach diesem geschehen muss.“ Und sogleich war ich im Geist und siehe, ein Thron stand im Himmel und auf dem Thron saß einer. Johannes, und das wird dann aus der weiteren Beschreibung deutlich, sieht Gott im Himmel, aber bevor er Gott sieht, sieht er den Thron Gottes. Es heißt hier: „Ich sah einen Thron und auf dem Thron saß einer.“ Immer wenn wir Gott den Vater in der Bibel sehen, dann ist immer irgendwo in der Nähe sein Thron zu sehen. Gott sitzt auf dem Thron, der Thron bewegt sich sogar mit ihm mit, wenn er sich bewegt. Und daraus können wir Schlussfolgern, dass die Verbindung zwischen Gott und seinem Thron eine überaus enge, ja quasi unauflösliche ist. Es scheint so zu sein, dass man Gott nicht ohne seine Herrschaft denken kann, denn ein Thron, das ist offensichtlich, ist verbunden mit Herrschaft. Ein König sitzt auf einem Thron und Gott ist selbst ein König.

[3:47] Wir reden ja dieses Quartal über Gesellschaft und die Rolle der Gemeinde in der Gesellschaft und wir müssen uns zunächst einmal fragen, woher kommt die Idee von Gesellschaft? Wo hat sie ihren tiefsten Urgrund? In 2. Korinther 13, Vers 13 finden wir einen Hinweis, woher das Konzept von Gesellschaft wirklich kommt. 2. Korinther 13 und dort Vers 13, dort sagt der Paulus: „Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen.“ Hier sehen wir einen der Verse, in den alle drei Personen der Gottheit, Jesus Christus, der Vater und der Heilige Geist, gleichzeitig erwähnt werden. Und offensichtlich werden hier Begriffe auch verwendet, die die Idee von einem sozialen Gefüge deutlich machen: Liebe und Gemeinschaft. Die erste Grundidee, die wir heute festhalten wollen, ist, dass Gott selbst Gemeinschaft ist. Gott ist eine Gemeinschaft aus drei Personen seit Ewigkeiten. Gott ist also quasi Gesellschaft und jede wahre Gesellschaft, die aus seinen Geschöpfen besteht, auf Dauer Bestand haben will, muss ihre Basis in seiner Gesellschaft haben, in der Tatsache, dass Gott selbst eine Gesellschaft, eine Gemeinschaft von drei Personen ist.

[5:20] Dabei ist bereits jetzt angesprochen worden, was die wichtigste Eigenschaft Gottes ist oder vielleicht die wichtigste, aber die, die alles andere überragt, weil sie alles andere mit umfasst. In 1. Johannes 4 und dort Vers 8 lesen wir: „Wer nicht liebt, der hat Gott nicht erkannt, denn Gott ist Liebe.“ Wenn also Gott Liebe ist, unter anderem vor allem deswegen auch, weil er ja selbst eine Gemeinschaft von drei Personen ist, dann muss auch die Regierung, die so untrennbar mit ihm verbunden ist, eine Regierung der Liebe sein. Wenn Gott Liebe ist, dann muss die Herrschaft Gottes die Herrschaft der Liebe sein. Mit anderen Worten, das Reich Gottes muss das Reich der Liebe sein, denn Gott ist die Liebe. Was das genau bedeutet, das erklärt uns der Paulus in 1. Korinther 13 und dort ab Vers 4. 1. Korinther 13 und dort ab Vers 4: „Die Liebe ist langmütig und gütig. Die Liebe beneidet nicht, die Liebe prahlt nicht, sie bläht sich nicht auf. Sie ist nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre. Sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu. Sie freut sich nicht an der Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit. Sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie erduldet alles.“ Das sind die Eigenschaften der Liebe. Da Gott die Liebe ist, sind das die Eigenschaften Gottes und da Gottes Reich das Reich der Liebe ist, sind das die Eigenschaften, die im Reich Gottes die Basis bilden, das Fundament, die Grundlage. Im Reich Gottes, in der Herrschaft Gottes ist Langmut, Güte gegenwärtig. Da gibt es keine Neid, keine Prahlerei, kein sich selbst aufblähen. Die Gesellschaft Gottes, die Regierung Gottes ist immer davon geprägt, dass der Einzelne nicht sein Eigenes sucht, sondern das Wohl der anderen.

[7:42] Das Interessante ist, dass diese Eigenschaften nicht einfach nur ab und zu sich mal zeigen in der Regierung Gottes. Nein, Gott macht unmissverständlich deutlich in Maleachi und dort Kapitel 3 und dort Vers 6, wie dauerhaft diese Eigenschaften gegenwärtig sind. In Maleachi 3, Vers 6 heißt es: „Denn ich, der Herr, verändere mich nicht.“ Das heißt, wenn Gott die Liebe ist, dann ist er immer die Liebe. Das heißt, er ist immer gütig, er prahlt nie und er sucht nie das Seine. Gottes Eigenschaften, Gottes Regierungsprinzipien sind unveränderlich, weil Gott selbst sich nicht verändert. Das bedeutet, die Regierung Gottes bietet eine außergewöhnliche Stabilität und Konstanz. Sie bleibt immer gleich.

[8:28] Nun, alles, was gleich bleibt, was unter allen Umständen unveränderlich ist und in jeder Situation man sich darauf verlassen kann, dass es so ist, so etwas nennt man auch eine Gesetzmäßigkeit. Wir kennen solche Gesetzmäßigkeiten aus unserer natürlichen Erfahrung. Wir wissen, dass ein Gegenstand, den wir loslassen, Richtung Erde fallen wird. Ganz egal, ob die Sonne scheint, ob es regnet, ob es schneit, ganz egal, ob wir uns auf der Nordhalbkugel oder der Südhalbkugel befinden, ob wir uns auf einem Berg befinden oder einem Tal, egal unter welchen Umständen, die Schwerkraft ist eine Gesetzmäßigkeit in unserer Welt und sie ändert sich nicht. Dinge, die sich nicht ändern, sind Gesetzmäßigkeiten und das ist der Grund, warum die Liebe Gottes, die Charaktereigenschaften Gottes, das Prinzip seiner Regierung als Gesetzmäßigkeit angesehen wird in der Bibel und deswegen auch Gesetz genannt wird. Weil Gott Liebe ist, Liebe die Grundlage aller echten dauerhaften Gesellschaft und auch Gott selbst niemals sich ändert, ist die Grundlage seiner Regierung das Gesetz, das sogenannte Gesetz Gottes, die Tatsache, dass die Prinzipien seiner liebevollen Regierung niemals geändert werden.

[10:03] Deutlich wird das im Hebräerbrief ausgedrückt in Hebräer Kapitel 1 und dort Vers 8 und 9. Hebräer Kapitel 1 und dort Vers 8 und 9: „Aber von dem Sohn: ‚Dein Thron, o Gott, wird von Ewigkeit zu Ewigkeit.‘“ Ein sehr schöner Punkt, deutlich zu machen, dass Gott tatsächlich Jesus Christus Gott ist und von Ewigkeit zu Ewigkeit regiert. „‚Das Zepter deines Reiches ist ein Zepter des Rechts. Du hast Gerechtigkeit geliebt und Gesetzlosigkeit gehasst, darum hat dich, o Gott, dein Gott gesalbt mit Freudenöl mehr als deine Gefährten.‘“ Hier wird die Grundlage der Regierung Gottes beschrieben. Das Zepter des Reiches, womit Gott regiert, ist ein Zepter des Rechts. Jesus Christus, der hier auf dem Thron sitzt, hat Gerechtigkeit geliebt und Gesetzlosigkeit gehasst. Übrigens ein wichtiger Punkt, der deutlich macht, dass Gerechtigkeit immer mit dem Gesetz einhergeht.

[11:16] Weil Gott immer Liebe ist und man sich darauf verlassen kann, ist seine Regierungsform die einzige, die wirklich Stabilität bietet. Um das noch einmal anhand von Maleachi, den wir gerade gelesen haben, zu illustrieren. In Maleachi 3, Vers 6, wie gesagt, kurz zuvor hatten wir den Text, da heißt es ja: „Denn ich, der Herr, verändere mich nicht.“ Und jetzt, Achtung, geht es weiter: „Deshalb seid ihr, die Kinder Jakobs, nicht zugrunde gegangen.“ Die Unveränderlichkeit der Regierung Gottes ist die Basis dafür, dass es eine stabile Gesellschaft auf Erden geben kann im Universum und dass es Hoffnung und keinen Untergang für die Geschöpfe Gottes gibt.

[12:01] Was genau ist Gottes Reich? In Römer 14 und dort Vers 17 gibt der Paulus uns eine interessante Definition. In Römer 14, Vers 17 lesen wir, wie er sagt: „Denn das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern drei Dinge: Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist.“ Wo immer Gottes Regierung anerkannt wird, da finden wir Gerechtigkeit, da finden wir Frieden und dort finden wir Freude im Heiligen Geist.

[12:42] Doch die Bibel berichtet uns, dass diese Regierung Gottes, die Herrschaft Gottes, angezweifelt und angegriffen worden ist. In Offenbarung 12 und dort Vers 7 heißt es: „Und es entstand ein Kampf im Himmel. Michael und seine Engel kämpften gegen den Drachen, und der Drache und seine Engel kämpften.“ Hier wird beschrieben, wie Luzifer, der zu Satan wurde, einen Angriff startete gegen Michael, der so ist wie Gott. Und an anderer Stelle haben wir oftmals hier deutlich gemacht und anhand der Bibel bewiesen, dass Michael ein anderer Name für Jesus Christus ist, den Sohn Gottes, der die Charaktereigenschaften Gottes als exaktes Abbild 1 zu 1 widerspiegelt. Der Angriff gegen Christus war ein Angriff, weil er so wie Gott ist. Es war also ein Angriff gegen die Eigenschaften Gottes, ein Angriff gegen das Reich Gottes. Und wenn das Reich Gottes Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist ist, dann ist es unschwer zu sehen, wie jetzt Ungerechtigkeit, Krieg und, wie die Bibel es nennt, Freude im Fleisch in das Universum einziehen.

[13:57] Satan behauptete damals, dass diese neuen Elemente für eine bessere Gesellschaft sorgen würden. Sein Hauptargument war, dass Gottes Regierung nicht die beste aller denkbaren ist, dass man Gottes Regierung verbessern kann. Zu allen Zeiten hat er dieses Argument vorgemacht. In Jesaja 14 und dort Vers 12 bis 14 sehen wir diese Gedanken deutlich ausgesprochen. Vers 12 wird gesagt: „Wie bist du vom Himmel herabgefallen, du Glanzstern, Sohn der Morgenröte! Wie bist du zu Boden geschmettert, du Überwältiger der Nationen!“ Und doch hattest du dir in deinem Herzen vorgenommen: „Ich will zum Himmel emporsteigen, meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen und mich niederlassen auf dem Versammlungsberg im äußersten Norden. Ich will emporfahren auf Wolkenhöhen, dem Allerhöchsten mich gleich machen.“ Wenn dieser, der hier spricht, an irgendetwas denkt, dann ist es an sein eigenes Ich. Er sucht das Seine. Aber wir hatten gesehen, in 1. Korinther 13, dass die Liebe niemals das Ihre sucht. Der, der hier spricht, sucht das Seine. Er hat sich von dem Gedanken der Liebe Gottes entfernt. Er hat sich deswegen entfernt von den Prinzipien der Regierung Gottes. Kein Wunder, dass er jetzt den Platz des Allerhöchsten einnehmen möchte. Kein Wunder, dass er nicht zufrieden ist mit dem Thron, den er schon hat, sondern dass er diesen Thron erhöhen möchte auf Kosten anderer, über die Sterne, die in der biblischen Prophetie ein Symbol für Engel sind. Luzifer tauschte freien königlichen Dienst aus Liebe in der höchsten Position, die ein Engel überhaupt haben konnte, gegen eine unterdrückende Rebellion, die ihn selbst tief hinabgestürzt hat. „Du wirst vom Himmel herabgefallen.“

[15:42] Die Gesellschaft des Himmels geriet in Unordnung durch Sünde. Das, was Gesellschaft am tiefsten und am nachhaltigsten zerstört, ist Sünde. Wir können heute Gesellschaftsanalysen machen. Wir können verschiedene Faktoren hineinbringen: demografische, soziologische, ökonomische. Wir können sagen, welche Faktoren die Gesellschaft beeinflussen zum Positiven und zum Negativen. Aber die Bibel offenbart, dass es nur einen Faktor gibt, der grundsätzlich die Gesellschaft immer schädigt, und das ist Sünde. Sünde zerstört Gemeinschaft, denn Sünde trennt. Jede Gesellschaft, die auf dem Prinzip von Satan aufgebaut ist, wird unfrei sein.

[16:32] Jesus hat das deutlich gemacht, als er in Johannes 8 und dort Vers 34 zum Ausdruck brachte: „Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, und das ist nicht nur auf Menschen beschränkt, das ist auf alle, auf alle Dämonen, also alle Engel, die dem Luzifer nachgefolgt sind, auf Luzifer selbst, der zu Satan wurde. Jeder, der die Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde.“ Jetzt ist ein interessanter Gedanke. Meistens lesen wir diesen Vers und denken nur halb. Wir denken, naja, wenn wir Sünde tun, dann sind wir ein Knecht des Satan. Und das stimmt auch in gewisser Weise, weil der Satan dann mächtiger ist als wir und wir dem Satan hilflos ausgeliefert sind, wenn wir nicht zu Jesus kommen. Das stimmt. Aber der Punkt ist hier, dass hier steht nicht: „Jeder Mensch, der die Sünde tut, ist ein Knecht des Satan.“ Hier steht: „Jeder, der die Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde.“ Das heißt, der Satan selbst ist ein Knecht der Sünde.

[17:31] Jeder, der die Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde. Er war ein König im Reich Gottes. Er hatte einen Thron. Er hatte sogar die höchste Position, die ein geschaffenes Wesen überhaupt haben konnte. Er wollte mehr, aber man konnte nicht mehr bekommen. Und in seinem Irrglauben, dass es etwas Höheres gibt als das Höchste, was der höchste Gott einem geben kann, ist er tief gefallen. Er wurde Knecht seines eigenen Irrtums. Jeder, der die Sünde tut, ist ein Knecht. Vom Satan abwärts sind alle Mitglieder der satanischen Gesellschaft, in welcher Form sie sich auch zeigt, Knechte.

[18:19] Wie anders ist da die Regierung Gottes in Jakobus und dort Kapitel 2. Jakobus 2 und dort Vers 12 heißt: „Es redet und handelt als solche, die durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen.“ Das Gesetz Gottes sichert und beschreibt die Freiheit. Gesetzlosigkeit, die Übertretung des Gesetzes, nämlich Sünde, führt zur Übertretung der Freiheit, zur Freiheitslosigkeit, zur Sklaverei. Die beiden Regierungsformen, die es also gibt, die Regierungsform, die auf dem göttlichen Prinzip selbst auf Opfer der Liebe basiert und die Regierungsform, die auf dem Prinzip der Selbsterhöhung basiert, diese beiden haben sehr unterschiedliche Resultate. In einem gibt es eine freiheitliche Gesellschaft, wo jeder König ist, weil er dem anderen dient. In der anderen Gesellschaft sind alle Knechte, weil sie versuchen, selbst König sein zu wollen.

[19:21] Und die Frage ist natürlich, warum haben wir als Menschen, das ist oft so schwer, warum hatten selbst die Engel es so schwer, das gleich so zu durchblicken? Eins ist deutlich: Gott wollte es von Anfang an unmissverständlich klar machen. Schauen wir in 1. Mose Kapitel 1 und dort Vers 26. 1. Mose Kapitel 1 und dort Vers 26. Inmitten all dieses großen Kampfes, der im Himmel ausgebrochen war, heißt es hier, dass Gott die Welt schuf. In sechs Tagen erschuf er alles, was wir heute auf der Erde so sehen können. Und am sechsten Tag, heißt es in Vers 26: „Und Gott sprach: Lasst uns (Plural, Gott als Gesellschaft, als Gemeinschaft) Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich.“ Übrigens dreimal auch das Wort „uns“ hier, interessanterweise. „Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich. Sie sollen herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alles Gewirr, was auf der Erde kriecht.“

[20:26] Gott sagt: „Lasst uns ein Bild machen von uns.“ Wozu braucht man ein Bild? Bilder helfen, um Dinge zu veranschaulichen. Gott lässt ein Bild vom himmlischen Heiligtum auf der Erde machen. Gott sprach, als er auf der Erde war, sprach er durch bildliche Rede, durch Gleichnisse. Der Mensch selbst sollte ein Abbild sein von Gott. Er sollte natürlich äußerlich Gott in gewisser Weise ähneln. Er sollte aber auch charakterlich Gott ähneln. Und was ist der Charakter Gottes? Der Charakter Gottes ist Liebe. Und Liebe ist die Grundlage seiner Regierung. Und deswegen heißt es in diesem Vers, sehr interessanterweise: „Sie sollen herrschen.“

[21:07] Ich habe diesen Vers lange, lange, lange Zeit gelesen und immer zwei Ideen gesehen, die separiert waren. Der Mensch nach dem Bild Gottes geschaffen und dann soll er außerdem noch herrschen mit den Tieren. Dafür sorgen, dass es ihm gut geht. Aber es ist noch nicht so lange her, dass mir diese beiden Gedanken plötzlich zusammen verknüpft worden sind. Die Herrschaft des Menschen war von Gott gedacht als ein Bild. Der Mensch sollte nicht nur in seinem Sein, sondern auch in seinem Tun, in dem, was er sagte und tat gegenüber den Tieren, auch gegenüber sich selbst, den Menschen, ein Abbild sein von Gott. Adam als gekrönter Vizekönig in Eden. Er sollte sich um die Schöpfung kümmern, sie nicht einfach wie ein Tyrann unterdrücken, sondern er sollte vor dem Universum, das gerade die Frage debattierte, was ist die beste Regierungsform, sollte er zeigen, wie Gott regiert. Sein liebevoller Umgang mit der Schöpfung sollte demonstrieren, wie Gott liebevoll mit seinem ganzen Universum umgeht.

[22:21] In 1. Mose 2, Vers 15, da heißt es: „Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden.“ Schon mal darüber nachgedacht, warum Gott den Garten Eden pflanzte und ihn sogar Eden nannte? Wir wissen, dass der Garten Eden nicht erst von Gott an diesem Moment erfunden worden ist. In Hesekiel, das ist nicht im Sendemanuskript drin, in Hesekiel 28, dort lesen wir von Luzifer vor seinem Fall. Hesekiel 28, Vers 13: „In Eden im Garten Gottes warst du.“ Und dann wird beschrieben, wie er dort als schwimmender Cherub im himmlischen Heiligtum, in der Kommandozentrale Gottes im Universum dort gewesen ist und dort die Rebellion begann und dort in Eden die Frage gestellt worden ist: Ist Gott wirklich der beste vorstellbare König? Und jetzt sagt Gott: Pass auf, liebe Engel, ich mache ein Bild von unserer Herrschaft, von der Herrschaft des Vaters, des Sohnes, des Heiligen Geistes. Diese Herrschaft ist angezweifelt worden, sie ist in Frage gestellt worden und um es besser zu erklären, machen wir ein Bild und um das Bild vollkommen zu machen, werden wir auf dieser Erde einen Garten pflanzen und den nennen wir, Achtung, wir nennen ihn Eden, weil jeder Engel im Universum bei dem Namen Eden an den Himmel dachte, dort, wo die Frage gestellt worden ist. Denn dort im himmlischen Eden war der Herrscher angezweifelt worden, ob seine Herrschaft gut ist. Und jetzt sollten die Menschen sehen, wie so ein Mensch, diese neue Rasse, die noch keiner so genau verstand, so ein Mensch in so einer Miniatur-Eden über niedere Geschöpfe herrscht, so wie er sich um sie kümmern würde. Es sollte ein Bild sein von der Art und Weise, wie Gott sich um sein Universum kümmert.

[24:21] Erste Mose 1, Vers 27: „Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild. Im Bild Gottes schuf er ihn als Mann und Frau schuf er ihn.“ Auch hier wird deutlich, dass Gott nicht nur die Beziehung von Menschen zur untergebenen Schöpfung, sondern auch den Menschen selbst als ein Beziehungswesen schuf. Warum? Weil Gott selbst nicht nur Beziehung zu seiner Schöpfung hat, sondern selbst Beziehung in sich selbst ist. Nun, der Mensch ist nur ein Abbild. Deswegen haben wir hier Mann und Frau, wie einen Schatten von der Liebesbeziehung, die Vater, Sohn und Heiliger Geist miteinander haben. Mit anderen Worten, der Mensch, als er geschaffen worden ist, wurde geschaffen, um vor dem Universum die ideale Gesellschaft zu demonstrieren. Es war ursprünglich nicht die Aufgabe der Adventgemeinde, nicht einmal die Aufgabe der Christenheit oder die Aufgabe des Volkes Israel, sondern die Aufgabe der Menschheit als Ganzes, ein Prototyp der idealen Gesellschaft zu sein, die nach Gottes Prinzipien funktioniert, um dem Universum zu zeigen, wie Gottes Regierung gemeint ist. Dazu ist der Mensch geschaffen worden. Das ist seine Bestimmung.

[25:41] Interessanterweise wird das auch in den Psalmen deutlich. Psalm 8, da stellt der Psalmist diese berühmte Frage nach der Identität des Menschen. In Psalm 8 und dort Vers 4. David sagt: „Wenn ich deinen Himmel betrachte, das Werk deiner Finger, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast.“ Mit anderen Worten, wenn ich die Komplexität und die Schönheit und die Majestät der Schöpfung betrachte, dann kommt diese Frage in mir auf. Vers 5: „Was ist der Mensch?“ Eine dieser großen Fragen der Bibel. Diese fundamentalen philosophischen Fragen. Was ist Wahrheit? Wo bist du? Wo ist dein Bruder? Und hier haben wir diese Frage: Was ist der Mensch? Die Frage geht weiter: „Was ist der Mensch, dass du an ihn gedenkst und der Sohn des Menschen, dass du auf ihn achtest?“ David stellt diese Frage. Dieses Universum ist so gewaltig groß. Was ist es an dem Menschen, diesem vergleichsweise kleinen, man möchte fast sagen unbedeutenden Wesen, dass Gott solch einen Wert auf ihn legt? Was ist der Mensch? Was ist seine Identität? Was ist seine Mission? Was ist seine Bestimmung, für die er geschaffen worden ist?

[26:50] Vers 6: „Du hast ihn ein wenig niedriger gemacht als die Engel.“ Jetzt kommt der entscheidende Satz: „Mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt.“ Adam und Eva waren gekrönte Herrscher, König und Königin. Vers 7 macht das sehr deutlich: „Du hast ihn zum Herrscher über die Werke deiner Hände gemacht. Alles hast du unter seine Füße gelegt.“ Sehr schön dieses Bild. Alles hast du unter seine Füße gelegt. Das Wort in 1. Mose 1, Vers 26: „herrschen“ bedeutet nämlich etwas unter den Füßen haben. Also hier wird ein ganz eindeutiger Bezug hergestellt. Die Herrschaft des Menschen mit den Tieren war nicht einfach nur zu sagen, naja, passt auf, wie viele Tiere es gibt und benennt ihre Namen. Nein, die Krone des Menschen bestand aus zwei Dingen: aus Herrlichkeit und Ehre.

[27:49] Interessanterweise sind diese Begriffe, die tatsächlich auch später in der Bibel immer wieder mit dem Königtum assoziiert werden. Nur um zwei Beispiele zu nennen. In Daniel, in Daniel Kapitel 4 und dort Vers 33, da sagt der Nebukadnezar später, als er dann zu seinem Königtum wieder zurückkommt: „Zur selben Zeit kam mir mein Verstand zurück, und mit mir und mir und mit der Ehre meines Königtums kehrte auch meine Herrlichkeit und mein Glanz zurück.“ Oder auch in Daniel 5, Vers 18: „O König, Gott der Allerhöchste hat deinem Vater Nebukadnezar das Königtum, die Majestät, die Ehre und die Herrlichkeit verliehen.“ Also diese Idee von Ehre und Herrlichkeit hat wirklich diese Konnotation, diese Bedeutung von Königtum. Adam und Eva waren Könige, sie sollten das Königreich Gottes auf Erden repräsentieren.

[28:42] Interessanterweise, wenn man zu Psalm 8 zurückgeht, dann wird dort auch deutlich, dass das Ganze einen zeugnishaften, symbolischen Charakter hatte. Das liest man am besten in den Versen vorher. In Psalm 8, bevor diese Frage gestellt und beantwortet wird, da stehen diese interessanten Worte in Psalm 8, Vers 2 und 3: „Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name auf der ganzen Erde, der du deine Hoheit (also Königtum) über die Himmel gesetzt hast.“ Also die Tatsache, dass der Mensch gekrönt ist, heißt nicht, dass er der Alleinherrscher ist, der Diktator oder der absolutistische Monarch. Er ist dein Vizekönig, weil im Reich Gottes jeder König ist in seiner Funktion. Gott ist der Herrscher über allen, weil er der größte aller Diener ist, weil er die Quelle aller Liebe ist.

[29:25] Vers 3: „Und jetzt interessant: Aus dem Mund von Kindern und Säuglingen hast du ein Lob bereitet, um deiner Bedränger willen, um den Feind oder den Rachgierigen zum Schweigen zu bringen.“ Das heißt, dieser Vers sagt, Gott hat einen Bedränger, jemand, der Gott bedrängt, einen Feind, der gegen ihn redet, und dieser Feind wird zum Schweigen gebracht durch das Lob von Kindern und Säuglingen. Hier ist diese Idee, dass Leute, die eigentlich wenig verstehen, also in dem Fall Unmündige, durch ihr simples Lob Anklagen gegen Gott zum Schweigen bringen. Und wenn man dann den weiteren Kontext versteht, dass der Mensch zum König eingesetzt worden ist über die Schöpfung, dann ergibt sich ein Gesamtbild, dass durch einen gehorsamen Menschen, der aus lauter Liebe zu Gott hätte gepriesen und gelobt und Gott gefolgt wäre, die Anklagen Satans zum Schweigen gebracht worden wären. Das ist Gottes Ziel.

[30:30] Interessanterweise auch in Jesaja finden wir diese Ideen ausgesprochen. Jesaja 43, berühmtes Kapitel und dort Vers 7. Jesaja 43 und dort Vers 7: „Einen jeden, der mit meinem Namen genannt ist und den ich zu meiner Ehre geschaffen habe, den ich gebildet und gemacht habe.“ Der Mensch ist geschaffen zur Ehre Gottes. Er ist mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt, aber diese Ehre, die er hat, gibt Gott die Ehre. Halten wir das mit dem Hinterkopf, nicht wahr, dass Gott uns geschaffen hat, damit wir ihm die Ehre geben. Die Ehre Gottes, seine Herrlichkeit, sein Charakter war in Frage gestellt worden. Der Mensch sollte auf der Erde durch sein Tun diese Ehre, diesen Charakter Gottes wiederherstellen. Zu seiner Ehre sind wir geschaffen.

[31:34] Vers 10 macht das sehr deutlich: „Ihr seid meine Zeugen.“ Was sind Zeugen? Zeugen sind die, die etwas bezeugen. Sie bestätigen einen Hergang, einen Tathergang. Sie bestätigen eine Tatsache. Sie bestätigen, was sie gesehen und gehört haben. Wie später Johannes sagt: „Was wir gesehen und gehört haben, das bezeugen wir.“ „Ihr seid meine Zeugen, spricht der Herr, und mein Knecht, den ich erwählt habe, damit ihr erkennt und mir glaubt und einseht.“ Da gibt es etwas, was das ganze Universum erkennen und glauben und einsehen sollen. Was nämlich? Dass Gott sagt, dass ich es bin. Vor mir ist kein Gott gebildet worden und nach mir wird es keinen geben. Ich, ich bin der Herr, und außer mir gibt es keinen Retter. Ich habe verkündigt, gerettet und von mir hören lassen, und ich bin nicht fremd unter euch. Und ihr seid meine Zeugen, spricht der Herr, dass ich Gott bin. Gott schafft Menschen, damit sie durch ihre Erfahrung mit Gott vor dem Universum bezeugen, dass es keinen anderen Gott gibt.

[32:33] Satan hatte das in Frage gestellt. Satan hatte in Frage gestellt, ob wirklich Gott der Höchste aller ist, ob wirklich man nicht eine bessere Regierung haben kann als die, die Gott gerade hat, dass es, ob es nicht vielleicht auch eine andere Form der Rettung gibt. Aber Gottes Plan ist, dass wir als seine Geschöpfe Zeugnis geben davon, dass es keinen anderen Retter gibt. Zeugnis davon geben, dass es keinen anderen Gott gibt. Zeugnis, dass Gott unaustauschbar ist, dass Gott einzigartig ist und dass man auf Gott nicht verzichten kann und dass es keine bessere Option für ein glückliches und zufriedenes und ausdauerndes Leben gibt, als Gott im Leben zu haben. Gott wünscht sich Zeugen, die vor dem Universum bestätigen, dass Gott die beste aller Regierungen durchführt und den besten aller denkbaren Charaktere hat und dass man es sich nichts Besseres vorstellen kann, als Gott im Leben zu haben. Ihr seid meine Zeugen, sagt Gott.

[33:43] Und wenn man das verstanden hat, dann versteht man, warum der Satan alles daran setzte, diese Zeugen Adam und Eva, die als Menschen geschaffen worden waren, zur Ehre Gottes, um als Könige Gottes Königreich zu reflektieren, dieses Zeugnis zu unterbinden, indem er sie verführte, indem er sie auf seine Seite zog, indem er ihnen einredete, dass Gott nicht das Beste für sie vorhat, dass er zwar Dinge sagt, aber dass er andere Dinge noch weiß, die er vorenthält, ihnen zum Schaden. Dahinter steckt die Idee: Gott mag vielleicht vieles Gutes getan haben, aber man hätte es noch besser machen können, man hätte euch das und das sagen können. Als er sagt: „Gott aber weiß, an dem Tag, der davon ist, werdet ihr sein wie Gott“, implizierte, dass Gott nicht das Beste für den Menschen möchte und damit wäre seine Regierung in Frage gestellt. Und als Eva darauf eingeht, stellt sie die Regierung Gottes in Frage, sie stellt die Liebe Gottes in Frage und weil sie die Liebe Gottes in Frage stellt, die Liebe Gottes vergisst, bleibt nur noch das übrig, was in 1. Johannes 2 uns genannt wird.

[34:43] In 1. Johannes 2 und dort Vers 15 und 16: „Habt nicht lieb die Welt, noch was in der Welt ist. Wenn jemand die Welt liebt, so ist die Liebe des Vaters nicht in ihm.“ Das ist Eva passiert dann, denn alles, was in der Welt ist: „die Fleischeslust, die Augenlust und der Hochmut des Lebens ist nicht von dem Vater, sondern von der Welt.“ Genau das passierte Eva. Sie sah nur noch die Dinge, die Gott ihnen verboten hatte aus gutem Grund. Und weil sie nicht mehr glaubte, dass Gott das Beste für sie will, fing sie plötzlich an mit der Schlange zu diskutieren, abzuwägen und schließlich sich überzeugen zu lassen, dass man davon diese Frucht essen könnte. Und das war das Ende der perfekten Gesellschaft. Alle Probleme in der Gesellschaft gehen zurück letztlich auf diese Grundfaktoren.

[35:40] Interessanterweise gab Gott seinen Plan nicht auf. Nicht, dass er den Menschen nötig hatte, er hätte eine neue Welt schaffen können, nochmal von vorne anfangen können. Aber stattdessen geht Gott diesen gefallenen Menschen nach, bietet ihnen einen außergewöhnlichen Plan an, nämlich all das wiederherzustellen, was sie verloren hatten. Sie wieder dorthin zu bringen, wo sie einmal gewesen sind. Und dadurch würde sein Wesen noch deutlicher zum Vorschein kommen, denn er würde für sie das größte aller denkbaren Opfer geben. Er würde die Liebe, die in seinem Herzen ist, bis zum letzten Tropfen der Welt offenbaren, dem ganzen Universum.

[36:30] Und so hat Gott von Anfang an Menschen auserwählt, um die Welt auf diese Offenbarung der Herrschaft Gottes, der Liebe Gottes, nämlich die Welt davor zu bereiten. In 2. Mose 19 und dort Vers 5 und 6 lesen wir, Vers 4 bis 6 lesen wir: „Ihr habt gesehen, wie Gott (also Gott zu den Israeliten sagt), ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe und wie ich euch auf Adlersflügeln getragen und euch zu mir gebracht habe. Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt, so sollt ihr vor allen Völkern mein besonderes Eigentum sein, denn die ganze Erde gehört mir. Ihr aber sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.“ Das sind die Worte, die du den Kindern Israels sagen solltest.

[37:14] Ein Priester war ein Diener am Heiligtum. Ein Königreich von Priestern ist demzufolge ein Königreich von Dienern. Diener deswegen, weil sie Gott dienen und der Welt eine Offenbarung des Charakters Gottes präsentieren sollten und deswegen gibt ihnen Gott auch dann die zehn Gebote, die Grundlage seiner Regierung, die Grundlage seines Wesens. Er sagt in Vers 2: „Ich bin der Herr, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft herausgeführt habe.“ Gott sagt: Ich habe dich durch Liebe und Gnade aus der Gefangenschaft der Gesellschaft Satans herausgezogen und baue mit dir das Reich Gottes, in diesem Volk Gottes. Dann kommen die zehn Gebote, die allesamt die Beziehung zwischen Gott und Mensch und zwischen Mensch und Mensch illustrieren. Diese zehn Gebote sind nicht einfach Regeln, sie erklären im Kern, was die Regierung Gottes ist. Sie erklären im Kern, was diese Liebe eigentlich ausmacht.

[38:38] In letzter Weise hat Gott nichts unversucht gelassen, die Prinzipien seines Reiches der Welt zu offenbaren, nicht nur durch sein Volk Israel. Es war der größte König des herrlichsten Königreiches, das die Antike je gesehen hat, letztlich die ganze Weltgeschichte. Es war der berühmte König Nebukadnezar, dem Gott zweimal in einem Traum deutlich gemacht hat, was über das Königreich Gottes von entscheidender Bedeutung ist. In Daniel 2 kennen wir diese berühmte Geschichte, wo der König von diesem Standbild träumt, wo er selbst als das goldene Haupt dargestellt wird, aber wo Gott ihm die grundlegende Botschaft gibt: Dein Königreich ist nicht von Dauer und die Königreiche der Menschen nehmen ab an Wert. Es geht bergab mit den menschlichen Königreichen. Aber dann kommt das Reich Gottes, dargestellt als einen Stein.

[39:25] In Daniel 2 Vers 44: „Aber in den Tagen jener Könige wird der Gott des Himmels sein Königreich aufrichten, und das in Ewigkeit nicht untergehen wird. Und sein Reich wird keinem anderen Volk überlassen werden. Es wird alle jene Königreiche zermalmen und ein Ende machen. Er selbst aber wird in Ewigkeit bestehen.“ Gott sagt dem größten König des größten Weltreiches, das an kultureller Größe jemals existiert hat, er sagt ihm: Das einzige Reich, das ewig bestehen kann und wird, ist das Reich Gottes. Alle anderen Reiche, die irgendwo Prinzipien Satans mit aufgegriffen haben, und insbesondere natürlich Babylon und andere Königreiche, werden fallen, weil sie keine Stabilität aufweisen können.

[40:14] Und dann offenbart Gott dem Nebukadnezar einen zweiten Traum, was schon hier auf Erden das Prinzip der Königsherrschaft bedeutet. Normalerweise werden im Buch Daniel Könige dargestellt, entweder durch Tiere oder durch Hörner. Aber in Daniel 4 offenbart Gott mit einem anderen Symbol, was eigentlich seine Idee von einem Königreich ist. Nicht ein großes Horn, das andere stößt und Macht ausdrückt. Nein, in Daniel 4 Vers 7 bis 9 lesen wir: „Das aber sind die Gesichte meines Hauptes auf meinem Lager. Ich schaute und siehe, es stand ein Baum mitten auf der Erde und seine Höhe war gewaltig. Der Baum war groß und stark und sein Wipfel reichte bis an den Himmel und er war bis ans Ende der ganzen Erde zu sehen. Sein Laub war schön und seine Frucht reichlich und Nahrung für alle fand sich unter ihm. Unter ihm suchten die Tiere des Feldes Schatten und die Vögel des Himmels wurden seinen Zweigen und von ihm nährte sich alles Fleisch.“

[41:21] Das Königtum als ein Baum, der den Tieren dient. Man erinnert sich sofort an 1. Mose 1 Vers 26. Der Mensch als Abbild Gottes, der über die Schöpfung herrschen soll. Und zwar nicht als ein Diktator, sondern als jemand, der den unteren Formen des Lebens dient und ihnen hilft und für sie da ist. Das ist Gottes Ideal von Königtum. Und Nebukadnezar hat das natürlich nicht umgesetzt. Stattdessen war er selbstsüchtig und egoistisch und hat dann kurze Zeit später, selbst nachdem er die Deutung des Traumes bekommen hat, gesagt: „Ist das nicht das große Babel, das ich erbaut habe? Zu meiner Ehre und zu meinem Ruhm, zu Ehren meiner Majestät.“ Nicht zur Ehre Gottes, sondern zu Ehren meiner Majestät. Das Königreich wurde abgeschnitten. Interessanterweise nicht für immer. Der Nebukadnezar bekehrte sich nach diesen sieben Jahren und sagt dann in Daniel 3 Vers 33: „Wie groß sind seine Zeichen und wie gewaltig seine Wunder. Sein Reich ist ein ewiges Reich.“ Nicht nur ein Reich, das in der Zukunft kommt, sondern sein Reich kann man jetzt schon erleben. Seine Herrschaft währt von Geschlecht zu Geschlecht. Nebukadnezar verstand letztlich das Prinzip des Reiches Gottes: Dienst für andere.

[42:34] In Johannes 1 Vers 14 sehen wir, wie Gott das Wort schließlich selbst Mensch wurde, um der Menschheit die Prinzipien des Reiches Gottes zu illustrieren. Johannes 1 Vers 1: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.“ Vers 14: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ Die Prinzipien der Regierung Gottes werden sichtbar in Jesus Christus. Er hat seinen Jüngern versucht, genau das eindrücklich zu erklären.

[43:13] Matthäus 20 Vers 25, dort heißt es: „Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wisst, dass die Fürsten der heidnischen Völker sie unterdrücken und dass die Großen Gewalt über sie ausüben.“ Auch die Jünger waren ja nicht frei von diesem Gedanken. Sie dachten, sich rechtzeitig politisch manövrieren zu müssen, um dann den größten Posten zu bekommen in der Gemeinde. Vers 26: „Unter euch aber soll es nicht so sein. Wenn wir wirklich Christus nachfolgen, werden wir andere nicht unterdrücken und keine Gewalt über sie ausüben, sondern wer unter euch groß werden will, der sei euer Diener, und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht.“

[44:05] Gott ist deswegen Gott. Gott ist deswegen der König des Universums, weil er der größte aller Knechte ist, weil niemand so viel dient wie Gott. Man kann nicht mehr dienen, als Gott dient. Man kann nicht mehr helfen, als Gott hilft. Man kann nicht mehr lieben, als Gott liebt und deswegen kann es keinen besseren König geben. Gleich wie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele. Jesus sagt: Die Mission, mit der ich gekommen bin, ist eine Mission des Dienstes, für andere da zu sein. Nur so kann auf Dauer eine stabile Gesellschaft funktionieren und alle, die Christus nachfolgen, haben diese Aufgabe, so wie damals Israel im Alten Testament, diese Prinzipien der Welt zu präsentieren. Aber wie soll die Welt sie erkennen, wenn wir als Christen diese Prinzipien nicht selbst ausleben in der christlichen Gesellschaft, in der Gemeinde? Wenn die Gemeinde mehr nach weltlicher Politik funktioniert, als nach den Prinzipien des Reiches Gottes, wie soll die Welt dann jemals das Reich Gottes erkennen?

[45:17] 1. Petrus 2, und dort Vers 9. Auf allen Ebenen, von der Familie bis zur Generalkonferenzebene, müssen wir alle lernen, nach den Prinzipien des Reiches Gottes zu handeln. 1. Petrus 2, Vers 9: „Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat zu seinem wunderbaren Licht.“ Wir sind Könige, um über Jesus zu erzählen, und zwar über seinen Charakter, um seinen Charakter anderen zu offenbaren. Wir sind ein königliches Priestertum, wir sind Könige, die dienen sollen. Priester sind Diener. Wir sollen nicht nur anderen Menschen davon erzählen, wir sollen nicht nur anderen Menschen eine Offenbarung des Charakters Gottes präsentieren, wir sollen nach Epheser 3, Vers 10, da heißt es hier in Epheser 3, Vers 10: „damit jetzt den Fürstentümern und Gewalten in den himmlischen Regionen durch die Gemeinde die mannigfaltige Weisheit Gottes bekannt gemacht werde.“

[46:34] Es gibt etwas, was das Universum erkennt, wenn es auf uns als Gemeinde schaut, über die Regierung Gottes, über seine Weisheit, über seine Größe, über seine Liebe, seine Gnade, seine Geduld, seine Güte, seine Aufopferung, all das, was seine Regierung ausmacht, was durch die Gemeinde, nicht nur der Welt, sondern dem ganzen Universum offenbar gemacht wird. Liebe Freunde, liebe Freundinnen, was für eine gewaltige Aufgabe ist es doch, ein Mensch zu sein. Was für eine gewaltige Aufgabe ist es, ein Christ zu sein. Und ja, was für eine gewaltige Aufgabe ist es, zu denen zu gehören, die die letzte Warnungsbotschaft, die letzte Botschaft an eine sterbende Welt präsentieren, die sich zur Adventbotschaft bekennen.

[47:16] Auf dem Buch Offenbarung 14, Vers 6 und 7: „Und ich sah einen anderen Engel inmitten des Himmels fliegen, der hat ein ewiges Evangelium zu verkünden denen, die auf der Erde wohnen, und zwar jeder Nation und jedem Volkstamm, jeder Sprache und jedem Volk, der sprach mit lauter Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre. Dafür ist der Mensch geschaffen.“ Denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen. Wenn Daniel 7 das nachliest, wird sehen in Vers 9 und 10, dass wenn das Gericht beginnt, dann werden die Throne Gottes aufgestellt, dort im Allerheiligsten. Die Botschaft vom Gericht ist eine Botschaft vom Reich Gottes. Denn dort im Gericht, in Daniel 7, Vers 13 und 14, wird dann Christus zum König gekrönt. Die Botschaft, die Drei-Engel-Botschaft ist eine Botschaft vom Reich Gottes. Und betet denen, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat.

[48:10] Der Satan möchte nicht, dass der Mensch seine Identität findet als derjenige, der die Schöpfung bewahren soll und als echter Herrscher der Schöpfung ein Bild ist auf die Regierung, die Gott im Universum hat. Wenn Menschen nicht mal mehr glauben, dass die Welt geschaffen worden ist, wie sollen sie dann jemals einen Sinn für ihre eigene Identität finden, die Gott ihnen gegeben hat?

[48:31] Wir sind gerufen, diese Botschaft in die Welt zu tragen. Matthäus 24, Vers 14: „Und dieses Evangelium vom Reich, von der Königsherrschaft Gottes, diese gute Nachricht, wie Gott regiert, dass er der Größte und der Beste und der Wunderbarste, der Gütigste, der Liebevollste, der Außergewöhnlichste und der Schönste aller Könige ist, den man nur irgendwie haben kann. Diese gute Nachricht wird in der ganzen Welt verkündigt werden zum Zeugnis für alle Heidenvölker, und dann wird das Ende kommen.“

[49:09] Die Frage ist, lieber Freund, liebe Freundin, möchtest du mit deinem Leben, mit den Worten, mit den Taten, die du tust und mit den Gedanken, die du denkst, ein Zeuge sein dafür, dass Gottes Reich das Beste aller vorstellbaren Reiche ist, dass Gott der Beste aller vorstellbaren Könige ist und dass die Grundlage seiner Regierung die Liebe das größte und beste Fundament ist, auf dem unser Leben gelebt werden kann. Das Reich Gottes wird wiederhergestellt werden in uns und dann nach den tausend Jahren um uns herum auf der neuen Erde.

[49:52] Auf dem Buch Offenbarung 22 Vers 1 bis 5 lesen wir: „Und er zeigte mir einen reinen Strom von Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der ausging vom Thron Gottes und des Lammes. In der Mitte zwischen ihrer Straße und dem Strom, von dieser und von jener Seite aus, war der Baum des Lebens, der zwölfmal Früchte trägt und jeden Monat seine Frucht gibt, jeweils eine. Und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker, und es wird keinen Fluch mehr geben, und der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein, und seine Knechte werden ihm dienen, sie werden sein Angesicht sehen, und sein Name wird auf ihren Stirnen sein, und es wird dort keine Nacht mehr geben, und sie bedürfen nicht eines Leuchters noch des Lichtes der Sonne, denn Gott der Herr erleuchtet sie, und sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.“

[50:44] Liebe Freund, liebe Freundin, es ist dein Wunsch, dort mit dabei zu sein im Reich Gottes, wenn die Herrschaft Gottes wiederhergestellt wird. Es ist dein Wunsch, dass Gott heute schon in deinem Herzen die Herrschaft seiner Regierung, seine Gerechtigkeit, seinen Frieden und die Freude seines Heiligen Geistes wiederherstellen darf. Ich möchte mich dafür neu entscheiden. Du auch. Gott segne dich in deiner Entscheidung. Nächste Woche werden wir uns wiedersehen, dann werden wir hier das nächste Thema studieren in unserem Bemühen, die Rolle der Gesellschaft und die Rolle der Gemeinde genauer zu studieren. Gott segne euch und viel Freude im Studium seines Wortes.


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