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Dieses Video thematisiert das zehnte Gebot: „Du sollst nicht begehren“. Die Referentin Sigrid Winter-Illeson beleuchtet die tiefgreifenden Auswirkungen dieses Gebots anhand biblischer Beispiele wie Luzifer, Adam und Eva, König Ahab und König David. Sie erklärt, wie Begehren die Wurzel vieler Sünden ist und wie wichtig es ist, sich auf Gott zu verlassen und nicht von weltlichen Dingen verführen zu lassen. Das Video ermutigt die Zuhörer, Jesus um Hilfe zu bitten, um diese Versuchungen zu überwinden und ein Leben in Dankbarkeit und Zufriedenheit zu führen.


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Serie: Die Zehn Worte

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Transkript

[0:00] Ich begrüße euch alle ganz herzlich zu unserer Predigtreihe "Die Zehn Worte". Wir sind nun bereits beim letzten Gebot angekommen.

[0:14] Mit dem zehnten Gebot habe ich in meiner Jugendzeit eine ganz spezielle Erfahrung gemacht. Gott hat mir auf seine Art und Weise gezeigt, dass es für mich besser ist, wenn ich an seine Weisungen denke. Während ich zur Schule ging, war die allgemeine Schulpflicht noch von Montag bis Samstag. Der Sabbat war ein ganz regulärer Schultag. Da wir in Deutschland die Religionsfreiheit im Gesetz verankert haben, wurde ich vom Schulunterricht am Sabbat befreit. Natürlich musste ich nachholen, was an diesem Tag unterrichtet wurde. Aber das war gar kein Problem. Ich hatte so liebe Mitschüler, die standen mir mit Rat und Tat immer zur Seite. So bin ich in den vielen Jahren kein einziges Mal am Sabbat in die Schule gegangen.

[1:27] Als meine Schulzeit sich dem Ende nahte, sollten in der Klasse, wo ich war, Abschlussfotos gemacht werden. Ein Gruppenfoto und von jedem Schüler eine Einzelaufnahme. Und das war ausgerechnet an einem Sabbat. Da sollte der Fotograf kommen. Meine Eltern waren nicht damit einverstanden, dass ich wegen der Fotos den Gottesdienst versäumen wollte. Und außerdem meinten sie, meine Mitschüler würden sowieso nicht mit mir rechnen, dass sie gewohnt sind, dass ich am Sabbat nicht komme. Aber ich, ich wollte unbedingt gehen.

[2:24] Hatte ich doch zur Schulentlassungsfeier in meiner Gemeinde ein schönes neues Kleid bekommen. Und dieses schöne Kleid, das wollte ich unbedingt anziehen, damit da die Fotos gemacht werden. Dann hätte ich endlich eine Einzelaufnahme mit meinem wunderschönen neuen Kleid. Damals gab es noch keine Handys, wo man zu jeder Zeit fotografieren konnte. Mein Gewissen sagte mir: "Nein, geh nicht, folg deinen Eltern und geh mit in den Gottesdienst." Aber mein Begehren auf die schönen Fotos mit meinem neuen Kleid und mein Stolz, der sagte: "Geh!"

[3:22] Ich beruhigte mein Gewissen und dachte für mich: "Es ist ja nur dieser eine Sabbat in den ganzen vielen Jahren, wo du zur Schule gehst. Da werden höchstens zwei Stunden gelernt und dann kommt ja schon der Fotograf." Beruhigte mich und ich ging. Meine Eltern waren traurig über meine Entscheidung, aber als Jugendliche ließen sie mich gehen. In der Schule angekommen, waren meine Mitschüler sehr überrascht und sichtlich erstaunt, mich zu sehen. Was sie mir auch sagten. Im Inneren habe ich gedacht: "Deine Eltern haben doch recht gehabt."

[4:23] Aber als der Fotograf kam, nahmen sie mich alle in die Mitte und es wurde ein Gruppenfoto gemacht und von jedem Schüler wurde eine Einzelaufnahme gemacht. Nach einer Woche durften wir die Aufnahmen im Fotogeschäft abholen. Fröhlich ging ich hin, ging in den Laden, nahm den Umschlag, den größeren Umschlag in Empfang, bezahlte schnell und ging hinaus. Ich konnte es kaum erwarten, vor dem Laden den Umschlag aufzumachen.

[5:02] Als erstes habe ich das Gruppenfoto gesehen. Oh, was war denn das? Ich traute meinen Augen nicht. Ich machte sie zu, machte sie wieder auf. Was ich sah, schockierte mich. Ich war fassungslos. Auf dem Gruppenfoto sahen mich alle meine Mitschüler lächelnd, freundlich, strahlend an. Und ich? Ja, wie sah denn ich aus? Ich war total verschwommen. Vor meinem Kopf bis zur Gürtellinie war ich wie in einer weißen Wolke gehüllt. Man konnte mich nicht erkennen. Ich war schockiert, aber ich hatte ja noch meine Einzelaufnahme, die ich unbedingt wollte. Die holte ich raus.

[6:07] Ich konnte es nicht fassen. Ihr glaubt es nicht, ich konnte es nicht fassen. Ich war genau zur Hälfte. Von Kopf bis Fuß war die linke Seite wie in einer Nebelwand eingehüllt. Man sah mich nur zur Hälfte. Die von mir erwarteten schönen Fotos waren für mich völlig unbrauchbar. Und zusätzlich ärgerte ich mich. Meine Mitschüler, die hatten ja das gleiche Gruppenfoto. Die wussten ja, wer da hinter der weißen Wolke steckt. Was sich da der eine oder der andere wohl gedacht hat? Es war einfach nur peinlich.

[7:04] Tatsache war, dass ich mich furchtbar geschämt habe. Mir war völlig klar, dass das kein Zufall war. Ich hatte das Sabbatgebot und ich hatte das Gebot des Begehrens mit voller Absicht missachtet. Hier hat mir der liebe Gott schon in meiner Jugendzeit eine ganz große Lehre erteilt. Das war für mich eine Lektion für mein ganzes Leben: Bleib konsequent. Gott wusste ganz genau, wie er mich auf mein Glaubensleben vorbereitet. Er hat mir ganz deutlich gezeigt, was richtig ist und was falsch ist. Und das mit Beweisfotos.

[8:06] Wir wollen uns nun gemeinsam das zehnte Gebot anschauen und ich lade euch ein, 2. Mose 20, Vers 17 in eurer Bibel aufzuschlagen. 2. Mose 20, Vers 17. Ich lese aus der Luther-Übersetzung. "Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Rind, Esel, noch alles, was dein Nächster hat." In der alten Luther-Übersetzung heißt es, so wie hier bei diesen Tafeln: "Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Haus. Lass dich nicht gelüsten deiner Nächsten Frau." In der Textbibel von 1899 wird so formuliert: "Du sollst nicht Verlangen tragen nach deines Nächsten Haus. Du sollst nicht Verlangen tragen nach deines Nächsten Frau." Wir sollen also kein Verlangen haben nach dem Besitz unseres Nächsten.

[9:37] Ich habe vier Beispiele aus der Heiligen Schrift ausgewählt, die uns zeigen, was das Nicht-Beachten dieses Gebotes nach sich ziehen kann. Und wir werden sehen, dass hinter dem Begehren alle anderen Sünden stecken und es die Wurzel allen Übels ist.

[10:11] Die Bibel berichtet uns in Hesekiel 28 von Luzifer, einem wunderschönen Cherub, einem Engelsfürst. Ab Vers 12 heißt es: "Du warst das Abbild der Vollkommenheit, voller Weisheit und über die Maßen schön. In Eden warst du, im Garten Gottes, geschmückt mit Edelsteinen jeder Art, mit Saphir, Topas, Diamant, Türkis, Smaragd. Von Gold war die Arbeit deiner Ohrringe und des Perlenschmucks, den du trugst. Am Tage, als du geschaffen wurdest, wurde sie bereitet. Du warst ein glänzender, ein schirmender Cherub und auf den heiligen Berg hatte ich dich gesetzt. Ein Gott warst du und wandeltest inmitten der feurigen Steine. Du warst ohne Tadel in deinem Tun von dem Tage an, als du geschaffen wurdest, bis an dir Missetat gefunden wurde."

[11:33] Die Frage ist hier: Was für eine Missetat wurde an ihm gefunden? In Jesaja 14, Vers 13 und 14 bekommen wir die Antwort: "Du aber gedachtest in deinem Herzen: Ich will in den Himmel steigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen. Ich will mich setzen auf den Berg der Versammlung im fernsten Norden. Ich will auffahren über die hohen Wolken und gleich sein dem Allerhöchsten." Hier war der Ursprung der Sünde das Begehren.

[12:30] Luzifer wird beschrieben als ein wunderbar geschaffenes Wesen. Er wurde von allen geliebt und geehrt. Aber allmählich entwickelte Luzifer das Verlangen, sich selbst zu erhöhen. Sein Herz wollte hoch hinaus. Er wollte mehr. Er war mit seiner führenden Stellung nicht mehr zufrieden. Er begehrte nach noch mehr Macht, noch mehr Herrlichkeit. Er wollte Gott gleich sein. Er hatte das Verlangen, es gelüstete ihn, zu sein wie Gott. Hier wird uns gezeigt, wie verderblich der Lustgedanke ist. Neid, Begehrlichkeit und Eifersucht nagte an Luzifer. Rein äußerlich erschien er als gottesfürchtig. Aber im Inneren, da tobte der Kampf, der böse Kampf der Lust nach noch mehr Macht und noch mehr Herrlichkeit. Er wollte das alleinige Hochheitsrecht, das nur dem Sohn Gottes, Jesus Christus, zustand.

[14:16] Mit dieser Sünde zerstörte Satan die vollkommene Eintracht des Himmels. Er und seine von ihm aufgewiegelten und verblendeten Anhänger mussten den Himmel verlassen. Nun war Satan zur Rache entschlossen. Er wollte, dass andere seinem tiefen Fall mit ihm teilen. Und das würde ihm am besten dadurch gelingen, Menschen zu beeinflussen, Gottes Gebote zu übertreten. Heimtückisch und adlistig verleitete er unsere ersten Eltern Adam und Eva dazu, Gottes Gebot nicht vom Baum der Erkenntnis zu essen, zu missachten.

[15:11] In der Schlachterübersetzung heißt es in 1. Mose 3, Vers 4 und 6: "Da sprach die Schlange zu der Frau: Keineswegs werdet ihr sterben, sondern Gott weiß, an dem Tag, da ihr davon esst, werden euch die Augen geöffnet und ihr werdet sein wie Gott und werdet erkennen, was gut und was böse ist. Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen und ein begehrenswerter Baum wäre, weil er klug macht, und sie nahm von seiner Frucht und aß. Und sie gab davon auch ihrem Mann, der bei ihr war, und er aß."

[16:11] Satan hatte Eva vorgegaukelt, dass sie durch das Essen der verbotenen Frucht eine höhere Daseinsform und ein umfassenderes Wissensgebiet erreichen könnten. Und Gott wolle ihnen das vorenthalten. Gott wolle sie daran hindern, ihm gleich zu sein. Satan, der Ursprung der Lüge, stellt scheinheilig den Befehl Gottes in Frage und bezichtigt Gott somit als Lügner. Und er hat Erfolg mit seiner intriganten Taktik. Eva schlägt Gottes Warnung in den Wind und lässt sich verleiten, die verlockende Frucht zu essen.

[17:05] Das Begehren, von diesem wunderbar anzusehenden Baum zu essen und die Begierde, Gott gleich zu sein, waren stärker als ihr Vertrauen zu ihrem Schöpfer. Eva hatte wohlüberlegt ihre Entscheidung getroffen. Gott hatte unsere ersten Eltern eindrücklich gewarnt, das göttliche Gebot nicht zu übertreten und hat auf seine Folgen hingewiesen. Als Konsequenz mussten sie die Auswirkungen tragen. Sie durften sich nicht mehr in der Gegenwart ihres Schöpfers aufhalten und mussten ihr herrliches Zuhause für immer verlassen.

[18:10] Das dritte Beispiel für maßloses Begehren finden wir in 1. Könige 21. Hier wird uns berichtet, wie aus Habgier ein Unschuldiger ermordet wurde. Naboth, ein treuer Israelit, hatte unmittelbar neben dem Königspalast einen Weinberg. König Ahab wollte diesen Weinberg unbedingt besitzen. Er wollte sich darauf einen Gemüsegarten anbauen. Er bot Naboth einen anderen Weinberg an oder den Gegenwert von Silber. Doch Naboth weigerte sich und sagte: "Der Herr bewahre mich davor, dass ich dir das Erbe meiner Vorfahren gebe." Land war damals in Israel unverkäufliches Erbe und sollte immer wieder in den Besitz der Familie zurückkehren. Selbst der König durfte sich nicht ohne weiteres Land aneignen. Er unterstand dem Gesetz genauso wie jeder andere Israelit.

[19:44] Verärgert über die Absage von Naboth kehrte König Ahab zurück in seinen Palast. Er wollte nichts mehr essen. Er wollte nichts mehr trinken. Er verhielt sich wie ein kleines trotziges Kind, das seinen Willen nicht bekommen hat. Seine Frau Isebel fragte: "Warum bist du so schlecht aufgelegt? Was ist los mit dir?" Ahab erzählte: "Ich wollte von Naboth den Weinberg kaufen, aber er hat sich geweigert und möchte mir das Erbe seiner Väter nicht geben." "Bist du nun König oder bist du es nicht? Steh auf, sei vergnügt, ess und trink und lass es dir schmecken. Ich werde dir den Weinberg von Naboth schon verschaffen."

[20:42] Isebel schrieb Briefe im Namen von Ahab und versah sie mit dem königlichen Siegel. In diesen Briefen wurden die Ältesten und die Obersten in der Stadt angewiesen, Naboth aufgrund von Falschaussagen steinigen zu lassen. Und so geschah es auch. Sie führten den unschuldigen Naboth zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Isebel überbrachte König Ahab die Nachricht, dass Naboth tot sei. Ahab ging sofort in den von ihm begehrten Weinberg und nahm ihn in Besitz.

[21:40] Aber Gott war über dieses rücksichtslose Vorgehen von Ahab und seiner Frau sehr zornig. Gott sandte seinen Propheten Elia und kündigte Ahab die Strafe für sein unrechtes Handeln an: "Erst mordest du, dann raubst du fremdes Erbe. An der Stätte, wo Hunde das Blut Naboths geleckt haben, sollen Hunde auch dein Blut lecken. Ich will Unheil über dich bringen und dich vertilgen, samt deinem Nachkommen. Und will von Ahab ausrotten alles, was männlich ist, bis auf den letzten Mann in Israel." Ahab, als er das hörte, zerriss vor Entsetzen seine Kleider. Er fastete, bereute und demütigte sich vor Gott. Gott sah Ahabs Reue und milderte aus Erbarmen sein Urteil ab. Ihr könnt es in 1. Könige Kapitel 21 nachlesen, wie es weiterging.

[23:13] Hier haben wir wieder einen verachtenswerten Fall von Begehren und Habsucht mit seinen bösen Folgen. Ahab hatte den Wunsch, das zu besitzen, was einem anderen gehörte. Er war neidisch. Etwas unbedingt haben zu wollen, zu begehren, das ist die Haltung, nicht mit dem zufrieden zu sein, was man hat. Ein Habsüchtiger macht Wohlstand und Besitz zu seinem Gott.

[23:59] Unser letztes Beispiel und allen bekannten Beispiel von Begehren mit dem Ergebnis des Ehebruchs und des Mordes finden wir in 2. Samuel 11, die Geschichte von David und Bathseba. Während König Davids Armee wieder in den Ammoniterkrieg zieht, bleibt dieses Mal König David zu Hause. Vom Dach seines Palastes aus, auf das er sich in der Abendkühle begeben hat, beobachtet er eine wunderschöne sich waschende Frau. Es ist Bathseba.

[24:50] David begehrt diese wunderschöne Frau, aber sie ist verheiratet. Sie ist verheiratet mit dem Hethiter Urija. David nutzt nun seine Macht aus und lässt Bathseba zu sich bringen. Bathseba wird schwanger. David versucht nun mit allen möglichen Tricks den Ehebruch zu verheimlichen und die Vaterschaft dem Urija unterzuschieben, was ihm aber jedoch misslingt. Daraufhin arrangiert David den Tod von Urija, indem er ihn im Krieg durch einen militärischen Befehl umkommen lässt. Nun kann David die von ihm begehrte Bathseba ganz legal heiraten. David bereut später zutiefst sein skrupelloses Handeln, aber er muss die bitteren Früchte seiner Sünden ernten. Der gemeinsame Sohn dieses Ehebruchs stirbt nach wenigen Tagen.

[26:30] Im 2. Samuel 11, Vers 27 lesen wir: "Aber dem Herrn missfiel die Tat, die David getan hatte." Hätte David sich auch anders entscheiden können? Er hatte doch genug Frauen. Er hat alle Gebote Gottes in seinem Herzen ausgeblendet und hat sich nur noch von der Begierde und dem Begehren leiten lassen. Mit dem Begehren fing alles an und endete mit Verrat, Ehebruch und Mord. Von dieser heimtückischen Begebenheit lernen wir, was schamloses Begehren anrichten kann. Es ist wie ein heimliches Feuer, das den Menschen verbrennen kann, während man ihm äußerlich nichts anmerkt.

[27:39] Ich habe gelesen, dass die Pfarrkirche St. Madeleine zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Paris gehört. Auf den beiden beeindruckenden Brossetüren der St. Madeleine sind Reliefs. Auf der einen Türe ist Isebel abgebildet, wie sie König Ahab den Weinberg von Naboth verschafft. Die andere Tür zeigt König David, wie er seine Augen an Bathseba, der Frau des Urija, weidet.

[28:15] "Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau." Dieses göttliche Gebot steht unter den beiden imposanten Türen der St. Madeleine und leuchtet als Mahnung hinein in die Welthauptstadt Paris. Das zehnte Gebot fordert: "Du sollst nicht begehren." Du, ich, wir, wir sollen kein Verlangen haben, nicht neidisch sein und nicht liebäugeln mit dem, was einem anderen gehört.

[28:59] Findet dieses Gebot überhaupt noch Beachtung? Die meisten kennen die Gebote: "Du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen, nicht lügen, nicht stehlen." Von dem Gebot des Begehrens, der Begierde, der Habsucht, des Neides, der Eifersucht hören wir leider wenig. Es wird fast nicht erwähnt. Vielleicht wollen wir es auch selbst verdrängen. Und doch beginnen fast alle Übertretungen mit dem zehnten Gebot. Das zehnte Gebot ist in fast allen anderen Geboten mit involviert. Das Begehren ist der Anfang, dann folgt der Ehebruch, dann folgt das Töten, das Stehlen und das Lügen.

[30:03] Haben wir nicht alle schon einmal Gedanken des Begehrens, der Eifersucht oder sogar des Neides an uns festgestellt? Zum Beispiel, wenn ehemalige Mitschüler oder gute Bekannte von ihren verschiedenen Karrieren und ihren Erfolgen erzählen oder wenn wir die anscheinend wohlgeordneten Verhältnisse von manchen Geschwistern sehen, kommen unsere Verhältnisse uns dann vielleicht mittelmäßig, klein oder sogar langweilig vor? Kommen uns dann Gedanken wie: "Warum haben die anderen das, was ich nicht habe? Warum verdient der viel mehr als ich, obwohl ich mindestens genauso viel arbeite? Warum hat mein Bruder ein Haus und ich muss in einer Mietwohnung leben? Warum kann der sich jetzt ein neues, teures Auto leisten und ich muss immer noch mit meinem alten Auto herumfahren? Wieso kann mein Nachbar zwei und dreimal im Jahr sich einen Urlaub leisten und ich, ich kann höchstens einmal fahren, wenn überhaupt? Warum hat diese Schwester heute schon wieder ein neues Kleid an?" Es gibt so viele Beispiele.

[32:01] Solche Gedanken, die führen uns zur Unzufriedenheit. Wir sind auch oft versucht, uns mit dem anderen zu vergleichen. Wir sollten aufhören, auf die Besitztümer des anderen zu achten, und uns stattdessen darauf besinnen, wie gut es uns eigentlich geht. Wir sind geneigt, uns mit Menschen zu vergleichen, denen es besser geht als uns. Wenn wir schon einen Vergleich anstellen, dann sollten wir das mit Menschen tun, denen es schlechter geht. Und davon gibt es Millionen, nein, es gibt Milliarden davon. Das öffnet uns dann die Augen, und wir werden wieder dankbarer und zufriedener gegenüber unserem himmlischen Vater. Das sich vergleichen mit anderen, das führt uns nur zu Neidattacken.

[33:03] Sind es denn wirklich Besitz, Freizeit, Geld und Status, die uns glücklich machen? Wir leben in einer Welt, in der das Begehren und die Habsucht an der Tagesordnung ist. Alles ist auf Wirtschaftswachstum ausgerichtet. Es herrscht durch unsere Industrienationen Ausbeutung der ärmeren Länder. Wir rauben den Armen ihre Zeit, sie arbeiten unter schlimmsten Bedingungen auf Kosten ihrer Gesundheit für uns. Wir bedienen uns auf billige Art und Weise ihrer Bodenschätze. Wir behandeln sie als Menschen zweiter Klasse, nur um unseren Wohlstand so kostengünstig wie möglich zu finanzieren und unsere Habsucht zu befriedigen. Wir betreiben moderne Sklaverei, und die breite Masse nimmt das gerne in Kauf.

[34:30] Unsere Gesellschaft ist durchsetzt und vergiftet von einem Nie-Genug-Haben, immer mehr und immer mehr. Das menschliche Begehren ist das Grundübel, aus dem alle schädlichen und zerstörerischen Konflikte in unserer Welt entstehen.

[34:55] Sind wir uns darüber im Klaren, wie oft wir sündigen und gegen das zehnte Gebot verstoßen? Wir sind oft ganz weit von diesem Gebot entfernt. Wir müssen uns vor Augen halten, dass wir nicht besser, intelligenter, willenstärker und gehorsamer sind als Adam und Eva, als Ahab und David. Wir sind genauso anfällig für Satans scheinbar verlockende Angebote und wir lassen uns von ihm täuschen. Satan weiß ganz genau, wo unsere Schwachstellen sind.

[35:54] Wir können ihm nur entgegentreten, wenn wir durch das Gebet die konstante Verbindung mit unserem himmlischen Vater und mit Jesus Christus aufrechterhalten. Wir dürfen Jesus bitten, wir müssen Jesus bitten, dass er uns zur kritischen Selbsterkenntnis führt. Nur durch den Heiligen Geist sind wir imstande, unsere Schwachpunkte und Verfehlungen zu erkennen und unsere Begierden des Fleisches zu unterdrücken und zu unterlassen.

[36:35] Wir haben die Gewissheit, dass Jesus Christus uns liebt und er weiß ganz genau, dass wir ohne ihn seinem Gegenspieler völlig ausgeliefert sind. Nur Jesus kann uns helfen, denn auch er war Satans Versuchungen ausgeliefert.

[37:02] In Hebräer 2, Vers 17 und 18 lesen wir: "Darum musste er, Jesus, in allem seinen Brüdern gleich werden, damit er barmherzig würde und ein treuer Hohepriester vor Gott, um die Sünden des Volkes zu sühnen. Denn worin er selber gelitten hat, kann er helfen denen, die versucht werden." Und das sind wir. Wir werden versucht und uns hilft er.

[37:38] Wir haben einen wunderbaren, gnädigen, barmherzigen und so geduldigen Gott. Wenn wir ihn lieben, wenn wir ihm vom Herzen treu sind, wenn wir unsere Sünden aus tiefstem Herzen bereuen, dann erhalten wir Vergebung und wir dürfen neu mit ihm anfangen. Und dann gibt es nichts mehr, was uns von seiner Liebe trennen kann.

[38:12] In 1. Johannes 5, Vers 3 lesen wir: "Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer."

[38:29] Wir lesen in Hesekiel 33, Vers 16: "Und all seiner Sünden, die er getan hat, sollen nicht mehr gedacht werden, wenn er nun getan hat, was recht und was gut ist. Darum soll er am Leben bleiben."

[38:51] Und wenn wir doch einmal versagen, dann haben wir die Hoffnung, wie es uns in Jesaja 1, Vers 18 versprochen wird: Spricht der Herr: "Wenn eure Sünde auch blutrot ist, soll sie doch schneeweiß werden. Und wenn sie rot ist wie Scharlach, so soll sie doch wie Wolle werden."

[39:18] Ein weiterer Text der wunderbaren Hoffnung finden wir in Jesaja 44, Vers 22: "Ich tilge deine Missetat wie eine Wolke und deine Sünden wie den Nebel. Kehre dich zu mir, denn ich erlöse dich."

[39:42] Unser himmlischer Vater möchte, dass es uns, seinen Kindern, gut geht. Deshalb hat er uns seine kostbaren 10 Gebote eigenhändig aufgeschrieben und hat sie uns geschenkt. Mit diesen Geboten möchte unser gnädiger Gott erreichen, dass unser Leben lebenswert, freundlich, rücksichtsvoll, menschlich bleibt. Diese Gebote zeigen den Weg, den eine Gesellschaft zusammenhält, in der das gute, mitmenschliche, uneigennützige und unbeschwerte Leben liegen könnte.

[40:31] Wenn wir unseren himmlischen Vater und unseren Heiland, Jesus Christus, von ganzem Herzen lieb haben, dann werden wir seine unschätzbaren Gebote und Weisungen einhalten. Jesus möchte, dass wir uns mit ganzem Herzen für ihn entscheiden.

[40:59] Geschwister, das lohnt sich. Wir haben atemberaubende Zukunftsaussichten vor uns. Ein Leben in absoluter Herrlichkeit, ohne Sorgen, ohne Probleme, ohne Stress, ohne Streit, ohne Zorn, ohne Neid, ohne Angst und ohne Tränen. Und vor allem, es gibt dann keine Beerdigungen mehr.

[41:33] Geschwister, wir werden was erleben, was wir noch nie gesehen haben, was wir noch nie gehört haben. Wir werden Wunderbares erleben, was uns noch nie in den Sinn gekommen ist. Jesus bereitet Wohnungen für uns vor. Er möchte, dass wir darin einziehen. Wir dürfen bei ihm wohnen.

[41:59] In einem Lied heißt es: "Straßen aus Gold und Tore aus Perlen gibt's in der Stadt, die Gott selber erbaut. Das ist kein Traum, es wird Wirklichkeit werden. Jeder wird's sehen, der auf Jesus vertraut." All das, liebe Geschwister, das dürfen wir uns auf keinen Fall entgehen lassen. Denn die Alternative, die wäre schrecklich.

[42:33] Voller Zuversicht und mit freudigem Herzen wollen wir alle auf die Ankunft unseres Heilandes, Jesus Christus, warten. Geschwister, das wird das spektakulärste, unnachahmliche und großartigste Schauspiel aller Zeiten. Wollt ihr dabei sein? Freut ihr euch darauf? Seid ihr bereit? Ich bin es und ich kann's kaum erwarten. Komm, Herr Jesus, komme bald. Amen.

[43:10] Ja, lieber Heiland, Jesus Christus, du hast versprochen, du kommst bald. Wir sehen die Zeichen der Zeit und wir wissen, dass du dein Versprechen bald wahrmachen wirst. Heiland, gib uns die Kraft, dass wir ans Ziel kommen, dass wir einmal bei dir sind. Gib, dass wir uns gegenseitig Unterstützung und Hoffnung machen, Herr. Wir freuen uns auf dich. Komme bald, Herr Jesus. Amen.


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