Dieses Video thematisiert das fünfte Gebot: „Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren“. Es beleuchtet die Bedeutung dieses Gebots für alle Altersgruppen und wie es zu einem gesunden Familienleben beiträgt. Anhand biblischer Beispiele und praktischer Ratschläge wird aufgezeigt, wie Ehre, Dankbarkeit und Ehrfurcht das Fundament für ein harmonisches Miteinander legen und wie Gott gesunde Familienkonzepte segnet.
Die Zehn Worte: 6. Gesunde Familien (2. Mo 20,12)
Rabea Kramp · Die Zehn Worte ·Themen: 2. Mose, Bibel, Bibelstudium, GesetzWeitere Aufnahmen
Serie: Die Zehn Worte
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Transkript
[0:00] Er hatte viel für seine Kinder getan. Er war ein echtes Vorbild und schenkte das aus, was er ihnen beibrachte. Er rettete ihnen buchstäblich das Leben und alle drei hatten sie große Freude, mit ihrem Vater eng zusammenzuarbeiten. Sie hatten gesehen, wie er vom Heiligen Geist erfüllt versucht hatte, Menschen zu Gott zu führen und sie hatten erlebt, wie die ganze Familie dadurch gesegnet wurde, durch den engen Zusammenhalt, durch die enge Zusammenarbeit. Aber nun war ihm ein Fehler passiert. Dem Vater, der immer das große Vorbild war, dem Vater, der so eng mit Gott zusammengearbeitet hatte, der der Priester der Familie gewesen war, er hatte den Respekt eines seiner Söhne verloren. Dieser Sohn verachtete den Vater, aber die anderen beiden taten genau das Gegenteil. Die anderen beiden Söhne bedeckten die Scham des Vaters. Sie taten das, was ihr Vater ihnen beigebracht hatte. Sie taten das, was Gott getan hätte und was Gott getan hat. Noah war tief gefallen, aber die Söhne, die zu ihm gehalten haben, erbten großen Segen von Gott.
[1:52] Wir wollen heute über das fünfte Gebot nachdenken. Ein Gebot, das uns alle angeht und trotzdem ein Gebot, worüber wir nicht so oft vielleicht nachdenken, aber ein Gebot, das für unseren Alltag sehr, sehr relevant ist. Wir wollen zusammen studieren und uns anschauen und darüber nachdenken, wie dieses Gebot für uns alle ein Segen sein kann und eine gesunde Familie für uns, wie Gott vorgesehen hat, in diesem Gebot für uns eine gesunde Familie zu schenken. Ich möchte mit euch zum Anfang beten und ihr dürft sitzen bleiben und wir neigen unsere Häupter. Lieber Gott, du hast in deinen zehn Geboten so viele verschiedene Aspekte für unser Zusammenleben aufgeschrieben. Es war dir so wichtig, dass die Familie zusammenhält, dass in der Familie Harmonie herrscht und daher möchten wir heute dieses Gebot betrachten und uns gemeinsam Gedanken machen und wir bitten um deinen Heiligen Geist, dass du in unsere Herzen kommst und uns erfüllst mit der Liebe, die du für uns hast, dass wir diese Liebe auch füreinander haben. Für unsere Eltern, für unsere Geschwister, für Kinder. Herr, wir danken dir dafür in deinem Namen. Amen.
[3:32] Wir sind nach dieser Predigt mit der Hälfte der Predigtreihe fertig. Letztes Mal habt ihr das vierte Gebot gehört, was Jotta behandelt hat und bevor wir mit dem Thema so richtig einsteigen, wollen wir natürlich das Gebot lesen und ich würde euch bitten, dass wir die Bibel zur Hand nehmen. Ihr braucht sie heute. Ihr braucht euer Schwert. Ihr müsst ein bisschen bewaffnet sein, denn wir werden so einige Bibelverse anschauen und wir starten in 2. Mose 20 und dort in Vers 12. 2. Mose 20 und dort in Vers 12, wo es heißt: "Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, damit du lange lebst in dem Land, dass der Herr, dein Gott, dir gibt." Dieses Gebot gilt nicht nur für Kinder und Jugendliche, für junge Erwachsene. Dieses Gebot gilt in jedem Alter, wenn ihr Eltern habt. Dieses Gebot ist ein Gebot, was jeden von uns aufruft, aktiv zu werden in der Familie, Dankbarkeit entgegenzubringen, Ehre den Eltern entgegenzubringen, um uns umeinander zu kümmern.
[4:58] Ich möchte mit euch den Paralleltext lesen, den wir in 5. Mose finden. Ihr wisst, in 5. Mose werden die Gebote noch einmal wiederholt und wir finden das in 5. Mose Kapitel 5 und dort in Vers 16 und wir wissen, dass die Ausgangssituation in 5. Mose etwas anders ist. Mose spricht zu einer anderen Generation, zu der Generation, die damals Kinder waren oder junge Erwachsene, noch nicht wirklich mündig. Diese Generation hat die letzten 40 Jahre in der Wüste verbracht und Mose wiederholt das Gebot, das fünfte Gebot, aber nicht wortwörtlich und wir wollen anschauen, was hier Mose ein bisschen anders ausdrückt. "Du sollst, Vers 16, du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, wie es dir der Herr, dein Gott, geboten hat, damit du lange lebst und es dir gut geht in dem Land, dass der Herr, dein Gott, dir gibt." Was habt ihr gesehen für Unterschiede? Habt ihr einen Unterschied gesehen zwischen dem Text in 2. Mose und in 5. Mose? Ihr dürft gerne antworten. "Wie es dir der Herr, dein Gott, geboten hat." Er erinnert sie an 2. Mose. Er sagt, ich habe euch das schon mal gesagt. Damals wart ihr Kinder, nun seid ihr Erwachsene und ich wiederhole dieses Gebot. Welchen Unterschied gibt es noch in dieser Wiederholung? Ja, die Verheißung, die Verheißung finden wir auch, "damit du lange lebst in dem Land", das finden wir auch in 2. Mose, aber die Verheißung ist ein bisschen verlängert, nicht wahr? Das steht, dass es dir gut geht in dem Land. Habt ihr euch mal gefragt, warum Mose das ein bisschen anders ausgedrückt hat, warum er das Gebot ein bisschen gestretched hat, ein bisschen ausgeweitet hat in 5. Mose? Die Spione haben keinen guten Bericht gebracht, oder? Sie haben das Land nicht gerade gut beschrieben. Ja, da gibt es ganz viel frisches Obst und wir werden gut versorgt sein, aber da gibt es so viele Riesen und so viele Gefahren und wir werden jahrelang nur Krieg führen müssen und es wird überhaupt nicht einfach, dort zu leben. Aber als Mose dieses 5. Gebot kurz vor der Überschreitung des Jordan wiederholt, da sagt er: "Ihr geht in das verheißene Land, das ich bestimmt habe, damit es euch gut geht." Gott möchte ihm unbedingt mitgeben, dass er Gutes für sie vorbereitet hat.
[7:44] Wir möchten eine dritte Textstelle anschauen, die sehr ähnlich zu diesen beiden Texten ist, nämlich in 3. Mose und dort in Kapitel 19. 3. Mose 19 und hier ist ein Kapitel über Heiligung und Lebenswandel und dazu gehört auch das Familienleben und hier heißt es in 3. Mose 19, Vers 3: "Ihr sollt jeder Ehrfurcht vor seiner Mutter und seinem Vater haben und meine Sabbate halten, denn ich, der Herr, bin euer Gott." Wir finden hier eine ganz interessante Verbindung in diesem Vers. Wir finden hier nämlich zwei Gebote. Wir finden das 5. Gebot und wir finden das 4. Gebot in einem Vers vereint. Was möchte die Bibel uns damit sagen? Kann es nicht vielleicht sein, dass der Gehorsam gegenüber den Eltern und der Gehorsam gegenüber Gott ganz viel miteinander zu tun haben? Dass der Gehorsam gegenüber den Eltern ein Abbild ist dessen, wie wir mit Gott leben, wie wir mit Gott umgehen, wenn wir die Eltern ehren, dass wir auch Gott ehren?
[9:10] Ich möchte mit euch drei Worte anschauen, die in diesen drei Versen, die wir gerade gelesen haben, vorkommen und ich möchte mit euch über diese drei Worte nachdenken: Ehren, das Land erben und Ehrfurcht haben. Ehren, das Land erben und Ehrfurcht haben. Was bedeutet es zu ehren? Was bedeutet es, die Eltern zu ehren? Was hat es mit diesem Land auf sich, dass Gott ihn verheißen hat? Und was eigentlich bedeutet Ehrfurcht in seiner ganzen Tiefe?
[9:35] Zum ersten Wort, zum Ehren, möchte ich mit euch eine Geschichte anschauen, die ihr gut kennt in Lukas 17. In Lukas 17, wir lesen nicht die ganze Geschichte, weil ihr kennt sie, aber wir lesen das Ende der Geschichte in Lukas 17 und dort Vers 17 und 18. Hier kommen zehn Aussätzige und Jesus heilt sie und schenkt ihm quasi ein ganz neues Leben und in Vers 17 sagt es: "Da antwortete Jesus und sprach: Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? Hat sich sonst keiner gefunden, der umgekehrt wäre, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremdling?" Ihr wisst, dass der Einzige, der umgekehrt ist, ein Samariter war und das war bestimmt nicht ohne Grund so, aber wir finden in diesen Versen dieses Wort ehren. Dieser eine Samariter, der umgekehrt ist, er hat Gott die Ehre gegeben. Aus welcher Motivation heraus hat er das getan? Er war dankbar, nicht wahr? Er war dankbar für das neu geschenkte Leben, dass er wieder zurückgehen konnte in seine Familie, dass er wieder zurückgehen konnte in sein Leben. Er war nicht mehr draußen vor der Stadt auf der Müllhalde, wo er nach Essensresten suchen musste. Er konnte wieder am normalen Leben teilhaben und war unglaublich dankbar dafür. Ehren bedeutet dankbar sein.
[11:12] Was hat es mit der Ehrfurcht auf sich? Ich möchte mit euch einen sehr, sehr schönen Text anschauen, einer meiner Lieblingstexte in Jeremia 32. Jeremia Kapitel 32 und dort ab Vers 40 und wir lesen in Vers 40 den zweiten Teil. Jeremia 32, ab Vers 40 und dort den zweiten Teil, wo es heißt: "Und ich werde die Furcht vor mir in ihr Herz geben, damit sie nicht mehr von mir abweichen und damit ich mich über sie freuen kann, ihnen wohlzutun und ich werde sie einpflanzen in dieses Land in Wahrheit mit meinem ganzen Herzen und mit meiner ganzen Seele." In diesen beiden Versen verbindet die Bibel die Furcht vor Gott, die Ehrfurcht vor Gott mit dem Erbe. Das heißt, wenn wir Gott fürchten, wenn wir seine Gebote halten, wenn wir ihm treu sind, wenn wir an ihn glauben, dann ist uns das Erbe gewiss, das Land, in das er uns führen möchte. Und so ist es auch mit dem Elternhaus, nicht wahr? Wenn wir mit den Eltern ein gutes Auskommen haben, wenn wir ein gesundes Familienleben, ein heiles Familienleben haben, dann fällt uns eigentlich im Normalfall auch das Erbe der Eltern zu. So soll es sein, so ist es geplant, aber im Grunde ist dies ein geistliches Konstrukt und das Erbe, das irdische Erbe, was wir von unseren Eltern bekommen, ist eigentlich nur ein Sinnbild darauf, was Gott uns schenken möchte, dass Gott uns will schenken möchte, wenn wir ihm treu sind.
[13:07] Was hat es nun mit diesem Land auf sich, das Gott uns geben möchte? Wir gucken ein Vers oder zwei, drei Verse an in Epheser 6, gehen ins Neue Testament in Epheser 6 und dort schauen wir in den Anfang des Kapitels in Epheser 6 und dort Vers 1 bis Vers 3.
[13:56] Eigentlich fast eine wortwörtliche Wiederholung der Gebote, die wir gelesen haben, nicht wahr? Aber ihr habt bestimmt diesen kleinen winzigen Zusatz gelesen, den Paulus hier reingeschrieben hat. Es ist das erste Gebot mit einer Verheißung. Gott hat nicht einfach nur seine zehn Gebote mit dem Finger aufgeschrieben auf die Tafeln, um uns zu sagen: "Das sollt ihr tun und das sollt ihr tun und das sollt ihr tun", sondern er musste seine Liebe ausdrücken in der Mitte der zehn Gebote durch eine Verheißung. Er wollte uns etwas versprechen und sagen: "Wenn ihr dies tut, dann werde ich an euch auch Gutes tun."
[14:37] Lesen wir im gleichen Kapitel Vers 7 und 8, wo es heißt: "Dient mit gutem Willen dem Herrn und nicht den Menschen, da ihr wisst, was ein jeder Gutes tun wird, das wird er von dem Herrn empfangen, er sei ein Sklave oder ein Freier." Wenn wir einander Gutes tun, dann wird Gott das segnen. Unsere Wohltat aneinander läuft nie ins Leere, auch wenn wir manchmal das Gefühl haben, es gibt vielleicht Ehen, die vielleicht sich müde gelaufen haben und der eine möchte immer noch alles daran setzen, dass diese Ehe wieder in Ordnung kommt und Gott wird denjenigen segnen, der alles versucht, um diese Ehe zu retten. Es gibt vielleicht Familienschwierigkeiten, Streitigkeiten, Probleme, die unüberwindbar scheinen, aber wenn es einen Menschen in der Familie gibt, der dafür betet, dass das ausgeräumt wird, dem wird Gott segnen und nicht nur den, sondern die ganze Familie und das möchte Gott uns mitgeben. Gott möchte gesunde Familien und er segnet jede Bemühung in dieser Richtung.
[15:52] Lasst uns schauen in 5. Mose 4, Vers 40. Dort finden wir noch einmal eine ganz interessante Verbindung zwischen Gottes Geboten und dieser Verheißung. 5. Mose Kapitel 4 und dort in Vers 40, wo es heißt: "Darum halte seine Satzungen und seine Gebote, die ich dir heute gebiete, damit es dir und deinen Kindern nach dir gut geht und damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt für alle Zeiten." Was steht genau in diesem Vers? Habt ihr das gesehen? Wir haben diese Verheißung, die wir jetzt schon paar mal gelesen haben, aber der erste Teil ist ein bisschen anders als das fünfte Gebot. Hier spricht es nicht: "Wenn du deinen Eltern gehorsam bist, dann wirst du das Land erben", sondern Gott weitet das ein bisschen aus. Gott sagt: "Wenn du meinen Geboten gehorchst, wenn du meinen Satzungen gehorchst, wenn du sie beachtest, wenn du sie lieb hast, dann wirst du das Land erben und zwar für alle Zeiten." Diese alle Zeiten sprechen von der Ewigkeit, nicht wahr? Gott hat seinem Volk, dem Volk Israel, ein Land gegeben auf dieser Erde, hat es, hat ihnen das Beste gegeben. Ein Land, in dem Milch und Honig fließt, aber wisst ihr was? Das, was wir in der Ewigkeit bekommen, übersteigt das, was das Volk Israel bekommen hat um viele, viele Male und es lohnt sich darüber nachzudenken, regelmäßig darüber nachzudenken, was Gott uns vorbereitet hat, was das für ein Land ist, wie die neue Erde sein wird, was für Freuden wir haben werden, dass es dort kein Leid mehr gibt, keine Sorgen, kein Tod und ich glaube, wenn wir uns mehr in das hinein vertiefen, was Gott da vorbereitet hat, dann fällt uns vieles leichter und dann haben wir Gott umso mehr lieb und möchten einfach nur bei ihm sein.
[18:21] Der Gegensatz zu diesem Ganzen, was wir jetzt betrachtet haben, ist auch aufgeschrieben im Buch 5. Mose, nämlich am Ende des Buches. Dort spricht Mose über Segen und Fluch und ich möchte mit euch in 5. Mose 27 schauen, wo er den Vers umkehrt, nicht wer Mutter und Vater achtet, sondern hier heißt es in 5. Mose 27, Vers 16 im ersten Teil: "Verflucht sei, wer seinen Vater und seine Mutter verachtet."
[19:11] Ich habe in diesem Zusammenhang im Studium für diese Predigt einen ganz interessanten Vers gefunden und den möchte ich mir durch anschauen, nämlich Hesekiel 22, Vers 7. Hesekiel 22, Vers 7 und ihr wisst, Hesekiel hat viele, viele Prophezeiungen für das Volk gegeben, die Gott ihm aufs Herz gelegt hat und er hat ganz, ja ganz ernste Worte auch an das Volk richten müssen und eines dieser sehr ernsten Worte finden wir in Hesekiel 22, Vers 7, wo es heißt: "Man hat in dir Vater und Mutter verachtet." Hier spricht es von Jerusalem, von der Stadt Jerusalem. In ihr hat man Vater und Mutter verachtet, man hat in deiner Mitte dem Fremdling Gewalt angetan, man hat in dir Witwen und Waisen bedrängt. Hesekiel sagt, ihr habt das fünfte Gebot gebrochen. Sicherlich haben sie viele andere Gebote auch gebrochen, aber er sagt hier ganz explizit, ihr habt das fünfte Gebot missachtet, ihr habt eure Eltern verachtet und wir wissen, was die Folge davon war. Wir haben vorher gesehen, wenn wir die Eltern achten, dann erben wir das Land und hier sehen wir die Menschen, die die Eltern nicht geachtet haben. Sie verlieren das Land, das Gott ihnen gegeben hat, sie verlieren ihre Jerusalem, sie verlieren die starke Stadt, sie werden verbannt, sie müssen ins Exil, sie werden entführt, sie werden rausgerissen aus dem Land, das Gott ihnen vor vielen Jahrhunderten geschenkt hat.
[20:52] Es gibt ein Buch, was zu dieser Predigt passt, wie kein anderes Buch von Ellen White und das ist das Buch "Glück fängt zu Hause an" oder im Englischen "Adventist Home". Und ich kann selber aus Erfahrung sagen, wir haben dieses Buch gelesen, als wir jung verheiratet waren und manchmal haben wir gesagt: "Hätten wir dieses Buch nur vorher gelesen!" Da stehen auch so viele Dinge drin, die man im jugendlichen Alter gelesen haben sollte, aber es sind auch viele Dinge darin, die für den Rest des Lebens sehr, sehr wichtig sind und ich habe ein paar interessante Aussagen gefunden. Hier heißt es auf Seite 110: "In unserer Zeit wird jede Autorität in Frage gestellt. Dadurch ist bei Kindern, die man nicht ausdrücklich dazu erzog, das Verantwortungsgefühl ihren Eltern gegenüber verloren gegangen." Als jemand, der in der Schule arbeitet und hier gibt es einige unter euch, die auch mit Kindern arbeiten, ob in der Schule oder im Kindergarten, wir können davon viele Lieder singen, dass es heutzutage Kinder gibt, bei denen man spürt, dass zu Hause nicht alles in Ordnung ist. Hier heißt es weiter: "Je mehr die Eltern für sie tun, desto undankbarer sind sie oft und desto weniger Respekt zeigen sie. Kinder, die von klein auf verwöhnt und bedient wurden, wollen immer so behandelt werden." Kennt ihr solche Kinder, die so sind? Ich sehe ein paar nickende Köpfe. Ich selber habe solche Kinder in der Schule und man hat manchmal seine Mühe und Not, aber sie sind Kinder, die Gott geschaffen hat und auch sie hat Gott lieb und möchte sie auch beschenken mit dem Land, das er vorbereitet hat. Sie geraten aus der Fassung, wenn sie nicht im Mittelpunkt stehen.
[22:53] Diese Einstellung begleitet sie ihr Leben lang. Sie sind unselbstständig und erwarten von anderen, dass für sie alles getan wird, damit man ihnen sämtliche Schwierigkeiten aus dem Weg räumt und auf alle ihre Wünsche eingeht. Stoßen sie auf Widerstand, dann fühlen sie sich ungerecht behandelt. Auch als Erwachsene werden sie nicht vernünftiger, sondern quälen sich auf diese Weise durchs Leben. Sie stehen sich selbst im Wege, schimpfen und jammern, weil man ihnen nichts recht machen kann. Ein sehr ernster Abschnitt, der keine Sache schont im Familienleben, aber das fünfte Gebot gibt uns Hoffnung. Das fünfte Gebot spricht davon, wie das Familienleben anders sein kann und weiter heißt es auf Seite 109: "Das fünfte Gebot fordert von den Kindern nicht nur Achtung, Unterordnung und Gehorsam den Eltern gegenüber. Gott erwartet ebenso Liebe, Rücksichtnahme und die Bereitschaft, ihnen das Leben zu erleichtern, ihrem Ruf zu schützen und im Alter für sie da zu sein."
[24:05] Gott hat ein Konzept. Gott hat ein Konzept für Familie. Wir reden momentan ganz viel über Schulkonzepte. Vor jeder Predigt gibt es ein Zitat für ein Schulkonzept und wir wissen ganz genau, dass Gott, wie Gott Schule gewollt hat, wie Gott Schule geplant hat, Bildung und alle diese Dinge. Aber das, was vorher kommt, ist das Familienleben. Die Kinder, die in der ersten Klasse eingeschult werden, bringen alle einen Rucksack mit. Nicht nur den Turnister, den sie auf dem Rücken haben, sondern ein Rucksack im Herzen. Und Gott wollte, dass in jedem Zuhause Liebe, Rücksichtnahme und gegenseitige Wertschätzung da sind.
[24:48] Das fünfte Gebot gilt ein Leben lang. Gerade im Alter brauchen Eltern die besondere Zuneigung und Aufmerksamkeit ihrer Kinder. Daher sollten sie sich um ihre Eltern kümmern, wenn es nötig ist. Und wenn es nötig ist, müssen sie auch einmal zu Opfern bereit sein, um die alten Leute so gut wie möglich vor Sorgen und Ängsten zu bewahren. Ich habe selber noch keine sehr alten Eltern. Meine Eltern waren Anfang 20, als ich geboren wurde. Aber ich habe in letzter Zeit etwas beobachtet an meiner Mutter und meiner Oma. Meine Oma ist Mitte 80 und meine Mutter, meine Oma wohnt nicht im gleichen Ort. Sie wohnt 60 Minuten von uns entfernt von meinen Eltern. Und ich habe in letzter Zeit immer wieder mit meiner Mutter auch darüber gesprochen, dass es Oma vielleicht nicht mehr lange gibt. Oma wird älter. Oma hat vor zwei Jahren einen richtig schlimmen Hüftbruch gehabt. Und Oma läuft nicht mehr gerne und nicht mehr viel. Oma isst und trinkt auch nicht mehr so viel und gerne wie früher. Aber meine Mutter, ich sehe, wie meine Mutter sich immer mehr Zeit nimmt. Und meine Mutter ist in einem selbstständigen Betrieb tätig und hat wirklich nicht viel Zeit. Aber sie nimmt sich Zeit für ihre Mutter. Und sie fährt so oft sie kann zu ihr, putzt ihr die Wohnung, kocht für sie, bringt ihr was zu essen mit. Und ich glaube, diese kleinen Dienste sind es, die das Familienleben wertvoll und schön machen. Es ist eine Sache der Erziehung, dass sich Kinder liebevoll um Vater und Mutter kümmern. Junge Leute, sorgt für eure Eltern und macht ihnen Freude, wo ihr nur könnt. Denn ihr steht ihnen ja am Nächsten. Wer soll sich um unsere Eltern kümmern, wenn wir es nicht tun? Es ist schlimm, wenn altgewordene Eltern, die ohnehin wenig Freude am Leben haben, vielleicht sogar hilfsbedürftig sind, von ihren Kindern kaum Liebe und Anteilnahme erfahren. Und man mag sich kaum vorstellen, wie es in den Herzen solcher Menschen aussieht.
[26:55] Eltern investieren nicht nur Zeit, Nerven, finanzielle Mittel in ihre Kinder. Im besten Falle geben Eltern den Kindern auch Werte mit, oder? Vor allem wir als Christen wollen unseren Kindern Werte mitgeben, die sie für das Leben vorbereiten, die ihnen helfen. Die Bibel spricht viel über elterlichen Rat. Und es gibt ein Buch, und vielleicht könnt ihr euch denken, welches Buch das sein kann. Ich habe heute Morgen in der Kindersabbatsschule bei den Junioren und Senioren, es war bestimmt kein Zufall, haben wir genau dasselbe Thema gehabt, das fünfte Gebot. Und die Kinder wissen jetzt schon, welches Buch ich meine. Das ist nämlich das Buch der Sprüche. Das Buch der Sprüche ist voll von Ratschlägen von Eltern für ihre Kinder. Und ihr wisst, Salomo ist der weiseste Mensch gewesen, den es auf der Welt gab. Und zwar nicht am Ende seines Lebens, da war er dann auch wieder weise, sondern am Anfang seines Lebens. Am Anfang seines Lebens hat er um Weisheit gebetet. Und wir wissen nicht genau, was David und Batseba dem kleinen Salomo alles mitgegeben haben, aber wenn ich die Sprüche lese, und ich lese sie sehr gerne, dann bekommt man vielleicht so einen kleinen Eindruck, wie die Prägung gewesen sein muss, die Salomo genossen hat durch seine Eltern. Und wir wissen, dass David und Batseba waren keine perfekten Eltern. Und es gibt wahrscheinlich auch nicht die perfekte Familie auf dieser Welt, aber es gibt Familien, die sich an Gott halten. Und Familien, die sich an Gott halten, erfahren Segen.
[28:32] Und ich möchte mit euch drei Sprüche anschauen, nicht die kompletten Ausschnitte daraus, aber drei Sprüche, in denen Salomo von mütterlichem und väterlichem Rat spricht. Und der erste Spruch, den ich mit euch anschaue, den kennt ihr wahrscheinlich vom Inhalt, bevor ihr ihn aufschlagt, das ist Sprüche 31, der letzte der Sprüche. Sprüche 31, ein Spruch, den wir oft auch in Bibelstunden verwenden. Und ich möchte mit euch den Vers 1 bis Vers 4 lesen. Hier spricht eine Königsmutter zu ihrem Sohn Lemuel. Und dort heißt es: "Worte des Königs Lemuel, die Lehre, die seine Mutter ihm gab. Was soll ich dir raten, mein Sohn? Warst du Sohn meines Leibes? Ja, warst du Sohn meiner Gelübde? Gib nicht den Frauen deine Kraft, noch deine Wege, denen die Könige verderben. Es ziemt sich nicht für Könige, Lemuel, es ziemt sich nicht für Könige, Wein zu trinken, noch für Fürsten der Hang zu stark im Getränk. Sie könnten über dem Trinken das vorgeschriebene Recht vergessen und die Rechtssache aller geringen Leute verdrehen." Was sind die Punkte, die die Königsmutter ihrem Sohn mitgeben möchte? Welche Punkte habt ihr gelesen? Was könnt ihr sehen? Was lag der Mutter Lemuel auf dem Herzen? Was wollte sie ihm mitgeben für sein Leben? Sie hat ihn gewarnt vor berauschenden Getränken. Sie hat gesagt, wenn du das tust, dann wird das negative Folgen für dein Leben haben. Bleib bei klarem Verstand, bleib nüchtern. Als König hat man größere Verantwortung als andere Menschen, oder? Und sie wusste ganz genau und in diesen Versen steckt auch eine Ermutigung drin. Sie ermutigt ihn nämlich, für das Recht einzustehen und gegen das Unrecht einzutreten. Und ein anderer Rat, den sie ihm gibt, von dem handelt der Rest des Kapitels. Und das ist, die richtige Frau fürs Leben zu finden. Das ist wahrscheinlich der wichtigste Rat, den eine Mutter dem Sohn geben kann. Die Mutter Lemuel hat gewusst, das Reich steht oder fällt mit der Ehefrau des Königs.
[31:10] Nun können wir sagen: "Okay, das ist ein Königreich. Für einen König ist es wichtig zu wissen, wen er heiratet." Aber jeder von uns lebt in einem kleinen Königreich. Der eine wohnt in Böblingen, in einem kleinen Königreich. Der andere wohnt in Weiblingen, in einem kleinen Königreich. Wir wohnen in Altbach, in einem kleinen Königreich. Euer Haus, euer Zuhause ist auch ein kleines Königreich. Wir sind Könige und Gott möchte, dass wir gute Entscheidungen treffen.
[31:38] Einen zweiten Spruch, den ich mit euch anschauen möchte, ist Sprüche 23. Sprüche 23 und dort schauen wir uns die Verse 22 bis 25 an. Sprüche 23, Vers 22 bis 25. Dort heißt es: "Höre auf deinen Vater, der dich gezeugt hat. Ja, hier haben wir das Pendant. Eben hatten wir den mütterlichen Rat, jetzt haben wir den väterlichen Rat. Und verachte deine Mutter nicht, wenn sie alt geworden ist. Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht. Weisheit und Unterweisung und Einsicht. Freu dich, Frühlockt, ein Vater über einen rechtschaffenen Sohn. Und wer einen Waisen gezeugt hat, freut sich über ihn. So mögen sich dein Vater und Mutter über dich freuen. Es möge Frühlocken, die dich geboren hat." Ich glaube, es gibt kaum eine größere Freude für Eltern, als zu sehen, wenn die Kinder gute Wege gehen. Wenn die Kinder sich gute Freunde suchen. Wenn die Kinder sich einen vernünftigen Beruf suchen. Wenn sie etwas durchhalten. Wenn sie auch gegen Schwierigkeiten sich durchbeißen können. Und wenn Kinder den Rat ihrer Eltern beachten.
[32:57] Hier heißt es: "Kaufe Weisheit und verkaufe sie nicht." Ich glaube, für Salomo, der die Sprüche ja ganz am Anfang seines Lebens geschrieben hat, als er jung war, als er weise war. Bevor der ganze Schlamassel anfing mit dem Götzendienst und mit den vielen Frauen. Da hat Salomo seine Sprüche aufgeschrieben. Und Gott hat wahrscheinlich für die nächsten Jahrzehnte auf Salomo geschaut und gedacht: "Dieser Junge wusste alles. Er hat genau gewusst, was was Wert hat im Leben. Er wusste, was Bestand hat. Er wusste genau, worum es eigentlich geht." Trotzdem hat er tausend Frauen. Trotzdem fällt er vor den ganzen Götzen nieder. Aber die gute Botschaft ist, Gott hat Geduld. Und ich weiß, es gibt in diesem Raum auch Eltern, deren Kinder nicht in die Gemeinde gehen, aber es gibt Hoffnung. Und Gott ist ein Gott, der die ungehorsamsten Kinder wieder zurückholen kann zu sich und auch in die Familie.
[34:21] Einen letzten Spruch möchte ich mit euch betrachten. Sprüche 4 und dort Vers 20 bis 27. Sprüche 4 und dort Vers 20 bis 27. Das ist der Schluss des Kapitels. "Mein Sohn, achte auf meine Worte. Neige dein Ohr zu meinen Reden. Lass ihn nie vor deine Augen weichen. Bewahre sie im Innersten deines Herzens. Denn sie sind das Leben denen, die sie finden und heilsam ihrem ganzen Leib. Mehr als alles andere behüte dein Herz, denn von ihm geht das Leben aus. Tu hinweg von dir die Falschheit des Mundes und verdrehte Reden, sei entfernt von dir. Lass deine Augen gerade ausschauen und deine Blicke auf das gerichtet sein, was vor dir liegt. Mache die Bahn für deinen Fuß gerade und alle deine Wege seien bestimmt. Weiche weder zu rechten ab noch zu linken. Halte deinen Fuß vom Bösen fern."
[35:20] Wir sehen manchmal Menschen um uns herum und auch in unseren Familien, die sehr krumme Wege gehen und wir brauchen keinen, vielleicht hat jeder von euch eine bestimmte Person aus seinem Familienkreis im Kopf, an die er gerade denkt. Ein Mensch, der krumme Wege geht, der es vielleicht sogar besser gewusst hat. Und der Rat der Eltern ist etwas sehr Wertvolles. Ich erinnere mich an meine Kindheit. Mein Vater war sehr jung, als ich geboren wurde, aber ich erinnere mich an viele, viele Momente und die sind oft beim Essen gewesen, am Abendbrottisch, am Mittagstisch und mein Vater hat immer einen Satz gesagt, der hat mich geprägt für mein Leben. Er hat mir irgendwas gesagt, was er mir mitgeben wollte und eine Warnung. Mein Vater war immer sehr ernst, hat gesagt: "Erinnere dich an meine Worte, wenn du groß bist. Erinnere dich an meine Worte, wenn du groß bist." Dieser Satz sitzt so tief in meinem Hinterkopf: "Erinnere dich an meine Worte, wenn du groß bist." Und ich habe mich oft erinnert an die Worte meines Vaters, wo ich groß war. Und ich glaube, wir können als Eltern, müssen wir das tun. Wir müssen den Kindern Dinge mitgeben und ich selber tue das in der Schule. Ich habe eine Klasse, die sehr, sehr schwierig ist und ich habe dort drei, vier Jungs, die wirklich, wo ich manchmal denke: "Meine Güte, ich würde so gern mit den Eltern reden." Und ich habe in diesem Schuljahr nicht nur eine Schulstunde darauf verwandt, einfach nur mit den Kindern zu reden. Ich hätte mit den Kindern singen sollen, mit ihnen einfach Unterricht machen, aber ich habe es manchmal als viel wichtiger erachtet, mit den Kindern einfach zu reden, in die grundlegenden Dinge beizubringen, was das heißt, zu vergeben. Was das heißt, nicht zuerst auf sich zu gucken, sondern auf den anderen. Und manchmal lernen Kinder diese Dinge leider nicht von ihren Eltern, aber dann muss es Menschen geben, die es ihnen beibringen. Und ich ermutige jeden von euch, so ein Mensch zu sein, dass wir das mit anderen ins Leben helfen. Das ist eine Starthilfe fürs Leben.
[38:00] Eltern tun eine ganze Menge für ihre Kinder und Ellen White schreibt im Buch "Glück fängt zu Hause an": "Kinder sind Vater und Mutter für ihre Fürsorge dankenschuldig. Die Eltern haben ihretwegen viele Sorgen gehabt, vor allem im Säuglingsalter und wenn sie krank waren. Die Kinder werden ihren fürsorgenden Eltern später danken, dass sie ihre Gefühlswelt behutsam gesteuert und schlechte Gewohnheiten verhindert haben." Ihr könnt euch bestimmt alle an irgendwelche Gegebenheiten erinnern als Kinder, wo eure Eltern euch was verboten haben oder wo ihr nicht verstanden habt, warum darf ich das jetzt nicht haben, warum darf ich das jetzt nicht tun. Aber davon spricht dieser Abschnitt, dass Eltern manchmal Entscheidungen treffen, die für die Kinder nicht gut aussehen, aber die auf lange Sicht genau das Richtige sind. Und diese Entscheidungen, die Eltern im Kleinkindalter treffen, sind wichtig. Aber was noch viel wichtiger ist, ist, dass Kinder, die dann erwachsen werden, 17, 18, 19, 20 sind, wo sie anfangen, große Entscheidungen für ihr Leben zu treffen, immer noch ein offenes Ohr für ihre Eltern haben und vielleicht darauf hören, wenn die Eltern ihnen einen Rat geben in der Berufswahl, in der Partnerwahl oder in anderen großen Entscheidungen.
[39:23] Eltern haben mehr Anspruch auf Liebe und Achtung als irgendjemand anders. Gott selbst gab ihnen Verantwortung für die Kinder, die er ihnen geschenkt hat. Er hat auch vorgesehen, dass Eltern an ihren kleinen Kindern an Gottes statt handeln. Das ist eine riesengroße Verantwortung, die Eltern haben, nicht wahr? Für kleine Kinder sind die Eltern quasi wie Gott. Sie handeln an ihrer Stelle, an Gottes Stelle. Und das, was Eltern tun, projiziert sich ganz oft dann im Kopf der Kinder auch auf Gott. Eltern interpretieren quasi den Kindern, wie Gott ist.
[40:06] Ich möchte mit euch einen Vers anschauen, in 1. Timotheus 5, Vers 4. 1. Timotheus 5 und dort Vers 4, wo der alte Paulus an den jungen Timotheus schreibt und ihm einen Rat gibt für ein gesundes Gemeindeleben. Er spricht hier über Familie. In 1. Timotheus 5, Vers 4 heißt es: "Wenn aber eine Witwe Kinder oder Enkel hat, so sollen diese zuerst lernen, am eigenen Haus gottesfürchtig zu handeln und den Kindern Empfangenes zu vergelten. Denn das ist gut und wohlgefällig vor Gott."
[40:42] Gott hat ein Konzept für Familie und er hat ein Konzept, das generationenübergreifend ist. Und wir haben hier einen speziellen Fall, der natürlich auch in der damaligen Zeit ein sehr häufiger Fall war. Heute haben wir Versicherung. Wenn wir alleine übrig bleiben als Menschen, dann haben wir eine Lebensversicherung vom Partner, dann haben wir vielleicht eine Witwenrente. Aber das tröstet nicht über den Schmerz hinweg, der verursacht wird. Gott hat ein viel, viel tiefer gehendes Konzept. Gott möchte, dass Kinder für ihre Eltern da sind, die alleine übrig bleiben. Nicht nur, dass sie sich finanziell um sie kümmern, nicht nur, dass sie vielleicht für sie sorgen, mal die Wohnung sauber machen, sondern dass diese Kinder dieses Loch füllen, dass die Eltern im Herzen haben, die alleine zurückgeblieben sind. Jesus war auch so jemand, der ein riesiges Loch stopfen musste im Herz seiner Mutter.
[42:11] Ich möchte mit euch einen letzten Textabschnitt anschauen in dieser Predigt, nämlich Johannes 19. Das ist der letzte Abschnitt, über den wir heute nachdenken wollen und ein Abschnitt, der zu Herzen geht. Johannes 19 und dort Vers 25 bis 27. "Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter Maria, die Frau des Klopas und Maria Magdalena. Als nun Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabei stehen, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Darauf spricht er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich."
[43:06] Lasst uns einen Moment über die Szenerie nachdenken, die hier stattfindet. Jesus hängt am Kreuz. Er weiß, dass es bald zu Ende ist. Er hat die ganzen Sünden aller Menschen der ganzen Weltgeschichte auf sich. Er hat Schmerzen. Er ist durstig. Ihm tut alles weh, nicht nur körperlich, sondern auch im Herzen. Das ganze Schicksal des Universums liegt auf ihm. Alle Engel und die ganzen ungefallenen Welten schauen, wie der große Kampf ausgehen wird in ein paar wenigen Minuten. Alle halten den Atem an. Es ist fast vollbracht und in diesem Moment, wo das ganze Universum gebannt auf diesen Hügel Golgatha schaut, spricht Jesus zu seiner Mutter und kümmert sich darum, dass seine Mutter versorgt ist, wenn Jesus ab morgen nicht mehr da ist. Und er beauftragt nicht irgendeinen Freund für seine Mutter zu sorgen. Er beauftragt seinen Lieblingsjünger. Er nimmt den Besten. Er nimmt das Beste für seine Mutter. Maria war bestimmt eine ganz besondere Frau. Sie hat den Erlöser der Welt geboren und sie hat viel in ihn investiert. Sie hat nicht immer alles verstanden, was Jesus getan hat. Gott hat ihr viel zugetraut, aber sie hat viel gegeben und Jesus gibt ihr viel zurück. Und ich glaube, hier finden wir das Konzept, von dem ich die letzte halbe Stunde gesprochen habe, in ganz besonders herzerwärmender Weise wiedergefunden.
[45:16] Aber es gibt auch Familien, in denen die Eltern keine Vorbilder sind. Es gibt auch Familien, in denen die Eltern die Erziehung, die Gott eigentlich vorgesehen hat, nicht so umsetzen. Entweder wissen sie es nicht oder sie können es nicht. Es stehen andere Dinge im Wege. Aber für solche Familien ist Gott da. Gott ist der echte Vater im Himmel. Es ist manchmal nicht so einfach, sich Gott als liebevollen Vater vorzustellen, wenn man selber nicht so einen Vater hatte. Einen Vater, der vielleicht selber nicht die göttliche Liebe so widergespiegelt hat. Vielleicht hatte dein Vater keine Zeit für die Familie. Vielleicht hat dein Vater immer mit deiner Mutter gestritten. Vielleicht war dein Vater auch gewalttätig. Und diese Dinge können es einem sehr schwer machen, an einen liebevollen Vater zu glauben. Aber es gibt ihn. Und Gott heilt diese Herzen, die durch so etwas verwundet worden sind. Gott hat alle Kinder lieb, heißt es in einem Kinderlied. Und Gott kann mit sehr viel Geduld, größerer Geduld als Eltern sie haben können, krumme Lebenswege gerade machen. Und Gott erträgt krumme Wege sehr, sehr lange. Er ist ein Vater, der immer zuhört. Er ist ein Vater, der immer da ist. Er hat immer dein Wohlergehen im Kopf und im Herzen. Er ist das perfekte Vorbild. Er hat sogar sein Leben für dich gegeben, weil du ihm alles bedeutest. Und wer von euch so einen Vater vermisst hat, der findet ihn in der Bibel, im Gebet.
[47:10] Gott schenkt Weitsicht und Einsicht und Geduld allen Eltern, die durch schwere Zeiten gehen. Gott schenkt Hoffnung, dass Kinder auch gerade Wege gehen können. Was sollen wir am Ende der Predigt sagen? Was ist das fünfte Gebot? Was bringt es uns praktisch für unseren Alltag? Wie können wir das fünfte Gebot von ganzem Herzen ausleben? Es hält uns dazu an, ein gesundes Familienleben zu führen, nicht wahr? Das ist etwas, was wir uns alle wünschen. Jeder von uns wünscht sich eine gesunde Familie, eine Familie, in der Harmonie herrscht. Es hält uns dazu an, generationenübergreifend zu denken. Es hält uns dazu an, füreinander da zu sein. Und Familie oder Harmonie in der Familie ist kein Selbstläufer. Man sagt es so oft in der Ehevorbereitung oder in der Ehetherapie, dass Ehe Arbeit bedeutet. Und Ehe bedeutet Arbeit. Aber Familienleben bedeutet auch Arbeit. Und wir sollten alles daran setzen, dass unsere Familien Gott wohlgefällige Familien sind und dass Gott darin wohnen kann. Gott wünscht sich gesunde Familien, in denen Kinder behütet aufwachsen können. Gott wünscht sich für uns ein Zuhause, in dem jeder sich wohl und geborgen fühlt. Und Gott wünscht sich auch, dass du in deiner Familie damit anfängst. Und wenn du der Einzige bist. Ich bin die Einzige in meiner Familie. Ich bin die Einzige Adventist. Vielleicht geht es dir auch so. Aber du kannst den Unterschied machen. Du kannst Gott in die Familie bringen. Und ich möchte euch zum Schluss fragen: Wer von euch möchte sich in seinem Herzen vornehmen, dass wir einen Unterschied machen in unserer Familie?
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