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In dieser Predigt, gehalten von Armin Omercevic, wird das sechste Gebot „Du sollst nicht töten“ aus einer tieferen Perspektive beleuchtet. Anhand biblischer Beispiele wie Kain und Abel sowie Josef und seinen Brüdern wird gezeigt, wie Hass und Verbitterung zu Gewalt führen können. Jesus erweitert die Bedeutung des Gebots, indem er auch Zorn und verletzende Worte als schwerwiegend einstuft. Die Predigt betont die Wichtigkeit der Vergebung, sowohl der Vergebung, die wir von Gott erhalten, als auch der Vergebung, die wir anderen schenken, um inneren Frieden zu finden.


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Serie: Die Zehn Worte

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Transkript

[0:00] Ich wünsche euch allen einen gesegneten Sabbat. Ich weiß nicht, wie es euch heute so geht, aber ich bin wirklich heute echt, echt aufgeregt. Aber ich muss sagen, dass es ganz normal ist, dass man aufgeregt ist bei seiner ersten Predigt. Und ich hätte auch nie gedacht, dass ich heute hier stehen werde und für Gott predigen werde. Und weil ich so aufgeregt bin, bräuchte ich Hilfe aus dem Publikum. Am besten ein starker Mann. Meldet sich vielleicht immer freiwillig. Gottwin, komm rüber. Okay, du hast jetzt eine ganz einfache Aufgabe. Und zwar siehst du das Glas Wasser dort? Ja. Du nimmst jetzt das Glas Wasser, hockst dich hierhin und tust deinen Arm so ausstrecken und das Glas Wasser einfach nur halten, solange es geht. Wenn du nicht mehr kannst, legst du es einfach ab und hockst dich wieder hin, okay? Also ich muss sagen, der Gottwin und ich, wir trainieren oft im Fitness zusammen und ja, er hat Kraft.

[1:15] Weiß jemand, um welches Gebot es sich heute handelt? Und das ist? Du sollst nicht töten. Genau. Im Jahre 2016 wurden in Deutschland 963 Menschen getötet. In Irak waren es 3.339 Menschen. In Amerika waren es sogar 17.250 Menschen. In Brasilien, eines der Länder, die eine der höchsten Mordraten hat, waren es 61.283 Menschen, die im Jahre 2016 umgebracht wurden. Das sind täglich 168 und stündlich 7 Menschen, die im Jahre 2016 in Brasilien umgebracht wurden. Die Welt ist voller Geschichten, in denen Menschen umgebracht werden. Und auch die Bibel ist voller Geschichten, in denen der Tod vorkommt und in denen Menschen umgebracht werden. Ich möchte mit euch heute mir eine Geschichte anschauen, die ihr ganz gut kennt. Und zwar die Geschichte von Kain und Abel. Die finden wir in 1. Mose 4. Okay. 1. Mose 4 und dort Vers 1 bis 8.

[2:54] Ich lese Vers 1 und 2. Und Adam erkannte seine Frau Eva und sie wurde schwanger und geboren in Kain. Und sie sprach, ich habe einen Mann erworben mit der Hilfe des Herrn. Und weiter gebar sie seinem Bruder Abel. Zwei Brüder, aufgewachsen mit wahrscheinlich den besten Umständen der Welt. Auch zwei Brüder, die aufgewachsen sind mit wahrscheinlich den besten Eltern der Welt. Und sie sind aufgewachsen, auch mit Gott und müssten sehr viel gelernt haben. Eva, als sie den Kain gebar, musste sich vielleicht gedacht haben, Kain ist vielleicht der Mensch, der Erlöser, der uns von der Sünde befreien wird. Kain ist vielleicht der Mensch, der uns vor dem Tod bewahren wird.

[3:46] Wir lesen weiter. Abel wurde Schafhirte, Kain aber Ackerbauer. Vers 3 und 4. Und es geschah nach graumer Zeit, dass Kain dem Herrn ein Opfer darbrachte von den Früchten des Erdbodens. Und auch Abel brachte ein Opfer dar von den Erstlings seiner Schafe und von ihrem Fett. Jahre vergingen und Kain und Abel mussten schon richtige Männer gewesen sein. Vielleicht waren sie so um die 20, 30 Jahre alt. Und sie mussten auch sehr, sehr viel gelernt haben von ihren Eltern und von Gott. Wahrscheinlich haben sie Geschichten gehört, wie das Leben vor dem Sündenfall war. Beispielsweise, dass die Bäume keine Blätter abgeworfen haben und die Blätter nicht verwelkt sind. Vielleicht haben sie auch Geschichten gehört, wie der Löwe mit der Gazelle gespielt hat, ohne irgendwie feindselig zu sein. Vielleicht haben sie auch gehört, wie die Eltern in der Herrlichkeit Gottes gekleidet waren und wie schön es war. Aber ich glaube, das war nicht das Einzige, was sie dort gelernt haben, sondern sie haben auch die Liebe Gottes erfahren. Sie haben die Geschichte gehört, wie ihre Eltern in die Sünde gefallen sind und Gott ihnen versprochen hat, sie von diesem Leid, von dieser Sünde zu befreien. Sie haben gehört, dass ein Erlöser kommen wird und sie befreien wird.

[5:03] Beide brachten Opfer, Vers 5 und 7. Aber kein und sein Opfer sah nicht an. Da wurde kein sehr wütend und sein Angesicht senkte sich. Und der Herr sprach zu keinem, warum bist du so wütend und warum senkt sich dein Angesicht? Ist es nicht so, wenn du Gutes tust, so darfst du dein Haupt erheben. Wenn du aber nicht Gutes tust, so lauert die Sünde vor der Tür und ihr Verlangen ist auf dich gerichtet. Du aber sollst über sie herrschen. Kain, vielleicht angewidert von Blut der Tiere, wollte keine Tiere opfern. Er hat sich vielleicht gedacht, sein Opfer sei besser als das von Abel. Aber Gott schaute nur auf das Opfer von Abel und nicht auf keinen. Niedergeschlagen und verletzt im Stolz und rasend vor Wut blickte er auf den Boden und fragte sich, was ist eigentlich besser an Abel als an mir? Was heißt eigentlich dieser Junge? Mensch, der ist doch sehr viel jünger als ich. Was heißt er mehr von Leben als ich es weiß?

[6:15] Apostelgeschichte 10, Vers 34 und 35, da sagt der Petrus, dass Gott nicht auf die Person guckt, sondern in das Herz eines Menschen. Gott merkte natürlich, dass etwas Schlimmes in keinem vor sich ging und er fragte keinen, warum bist du eigentlich so wütend? Was ist dein Problem? Er wollte ihm klar machen, dass er ungehorsam gegenüber Gott war und wollte ihm sagen, dass er seine Befehle, seine Gebote missachtet hat. Doch vergeblich, Vers 8, und Kain redete mit seinem Bruder Abel und es geschah, als sie auf dem Feld waren, da erhob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und schlug ihn tot.

[7:06] Kain hat sich nicht mehr umstimmen lassen. Vielleicht hat es sich so abgespielt, dass Kain und Abel gerade auf dem Feld waren und sie haben angefangen sich heftig zu streiten und Abel versuchte Kain umzustimmen und zu sagen, wo seine Fehler liegen und er wollte ihn besänftigen, aber Kain hat das nicht mit sich machen lassen. Kain wurde rasend verwut und wahrscheinlich sah er auf dem Boden irgendeinen Stein, der gut in die Hand gepasst hat, nahm ihn auf und schlug auf Abel zu. Wahrscheinlich lag Abel noch auf dem Boden und hat gemerkt, dass er sich bewegt und er schlug noch mal zu. Er schlug so lange zu, bis er sich nicht mehr bewegt hat. Der erste Mord geschah.

[7:58] Stellen wir uns einmal die Frage, wie es eigentlich zu diesem ersten Mord kam. Und dafür müssen wir uns fragen, wie hat eigentlich Kain gedacht? Sprüche 19, Vers 3, schlag das bitte mit mir auf. Sprüche 19, Vers 3. Dort steht, die Torheit des Menschen verdirbt seinen Weg und dann zerrinnt sein Herz gegen den Herrn. Die Torheit des Menschen, auch anders gesagt, die Unvernunft des Menschen oder die mangelnde Klugheit des Menschen oder ganz halt ausgedrückt, die Dummheit des Menschen, verdirbt seinen Weg, dass er dann die Schuld auf Gott schiebt. War das nicht so auch bei Kain? Hat er nur auf die anderen geguckt, wo ihre Fehler vielleicht sind und seine eigene Fehler nicht gesucht? Ist es manchmal nicht auch bei uns im Alltag so, dass wir die Fehler bei Gott suchen, bei anderen Menschen aber nicht bei uns?

[9:22] Ein Beispiel. Man bereitet sich, besser gesagt man hat eine Prüfung, die ist jetzt in ein paar Tagen und man betet dafür, Gott bitte lass mich diese Prüfung mit einer guten Noten bestehen. Man hat gebetet, der Tag kommt, man schreibt die Prüfung und man merkt schon an den Tag, dass es nicht so gut gelaufen ist. Ein paar Tage später bekommt man die Arbeit, die Prüfung zurück und seht eine Note 6 durchgefallen. Was fragt man sich da? Gott, warum bin ich durchgefallen? Warum hast du mich nicht bestehen lassen?

[9:58] Ein anderes Beispiel, ich würde mal sagen, dass es sehr sehr beliebt bei den Christen und zwar, dass sie für Zeichen beten, dass sie eine Entscheidung fahren können. Gerade in meinem Alter ist es ganz üblich, dass man für den richtigen Partner betet, für den richtigen Jungen, für die richtige Frau und man betet beispielsweise dafür, Gott, wenn sie, er die richtige Person ist, dann bitte lass es morgen schneien. Es schneit am nächsten Tag, was für ein Wunder und man ist vielleicht jahrelang mit der Person zusammen, aber man merkt schon in der Zeit, dass es nicht so gut gelaufen ist und man trennt sich. Am Ende fragt man Gott, Gott, warum habe ich das eigentlich durchgemacht? Warum hast du mir diese Person geschenkt? Es ist nicht so, dass wir Sachen in die Geschehnisse interpretieren, die wahrscheinlich gar nichts zu bedeuten haben und sind selbst zu bequem, eigene Entscheidungen zu treffen und wenn es dann nicht klappt, sagen wir Gott, du warst schuld. Wir verlassen uns da eh auf das Glück. Ich will nicht sagen, dass man Gott nicht um Mithilfe bitten soll, wenn man eine Entscheidung treffen muss, aber Gott kann nicht die Entscheidung von uns nehmen, die müssen wir selber treffen.

[11:25] Was führt jetzt dazu, dass Kain den Abel tötete? Lasst uns ausschlagen 1. Johannes 3, Vers 12. 1. Johannes 3, Vers 12. Nicht wie Kain, der aus dem Bösen war und seinem Bruder erschlug. Und warum erschlug er ihn? Weil seine Werke böse waren, die seines Bruders, aber gerecht. Die Werke von Kain waren böse.

[12:11] Lass mich das mal in einer anderen Geschichte darstellen. Die Geschichte kennt ihr ganz gut und zwar die Geschichte von Josef und seinen Brüdern. Wir finden die Geschichte in 1. Mose 37. Und ich werde da nicht alles vorlesen, nur einzelne Verse, weil die Geschichte ist auch sehr lang. Aber ihr wisst ja eigentlich, um was es sich dort dreht. Es geht um Josef, der Träume hat. Und der Jakob hatte den Josef lieber und machte ihn einen bunten Rock. Und da heißt es in Vers 4, als nun seine Brüder sahen, dass ihr Vater ihn lieber hatte als alle seine Brüder, hassten sie ihn und wollten ihn nicht mehr grüßen mit dem Friedensgruß. Josef aber hatte einen Traum und verkündete ihm seinen Brüdern. Da hassten sie ihn noch mehr. Der Traum ist der Traum mit den zwölf Gaben. Jede Gabe stellt einen Bruder dar. Und Josef seine Gabe steht aufrecht, während sich alle anderen Gaben von dem Bruder niederfallen. Weiter geht es dann mit dem Traum mit Sonne, Mond und Sterne, was seine Brüder wieder repräsentiert und auch seine Eltern, die auch wieder niederfallen vor ihm. In Vers 11 steht dann, und seine Brüder waren eifersüchtig.

[13:42] Von Hass zur Eifersucht. Wahrscheinlich sind ein paar Tage vergangen oder vielleicht auch ein paar Jahre. Und der Jakob machte sich Sorgen um seine elf Söhne und gab Josef den Befehl, nach ihnen zu schauen. Josef suchte sie und fand sie dann auch. Und dort heißt es dann in Vers 18 bis 20, als sie ihn nun von Ferne sahen, ehe er in ihre Nähe kam, beschlossen sie, ihn heimlich umzubringen. Und sie sprachen zueinander, seht, da kommt der Träumer daher. Und nun kommt und lasst uns ihn töten und in die Zisterne werfen und sagen, ein böses Tier habe ihn gefressen. Dann wollen wir sehen, was aus seinen Träumen wird. Von Hass zur Eifersucht bis zur Planung des Todes und bis zur Ausführung.

[14:38] Niemand wird über Nacht zum Mörder. Das ist immer der Abschluss einer langen Entwicklung. Man sieht, dass das sechste Gebot kniffliger ist als gedacht. Und auch Jesus hat was zu diesem sechsten Gebot zu sagen. Und auch das möchte ich mit euch angucken, und zwar in Matthäus 5, Vers 21 bis 22. Matthäus 5, Vers 21 bis 22.

[15:15] Dort steht, ich habe gehört, dass zu den Alten gesagt ist, du sollst nicht töten. Wer aber tötet, der wird dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch, jeder, der seinen Bruder ohne Ursache zürnt, wird dem Gericht verfallen sein. Wer aber zu seinem Bruder sagt, Racker, der wird dem hohen Rad verfallen sein. Wer aber sagt, du Narr, der wird dem höllischen Feuer verfallen sein.

[15:43] Also wie sollen wir das jetzt verstehen? Vergleichen wir mal. Jesus sagt, wer nur zürnt, ist dem Gericht verfallen. Die Pharisäer sagen, wenn du jemanden tötest, bist du dem Gericht verfallen. Also Jesus setzt eine Emotion, ein Gedanke gleich der Tat mit der Strafe, welches die Pharisäer aussprechen würden. Abgesehen von Morden ist es nicht so, wenn wir jemanden Verachtung schenken, Wut oder schlimme Wörter zu ihm sagen, verletzen wir ihn zwar nicht physisch, aber doch tut es im Herzen weh.

[16:34] In 1. Johannes 3, Vers 15 schlagen wir auf. 1. Johannes 3, Vers 15, dort steht, jeder der seinen Bruder hasst, ist ein Mörder. Und ihr wisst, dass kein Mörder ewiges Leben bleibend in sich hat. Also jeder, der hasst, hat kein bleibendes Leben in sich. Ich habe da auch ein schönes Zitat aus das bessere Leben von Alan White und den möchte ich euch vorlesen. Der Geist des Hasses und der Rache ist mit dem Teufel aufgekommen. Aus diesem Geist hittete er den Sohn Gottes. Wer Hass und Neid pflegt, wer Hass und Neid nährt, pflegt denselben Geist und wird den Tod davon ernten. Wer Hass und Neid nährt, wird den Tod davon ernten. Das sind harte Worte, oder?

[17:53] Gehen wir wieder zurück zu Matthäus 5. Weiter sagt Jesus, wer seinem Bruder sagt, du nichts nutzt, der ist dem hohen Rat schuldig. Also was ist eigentlich der hohe Rat? Man kann es sich so vorstellen, der hohe Rat war früher im alten Israel, in Judah, das höchste Gerichtsorgan. Sprich, es gab nichts mehr darüber. Und das kann man eigentlich vergleichen mit dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe. Das ist das höchste Gericht, das höchste Gericht, welches es in Deutschland gibt. Und jetzt sagt Jesus, wenn du jemanden verbal beleidigst, bist du des hohen Rates schuldig. Bist du dafür würdig, in das Bundesgerichtshof zu gehen und angeklagt zu werden? Jesus sieht das Äußern der Gedanken schlimmer als der Gedanke selber.

[18:57] Aber ist es nicht so, dass Jesus für jeden Einzelnen für uns starb? Es ist doch eigentlich ein hoher Wert, den wir hier zugeteilt bekommen. Denken wir doch mal dran, wenn wir kurz davor sind, einen Menschen aus Zorn zu verletzen, dass auch Jesus für diesen Menschen gestorben ist und dass sie genau exakt gleich viel Wertschätzung und Liebe verdient hat, wie man selber. Jeder Mensch ist Gottes Eigentum und auch jeder Mensch ist nach dem Bilde Gottes geschaffen worden.

[19:31] Ich habe hier noch mal einen weiteren schönen Zitat von N. White. Da steht, selbst die verkommensten Menschen müssen mit Achtung und Nachsicht behandelt werden. Gott wird uns für jedes verächtliche Wort, mit dem wir Menschen verletzt haben, für die Christus sein Leben dahingab, zur Verantwortung ziehen. Selbst der verkommenste Mensch sollte man mit Nachsicht behandeln.

[20:00] Liebe Geschwister, gibt es nicht vielleicht einen Menschen in eurem Leben, dem ihr mit Verachtung gegenüber tritt? Wir gehen weiter. Auch sagt Jesus, wenn jemand dich als nah bezeichnet, ist er dem hellischen Feuer verfallen. Jetzt, was heißt eigentlich nah? Also ich weiß nicht, wer alles eine Studienbibel hat, aber da gibt es immer kleine Vermerke und bei mir ist unter nah vermerkt, dass es ein starker Ausdruck dafür ist, dass jemand hoffnungslos, gottlos und bösartig ist. Wenn man jemanden hoffnungslos nennt, was sagt man eigentlich damit aus? Anders gesagt, wenn man jemanden hoffnungslos nennt, sagt man eigentlich, Jesus ist für diesen Menschen umsonst gestorben. Es ist wie, wenn du jetzt deinem Bruder oder deiner Schwester gegenüber trittst und sagst, hey, es ist hoffnungslos mit dir. Was lebst du eigentlich noch? Jesus ist umsonst für dich gestorben.

[21:14] Das sind harte Worte, oder? Man richtet ja eigentlich damit automatisch den Menschen selber, aber das ist ja eigentlich die Aufgabe von Gott und nicht von uns Menschen, weil Gott kann in die Herzen des Menschen sehen, aber wir können nur auf die äußere Fassade eines Menschen sehen. Judas 9. Schlagt mit mir Judas 9 auf. Judas 9.

[21:54] Der Erzengel Michael dagegen, als er mit dem Teufel Streit hatte und über den Leib Mose verhandelte, wagte kein lässtendes Urteil zu fallen, sondern sprach, der Herr strafe dich. Also man muss es sich jetzt mal so vorstellen. Jesus ist auf der einen Seite und Jesus ist der, die Person, die das meiste Recht hat, irgendwas dem Teufel zu sagen. Auf der anderen Seite ist der Teufel, das ist die Person, die es am meisten verdient hat. Aber nicht mal dann nimmt Jesus ein böses Wort in den Mund. Hätte er es jetzt eigentlich getan, wäre er eigentlich gleich wie der Satan. Er hätte sich der gleichen Waffe benutzt wie er und wäre nicht anders gewesen. Aber Jesus sagt, die Strafe ist des Herrn.

[22:51] Ein weiterer schöner Zitat von Ellen White, sie hat echt gute Zitate. Wer als Sprecher Gottes waltet, darf nicht Worte gebrauchen, die selbst der Höchste im Himmel im Streit mit dem Teufel benutzen würde. Wer als Sprecher Gottes waltet, darf nicht Worte gebrauchen, die nicht mal Jesus benutzen würde.

[23:17] Es ist nicht so, oder anders gesagt, verurteilen wir vielleicht manchmal Menschen in unserem Leben? Vielleicht verurteilen wir die Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen und geben ihnen die Schuld, dass es Deutschland so schlecht geht. Oder vielleicht verurteilen wir unsere Eltern für das Schlechte, was sie in der Vergangenheit gemacht haben, für die Fehler, die sie begangen haben. Du sollst Vater und Mutter ehren, dass du lange lebst in dem Land, das dir dein Herr schenkt. Wer sich erinnert, das hatten wir letzte Woche. Oder vielleicht verurteilen wir sogar Gott für das ganze Schlechte, was wir hier auf Erden haben, für das Schlechte, was uns im Leben passiert.

[24:10] Wisst ihr, das Interessante ist, Jesus kam hier nicht mal zur physischen Gewalt. Er kam noch nicht mal dazu, das wirklich zu erläutern. Krass, oder? Also wieso erklärt Jesus Menschen das Gebot? Man denkt sich eigentlich, das sechste Gebot ist leicht zu verstehen, aber das ist es nicht. Jesus zeigt uns, dass das Morden nicht bei der Tat selber anfängt, sondern schon sehr, sehr, sehr viel früher und dann Schritt für Schritt es sich entwickelt. Auch zeigt uns Jesus damit, wie schon vorhin erwähnt, dass man, wenn man ein Christ ist, egal welcher Person es ist, man nie ein schlechtes Wort reden darf und es ist egal, was die Person gemacht hat. Wenn ich da zum Beispiel an Judas denke, wie Jesus Judas die Füße gewaschen hat und er hat gewusst, er wird ihn verraten. Und er zeigt uns auch noch, dass Gericht und Verdammung zu Gott gehören. Wir sind nicht dazu da, um die Menschen zu richten oder irgendwie sie zu verurteilen, ist nicht unsere Aufgabe.

[25:37] Aber schauen wir, was Jesus noch zu sagen hat. Gehen wir wieder zurück zu Matthäus 5. Matthäus 5, Vers 23 und 24. Ich lese, wenn du nun deine Gabe zum Altar bringst und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lasse deine Gabe vor dem Altar und geh zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder und dann komm und opfere deine Gabe.

[26:13] Also das Erste, was ich mich gefragt habe, als ich das gelesen habe, vielleicht war es bei euch auch so, was heißt es eigentlich zu opfern? Und da war meine andere Frage, was ist eigentlich Opfern? Ich habe nachgegoogelt und geguckt, was das heißt und ich zitiere, Opfern bedeutet zugunsten eines anderen, einer Sache etwas Wertvolles hingeben, wenn es auch nicht leicht fällt. Also früher brachten, zu Zeiten Mose, Jakob, Abraham, brachten sie Opfer in Schlachtopfer dar. Sie haben Altäre aufgebaut aus Steinen, jeder Stein für einen Stamm und brachten Gott ein Opfer. Damit haben sie eigentlich ihren Glauben zum Ausdruck gebracht, um die Liebe Gottes und die Anerkennung Gottes zu erhalten.

[27:10] Wie ist es eigentlich heutzutage bei uns, wie opfern wir? Was glaubt ihr, was opfern wir heutzutage so? Zeit? Ich glaube, wir opfern noch viel mehr, oder? Zeit, unser Geld, unsere Kraft für andere Personen, vielleicht auch Geduld für Menschen, die wir lieb haben. Wir opfern eigentlich sehr, sehr viel. Aber habt ihr euch schon mal gefragt, was wir so im Gottesdienst opfern? Es ist eigentlich gar nicht anders als das, was wir im Alltag opfern. Wir opfern unsere Zeit bei der Vorbereitung der Sabbatschule, unsere Kraft und Ausdauer bei der Technik oder bei der Saaldiakonie oder auch Geduld mit unseren Brüdern und Schwestern.

[28:16] Aber was heißt jetzt eigentlich Gottesdienst? Gottesdienst besteht ja aus zwei Worten. Gott und der Dienst. Also der Dienst an Gott. Und ich habe da die Elberfelder Übersetzung genommen, weil sie das ganz gut rüberbringt. In 1. Jakobus 1, Vers 26 bis 27. Dort steht, wenn jemand sich düngt, er diene Gott und zügelt nicht seine Zunge, sondern betrügt sein Herz, dessen Gottesdienst ist Eite. Ein reiner und unbefleckter Gottesdienst vor Gott und dem Vater ist dieser. Weisen und widmen ihrer Drangsal besuchen, sich selbst von der Welt unbefleckt halten.

[29:04] Also was heißt jetzt Gottesdienst und das Opfern im Gottesdienst? Das heißt ja eigentlich, dass wir unseren Nächsten Liebe bringen, dass wir uns umeinander sorgen und kümmern. Das ist der Gottesdienst, welchen Gott haben will. Wenn wir unsere Pflichten hier machen als Prediger, als Saaldiakon, aber wir haben doch Streit mit unseren Brüdern und Schwestern, dann sagt Gott, dass es eigentlich ein geheuchelter Dienst ist. Ich will nicht sagen, dass es irgendwie unwichtig ist, dass man hier den Dienst nicht machen soll. Die Kirche soll reibungslos ablaufen, aber Gott legt seinen Schwerpunkt woanders hin. Und zwar, er will zuerst, dass wir Frieden untereinander haben und uns dann dem Dienst widmen.

[30:06] Ich habe einen schönen Satz mal gehört. Ich gebe das mal jetzt in meinen eigenen Worten wieder. Die Kirche ist kein Museum für die Perfekten unter uns, sondern ein Ort für den kranken Sünder. Eine Frage an euch, liebe Geschwister. Gibt es vielleicht einen Bruder oder eine Schwester, mit dem ihr Streit habt? Hosea 6, Vers 6. Hosea 6, Vers 6.

[30:44] Denn an Liebe habe ich wohlgefallen und nicht am Opfer. An der Gotteserkenntnis mehr als am Brandopfern. Eigentlich wieder klar ausgedrückt, was Gott will. Gott will die Liebe untereinander mehr, dass wir hier alles am Laufen halten.

[31:10] Wenn man das jetzt eigentlich alles hört, dann kommt man sich irgendwie wärmlich rüber, oder? Ja, da gibt es sehr, sehr viel zu tun für Jesus in unserem Leben. Aber Jesus sagt auch, glückselig sind die geistlich Armen, denn ihrer ist der Himmelreich. Glückselig sind die geistlich Armen.

[31:37] Jesaja 57, Vers 15. Ich werde da nicht alles vorlesen, weil es ist echt ein langer Vers, sondern nur den zweiten Abschnitt. In der Höhe und im Heiligtum wohne ich bei dem der zerschlagenen und gedemütigten Geistes ist, damit ich den Geist der Gedemütigten belebe und das Herz der Zerschlagenen erquicke. Gott ist nahe denen, die sich erbärmlich fühlen, die jetzt merken, dass irgendwas nicht stimmt in ihrem Leben. Jetzt kann Gott im Leben des Sünders Erneuerung bringen. Genau jetzt kann der Heilige Geist in einem wirken.

[32:38] 1. Johannes 1, Vers 9. Ich glaube, den Vers kennt ihr alle ganz gut. 1. Johannes 1, Vers 9, da steht, wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist Gott treu und gerecht, dass er uns reinigt von aller Ungerechtigkeit, von aller Ungerechtigkeit. Nicht nur von einer, von zwei oder vielleicht von 20, sondern von aller. Wir wissen, dass Gott für alle unsere Sünden gestorben ist. Er wurde bespuckt, er wurde geschlagen, er wurde ausgelacht und am Ende ist er sogar gestorben. Aber das hat alles für uns durchgemacht, für jeden Einzelnen, weil er uns liebt.

[33:24] 1. Johannes 2, Vers 1, da steht, meine Kinder, die schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten. Sogar jetzt, wenn wir in diesem Moment sündigen würden, wenn man es wirklich bereuen würde, wäre Gott bereit, dir zu vergeben. Er würde alles vergeben, wenn man wirklich von Herzen bereut.

[33:56] Wir haben jetzt über die Vergebung geredet, welche wir von Gott erhalten. Und diese erhaltene Vergebung sollten wir auch anderen weitergeben. Es ist nicht so, nicht nur für den Schuldigen, sondern auch wegen uns selber. Dafür habe ich heute eine kleine Geschichte mit gebracht. Und zwar, ihr erinnert euch vielleicht an das Glas mit Gottwin vorne. Und diese Geschichte geht in etwas so.

[34:37] Ein Lehrer steht vor seiner Klasse und hat vor sich ein Glas Wasser stehen. Er nimmt dieses Glas in die Hand und fragt seine Klasse, was glaubt ihr wohl, wie schwer ist das Glas? Die Kinder fangen an zu lachen und sagen, das ist doch nur ein einfaches Glas Wasser. Das wiegt so gut wie nichts. Der Lehrer gibt ihnen zu einem gewissen Punkt recht und fährt jedoch dann fort. Es mag sein, dass das Glas für eine Sekunde, für eine Minute oder sogar für eine Stunde leicht sein mag. Doch trägt man es Tage oder sogar jahrelang mit sich herum, wird es schmerzhaft und schwer wie Blei. So ist es auch mit der Wut und der Verbitterung gegenüber einem Menschen, der uns Leid gebracht hat.

[35:23] Ich will nicht sagen, dass wir nicht wütend sein dürfen oder traurig sein dürfen oder enttäuscht sein dürfen. Das dürfen wir alles. Doch irgendwann müssen wir den Ballast abgeben, ablegen und vergeben. Denn es wird mit jedem Tag schwerer und der einzige Mensch, der täglich darunter leidet, ist man selbst. Also tun wir uns doch den Gefallen und legen das Glas des Hasses und der Verbitterung ab. Denn es liegt Gott sei Dank nicht bei uns, den Menschen zu richten. Aber es liegt in unserer Hand, unserem Nächsten zu vergeben.

[36:12] Wisst ihr, liebe Geschwister, kein war von seinem Zorn und von seiner Wut so zerfressen. Sein Glas des Hasses war so schwer für ihn, dass er es nur noch in Taten ausschütten konnte. Er ließ nicht von seinem Hass und sein Grimm ab. Und ich würde sagen, Jesus hätte das Glas liebend gern in die Hand genommen, aber er hat es nicht abgegeben. Er wanderte für sein restliches Leben ruhelos umher und hat doch keinen wahren Frieden erfahren. Traurig.

[36:43] Ich weiß nicht, wie es euch dabei geht, aber Vergebung ist nicht nur wichtig für den, den vergeben wird, sondern auch für den, der vergibt. Wer von euch möchte heute sagen, ich will nicht mehr lästern? Wer von euch möchte heute sagen, ich will meinem Bruder nicht mehr mit Verachtung gegenüber treten? Wer von euch möchte sagen, ich will vergeben, so wie Jesus jede Tat von mir vergeben hat?


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