In dieser Predigt geht es um das neunte Gebot: „Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deinen Nächsten.“ Monja Ströck beleuchtet die Bedeutung von Wahrheit und Lüge in der Bibel und zeigt auf, wie wichtig es ist, in der Wahrheit zu leben. Anhand biblischer Beispiele wird verdeutlicht, welche verheerenden Folgen Lügen haben können und wie wir stattdessen ein Leben in Aufrichtigkeit führen können.
Die Zehn Worte: 10. Sei in der Wahrheit (2. Mo 20,16)
Monja Ströck · Die Zehn Worte ·Themen: 2. Mose, Bibel, GesetzWeitere Aufnahmen
Serie: Die Zehn Worte
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Transkript
[0:00] Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten sollte gegründet werden. Aber es gab ein Problem, und dieses Problem hat die ganze Arbeit gehemmt. Es gab einen Strom von Anschuldigungen gegen den Leiter des Review and Herald Verlags. Er wurde beschuldigt, aus dem Verlag finanzielle Vorteile für sich zu ziehen. Und die Anschuldigungen waren so groß, dass die ganze Arbeit darunter litt. Zehn Jahre davor wurden die ganzen Vorwürfe im Verlag schon mal überprüft, und sie konnten keine Klage finden. Und doch hielten Gemeindeglieder daran fest. Sie klagten ihn an, dass er sich auf ihre Kosten bereicherte und dass er die Gemeindegelder missbrauchte. Und zehn Jahre später hat es wieder so ein Ausmaß erreicht, dass fast die ganze Arbeit zu erliegen drohte.
[1:00] Die Mitglieder der Adventgemeinde in Battle Creek trafen sich, um eine Lösung für dieses Problem zu finden. Und eigentlich wollten sie die Generalkonferenz gründen. Aber sie konnten es nicht zulassen, dass gegen James White, der Vorreiter der ganzen Bewegung, solche Anschuldigungen vorlagen. Und so haben sie ein dreiköpfiges Komitee gegründet, was sich sechs Wochen lang mit allen Anschuldigungen beschäftigen wollte. Und sie haben es weit gestreut und den Geschwistern die Möglichkeit gegeben, in den nächsten sechs Wochen alle Anklagen und alles, was sie jemals gehört haben, vor dieses Komitee zu bringen, damit das geprüft wird und endlich aus der Welt geräumt wird. Aber sie haben auch gesagt, dass alle, die gute finanzielle Partnerschaften mit James White hatten, dass sie auch Aussage für seine Treue geben sollten.
[1:56] Und in dieser Zeit schrieb James White im Review and Herald, dass er aus der Gemeinschaft ausgeschlossen werden möchte, wenn sich irgendeine Anschuldigung als wahr erweist. Zwei Monate später lagen 74 Erklärungen vor. Es waren 74 Erklärungen, die die Rechtschaffenheit und die Ehrlichkeit von James bestätigten. Es gab keine einzige Klage. Die Frist wurde um zwei Monate verlängert. Und nach diesen zwei Monaten gab es wieder keine einzige Klage. Alle Referenzen wurden anschließend veröffentlicht und das Untersuchungskomitee erklärte: Niemand kann behaupten, dass die Ankündigung dieser Untersuchung nicht genügend klar und umfassend gewesen war oder die gewährte Zeit nicht reichte, damit alle, die wollten, ihre Klagen gegen Bruder White vorbringen konnten, damit sie untersucht und geklärt werden. Dennoch hat niemand eine Beschwerde eingereicht, von ihm betrogen worden zu sein. Niemand hat ihm vorgeworfen, sich seine Lebensumstände zunutze gemacht zu haben, um daraus Vorteile zu ziehen oder finanzielle Mittel aus irgendeinem Anlass oder unter einem Vorwand abgerungen zu haben. Und warum hat niemand den Vorwurf eines Unrechts gegen Bruder White vorgebracht? Einfach, weil ein solches Unrecht in Wirklichkeit nicht existierte.
[3:40] Jetzt könnte man denken, damit war die Sache aus der Welt. Aber anstatt, dass die Anschuldigungen zurückgingen, nahmen sie zu. Die Geschwister haben ihn noch mehr beschuldigt. Sie haben weiterhin behauptet, dass er sich aus den Gewinnen und den Spenden von dem Verlag persönlich bediente. Und zu dieser Zeit war es so, dass der Verlag keine großen Gewinne gezeichnet hat, sondern er konnte sich kaum selbst unterhalten. Aber James hatte ein finanzielles Geschick. James wusste, wie er mit Geld umgehen muss, und deswegen hat er den Verlag immer und immer wieder gerettet. Sein ganzes Hab und Gut setzte er ein, damit anderen geholfen wird oder damit die Adventbotschaft in die Welt verstreut wurde. Und zum Teil wollte er nicht einmal einen Lohn für seine Arbeit haben. Und doch gab es diese Anklagen. Es gab diese Anklagen, weil Menschen neidisch und eifersüchtig auf ihn waren und auf das, wie er mit Geld umging. Und dabei kritisierten sie jede Kleinigkeit.
[4:50] Die Whites mussten viel reisen, und damals war das Reisen nicht so einfach wie heute. Sie sind viele tausende Kilometer in Kutschen gefahren, über holprige Straßen. Und sie schreiben, dass sie manchmal einen Tag später wie gelähmt waren, weil es so holprig war. Deswegen war es für sie notwendig, dass sie eine gute Kutsche haben, damit wenn sie ankommen, sie auch die Kraft hatten zum Predigen. Dies wurde kritisiert. Einmal war James krank, er war ernsthaft krank. Und Ellen kaufte für ihn einen Lehnsessel. Und damals war ein Lehnsessel ein Luxusgut, damit er sich erholen konnte. Und auch das klagten die Leute an. Oder die Whites sind umgezogen und haben ihren Keller ausgemistet. Und in ihrem Keller war eine Reihe von Glasflaschen. Und James wollte die Glasflaschen wegschmeißen. Die waren alt, die waren dreckig, die brauchte keiner mehr. Aber sein Sohn Edson wollte diese Glasflaschen putzen und verkaufen. Und so hat er dies gemacht. Edson hat die ganzen Flaschen geputzt und ist dann mit seinem Vater zum Markt gefahren. Und auf dem Weg haben sie einen Verlagsmitarbeiter mitgenommen. Der hat alles beobachtet, wie Edson seine Flaschen verkauft hat. Er hat nichts gesagt, aber ein paar Wochen später gab es das Gerücht, dass James so geldgierig ist, dass er jetzt anfängt, alte Flaschen zu sammeln und zu verkaufen.
[6:24] Sechs Jahre später waren die Anschuldigungen wieder so groß, dass die Arbeit fast zu erliegen drohte. Und sie mussten noch einmal ein Untersuchungskomitee zusammenberufen. Und sie sind genauso vorgegangen wie sechs Jahre zuvor. Sechs Jahre zuvor haben sie eine Broschüre gedruckt, die war 39 Seiten lang und haben dort alle Referenzen veröffentlicht. Sechs Jahre später haben sie ein Buch gedruckt, 155 Seiten dick. Und sechs Jahre später gab es 54 Personen, die ihre Zufriedenheit bezeugten. Und es gab wieder keine Anklage. In dem Buch haben sie das Gehalt aufgezeigt, was James über die Jahre bekommen hat. Sie haben die Schulden aufgezeigt, die er privat auf sich genommen hat, um diesen Verlag zu unterhalten und zu retten. Und sie haben die ganzen Gewinne aufgezeigt, die der Verlag gemacht hat und die James dafür benutzt hat, damit neue Projekte entstehen konnten. Wenige Personen kamen ins Nachdenken und es gab Personen, die ihre Anklagen zurückgezogen haben oder die sich sogar entschuldigt haben. Aber James musste mit diesen Anklagen leben bis zu seinem Tod.
[7:52] Ihr Lieben, damit sind wir mittendrin in unserem Predigtthema. Und ich begrüße euch ganz herzlich zu der neunten Predigt in der Serie die zehn Worte. Und bevor wir die Bibel aufschlagen, möchte ich noch, dass wir zusammen beten und ihr dürft aufstehen, während ich hier niederknie.
[8:15] Vater im Himmel, ich möchte dir danken, dass du uns dein Wort gegeben hast. Ich möchte dir danken, dass wir uns ganz besonders in der letzten Zeit über die zehn Gebote Gedanken machen dürfen. Und ich möchte dir danken, dass wir heute die Möglichkeit haben, das neunte Gebot zu beleuchten. Vater, ich möchte dich bitten, dass du unsere Herzen aufmachst, dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst, dass du meine Lippen salbst und dass du jedem von uns heute das erklärst, was du für ihn an diesem Sabbat vorbereitet hast. Und dafür danke ich dir. Amen.
[8:48] Wir finden das neunte Gebot in 2. Mose 20, Vers 16. 2. Mose 20, Vers 16. Und ich möchte euch einladen, es mit mir aufzuschlagen. 2. Mose 20, Vers 16. Du sollst kein falsches Zeugnis reden gegen deine Nächsten.
[9:25] Ich weiß nicht, wer von euch eine Elberfelder Bibel vor sich liegen hat. Dort wird er gelesen haben: Du sollst gegen deinen Nächsten nicht als falscher Zeuge aussagen. Also mit anderen Worten, das, was wir hier sehen: Ich soll keine falsche Aussage über meinen Nächsten treffen. Jetzt kann man sich fragen: Wer ist mein Nächster? Schaut nach rechts, schaut nach links, schaut nach vorne, schaut nach hinten. Die Leute in eurem Umfeld, die Nachbarn, die Kollegen, die Familie, die Bekannten, alle Leute in meinem Umfeld, über sie soll ich nichts Falsches sagen. Und diese Formulierung, die finden wir noch in anderen Versen. Wenn wir einfach ein paar Kapitel weitergehen in 2. Mose 23, und dort Vers 1. Du sollst kein falsches Gerücht verbreiten. Leie keinem Gottlosen deine Hand, sodass du durch dein Zeugnis ein Frevel unterstützt. Also hier sehen wir, wir sollen nicht mal ein falsches Gerücht in die Welt setzen. Und wenn wir ein ganzes Buch weitergehen in 3. Mose 19, dann sehen wir noch einen anderen Aspekt des 9. Gebots. 3. Mose 19 und dort Vers 11. Und was wir dort sehen, ist nicht nur das 9. Gebot, sondern wir sehen dort auch die anderen Gebote. 3. Mose 19 Vers 11. Ihr sollt nicht stehlen, das 8. Gebot, und nicht lügen, noch einander betrügen. Also hier haben wir: nicht stehlen, nicht lügen, noch einander betrügen. Das heißt, wir können sehen, dass das 9. Gebot zwei Dinge umfasst: Auf der einen Seite nicht lügen und auf der anderen Seite keine Gerüchte in die Welt setzen.
[11:25] Wie ist das mit der Wahrheit und der Lüge in der Bibel? Wie ist das mit der Wahrheit und Gott? Und dazu wollen wir 1. Johannes 2 Vers 3 aufschlagen. 1. Johannes 2 Vers 3. Und daran erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten. Wenn wir Gottes Gebote halten, dann erkennen wir Gott. Das bedeutet, dass Gott sich durch seine Gebote repräsentiert, dass uns die Gebote von Gott vermittelt haben. Das heißt, mit anderen Worten auch, dass wenn wir das 9. Gebot anschauen, dass wir daran sehen, dass Gott nicht lügt. Und es gibt Verse in der Bibel, die dies belegen, und wir wollen uns den Vers in Titus 1 Vers 2 anschauen. Titus 1 Vers 2. Aufgrund der Hoffnung des ewigen Lebens, dass Gott, der nicht lügen kann, vor ewigen Zeiten verheißen hat. Ich lese nochmal: Aufgrund der Hoffnung des ewigen Lebens, dass Gott, der nicht lügen kann, vor ewigen Zeiten verheißen hat.
[13:03] Was lesen wir hier? Wir lesen nicht nur, dass Gott nicht lügt, sondern wir lesen auch, dass Gott nicht lügen kann. Dass er immer und unter allen Umständen die Wahrheit ist. Und deswegen können wir diese Hoffnung auch annehmen. Die Hoffnung auf einen neuen Himmel, die Hoffnung auf ein ewiges Leben, weil wir wissen, dass Gott nicht lügen kann.
[13:32] Ich möchte jetzt mit euch ein kleines Gedankenexperiment machen. Stellt euch mal vor, Gott hätte eine einzige Unwahrheit gesagt. Stellt euch mal vor, wir wüssten, dass eine Sache in der Bibel nicht wahr ist. Wie würde es euch gehen, wenn wir morgens unsere Andacht machen, die Bibel aufschlagen, irgendwas lesen? Würden sich denn nicht Gedanken in unserem Kopf breit machen: Was ist, wenn das die Aussage wäre, die nicht gestimmt hat? Oder ist es die Aussage? Und stellt euch vor, wir wüssten, dass es passiert ist, dass Gott an einer Stelle gelogen hat und wir wüssten, welche Stelle es wäre. Vielleicht, wenn in der Bibel steht, wie Gott es nicht verheißen hat. Oder es erfüllte sich anders, als Gott es verheißen hat. Wie würde es uns gehen, wenn so etwas in der Bibel stünde? Was würde es mit unserem Vertrauen in Gott machen? Es würde unser Vertrauen in Gott beschränken. Es würde unseren Glauben an Gott beeinflussen. Und Gott, der uns durch das Leben führen will, der alles in der Hand hat, der uns durch die schwersten Zeiten unseres Lebens führt und dem wir bedingungslos vertrauen können, der seine Hand nie von uns abwendet, der uns erlöst, der uns Hoffnung gibt – und man kann die ganze Reihe fortführen. Man kann alle Eigenschaften Gottes da einsetzen. Wie notwendig ist es, dass Gott auch nur nie eine Unwahrheit gesagt hat?
[15:20] Hätte er eine Unwahrheit gesagt, könnten sich Zweifel in unserem Herzen groß machen. Man könnte denken: Wenn Gott vielleicht vor vielen tausend Jahren schon einmal nicht zu seinem Wort gestanden hätte, kann es dann passieren, dass er in meiner hoffnungslosen Situation ein zweites Mal nicht zu seinem Wort steht? Wir könnten Gedanken haben wie: Der Himmel, wir können uns das nicht vorstellen, wir können es rational nicht begreifen. Kann es sein, dass Jesus uns nur deswegen über den Himmel erzählt hat, damit wir hier auf Erden ein angenehmes Leben führen, aber eigentlich stimmt doch alles gar nicht? Und weil wir vieles in der Bibel nicht rational begreifen können, könnte es dann sein, dass wir nicht anfangen, auf uns zu schauen und nur das zu glauben, was wir uns wissenschaftlich erklären können? Aber, und hier ist die Wahrheit, wie wir sie vorhin gelesen haben: Gott ist Wahrheit. Gott lügt nie. Gott kann nicht lügen. Und Gott ändert sich nicht.
[16:38] Und deswegen kann auch Jesus in Johannes 14, Vers 6 sagen: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Jesus ist die Wahrheit. Und genauso wie Gott die Wahrheit ist, so ist Jesus die Wahrheit, so sagt Jesus die Wahrheit und so tut Jesus die Wahrheit. Gleichzeitig ist er der Weg. Er hat uns erkauft durch sein Blut und er schenkt uns Leben, weil bei Gott Leben ist. Und weil Jesus die Wahrheit ist, können wir ihm bedingungslos vertrauen. Und der Punkt: Jesus ist die Wahrheit, ist die Bedingung für vollkommenes Vertrauen.
[17:28] Es gab vor vielen, vielen Jahren einen Zeitpunkt im Himmel, wo ein Engel selbsterhöhende Gedanken zugelassen hat. Es gab einen Engel, der sich verglichen hat. Er hat sich verglichen mit Jesus und er wollte die gleiche Stellung haben wie er. Aber dieser Engel hatte ein Problem. Wir haben gesehen, dass Gott die Wahrheit ist, dass Jesus die Wahrheit ist. Das heißt, dieser Engel konnte nichts finden, weshalb er Gott oder Jesus auch nur irgendwie anklagen konnte. Und weil dieser Engel diese Gedanken weiter und weiter zugelassen hatte und seinen Standpunkt verteidigen wollte, musste er anfangen, zu unfairen Mitteln zu greifen. Er musste anfangen zu lügen, um seinen Standpunkt zu verteidigen. Und so hat er angefangen, den anderen Engeln Unwahrheiten ins Ohr zu setzen.
[18:28] Letzte Woche haben wir gesehen, beim achten Gebot: Du sollst nicht stehlen. Dass dieses Gebot auch schon im Himmel begonnen hat, indem Satan angefangen hat, die Anerkennung zu stehlen. Und auch hier sehen wir, dass das neunte Gebot: Du sollst nicht falsch Zeugnis reden, dass das auch im Himmel begonnen hat. Wisst ihr, was Ellen White dazu schreibt? Satan wollte die Regierung Gottes verändern und den Regeln in Gottes Reich seine eigene Prägung aufdrücken. Christus wollte sich diesem Ansinnen nicht anschließen. Und so begann Satans Kampf gegen ihn. Und er wurde immer heftiger. Weil Lucifer zunächst im Geheimen wirkte, nur Gott wusste davon, wurde er zu einem hinterhältigen Wesen. Er erzählte Lügen, als wären sie wahr. Satan lügt. Keine einzige Aussage von Satan ist wahr. Und es sagt auch die Bibel. Wenn wir zusammen Johannes 8 aufschlagen. Johannes 8, Vers 44. Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun. Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit. Denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem eigenen. Denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.
[20:19] Satan lügt. Keine Aussage ist wahr. Und das Schlimme ist: Satan lügt nicht nur, sondern Satan zieht Leute mit sich durch seine Lügen. Und nicht wenige. Schaut mit mir in Offenbarung 12. Dort wird beschrieben, wie Satan aus dem Himmel gestoßen wurde. Offenbarung 12. Und dort die Verse 7 bis 9. Offenbarung 12, 7 bis 9. Und es entstand ein Kampf im Himmel. Michael und seine Engel kämpften gegen den Drachen, und der Drache und seine Engel kämpften. Aber sie siegten nicht, und ihre Stätte wurde nicht mehr im Himmel gefunden. Und so wurde der große Drache niedergeworfen, die alte Schlange, genannt der Teufel und der Satan, der den ganzen Erdkreis verführt. Er wurde auf die Erde hinabgeworfen, und seine Engel wurden mit ihm hinabgeworfen.
[21:21] Satans Lügen hatten große Auswirkungen. Er wurde nicht selbst nur hinabgeworfen, sondern alle Engel, die seiner Lüge geglaubt haben, wurden mit ihm aus dem Himmel hinabgeworfen. Jetzt war es nicht der beste Freund, oder zwei oder drei, die viel mit ihm zusammengemacht haben. Nein, es war ein Drittel. Stellt euch vor, ich würde hier durchzählen, und jeder Dritte würde den Raum verlassen. Welch große Menge! Oder wenn wir uns das beziehen auf Stuttgart. Stuttgart hat ungefähr 600.000 Einwohner. Ein Drittel davon bedeutet 200.000 Einwohner. Und es wären mehr wie die Stadtteile Stuttgart-Mitte, Stuttgart-Nord, Stuttgart-Ost, Süd und West. Es wären noch ein paar Tausend Leute mehr, die dann die Stadt verlassen würden. Wenn Satan lügt, dann hat das große Auswirkungen.
[22:21] Und Satan blieb aber mit seinen Lügen nicht im Himmel. Wie ihr alle wisst, hat er auch seine Lügen auf Erden verbreitet. Und wir wollen uns jetzt anschauen, was die erste Lüge war, die Satan in dieser Welt erzählt hat. Und dazu gehen wir ganz am Anfang in der Bibel. 1. Mose 3, zum Sündenfall. 1. Mose 3, und wir fangen Vers 1 an. Aber die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte. Und sie sprach zu der Frau: Sollte Gott wirklich gesagt haben, dass sie von keinem Baum im Garten essen dürfte? Hier hat Satan noch nicht die Lüge als Aussage formuliert. Er hat erstmal eine zweifelnde Frage gestreut und hat Eva zweifelnde Gedanken in den Kopf gesetzt. Und in Vers 2 und 3 antwortet Eva. Da sprach die Frau zur Schlange: Von der Frucht der Bäume im Garten dürfen wir essen, aber von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist, hat Gott gesagt: Esst nicht davon und rührt sie auch nicht an, damit ihr nicht sterbt. Und was war die Antwort der Schlange? Da sprach die Schlange zur Frau: Keinesfalls werdet ihr sterben. Das war die erste Lüge hier auf dieser Erde. Dabei hat Gott ein Kapitel vorher in Vers 17, 1. Mose 2, Vers 17 gesagt, ganz am Ende: Denn an dem Tag, da du davon isst, musst du gewisslich sterben. Hier steht die Wahrheit Gottes genau gegenüber der Lüge von Satan. Satan sagt: Keinesfalls werdet ihr sterben.
[24:22] Also wir sehen, Gott sagt die vollkommene Wahrheit und Satan erzählt mit jeder Aussage eine Lüge. Das ist der große Kampf zwischen Gott und Satan. Und wir, wir sind hin und her gerissen zwischen der Wahrheit und zwischen der Lüge. Auf welcher Seite stehst du? Wie sieht man deine Entscheidung in deinem Leben?
[24:57] Wisst ihr, die Lügner, die sind nicht im neuen Jerusalem. Sieht man in Offenbarung 21. Offenbarung 21, Vers 27. Und es wird niemals jemand in sie hineingehen, der verunreinigt, noch jemand, der Gräuel und Lüge verübt, sondern nur die, welche geschrieben stehen im Buch des Lammes. Kein Lügner wird über die Schwelle des neuen Jerusalems treten. Wer wird das neue Jerusalem betreten? Wer wird in Ewigkeit mit den Engeln zusammenleben dürfen? Wer darf vom Baum des Lebens wieder essen? Wer darf vom Strom des kristallklaren Wassers trinken? Wer darf die ganzen Früchte der anderen Bäume essen? Wer hat eine Wohnung im Himmel, die Gott extra für ihn vorbereitet? Und wer darf eine Ewigkeit mit Jesus zusammenleben?
[26:01] Schaut mit mir ein Kapitel weiter nach vorne in Offenbarung 14. Offenbarung 14 und dort die Verse 4 bis 5. Offenbarung 14, 4 bis 5. Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich, rein. Diese sind es, die dem Lamm nachfolgen, wohin es auch geht. Diese sind es, aus denen Menschen erkauft wurden als Erstlinge für Gott und das Lamm. Und in ihrem Mund ist kein Betrug gefunden worden, denn sie sind unsträflich vor dem Thron Gottes.
[26:43] Die Gerechten, die einmal das neue Jerusalem betreten werden, sind rein. Sie sind Gott gefolgt, wohin er gegangen ist. Sie sind von Gott erkauft worden und sie hatten keinen Betrug in ihrem Mund. Sie sind unsträflich vor dem Thron Gottes. Als Jesus Nathanael auf sich zukommen sehen hat, hat er gesagt: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem keine Falschheit ist. Und dies zeigt uns, dass wir hier auf Erden schon in der Wahrheit sein können. Als die Minister Daniel anklagen wollten, konnten sie nichts finden, außer dass er seinem Gott treu blieb. Also wir können hier auf der Erde schon in der Wahrheit leben.
[27:41] Und einer der besten Geschichten in der Bibel, wo Lüge und Wahrheit so aufeinandertreffen, ist der Sündenfall, den wir uns gerade schon angeschaut haben, aber ist auch die Kreuzigung Jesu. Und die wollen wir unter dem Aspekt uns jetzt gemeinsam anschauen. Wir lesen sie in Matthäus 26. Matthäus 26, und ich fange an ab Vers 57. Die aber Jesus festgenommen hatten, führten ihn ab zu dem Hohenpriester Kaiphas, wo die Schriftgelehrten und die Ältesten versammelt waren. Petrus aber folgte ihnen von Ferne bis zum Hof des Hohenpriesters. Und er ging hinein und setzte sich zu den Dienern, um den Ausgang der Sache zu sehen. Aber die obersten Priester und die Ältesten und der ganze Hohe Rat suchten ein falsches Zeugnis gegen Jesus, um ihn zu töten. Aber sie fanden keins. Und obgleich viele falsche Zeugen herzukamen, fanden sie doch keins.
[29:02] Die Juden waren machtgierig, waren egoistisch. Und sie mussten Lügen erfinden, um Jesus anzuklagen, weil sie nichts finden konnten. Jesus ist die Wahrheit, wie wir vorhin schon gesehen haben. Und hier können wir einen interessanten Punkt festmachen: Wenn wir nicht auf der Wahrheit sind, dann müssen wir Lügen erfinden, um unsere Position zu verteidigen. Wenn wir nicht in der Wahrheit sind, dann müssen wir Lügen erfinden, um unsere Position zu verteidigen. Das Gleiche ist bei Stephanus passiert. Stephanus wurde auch angeklagt, bevor er gesteinigt wurde. Und es steht in der Apostelgeschichte die Geschichte, dass sie falsche Zeugen hinstellen mussten, weil sie keine einzige Anklage gegen ihn finden konnten. Warum? Weil er in der Wahrheit gelebt hat.
[29:53] Wenn wir in den Parallelbericht in Markus gehen, von der Kreuzigung, dann können wir noch etwas Interessantes über Lügen lernen. In Markus 14, in Markus 14 und dort Vers 56. Markus 14, Vers 56. Da heißt es: Denn viele legten ein falsches Zeugnis gegen ihn ab, doch stimmten die Zeugnisse nicht überein.
[30:23] Ihr Lieben, wenn wir lügen, und wenn mehrere Leute lügen, dann passiert es, dass die Lügen so konträr sind, dass man auf keinen gemeinsamen Nenner kommt, dass sie nicht übereinstimmen. Stellt euch vor, die Tür würde da hinten aufgehen, und es würde ein etwas interessant gekleideter Mensch hier einmal durch den Gang laufen und da vorne aus dem Raum hinaus. Und ich würde jeden Einzelnen von euch danach fragen, was ihr in diesen paar Sekunden beobachtet habt. Dann würde es eine Reihe von Aussagen geben, die würden sich ähneln, die würden gleich sein, die würden das bestätigen. Dann würde es Aussagen geben, die kommen vielleicht nur fünfmal vor, nur viermal, vielleicht auch nur einmal. Warum? Weil jeder einen anderen Blickwinkel hatte. Jeder hat auf andere Sachen Wert gelegt, jeder hat andere Sachen beobachtet und jeder hat sich andere Sachen gemerkt. Und ich glaube, dass es auch Aussagen gibt, die ziemlich konträr gegeneinander stehen, obwohl doch alle denselben Menschen gesehen haben. Wie ist das erst mit der Lüge? Wie ist das, wenn man nichts hat, auf dem man aufbauen kann, wenn man sich alles nur irgendwie ausdenken muss? Und jedes Mal, wenn ich diese Lüge erzähle, scheint es in einem neuen Licht. Vielleicht kriege ich eine Nachfrage, die irgendwie mich dazu veranlasst, noch was zu erfinden, weil sie nochmal einen anderen Aspekt beleuchtet, den ich in meiner Lüge gar nicht bedacht habe. Und bei einem Nächsten, der fragt eine ganz andere Frage und so habe ich schon die Gegensätze.
[32:02] In der Kreuzigungsgeschichte gab es noch einen Menschen, der mit der Wahrheit zu kämpfen hatte. Und das war Petrus. Als Jesus in den Palast des Hohenpriesters geführt wurde, da folgten ihm zwei Jünger: Petrus und Johannes. Und weil Johannes die Priester gut kannte, war es ein leichtes für ihn, in den Palast zu kommen. Und Ellen White schreibt, dass er Petrus mitgenommen hat. Und Petrus wollte nicht erkannt werden. Und deswegen hat Petrus gesagt: Ich mische mich unter die Menge, ich setze mich an das Feuer und dann werde ich nicht erkannt. Ich bin so wie die anderen auch. Es kam ein Lichtschein, die Magd schaute Petrus an und sie dachte: Ich glaube, das ist auch ein Jünger Jesu. Und sie fragt Petrus. Und jetzt steht Petrus vor der Entscheidung: Wahrheit oder Lüge?
[33:07] Und ihr wisst, was Petrus gemacht hat. Er aber leugnete vor allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst. Er entschied sich zur Lüge. Obwohl er wenige Stunden davor Jesus gesagt hatte, dass er für ihn kämpfen würde. Er hat gesagt, er wird ihn nicht verleugnen und er wird sogar mit ihm in den Tod gehen. Unter keinen Umständen wird er Jesus verleugnen. Und nun steht er hier und hat den einen Satz gesagt: Ich weiß nicht, was du sagst.
[33:42] Ellen White schreibt dazu: Petrus hatte sich nicht zu erkennen geben wollen. Indem er so tat, als wäre er gleichgültig, begab er sich auf feindlichen Boden und wurde so zu einer leichten Beute der Versuchung. Wäre er für seinen Meister zum Kampf aufgerufen worden, wäre er ein tapferer Kämpfer gewesen. Doch als Spöttisch mit dem Finger auf ihn gezeigt wurde, erwies er sich als Feigling. Viele, die den offenen Kampf für ihren Herrn nicht scheuen, wären durch Spott dazu getrieben, ihren Glauben zu verleugnen. Habt ihr das auch schon mal erlebt? Ihr seid euch sicher, ihr werdet für Gott einstehen. Und dann kam der spöttische Finger. Petrus war sich sicher, er wird seinen Meister nicht verleugnen. Er hat das Ohr abgehauen, um seinen Meister zu verteidigen. Und jetzt kam der Finger des Spotts und er hat ihn verleugnet. Viele, die den offenen Kampf für ihren Herrn nicht scheuen, werden durch Spott dazu getrieben, ihren Glauben zu verleugnen. Durch den Umgang mit jenen, die sie meiden sollten, begeben sie sich selbst auf den Weg der Versuchung. Sie laden den Feind ein, sie zu versuchen und sagen und tun das, woran sie unter anderen Umständen niemals schuldig geworden wären.
[35:14] Petrus wurde nicht nur einmal gefragt. Petrus wurde noch ein zweites Mal gefragt. Und er wurde nicht am laufenden Band gefragt, sondern er wurde gefragt und dann verstrich ein bisschen Zeit und dann wurde er noch mal gefragt. Was hätte er in dieser Zeit tun können? Er hätte nachdenken können. Er hätte sich reflektieren können. Er hätte Entscheidungen treffen können. Aber nein, er hat diese Zeit nicht genutzt und so hat Satan die Schlinge immer enger gezogen. Er wurde noch einmal gefragt und diesmal leugnete er noch mal und zwar mit einem Schwur und sagte: Ich kenne diesen Menschen nicht.
[36:04] Er wurde ein drittes Mal angesprochen und Petrus war wütend. Er wollte nicht erkannt werden als Jünger Jesu. Und die Jünger Jesu waren bekannt für ihr gutes Benehmen. Und was macht Petrus? Er war außer sich vor Wut. Er schrie, er war zornig, um nicht erkannt zu werden und doch wurde er noch mal gefragt. Und dann fing er an, sich zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne diesen Menschen nicht.
[36:36] Und wir können hier noch einen weiteren Punkt ausmachen. Einer: Wenn man zu Jesus gehört, dann bleibt das nicht verborgen. Wenn wir ein Leben mit Jesus leben, dann bleibt das nicht verborgen. Und ein zweiter Punkt: Lügen bringen uns dazu, noch grausamere Dinge zu tun, um unsere anscheinende Glaubwürdigkeit aufrechtzuerhalten.
[37:04] Lügen trennen uns von Gott. Und dabei haben wir so viele Verheißungen. Wir haben die Verheißung in Jesaja 59: Siehe, die Hand des Herrn ist nicht zu kurz zum Retten und sein Ohr nicht zu schwer zum Hören. Aber unsere Missetaten, unsere Sünden, die trennen uns von Gott. Gott möchte uns helfen, aber Gott braucht Wahrheit. Und weiter in dem Vers heißt es in Jesaja 59, Vers 3: Denn eure Hände sind mit Blut befleckt und eure Finger mit Unrecht. Eure Lippen reden Lügen und eure Zunge dichtet Verdrehungen. Wenn wir lügen, kann Gott uns nicht helfen. Und dabei sagt er in Römer 8: Wenn Gott für uns ist, wer kann gegen uns sein? Aber dies beinhaltet, dass wir treue Zeugen sind, dass wir treue Zeugen für die Wahrheit sind.
[38:02] Und in Sprüche 14, Vers 5, da wird der treue Zeuge beschrieben. Sprüche 14, Vers 5. Dort heißt es: Ein treuer Zeuge lügt nicht, aber ein falscher Zeuge spricht Lügen aus.
[38:26] Wir haben uns jetzt viel mit dem Punkt Lügen beschäftigt und jetzt wollen wir noch kurz auf den zweiten Punkt eingehen: das falsche Zeugnis gegen meinen Nächsten zu reden oder über meinen Nächsten zu lästern. Was kann ein Grund dafür sein, dass man über andere Menschen schlecht redet? Schlagt mit mir dazu Apostelgeschichte 13 auf. Dort wird beschrieben, warum die Juden angefangen haben, zu lügen und schlechte Sachen über andere Menschen zu erzählen. Apostelgeschichte 13, und dort Vers 45. Apostelgeschichte 13, Vers 45. Dort heißt es: Als die Juden jedoch die Volksmenge sahen, wurden sie voll Eifersucht und widersetzten sich dem, was Paulus sagte, indem sie widersprachen und lästerten. Eifersucht, Egoismus, mein eigenes Ich, ist der Grund dafür, dass ich anderen ein schlechtes Licht rücke. Vielleicht will ich mich selbst erhöhen, vielleicht will ich besser darstellen, aber wenn ich alles in einen Topf werfe, dann kommt raus, dass meine selbstsüchtigen Begierden doch der Grund dafür sind, dass ich über andere schlecht rede.
[39:54] Dabei heißt es in Matthäus 7, Vers 12: Alles, was ihr von euch, von den Menschen erwartet, das tut ihnen auch. Wie möchtest du behandelt werden? Wie möchtest du, dass die Leute über dich reden? Dann ist es unsere Aufgabe heute, dass wir den Anfang machen und die anderen Menschen genauso behandeln.
[40:18] Und Jesus wusste, dass da, wo viele Menschen zusammen sind, gibt es manchmal Unstimmigkeiten, Schreibereien, ist das Miteinanderleben vielleicht nicht so einfach. Und deswegen gibt er uns Ratschläge und wir wollen zwei anschauen. Der erste in Matthäus 18. Matthäus 18. Was soll ich tun, wenn mich jemand verletzt hat? Matthäus 18, und dort die Verse 15 bis 17. Matthäus 18, 15 bis 17. Wenn aber dein Bruder an dir Gesünd nicht hat, so geh hin und weise ihn zurecht unter vier Augen. Hört er auf dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Hört er aber nicht, so nimm noch ein oder zwei mit dir, damit jede Sache auf der Aussage von zwei oder drei Zeugen beruht. Hört er aber auf diese nicht, so sage es der Gemeinde. Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht, so sei er für dich wie ein Heide und ein Zöllner.
[41:25] Was sollen wir tun, wenn ein Bruder an uns Gesünd nicht hat? Wir sollen erstens direkt zu ihm gehen. Und wenn das nicht hilft, dann sollen wir zwei oder drei mitnehmen und nochmal zu ihm gehen. Und erst im dritten Schritt, wenn alles nicht hilft, sollen wir vor die Gemeinde treten. Ist es nicht so, dass wir manchmal den umgekehrten Schritt machen? Dass wir mit allen anderen darüber reden, aber mit der betroffenen Person selber nicht? Gottes Prinzip ist das direkte. Gott sagt: Geh direkt zu deinem Mitmenschen, kläre das und vergess es. Dann muss kein anderer sich damit noch beschäftigen.
[42:07] Was macht Jesus mit deinen Sünden? Was macht Jesus, wenn du ihn um Vergebung bittest? Er lässt es zwischen dir und ihm. Er vergibt sie und er denkt nicht mehr dran. Und er hängt es nicht an die große Glocke.
[42:25] Der zweite Punkt, den wir uns anschauen wollen, beinhaltet die Gedanken, die wir über andere Menschen haben sollen. Da gehen wir einfach ein paar Kapitel weiter nach vorne in die Bergpredigt. Matthäus 7. Welche Gedanken soll ich über andere Menschen haben? Matthäus 7, und dort Vers 1 und 2. Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn mit demselben Gericht, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden. Und mit demselben Maß, mit dem ihr anderen zumesst, wird euch auch zugemessen werden.
[43:04] Wir sollen andere nicht verurteilen, weder in Worten noch in Gedanken. Als Samuel den nachfolgenden König ausgewählt hat, hatte er David und alle seine Brüder vor sich. Und er hat nur das gesehen, was er von außen sehen konnte: Seine Muskeln, das Aussehen, das Auftreten. Und dann sagt Gott: Ich sehe ins Herz. Wir sehen nur das, was außen ist. Wir sehen nur die Fassade. Aber Gott sieht ins Herz. Und Gott wusste, dass David den Charakter hat, als König zu fungieren. Was kann ich über andere Menschen schon sagen, wenn ich nicht die genauen Beweggründe weiß, sondern wenn ich es nur von außen sehe? Deswegen sagt Gott: Richtet nicht, damit wir nicht gerichtet werden.
[43:57] Lügen machen Beziehungen kaputt. Lügen macht die Beziehung kaputt zu Gott. Lügen macht die Beziehung kaputt zu Mitmenschen. Und Lügen behindert die Arbeit, wie wir das bei James gesehen haben. Und das, was ich tue, das, was ich spreche, das zeigt meinen Charakter, der in mir ist. Und die Bibel gibt auch einen Hinweis darauf, was mit den falschen Zeugen passiert. Dazu gehen wir ganz nach vorne in 5. Mose. 5. Mose 19, und dort die Verse 16 bis 19. Dort beschreibt sie, was die Israeliten tun sollten, wenn falsche Zeugen ausgesagt haben. 5. Mose 19, Vers 16 bis 19. Wenn aber ein falscher Zeuge gegen jemand auftritt, um ihn einer Übertretung zu beschuldigen, so sollen die Männer, die Streit miteinander haben, vor den Herrn, vor die Priester und Richter treten, die zu jener Zeit im Amt sein werden. Und die Richter sollen es genau erforschen. Stellt es sich heraus, dass der Zeuge ein falscher Zeuge ist und gegen seinen Bruder ein falsches Zeugnis abgelegt hat, so sollte ihm das antun, was er seinem Bruder antun wollte. So sollst du das Böse aus deiner Mitte ausrotten.
[45:22] Was sollten die Israeliten mit einem falschen Zeugen tun? Sie sollten ihm das antun, was er ausgesagt hatte. Ich weiß nicht, an welche Geschichte ihr denken müsst, wenn ihr diesen Vers lest. Ich muss da an Haman und Mordechai denken. Haman wollte Mordechai zu Unrecht töten und er hat einen riesen Galgen bauen lassen. Und wer starb nachher an diesem Galgen? Es war nicht Mordechai, es war Haman.
[45:53] Wir haben uns ganz am Anfang angeschaut, wie Satan die erste Lüge auf dieser Erde getan hat. Und was war Satans Absicht mit der Lüge? Warum hat Satan gelogen? Satan wollte die Menschen vernichten. Wir haben in Johannes 8 gelesen, dass er ein Menschenmörder ist. Stellt euch das vor. Satan steht im Garten Eden vor Eva, in Form einer Schlange. Sagt ihr ins Gesicht: Keinesfalls werdet ihr sterben. Aber eigentlich hat er im Kopf: Wenn du von dieser Frucht isst, dann kann ich dich umbringen. Er hat ihr ins Gesicht gelogen.
[46:35] Und was passiert mit Satan am Ende der 1000 Jahre? Bei der zweiten Auferstehung? Schaut mit mir in Offenbarung 20, Vers 10. Und der Teufel, der sie verführt hatte, wurde in den Feuer- und Schwefelsee geworfen, wo das Tier ist und der falsche Prophet. Und sie werden gepeinigt werden, Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Die Absicht, die Satan mit der Lüge hatte, Eva zu töten, wird ganz am Ende der 1000 Jahre auf ihn selber zurückkommen. Und er wird für immer ausgerottet werden.
[47:17] Ellen White schreibt über das 9. Gebot. Sie sagt, dass die Übertretung des 9. Gebotes ist, unwahre Aussagen zu tätigen. Der Versuch, unseres Nächsten zu täuschen. Und sie sagt, dass die Absicht des Täuschens das Wesen der Unwahrheit ist. Es kann geschehen, wie wir uns das jetzt viel angeschaut haben, aber es kann auch durch einen Blick sein, durch Handbewegung oder durch Mimik. Weiter sagt sie, dass auch bewusste Übertreibungen die Übertretung dieses Gebotes sind. Anspielungen, die einen falschen oder überspielten Eindruck erwecken. Oder auch die falsche Darstellung von Tatsachen. Die Darstellung von Tatsachen, die stimmen, in einer Weise, die jemanden irreführt.
[48:17] Kommen wir nochmal auf den Lehnsessel von ganz am Anfang zurück. Es hat gestimmt, dass Ellen James einen Lehnsessel gekauft hat. Stellt euch vor, es saßen ein paar Leute zusammen, die sich darüber echauffiert haben, welche Luxusgüter die Whites sich anhäufen. Und da sitzt eine Person und sagt: Ja, genau, diese Woche hat Ellen diesen Lehnsessel gekauft. Hat sie gelogen oder nicht? Sie hat die Wahrheit gesagt, aber andere Menschen in die Irre geführt.
[48:49] Weiter sagt sie, dass die Übertretung des 9. Gebotes auch ist, wenn wir den Ruf unseres Nächsten durch Entstellung, üble Nachrede, boshafte Vermutungen beschädigen oder wenn wir die Wahrheit vertuschen, dann kann der Schaden nicht erwachsen.
[49:09] Ich glaube, wir haben gesehen, dass Worte Macht haben. Ein gesprochenes Wort kann man nicht zurückziehen. Wenn ich einen Stein in einen See werfe, dann zieht er Kreise. So ist es auch mit den Worten. Wenn wir ein Wort sprechen, dann zieht es Kreise, mal größere oder mal kleinere. Jakobus 3, und dort die Verse 1 bis 13. Werdet nicht in großer Zahl Lehrer, meine Brüder, da ihr wisst, dass wir ein strengeres Urteil empfangen werden. Denn wir alle verfehlen uns vielfach. Wenn jemand sich im Wort nicht verfehlt, dann wird er nicht verfehlt, denn wir verfehlen uns vielfach. Siehe, den Pferden legen wir die Zäume ins Maul, damit sie uns gehorchen, und so lenken wir ihren ganzen Leib. Siehe, auch die Schiffe, so groß sie sind, und so rau die Wände auch sein mögen, die sie treiben, sie werden von einem ganz kleinen Steuerruder gelenkt, und die Zunge ist ein Feuer, eine Welt der Ungerechtigkeit. So nimmt die Zunge ihren Platz ein unter ihren Gliedern, sie befleckt den ganzen Leib, und steckt den Umkreis des Lebens in Brand, und wird von der Hölle selbst in Brand gesteckt. Denn jede Art der wilden Tiere und Vögel, der Reptilien und Meerestiere, ist bezwungen worden und wird bezwungen durch die menschliche Natur. Die Zunge aber kann kein Mensch bezwingen, das unbändige Übel voll tödlichen Gifts. Mit ihr loben wir Gott den Vater, und mit ihr verfluchen wir die Menschen, die nach dem Bilde Gottes gemacht sind. Aus ein und demselben Mund gehen Loben und Fluchen hervor. Das soll nicht so sein, meine Brüder. Sprudelt auch eine Quelle aus derselben Öffnung nichts Süßes und Bitteres hervor? Ein Feigenbaum Oliven tragen? Oder ein Weinstock feigen? So kann auch eine Quelle nichts Süßes und Salziges Wasser geben. Wer ist weise und verständig unter euch, der zeige durch einen guten Wandel seine Werke in Sanftmütigkeit, die aus der Wahrheit kommt?
[51:45] Möchtest du die Liebe zur Wahrheit haben? Möchtest du vertrauenswürdig sein, weil du in der Wahrheit bist, so wie wir gesehen haben, dass Gott nur so vertrauenswürdig ist, weil er durch und durch die Wahrheit ist?
[52:05] Als ich herangewachsen bin, als Teenie, hatte ich das Vorrecht, einige wirklich gläubige Menschen um mich herum zu haben. Im Bekanntenkreis, in der Gemeinde, in der Familie. Und ich habe mir diese Leute angeschaut. Und ich habe bestimmte Sachen an ihnen beeindruckt. Zum Beispiel hat es mich beeindruckt, welche Worte sie wählen. Es hat mich beeindruckt, welche tiefe Dankbarkeit sie hatten, auch wenn es ihnen schlecht geht. Es hat mich beeindruckt, wie sie miteinander umgegangen sind, wie sie mit Problemen umgegangen sind, wie sie ihr Familienleben geführt haben und wie sie aufgetreten sind. Und dass sie das Wort Gottes lebendig gemacht haben. Und als ich vor knapp einem halben Jahr CDs für den Büchertisch bestellt habe, ich habe Kinderlieder bestellt von Margret Birkenfeld. Und ungefähr zwei Wochen später habe ich eine E-Mail gekriegt, dass sie verstorben ist, mit über 90. Und in dieser E-Mail stand: Für uns war es immer eine Freude, wenn sie in den Verlag kam. Ihre Augen strahlten Liebe aus. Sie hatte für jeden Kollegen ein freundliches Wort.
[53:25] Möchtest du dich auf die Seite der Wahrheit stellen? Möchtest du wertschätzend über andere Menschen sprechen? Möchtest du zeigen, dass Gottes Wort in deinem Leben Kraft hat? Wenn du das bejahen kannst, dann lade ich dich ein, aufzustehen. Und wir wollen gemeinsam als Antwort das Lied singen: Öffne mein Auge. Und in der dritten Strophe heißt es: Öffne den Mund mir, dass er trägt Botschaft, die du hineingelegt.
[54:01] Wir wollen beten. Vater im Himmel, du siehst uns hier stehen und wir stehen hier, weil wir bezeugen wollen, dass wir in deiner Wahrheit sein wollen. Wir wollen bezeugen, dass wir treue Zeugen für dich sein wollen, deine Wahrheit in die Welt tragen. Vater, ich möchte dich bitten, für jeden Einzelnen hier und für mich, dass du uns die Kraft gibst mit deinem Heiligen Geist, dass du uns jeden Tag daran erinnerst und dass du uns hilfst, damit niemand gegen uns ist und dass wir uns in die Wahrheit stellen dürfen und dass du uns hilfst dabei. Ich möchte dich bitten, dass du uns segnest, wenn wir in die nächste Woche gehen und dass du Stück für Stück und Tag für Tag bei uns bist und uns das bewusst ist. Und dafür danke ich dir im Namen Jesu. Amen.
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