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Diese Folge von „Die Zeit des Endes“ beleuchtet die dramatischen Ereignisse rund um den 22. Oktober 1844. Der Sprecher Christopher Kramp zeichnet detailliert nach, wie die Adventbewegung auf dieses Datum hinarbeitete, welche Hoffnungen und Enttäuschungen damit verbunden waren und wie die Bewegung trotz des Ausbleibens des erwarteten Ereignisses weiterging. Es wird die intensive Vorbereitung, die persönlichen Glaubenstests und die tiefgreifenden Lektionen für die Gläubigen beleuchtet.


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Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Die Zeit des Endes". Schön, dass ihr eingeschaltet habt. Schön, dass ihr heute hier vor Ort seid in Stuttgart-Bad Cannstatt zu der vielleicht wichtigsten Folge überhaupt. Und es braucht nicht viele Worte, um die anzukündigen. Der Titel ist einfach: 22. Oktober 1844. Wir beten und dann geht's los.

[0:25] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass wir heute Abend uns einen der wichtigsten Zeitpunkte der Adventgeschichte anschauen dürfen. Hab Dank, dass du uns die Zeit dazu gibst und hab Dank, dass wir so unglaublich kostbare Lektionen daraus lernen werden dürfen. Wir möchten dich bitten, dass du mit deinem Heiligen Geist gegenwärtig bist, dass du uns Aufmerksamkeit schenkst und dass wir verstehen dürfen, was für ein Glaubenstest auch auf uns wartet. Bitte sei du bei uns nach deiner Verheißung. Im Namen Jesu. Amen.

[0:58] Letzte Woche haben wir aufgehört mit dem Mitternachtsruf. Können wir uns erinnern, dass Samuel Snow im Juli und dann vor allem im August den Mitternachtsruf gegeben hatte und eine ganze Bewegung entstand. Matthäus 25, Vers 6 sagte: "Um Mitternacht entstand ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt!" Man hatte entdeckt, Jesus kann erst im Herbst wiederkommen, denn am 10. des siebten Monats, da ist der große Versöhnungstag. Und am großen Versöhnungstag kommt der Hohepriester aus dem Heiligtum heraus. Es hatte schon seit Mitte Juli Bewegung gegeben in verschiedenen Teilen der USA, wo Milleriten sich überzeugt waren, Jesus kommt noch dieses Jahr. Sie hatten angefangen, ihre Ernten nicht einzufahren. Und innerhalb von wenigen Tagen bricht diese Bewegung wie ein Naturereignis über das ganze Land und wird als die siebte Monatsbewegung bekannt. Dort haben wir aufgehört und hier starten wir heute Anfang September.

[1:58] Das alles passiert, während Miller und Himes weit weg sind im Westen. Dort, nachdem sie nicht weiter westlich gehen können, reisen sie zurück per Boot von McConnellsville nach Marietta. Auf dem Boot hat Miller eine interessante Unterhaltung mit vielen methodistischen Predigern. Die Jüngeren wollen ihn auslachen, aber der Ältere nimmt seine Botschaft an. Und wie im August, auch im Herbst, im September, es ist Campmeeting-Zeit. Und es gibt hier einige der wichtigsten Campmeetings überhaupt. Überall sind Leute wie Snow oder Leute, die von ihm gehört haben, dabei und verkündigen diese Botschaft.

[2:44] Einer von ihnen ist ein Anthropologe mit Namen Cook. Er sagt: "Es ist seit einiger Zeit meine Überzeugung, dass das prophetische Jahr im Herbst endet. Dies war die originale Methode der Zeitberechnung. Jesus wurde in der Mitte der Woche getötet. Damit beginnt und endet das Jahr im Herbst. Die Typologie lässt uns ebenfalls an den Herbst denken." Wir wissen, dass gemäß unserer Chronologie das jüdische Jahr 1843 nicht vor dem Frühling 1844 zu Ende ging. "Es erscheint mir sonnenklar, dass, wenn Bruder Litsch recht hat, die Prophezeiung versagt hat. Ich wundere mich sehr über Bruder Litschs Schlussfolgerung diesbezüglich." Mit anderen Worten, immer mehr erkennen, dass diese Botschaft, dass im Herbst die Prophezeiung zu Ende geht, wahr sein muss.

[3:34] Wir hatten gesehen, Litsch hatte dagegen ein bisschen argumentiert. Immer mehr erkennen das jetzt als richtig an. Dann eine weitere traurige Botschaft. Nicht nur Bruder Stockmann war gestorben, sondern auch ein gewisser Calvin French. Wenn ihr euch noch gut erinnert, das war derjenige, der neben Storrs der einzige war am Anfang, der an den wahren Zustand der Toten geglaubt hat, der dann allerdings wegen einer Ehebruchsgeschichte ausgeschlossen wurde und dann demütig räumlich zurückgekommen ist, aber nie wieder Vorträge gehalten hat. Und er war Ende August gestorben. Und dann am 4. September wird das bekannt, dass ein weiterer Adventpionier kurz vor dem Datum gestorben ist. Er war ganz fest überzeugt, dass Jesus im Herbst wiederkommen würde. Und auf seiner Begräbnisfeier wird auf seinen eigenen Wunsch aus folgendem Text gepredigt: "Denn noch eine ganz kleine Weile, dann wird der kommen, der kommen soll und wird nicht auf sich warten lassen."

[4:42] Ebenfalls am 4. September findet dort ein Campmeeting fast an der Grenze zu Kanada statt, hier in Troy. Und Bruder Hutchinson schreibt an Bliss am 4. September: "Ich komme gerade vom Dartmouth Campmeeting." Das ist da, wo er selbst gepredigt hat, nicht mehr richtig predigen konnte und Bates aufgestanden war und gesagt hat: "Ich sage dir, was die Wahrheit ist." Vielleicht könnt ihr euch erinnern, letzte Woche. Er sagt: "Es war eine erfrischende Zeit, ein himmlischer Einfluss war zu spüren. Die Brüder sind alle bezüglich der Zeit erwacht. Die jungen Frauen lassen ihre Lampen leuchten. Ehre sei Gott, der königliche Bräutigam wird bald erscheinen. Ich schaue voller Zuversicht nach unserem herrlichen König aus. Ich hoffe, es wird im siebten Monat sein, wenn nicht davor."

[5:32] Und ganz interessant, noch jemand, der am 4. September etwas schreibt. Weston, derjenige, der auch erkannt hat, dass die Adventisten die Gemeinde Philadelphia sind. Er sagt: "Und sie sagen, es gibt viele Prediger, die wunderbar gesegnet worden sind in den vergangenen Jahren und die noch immer dasselbe Evangelium predigen und Sünder zu Christus ziehen möchten. Es kann doch nicht notwendig sein, dass diese den alten Weg verlassen und jetzt die Wiederkunft predigen, um jetzt gerettet zu werden?" Da gibt es einige Leute, die sagen: "Ist es wirklich heilsnotwendig, Adventist zu werden? Es reicht doch aus, wenn man das Evangelium glaubt, oder?" Und er sagt: "Nein, nein, nein." Und es gibt einige Adventisten, die den ersten Ruf aus Offenbarung 14 gegeben haben, sich aber weigern, den zweiten und dritten zu geben. Also die waren auf die erste Botschaft schon ganz begeistert, aber als es dann hieß: "Raus aus Babylon", wollten sie nicht unbedingt. Ich glaube, er hat selbst noch keine Ahnung, was die dritte Botschaft wirklich bedeutet, aber er weiß schon mal, da gibt es eine dritte.

[6:26] Und wie wir schon gesehen haben, gab es die ersten, die den Sabbat gehalten haben. Wir haben die Geschichte ausführlich betrachtet und wir haben letztes Mal auch gesehen, dass mit Tim Prebble der erste einflussreiche Prediger den Sabbat gehalten hat. Und das hat dazu geführt, dass dieses Thema langsam beginnt, jetzt aufzukochen im Herbst. Am 5. September finden wir zum ersten Mal eine Zeitschrift, den "Midnight Cry", der sagt: "Es gibt so viel Unruhe in einigen Teilen der USA, der Adventisten, über diese Frage Sabbat, Sonntag, dass man sich der ganzen Sache mal annimmt." Und man sagt: "Naja, unwichtig, ob jetzt Sabbat oder Sonntag, jeder soll das tun, was er für richtig hält, ist nicht von großer Bedeutung, Jesus kommt bald wieder." Und damit versucht man es erstmal so in die Ecke zu stellen. Mal sehen, ob das geklappt hat.

[7:13] James White, der junge 23-jährige Prediger, ist hier in Litchfield unterwegs, bei einem Campmeeting und auch dort wird der siebte Monat gepredigt und es breitet sich aus wie ein Steppenbrand. Noch immer wissen Himes und Miller nicht richtig davon, kommen aber jetzt langsam Richtung Osten zurück, Anfang September. Hier geht es nach Harrisburg in Pennsylvania, dort predigen sie auch mit gutem Erfolg, aber die Aufmerksamkeit der Leute ist mehr auf Politik gerichtet, denn zur Zeit findet gerade die US-Präsidentschaftswahl statt und manche Leute interessieren sich mehr für Präsidenten, statt für den König der Könige, der kommen soll.

[7:53] Und da haben wir noch ein Campmeeting hier am 9. September. Ihr seht, es geht Schlag auf Schlag, fast Tag auf Tag, hier in Derry in New Hampshire. Und an diesem Campmeeting nahm ein berühmter Poet teil, der selbst kein Millerit war, der allerdings mal beschreiben wollte, wie das so ist. Und er gibt eine lange Beschreibung über das Äußere, wie da die Zelten im Wald und findet ganz poetische Sprache. Aber interessant ist, was er hier sagt: "Hier waren nüchterne, intelligente Männer, freundliche und fromme Frauen, die wirklich glaubten, das Ende stehe kurz bevor und die ihre Arbeitsplätze, Läden und Haushaltspflichten verlassen hatten, um, wenn möglich, eine sorglose und ungläubige Generation auf den Tag des Herrn und das gesegnete Millennium vorzubereiten." Soweit der Poet Whittier, der das sagt. Also das waren keine Fanatiker, das waren nüchterne, intelligente Männer, die gesagt haben: "Jesus kommt wieder, wir können uns nicht länger mit dem normalen Leben aufhalten."

[8:56] Sogar außerhalb der Grenzen der zivilisierten USA, wie hier in Wisconsin, irgendwo in der Prärie, gibt es Adventisten, die schreiben: "Wir haben davon erfahren, wir sind mit euch, auch wenn da kein Prediger hinkommt." Und Campmeetings, soweit das Auge reicht. Und hier eins in Champlain, ebenfalls am 9. September.

[9:25] Und dann passiert etwas Erstaunliches. Ebenfalls in dieser Zeit, an diesem Ort, in Polen, in Maine, hat ein 26-jähriger junger Mann, den seht ihr hier, allerdings ist er natürlich deutlich später. Ein junger Mann, der ist hier deutlich älter als 26, aber es ist das einzige Bild, das wir von ihm haben. Sein Name ist Hazen Voss. Schon mal gehört? Hazen Voss ist völlig unbekannt zu der Zeit, aber er bekommt in dieser Zeit eine Vision. Denn Gott weiß, diese Bewegung ist auf dem allerbesten Weg, in eine gewaltige Enttäuschung zu laufen. Und so bekommt dieser 26-jährige junge Mann eine Vision. Und dort sieht er drei Plattformen. Er sieht eine erste Plattform. Und alle, die auf diese erste Plattform kommen, freuen sich. Aber es gibt eine zweite Plattform, einen zweiten Schritt. Und nicht alle gehen auf den zweiten Schritt, auf die zweite Plattform. Einige bleiben zurück, und das sind dann die, die abfallen. Und immer noch viele schaffen noch die zweite Plattform. Aber dann gibt es immer noch eine dritte Plattform, einen dritten Schritt zu gehen. Und nur wenige gehen diesen dritten Schritt. Hat jemand eine Ahnung, wovon das sprechen könnte? Es gibt drei Schritte. Viele gehen den ersten, noch manche den zweiten, aber nur wenige den dritten. Da gibt es drei Botschaften. Die erste Botschaft, die von Miller und von Halsted. Die zweite kommt: "Raus aus Babylon." Aber da gibt es noch eine dritte Botschaft. Und Gott möchte deutlich machen: "Hey, es bleibt nicht nur bei der ersten, bei der zweiten. Da kommt noch eine dritte Botschaft."

[11:13] Diese Vision hatte jemand anders schon vorher gehabt. Wir hatten ja von William Foy gehört, diesem Schwarzen, der in 1842 bereits zwei Visionen gehabt hat vom Untersuchungsgericht und dann ein bisschen gepredigt hat und wieder aufgehört hat und hier und dort das verbreitet hat. Allerdings nie wirklich bekannt geworden ist, weil die Adventisten an sich keine wirkliche Lust auf Propheten hatten. Und dieser William Foy hatte schon damals 1843 so eine Vision gehabt, ganz ähnlich, aber hat sie auch nicht verstanden. Weil, was soll das bedeuten, wenn Jesus in ein paar Wochen wiederkommt? Was soll dieser dritte Schritt? Und so versteht Hazen Forster es auch nicht so wirklich und sagt erstmal niemandem davon. Keinem einzigen. Naja.

[11:56] In der Zwischenzeit wird auch die zweite Engelsbotschaft, wie gesagt, mit Vollmacht gepredigt. Leute wie Marsh, wie Snow, wie Storrs. Posaune ist aus allen Rohren gefallen. "Gefallen ist Babylon, die große Stadt und so weiter und so fort." Es gibt jemanden, der noch immer gegen den siebten Monat antretet. Und das ist Josiah Litch. Er sagt: "Und nun, Bruder Bliss, wenn du mir zeigen kannst, wie der Menschensohn in den Wolken des Himmels kommen kann, bevor das vierte Tier vernichtet ist, wenn Daniel 7 korrekt ist, dann zeig es mir bitte." Hat er recht? Der hat durchaus recht. Der hat beobachtet, wie kann Jesus wiederkommen, solange Rom noch existiert. Ja. Das Wort des Zerren in dieser Vision hat sich bisher genauestens erfüllt. Wird es jetzt versagen? Ich glaube nicht. Ich hoffe, unsere Brüder halten inne und lernen Weisheit von der Vergangenheit, bevor sie sich zu stark auf den siebten Monat einschießen.

[12:49] Und hier sieht man wieder, wie schön sie aneinander vorbeigeredet haben. Litsch hat recht und sagt: "Jesus kommt erst wieder, wenn Rom zerstört ist." Aber er hatte Unrecht, indem er sagt, der siebte Monat ist unwichtig. Natürlich hat er Unrecht, denn der siebte Monat war extrem wichtig. Gott wollte alle Augen auf diesen siebten Monat richten, aber nicht wegen der Wiederkunft. Gar nicht so einfach, das alles auseinanderzuhalten. Naja.

[13:14] Am 11. September. Weitere Camp-Meetings hier in New Hampshire und hier in Maine, in Orington. Da haben wir den Platz hier in Orington. Und einer der Sprecher am ersten Abend ist James White höchstpersönlich. Und auch dort gibt es erstmal so eine gedrückte Stimmung, wie damals in Exeter. Und die Gläubigen dort in Abgelegen hat noch nichts vom siebten Monat gehört. Es gibt sogar ein paar Fanatiker. Und James White hält eine Predigt und das ganze Camp ist wie gefesselt. Und er schreibt dann später am Ende des Camp-Meetings: "Die Verabschiedung war feierlich. Es war das letzte Camp-Meeting, das die Geschwister an diesen sterblichen Ufern besuchen würden, dort in der Gegend. Und als Bruder dem Bruder die Hand schüttelte, wies jeder den anderen auf die große Versammlung an den unsterblichen Ufern des neuen Jerusalems hin." Tränen flossen reichlich und starke Männer weinten laut. Wie muss das gewesen sein, dort in diesen Wäldern unter Sonnenschein, mit diesen Liedern und dieser Emotion, dem Wissen, der Annahme: Jesus kommt in ein paar Wochen.

[14:25] Miller schreibt an Bliss am 11. September, dass alle Kirchen sehr zerstritten sind. Und Miller ist der Überzeugung, wenn Jesus wirklich jetzt demnächst irgendwann wiederkommt, obwohl er ja noch nicht an den siebten Monat glaubt, werden nur sehr, sehr wenige gerettet werden. Soviel ist ihm mittlerweile klar. Er geht weiter mit Himes nach Middletown.

[14:49] Und am 13. September, Verzeihung, am 12. September, eine Woche später, nachdem schon einmal im "Midnight Cry" das Sabbat-Thema aufgekommen war, kommt es wieder auf. Das heißt, das Thema ist so wichtig, dass man sich ein zweites Mal mit dem Sabbat-Thema beschäftigt. Und jetzt steht sogar in dieser adventistischen Zeitschrift: "Wenn es einen Tag gibt, den man wirklich halten müsste, wenn es darauf ankommen würde, dann müssten wir eigentlich den Samstag halten und nicht den Sonntag." Aber dass egal ist, müssen wir uns nicht damit beschäftigen. Also man ist schon an dem Punkt, dass man sagt: "Okay, wenn man jetzt nicht entscheiden müsste, dann wahrscheinlich eher doch Samstag." Aber egal, ist jetzt sowieso nicht so wichtig. Wir haben was anderes zu tun. Und so sieht man, wie diese Diskussion nicht so richtig in den Mittelpunkt rücken kann.

[15:37] Himes und Miller gehen weiter Richtung Osten. Bald werden sie wieder dort in Neuengland angekommen sein, in Philadelphia. Predigen sie zu riesigen Volksmengen am 14. und 15. September. Am 16. reist dann Himes nach Boston zurück, während Miller in Philadelphia bleibt. Und es ist genau die Zeit, wo diese siebte Monatsbewegung wirklich jeden Ort der USA erreicht. Und Himes kommt damit sehr schnell jetzt persönlich in Kontakt.

[16:06] Campmeeting hier am 17. September in Danbury. Und nur eins von vielen.

[16:16] Und hier ein Kommentar von Alan Harmon aus der Zeit: "An jeder Augenblick schien mir von äußerster Wichtigkeit zu sein. Ich fühlte, dass das, was wir taten, für die Ewigkeit getan sei und dass die Sorglosen und die Nichtinteressierten sich in der größten Gefahr befänden. Mein Glaube war ungetrübt und ich eignete mir die köstlichen Verheißungen Jesu an. Er hatte zu seinen Jüngern gesagt: Bittet, so werdet ihr nehmen. Ich glaubte fest, dass alles, was ich in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes erbat, mir sicherlich gegeben werden würde. Ich sank in Demut zu den Füßen Jesu nieder mit einem Herzen, das sich in Harmonie mit seinem Willen befand. Ich machte oft bei Familien Besuche, also ging von Haus zu Haus und betete ernstlich mit denen, die von Furcht und Verzagtheit berührt waren. Mein Glaube war so stark, dass ich keinen Augenblick zweifelte, dass Gott meine Gebete erhören werde. Ohne eine einzige Ausnahme kam der Segen und der Friede Jesu in Erhörung unseres demütigen Flehens auf uns herab und die Herzen der Verzweifelten wurden durch Licht und Hoffnung mit Freude erfüllt. Unter fleißigem Erforschen unserer Herzen und demütigen Bekenntnissen kamen wir betenden Geistes zur Zeit der Erwartung. Jeden Morgen fühlten wir, dass es unsere erste Pflicht sei, uns davon zu überzeugen, dass unser Leben recht vor Gott stehe." Wäre das nicht auch so, wenn du glauben würdest, dass in vier Wochen, in fünf Wochen Jesus wiederkommt? Wir erkannten, dass, wenn wir nicht in der Heiligkeit Fortschritte machten, wir sicher zurückgehen würden. Unser gegenseitiges Interesse füreinander wuchs. Wir beteten viel mit und füreinander. Wir versammelten uns in den Obstgärten und Heinen, um mit Gott zu verkehren und uns zu bitten, vor ihm darzubringen und fühlten uns ihm näher, wenn wir von seinen Naturwerken umgeben waren. Die Freuden des Heils waren uns von notwendiger als unsere Speise und unser Trank. Wenn Wolken unser Inneres verdunkelten, so wagten wir es nicht zu ruhen oder zu schlafen, bis sie von dem Bewusstsein unserer Annahme bei dem Herrn verscheucht waren."

[18:05] Am 18. September hört sich das Ganze schon auch in den offiziellen Zeitungen ganz anders an bezüglich des siebten Monats. "Es gibt Umstände, die es verdient haben, beachtet zu werden und die die Aufmerksamkeit einiger Brüder und Schwestern auf den zehnten Tag des siebten Monats gelenkt haben, der Tag der großen jährlichen Versöhnung und des Blasens der Jubeljahrposaune. Und nach gründlicher Untersuchung aller Fakten müssen wir sagen, dass, wenn es einen bestimmten Tag gibt als Zeitpunkt der Wiederkunft, dann sollten wir am besten auf diesen schauen." Gegen Ende, Mitte, Ende September fängt diese Botschaft jetzt an, auch die leitenden Brüder zu erfassen. Aber langsam.

[18:41] Heims schreibt in derselben Zeitschrift: "Und obwohl wir nicht alle darin übereinstimmen, was genau Babylon ist, sind wir einig, uns sofort und endgültig von allen zu trennen, die die nahe Wiederkunft bekämpfen. Wir glauben, es ist eine Sache auf Leben und Tod. Raus aus den Kirchen. Wir sagen deshalb allen, die in irgendeiner Weise im Joch der Knechtschaft sind..." und dann zitiert er zweite Korinther, Vers 17, 18 heißt es: "Geht aus ihr hinaus und rührt das Unreine nicht an."

[19:12] Heims plant weiterhin, er selbst noch nicht überzeugt vom siebten Monat, weiterhin immer noch nach England zu gehen mit seinem guten Freund Litsch. Er sagt: "Dies ist kein neuer Schritt. Die letzten drei Jahre lag dies mit einem großen Gewicht der Verantwortung auf uns, und zweimal hatten wir geplant zu gehen, wurden aber von unseren Freunden zurückgehalten, die fühlten, wir würden zu Hause gebraucht. Und nachdem wir nun das dritte Mal Pläne gelegt haben, sind die besonderen Umstände und die Einbände unserer Freunde stärker als je." Also die sagen: "Bleib hier, wir brauchen dich hier." "Nur mit einiger Schwierigkeit habe ich diesen Überlegungen widerstanden. Und nun, nach viel Gebet und Überlegung, wage ich es nicht, meine Absicht zu verändern. Ich kann keine Sympathie von denen erwarten, die eine andere Absicht haben. Noch kann ich logischerweise Hilfe von den lieben Geschwistern erwarten, die starken Glauben an den siebten Monat haben." Heims sagt: "Ich weiß, da gibt es jetzt viele von euch, die glauben, Jesus kommt im Oktober wieder. Ich glaube es nicht, ich gehe noch nach England. Und ich erwarte nicht, dass ihr mich sponsert, ich erwarte nicht, dass ihr mir Geld gebt. Ich weiß, ihr habt kein Glauben an das, was ich tue. Aber ich mache es trotzdem, ich bin davon überzeugt. Ich bitte nicht darum, was nicht aus Glauben ist, ist Sünde. Wir müssen alle so handeln, wie wir es vor dem großen Richter, der vor der Tür steht, verantworten können."

[20:27] Heims sagt am 20. September: "Ich weiß, ihr glaubt an den siebten Monat, ich gehe trotzdem nach England. Ich habe bisher meine Pflicht in diesem Land getan. Ich fühle eine Verpflichtung für die alte Welt. Und wenn es noch Zeit gibt, es zu tun, hoffe ich, Gnade zu erhalten, diese zu erfüllen." Die Geschwister rufen um Hilfe in England. Und die Massen rufen nach Licht. Und wir müssen unsere Pflicht tun.

[20:54] Wow. Am 22. treffen sich nochmal Miller und Heims in New York für eine Konferenz. Aber dann geht Heims zurück nach Boston, um seine Europareise vorzubereiten, während Miller sich nach Hause orientiert.

[21:09] Am 23. September gibt es ein wichtiges Campmeeting hier unten in Pawtucket. Dort treffen einige der wichtigsten adventistischen Leiter auf die siebte Monatsbewegung. Konfrontativ. Und sie versuchen das Ganze einzudämmen und sagen: "Das ist nicht ganz so sicher und lasst uns das nicht zu deutlich machen und vielleicht passiert es ja doch nicht." Und sie versuchen alle Gegenargumente dagegen zu finden. Und so ist dieses Campmeeting durchaus interessant. Aber so richtig schaffen sie es nicht. Das war eine unwiderstehliche Kraft in dieser Bewegung, die sich keiner erklären kann. Hier ist dieser Ort in Pawtucket. Und trotz allem versuchten Widerstand von Seiten der Leiter, wird es immer nur rasanter und immer schneller. Snow und Storrs sind diejenigen, die vorneweg in dieser Bewegung sind. Aber eigentlich ist es wirklich der Heilige Geist, der das bewirkt.

[22:03] 24. September Campmeeting in Worcester. Und am 25. September sagt Heims noch einmal öffentlich: "Wir gehen nach England." Trotz all dem, was ihr sonst macht, wir gehen nach England. Und am gleichen Tag wird in Louisville in Kentucky das große Zelt noch einmal aufgebaut.

[22:23] Und der "Advent Herald" bringt aber jetzt immer mehr Stoff über diesen siebten Monat. Hier habt ihr den zehnten Tag des siebten Monats und der zehnte Tag des siebten Monats. Verschiedene Artikel. Man will versuchen, das noch besser zu verstehen. Warum glauben Snow und Storrs das? Und sie haben Zeit und Gelegenheit, jetzt all die langen Artikel zu schreiben. Und die Frage ist vor allem: Wann ist denn der zehnte des siebten Monats genau? Könnt ihr das hier sehen? Hier gibt es eine Liste: Neujahrstag, Passa, Pfingsten und the Day of Atonement. Der große Versöhnungstag. Und was ist das Datum bisher? Oktober 22. Es gibt eigentlich zwei Daten. Denn es gibt ja die frühe Variante der Rabbiner und es gibt die späte Variante der Karäer, die eigentlich biblische. Aber wenn am 25. September die Zeitschrift rauskommt, ist klar, der große Versöhnungstag kann ja nicht am 23. gewesen sein, sondern muss am 22. Oktober sein. Und so weiß man jetzt definitiv: Wenn wir an den zehnten siebten glauben, dann muss es der 22. Oktober sein. Und das ist von diesem Zeitpunkt an nicht mal mehr ein Monat.

[23:32] Aber noch gibt es Zweifel. Hier Edmund Harold, 25. September: "Dass das Gesetz in seinen typologischen und zeremoniellen Teilen vollständig und für immer abgeschafft ist, erscheint überzeugend. Anstatt des ursprünglichen Sabbats, Achtung, haben wir den Tag des Herrn. Statt der Beschneidung die Taufe, statt dem Passa das Abendmahl. Aber dass die alten typologischen Institutionen zu uns in strikter chronologischer Ordnung sprechen, erscheint sehr zweifelhaft." Also können wir wirklich einen Zeitplan machen, Daten setzen aufgrund dieser Typologien?

[24:01] Und eine der schlimmsten Aussagen dieser Zeit, natürlich ohne Absicht, ist diese hier, weil die schließt so richtig die Tür des Verständnisses. "Das Ziel von Paulus, also von Christus, als uns zum Hohepriester war, sprach, war nicht zu beweisen, dass er der Typus erfüllte, weder in der Art und Weise, noch in der Zeit seiner Ankunft." Das heißt, mit anderen Worten: Wenn Paulus spricht, Jesus unser Hohepriester, meint das nicht, dass er wirklich Hohepriester ist. Und das war natürlich, da haben sich selbst dann beeingestellt einige von ihnen.

[24:30] Am 30. September ist Miller völlig erschöpft und am Ende in seinem Haus, in seiner Farm in Lowden angekommen. Er schreibt: "Bin erneut zu Hause, erschöpft von der Anstrengung meiner Reise und mit so großen körperlichen Beschwerden, dass ich dabei bin zu Schlussfolgern, dass ich nie wieder in der Lage sein werde, wie zuvor im Weinberg zu arbeiten." Er hat alles gegeben, eigentlich mehr als alles, war schon zweimal fast tot. Und es ist einfach nichts mehr in ihm drin. Aber Miller, der sowieso keine führende Rolle in dieser siebten Monatsbewegung gehabt hat, eigentlich gar keine Rolle gespielt hat, muss auch nicht mehr arbeiten. Es gibt andere Leute, die der Herr erweckt hat und die zu tausenden diese Botschaft weitertragen.

[25:16] Tja, noch ein Campmeeting. 1. Oktober in Pittsfield. Matthäus 25, Vers 7 sagte: "Erwachten all jene Jungfrauen und machten ihre Lampen bereit."

[25:29] Die Leiter der Adventisten stehen dieser Bewegung machtlos gegenüber. Sie können es sich nicht erklären. Keiner kann es verstehen. Aber überall gibt es reine Harmonie, eine fast himmlische Atmosphäre und einen so festen Glauben, wie es ihn vorher noch niemals gegeben hat. Und das führt dazu, dass am 1. Oktober sowohl Heims als auch Bliss sich zum 10.7. bekennen und sagen: "Jetzt sehen wir es auch." Die Bewegung kommt von oben, vom Heiligen Geist. Er fasst dann die Glieder und reißt quasi im letzten Moment noch die Leiter mit.

[26:08] Auch Apollosel schließt sich dem an, entschuldigt sich für seine Kritik, sagt, das lag an seinem Stolz. Er konnte nicht verstehen, dass Gott einfache Männer und Frauen gebraucht und nicht die bisherigen Leiter. Und so entschuldigen sich und sagen: "Ja, wir sehen unseren Stolz. Wir sehen, dass wir hier das behindert haben. Es tut uns leid, wir stehen jetzt dazu, voll und ganz."

[26:28] Noch ein Campmeeting. Und dann kündigt Heims einen Tag später an. Er möchte jetzt von diesem Tag an jeden Tag eine Zeitschrift rausbringen, solange bis der Herr in 20 Tagen kommt. Jeden Tag soll es Veranstaltungen geben in Boston, um den allerletzten, allerletzten Ruf herauszubringen.

[26:54] 2. Oktober schreibt er jetzt: "Achtung. Aufgrund der ernsten Bitten und dem Rat der Geschwister und Freunde der Adventssache und den notwendigen Arbeiten in dieser feierlichen Krise haben wir beschlossen, nicht wie geplant nach England zu gehen." Er muss sich beugen. Gott ist einfach zu groß. "Die kürzliche Bewegung unter den Adventgeschwistern bezüglich der Zeit und das große Werk, das Gott für sein Volk tut, sind sicherlich Hinweise auf das Nahekommen des herrlichen Bräutigams. Ich bin mehr denn je überzeugt, dass die Wiederkunft Christi vor der Tür steht und dass es unsere Hauptaufgabe ist, uns völlig auf das Gericht vorzubereiten." England Pläne ab in die Schublade.

[27:33] Am 2. Oktober heißt es hier: "Wir veröffentlichen diese Woche den Artikel von Bruder Snow über den siebten Monat in Gänze und dazu ein Brief von Schwester C. Stowe aus Hillsborough über dasselbe Thema." Also nicht nur die Männer, auch die Frauen haben das erkannt. "Wir haben die Nummer 18 des 'Bibel Examiner' von Bruder Storrs erhalten, in denen seine Ansichten über die Zeit enthalten sind. Er hat sich völlig auf den zehnten Tag des siebten Monats festgelegt. Nächste Woche, so der Herr will, werden wir es vollständig abdrucken. Möge der Herr uns alle in dieser aufregenden Krise richtig führen."

[28:03] Man merkt plötzlich, da brodelt ein Vulkan. Gleichzeitig, wir haben in den letzten beiden Ausgaben einige Schwierigkeiten aufgezeigt, die einem begegnen, wenn man den Tag der Wiederkunft mit der Typologie zeigen möchte. Aber jetzt, diese Woche, geben wir das Gesamtargument von Bruder Snow zugunsten der definitiven Zeit. "Die ganze Frage sollte ernsthaft und unter Gebet studiert werden, dass wir bereit sind für das Ereignis, wenn es kommt." Und während es viele Beweise gibt, die sich um diesen Tag scharen, noch ist es somit ein Fragezeichen.

[28:32] Storrs schreibt am 3. Oktober: "Ich nehme meine Feder mit Gefühlen, wie ich sie noch nie zuvor erlebt habe. Ohne Zweifel wird der zehnte Tag des siebten Monats die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus in den Wolken des Himmels bringen. Wir stehen wenige Tage vor diesem Ereignis. Ein schrecklicher Moment für die, die unvorbereitet sind, doch herrlich für jene, die bereit sind. Ich glaube, dies ist der letzte Aufruf, den ich durch die Presse machen werde. Mein Herz ist voll. Vor meinem Auge sehe ich den Gottlosen und Sünder verschwinden und ich denke jetzt an den bekennenden Gläubigen, an die nahe Wiederkunft. Aber was soll ich ihnen sagen? Wir, wir haben alle was? Geschlafen, sowohl die Weisen und die Törichten. Aber so hat es uns unser Erlöser vorhergesagt und die Schrift ist erfüllt. Es ist die letzte Prophezeiung, die sich auf die Ereignisse vor der persönlichen Ankunft unseres Herrn bezieht. Nun kommt der wahre Mitternachtsruf. Der vorhergehende war lediglich der Alarm, also das, was 40, 41, 42, 43 passiert ist. Jetzt der Schall der Wahrheit. Und oh, wie feierlich diese Stunde. Die jungen Frauen haben geschlafen, ja alle von uns, geschlafen bezüglich der Zeit."

[29:41] Also wenn etwas deutlich wird im September und im Oktober 1844, es geht um die Zeit, es geht um die Zeit, es geht um das Datum, 22. Oktober 1844. Es geht immer nur um die Zeit, weil Gott möchte dieses Datum tief, tief, tief in die Menschheit einprägen. Das ist der Punkt. Einige haben zwar den siebten Monat gepredigt, aber mit Zweifel, ob es sich in diesem Jahr oder im anderen Jahr erfüllt. Und dieser Zweifel ist jetzt von meinem Sinn verschwunden. "Siehe, der Bräutigam kommt. Dieses Jahr geht ihm entgegen. Und wir sind mit den nominalen Kirchen und allen Gottlosen fertig. Außer dieser Ruf bewegt sich noch." Also man hat gar nicht mehr das Ziel, jetzt die da draußen zu retten. Unsere Aufgabe ist es nun, die Jungfrauen aufzuwecken. Wo befinden wir uns jetzt? Und so weiter und so fort.

[30:26] "Wenn die Vision sich verzögert, warte darauf." Ist das nicht unsere Antwort seit letztem März und April? Ja. Was passierte, als der Bräutigam auf sich warten ließ? Die Jungfrauen haben alle geschlafen. Ist das nicht wahr? Die Worte Christi haben nicht versagt. Und die Schrift kann auch nicht gebrochen werden. Und es bringt gar nichts vorzugeben, dass wir wach geblieben wären. Wir haben geschlafen. Nicht bezüglich des Faktes, dass Christus kommt, sondern bezüglich der Zeit. Wir kamen in die Verzögerungszeit. Wir wussten nicht, wie lange es sich verzögern würde. Und deswegen haben wir geschlafen. Und so weiter und so fort.

[30:59] Und es ist Heims, der die Geschwister ermutigt, alles aufzugeben. Der die Geschwister ermutigt, ihre Läden zu schließen. Ihre Ernten nicht mehr einzufahren. Viele gehen freiwillig in den Verkündigungsdienst, um noch vielleicht ein paar Tage, vielleicht eine Woche, zwei Wochen, noch das zu tun, was getan werden kann.

[31:26] Es heißt hier: "Das Werk beruhte nicht auf der Weisheit und Gelehrsamkeit der Menschen, sondern auf Gottes Macht. Nicht die Begabtesten, sondern die Demütigsten und Ergebensten waren die Ersten, die den Ruf hörten und ihm gehorchten. Bauern ließen ihre Ernte auf dem Felde stehen. Handwerker legten ihre Werkzeuge nieder und gingen mit Tränen und Freuden hinaus, um die Warnungsbotschaft zu verkündigen. Die früheren Leiter gehörten zu den Letzten, die sich an dieser Bewegung beteiligten. Die Kirchen verschlossen im Allgemeinen ihre Türen vor dieser Botschaft. Und viele Menschen, die sie annahmen, trennten sich von ihrer Kirche. Nach Gottes Ratschluss verband sich diese Verkündigung mit der zweiten Engelsbotschaft und gab dem Werk besondere Kraft."

[32:03] So große Kraft, dass sie bis nach Lowden kommt, wo William Miller ist. Am 6. Oktober schreibt er: "Lieber Bruder Heims, ich sehe eine Herrlichkeit im siebten Monat, die ich niemals zuvor sah. Obwohl mir der Herr vor anderthalb Jahren die typologische Bedeutung des siebten Monats gezeigt hatte, war mir die Kraft der Typologie nicht bewusst. Nun, gesegnet sei der Name des Herrn, sehe ich eine Schönheit, eine Harmonie und eine Übereinstimmung der Schriftstellen, die ich lange gebetet habe, aber bis heute nicht gesehen hatte. Dank dem Herrn um meine Seele. Bruder Snow, Bruder Storrs und andere sollen gesegnet sein, dass sie die Instrumente waren, mir die Augen zu öffnen. Ich bin fast zu Hause. Herrlichkeit, Herrlichkeit, Herrlichkeit."

[32:53] 6. Oktober. Miller bekennt sich zum siebten Monat. Da haben wir den späteren Abdruck eine Woche später. Hier, da habt ihr das. Bruder Snow und Bruder Storrs und so weiter und so fort.

[33:08] 7. Oktober. 15 Tage noch. Campmeeting in Southbridge. Eines der letzten überhaupt in diesem Jahr 1844. Im ersten Jahr, 1842, hat es 31 Campmeetings gegeben. Im zweiten Jahr, 1843, hatte es 40 Campmeetings gegeben. Und dieses Jahr, trotz Verzögerungszeit, trotz Enttäuschung, 52. Davon die allermeisten in einem kurzen Zeitraum, zwischen Ende Juni und Anfang Oktober. 52 Campmeetings. Und bei allen etliche tausende Leute unterwegs.

[33:45] Campmeeting, 8., 9. Oktober hier in Rye, am Ufer des Atlantiks. Und am 9. Oktober hat der "Advent Herald", die offizielle Zeitschrift der Adventbewegung, jeglichen Widerstand aufgegeben. Jetzt wird nur noch siebter Monat gepredigt. Es ist doch allerhöchste Zeit. Das ist die vorletzte Ausgabe vor dem 22. Oktober. "Der zehnte Tag des siebten Monats kann nicht weiter sein als der 22. oder 23. Oktober." Einer schreibt sogar: "Es könnte schon früher sein. Wegen der Sprache denke ich, dass die Stunde der Wiederkunft am Abend des zehnten Tages sein wird. So wird Gott vielleicht unseren Glauben bis zum letzten Moment testen. Und wer aushält bis zum Ende, wird gerettet werden."

[34:34] Und hier, da gehen wir direkt hier rein. "Der gegenwärtige starke Ruf bezüglich der Zeit begann Mitte Juli und hat sich mit großer Schnelligkeit und Kraft ausgebreitet und wird von einer Demonstration des Geistes begleitet, wie sie nicht zu beobachten war, als der Ruf 1843 war." Was sie am Ende überzeugt, ist, dass diese Bewegung so ganz anders ist als das, was man 1840, 1841, 1842, 1843 beobachtet hat. Noch viel intensiver, noch viel geistlicher. Es ist nun buchstäblich: "Geht ihm entgegen." Es gibt ein Verlassen von allem, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Wo dieser Ruf das Herz erreicht, verlassen Farmer ihre Höfe mit stehender Ernte, um hinauszugehen und die Warnungen zu verkündigen. Das schreiben die am 9., die sehen es vor ihren eigenen Augen. Es gibt starkes Weinen und eine Übergabe von allem an Gott, wie ich sie noch nie gesehen habe. Es gibt ein Vertrauen in diese Wahrheit, wie es beim vorherigen Ruf nicht gefühlt wurde."

[35:24] Storrs schreibt das am 9. Oktober: "Mit dieser gegenwärtigen Wahrheit möchte ich durch die Gnade alles wagen. Ich bin nun überzeugt, dass, wenn jemand sein Leben zu retten sucht, wo dieser Ruf klar erschallt ist, indem er sagt: 'Und wenn es nicht kommt, wird sein Leben verlieren.' Wir haben uns geschmeichelt, wir würden in das Königreich hineinkommen, ohne einen solchen Glaubenstest. Aber ich bin mir sicher, es ist nicht so. Diese letzte Wahrheit bringt einen solchen Test. Schau nicht zurück. Gedenkt an Lots Frau."

[35:55] Storrs realisiert, es wird ein Glaubenstest. Und er hat keine Ahnung, wie wahr er das spricht. Er hat keine Ahnung, wie sehr der Heilige Geist durch ihn spricht. Es ist so wie die Jünger, die predigen, der Messias kommt, und sie haben keine Ahnung, was sie da predigen.

[36:08] Wir haben die gegenwärtige Ausgabe von der regulären Zeit herausgebracht. Wir haben die gegenwärtige Ausgabe, 9. Oktober, vor der regulären Zeit herausgebracht, um die Beweise des schnellen Kommens des Bräutigams unseren Lesern zum frühestmöglichen Datum zu präsentieren. "Alle sollten dies lesen, bedenken und sich vorbereiten. Denn siehe, der Bräutigam kommt." Wir werden eine große Anzahl an Extrakopien produzieren, die in diesem Büro ohne Geld und ohne Preis zu bekommen sind. Wer braucht jetzt noch Abonnenten? Wer braucht jetzt noch Preis? Wenn das Virus in 13 Tagen wiederkommt, dann kann man nur noch eine Sache tun. Man kann die Druckerpresse Tag und Nacht laufen lassen. Das machen sie. Und sie drucken so viel sie drucken können. Sie drucken nicht mal Extramagazine, sie drucken nur noch diese "Advent Herald", immer die gleiche Ausgabe, keine neuen Artikel, immer nur dieselben Artikel, bis wirklich die Druckerpressen wundlaufen und heißlaufen. Und alles wird umsonst in den Straßen verteilt. "Geht aus, jemand gegen." Hast du diesen erstaunlichen Ruf gehört, diesen letzten Mitternachtsruf, der so plötzlich die Jungfrauen aufgeweckt hat, die zuvor während der Verzögerung der Vision geschlafen haben? Hast du ihn gehört, während er auf Flügeln des Windes in jede Richtung des Landes gegangen ist? Wenn nicht, ist es dann nicht höchste Zeit, aus dem Schlaf zu erwachen. Der Ruf ist hinausgegangen, dass der Herr, dessen Ursprünge von Ewigkeit her sind, in diesem Monat zum Gericht kommt.

[37:30] 9. Oktober. Ebenfalls, wir empfehlen die Argumente der Brüder Snows und Snows allen. Man muss sich daran erinnern, dass er am Richterstuhl Gottes für sich alleine stehen oder fallen muss. Jetzt achtet mal auf die Sprache: "Ja, o Leser, dein Blut wird auf deinem Haupt sein. Hab acht deshalb, dass deine Lenden gegürtet sind, deine Lampen hell und dein Hochzeitskleid vorbereitet sind. Denn jetzt hat der Mitternachtsruf auch deine Ohren erreicht."

[37:57] Einer schreibt dir, Brabbel, das ist der, der den Sabbat hält. "Lieber Bruder Bliss, nachdem ich den wahren Mitternachtsruf 'Siehe, der Bräutigam kommt, geht aus ihm entgegen' am 10. Tag des 7. Monats empfangen habe, halte ich es für meine Pflicht, während einige nach Westen gehen, nach Osten, in den Staat Maine zu gehen, um dort den Ruf zu geben." Jetzt schaut mal, was der sagt, der hat nur noch wenige Tage. "Ich plane, folgende Städte zu besuchen: Portland, Gardiner, Hallowell, Chesterville, Weldon, Farmington, New Sharon, Norridgewock."

[38:25] Mit ein bisschen Distanz beobachten die Siebentags-Adventisten folgendes am 10. Oktober: "Die neue Entdeckung der Adventgläubigen, dass Christus am 10. Tag des 7. Monats kommen wird, hat es ihnen wahrscheinlich zu einem großen Teil unmöglich gemacht, die Bedeutung des Sabbats zu bemerken." Wow. Die Editoren des "Midnight Cry" schließen die Untersuchung. Die haben gesagt: "Brauchen wir jetzt nicht mehr." Und die Siebentags-Adventisten, die sehr aktiv waren, übrigens 1844, den Sabbat auch den Milleriten zu bringen, merken: "Hey, die haben jetzt was anderes vor. Die glauben, Jesus kommt in ein paar Tagen. Bringt nichts." Aber zu diesem Zeitpunkt im Oktober gibt es mittlerweile ungefähr 150 bis 200 Sabbathalter unter den Adventisten. Das ist nur eine verschwindend geringe Minderheit, wenn man bedenkt, dass sich mehr als 50.000 auf den 22. Oktober vorbereiten. Man schätzte, es waren vielleicht bis zu 100.000 durch die neue Entwicklung. Aber 200 ungefähr halten den Sabbat. Und das ist für den Satan schon genug, auf jeden Fall einen neuen Schlagzug zu machen.

[39:27] Im selben Monat erscheint in England ein Buch über "The Natural History of Creation", die natürliche Geschichte der Schöpfung. Geschrieben anonym, damals noch, das ist eine späte Ausgabe, von Robert Chambers, der sagt: "Gott hat die Welt geschaffen, indem er einmal Start gedrückt hat und dann hat sich alles selbst entwickelt." Das ist quasi Evolution nur mit Gott. Das ist theistische Evolution, weil bis dahin ist noch keiner so weit gegangen, zu sagen, es gibt keinen Gott in der Schöpfung. Aber dieses Buch wird super populär. Die Queen Victoria lässt sich von ihrem Prinz Albert jeden Morgen daraus vorlesen. Und nicht nur sie. Dieses Buch beginnt eine riesige Debatte auszulösen, weil vorher evolutionistische Theorien sehr abgelehnt waren bei den Wissenschaftlern. Aber jetzt fängt es an, sich ein bisschen in das Blatt zu wenden, obwohl er selbst eher ein Amateur ist. Aber dieses Buch wird auch von jemandem gelesen, der schon längst seine eigenen Pläne macht, nämlich Charles Darwin.

[40:24] 1844, im Herbst, geht er immer wieder diesen Weg dort auf und ab. Und ihm kommen ganz viele interessante Gedanken, wie die Welt entstanden sein könnte, ganz ohne Gott. Und er hat bereits ein Manuskript in diesem Jahr verfasst. Noch nicht gedruckt, aber er hat schon mal abgefasst für den Fall, dass er vorher sterben sollte. Aber von all dem wissen die Adventisten zu dem Zeitpunkt gar nichts.

[40:49] Storrs bringt am 10. Oktober nochmal einen Artikel raus, der heißt "The Final", das Finale. Wird bekannt auch als "Storrs Flat Rock", der flache Felsen. Diesen Artikel bringt ein Gleichnis. Er sagt: "Stellt euch vor, ihr kommt alle zu einem flachen Felsen mitten im Ozean und ihr habt die Nachricht, ihr werdet von einem Boot abgeholt. Ihr seid alle mit Booten dort angekommen und ihr bekommt die Nachricht, ein großes, großes Dampfschiff holt euch alle ab. Wer echten Glauben hat, der wird jetzt die Boote, mit denen er angekommen ist, nehmen und das Seil abschneiden. Und warten, dass dieses Dampfschiff kommt. Und wer nicht ganz so sehr glaubt, der sagt: 'Wir glauben schon, dass das Dampfschiff kommt, aber wir lassen unsere Boote hier für alle Fälle.'" Was ist der Punkt? Wenn du wirklich glaubst, Jesus kommt am 22. Oktober, dann schneide das Seil. Bleib auf diesem Felsen stehen und trenne dich von allem. Das ist der Glaubenstest. Flat Rock. Berühmt unter allen Adventisten zu der Zeit.

[41:48] Miller ist völlig außer sich über diese Bewegung. Er schreibt am 11.: "Ich denke, ich habe unter unseren Brüdern niemals solchen Glauben gesehen, wie er sich im siebten Monat offenbart. Er wird kommen, ist allgemeine Überzeugung. Er wird nicht ein zweites Mal verzögern, ist stets die Antwort. Es gibt ein Verlassen der Welt, ein Desinteresse für die Dinge dieses Lebens, ein allgemeines Prüfen des Herzens, Bekenntnis der Sünde und tiefes Gebet für das Kommen Christi. In diesem gegenwärtigen Erwachen gibt es etwas, was anders ist als alles andere, was ich zuvor gesehen habe." Und Miller war 62, hat einiges in seinem Leben erlebt. Es gibt keine großen Freudenbekundungen. Das ist für die Zukunft aufgehoben, wenn alle Himmel und Erde gemeinsam mit unersprechlicher Freude und voller Herrlichkeit verlieben werden. Es gibt keine Rufen. Auch dies ist für den Ruf vom Himmel reserviert. Die Sänger sind still. Sie warten darauf, sich den Engelscharen anzuschließen. Es werden keine Argumente benutzt oder gebraucht. Alle scheinen überzeugt, dass sie die Wahrheit haben. Es gibt keine Meinungsverschiedenheiten. Alle sind ein Herz und eine Seele. Jeder schaut nur noch, was in seinem Leben irgendwie geändert werden müsste.

[42:52] Heims schreibt am 11. Oktober: "Wir fühlen deutlich unsere vielen Unvollkommenheiten. Während wir für das gekämpft haben, was wir als Wahrheit glauben, können wir sehen, dass Meinung, Stolz und Egoismus aufgekommen sind. Wir erbitten Vergebung von Gott und allen Menschen für jede Sache, die nicht in Harmonie mit seiner Ehre und Herrlichkeit war. Und wir wünschen uns selbst auf den Altar zu legen. Und dahin legen wir unsere Freunde, unsere weltlichen Interessen und vertrauen alleine in die Verdienste des versöhnenden Blutes Christi."

[43:20] Und dann, ja, am 11. Oktober oder am 12., man weiß es nicht genau, ist der Letzte bekehrt. Litsch war wahrscheinlich einer der Allerletzten. Er hat so dagegen angekämpft. Aber am 11. Oktober kann er auch nicht mehr. Am 11. Oktober bekennt er sich und sagt: "Ja, es stimmt. Es muss die Wahrheit sein." Er bekennt sich zum 10.7.

[43:43] Miller schreibt einen Tag später am 12.: "An Heims, ja, mein Bruder, du hast die Schande, die an meinem Namen klebte, vor einige Jahre ohne Murren und Beschwerde getragen. Ich denke, es war um Jesu Willen, den von einem weltlichen Punkt betrachtet hatten wir nichts gemeinsam. Unsere denominationellen Glaubensbekenntnisse waren entgegengesetzt. Unser Alter sehr ungleich und unsere Gewohnheiten äußerst verschieden. Mit anderen Worten, dass wir uns beide getroffen haben, zusammengearbeitet haben, das ist ein echtes Wunder. Dies war für mich ein bemerkenswerter Beweis, dass Gott mein Helfer war." Und jetzt schaut mal, was Miller sagt am 12. Oktober: "Es gab keine Szene in meinem Leben, wo die Hand Gottes sichtbarer war, als in deiner, also Heimsberufung, mir in dieser Arbeit zu helfen. Ohne einige von euch, die geholfen haben, meine schwachen Hände hochzuhalten, hätte ich vergehen müssen. Ich erwarte, dich in diesem Leben nicht mehr zu sehen. Aber ich hoffe, dich bald mit Herrlichkeit gekrönt und gekleidet in das fleckenlose Gewand der Gerechtigkeit Christi zu sehen."

[44:41] Jemand, der Augenzeuge war, schreibt: "Von den großen religiösen Bewegungen seit den Tagen der Apostel war keine freier von menschlichen Unvollkommenheiten und Tücken Satans als jene im Herbst 1844. Nicht Martin Luthers Reformation. Keine andere Reformation. Seit den Tagen der Apostel war es die siebte Monatsbewegung, die reinste und geistlichste von allen." Und als der Satan merkt, er kriegt keinen Fanatismus rein, er kriegt keinen Formalismus rein, er kriegt diese nicht auseinander, bleibt ihm nur noch rohe Gewalt. Und das ist sein letztes Mittel.

[45:23] Am 12. Oktober bricht ein Mob in das Bostoner Tabernakel. Zum Glück ist niemand drin, außer der Putzmann, der das wienert. Und wird von der Polizei dann wieder vertrieben. Aber mittlerweile mehren sich die Artikel, dass immer mehr adventistische Gruppen von gewalttätigen Leuten angegriffen werden. Am 13. Oktober muss die Versammlung in Boston mehrmals unterbrochen werden, weil Tausende von Menschen um das Haus sich stellen und Gewalt androhen. So lange, bis sogar zum Teil Versammlungen ausgesetzt werden müssen. In vielen anderen Orten, in New York, in Philadelphia und Baltimore gibt es heftige Attacken und die Polizei muss eingreifen.

[46:04] Heims schreibt: "Wir sind den Stadtbehörden, die treu ihren Dienst verrichteten, dankbar. Wir vergeben unseren Feinden, sie haben uns nicht verletzt. Oh, dass sie sehen könnten, wie viel sie sich wahrscheinlich selbst verletzt haben."

[46:15] 14. Oktober, noch acht Tage. Und am 14. Oktober stirbt Charles Fitch. Er hatte getauft, jeden Tag, so viel er noch konnte. Und war von einer Taufe zur nächsten in der Freie gelaufen. Ich war nass, wie er war. Und es war Oktober. Hat sich schwer erkältet, schwer erkrankt. Hat auf seinem Krankenbett noch den 10.7. angenommen. Und stirbt am 14. Oktober, acht Tage vorher. Und ich glaube, Gott wollte ihn retten. Ich bin mir sicher, wir werden ihn im Himmel sehen. Seine Frau und seine kleinen Kinder haben gedacht, es sind nur acht Tage.

[47:10] 16. Oktober, letzte Ausgabe vor dem 22. Oktober, "Advent Herald". "Da das Datum der gegenwärtigen Ausgabe des Herald, der letzte Publikationstag vor dem 10. Tag des 7. Monats ist, werden wir keine Vorkehrungen treffen, nächste Woche diese Zeitung noch herauszubringen. Das ist Mittwoch, am Dienstag ist das Ende der Welt. Nächsten Mittwoch gibt es keine Zeitschrift mehr. Wir fühlen uns gerufen, unsere Arbeit aufzugeben und das Resultat zu erwarten. Siehe, der Bräutigam kommt, geht ihm entgegen, ist der Ruf, der in unseren Ohren klingt. Und mögen wir alle mit brennenden Lampen auf seine herrliche Erscheinung vorbereitet sein."

[47:43] Etwa Mitte Juli begann der Segen Gottes. Das können wir überspringen, das ist nur eine Beschreibung dessen, was passiert ist. Das ist erstaunlich. 19. Oktober. "Lasst uns Daniel imitieren", das ist "Midnight Cry", "der sich nicht mit der Speise des Königs verunreinigen wollte. Drei Tage vorher, lasst uns alle Lebensmittel vermeiden, die den Juden unrein waren. Denn der Herr hat einen Grund für alle seine Gesetze. Schweinefleisch zu essen wird in den beiden letzten Jesaja-Kapiteln, die die Einzigen, die im AT direkt von dem neuen Himmel und der neuen Erde sprechen, als Gräuel bezeichnet." Könnt ihr euch das vorstellen? Drei Tage vorher kommt auf die Idee: "Hey, lasst uns das Schweinefleisch aufgeben." Als Adam im Paradies war, gab Gott ihm die beste Nahrung. Und die bestand vollständig aus dem, was aus der Erde wächst. Die fangen an, Vegetarier zu werden. Drei Tage vorher. "Wir können keine Regeln für andere machen, hoffen aber, dass unsere Leser ihren Körper beherrschen. Wie Paulus. Lasst uns jeden Tag das einfachste, am wenigsten irritierende und am einfachsten zubereitete Essen zu uns nehmen und sehr mäßig sein." Unfassbar, oder? Unfassbar. Nun, lange Leben wollten sie auf jeden Fall nicht mehr. Auf dieser Erde.

[48:54] Es werden keine Zeitschriften mehr gedruckt ab 19. Oktober. Aber die Gewalt nimmt zu. Am 20. Oktober sind 7.000 Menschen in New York auf den Straßen um das Franklin-Theater, um die Adventisten an ihrer Versammlung zu hindern.

[49:16] Was ebenfalls passiert, es gibt Männer, die jetzt am 20., am 21. plötzlich noch denken: "Hey, vielleicht könnte ich etwas tun. Ich habe noch Tausende Dollar zu Hause." Und sie rennen in die Verlage, in die Büros und sagen: "Wir haben hier noch Tausende Dollars. Könnt ihr noch Bücher drucken?" Und die sagen: "Nein, es ist vorbei. Wir drucken keine Zeitschriften mehr." Und diese reichen Männer gehen nach Hause und sagen: "Wir sind verloren. Wir sind verloren. Wir sind zu spät."

[49:43] Die vielleicht traurigste Geschichte überhaupt findet einen Tag vorher am Montag statt. Bates ist so ein treuer Mann Gottes. Aber Bates hat Probleme mit seinem 14-jährigen Sohn. Der ist Teenager, hat keinen Bock auf Gott, hat keinen Bock auf Advent, keinen Bock auf Wiederkunft. Und er entscheidet sich, das Elternhaus zu verlassen und Seefahrer zu werden. Und er geht bewusst am 21. Oktober und sagt: "Ich will mit euch nichts mehr zu tun haben." Jetzt jeder, der ein Kind verloren hat, weiß vielleicht, wie schlimm das sein kann. Aber man hat vielleicht die Hoffnung, dass das Kind zurückkommt. Aber für Joseph Bates gab es am 21. Oktober 1844 keine Hoffnung, dass sein Sohn zurückkommt.

[50:40] Wir haben gesagt, es gab keinen Fanatismus. Es gab nur einen einzigen Fall. Und zwar am 21. Oktober steht plötzlich ein falscher Prophet auf und sagt: "Ich habe von Gott eine Offenbarung bekommen. Wir müssen alle die Stadt Philadelphia verlassen und wir müssen uns draußen in einem Zelt versammeln und werden von dort aufgenommen werden." Es gibt 3.000 Adventisten in Philadelphia, aber 200 sind so überzeugt davon, dass sie am 21. Oktober alles verlassen und nach draußen ziehen. Quasi Exodus wie Lot aus Sodom und sich dort niederlassen. Und sie glauben, dass am 22. Oktober um 3 Uhr morgens Jesus wiederkommt. Das hatte nämlich der Prophet gesagt. Als das da nicht eintrifft, gehen sie fast alle wieder zurück. Aber die Zeitschriften berichten davon von einem Hurricane, der alles dort verwüstet hat. Sie berichten von Kindern, die dort tot da niederliegen. Sie berichten von Frauen, die dort Kinder bekommen haben. Sie berichten von Leuten, die wüst alles Geld weggeschmissen haben. Also das ist natürlich weit übertrieben, aber es hat natürlich Anlass gegeben zum Spott.

[51:40] Und dann kommt der 22. Oktober 1844. In den meisten Orten versammeln sich die Gläubigen, warten auf das Ereignis. In Paris und Maine wird das Haus, wo die Adventisten sich versammeln, umstellt von Spöttern, die die ganze Zeit parodierende Lieder singen. Zwei haben sich Wiederkunftskleider angezogen und steigen aufs Dach und sagen: "Jesus, hier sind wir." Wahrscheinlich rührt daher das Gerücht, dass Adventisten sich Himmelfahrtskleider gemacht haben. Obwohl das völlig unwahr ist, wird es bis heute immer wieder behauptet. In Cincinnati sind 1.500 Leute versammelt. Mehrmals versucht ein Mob sie zu hindern, aber Polizeipräsenz verhindert das. Und Miller ist zu Hause und Himes hat ihn besucht. Himes wollte diesen Tag mit ihm verbringen. So sehen sie dich doch nochmal auf dieser Welt. Hier in der Nähe der Farm gibt es diese Ascension Rocks, diese Felsen, wo man vielleicht gedacht hat, von hier könnten wir in den Himmel aufsteigen.

[52:43] Und dieser 22. Oktober ist ein großartiger Tag. Denn an diesem Tag ging Jesus in das Allerheiligste. An diesem Tag begann das Untersuchungsgericht bei Adam. An diesem Tag begann Jesus seinen Dienst am Gnadenthron, da, wo die Gesetze Gottes sind. An diesem Tag erfüllte sich Daniel 8, Vers 14: "Bis zu 2.300 Abend und Morgen, dann wird das Heiligtum gereinigt oder gerechtfertigt werden." Aber das war da oben irgendwo. Und hier unten hat keiner damit gerechnet.

[53:35] Und so ging der Tag vorbei. Himes schreibt später: "Unsere höchsten Hoffnungen und Erwartungen waren hinweggefegt. Und solch ein Geist des Weinens kam über uns, wie ich ihn noch nie zuvor erlebt habe. Es schien, dass der Verlust aller irdischen Freunde dem nicht gleichkommen könnte. Wir weinten und weinten, bis der Tag anbrach. Ich machte mir Gedanken und sagte: 'Die Adventerfahrung war die reichste und hellste meines ganzen christlichen Lebens. Wenn dies ein Irrtum war, was war dann der Rest meiner christlichen Erfahrung wert? Hat die Bibel doch nicht recht? Gibt es keinen Gott, keinen Himmel, keine goldene Heimatstadt? Kein Paradies? Ist dies alles nur klug ersonnene Fabel? Sind unsere höchsten Hoffnungen und Erwartungen in dieser Sache nur ein Witz?' So hatten wir was zum Trauern und Weinen, wenn alle unsere höchsten Hoffnungen verloren waren. Und wie ich sagte, wir weinten, bis der Tag anbrach."

[54:28] Müller sagt: "Die Zeit verstrich und am nächsten Tag schien es, als ob alle Dämonen aus dem Abgrund auf uns losgelassen würden. Viele, die sich noch zwei Tage zuvor um Gnade gefleht hatten, mischen sich jetzt unter die Bagage und die Spötter, indem sie uns in höchst gottlästerlicher Weise bedrohten und auslachten." Noch jemand sagt: "Der 22. Oktober verstrich und machte alle Treuen und Sehenden unaussprechlich traurig. Die Ungläubigen und Gottlosen jubelten dagegen. Alles war still. Kein Advent Herald. Keine Versammlung wie zuvor. Jeder fühlte sich einsam und hatte kaum das Bedürfnis, mit irgendjemandem zu reden."

[55:01] Immer noch in der kalten Welt. Alan Harmon sagt: "Es war eine bittere Enttäuschung, welche die kleine Herde erlebte, deren Glaube so stark und deren Hoffnung so groß gewesen war. Aber es überraschte uns, dass wir uns so frei im Herrn fühlten und dass wir von seiner Gnade und Stärke so fest gestützt wurden. Es war dieses Nadelöhr, durch das die Welt musste. Siehe, der Vermessene, unerträglich ist seine Seele in ihm. Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben." Glaube bedeutet, am Wort Gottes zu bleiben, auch wenn es nichts gibt, was man sieht.

[55:38] Und einen Tag später, am 23. Oktober, kommt der erste Lichtstrahl vom Himmel in die Finsternis des Adventvolkes. Denn dieser 22. Oktober ist wie die Stunde Null des Adventismus. Ein völlig unbekannter Adventist mit Namen Hiram Edson, kein Prediger, einfach ganz normaler, sagt: "Nachdem ich noch einmal zurückschaute auf die vergangene Erfahrung und die gelernten Lektionen und wieder in schwierigen Situationen, wenn Licht und Hilfe nötig waren, geantwortet hatte auf Deutsch: 'Wir haben nichts zu befürchten für die Zukunft, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns geführt hat.' Das hat ihm geholfen. Es kam in den Gedanken, es könne Licht und Hilfe für unser gegenwärtiges Elend vorhanden sein." Sie gehen in die Scheune, sie beten, und dann sagt er nach dem Frühstück: "Sagte ich zu einem meiner Brüder: 'Lass uns gehen und einige unserer Geschwister ermutigen.' Wir machten uns auf den Weg, und während wir durch ein großes Feld gingen, wurde ich in der Mitte des Feldes aufgehalten." Sie hatten gebetet: "Herr, zeig uns doch, was haben wir falsch gemacht." "Der Himmel schien sich mir zu öffnen, und ich sah klar und deutlich, dass unser Hohepriester statt am 10. Tag des 10. Monats, am Ende der 2.900 Tage, aus dem Allerheiligsten des himmlischen Heiligtums heraus auf diese Erde zu kommen, er an diesem Tag zum ersten Mal die zweite Abteilung des Heiligtums betrat, und dass er dort etwas zu tun hatte, bevor er zur Erde kommen konnte, dass er zu dieser Zeit zur Hochzeit kam, in anderen Worten zum Alten an Tagen, und wir müssen auf seine Rückkehr von der Hochzeit warten." Es war der erste buchstäbliche Geistesplatz. Es würde noch lange dauern, bis das richtig biblisch verstanden und studiert ist. Aber er richtete seinen Blick auf Jesus, der wirklich vom Heiligen ins Allerheiligste gegangen war, um das letzte Werk abzuschließen, um die Welt auf die echte Wiederkunft vorzubereiten. Aber er war der Einzige, der es gesehen hatte.

[57:33] Litsch schreibt am 24.: "Es ist ein wolkiger und dunkler Tag hier. Die Schafe sind zerstreut und der Herr ist noch nicht gekommen." Washington Morse schreibt, das überspringen wir hier gleich, als Bruder Himes kurz nach dem Verstreichen der Zeit Waterbury, Vermont besuchte und sagte: "Die Geschwister sollen sich auf einen weiteren kalten Winter vorbereiten", waren meine Gefühle fast unkontrollierbar. Ich verließ die Versammlung und weinte wie ein Kind.

[58:05] Und am 30. Oktober kommt auch wieder der "Advent Herald" raus. Das ist eine Geisterausgabe. Wenn man die liest, kriegt man es mit der Gänsehaut. Keine Leserbriefe, keine aktuellen, weil niemand schreibt da was. Es sind alles Leserbriefe von September, von August, die man damals nicht mehr schreiben konnte, die noch von einer Hoffnung sprechen. Man weiß ganz genau, es ist ganz anders. Es gibt kein Material, keiner weiß, was er schreiben soll. Aber ein paar Worte gibt es dann doch. "All die Beweise, die wir sahen, wiesen auf jene Zeit. Entgegen unserer Wünsche und Erwartungen finden wir, dass die Zeit verstrichen ist und dass wir noch immer an den Ufern der Sterblichkeit sind und damit wir wirken, bis er kommt, werden wir den Herald noch weiter veröffentlichen." Aber dann sagen sie: "Das ist interessant, angesichts aller Umstände dieser Bewegung, der gesegneten Effekte, die sie auf Gottes Kinder gehabt hat und des Hasses und Zornes, den seine Feinde gezeigt haben, müssen wir sie immer noch als den wahren Mitternachtsruf anerkennen." Sie halten sich fest und klammern sich dran. Und wenn es noch ein paar Tage gibt, das ist die Hoffnung, um unseren Glauben zu testen, ist das noch immer in Harmonie mit dem Gleichnis der 10 jungen Frauen. Eine kleine Verzögerung ist deshalb kein Grund zur Vermutung, nach dem Motto: Er kommt bestimmt gleich. Lasst uns festhalten an dem Bekenntnis des Glaubens.

[59:22] Heims schreibt an Beetz und sagt: "Wir haben die Welt verdammt. Jetzt müssen wir nur noch warten. Wir müssen nur noch warten."

[59:29] Liebe Brüder und Schwestern, Gott hat uns durch eine schwere Feuerprobe gebracht. Und während die unglaubliche Welt uns mit Verachtung und Spott behandelt, sind wir befähigt worden, auch dies mit Geduld, ohne zum Murren zu ertragen. Und soweit wir hören, sind diejenigen, die durch diese Feuerprobe gegangen sind, zwar enttäuscht, aber durch den Geist unerschütterlichen Vertrauen zu Gott getragen. Lasst uns festhalten. Schaut noch immer nach der Vergangenheit. Hegt noch immer den Geist der Sympathie füreinander. Wir können nicht daran zweifeln, dass Gott uns in unserer gegenwärtigen Situation gebracht hat. Und er wird uns retten. Seid nicht hastig oder übereifrig zu lernen, was kommen wird. Übergebt alles Gott. Seid seid vertraut und liebt einander. Beachtet nicht die Berichte von Betrügereien, Geistesgestörtheit, Suiziden und Adventisten. Die Zeitungen überbieten sich mit Horrorgeschichten, die alle unwahr sind. Hütet euch vor einem Geist der Rache gegenüber der Welt. Hütet euch vor der bekenntlichen Kirche Christi. Es gibt nur wenige Glieder dort, die mit uns sympathisieren werden. Und schließlich lasst uns davor hüten, unser Vertrauen in Menschen zu setzen. Vertraue keinem Bruder, jeder für sich zu Gott. Lasst uns auch die wichtigen Lektionen, die wir gelernt haben, nicht vergessen. Wir haben gesehen, wie nah man mit Gott leben kann. Wir haben gesehen, wie wenig wir von dieser Welt brauchen, um klarzukommen und Gott zu dienen. Wir haben gesehen, wie sehr wir unserem Bruder helfen können, wenn es ernsthaft versucht wird. Und wir haben ein wenig gelernt, was es bedeutet, mit Christus und der Urgemeinde zu leiden. Ihre Hoffnung ist unsere Hoffnung. Ihr Teil ist unser Teil. Ihr Trost ist unser Trost. Und bald wird dieser sich realisieren. Sie brauchten so dringend Trost. Und Gott gibt ihnen Trost. In der ersten Vision.

[1:01:15] Nächste Woche werden wir sehen, wie in den letzten Wochen von 1844 Gott einen Weg findet, einen Weg sucht, um dieses schwer gebeutelte und schwer geprüfte Adventvolk.

[1:01:28] Doch noch zu trösten. Wir werden die erste Vision von Ellen Harmon anschauen. Und wenn ihr jetzt die letzten Wochen da gewesen seid, werdet ihr so viele Dinge plötzlich in dieser ersten Vision verstehen, wie noch niemals zuvor. Ich hoffe, dass wir euch jetzt mal den richtigen historischen Kontext um zu verstehen, was diese Vision eigentlich wirklich sagen will. Bis dahin können wir wirklich und mit Vollüberzeugung sagen, wir haben nichts zu befürchten für die Zukunft. Es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Gottes Segen euch. Und jetzt in 5 Minuten geht das Offenbarungsseminar los. Amen.


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