In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ blickt Christopher Kramp auf das Jahr 1850 zurück und beleuchtet die Entwicklungen innerhalb der frühen Adventbewegung. Es wird die Bedeutung der Rückbesinnung auf die milleritische Vergangenheit thematisiert, die Gründung des „Advent Review“ und die Herausforderungen, denen sich die Gläubigen stellten. Ein besonderer Fokus liegt auf den Visionen Ellen Whites, die sich mit spiritistischen Einflüssen, der Vorbereitung auf das Ende und der korrekten Auslegung prophetischer Zeitlinien auseinandersetzen.
Die Zeit des Endes: 59. Zurück in die Zukunft (1850 Teil 2)
Christopher Kramp · Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er) ·Themen: AdventgeschichteWeitere Aufnahmen
Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)
-
0:0
-
0:0
-
0:0
Transkript
[0:00] Einen wunderschönen guten Abend, hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Die Zeit des Endes". Schön, dass ihr da seid. Herzlich willkommen auch auf www.joelmedia.tv.de. Und wenn ihr später das Video anschaut, fühlt euch ebenfalls herzlich begrüßt zur letzten Folge in diesem Jahr. Und wir wollen heute das Jahr 1850 zu Ende bringen. Wir haben letztes Mal, letzte Woche, die erste Hälfte angeschaut bis in den Sommer. Und das Thema heute ist "Zurück in die Zukunft". Wir werden gleich sehen, warum. Das ist ein ganz würdiger Abschluss für dieses Jahr und dann ein guter Ausblick auch auf das, was uns nächstes Jahr erwarten wird. Ich möchte euch einladen, dass wir zu Beginn, wie wir das gewohnt sind, ein Gebet sprechen und ja, lade euch dazu ein.
[0:48] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass wir jetzt zu dir kommen können. Wir möchten dich bitten, dass du alles, was uns bedrückt oder ja, innerlich von dir fernhalten könnte, dass du es wegnimmst, dass wir jetzt deine Stimme hören, auch durch die Zeugnisse deiner Nachfolger aus der Vergangenheit. Wir möchten dich bitten, dass wir erkennen, wie wichtig es ist, in die Vergangenheit zurückzuschauen, auch aus dem Zeugnis der Pioniere heraus, damit wir im Glauben gefestigt werden und wissen, was unsere Identität ist. Wir möchten dich bitten, dass du bei uns bist und dass du zu uns sprichst, nach deiner Verheißung, im Namen Jesu. Amen.
[1:28] Wir haben letztes Mal gesehen, dass 1850 Ellen White eine ganze Reihe von Visionen gehabt hat. Wir haben einige davon gelesen und ein Hauptthema war unter anderem auch gewesen, dass junge, wer Gottes braucht, finanzielle Unterstützung. Und ein Punkt war auch, dass einige, die Geld haben oder die Besitz haben, durchaus auch aufgefordert sind, von Gott zum richtigen Zeitpunkt Besitz zu verkaufen. Einer, der das prompt ernst genommen hat, und es ist auch sehr schön zu sehen, wie dann Ellen Whites Ratschläge umgesetzt worden sind, war Hiram Edson, der 1850 sich entscheidet, seine Farm in Port Gibson, dort, wo diese Scheune gestanden hatte, wo man sich 1848 getroffen hatte zur Sabbat-Konferenz, die zu verkaufen. Er hatte noch andere Farmen, aber die hat er verkauft und dann hat er das Geld in das Werk gesteckt. Also, das ist ein praktisches Beispiel. Die haben also nicht nur das gesagt, sie haben es tatsächlich auch praktiziert.
[2:29] Anfang Juli gab es eine Konferenz in Johnson, Vermont. Und diese kleine Konferenz von einigen Sabbat-Adventisten ist ganz bekannt geworden dadurch, durch einen bestimmten Zwischenfall. Dort gab es einen gewissen Herman Churchill, und der hatte großes Interesse an der Adventbotschaft. Das Problem war nur, dass er vorher überhaupt nicht mal ein Christ gewesen war, also ein richtiger Atheist. Und nach dem bisherigen Verständnis unserer Pioniere war es ja so gewesen, dass sie sich vor allem auf die anderen Adventisten, die Erst-Tags-Adventisten konzentriert hatten, weil sie glaubten, dass ja 1844 diese geschlossene Tür bedeutet, dass für die Menschen der Welt die Gnadenzeit vorbei ist. Nur noch für die, die im Prinzip eigentlich die Adventbewegung mitgemacht haben, für die ist noch Hoffnung. Jetzt ist aber dieser Herman Churchill da, der sich vor 1845 nie für Religion interessiert und auch keine Erfahrung mit der Adventbotschaft gehabt hat, aber jetzt ist er interessiert und möchte das annehmen. Und er ist der Erste, der sich zum Sabbat-Adventismus direkt aus der Welt bekehrt, also nicht aus einer anderen Kirche, sondern direkt aus der Welt. Und das hat natürlich zum Nachdenken geführt, auch bei unseren Pionieren, die jetzt überlegt haben, ja, kann das wirklich sein, dass für die gesamte Welt diese Tür geschlossen ist? Natürlich offensichtlich nicht, aber das war so ein langwieriger Prozess. Bei Ellen White war das schon viel eher klar, aber Leute wie Joseph Bates, die haben sich da ein bisschen schwergetan. Und da war das auf jeden Fall ein interessanter Punkt. Also 1850 der erste Sabbat-Adventist, der direkt aus der Welt gewonnen worden ist.
[4:02] Am 9. Juli starb dann der US-Präsident Zachary Taylor, und sein Vizepräsident Millard Fillmore musste einspringen. Und in dieser Zeit bekommt Ellen White eine Vision, die heute auch so ein bisschen im Vordergrund stehen soll. Während man dort unterwegs ist in Kanada und in Vermont, in den Oststaaten der USA, und sehr viel Erfolg hat und Leute werden getauft, auch Kinder werden getauft, Jugendliche werden getauft, Leute werden in den Sabbat getauft, die vorher den Sabbat nicht angenommen hatten. Da berichtet der James White am 21. Juli folgendes: "Der Herr hat Ellen gezeigt, dass ich die Zeugnisse derer veröffentlichen soll, die nach 1844 das Werk Gottes in der Adventbewegung bestätigt haben. Dies ist nun meine dringendste Aufgabe. Ich rechne damit, eine Zeitschrift herauszubringen mit dem Namen 'Advent Review', also Rückschau. Also Review ist so eine Art Rückblick, ein Adventsrückblick sozusagen, ein Rückblick auf die Adventbewegung. 16 Seiten, gleiche Größe wie 'Present Truth'." Also Ellen White hat offensichtlich eine Vision gehabt, wo sie dem James White gesagt hat, wir müssen das wieder veröffentlichen, was die milleritischen Leiter, die milleritischen Pioniere gesagt haben. Wir müssen uns mit unserer eigenen Adventbewegung auseinandersetzen.
[5:32] Also 1850 beginnt die noch gerade mal selbst kaum entstandene Siebentage-Adventisten-Bewegung zu sagen: "Lasst uns zurückschauen in die Vergangenheit, lasst uns das noch mal wieder veröffentlichen, was so 1844 passiert ist." Ellen White erklärt das noch etwas genauer. Kurze Zeit später, sie sagt: "Der Herr hat mir gezeigt, dass er, James, die 1844 veröffentlichten Zeugnisse der führenden Adventisten, also Miller, Himes, Litch und so weiter, nehmen sollte und sie erneut veröffentlichen sollte, um sie zu beschämen." Weil ja Litch und Himes und all die Leute sich mittlerweile von 1844 distanziert haben, gesagt haben, es war ein Fehler. Ihr könnt euch an die lange Debatte erinnern. Und Ellen White bekommt diese Vision, James soll noch mal diese ganzen Zeugnisse von 1844, als sie noch alle bei der Wahrheit waren, veröffentlichen, damit alle sehen können, dass diejenigen, die wirklich festgehalten am Originalglauben, diese kleine Gruppe der Sabbat-Adventisten sind. Und gesagt, getan. James White fängt sofort an, Material zu sammeln aus den alten Zeitungen der Miller-Bewegung, um so eine Zeitschrift in Angriff zu nehmen. Aber das war natürlich etwas, was dem Satan nicht gefallen konnte.
[6:53] Und so hat Ellen White eine Vision. Am 29. Juli hat sie folgende Vision hier. Sie sagt: "Ich sah, dass die Mächte der Finsternis auf dem Vormarsch sind. Satan ist herabgekommen und er weiß, dass seine Zeit kurz ist. Der Engel sagte auf Israel, also Gemeinde, ist natürlich die Gemeinde, zeigend: Geht es bei euch voran? Ihr seid auf verzaubertem Boden. Seht ihr es nicht? Erwacht und macht euch auf und zieht die Stärke des Herrn an." Dann sagte sie: "Ich frage den Engel, warum es nicht mehr Kraft in Israel gebe." Und das ist vielleicht eine Frage, die wir uns auch mal stellen. Und dann sagt sie: "Sagt der Engel, ihr lasst die Verheißungen Gottes zu früh los." Interessantes Ding, oder? Presst eure Bitten zum Thron und bleibt im Glauben dran. Glaubt, dass ihr die Dinge, um die ihr bittet, empfangen werdet, und ihr werdet sie haben. Ein Grund für geistlichen Mangel in der Gemeinde, sagt der Engel, ist ja, wir berufen uns auf die Verheißung, nennen sie kurz und dann lassen wir sie wieder los. Wir sind nicht ausdauernd genug. Und das war natürlich eine wichtige Lektion für die Gruppe.
[7:53] In dieser Zeit ziehen die Whites um und zwar hier. Moment, hier habe ich mal den Stift. Von, wie ihr es sehen könnt, von Oswego nach Port Byron, nur ein paar Kilometer weiter. Und dort macht sich jetzt der James White daran, diese Zeitschrift zusammenzubasteln. Ihr habt also vielleicht gemerkt, in den letzten Jahren ist Ellen White und James White ständig umgezogen. Immer mobil, immer unterwegs. Und auch wenn sie irgendwo gewohnt haben, waren sie sonst immer auf Reisen. Also sie haben kein besonders sesshaftes Leben gehabt, dort am Anfang.
[8:33] Und hier haben wir sie, die erste Ausgabe dieses "Advent Review". Könnt ihr sehen, August 1850. Und das Motto ist aus dem Hebräerbrief: "Call to Remembrance of the former days." Das heißt übersetzt: "Erinnert euch aber an die früheren Tage." Ellen White hat später mal gesagt: "Wir haben nichts zu befürchten, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat." Und das war das Motto dieser Zeitschrift. Die Veröffentlicher waren einige der führenden Namen dieser Gruppe: Hiram Edson, David Arnold, George Holt, Samuel Rhodes, das war der, der im Wald gelebt hatte, nicht wahr? Und dann natürlich James White.
[9:19] Und hier haben wir den Inhalt. Zum Beispiel druckt er ab das Statement von Himes und Bliss und Apollos Hale vom 13. November 1844, also kurz nach der Enttäuschung, als noch fast alle milleritischen Führer gesagt haben: "Wir wissen zwar nicht, was passiert ist, aber die Adventbewegung war von Gott. Diese Siebte-Monats-Bewegung, das war Gottes Werk." Später haben sie sich davon distanziert, aber zu dem Zeitpunkt haben sie das noch anerkannt und James White veröffentlicht das erneut. Er veröffentlicht Briefe von Miller von Ende 1844, als Miller noch fest zu dem Datum stand. Und dann Zeugnisse von Marsh und Jacobs und anderen, die in der Zwischenzeit alle abgefallen waren, die aber damals sich über Storrs noch aufgeregt haben, warum der abgefallen ist. Also er zeigt sozusagen, wenn die heutigen Erst-Tags-Adventisten bei dem sich beurteilen würden, was sie damals gesagt haben, wären sie selbst abgefallen. Er berichtet übrigens diese Ausgabe auch von seiner Unternehmung mit der Ellen White und dem Bruder Rhodes im Frühjahr. Und ihr erinnert euch, letztes Mal hatten wir daran gesprochen, dass die gute Freundin, die beste Freundin von Ellen White, die Elvira Hastings gestorben war. Er berichtet jetzt, dass aufgrund ihres Todes alle ihre vier Kinder sich bekehrt haben zu Gott und getauft worden sind. Das ist eine interessante Geschichte. Vielleicht könnt ihr euch erinnern, Ellen White hatte gesehen, dass ihr Tod zu gutem wirken würde. Und aufgrund ihres Todes haben sich alle vier Kinder zu Gott bekehrt, weil sie gefragt haben: "Was muss ich tun, um errettet zu werden?"
[10:57] Die zweite Ausgabe folgte gleich auf dem Fuße und ihr seht auch hier wieder verschiedene Gedichte, Briefe, Auszüge aus verschiedenen Zeitschriften von 1844, von 1845, vor allem auch von Cook, auch über den Sabbat und so weiter, um zu zeigen, diejenigen, die jetzt neue Theorien vorschlagen, diejenigen wie Marsh zum Beispiel, die jetzt 1850 als neues Wiederkunftsdatum ausgeben, die waren mal auf unserer Seite. Und der Punkt soll sehr deutlich werden: Wir, diese kleine Gruppe von Sabbat-Adventisten, glauben noch das, was alle Milleriten 1844 geglaubt haben. Und naja, so bringen sie diese Zeitschriften heraus.
[11:38] Aber der Satan ist nicht schläfrig. Und just in dieser Zeit, Anfang August, passiert Folgendes. Sie bringen den befreundeten Bruder Rhodes zum Boot, der will nach Michigan fahren. Und als sie ihn verabschieden, haben sie das Gefühl, vielleicht sollte er nicht gehen. Aber sie wissen nicht genau, warum. Er fährt von dannen. Sie gehen nach Hause und wer auf dem Weg nach Hause hat, Ellen White, diese Idee, wahrscheinlich irgendwie das Gefühl, unser kleiner Edson ist krank. Das kleine Kind, nicht wahr? Und sie kommen nach Hause und tatsächlich, Edson ist todkrank, ist fast tot. Und sie sind völlig verzweifelt. Und James geht sofort zum Pferd, reitet und reitet diesem Schiff hinterher und holt Rhodes vom Schiff und sagt: "Du musst zurückkommen. Wir müssen gemeinsam beten für Edson, der stirbt uns." Und sie beten gemeinsam und Edson wird geheilt. Man könnte meinen, das ist jetzt das gute Ende. Aber Ellen White beginnt sich zu fragen, ja, warum mussten wir eigentlich den Rhodes zurückholen zum Beten? Warum hat mein Gebet nicht ausgereicht? Könnte es sein, dass Gott mich verlassen hat? Und Ellen White bekommt eine Depression und fängt an, ja, depressiv zu werden und zu sagen, ja, hat Gott mich verlassen? Was soll das, ja? Und für mehrere Tage ist sie völlig in Verzweiflung. Als sie dann nach einigen Tagen da wieder rauskommt, ist ihre Freundin Closure Bonfoy in einer großen Verzweiflung. Und eine Entmutigung folgt auf die nächste. Und zu allem Überfluss wird dann auch noch James White schwer krank, bekommt die Cholera und wird dann durch Gebet geheilt. Und als man dann meinte, jetzt ist es wirklich überstanden, hat der kleine Edson wieder eine Kolik gehabt und wäre beinahe gestorben. Und das alles innerhalb von acht oder neun Tagen. Also ein ziemlicher Frontalangriff von Satan just in dieser Zeit.
[13:42] Und dann sagt sie später, oder nicht in dieser Zeit, genau am 5. August sagt sie: "Der Herr hat mir vor einigen Wochen gezeigt, dass wenn James anfangen würde, wieder zu veröffentlichen, was die Leiter 1844 über die Wahrheit geschrieben hatten, Satan versuchen würde, uns zu hindern. Aber wir müssen um den Sieg kämpfen und weitergehen." Also sie hatte schon gewusst, dass was kommen würde. Und als es kam, hat sie es trotzdem überwältigt. Ist auch eine wichtige Lektion für uns. Manchmal wissen wir ganz genau, was kommen wird, und dann kommt es, und wir sind trotzdem entmutigt, obwohl wir es wussten.
[14:19] Und dann hat sie auch kurze Zeit später eine Vision über das Wirken Satans in dieser letzten Zeit. Und zwar über dieses geheimnisvolle Klopfen, das ja seit 1848 sehr, sehr populär geworden war, dieser Spiritismus, die Fox-Schwestern. Das muss 1850 sein, nicht 1849. Am 24. August 1850 sah ich, dass das geheimnisvolle Klopfen die Macht Satans war. Es gab ja viele, die gedacht haben, naja, die tricksen nur die Fox-Schwestern. Das sind vielleicht irgendwelche Betrüger. Manches kam direkt von ihm, manches indirekt durch seine Werkzeuge, aber alles ging von Satan aus. Es war sein Werk, das er auf verschiedene Weise ausführte. Aber viele in den Kirchen und in der Welt waren in so großer Dunkelheit, dass sie glaubten und daran festhielten, dass es die Kraft Gottes sei. Ellen White sagt: "Es wird dazu kommen, dass der Spiritismus eine christliche Form annimmt." Der Engel sagte: "Soll nicht ein Volk seinen Gott befragen, oder soll man die Toten für die Lebenden fragen? Sollten die Lebenden zu den Toten gehen, um Aufklärung zu erhalten? Die Toten wissen nichts." Zitat aus Jesaja 8. "Ich sah, dass es bald als Gotteslästerung angesehen würde, gegen das Klopfen zu reden. Dass es sich immer mehr ausbreiten und dass Satans Macht zunehmen würde." Damals war das noch relativ begrenzt auf diesen Raum um die Stadt Rochester, war so ein lokales Phänomen. Aber Ellen White sieht, dieser Spiritismus würde weltweit sich ausbreiten. Manche seiner ergebenen Nachfolger würden Macht haben, Wunder zu vollbringen und selbst Feuer vom Himmel fallen zu lassen vor den Menschen. Es wurde mir gezeigt, dass diese modernen Zauberer durch die Klopfgeister und den Magnetismus alle Wunder unseres Herrn Jesu erklären würden und dass viele glauben würden, dass alle die großen Wunder, die der Sohn Gottes auf Erden tat, durch dieselbe Macht ausgeführt wurden. Ich wurde in die Zeit Moses zurückversetzt und sah die Zeichen und Wunder, die Gott durch ihn vor Pharao wirkte. Die meisten wurden durch die ägyptischen Zauberer nachgemacht. Gerade vor der Rettung der Heiligen am Ende der Zeit wird Gott mächtig für sein Volk wirken und den modernen Zauberern wird erlaubt sein, das Werk Gottes fälschlich nachzuahmen. Diese Zeit wird bald kommen, und wir müssen uns an den starken Armen Jachwes halten, denn alle diese großen Zeichen und mächtigen Wunder Satans laufen darauf hinaus, das Volk Gottes zu täuschen und zu vernichten. Also dieser ganze Spiritismus ist nicht erfunden worden, um die Ungläubigen noch ungläubiger zu machen, sondern Gott erfindet, Verzeihung, der Satan hat den Spiritismus erfunden, um letztendlich Gottes Volk zu täuschen. Unsere Gedanken müssen auf Gott gerichtet sein und wir sollen nicht die Furcht der Gottlosen fürchten, sondern, das heißt, fürchten, was sie fürchten und verehren, was sie verehren, sondern kühn und mutig für die Wahrheit einstehen.
[17:00] Könnten unsere Augen geöffnet werden, schaut mal hier, so würden wir Scharen böser Engel um uns sehen, die immer neue Mittel und Wege suchen, uns zu vernichten. Das ist schon krass, oder? Aber wir würden auch die Engel Gottes sehen, die uns vor ihrer Macht bewahren, denn Gottes Auge wacht immer über Israel. Er will sein Volk beschützen und retten, und wenn es seine Zuversicht auf ihn setzt, wenn der Feind kommt, gleich seiner Flut, wird der Geist des Herrn sein Banner gegen ihn aufrichten. Der Engel sagte: "Bedenke, du befindest dich auf verzaubertem Boden. Ich sah, dass wir Wachen die ganze Rüstung anziehen und den Schild des Glaubens nehmen müssen. Dann werden wir feststehen und die Folgenpfeile des Bösewichts können uns nichts anhaben." Sie hat am eigenen Leib erlebt, wie der Satan dreinschlagen kann.
[17:43] Nun, es ist ganz interessant, dass just zu jener Zeit, als James White anfängt, diese ganzen alten Schriften zu zitieren und wieder aufzubereiten, dass auch zumindest in der Um-Himes-Gruppe man sich wieder darauf besinnt, die alten prophetischen Daten zu bestätigen. Im "Advent Herald" gibt man zum Beispiel hier die historischen Quellen für das Datum 31 nach Christus an, und es gibt sehr großen Streit um den ersten Tags-Adventisten. Diejenigen um Himes, die bleiben im Prinzip bei 31 nach Christus, 34 nach Christus, lehnen aber 1844 ab, obwohl das keinen Sinn macht. Andere dagegen verschieben diese Daten und kommen dann bei 1850, 1854 raus. Das sind vor allem die Erst-Tags-Adventisten Hommage.
[18:30] Währenddessen bringt James White immer weiter neue Ausgaben raus, unter anderem auch hier ein katholisches, ein Abschnitt von Katholiken, die die Protestanten der Inkonsequenz bezichtigen, weil sie in der Frage des Sabbats und der Fußwaschung nicht nach Sola Scriptura, sondern nach der kirchlichen Tradition vorgehen. Und der Artikel von Crozier damals von 1846 über das Heiligtum wird wieder veröffentlicht und so weiter und so fort.
[19:01] Ellen White hat eine weitere Vision am 7. September, und dort geht es um die Vorbereitung auf das Ende. Sie sagt: "Der Herr zeigte mir, dass ein großes Werk für sein Volk getan werden muss, ehe es am Tage des Herrn bestehen kann." Diese Idee, Jesus kommt morgen, Jesus kommt übermorgen, das hatte zunächst geführt. Sie sieht, dass da noch etwas geschehen muss mit den Gläubigen. "Ich wurde auf solche hingewiesen, die behaupten, Adventisten zu sein." Also hier sind vor allem natürlich auch die Erst-Tags-Adventisten gemeint, aber die gegenwärtige Wahrheit, also den Sabbat zum Beispiel, verwerfen. Und dann weiter unten heißt es hier: "Ich sah, dass sie untereinander uneins waren, dass die Hand des Herrn auf ihnen lag und sie nun in der Sammelzeit spalten und zerstreuen würde, damit den köstlichen Edelsteinen unter ihnen, die früher irregeführt waren, die Augen geöffnet werden und sie deren wahren Zustand erkennen möchten. Wenn ihnen nun die Wahrheit durch die Boten des Herrn gebracht wird, sind sie vorbereitet, darauf zu hören, ihre Schönheit und Harmonie zu sehen und ihre früheren Gefährten und Irrtümer zu verlassen." Also viele, die bisher bei den Erst-Tags-Adventisten gewesen wären, würden zu den Sabbat-Adventisten kommen. Sie nehmen die kostbare Wahrheit an und nehmen einen Standpunkt ein, den sie auch in der Lage sind zu erklären. "Ich sah, dass jene, die dem Sabbat des Herrn widersprechen und nicht aus der Bibel beweisen können, dass unser Standpunkt falsch ist. Darum verleumden sie jene, die die Wahrheit glauben und lehren und greifen ihren Charakter an." Das ist ein oft gemachtes Mittel. Wenn man nicht mit der Bibel argumentieren kann, fängt man an, den Charakter anderer zu hinterfragen. "Viele, die einst gewissenhaft waren und Gott und sein Wort liebten, sind dadurch, dass sie das Licht der Wahrheit verworfen haben, verhärtet worden. Darum zögern sie nicht, jene, die den heiligen Sabbat lieben, auf gottlose Weise falsch darzustellen und falsch zu beschuldigen, wenn sie dadurch den Einfluss von furchtlosen Verkündigern der Wahrheit schädigen können. Aber diese Sachen werden das Werk Gottes nicht hindern." Das ist eine sehr ermutigende Vision. Es ist vielmehr eine Tatsache, dass der Weg, den jene einschlagen, die die Wahrheit hassen, oft genau das Mittel ist, anderen die Augen zu öffnen. Wer gegen die Wahrheit kämpft, fördert eigentlich die Wahrheit. Alle Edelsteine werden herausgebracht und gesammelt werden, denn die Hand des Herrn ist ausgestreckt, um die Übrigen seines Volkes zu erwecken, und er wird sein Werk herrlich hinausführen. Wir, die wir der Wahrheit glauben, sollten sehr vorsichtig sein, damit wir keinen Anlass geben, dass das Gute, das wir tun, als übel bezeichnet wird. Auch sehr wichtig. Wir sollten darauf achten, dass jeder Schritt, den wir tun, in Übereinstimmung mit der Bibel ist. Denn solche, die die Wahrheit, die Gebote Gottes hassen, werden über unsere Fehltritte und Vergehen vorlocken, wie es die Gottlosen im Jahr 1843 taten. Wann immer der Fanatismus aufgetaucht ist, war das zum Schaden der Sache Gottes."
[21:49] Und dann sagt sie hier, das können wir überspringen. Das ist eine spätere Vision. Hier.
[21:55] Herr Edson bringt dann auch noch eine extra Ausgabe dieses "Advent Review" heraus. Und zwar, könnt ihr es lesen hier? "An Appeal to the Laodicean Church." Was heißt das übersetzt? "Ein Aufruf an die Gemeinde Laodicea." Und Gemeinde Laodicea, im Sprachgebrauch von 1850, sind nicht die Sabbat-Adventisten. Die sehen sich nicht als Laodicea, die sehen sich als Philadelphier, weil sie immer noch in dem gleichen Geist von 1844 sind. Laodicea, das sind die Erst-Tags-Adventisten, die 1844 aufgegeben haben und die jetzt lauwarm geworden sind, die so halb wieder in die Welt zurückgegangen sind. Und der Herr Edson hat einen langen Artikel und ruft sie aus: "Kommt doch auf, kommt doch zurück wieder zur originalen Position von 1844." Und interessanterweise ist er auch einer der ersten, der die Geschichte von Elia auf die Adventbewegung anwendet. Und schaut mal her, was er sagt. Er sagt, diese Elia-Geschichte hat eine typologische Parallele für die Zeit von 1844 bis 1848. Denn der Elia hat sich auch dreieinhalb Jahre lang versteckt. Und dann nach dreieinhalb Jahren kam er mutig und hat die Botschaft verkündigt. Und so ist es auch mit den Sabbat-Adventisten. Die waren von 1844 bis 1848 kaum zu sehen. Aber jetzt seit 1848 mit der Versiegelungsbotschaft sind sie wieder präsent. Und er sagt damit letztendlich, dass die Sabbat-Adventisten der endzeitliche Elia sind. Dritte Engelsbotschaft ist das Hauptthema. Und er sagt auch, dass die Lehre vom Zustand der Toten zwar wichtig ist, die Erst-Tags-Adventisten predigen da sehr viel drüber, aber er sagt, es ist nicht das Wichtigste. Die Gebote Gottes und der Glaube an Jesus sind jetzt die gegenwärtige, wichtigste Wahrheit.
[23:42] Vierte Ausgabe vom "Advent Review". Da bringt der James White selbst einen Artikel und auch von Joseph Bates und vom Crozier noch andere Artikel. Und er sagt, naja, so eine Bewegung wie damals 1844, das würde den Erst-Tags-Adventisten helfen, jetzt wieder zusammenzukommen. Und dann werden all diese vier Ausgaben noch zusammengebracht als ein kleines Büchlein und als "Advent Review" in die Welt hinausgesandt, um möglichst viele daran zu erinnern, was sie mal 1844 geglaubt haben und so sie zurückzuholen.
[24:23] Es ist interessant hier. Himes und seine Mitstreiter in Boston sind sich mittlerweile sicher, dass Daniel 8 und 9, oder anders ausgedrückt, dass die Daten für Daniel 9 komplett korrekt sind und dass eigentlich 1844 irgendwas passiert sein müsste. Aber da ja nichts passiert ist, kann es diese Verbindung nicht geben. Und sie sind einfach total unschlüssig, wie sie damit umgehen sollen. Daniel 9 bestätigen sie, aber Daniel 8 können sie nicht mehr erklären. Aber die Erklärung der Sabbat-Adventisten mit dem Heiligtum wollen sie nicht annehmen, weil das heißt Fanatismus. Und das ist so ein bisschen das Problem.
[25:10] Dann, am 9. September wird Kalifornien der 31. Bundesstaat und damit haben die USA jetzt endgültig die Westküste erreicht. Der Goldrausch hat dort tausende Leute hingespült, die dort jetzt anfangen diesen Bundesstaat zu fördern.
[25:22] Eine andere Sache beginnt langsam die amerikanische Gesellschaft sehr zu beeinflussen. Das ist die Frage der Sklaverei. Vor allem deswegen, weil am 18. September ein verschärftes Gesetz herausgeht, das sagt, wenn Sklaven aus dem Süden entlaufen sind und in den Norden gekommen sind, dann müssen sie in den Süden zurückgeschickt werden. Und das sind schon die ersten Vorzeichen des brodelnden Konfliktes, der in den nächsten Jahren immer stärker werden wird und der dann auch die Adventbewegung ziemlich in Mitleidenschaft gezogen hat, wie wir dann auch sehen werden.
[26:06] Und jetzt kommen wir zu einer Vision, für die ich mir ein bisschen Zeit nehmen möchte, weil sie heute so oft zitiert wird und gerade in bestimmten Gruppen von Leuten oft missverstanden wird. Und ihr werdet sehen, wie wunderbar das ist. Ihr habt ja gemerkt, oder ich habe es schon mehrmals erwähnt, dass zu der Zeit es etliche Erst-Tags-Adventisten gab, vor allem Marsh und andere, die neue Daten für die Wiederkunft gesetzt hatten. Man hatte 1845 gesetzt, 1846, 1847, 1848, 1849, 1850 war jetzt das neue Datum. Man hatte auch schon Daten für 53 und 54 immer wieder und immer wieder, immer wieder, bis irgendwann keiner mehr irgendwas geglaubt hat. In dem Zusammenhang, sagt Ellen White am 23. September 1850: "zeigte mir der Herr, dass er seine Hand zum zweiten Mal ausgestreckt hat, um die Übrigen seines Volkes zu befreien und dass die Anstrengungen in dieser Sammelzeit verdoppelt werden müssen." Wir haben ja gelernt, ab 1844 nennen wir die sogenannte Zerstreuungszeit. Die Miller-Bewegung ist zerbrochen in ganz viele kleine Teile und die haben lange gebraucht, bis sie sich finden. Aber jetzt 1849, 1850 beginnt die Sammelzeit und Gott, nachdem die Wahrheit gefunden ist, nachdem die gegenwärtige Wahrheit definiert ist, beginnt Gott die Leute zu sammeln auf die dritte Engelsbotschaft. Und sie sagt, dass die Anstrengungen verdoppelt werden müssen. In der Zerstreuung war Israel geschlagen und verwundet, aber nun in der Sammelzeit will Gott sein Volk heilen und verbinden. Das ist die Vision, die jetzt sagt, solch eine Zerstreuung wie seit 1844 wird es erstmal nicht wieder geben. Es wird jetzt vorangehen, es wird aufwärts gehen, die Gemeinde wird wachsen. Während der Zerstreuung hatten die Bemühungen, die Wahrheit auszubreiten, nur wenig Erfolg. Deswegen hat es kaum Missionen gegeben. Man hat sich nur in Konferenzen getroffen, hat den Sabbat studiert, hat das so studiert, aber kaum richtig Missionen gemacht. Sie konnten nur wenig oder nichts ausrichten. Doch während der Sammelzeit, also jetzt 1850, in der Gott sein Volk sammelt, werden die Bemühungen, die Wahrheit zu verbreiten, den beabsichtigten Erfolg haben. Alle sollten einig und eifrig in diesem Werk sein. "Ich sah, dass es Unrecht war, wenn sich einige auf Begebenheiten während der Zerstreuungszeit beriefen, zum Beweis, wie wir uns jetzt in der Sammelzeit verhalten sollten." Mit anderen Worten, jetzt bricht eine neue Ära an. Wir können uns nicht mehr so verhalten wie 1847 und 1846, das ist Vergangenheit. Wir müssen jetzt eine neue Aufgabe wahrnehmen. Denn wenn Gott jetzt nicht mehr für uns tun würde, als er damals tat, würde Israel nie gesammelt werden.
[28:32] Und jetzt kommen wir zu dem spannenden Teil. "Ich habe gesehen, dass die Herstellung der prophetischen Karte von 1843 von der Hand des Herrn geleitet war und dass sie nicht geändert werden sollte." Ihr könnt euch diese Karte erinnern, die Charles Fitch 1842 gemacht hatte mit den ganzen prophetischen Daten, den Tieren, Daniel 2 und so weiter und so fort. Und jetzt haben immer wieder Erst-Tags-Adventisten die Daten geändert, neue Daten gesetzt. Und sie sagt, das soll nicht geschehen. Gott hat diese Karte ja geführt. Und dann sagt sie sogar: "Die Zahlen waren so, wie er sie haben wollte. Seine Hand bedeckte sie. Und jetzt Achtung, verbarg einen Fehler in einigen der Zahlen." Dieses Zitat ist in der letzten Zeit schwer diskutiert worden, weil einige behaupten, dass dieses Zitat bedeutet, dass es auf jener Karte nur einen einzigen Fehler gibt. Welcher Fehler ist der ganz offensichtliche? 1843. Ja, das ist offensichtlicher Fehler. Jetzt sagt aber Ellen White in diesem Zitat nicht im englischen "one mistake", sondern "mistake". Also, wenn ich sage, ich versuche den Deutschen den Unterschied zu machen, ich kann sagen, ich habe gestern einen Fehler gemacht. Habt ihr schon mal gesagt, ihr habt gestern einen Fehler gemacht? Wenn ich sage, ich habe gestern einen Fehler gemacht, heißt das, dass ich sonst alles richtig gemacht habe, ja oder nein? Nicht unbedingt, oder? Wenn ich sage, ich habe einen Fehler gemacht, will ich damit ausbringen, ich habe einen Fehler gemacht. Wenn ich aber sage, ich habe einen Fehler gemacht, ja, dann sage ich, ansonsten war ich perfekt. Wenn ich im Englischen sagen will, ich habe genau einen und nicht zwei, nur einen, dann würde ich sagen "one mistake" oder "only one mistake". Aber wenn ich einfach sagen will, ich habe einen Fehler gemacht, es geht um den Fehler, nicht um einen, dann sage ich "mistake". Das bedeutet also nicht, dass alles andere auf der Karte automatisch hundertprozentig richtig ist. Ich beziehe mich vor allem hier auf diese Debatte um die 2025 Jahre, auf die wir später nochmal zu sprechen kommen.
[30:40] Sie sagt nämlich sogar, dass der Fehler in einigen der Zahlen, also einige der Zahlen waren fehlerhaft, sodass ihn niemand sehen konnte, bis er seine Hand wegzog. Und dann sagt sie: "Dann sah ich bezüglich des täglichen, das ist das nächste heiße Eisen, in Daniel 8, Vers 12, dass das Wort Opfer nicht zum Text gehört und dass der Herr die richtige Ansicht darüber denen gab, die die Stunde des Gerichts verkündigten." Ihr wisst, dass in Daniel 8 und auch in Daniel 11, da dieses "täglich" erwähnt wird. Da steht im Deutschen: "Das tägliche Opfer wurde hinweggetan." Miller hatte geglaubt, dass dieses tägliche Opfer sich auf das Heidentum bezieht, das heidnische Rom oder die heidnischen Barbaren, die ihre Opfer bringen, würden christianisiert werden und dadurch ist das Papsttum entstanden. Das war so seine Theorie und die auch später in der Adventgemeinde lange, lange geglaubt worden ist oder die vorherrschende Theorie war. Eine andere Theorie war die von Crozier, dass es sich hierbei beim täglichen um den täglichen Dienst Jesu im himmlischen Heiligtum handelt und dass der weggenommen wird, indem das Papsttum jetzt die eigene Messe und die eigenen Priester annimmt. Und man hat dieses Zitat versucht als Beweis zu nehmen, dass Ellen White die Theorie von Miller bestätigt hat, weil sie sagt ja nicht, dass die richtige Ansicht darüber denen gegeben worden ist, die die Stunde des Gerichts verkündigten. Die Frage ist, was meint Ellen White hiermit genau?
[32:11] Schauen wir ein bisschen weiter. Vor 1844, als Einigkeit herrschte, hatten alle eine richtige Ansicht vom täglichen, aber in der Verwirrung seit 1844 wurden andere Ansichten angenommen und Finsternis und Verwirrung waren die Folge. Und jetzt schauen wir den nächsten Satz an, der erklärt es: "Seit 1844 ist Zeit, also für die Wiederkunft, kein Prüfstein mehr gewesen und niemals wieder wird ein berechneter Zeitpunkt ein Prüfstein des Glaubens sein. Der Herr hat mir gezeigt, dass die dritte Engelsbotschaft den zerstreuten Kindern Gottes verkündigt werden muss, aber dass sie nicht an Zeit gebunden werden darf." Warum? Sie sagt in einem Abschnitt spricht sie erst davon, die Karte nicht ändern. Dann sagt sie, das tägliche soll nicht neu interpretiert werden. Und dann sagt sie, keine andere Zeit. Der Grund ist ganz einfach: Viele Erst-Tags-Adventisten hatten die Berechnung der 2300 Tage ganz neu vorgenommen und nicht mehr mit Daniel 9 berechnet, weil das geht ja nicht mehr, wenn man 1850 rauskommen würde und 1852, sondern sie hatten ein imaginäres Datum genommen.
[33:20] Und ich habe heute eine Karte gefunden im Internet und ich bin ganz begeistert, dass ich sie gefunden habe und ich hoffe, dass ihr, wenn ihr das seht, seht, warum ich so begeistert bin. Weil das jetzt genau eine dieser prophetischen Karten ist, auf die sich Ellen White bezieht von Erst-Tags-Adventisten. Das ist eine Karte von Cummings aus dem Jahre 1854, der berechnet hatte, dass Jesus 1855 kommen würde. Könnt ihr das sehen? Die 2300 Jahre fangen jetzt bei ihm wo an? 446. Wann fangen sie wirklich an? Kommt, kommt, kommt. 457. Man hat also das Datum einfach willkürlich nach vorne geschoben, damit jetzt man eine neue Zeit ausrechnen konnte. Und schaut mal, womit das bei ihm in Verbindung steht. Da steht hier "Daily Sacrifice", tägliches Opfer. Also Ellen White kannte solche Karten und wusste, da gibt es Erst-Tags-Adventisten, die setzen neue Anfangsdaten verbunden mit einem vermeintlichen täglichen Opfer. Und dann sagt sie: "Hey, das Wort Opfer steht gar nicht im Text. Und zweitens, die Ansicht vom Täglichen. In Bezug auf das Tägliche hatten die Milleriten die richtige Ansicht. Und nämlich, dass es nicht der Anfangszeitpunkt ist, sondern einfach in den prophetischen Ketten an einer anderen Stelle steht, nämlich im Jahre 508." Ellen White hat übrigens später gesagt, dass sie nie Licht darüber bekommen hat, was genau das Tägliche ist. Dass sie dieser Frage nie Licht gehabt hat und dass es verschiedene Ansichten dazu gab, ob es jetzt das Heidentum oder der Dienst im himmlischen Heiligtum ist und dass es auch weiterhin so sein wird. Aber ich wollte euch das gezeigt haben, falls ihr mal darüber stoßt, Leute behaupten in frühen Schriften, sagt doch Ellen White, nicht wahr, dass das Tägliche genau das ist, dann wisst ihr, was der Hintergrund ist. Der Hintergrund sind solche Karten. Und damit ist diese Frage eigentlich geklärt.
[35:14] Und dann sagt sie hier: "Ich sah, dass manche durch Festsetzung der Zeit in eine falsche Aufregung gerieten. Doch die dritte Engelsbotschaft ist mächtiger als Zeitbestimmung. Ich sah, dass diese Botschaft ihre eigene Grundlage hat und keiner stärkenden Zeitbestimmung bedarf." Immer wieder gibt es Splittergruppen, die anfangen, Zeiten zu setzen. Das brauchen wir nicht. "Ich sah, dass sie mit Macht ausgehen, ihr Werk tun und in Gerechtigkeit abgebrochen werden wird."
[35:43] Dann wurde ich auf solche hingewiesen, die in dem großen Irrtum sind, zu glauben, es sei ihre Pflicht, nach dem alten Jerusalem zu gehen. Das war ebenfalls Marsh, der gesagt hat, wir müssen erst noch die Juden dort in Jerusalem bekehren. Und auch heute gibt es Leute, die eine besondere Bürde sagen, wir müssen irgendwas in Israel tun. Sie denken, dass sie dort ein Werk zu tun haben, ehe der Herr kommt. Sie denken, ja genau, solche eine Ansicht ist dazu angetan, die Gedanken und das Interesse vom gegenwärtigen Werk Gottes unter der dritten Engelsbotschaft abzuwenden. Denn jene, die denken, dass sie nach Jerusalem gehen müssen, werden ihre Gedanken dort haben und ihre Mittel werden dem Werk der gegenwärtigen Wahrheit vorenthalten und dazu verwendet, sie selbst und andere nach Jerusalem zu bringen. Ich sah, dass eine solche Mission nichts wirklich Gutes bewirken wird und dass es lange dauern wird, bis nur einige Juden an das erste Kommen Jesu glauben. Wie viel mehr noch, bis sie an das zweite Kommen glauben werden? Interessant, nicht wahr? Ich sah, dass Satan manchen diese Sache sehr irre geführt hat und dass Menschen, die in ihrer Umgebung leben, ihre Hilfe brauchten und zum Halten der Gebote Gottes geführt werden könnten. Doch sie ließen sie verloren gehen. Heute gibt es so viele Christen, die ihre Augen fast ausschließlich auf Israel gerichtet haben und das Heilige Land und dies und jenes und bewirken fast nichts und verlagern deswegen die gegenwärtige Wahrheit. Ich sah auch, dass das alte Jerusalem niemals wieder aufgebaut werden wird, so wie es mal gewesen ist, ursprünglich. Interessant, nicht wahr? Es gibt ja heute noch diese Hoffnungen, den alten Tempel wieder aufzubauen und alles so wie früher zu machen. Ellen White hat gesehen, das wird nie passieren. Und dass Satan sein Möglichstes tut, um die Gedanken der Kinder Gottes jetzt in der Sammelzeit auf diese Dinge zu lenken, so will er sie davon abbringen, ihr ganzes Interesse dem gegenwärtigen Werk des Herrn zuzuwenden. Er beeinflusst sie auf diese Weise, die notwendige Vorbereitung auf den Tag des Herrn zu vernachlässigen. Also, das ist eine ganz, ganz berühmte Vision. Solltet ihr unbedingt mal gehört haben.
[37:27] Am 27., 26. bis 29. September traf man sich hier in Sutton, Vermont, zu einer allgemeinen Konferenz. 70 Leute kamen zusammen, um über bestimmte Punkte zu reden, und es war große Harmonie. Die Zeit des viel Diskutierens über Theologie war schon längst vorbei. Die Wahrheit war etabliert. Ellen White hat eine Vision von den letzten Plagen und vom Gericht. Nur ein paar Zitate ganz kurz. "Durch die Stimme Gottes werden die Heiligen mächtig und schrecklich sein wie ein Herr mit Bannern. Aber sie werden dann noch nicht das Gericht vollziehen. Die Vollstreckung des Gerichts findet am Ende der 1000 Jahre statt, nachdem die Heiligen mit Unsterblichkeit bekleidet, mit Jesus aufgenommen sind, nachdem sie ihre Hafen, ihre Kleider, ihre Kronen empfangen haben und in die Stadt eingetreten sind, werden sie mit Jesus zu Gericht sitzen." Also all diese Visionen sind wie Puzzlestücke, die dieses ganze Thema der Endzeit immer mehr deutlicher beschreiben und die ganzen Details ausfüllen. "Das Buch des Lebens enthält die guten Taten der Heiligen. Das Buch des Todes enthält die bösen Taten der Gottlosen. Diese Bücher werden verglichen mit dem Gesetzbuch der Bibel und dementsprechend werden die Menschen gerichtet. Die Heiligen sprechen im Einklang mit Jesus das Urteil über die toten Gottlosen." Das war während der 1000 Jahre. Dann heißt es hier: "Die Strafe, die sie bei der Vollziehung des Gerichts empfangen sollen, wird hinter ihrem Namen eingetragen." "Ich sah, dass dieses Werk der Heiligen mit Jesus während der 1000 Jahre in der heiligen Stadt ist, ehe sie auf die Erde herabkommt. Am Ende der 1000 Jahre verlässt Jesus mit den Engeln und den Heiligen die Stadt und so weiter und so fort." Wir springen jetzt aus Zeitgründen. Hier: "Während Satan sein Heer ordnete, befanden sich die Heiligen in der Stadt und betrachteten die Schönheit und Herrlichkeit des Paradieses Gottes. Jesus war in ihrer Spitze und führte sie. Plötzlich hatte der Herr uns verlassen. Bald hörten wir wieder seine wohlklingende Stimme, als er sagte: 'Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, erbt das Reich, das euch bereitet ist, von Anbeginn der Welt an.' Wir versammeln uns um Jesus und gerade als er die Tore der Stadt wurde der Fluch über die Gottlosen ausgesprochen. Die Tore wurden geschlossen." Naja, wir lesen nicht alles. Und dann heißt es hier: "Die Gottlosen sahen dann, was sie verloren hatten und es fiel Feuer vom Gott auf sie und verzerrte sie." Das war die Vollstreckung des Gerichts. Die Gottlosen empfingen dann, was die Heiligen in Übereinstimmung mit Jesus ihnen während der 1000 Jahre zugemessen hatten. Ganz interessant. Und dann heißt es: "Das Feuer reinigte die Erde, die zerrissenen, schroffenen Berge zerschmolzen vor großer Hitze und so weiter und so fort." Und dann wird die Erde neu geschaffen.
[40:01] 29. September. Papst Pius IX gibt eine sogenannte Zirkumskriptionsbulle heraus und die ordnet an, die Kirche in England neu zu organisieren, wieder erstehen zu lassen. So gibt es jetzt wieder eine Kirchenhierarchie, eine katholische in England.
[40:26] Hier hatten wir die Konferenz in Sutton und dann gibt es weitere Konferenzen in Topsham und auch in Fairhaven. Und bei diesen Konferenzen beginnt sich etwas immer mehr zu zeigen, was in der frühen Adventbewegung immer wieder aufgetreten ist, nämlich so ein Hang zur Emotionalität und zu extatischen Erfahrungen. Da wird dann laut gejubelt, da wird laut gesungen, da stehen auch mal alle gleichzeitig auf und preisen den Herrn. Manchmal ist es auch so laut, dass man nicht mehr unterscheiden kann, wer weint gerade und wer preist den Herrn gerade. Und wir haben auch schon in den letzten Folgen gesehen, da gibt es ab und zu auch mal das Sprechen in unbekannten Zungen, also in Fremdsprachen. Und wir werden gleich sehen, dass Gott sich darauf nochmal darauf beziehen wird in Kürze.
[41:11] Auf unserer Rückreise zu Bruder Nichols gab mir der Herr eine Vision. Jetzt schaut mal hier, das ist sehr interessant. Und zeigte mir, dass die Wahrheit auf Tafeln geschrieben werden müsste und es würde dazu führen, dass sich viele für die Wahrheit der dritten Engelsbotschaft entscheiden würden mit den ersten beiden, die bereits auf Tafeln geschrieben worden sind. Jetzt Tafeln meint natürlich nicht die Steine in den Tafeln, sondern es ist ein Hinweis auf Habakuk 2, mit anderen Worten, man sollte wieder eine Karte erstellen, so wie damals die erste und zweite Botschaft auf Tafeln geschrieben worden ist. Habakuk schreibt sie auf Tafeln auf. Man soll also eine neue Karte erstellen. Also dieselbe Ellen White, die einen Monat gesagt hat, die Karte soll nicht geändert werden, sagt hier, wir brauchen eine neue Karte. Was also heißt, diese 1843-Karte war nicht das Nonplusultra und es kann nichts Neues geben, sondern es heißt nur, die Hauptbotschaft der 1843-Karte bezüglich der Wiederkunft Jesu soll nicht geändert werden. Aber es heißt nicht, dass man nicht eine neue Karte machen kann und manche Dinge auch darauf anpassen kann. Nur das noch als Ergänzung.
[42:09] Und dann am späten Oktober kommt man in Paris, Maine, an. Ellen White schreibt dort eine ganze Reihe von Visionen zusammen. Da gibt es viele Punkte, die wichtig sind, auch um finanzielle Unterstützung des Werkes Gottes. Sie schreibt unter anderem auch, dass man das Abendmahl nicht in Gegenwart von Ungläubigen einnehmen sollte, dass man, wenn man um Heilung betet, dass auch dort keine Ungläubigen gegenwärtig sein sollten. Sehr interessant. Und so weiter hat sie diese Visionen gehabt. Und man entscheidet sich, hier in Paris zu bleiben. James und Ellen White werden jetzt dort wohnen, sind quasi wieder umgezogen. Viele hatten es ja ohnehin nicht gehabt. Und dort will James White jetzt weiterhin die Zeitung herausbringen. Also ihr seht, die sind wirklich viel unterwegs gewesen und haben nicht irgendwo sich groß niederlassen können.
[43:01] Am 4. November schreibt dann Joseph Bates an James White und sagt: "Es ist ganz erstaunlich, in den letzten Wochen habe ich viel mehr Erfolg als sonst. Immer mehr Leute haben Interesse am Sabbat, immer mehr Leute haben Interesse an dem, was Ellen White als Sammlungszeit beschreibt, beginnt tatsächlich." Plötzlich, nach sechs Jahren, nach der großen Enttäuschung, spüren James White und Joseph Bates, es gibt wieder größere Mengen an Leuten, die Interesse haben. Das ist eine ganz, ganz spannende Zeit.
[43:31] Noch einmal kommt der "Advent Review" raus, ein bisschen was von Joseph Bates. Und auch "The Present Truth" kommt nach vielen Monaten mal wieder raus, mit Themen über den Sabbat, Viertes Gebot, Sabbat-Kontroverse. Und mit einem interessanten Ende. Da gibt es nämlich erstmal Leserbriefe, unter anderem von Samuel Rhodes und von Keyes, der als allererster 1859 schreibt, dass das Bild des Tieres in Offenbarung 13 die Verbindung von Kirche und Staat sein müsse. Bis dahin hat sich noch kein Drittel mit Offenbarung 13 beschäftigt, im zweiten Teil. Und Keyes ist der Erste, der sagt: "Hey, das könnte irgendwie was mit Kirche und Staat zu tun haben." Und noch interessanter ist Folgendes. Es gibt einen Artikel mit der Überschrift "Schweinefleisch". Es muss einige Sabbat-Adventisten gegeben haben, die schon 1850 gesagt haben: "Hey, die Bibel verbietet Schweinefleisch." Und James White schreibt einen Artikel und sagt: "Hey, Moment mal, stopp. Das steht auch in der Bibel gar nicht." Und sagt, naja, also wenn man zu viel Schweinefleisch isst, dann ist das sicherlich übermäßig und dann ist das ungesund. Aber in der Bibel gibt es keinen Hinweis, dass im Neuen Testament Schweinefleisch verboten ist. Und dann zitiert er sogar, haltet euch fest, er zitiert die Vision von Petrus, wo die unreinen Tiere drin sind. Und naja, ihr seht, es gab noch viel zu lernen.
[44:52] Derselbe Case, der über Kirche und Staat gesprochen hat, entdeckt in der Zeit auch, dass dieser Glutwein in der dritten Engelsbotschaft, der eingeschenkt ist in den Kelch seines Zornes, dass das offensichtlich die sieben letzten Plagen sein müssen. Und dass demzufolge die sieben letzten Plagen Teil der dritten Engelsbotschaft sind. Das ist uns heute ganz logisch. Das war denen aber gar nicht aufgefallen. Also nach sechs Jahren hat einer gesehen, hey, die dritte Engelsbotschaft beinhaltet die sieben letzten Plagen. Und das wird natürlich dann auch noch wichtiger. Und dann auf dieser Konferenz in Paris, da gibt es auch wieder so ein bisschen Emotionalität, da wird auch wieder so viel. Also es kommt immer wieder vor jetzt in dieser Zeit.
[45:34] Aber es gibt auch einen Plan. Nämlich James White und die anderen denken sich: "Jetzt haben wir zwei Zeitschriften. Eine ist für den Sabbat und für die gegenwärtige Wahrheit. Die andere ist für die Vergangenheit, die milleritischen Positionen. Warum machen wir nicht aus beiden Zeitschriften eine größere Zeitschrift?" "The Present Truth" war der Sabbat, "Advent Review" war Adventgeschichte, 1844, Adventbewegung. Und daraus machen wir jetzt gemeinsam den "Advent Review and Sabbath Herald". Also die Adventrückschau und den Sabbatboden. Und was wisst ihr wahrscheinlich, dass diese Zeitschrift bis heute existiert. Ist bis heute das Standardorgan der Siebentage-Adventisten weltweit. Review und Herald. Das ist unsere Gemeinschaftszeitung, die offizielle. 1850 am 17. November beschlossen.
[46:40] Und hier haben wir natürlich auch, wie immer, ein Original. Erste Ausgabe 1854. Und hier seht ihr die vier Herausgeber: Joseph Bates, Rhodes, der Mann aus dem Wald, G.N. Andrews, der mit 21 Jahren wie ein Komet sofort in die Leiterebene der Sabbat-Adventisten aufsteigt, weil er ein brillanter Mann gewesen ist. Und James White. Und ratet mal, worum es in dieser Zeitschrift geht. Wann wurde Sabbat eingesetzt? Der Sabbat, Autorität für die Änderung des Tages. Also Sabbat ist wieder das Hauptthema. Übrigens, wenn ihr das genau gelesen habt, hier: "Terms" heißt also Bedingung. Was steht hier? "Gratis." Also wiederum, diese Zeitschrift war umsonst und lebte allein auf Spendenbasis. Man wollte einfach nicht Geld dafür nehmen. Sehr interessant.
[47:33] Und dann gibt es einen Artikel von Bates ebenfalls über die Gemeinde Laodicea. Und da sagt er, das sind die Elben, die Adventisten. Das sind die, die 1844 abgelehnt haben. Himes und Miller und wie sie alle heißen. Das ist Laodicea. Und er sagt: "Verlass Laodicea. Laodicea ist des Todes." Der Bates war einmal sehr stark und sehr deutlich, und da fuhr ein Zug drüber.
[47:58] Gleich im Dezember kommt die zweite Ausgabe auf. Und auch dort geht es um den Tag, den die Apostel und die Urchristen gehalten haben. Und G.N. Andrews schreibt seinen ersten Artikel über den Sabbat. Er wird mal einer der größten Gelehrten über den Sabbat, den wir als Gemeinde gehabt haben. G.N. Andrews und der Sabbat. Und dann natürlich das Neuheitstest damit hier: "Zeugnis über die Gebote Gottes" und so weiter und so fort. Und ein interessanter Artikel, den ich nicht euch vorenthalten möchte.
[48:20] James White schreibt hier: "Unsere gegenwärtige Position. Wo stehen wir? Die 2300 Jahre sind die wichtigste Säule des Adventglaubens und 1844 darf man nicht aufgeben und werden wir nicht aufgeben. Das ist das Rückgrat unserer gegenwärtigen Position."
[48:38] Vielleicht könnt ihr euch an die noch erinnern. 1844 hatte diese Frau, die Oaks Preston, hatte den Frederick Wheeler als ersten milleritischen Prediger für den Sabbat bekehrt. Und Frederick Wheeler nimmt 1850 die dritte Engelsbotschaft an und wird Teil der Sabbat-Adventisten. Die Schwester Preston hat das erst mal nicht getan. Die hatte so komische Dinge von James White und Ellen White gehört. Die wollte mit denen nichts zu tun haben. Und naja, aber es ist eine ganze Gruppe dort um Frederick Wheeler wird Teil dieser Gemeinde.
[49:18] Letzte Ausgabe des Jahres. "Die Geschichte des Sabbats von der Zeit Konstantins bis zur Reformation und der Mitternachtsruf in der Vergangenheit. 1844 hat die Prophetie erfüllt."
[49:34] Und eine letzte Vision. Und zwar, schaltet euch fest, am 24. Dezember. Also Gott hat offensichtlich keine Weihnachten gefeiert, sondern er gibt Ellen White diese Vision. "Wir vereinten uns letzten Abend im Gebet, dass der Geist des Herrn auf uns fallen möge. Wir wollten wir so eine Zeit haben, so eine emotionale Zeit. Gott hörte unsere ernsten Rufe. Ich hatte eine Vision." Jetzt achtet, was Gott sagt. Und das hat unsere Gemeinde bewahrt, mal wieder vor einer Katastrophe. "Ich sah, wie groß und heilig Gott war. Der Engel sagte: 'Wandelt vorsichtig vor ihm, denn er ist hoch und erhaben und der Saum seiner Herrlichkeit erfüllt den Tempel.' Ich sah, dass im Himmel alles in vollkommener Ordnung war. Der Engel sagte: 'Schaut, Christus ist der Kopf, bewegt euch wie ordentlich, bewegt euch ordentlich. Alles soll eine Bedeutung haben.'" Also wenn ihr nur rumschreit und sagt: "Halleluja, preist den Herrn" und ihr gar nichts euch dabei denkt, dann ist das nicht so wirklich das, was Gott möchte. Der Engel sagte: "Seht und erkennt, wie vollkommen, wie wunderschön die Ordnung des Himmels ist, folgt ihr." Dann wies der Engel auf Fairhaven, also damals, wo sie diese Konferenzen gehabt haben, und sagte: "Ihr habt euch nicht immer in Gott bewegt. Es hat ein Übertreiben jenseits des Wirkens Gottes gegeben und ihr habt euch in eurem Ich bewegt." Also einiges von diesen Übungen und diesem emotionalen Gottesdienst war nur eigenes Ich und war nicht Gottes Wirken. "Ich sah, dass das Denken vom Sterblichen weg zu Gott erhoben werden sollte. Ich sah, dass die Übungen in Gefahr waren, verfälscht zu werden, sodass frühere Meinungen und Erkenntnisse die Übungen zu einem Teil beherrschen, sodass man kein implizites Vertrauen in diese Übung haben kann." Also wenn jemand anfängt, in einer anderen Zunge zu reden oder wenn jemand anfängt, irgendwie laut zu rufen und sich zu preisen den Herrn, dann ist das nichts, wo man sagen kann, das ist automatisch immer das Wirken Gottes. Aber dann sagt sie: "Wenn jemand alles um sich herum nicht mehr wahrnimmt und in dem Zustand ist, den Paulus hatte und Gott zu ihm durch seine Engel kommuniziert, dann gibt es keine Gefahr eines Fehlers." Also wenn jemand wirklich die körperlichen Zeichen eines echten Propheten hat, das ist etwas, was wirklich echt ist. "Ich sah, dass wir zu allen Zeiten uns darum bemühen sollten, frei von ungesunder und unnötiger Erregung zu sein. Ich sah, dass es die große Gefahr gab, das Wort Gottes zu verlassen und sich zur Ruhe zu setzen und den Übungen zu vertrauen. Ich sah, dass Gott durch seinen Geist einigende Übungen an deiner Gruppe gewirkt hat. Aber ich sah Gefahr kommen." Ihr Lieben, ohne den Geist der Weissagung wäre unsere Gemeinde zu einer so charismatischen Splittergruppe geworden, die immer nur "Preist den Herrn" gerufen hätte. Ohne den Geist der Weissagung hätten wir wahrscheinlich niemals ein Verlagswerk. Ihr habt gesehen, immer wieder zu einem kritischen Zeitpunkt hat Gott eingegriffen und der Gemeinde wieder ein bisschen Richtung gegeben und sagt: "Das geht ein bisschen zu falsch in die Richtung, da lang."
[52:22] Also wir kommen zum Ende. Wie sieht die Gemeinde aus Ende 1850? Es gibt einige leitende Geschwister: James und Ellen White, ihr seht die Altersangaben. James war 29, Ellen war 23. Die hatte aber jetzt schon sechs Jahre Adventbewegung, also Erfahrung als Leiterin. Die war mit 17 zum Prophetenamt berufen worden. Stellt euch das mal vor. Und Joseph Bates mit 58, der alte Käpt'n. Es gab drei weitere Prediger, die quasi anerkannt waren in der Gruppe. Das waren Samuel Rhodes, der Mann aus dem Wald, John Andrews, knackige 21 Jahre alt, und George Holt. Ich habe keine Altersangabe von ihm gefunden, aber müsste so ähnlich wie Rhodes gewesen sein. Und mit Hiram Edson und David Arnold, weitere Leute, die sehr aktiv dabei waren, Theorien zu entwickeln und biblische Wahrheiten zu entdecken. Und die Gesamtzahl der Gemeinde, das ist jetzt meine Schätzung nach den Quellen, die man so hat, also sicherlich mittlerweile weit über 200, aber sicherlich unter 500, irgendwo so in dem Bereich, im unteren dreistelligen Bereich in der ganzen USA.
[52:22] Und damit mit diesem Jahr 1850 endet die Zerstreuungszeit. Damit endet die Zeit, wo man jahrelang gesucht hat nach einer Erklärung für 1844. Die hat man jetzt. Man hat die Erklärung, man hat den Sabbat, man hat die drei Engelsbotschaften. Es ist alles gesetzt. Jetzt kann es vorangehen. Und trotzdem bahnt sich der nächste Konflikt an. Das Jahr geht zu Ende und zwei Männer studieren das Heiligtum und beide haben interessante Theorien, die aber völlig gegeneinander gehen. Joseph Bates studiert das Heiligtum und stellt fest, dass Jesus ja dort, also dass der Priester das Blut sieben Mal an das Heiligtum gesprengelt hat, sieben Mal. Und so sagt er, das kann doch kein Zufall sein. Diese sieben Mal Besprengen sind bestimmt ein Symbol für sieben Jahre. Das heißt, der große Versöhnungstag geht bestimmt sieben Jahre. Und wenn er 1844 aufhört, angefangen hat, dann hört er wann auf? 1851, nächstes Jahr. So schreibt er ein Pamphlet und sagt, Jesus kommt 1851 wieder wegen den sieben Mal Besprengen.
[54:23] Hiram Edson dagegen studiert was ganz anderes. Er studiert, dass am großen Versöhnungstag auch der tägliche Dienst immer noch durchgeführt worden ist. Und das ist eine Revolution für ihn, denn das bedeutet, dass auch während des großen Versöhnungstages auch ganz normale Vergebung für Nicht-Adventisten möglich ist. Und das wird diese Idee von der geschlossenen Tür noch mal revolutionieren. Und das wird dann endgültig die Tür aufmachen, dass man eine Mission machen kann, nicht nur zu den Erst-Tags-Adventisten, sondern in die ganze Welt, egal wer oder wo das ist. Und nicht nur einzelne so mal, okay, das darf noch dabei sein, sondern aber beide sind da gerade nur dran, das zu studieren. Der Hiram Edson hat wirklich einiges getan. Und die Frage wird sein, 1851, wer von den beiden wird sich durchsetzen? Wird die Adventbewegung erneut für ein Datum sich entscheiden und auf 1851 warten? Oder werden sie die geschlossene Tür neu definieren, als die Tür, die zum Heiligen geschlossen war, aber trotzdem der tägliche Dienst noch möglich ist?
[55:31] Und wir werden dann sehen, dass es noch einen Dritten gab, den J.N. Andrews, der sich gedacht hat, also dritte Engelsbotschaft ist ja schön und gut, aber wir müssten auch wissen, wer ist denn dieses zweite Tier aus Offenbarung 13? Keiner hat es bisher studiert. Und der 21-jährige J.N. Andrews wird sich dran machen, eine spektakuläre Interpretation von Offenbarung 13 herauszufinden, die zu dem Zeitpunkt völlig absurd erscheint, aber die sich heute vor unseren Augen erfüllt. Und das werden wir dann Anfang nächsten Jahres sehen in "Das Tier aus der Erde". Da könnt ihr schon gespannt drauf sein.
[56:08] Jetzt haben wir eine fünfte Minute. Wir haben erst noch was ganz Wichtiges zu sagen, nämlich wir müssen unbedingt festhalten, dass wir nichts für die Zukunft zu befürchten haben, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Es heißt "Zurück in die Zukunft", so wie damals, als James White anfing, die Adventbewegung zum Inhalt seiner Zeitschriften zu machen. Also kurze Pause, fünf Minuten, und dann sehen wir uns zu Offenbarung 14 wieder. Bis dahin, Gottes Segen. Amen.
Lizenz
Copyright ©2014 Joel Media Ministry e.V.Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.