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In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ beleuchtet Christopher Kramp das Jahr 1851, insbesondere die Veröffentlichung von Ellen Whites Buch „Erfahrungen und Gesichte“. Er thematisiert die Umzüge der Whites, die Herausforderungen bei der Publikation von Zeitschriften und die Entstehung wichtiger Schriften. Zudem werden wichtige theologische Entwicklungen wie die Identifizierung der USA als das zweite Tier aus Offenbarung 13 und die wachsende Bedeutung der Gemeindeordnung behandelt. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der inspirierenden Geschichte von Annie Smith, die durch einen Traum zum Glauben fand und eine wichtige Mitarbeiterin wurde.


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Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

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Transkript

[0:00] Einen wunderschönen guten Abend, schön, dass ihr da seid, herzlich willkommen zu unserem Seminar "Die Zeit des Endes". Schön, dass ihr eingeschaltet habt auf joelmedia.de oder wenn ihr später diese Aufnahme euch anschaut.

[0:24] Zur 61. Folge. Heute wollen wir uns mit dem Buch "Erfahrungen und Gesichte" beschäftigen und der ganzen Geschichte drumherum. Ich bin mir ganz gewiss, dass viele von euch dieses Buch kennen oder mal gelesen haben oder mal wieder reingeschaut haben. Lohnt sich auf jeden Fall, wenn man die letzten Folgen auch gesehen hat, wie wir gleich sehen werden.

[0:43] Und zu Beginn möchten wir natürlich, wie jeden Abend, beten und möchte euch dazu einladen. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir zu dir kommen können und möchten dich bitten, dass du zu uns sprichst. Wir möchten dich bitten, dass wir aus der Geschichte lernen können und sehen können, wie du Stück für Stück deine Gemeinde aufgebaut hast, wie du die Botschaft Stück für Stück entfaltet hast und wie Wahrheit immer klarer wurde. Wir möchten dich bitten, dass wir daraus auch Mut schöpfen und Kraft für die Aufgaben, die vor uns liegen und Weisheit, damit wir wissen, wie wir Schritt für Schritt vorangehen können. Im Namen Jesu bitten wir dies. Amen.

[1:27] Also, wir sind immer noch im Jahre 1851 und heute wollen wir uns den zweiten Teil anschauen, vom Sommer bis zum Ende, das siebte Jahr nach der großen Enttäuschung. Und im Sommer sind die Whites mal wieder umgezogen, James White und Ellen White. So richtig an einem Ort länger als mehrere Monate sind sie nie geblieben in diesen ersten Jahren. Und im Sommer entscheiden sie sich, hier von Paris in Maine etwas zentraler hier nach, in die Nähe von Saratoga Springs, ein mittlerer Ort hier im Bundesstaat New York zu ziehen und da ganz genau hier in so ein Nebendorf hier, das hieß Balston Spa.

[2:08] Der Grund unter anderem war dafür, es gibt ja viele Gläubige hier, aber auch viele Gläubige da, im Westen von New York und wenn man von hier aus die Zeitschrift publiziert, dann kann man schneller alle erreichen, das heißt zentraler. Hier haben wir mal ein Bild direkt aus dem Jahr 1851 von jener Stadt, so sah das ungefähr aus. Hier ist der James White alle zwei Wochen hin und hat die Manuskripte hingebracht und dann später dann die Zeitschrift wieder abgeholt hier in Saratoga Springs.

[2:39] Und dann am 21. Juli haben sie nach längerer Vorbereitung eine extra Ausgabe hervorgebracht. Ich habe euch ja letztes Mal gesagt, man hatte jetzt in dieser neuen Zeitschrift, Revue and Herald, keine Ellen White Visionen mehr abgedruckt, man wollte erstmal kein Vorurteil erzeugen. Da allerdings viele der Geschwister unbedingt mal wieder so ein paar Visionen sehen wollten auch gedruckt, hat man sich zu dieser extra Ausgabe entschieden, die und das heißt es dann in der Ausgabe auch explizit nicht so sehr zum Verteilen an andere gedacht ist, sondern mehr für den internen Gebrauch. Und dort wurden einige der alten Visionen, die man gut kennt, ich war die erste Vision und einige dieser ganz frühen, nochmal abgedruckt und auch zum ersten Mal so ein kleiner Mini-Abriss von ihrer Erfahrung so als Jugendliche und was sie so erlebt hat in der Miller-Bewegung.

[3:30] Und das Ganze hatte den Titel, der Artikel hieß dann "Experience and Views" und das heißt übersetzt, Experience heißt Erfahrung und Gesichte, genau. Aber als sie diesen Artikel zusammengestellt haben, haben sie gemerkt, es gibt eigentlich so viele wichtige Visionen, die können wir gar nicht in diese Ausgabe hier hineinbringen, da müsste man eigentlich ein kleines Büchlein machen. Und während sie daran arbeiten, fassen sie den Entschluss, das Ganze nochmal aufzugreifen und statt eines Artikels dann ein ganzes kleines Pamphlet von 64 Seiten zu drucken. Hier steht es: "Wir haben uns entschieden, den Artikel Erfahrung und Gesichte mit anderem Material von derselben Natur in einem kleinen Pamphlet zu drucken, zu veröffentlichen." Und das war im Prinzip eigentlich die Geburtsstunde dieses Buches.

[4:24] Man hatte dann überschlagen, wie viel das kosten würde und man kam auf ungefähr 200 Dollar. 200 Dollar klingt nicht besonders viel, aber 200 Dollar in unserer heutigen Umrechnung sind ungefähr, nein, das stimmt gar nicht, 30 Dollar. 30 Dollar klingt erstmal wirklich so, nicht wahr? In unserer heutigen Umrechnung sind das etwa 2600 Euro und die hat man nicht so nebenbei. Und dann gibt es einen Spendenaufruf, aber das Interessante ist, der Spendenaufruf war nicht generell, sondern man hat gesagt, nur diejenigen, die explizit dieses Buch haben möchten, die sollen spenden. Es gab immer noch einige, die mochten den Sabbat, die waren Sabbat-Adventisten, aber mit Ellen White, da waren sie so 60 Prozent übereinstimmend oder so. Und man hat von denen nicht verlangt, Geld zu spenden für dieses Buch.

[5:11] Und naja, in dieser Sonderausgabe nutzt man gleich die Gelegenheit und warnt die Geschwister, dass es dort einige Individuen gibt, die sich eingeschlichen haben in die Adventbewegung mal wieder und vorgeben, an den Sabbat zu glauben und an die Wiederkunft, aber in Wirklichkeit immer wieder diese Theorie von der geistlichen Ehe vertreten. Also diese Theorie, ich bin mit einer Person verheiratet und kann eine geistliche Ehe mit einer anderen führen. Und wohin das führt, das haben wir ja schon mehrmals gesehen. Das war ja damals, dieser Fanatismus schon Zeit ziemlich weit verbreitet und so hat man auch davor kräftig gewarnt.

[5:51] Naja, wie gesagt, die Whites sind da eingezogen in der Nähe von Saratoga Springs und haben erneut wieder nur mit geliehenen Möbeln gelebt. Also bisher haben sie noch nirgendwo mit eigenem Hausstand gelebt in all den Jahren. Und zum Glück kommen einige Freunde aus Maine mit, ihre Schwester Sarah mit ihrem Ehemann Stephen Belden und auch die Clarissa Bonfoy mit dem kleinen Edson, so dass ihr zweiter Sohn jetzt bei ihnen ist auch. Das ist natürlich eine gute Nachricht.

[6:22] Währenddessen ist Joseph Bates wie viele andere unterwegs und sucht die ganzen verschiedenen Siebenten-Tags-Adventisten auf, um ihnen den Sabbat zu bringen. Hier zum Beispiel in Boston. Fast zur gleichen Zeit, Anfang August, erreicht dieser Mann hier, das ist David Livingstone, vielleicht habt ihr von dem gehört, der große Afrikamissionar, der nicht damit zufrieden war, einfach nur an der Südküste von Südafrika so ein paar Missionsstationen zu haben, der in das Innere von Schwarzafrika hineingedrungen ist und der erreicht nach langer Reise den Oberlauf des Sambesi, also im nördlichen Botswana, damals Botswana-Land und fängt von dort an den Sambesi Richtung Osten zu wandern und wird dann kurze Zeit später die Viktoria-Fälle entdecken. Naja, das waren so die Anfänge der richtigen Afrikamission.

[7:10] Am 5. August ist dann auch wieder der Reverend Herald ganz offiziell aufgenommen worden, nach längerer Sommerpause und man hat auch einige alte Artikel, die es früher schon mal gab, wieder neu aufgedruckt und Joseph Bates gibt eine Auslegung von Offenbarung 17, an diesem schrecklichen Tier mit den sieben Köpfen und er sagt, diese sieben Köpfe, das sind die sieben Regierungsformen Roms. Interessant vor allem ist, dass er sich hinter Andrews stellt und sagt, ja, das zweite Tier aus Offenbarung 13, das sind tatsächlich die USA, also da gab es jetzt Harmonie.

[7:43] Und dann im August irgendwann war dann auch schon bald dieses kleine Büchlein fertig, das ist hier Original-Kopie, "A Sketch", also eine Skizze der christlichen Erfahrung und der Gesichter von Ellen White, so der vollständige Titel, gedruckt hier von James White, also veröffentlicht von James White 1851. Und hier nur eine Übersicht über die Kapitel, wenn ihr das mal gelesen habt, dann könnt ihr euch gut erinnern. Ich habe einfach mal dazu immer die Visionsdaten geschrieben und ihr werdet sehen, man hat diese Vision nicht chronologisch geordnet, sondern mehr thematisch. Das ist interessant, wenn man das Buch mal wieder durchliest, dass es manchmal so ein bisschen hin und her springt.

[8:29] Nach so einer kurzen Skizze ihres Lebens gibt das erste Gesicht und das erste Gesicht ist eigentlich gar nicht eine Vision, das sind eigentlich mindestens drei Visionen, die wieder aneinandergereiht worden sind, wie wir auch vorher schon mal herausgefunden haben. Dann natürlich die Sabbat-Vision von 1847 und die Versiegelung von 1849, das waren für sie die wichtigsten Dinge. Die Wiederkunft und der Sabbat mit der Versiegelungsbotschaft, das stand ganz am Anfang, auch wenn die jetzt nicht von der Chronologie so kommen würden. Einige waren auch undatiert, kann man nicht genau festlegen, wann die gegeben worden sind. Dann natürlich das Bewegen der Kräfte des Himmels, das war das aus der Zeit der Revolution, die offene und die geschlossene Tür, auch ein großes Thema gewesen, Prüfung unseres Glaubens, die kleine Herde 1850, die letzten Plagen und dann mittendrin ihre zweite Vision an Nummer 10. Also da sieht man so ein bisschen, das springt so hin und her und dann die Pflichten in Bezug auf die Zeit der Trübsal, das geheimnisvolle Klopfen, das war der Spiritismus mit den Fox-Schwestern, Mahlzeichen des Tieres und so weiter.

[9:28] Was sie dort zusammengestellt hat, waren eigentlich alle wichtigen inhaltlichen Visionen, die für die ganze Gemeinde bestimmt waren. Also dort finden sich keine Visionen, die jetzt an Einzelne gerichtet waren. Ihr wisst ja, sie hat auch viele Visionen gehabt, wo sie mal an Einzelne eine Botschaft hatte. Deswegen fehlen etliche auch von den großen spektakulären Visionen, wo sie da vier Stunden manchmal in der Vision gewesen ist, nicht wahr? Aber die sind alle nicht da drin, weil in "Erfahrungen und Gesichtern" nur die Visionen Eingang gefunden haben, die theologisch für den Aufbau der Gemeinde wichtig waren.

[9:58] Und wenn man also wissen will, von all den Dingen, die so zwischen 1844 und 1851 wirklich waren, die man erkannt hat, dann liest man mal "Erfahrungen und Gesichter". Das waren all das die Dinge, wo Gott seinen Stempel draufgetan hat. Das ist genau so. Also wie so ein Best-of dessen, was die Adventgemeinde in den ersten sieben Jahren theologisch erkannt hat. Und das war natürlich die Vorbereitung auf das Ende, die berühmte Vision von der Sammelzeit mit der mit der Chart und ganz am Ende noch ein Kapitel, wo sie sich verteidigt gegen den Vorwurf, dass ihre Vision durch Spiritismus oder durch Mesmerismus entstanden sein. Das war etwas, was in der Zeit sowieso populär war bei anderen Christen und man natürlich auch ihr vorgeworfen hat.

[10:42] Und dann endet sie ihr Buch, die meisten Visionen von denen haben wir schon mal angeschaut und auch gelesen, mit folgenden Sätzen, finde ich sehr interessant: "Lieber Leser, ich empfehle dir das Wort Gottes als die Richtschnur deines Glaubens und Handelns. Durch dies Wort werden wir gerichtet werden. Gott hat in diesem Wort versprochen, also in der Bibel, in den letzten Tagen Gesichte zu geben, nicht als eine neue Richtschnur des Glaubens, sondern zum Trost seines Volkes und um denen zu helfen, die von der Bibelwahrheit abgewichen sind." Das heißt, diese Visionen waren dazu da, all denjenigen, die das nicht ganz richtig gesehen haben, wieder zurück zur Bibel zu helfen. So verfuhr Gott mit Petrus, als er ihn zu den Heiden schicken wollte.

[11:23] Denjenigen, die dieses kleine Werk verbreiten wollen, ist interessant, möchte ich sagen, dass es nur für ernste Leute bestimmt ist und nicht für solche, welche die Dinge des Geistes Gottes lächerlich machen würden. "Erfahrung und Gesichte" ist also per Definition eigentlich nicht so wirklich ein Verteilbuch, das man sich auf der Straße hinstellt und verteilt, wie nichts Gutes, weil das meiste davon würde man ohne ein gutes biblisches Fundament gar nicht verstehen. Ihr wisst, in der Zeit waren unsere Pioniere sowieso eigentlich nur darauf aus, die anderen Christen, die anderen Adventisten zu Sabbat-Adventisten zu machen. Und da war eigentlich schon vorausgesetzt eine ganze Menge. Und es ist allerdings ein sehr wertvolles Buch für uns heute noch, gerade wenn wir über Endzeit nachdenken und über einige unserer ganz spezifischen Lehren, ist es eines der wichtigsten Bücher, die wir überhaupt haben.

[12:15] Und naja, Bates, wie gesagt, war schwer unterwegs. In Falls River, Massachusetts, erregt er große Aufmerksamkeit, als er über Offenbarung 13 und die USA predigt. Das war ja völlig neu für die Leute und das hat natürlich in einem Land der USA die totale Sensation ausgelöst. Da gibt es Leute, die glauben, dass unser Land, das Land der Freiheit, die zweite antichristliche Macht aus Offenbarung 13, sowas hatte noch niemand gehört. Aber es gab einige, die fanden das wirklich interessant und gut, jedenfalls damit haben sich die Sabbat-Adventisten natürlich noch mehr auch ins Rampenlicht buxiert.

[12:53] 19. August. James White hatte jetzt die nicht so einfache Aufgabe, nachdem ja schon im Sommer, im Juni Ellen White in einer Vision ganz klar gesehen hat, dass diese Zeitberechnung von dem Joseph Bates mit 1851 falsch war, ihr erinnert euch, und er das auch fallen gelassen hat. Aber es gab ja immer noch einige, die vielleicht davon überzeugt waren. Er hatte jetzt die unangenehme Aufgabe, der James White öffentlich zu zeigen, dass 1851 keine Prophezeiung enden wird, ohne den Bates zu sehr zu diskreditieren, weil der Bates war ja mit einer der Veröffentlicher dieser Zeitschrift. Und so macht er das ganz taktvoll, schreibt einen Artikel und sagt, ja, wir wollen ja niemanden verletzen und wir schätzen unseren Bruder so hoch und er ist so wunderbar und er macht so viel Arbeit, aber wir können leider das mit 1851 nicht bestätigen. Manchmal ist es wichtig, dass man auch, auch wenn es ein guter Freund ist, mal in Liebe auch öffentlich sagt, da kann ich nicht mit, weil das hätte sonst eine ganze Menge kaputt gemacht.

[13:49] Und auch James White stellt sich hinter Andrews. Das heißt, im August haben wir jetzt Andrews, Bates und James White, die alle drei sagen, Offenbarung 13 sind, also das zweite Tier ist die USA. Und James White berichtet, überall gibt es immer mehr Interesse an dieser dritten Engelsbotschaft, das ist eine richtig elektrisierende Stimmung unter den Sabbat-Adventisten. Und man fügt immer wieder auch alte Artikel von Miller und von Cook aus den damaligen Jahren, aus der Miller-Bewegung ein, um zu zeigen, wir sind die eigentlichen Nachfolger der Milleriten. Immer und immer wieder.

[14:21] Aber nach wie vor, ihr könnt es ganz unten sehen, der Bates schreibt es in einem Artikel, man sieht sich nur beauftragt für die eigenen Sabbat-Adventisten und die Siebenten-Tags-Adventisten, für Philadelphia, wie man meint, und Laodicea zu arbeiten. Das, sagen sie, ist unsere Arbeit.

[14:38] Naja, wie gesagt, er berichtet dem James White, der Joseph Bates, von großen Erfolgen. Er sagt, in Vermont und New Hampshire, in diesen beiden Bundesstaaten, hat es in den letzten zwei Jahren eine Vervierfachung der Sabbat-Halter gegeben. Und das war natürlich ziemlich genial. Und so ging das immer voran. Und der Bates war wirklich unterwegs, wie ein Wirbelwind, ist natürlich nicht der Einzige gewesen. Hier war er in New York wiederum und hat nach all den Siebenten-Tags-Adventisten Ausschau gehalten, von Tür zu Tür, wo welche sind, um ihnen dann den Sabbat und die dritte Engelsbotschaft zu bringen.

[15:13] Und, naja, er hat, wie gesagt, diese Zeitbotschaft von 1851 fallen lassen, auch die meisten seiner Anhänger, aber nicht alle, und das ist eine wichtige Lektion. Man kann sich irren, man kann mal eine falsche Theorie in den Umlauf bringen, und man muss aber wissen, dass, wenn man das in den Umlauf bringt, und selbst wenn man dann später das erkennt, dass es falsch war und es zurücknimmt, hat man immer so eine kleine Restgruppe, die trotzdem damit weiterläuft. Und das kann dann Trouble erzeugen. Und so gab es also eine kleine Gruppe, die jetzt trotzdem, obwohl auch Bates sich davon distanziert, weiter glaubt, dass 1851 Jesus wiederkommen wird.

[15:56] Und ein Grund war, sie hatten nicht geglaubt, dass Ellen White wirklich in allen Punkten immer recht hat. Das war ihnen zu viel. Und als sie ihre Lieblingstheorie 1851 hätten aufgeben müssen, weil Ellen White gesehen hat, dass das Unsinn ist, da haben sie sich entschieden für ihre Theorie und gegen Ellen White.

[16:14] Der rechts neben Bates, das war der Papst Pius IX, und der bringt am 22. August ein apostolisches Schreiben heraus, und in dem sagt er, wenn irgendjemand behauptet, dass die Kirche keine Gewalt anwenden darf, dann ist diese Meinung verflucht. Ich verfluche diese Aussage, dass die Kirche keine Gewalt anwenden darf. Und naja, das ist natürlich weit aufgegriffen worden, zu zeigen, also dieser noch so populäre Papst, der ist in Wirklichkeit eigentlich sehr mittelalterlich.

[16:48] Bates war dann hier auch noch in Baltimore, Ende August, auch dort nehmen Leute den Sabbat an. 2. September. Otis Nichols, der Nächste, der sich hinter Andrews stellt, und mittlerweile ist er schon ziemlich zementiert unter unseren Pionieren, dass die USA das zweite Tier sind. Und der Nichols, der weist auf Themen hin, die sonst relativ selten angesprochen werden, nämlich auf einen Spätregen und auf den lauten Ruf, noch in der Zukunft, denn er sagt, wenn wir davon ausgehen, dass der Sabbat und Sonntag, das die Testfrage ist, dann können wir nicht davon ausgehen, dass übermorgen Jesus wiederkommt, weil momentan ist das noch nicht das größte Thema in den USA. Und so sagt er, dann wird es noch ein bisschen wohl dauern, wir müssen noch auf den Spätregen und den lauten Ruf warten.

[17:32] Und Andrews macht weiter in seinem Studium. Der Andrews, der hat es auf Offenbarung 14 abgesehen, studiert das, wie wir übrigens jetzt ja auch, Vers für Vers und gründlich nicht mehr. Der Bruder Holt, auch ein Pastor, ein reisender Prediger der Sabbat-Adventisten, berichtet davon, wie bei einem seiner Treffen ein baptistischer Pastor kommt, der vor 1844 mal ein bisschen was von Miller gelesen hatte und auch an die Wiederkunft so sporadisch geglaubt hat und der jetzt die dritte Engelsbotschaft annimmt und Sabbat-Adventist wird. Und das sind so alles, ja, Schritt für Schritt Dinge, die dazu führen zu sehen, hey, es gibt doch mehr, als wir geglaubt haben, die an dieser Botschaft interessiert sind.

[18:21] Dann im September ist der Bates wieder in Boston und jetzt findet eine Geschichte statt, die wirklich, wirklich spannend ist. Ich habe euch letztes Mal erzählt, der Bates hatte eine Schwester gefunden mit Namen Rebecca Smith und die hat er zur dritten Engelsbotschaft geführt und die hatte gesagt, hey, wenn du mal wieder unterwegs bist in dem und dem Ort, da sind meine Kinder. Und eines ihrer Tochter, das war die Annie Smith, die war ihres Zeichens 23 Jahre alt damals und lebte in Boston und sie war wirklich künstlerisch angehaucht, sie war eine große Poetin, hatte auch schon viel unterrichtet, war Lehrerin und hatte sich ausbilden lassen jetzt als spezielle Lehrerin in Ölmalerei und Französisch. Und wenn jemand sich für Ölmalerei und Französisch interessiert, dann wisst ihr, dann ist er von der Muse geküsst. Und die Annie Smith, die war wirklich so eine richtige, so eine richtige Künstlerin, wie sie im Buch steht.

[19:18] Sie hatte es schwer mit den Augen, weil sie eines Tages auf so einem Hügel saß und mehrere Kilometer Entfernung eine Stadt zeichnen wollte, hat sich so angestrengt mit den Augen, dass ihre Augen schwer, schwer krank waren und sie konnte sie gar nicht mehr richtig sehen. So verrückt war sie nach der Kunst. Jedenfalls hatte ihre Mutter immer wieder gesagt, wenn der Joseph Bates nach Boston kommt, da musst du hingehen, da musst du hingehen. Und sie hat ja den Bates auch instruiert, du musst sie suchen. Und irgendwann war es ihr dann zu viel und sie sagt, naja, okay, ich habe gehört, der Bates ist dann nächsten Samstag wieder da und hält eine Predigt, dann gehe ich jetzt da mal hin, um meiner Mutter einen Gefallen zu tun.

[19:58] Gesagt, getan. Am Freitagabend vorher geht sie zu Bett und hat einen Traum und in diesem Traum, der Bates hat einen Traum und der Bates träumt, dass er am nächsten Sabbat dort in diesem Raum sein wird. Das erste Lied wird gesungen, dann wird gebetet, das zweite Lied wird gesungen, am Ende des zweiten Liedes kommt eine junge Frau in den, in den Saal hinein. Er sieht in seinem Traum, dass kein einziger Platz frei ist, außer einem Stuhl bei der, bei der Tür, dass das junge Mädchen sich dort hinsetzen wird. Er träumt, dass er ein anderes Thema predigen wird, aber dass irgendwie er sich gezwungen fühlt, über Daniel 8, Vers 14 zu predigen, dabei auf die Chart zeigt und mehrmals Daniel 8, Vers 14 zitiert und er träumt sogar, dass das junge Mädchen diese besagte Tochter von der Rebecca Smith ist, die Annie Smith und dass sie das annehmen wird und ob es glaubt oder nicht, die Annie Smith träumt in derselben Nacht an einem anderen Bett, dass sie unterwegs sein wird zu diesem Gottesdienstraum, dass sie zu spät kommen wird und dass sie just an der letzten Strophe des zweiten Liedes reinkommen wird, dass sie in den Saal kommen wird. Sie träumt von dem Saal, sie träumt, dass da kein Platz frei ist, nur ein Stuhl neben der Tür und den Rest, den ich euch gerade erzählt habe.

[21:19] Sie wacht auf am nächsten Morgen, denkt sich, naja, ich werde pünktlich losgehen, damit das nicht in Erfüllung geht, geht pünktlich los, verläuft sich, ist kein Scherz, verläuft sich, kommt zur Tür, stellt fest, das erste Lied ist gesungen, das Gebet ist gesprochen, das zweite Lied, kommt in den Saal, fällt fast tot um, weil der Saal sieht genauso aus wie in ihrem Traum, guckt, ob ein freier Platz ist, kein freier Platz, ein freier Platz nur noch neben der Tür, währenddessen steht der Bates vorne und sieht das und plötzlich kommt es in den Sinn und er fängt tatsächlich an zu predigen über Daniel 8, Vers 14, mehrmals sagt er, denn bis zu 2900 Abend und Morgen, dann soll das Heiligtum gereinigt werden und als sie das hört, fällt ihr der Traum dann letztendlich, also merkt sie, das ist genau das, was ich geträumt habe.

[22:09] Nach der Predigt geht der Bates zu ihr hin und sagt, naja, ich habe sie noch nie gesehen, aber ich glaube, sie ist ein Annie Smith und sie sagt, ja, ich habe gestern von ihm geträumt und gesagt, getan, nach dieser einen Predigt war sie Sabbat-Adventistin. Das war zu deutlich als das, was man irgendwie als Zufall hätte abtun können und naja, sie geht dann nach Hause und entscheidet sich, sie gibt ihr Studium und all ihre Karriere, was sie alles vorhatte auf und möchte dieser Gruppe von Gläubigen helfen und schreibt dann ihr erstes Gedicht nicht für die Welt, sondern für diese Zeitschrift.

[22:47] Naja, 5. bis 7. September, dort hier im Westen des Bundesstaates gibt es eine besondere Generalkonferenz, mehr als 100 Leute sind anwesend, auch die Whites natürlich und dort werden wieder verschiedene Dinge besprochen, vor allem für viele Geschwister, die noch nicht an solchen Konferenzen teilgenommen haben, um sie alle in der Wahrheit der 2.300 Tage des Heiligtums und so weiter zu bestätigen.

[23:24] Und da haben wir sie mit ihrem ersten Gedicht und in den nächsten Monaten und Jahren wird fast jede Ausgabe von Revue & Herald vorne ein Gedicht von ihr haben. Das erste heißt "Fear not, little flock", fürchte dich nicht, kleine Herde. Sie kommt übrigens an nach, sie entscheidet sich dann alles aufzugeben und dort nach Saratoga Springs zu ziehen, um dort dem James White zu helfen bei der Veröffentlichung der Zeitschrift, also einer Editorin sozusagen, die dann hilft mit dem Schreiben und mit dem Kopieren und mit dem Korrekturlesen. Das Problem ist, ihre Augen sind so schlecht, dass sie relativ schlecht geeignet dafür ist, obwohl sie literarisch das sehr gut könnte. Also das macht man, man betet für sie und sie wird geheilt, kann wieder so gut sehen, dass sie ihre Aufgabe ohne weiteres erledigen kann und wird damit die erste Mitarbeiterin sozusagen im adventistischen Verlagswesen.

[24:17] Naja, James White berichtet dann am 16. September, dass fast alle, Betonung liegt auf fast, die Zeitberechnung aufgegeben haben und Andrews ist nach wie vor einer der besten Pioniere, die wir dort diese Zeit hatten. Er stürzt sich immer wieder auf die Gegenargumente, die von den Siebenten-Tags-Adventisten kommen und zum Teil auf Argumente, die wirklich tief gehen. Also der Josiah Litch, der schreibt zum Beispiel über den griechischen Urtext und sagt, naja, aber so und so, das Wort hier und hier und der Andrews mit seinen 23 Jahren, der sagt, nein, nein, nein, nein, das Wort heißt das und das und das. Der Andrews, ich weiß nicht, ob ihr das wisst, der hat später griechisch auch alles gelernt, hat die Bibel auf griechisch auswendig gekonnt. Zumindest große Teile. Das war ein echter, echter Studiosus, aber einer, der gearbeitet hat. Und da kann man sich eine ganze Menge davon abschneiden. Hier ist der Titel von JNA, das ist immer das Kürzel von John Nevins Andrews und Josiah Litch. Und übrigens, er war 23 und die Annie Smith war 23. Haben sich öfter, öfter gesehen. Aber zu der Geschichte kommen wir noch in den nächsten Wochen.

[25:27] Und hier seht ihr mal, wie das immer so aussieht, dann hier, dann Briefe, die angekommen sind und dann hat man immer auch Geld, Leute haben Geld gespendet und man konnte denen ja dann nicht, da hat man in der Zeitschrift immer geschrieben, okay, wir haben das Geld von dem bekommen und von dem bekommen. Sehr interessant, da gibt es Leute, die spenden dann hier 30 Dollar, das sind dann so 900 Euro oder so. Also schon ziemlich interessant.

[25:50] Und im Herbst Konferenzen überall, ich nehme jetzt nicht die ganzen Orte hier, aber überall Konferenzen und sogar hier weit draußen in Illinois, da gibt es einige Sabbat-Adventisten so an der Grenze zur Zivilisation. Die Botschaft geht weiter, als die Wanderprediger überhaupt kommen können.

[26:09] 7. Oktober, hier auch einige Artikel über das Mahlzeichen kommen wieder, Hiram Edson, Cottrell und so weiter und so fort. Das ist interessant, der Rhodes berichtet am 21. Oktober davon, er ist unterwegs gewesen und er stellt fest, dass es eine Frau gibt, die von Gemeinde zu Gemeinde zieht und behauptet, dass der Prediger Holt eine Art Ehebrecher ist, dass er an die geistliche Ehe glaubt. Und dadurch bekommen viele Geschwister ein Vorurteil gegen den Holt. Und der Rhodes schreibt das, pass auf, da gibt es eine Frau, die so eine Intrige gegen ihn führt und dann muss das aufgeklärt werden. Also die haben wirklich mit allen möglichen Dingen zu kämpfen gehabt, die man sich nur vorstellen kann.

[26:55] 21. Oktober, der nächste Tag war natürlich der 22. Oktober, für die allermeisten Sabbat-Adventisten eine Erinnerung daran, dass sie jetzt sieben Jahre lang nach der großen Enttäuschung sind, aber für einige ganz wenige eine eigene Enttäuschung in sich selbst. Denn die, die glaubten, Jesus käme am 22. Oktober 1851, die waren natürlich bitter enttäuscht. Und da gab es ein paar im Osten der USA und die Whites entscheiden sich, eine kleine Tour zu machen, hier zu diesen Orten, die hier eingezeichnet sind, um einige von denen zu besuchen und ein bisschen das zu korrigieren und wieder sie aufzurichten. Zum Beispiel hier in Medford.

[27:37] Genau, 24. bis 26. Oktober, 75 Personen anwesend, James White schreibt: "Als wir dort ankamen, gab es Uneinigkeit unter den Geschwistern. Sie waren von Stephen Smith und J. Hart besucht worden, die versucht hatten, Vorurteile gegen uns zu säen. Es hatte eine schlechte Wirkung, aber das Treffen ging weiter. Es war ein Arbeitstreffen, nicht ein Vortrag wurde gehalten." Das heißt, Freitag bis Sonntag keine Zeit für Vorträge oder Predigten. Die haben nur zusammengesessen, quasi wie Dauergemeindestunde und haben überall die Vorurteile und das gesprochen und ausgeräumt und nicht mal Irrlehren korrigiert.

[28:15] Die Hauptlast des Treffens war Gemeindeordnung. Jetzt passt gut auf. Bis zu dem Zeitpunkt war Gemeindeordnung etwas, was bei den Sabbat-Adventisten gar nicht auf dem Schirm war, das haben die gar nicht drüber nachgedacht. Aber als jetzt immer mehr dazu kamen und es nicht halt nur noch 15 sind oder 20, die sie treffen, sondern 100 und das an vielen Orten, da muss man wohl oder übel auch mal über Ordnung sprechen. Ja, da geht es nicht nur so, wir sind alle zusammen und haben uns lieb und wird schon.

[28:43] Naja, indem die Irrtümer von Smith und Allen herausgestellt wurden und die Wichtigkeit einer Gemeindeaktion bezüglich Diskurses einiger Geschwister. Das heißt, manche Dinge waren so gravierend, da muss die Gemeinde einschreiten. Ellen hatte eine Vision. Sie sah, dass Gottes Missbilligung über uns als Volk war, weil das Gebannte im Lager war. So eine Anspielung auf Achan, die Geschichte. Also Irrtümer unter uns und dass die Gemeinde handeln musste und dass das Einzige, was Bruder Smith und Allen in ihrer gegenwärtigen Situation helfen würde, sie auszuschließen. Gemeindedisziplin.

[29:16] Alle handelten dem gegebenen Licht entsprechend. Und Ausschluss bedeutete ja nicht, dass es da schon Gemeindebücher gab, Gemeindebriefe, sondern Ausschluss meinte an der Stelle, wir möchten nicht, dass ihr hier in dieser Gemeinde irgendwie das Wort führt und irgendwie hier großartig predigt und so weiter. Weil das Kuriose ist, eine Woche später waren sie an einem anderen Ort und da waren dieselben Brüder wieder. Und die mussten dort dann auch ausgeschlossen werden. Ja, weil das waren halt auch so reisende Brüder, die so überall versucht haben, so ihr Ding durchzudrehen.

[29:50] Das war in Washington, an dem Ort, wo schon sieben Jahre zuvor die ersten Adventisten mal angefangen hatten, den Sabbat zu halten. Der Wheeler und auch die Rachel Oakes Preston. Und auch dort hat Ellen White Visionen, auch dort gibt es Widerstand gegen sie. Und in dieser Tour sind Gemeindeordnung und die Visionen von Ellen White eigentlich so das Entscheidende. Dieser Stephen Smith, der wird dort wieder ausgeschlossen. Und ich glaube, ihr kennt wahrscheinlich die Geschichte, wenn ich sie euch jetzt erzähle. Das ist genau dieser Stephen Smith, der von Ellen White einen Brief erhalten hat, den er nicht geöffnet hat. Und den er dann 28 Jahre später geöffnet hat. Kennt ihr die Geschichte?

[30:32] In dieser Zeit wird er zweimal ausgeschlossen aus der Gemeinde. Ist so wütend, als er den Brief von Ellen White bekommt, tut ihn einfach in den Kasten irgendwo. Irgendwo auf den Dachboden. Und 28 Jahre später wird er diesen Brief wiederfinden. Da kommen wir dann wahrscheinlich in zwei Jahren drauf oder so. Aber ich erzähle es euch jetzt schon mal. Und den Brief lesen. Und in dem Brief ist dann sein gesamtes Leben beschrieben, was er in diesen 28 Jahren erlebt hat. Und zwar als Warnung. Wo sie gesagt hat, wenn du nicht zurückkommst, wird das und das und das passieren. Und es ist alles da geschrieben. Und 28 Jahre später ist er dann zurückgekommen. Und aufgrund dieses geöffneten Briefes. Und sagt dann, das alles hätte ich mir ersparen können, hätte ich damals auf Ellen White gehört. Und wenn ihr die Geschichte mal hört, das hat damit mit dieser Geschichte hier zu tun.

[31:21] Und man stellt fest, auch an dieser Konferenz sind 80 gegenwärtig. Es gibt einige Geschwister, die arm sind. Und die Hilfe bräuchten. Und man überlegt sich, was soll man tun? Und man liest in der Bibel, da gab es doch auch solche organisatorischen Schritte. Und so sagt man. Ein Komitee von sieben wurde ausgewählt. So wie in der Apostelgeschichte sechs, als die Diakone gewählt wurden. Um sich um die Armen zu kümmern. Und wir glauben, dass es ihnen große Freude bereiten wird.

[31:46] Bis zu dem Zeitpunkt hat es nie irgendwo unter Sabbat-Adventisten Gemeindeleiter, Missionsleiter oder sowas gegeben. Es gab keine Organisation. Alle waren Geschwister und einige sind herumgereist und haben gepredigt. Und selbst die wurden nur über Spenden finanziert. Das war das allererste Mal, dass irgendwo in irgendeiner Gemeinde mal Leute zu einem Amt gewählt wurden. Weil Organisation war ja ein äußerst heißes Eisen. Man war ja gerade aus Babylon herausgekommen. Aus den institutionalisierten Kirchen. Das war der allererste Schritt nach sieben Jahren. Und ein wichtiger Schritt, wie sich im Laufe der Zeit immer mehr zeigen würde.

[32:19] Von Washington ging es weiter nach Vermont. Hier in Bethel. Im Heim von Washington-Morse. Und auch hier gibt es einige Brüder, die Korrektur brauchen. Ein Bruder Butler. Ein Bruder Baker. Und auch Bruder Hart ist da. Butler, das ist der Vater von dem späteren Generalkonferenz-Präsidenten. Wenn ihr den Namen mal gehört habt. Und auch hier hat Ellen White Visionen, die helfen, das zu korrigieren. Denn einige von denen hatten jetzt sich überlegt, wenn die Zeit 1851 jetzt verstrichen ist. Überlegt mal, wie clever. Jesus ist nicht wiedergekommen, aber vielleicht ist ja trotzdem irgendwas im Himmel passiert. So ähnlich wie 1844. Vielleicht ist er ja jetzt aus dem Allerheiligsten rausgegangen. Vielleicht ist jetzt das Ende der Gnadenzeit. Und so muss man sehr deutliche Worte finden. Und sagen, das hat keine Begründung in der Bibel.

[33:14] Wie auch immer. Und von dort geht es weiter nach Johnson. Und auch dort sind ähnliche Leute anwesend. Baker und Butler. Und auch dort ist es noch nicht ganz ausgestanden. Und Ellen White hat dann zum Teil sehr deutliche Visionen. Wo sie sehr klar auch zeigt, was in den Herzen ist. Und schlussendlich, sowohl Butler als auch Baker stellen sich hier an diesem Ort in Johnson. Eindeutig, hundertprozentig auf die Seite von Ellen White. Und sagen, jetzt erkennen wir es. Man kann nicht 60 Prozent der Visionen von Ellen White nehmen. Entweder alles oder nichts. Entweder es ist von Gott oder es ist nicht von Gott. Und das hat eine Zeit gedauert, bis man das erkannt hat. Dass man da nicht so wählen kann, wie man möchte.

[33:55] Ähnliche Erfahrung dann auch auf dem letzten Ort in Virgin. Und auch dort Erfolg durch Vision von Ellen White. Und James White schreibt dann hinterher: "Unsere Konferenzen in Medford, Washington, Bethel und Johnson waren wunderbar. Wir sind über das unglaubliche Werk Gottes erstaunt. Meine Worte beschreiben nur schwach meine Ideen. Die Fakten in dieser Sache ziemlich überwältigt, wie gut das alles ablief." Und Ellen White schreibt: "Annie Smith ist bei uns. Sie ist genau die Hilfe, die wir brauchen. Sie hilft James sehr viel. Wir können sie jetzt alleine lassen, um die Zeitschrift herauszubringen. Und dadurch öfter die Herde besuchen." Bis dahin waren ja James White und Ellen White oft an einen Ort auch gebunden. Solange sie diese Zeitschrift rausgebracht haben. Und wenn sie dann gereist sind, war die Zeitschrift verschoben. Also konnte nicht gedruckt werden.

[34:40] Das ist eine Mitarbeiterin. Und das ist die zweite oder neben Ellen White vielleicht dann die dritte jugendliche Person, die wirklich wichtig wurde in der Adventbewegung. Die erste war natürlich Ellen White, aber gut, als Prophetin noch ein bisschen extra Rolle. Und dann Andrews mit 23 und jetzt Annie Smith. Leute, die wirklich in jungen Jahren dort etwas gerissen haben.

[35:00] Übrigens berichten einige kirchliche Zeitschriften, so methodistische Zeitungen, dass im Jahre 1851, da gibt es einen Bericht von einer methodistischen Zeitschrift, die sagt, in den Kirchen herrschen Sünden, dass selbst Heiden schockiert sein würden. Also der Fall Babylons war ziemlich deutlich. Und, genau, das haben wir hier.

[35:27] Springen wir. Ellen White hat dann, interessanterweise, eine Vision über Tabak öfter schon auch gehabt. Und ein Bruder, der Bruder Barnes, schreibt sie an. Weil das Thema ist ja noch ein bisschen so, ja, nicht an der vordersten Front. Aber schon sind mehr und mehr davon überzeugt, dass man das Rauchen aufgeben sollte. Und er fragt, wie ist das jetzt? Muss man wirklich das Rauchen aufgeben? Das ist eine Erlösung, eine Seeligkeitsfrage.

[35:58] Und Ellen White schreibt ihm zurück, 14. Dezember 1851: "Ich habe in der Vision gesehen, dass Tabak ein schmutziges Kraut ist. Nach dem Englischen, filthy weed. Und dass es beiseite gelegt und aufgegeben werden muss. Mein begleitender Engel sagte: Wenn es ein Götz ist, ist es höchste Zeit, es aufzugeben. Und solange es nicht aufgegeben wird, ist das Missfallen Gottes auf dem, der es gebraucht. Und er kann nicht versiegelt werden." Das ist mal gelesen. Das ist interessant, oder? Wenn es als Medizin gebraucht wird. Ihr wisst ja, zu der Zeit haben noch Lungenärzte zum Teil Tabak verschrieben als Medizin. Geht zu Gott. Er ist der große Arzt. Und jene, die das schmutzige Kraut als Medizin gebrauchen, entehren Gott enorm. Seid rein, die ihr die Gefäße des Herrn tragt.

[36:47] Ziemlich deutliche Aussage von ihr hier in diesem privaten Brief. Aber sie wusste auch, dass man nicht einfach so von heute auf morgen so in eigener Kraft das überwinden kann. Sie wusste, es ist ein Kampf. Und sie erinnert den Bruder Barnes, dass auch andere damit gekämpft haben. Der Bruder Roth zum Beispiel. Der hat dann für sich beten lassen, ist befreit worden. Und so sagt sie auch, gehe zu Gott, lieber Bruder. Kämpfe mit ihm. Und du kannst überwinden. Bet dem Glauben, zweifle nicht. Jesus wird Mitleid haben mit den Schwachheiten seines Bruders haben. Viele unserer Pioniere, die haben tatsächlich Erfahrungen mit Gott auch dadurch gemacht, dass sie solche Dinge aufgegeben haben, überwunden haben. Die sind nicht mit adventistischen Lebensstilstandards auf die Welt gekommen. Die haben viele solche Erfahrungen selbst gemacht und wussten, was es ein Kampf ist, diese Dinge zu überwinden.

[37:35] Dann, das Jahr neigte sich schon zum Ende. 22. 23. Dezember. Heutzutage sagt man dann vielleicht, okay, jetzt endlich ein paar ruhige Tage. Für Ellen und James White hieß das Aufbruch zu einer siebenwöchigen Predigtour hier Richtung Westen, wo sie dann verschiedene Konferenzen hatten.

[37:56] Und am 24. Dezember, da brach in Washington D.C. in der Kongressbibliothek ein Feuer aus. Ziemliche Katastrophe. 35.000 Bücher gingen verloren. Unter anderem auch ein Original-Gemälde, ein Original-Porträt von Christoph Kolumbus. Was für die Amerikaner ja durchaus wichtig gewesen ist. Alles verloren gegangen.

[38:23] Letzte Geschichte. Und dann sind wir heute schon am Ende. Der Samuel Rhodes, der berichtet im Dezember, dass er Erfolg gehabt hat. Die erreichen ja dann Leute und auch Jugendliche und taufen die dann. Und er berichtet, dass er drei Söhne von einem gewissen Silas Guilford getauft hat. Das ist an sich erstmal noch nicht spektakulär. Aber dieser Silas Guilford war der Schwager von William Miller.

[38:55] Und von diesen drei Söhnen war der Älteste, der jetzt getauft worden ist in die Adventbotschaft, derjenige, der vor just 20 Jahren als kleiner Junge im Jahre 1831 losgeschickt wurde von seinem Vater und dort bei William Miller angeklopft hat. Könnt ihr euch an die Geschichte erinnern? Und gesagt hat, du, nächsten Sonntag ist bei uns, also übermorgen am Sonntag ist die Predigt ausgefallen. Wir bräuchten jemanden, der über die Wiederkunft predigt. Und wo dann der Miller ihn so stehen hat lassen. Er war eine Stunde da an der Tür und dann in den Wald gelaufen ist und gebetet hat. Was soll ich? Ja oder nein? Und der Junge hat dann eine Stunde gewartet. Und 20 Jahre später nimmt der kleine Junge die dreifache Engelsbotschaft an und wird Sabbat-Adventist.

[39:45] Und das finde ich die interessanteste Geschichte. Weil wenn der sich dann gefragt hat, wie ist das Ganze entstanden, dann muss der gesagt haben, hey, irgendwie war ich ja der Auslöser von der ganzen Sache. Zumindest ein Instrument in der Hand Gottes. Und das sind so die interessanten Geschichten der Adventgeschichte.

[40:01] Nächste Woche werden wir dann weiterschauen in das Jahr 1852. Wir werden sehen, wie James White und andere zu der Überzeugung kommen, wir können nicht immer auf weltliche Firmen uns verlassen, was die Druckerei angeht. Wir müssen irgendwie mal selbst auch unsere Ausrüstung haben, um selbst einen Verlag gründen zu können. Das kostet aber horrende Summen. Wie soll man das jetzt machen, wenn alle pleitearm sind? Aber mit Gott geht es voran und wir werden sehen, wie die Adventgemeinde ihre erste technische Ausrüstung besorgt hat, um das Werk voranzubringen. Da können wir viel von lernen. Wir haben nämlich nichts zu befürchten für die Zukunft. Es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat.

[40:39] Jetzt haben wir eine kurze Pause, fünf Minuten, und dann sehen wir uns gleich zum Offenbarungsseminar. Heute haben wir auch viel Zeit dafür, da freue ich mich schon drauf, denn wir haben ein ganz, ganz spannendes Thema. Fürchtet Gott! Da sehen wir uns in wenigen Minuten wieder. Gottes Segen euch. Amen.


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