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In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ wird die zweite Hälfte des Jahres 1852 beleuchtet, eine Zeit jugendlicher Energie und des Wachstums der Adventbewegung. Es wird die Einführung der ersten Jugendzeitschrift „The Youth Instructor“ thematisiert, die sich an Kinder und Jugendliche richtet und das Thema Sabbat in den Mittelpunkt stellt. Weiterhin werden die Reisen von James und Ellen White sowie von Joseph Bates beschrieben, die von Herausforderungen wie der Choleraepidemie und dem Einsatz für die Verbreitung der Botschaft geprägt waren. Die Folge gibt Einblicke in die Entwicklung der Sabbat-Schule und die Bekehrung wichtiger Persönlichkeiten wie John Loughborough.


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Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

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Transkript

[0:00] Ein wunderschönen guten Abend. Schön, dass ihr da seid. Herzlich willkommen zu unserer Serie, die Zeit des Endes. Heute haben wir die 63. Folge und wir sprechen über jugendliche Energie. Ich hoffe, ihr fühlt euch auch noch ganz jugendlich. Und wir wollen heute sehen, warum wir oftmals die Adventgeschichte doch als eine Geschichte der Adventjugend betrachten. Da gibt es einige interessante Dinge heute zu lernen. Und wie jeden Abend wollen wir beginnen mit einem Gebet und ich lade euch ein, mit mir zu beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du so gnädig und am Herzen bist, dass du jeden Tag aufs Neue uns zu dir ziehst. Wir möchten dir Dank sagen für all das, was du für uns tust und dass du, obwohl du schon so viel Leid und Elend und so viel Sünde auf dieser Welt gesehen hast, immer wieder bei uns bist und immer wieder uns zu dir ziehst und immer uns noch liebst. Und wenn wir jetzt auch wieder zurückschauen in die Geschichte, dann möchten wir dich bitten von ganzem Herzen, dass du uns die Weisheit schenkst, die wir brauchen, um die Dinge dort zu erkennen, die uns heute helfen und die wir heute brauchen, um dein Werk voranzubringen. Wir möchten dich bitten, dass du alles Störende fernhältst und dass dein Heiliger Geist zu uns spricht. Im Namen Jesu. Amen.

[1:42] Jugendliche Energie. Wir wollen die zweite Hälfte des Jahres 1852 betrachten. Einer, der in diesem Jahr gewonnen worden ist, der gar nicht so jugendlich war, das war der da links, der John Byington. Einer von den Pionieren, der nicht so sehr bekannt ist, obwohl er dann später mal der allererste Generalkonferenzpräsident geworden ist. Könnt ihr euch mal merken. Und der ist dort eben im Sommer, eben am 3. 4. Juli mit seiner Frau und zwei anderen getauft worden durch den Dienst von Hiram Edson und seinem Prediger-Kollegen Holt. Naja, wie wir letztes Mal gesehen haben, 1852 war der junge Andrews mit seinen 23, 24 Jahren gerade damit beschäftigt, wirklich jedes Argument gegen den Sabbat hoch und runter zu bekämpfen und hat sich mit dem Crozier, dem Ex-Sabbat-Adventisten, dort heiße Duelle geliefert und so auch hier im Juli. Und James White kündigt an, dass man eine zweite Zeitschrift herausbringen möchte, nämlich für die Kinder. Man hat nämlich festgestellt, es bringt ja nichts, wenn man nur zu den Erwachsenen predigt, sondern auch die Kinder sollen ja die dreifache Engelsbotschaft kennenlernen. Und wo sollen sie die kennenlernen, wenn nicht durch eine eigene Zeitschrift? Man hatte schon in den Jahren zuvor immer mal wieder auch so besondere Predigten für Kinder gehabt und so weiter. Aber jetzt soll eine monatliche Zeitschrift erscheinen, wo man so kleine Lektionen vorbereitet für die Kinder. Und diese Zeitschrift soll nicht nur für Kinder sein, sondern auch für Jugendliche. Der James White hat besonders so die Jugendlichen zwischen 16 und 20 im Blick. Und da plant er jetzt etwas, was man da machen könnte, um die mehr mit einzubinden. Und natürlich berichtet man über das gewaltige Wachstum der Jahre 1850, 51, 52, waren ja gekennzeichnet von diesem fast explosionsartigen Wachstum von einigen wenigen zu jetzt etlichen Hunderten, einigen Tausenden. Und naja, man warnt auch die neuen Sabbat-Halter, die oftmals ganz eifrig sind für die neu gefundene Wahrheit, dass man trotzdem den Sabbat auch in einem christlichen, liebevollen Geist verteidigen soll. Gerade bei solchen Themen wie dem Sabbat oder dem Zustand der Toten kann man ganz schnell in so eine Diskussion kommen, so ein Diskutiergeist. Und das war von Anfang an auch immer eine Gefahr.

[4:08] Letztes Mal haben wir gesehen, wie der Joseph Bates sich gedacht hat, er muss mal ganz in den Westen. Und er sich hier nach Wisconsin aufgemacht hat. Und dort Mitte Juli hält er eine Konferenz. Das ist so richtig noch in der Prärie. Da wohnen dann Leute hier mal in der Hütte und dort mal im Wald. Einige kommen mehr als 70 Meilen angereist. Ja, 70 Meilen, das sind so 110, 120 Kilometer. Zu damaligen Zeiten ein echtes Unterfangen. Um ihn zu hören, er ist der allererste, der diesen Bundesstaat hier betritt, wahrlich ein Pionier. Und naja, auch die Whites haben sich vorgenommen, eine Reise zu machen. Von Rochester aus, diesmal allerdings nach Osten. Der Bruder von Ellen White ist schwer krank, an Tuberkulose erkrankt. Und man möchte auf dem Weg einige Konferenzen abhalten. Und während man alles sich so vorbereitet, wir haben letztes Mal kurz darüber gesprochen, sie haben ja auch eine Kutsche geschenkt bekommen, bricht in Rochester die Cholera aus. Die asiatische Cholera, die dort mal wieder eine Pandemie von Indien aus über die ganze Welt gehabt hat. Und auch in Rochester gibt es etliche Todesfälle. Jeden Abend bringt der Leichenwagen dort die toten Körper auf den Friedhof. Und die Whites betrifft das dann plötzlich sehr ernsthaft, als ihr kleiner dreijähriger Edson ebenfalls krank wird. Direkt bevor sie losfahren wollen. Und das ist kein Spaß. Und naja, was tut man? Man betet. Und so beten sie. Und wie so oft, in jeder Zeit, Edson wird schlagartig wieder gesund. Der James White ist trotzdem noch vernünftig genug, dass er noch zwei Tage wartet, um zu sehen, dass es auch wirklich stabil ist. Und dann geht es am 21. Juli los.

[5:56] Interessanterweise kommt man dann auf die Idee im Juli, dass man ja nicht immer nur über den Sabbat und die Gesetze was schreiben kann. So fängt man an, nochmal die anderen Aspekte etwas mehr zu betonen. Zum Beispiel die Geduld der Heiligen oder noch später den Glauben Jesu. Das ist ja auch ganz wichtig. Das Phänomen ist ja immer, wenn man bestimmte Dinge neu erkennt, dass man sich so sehr auf die konzentriert, was neu ist, dass man so die anderen Dinge so ein bisschen vernachlässigt. Und das hat man dann rechtzeitig erkannt. Und man stellt auch fest, dass diese Wochenendkonferenzen oftmals zu kurz sind. Also wenn man da so ein Sabbat-Adventist ist, der irgendwo in der Prärie in Michigan oder so wohnt und da kommt dann alle drei, vier Monate mal ein Prediger für ein Wochenende, dann reicht das kaum aus, die Wahrheit gut zu verstehen. Und so sollen die Konferenzen länger geplant werden. Und solche Konferenzen werden jetzt immer größer. Zum Beispiel hier in Kordenoi, da kommen über 150 Sabbat-Halter aus einer Region zusammen. Und das ist schon eine ganz andere Kategorie als so in den Jahren zuvor, wo sich da 15 und 30 versammelt haben. Es nimmt an Größe zu. Und deswegen braucht es natürlich auch immer mehr Ordnung. Und hier habt ihr jetzt die erste Jugendzeitschrift unserer Gemeinde. The Youth Instructor. Der Instrukteur der Jugend sozusagen. Und der kommt im August 1852 aus. Noch nicht so bebildert wie heutige Lektionen vielleicht. Aber immerhin. Ach naja, ratet mal. Was meint ihr ist wohl das Thema der allerersten Lektion? Habt ihr eine Ahnung? Was würdet ihr schätzen? Was würdet ihr schätzen? Der Sabbath, genau. Das Hauptthema, der Sabbath. Und man nannte es Sabbath-Schullektion. Es gab ja damals immer schon diese Sonntagsschulen seit vielen Jahrzehnten in den christlichen Kirchen. Und da hat man sich gedacht, hey, es gibt doch diese Sonntagsschulen. Warum kann man die nicht auch im Sabbat machen? Dann müsste man die ja Sabbat-Schule nennen. Und das, was ihr gerade seht, ist die allererste Sabbat-Schullektion, die es überhaupt jemals gegeben hat. Für die Kinder und die Jugendlichen. Die Erwachsenen hatten noch keine Ahnung, dass sie das auch mal brauchen würden. Ja, die sind dann später auf den Trichter gekommen. Und da hat man hier so einen schönen Text gehabt, sehr einfach auch geschrieben. Einfaches Englisch. Die Kinder konnten ihnen das vorlesen. Die konnten es auch selber lesen. Es gab dann auch mal eine Illustration wie hier. Die vier Gebote auf der ersten Tafel und die anderen sechs hier und so. Naja. Und weitere Lektionen gingen dann auch über das Gesetz Gottes im Allgemeinen, die Bundeslade. Und ihr seht sogar hier, einer von denen, die für sie geschrieben hat, ist Ellen White, die sich Zeit genommen hat, einen kleinen Brief zu schreiben an die Kinder. Und da schreibt sie dann in kindgerechter Sprache, wie man erlöst wird und was man, was Jesus für einen tut und was man selbst tun darf. Und dann schreibt sie dann hier und in der nächsten Ausgabe spreche ich über die Schönheiten der neuen Erde. Das war sie natürlich Experte dafür. Stellt euch vor, Sabbat-Schullektion und die Prophetin schreibt einen Artikel über die neue Erde. Das ist doch super, oder? Naja. Und dann am Ende der Ausgabe gibt es dann immer zu jeder Lektion so Fragen. Also, was bedeutet das Wort Sabbath? Und mit welchem Tag ist, also, ja genau und so weiter und so fort. Jedenfalls sind immer Fragen zu der Lektion, so dass man dann am Sabbat die gelernte Lektion abfragen konnte. Und da kommt dieses Fragen-Antworten-Schema in unseren Sabbat-Schullektionen her.

[9:19] Naja, 8. August, im Reverend Herald wird auch diesbezüglich ein bisschen darauf eingegangen, dass die Eltern eine Pflicht haben, ihren Kindern auch den Glauben wirklich gut zu erklären. Was nützt es, wenn ich selbst den Sabbat halte und zu den Übrigen gehöre, aber die Kinder diesen Glauben nicht wirklich auch gelehrt bekommen. Und naja, Andrews ist immer noch schwer beschäftigt mit dem Sabbat und schreibt darüber. Bates kommt mittlerweile zurück aus seiner großen Tour von Wisconsin, kommt zurück nach Michigan, reist dort durch die Gemeinden, die er vorher, oder zu den Gläubigen, die er vorher schon mal angetroffen hat und bekehrt hat, dort nach Jackson zum Beispiel, wo damals dieser Schmied sich bekehrt hat. Vielleicht erinnert ihr euch an die Geschichte. Und dann auch hier nach Battle Creek. Letzte Woche haben wir darüber gesprochen, wo er dort diesen ehrlichsten Mann des Dorfes gefunden hat, der dann Sabbat-Adventist geworden war. Und er kommt nach einigen Wochen zurück, um ihn zu taufen. Also die haben die Leute nicht gleich getauft, haben sie erstmal ein paar Wochen so laufen lassen, um zu sehen, ob sie auch bei der Wahrheit bleiben. Und dann kommt er zurück und dann tauft ihn und dann hat man den ersten getauften Sabbat-Adventisten hier in Battle Creek.

[10:35] Derweil erfasst die Cholera in Rochester den Drucker, den James White angestellt hatte für den Reverend Herald, den Lumen Marston, der selbst kein Adventist ist, aber ein sehr treuer, ehrlicher Mann ist und den James White angestellt hat, um die Jugendlichen dort im Büro anzuleiten. Der erkrankt sehr schwer an der Cholera und steht zu befürchten, dass er stirbt. Aber er hat es dann überlebt und das war eine sehr interessante Geschichte. Ich komme gleich noch dazu.

[11:14] 19. August. Die Annie Smith schreibt ein berühmtes, berühmtes Gedicht. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt. Das heißt The Blessed Hope. Das ist sogar im internationalen Hymnal, im amerikanischen, weltweiten Gesangsbuch gibt es ein Lied auf dieses Gedicht. Das geht ungefähr so. I saw one weary, sad and torn, with eager steps pressed on the way. How long the hallowed cross had borne, still looking for her to her promised day. Kennt ihr das? Schonmal, ja? Da spricht sie, also ich lese es euch mal vor, ich übersetze es dann ganz kurz allgemein. Das ist sehr interessant, weil sie in diesen ersten drei Strophen, da sind sich die Adventgeschichtler einig, offensichtlich von drei Pionieren unserer Adventgemeinde inspiriert worden ist und vielleicht kriegt ihr das raus, wer die es sind, wenn ihr Englisch könnt. I saw one weary, sad and torn, with eager steps pressed on the way. How long the hallowed cross had borne, still looking for her to her promised day. While many a line of grief and care upon his brow was furrowed there, I asked what buoyed his spirits up. Oh, this, said he, The Blessed Hope. Also jemand, der lange schon auf den Tag gewartet hat, jemand der Mühe und Sorgen in seinem Gesicht hat, der alt ist und der immer noch diesen Weg vorangeht. Welcher Pionier könnte das sein? Das ist Joseph Bates, genau, das war Bates' Letter. Der nächste ist, and one I saw with sword and shield, who boldly braved the world's cold frown, and fought unyielding on the field to win an everlasting crown. Though worn with toil, oppressed by foes, no murmur from his heart arose, I asked what buoyed his spirits up. Oh, this, said he, The Blessed Hope. Also jemand, der mit Schild und Schwert auf dem Schlachtfeld des Glaubens gegen die Welt gekämpft hat und alle Siege errungen hat. Wer könnte das gewesen sein? Ja, also es sind alles Sabbat-Adventisten, die hier pathisch stehen. James White, ganz genau, der Leiter der ganzen Sache, der James White. Und dann, der dritte ist sehr interessant, schaut mal hier, and there was one who left behind the cherished friends of early years, and honor, pleasure, wealth resigned to tread the path bedowed with tears. Though trials deep and conflicts sore, yet still a smile of joy he wore, I asked what buoyed his spirits up. Oh, this, said he, The Blessed Hope. Also jemand, der die Freunde und den Reichtum und die Ehre und all das zurückgelassen hat der früheren Jahre und sich jetzt diesem tränenreichen Weg gewidmet hat und immer noch ein Lächeln auf den Lippen hat. Keine Ahnung, wer das sein könnte. Jemand, der hohe Fähigkeiten hat, ein ganz junger, hochtalentierter Mann, der Andrews, genau. Und der immer so freundlich gelächelt hat, das hat die Annie Smith gemerkt.

[14:21] Und naja, also das ist eine ganz interessante Beschreibung dieser drei Hauptpioniere der damaligen Zeit hier in diesem Gedicht. Und die Annie Smith, die war zum gleichaltrigen Andrews sehr, sehr hingezogen. Das entwickelt sich noch zu einer Dramatik sondergleichen. Naja, währenddessen Ellen White und James White unterwegs hier auf ihrer Tour. Und wie ihr seht, hat man sich möglichst viele Konferenzen rausgesucht, um da bis am Ende nach Maine zu kommen. Und gemeinsam mit ihrem Pferd Charlie und ihrer Kutsche ging es unterwegs voran. Der Charlie, der liebte Äpfel. Ja, und so hat man ihn dann immer, wenn man durch einen Apfelgarten, wenn da Äpfelbäume am Rand gewesen sind, da hat man mal die Züge locker gelassen und dann durfte er mal so einen Apfel aufbeißen. Dann hat er den Kopf wieder hochgeschmissen und dann ging es wieder doppelt so schnell voran. Und Ellen White beschreibt aus dieser Zeit. Der Herr segnete unsere Reise nach Vermont. Mein Mann hatte viel Mühe und Arbeit. Auf den verschiedenen Konferenzen war er der Hauptprediger. Außerdem verkaufte er Bücher und sammelte das Geld für die Zeitschrift ein. Und wenn eine Konferenz vorbei war, eilten wir zur nächsten. Jetzt pass mal auf. Mittags fütterten wir unser Pferd am Straßenrand und aßen unser Mittagessen. Dabei schrieb mein Mann mit Papier und Stift auf dem Deckel der Essensbox oder auf seinem Hut Artikel für den Review und den Instructor. Das ist eine ganz interessante Geschichte. Da reisen die von Ort zu Ort und da sitzen sie irgendwo am Straßenrand und mampfen ihr Essen. Und der James White sagt sogar, während sie geritten, also gefahren sind auf der Kutsche, hat er sich die Lektionen für die Kindersabbatschule ausgedacht, überlegt. Und wenn sie dann Mittagspause hatten, hat er alles aufgeschrieben. Hut genommen oder die Essensbox und dann geschrieben, geschrieben, geschrieben. So sind unsere ersten Zeitschriften entstanden und die Artikel. Schon interessant. Das steht natürlich in der Zeitschrift nicht, unter welchen Umständen dort die Artikel verfasst worden sind.

[16:13] Naja, und so berichtet er hier vor diesen Meetings. Und hier ein kleines Zitat, nur um mal was deutlich zu machen. Wir präsentierten unsere Ansichten bezüglich des siebten Tagsabbats der offenen und geschlossenen Tür etc. Und der Geist Gottes machte die Wahrheit den Hörern klar. In den Jahren zuvor habt ihr oft gehört, dass dort gesagt worden ist, der Sabbat und die geschlossene Tür. Der Sabbat und die geschlossene Tür. Der Sabbat und die geschlossene Tür. Aber so 1851, 1852 wendet sich das Blatt. Die Tür ist immer noch geschlossen, aber es gibt eine offene Tür. Und zwar nicht nur für Ex-Milleriten, sondern für jeden, der die Wahrheit noch nicht abgelehnt hat. Die offene und die geschlossene Tür. Die Wahrheit hat sich geweihtet zum biblischen Ausmaß.

[17:00] Der zweite September Ausgabe von Reverend Havel war recht interessant, weil dort der Edson ein Artikel hat und zeigt, dass die dritte Engelsbotschaft dieselbe Botschaft ist wie vom Versiegelungsengel des Offenbarung sieben. Und man erkennt auch die Verbindung von Offenbarung zehn, wo es heißt, du musst nochmals weissagen nach der großen Enttäuschung mit Offenbarung 14. Und auch kurios ist, obwohl der Andrews noch immer hin und zurück sich mit dem Crozier Duelle liefert, drückt man gleichzeitig in derselben Ausgabe die alten Artikel vom Crozier ab. Also man liest erst einen Artikel, wo Andrews den Crozier wirklich in Stücke zerlegt bezüglich des Sabbats und dann im nächsten Artikel von der Feder von Crozier etwas über das Heiligtum. Das liegt daran, dass bis zu dem Zeitpunkt niemand das Heiligtum so gründlich und gut erklären kann, wie Crozier damals. Und immer noch, selbst nach so vielen Jahren, hat man den Eindruck, dass die Artikel von Crozier die besten waren. Und so drückt man sie einfach ab. Und niemand hat bisher das so gut erklären können wie Crozier. Aber auf Dauer ist das natürlich auch kein Zustand. Irgendjemand muss normal dieses Thema so richtig nochmal gründlich bearbeiten.

[18:10] Naja, gehen wir mal weiter. Ach ja, genau. Und der James White entscheidet sich, dass man diese ganze Dokumentation, dieses Hin und Her zwischen Andrews und Crozier mal als extra Pamphlet raus bringt, weil es so viele Menschen für den Sabbat gewinnt. Unter anderem auch den eigenen Drucker, der sich mittlerweile wieder bekehrt hat. Der hat nämlich beim Legen der Druckplatten ab und zu mal auf den Text geschaut. Und dann beim Lesen gemerkt, dass irgendwie der eine sagt, es gibt kein Sabbat, der andere sagt, der Sabbat ist biblisch. Hat das dann verglichen und ist dann bei seiner Arbeit, beim Drucken dieser adventistischen Zeitschrift, zum Sabbat-Adventist geworden. Und hat sich bekehrt. Eine ganz interessante Geschichte. Lumen Marston. Der Herr hat wirklich viele Wege.

[18:58] Und hier kamen die Whites dann in Vermont nach Walcott. Und dort ist der James White fast aus allen Wolken gefallen, weil dort die Brüder wirklich sehr optimistisch waren und ein Zelt aufgebaut hatten für 400 Leute. Und tatsächlich, dort kamen 150 Sabbat-Adventisten plus viele Interessierte. Und der James White war einfach außer sich, wie sehr die Botschaft voranging. Hier war der Ort.

[19:24] Währenddessen war der Bates hier aus Wisconsin zurück und nach Michigan und hat sich jetzt hier nach Süden begeben, wieder nach Westen. Weit, weit weg. Das ist ja hier so ungefähr die Grenze der USA damals gewesen. In die Prärie. An Orte wie hier in der Grenze von Indiana zu Illinois, wo noch nicht einmal irgendjemand über die Wiederkunft gepredigt hat. Nicht ein Millerit war bis dahin vorgestoßen. Das war damals zum Teil auch gar nicht so richtig noch Gegenstand der USA gewesen. Und Bates reist bis dorthin, predigt über die Wiederkunft, über den Sabbat und steckt das Banner der Wahrheit dort in den Boden.

[20:09] Auf ihrer Tour durch den Osten hat Ellen White eine interessante Vision, die wir hier jetzt nicht ausführlich besprechen wollen, nur mal kurz erwähnen wollen. Sie sieht nämlich in dem Haus von Otis Nichols in einer Vision, dass es wichtig ist, eine Gemeindeordnung zu haben. Gemeindeordnung ist ja etwas, was alle, die mit der Miller-Bewegung zu tun hatten, eher kritisch sehen. Raus aus Babylon war der Ruf gewesen. Aber jetzt wird die Bewegung größer und größer. Und man versucht schon hier und da so ein bisschen auf Ordnung zu achten. Das größte Problem ist natürlich, dass immer wieder Leute auch begeistert von der Wahrheit sind, so nach zwei, drei Predigten und selbst anfangen, durch die Gegend zu laufen und anderen zu predigen, ohne die Wahrheit selbst verstanden zu haben. Oder sogar richtige Scharlatane behaupten, dass sie Sabbat-Adventisten sind und verwirren dann die Gläubigen. Und das ist alles so ein bisschen noch Kuddelmuddel. Und Ellen White bekommt eine Vision, die wird aber nicht gleich veröffentlicht, dass man dort etwas genauer auf die Ordnung achten soll.

[21:08] Schließlich kommt sie mit ihrem Ehemann nach Portland, die alte Heimat. Und auch dort gibt es guten Erfolg. Sie sind dann auch bei ihren Eltern, dort, wo ihr Bruder, der Robert, das war ihr Lieblingsgeschwister, der Robert, mit dem sie damals immer zu den Miller-Vorträgen gegangen ist. Der liegt im Sterben und der hat Tuberkulose. Und als sie ankommen, ist er schon völlig ausgemergelt, kann sich kaum noch richtig artikulieren. Und naja, das ist eine traurige Szene. Aber sie verbringen ein bisschen Zeit mit ihm und dann schreibt sie, wir waren gezwungen, uns von unserem lieben Bruder zu trennen, weil wir erwartet nicht, ihn diesseits der Auferstehung der Gerechten wiederzusehen. Die Bitterkeit der Abschiedszene wurde zu einem großen Teil durch die Hoffnung, uns dort wiederzusehen, wo es keine Trennung geben wird, die Ausdrückte weggenommen.

[22:03] Also er ist in Jesus gestorben und die Annie Smith hat dann wieder so ein Gedicht geschrieben, das heißt, He Sleeps in Jesus. Ist dann auch so ein Lied geworden, das ihr im amerikanischen Himmel finden könnt. Also viele dieser Lieder der Väter haben ihren Hintergrund in Geschichten aus jener Zeit. Und wenn man das ein bisschen weiß, das gibt so ein bisschen Hintergrund.

[22:21] Also während die Whites dort unterwegs sind, die Verwandten besuchen auch die Verwandten, die Eltern von James White, die so ein bisschen sich von der Wiederkunft wieder distanziert haben, ein bisschen lauwarm geworden sind. Da fragt sich ein junger Mann in Rochester den ganzen Sommer schon und auch, was es doch mit diesem Heiligtum auf sich hat. Letzte Woche haben wir schon ihn kurz angesprochen. Sein Name ist, könnt ihr euch noch erinnern? Genau, John Loughborough, seines Zeichens damals 21 Jahre alt. Jemand, der jeden Sonntag für die ersten Tags Adventisten predigt und zu dieser Gruppe um Joseph Marsh gehört, die auch in Rochester ihr Hauptquartier haben. Und ja, im September entscheidet er sich, nachdem er zwei Jahre lang Zigarre geraucht hat, mit dem Rauchen aufzuhören. Seine Ärzte hatten ihm ja verschrieben, als Lungenheilung zu rauchen, aber ihm war das schon deutlich geworden, also wenn Jesus wiederkommt und er mich mit der Zigarre im Mund findet, das ist doch irgendwie nicht so, wie es sein soll. Er gibt das Rauchen auf und gleichzeitig fragt er sich immer zwei Fragen. Was bedeutet das Heiligtum und was ist dieses zweite Theos Offenbarung 13? Er hat keine Ahnung, dass es dort Leute gibt in seiner Stadt, die ihm das beantworten könnten. Er hat noch nichts von Sabbat-Adventisten gehört, bis zu dem Zeitpunkt, als im August, September einige aus seinen Gemeinden plötzlich anfangen, den Sabbat zu heulen und mit den Sabbat-Adventisten dort in Rochester in Verbindung kommen. Und da wundert er sich, informiert sich und hört, dass die Sabbat-Adventisten schlimme Fanatiker sind und alles Messmeristen und die unter Hypnose stehen und Spiritisten und das Ganze ist gegen sie eingestellt. Aber eines Tages hat er einen Traum und er träumt, dass er in einem Raum ist und in diesem Raum ist es alles ganz dunkel und schlecht belüftet und man kann kaum richtig, ja es ist ganz unangenehm und überall wird ganz schlecht gesprochen. Er sieht all seine Prediger-Kollegen und alle sind irgendwie uneinig und das ist ganz unangenehm. Und er träumt, wie er durch den Raum geht und da ist eine Tür, er öffnet die Tür und im Nebenraum ist ein ganz heller Raum. Und er sieht einen großen jungen Mann, der dort über das Heiligtum redet und dort wird auch über den Sabbat gepredigt. Es träumt alles und er sieht dort auch die Geschwister seiner Gemeinde, die dort jetzt den Sabbat angenommen haben. Und er entscheidet sich, von dem einen Raum in den anderen Raum zu gehen. Als das seine Prediger-Kollegen im Traum mitbekommen, fangen die an, ihn zu schlagen und zu verprügeln und zu verlachen. Und schließlich geht er aber dann doch durch den Raum. Er wacht auf und wundert sich, was das zu bedeuten hat, aber denkt sich, naja, war nur ein Traum, sei es drum.

[25:09] Und eines Tages hört er von einem Prediger-Kollegen, dass die Sabbat-Adventisten eine Vortragsreihe halten in Rochester. Und ein Prediger-Kollege sagt, hey lass uns da hingehen. Er sagt, was soll ich da, das sind doch alles Fanatiker. Und dann sagt der Prediger-Kollege, aber deine Geschwister gehen dorthin. Du musst sie ja aus dieser Heresie, aus dieser Irrlehre wieder heraus retten. Du musst ja wissen, was die lernen, damit du deine Geschwister retten kannst. Und hast du übrigens gewusst, dass die Sabbat-Adventisten in ihren Vorträgen sogar die Chance geben, dass jemand, der Fragen hat oder eine andere Meinung, dass der seine Gegenmeinung präsentieren darf. Also bereite deine Texte vor und dann kannst du dich hinstellen und in zwei Minuten kannst du den Sabbat über den Haufen werfen. Und Loughborough sagt, das ist eine gute Idee. Geht nach Hause, sucht sich alle Texte raus, die er finden kann, die gegen den Sabbat sprechen. Kommt mit seiner Bibel bewaffnet in den Raum dort nach Rochester, Mount Hope Avenue. Er kommt in den Raum und ihn trifft der Schlag, denn dort sieht er genau den Mann, den er im Traum gesehen hat. Andrews, der ein Jahr älter ist als er. Nee, stimmt nicht, drei Jahre älter als er. 24. Und er predigt über das Heiligtum. Und das interessiert ihn ja. Und plötzlich versteht er das Heiligtum. Aber der Andrews fängt schon bald an, auch über das Gesetz Gottes zu predigen. Und interessanterweise benutzt Andrews genau jeden einzelnen Text, von dem die Loughborough sich ausgedacht hatte. Jeden einzelnen. Und widerlegt die. Zack, zack, zack, zack, zack, zack, zack, zack. Und der Loughborough steht da und sagt, das gibt es ja gar nicht. Unfassbar. Und er kommt aus dem Treffen heraus und sagt, das muss die Wahrheit sein. Und sagt das dann seinen Kollegen. Und was haben die gemacht? Die haben ihn ausgelacht und ihn fertig gemacht. Und das hat ihn noch mehr bestärkt, weil er merkte, Gott hat das genau vorhergesagt. Und ihr Widerstand hat ihn noch mehr bestätigt. Und er hat dann sich entschieden, von sofort an den Amsap hat nicht mehr zu arbeiten. Er war ein Verkäufer. Er hat unter der Woche Patentdrehriegel verkauft. Hat damit viel Geld gemacht. Und er hatte allerdings noch drei Predigtermine am Sonntag. Er hatte einen Predigtplan gehabt. Und er hat sich gedacht, die nehme ich noch wahr. Und ist dann drei Sonntage hintereinander zu den verschiedenen Gemeinden gegangen. Hat gesagt, liebe Geschwister, hier ist meine Predigt. Und am Ende, ich komme nie wieder. Hat sich von denen verabschiedet. Und hat dann den Sabbat angenommen. Ist Sabbat-Adventist geworden. Als 21-Jähriger und jemand, der auch großes, großes Potenzial hatte als Evangelist und Prediger.

[27:44] Am 27. September hört die Welt, dass Papst Pius IX offiziell die Idee verdammt, dass man in einem katholischen Land frei seines Glaubens leben darf. Also wer so etwas glaubt, wird von der katholischen Lehre verdammt. Wo katholische Kirche regiert, muss man katholisch sein. Wir beobachten immer so im Nebenlauf immer so ein bisschen auch die Entwicklung der katholischen Kirche. Und hier berichtet dann der Lumen Marston, der Drucker, wie er sich hier bekehrt hat, wie er die Cholera bekommen hat, und wie er durch das Lesen der Artikel dann auch Sabbat-Adventist geworden ist.

[28:34] Der Youth Instructor bringt immer wieder Themen über das Gesetz Gottes, aber auch über das Leben von Jesus. Und naja, am 6. Oktober kommen dann die Whites wieder nach Hause an. Merkst du das? 6. Oktober. Haben eine lange Tour gemacht, haben viel erreicht, haben viel über den Sabbat, die Trafengelsbotschaft gesprochen und so weiter und so fort. Und sie sind ganz stolz auf ihre Mannschaft dort in Rochester, die das ganz ohne sie geschafft hat, immer fleißig die Zeitschriften dort herauszubringen.

[29:05] Der nächste Sabbat ist der 9. Oktober. Und das ist der erste Sabbat, den dann Loughborough sich vorgenommen hat, mal offiziell mit den Sabbat-Adventisten zusammen zu halten. Offiziell sich dann dazu zu bekennen. Das ist just der Sabbat, wo Ellen White und James White wieder zurückgekommen sind. Und der Loughborough, der hat ja gerade schon mal genug zu tun gehabt mit dem Sabbat und mit dem Heiligtum. Und jetzt noch diese Idee da von einer Prophetin. Jedenfalls kommt er zu diesem Treffen, zu dem Sabbat-Gottesdienst. Und während des Sabbat-Gottesdienstes liegt einer von der Druckermannschaft, ein Jugendlicher, wirklich sterbenskrank im Bett in einem anderen Raum. Und naja, wie das dann so ist, entscheidet man sich. Einige Leute gehen dorthin, um für ihn zu beten. Und Loughborough wird eingeladen mitzukommen. Die Person wird geheilt. Und während der Heilung hat Ellen White, oder kurz danach, eine Vision, die 80 Minuten geht. Das ist eine erste Vision. Also am ersten Sabbat sieht er gleich Ellen White mit einer großen Vision. Und der James White macht das, was er immer macht. Er sagt, naja, du bist ja neu, kannst ja mal probieren, ob sie atmet. Sie wird hier ein bisschen rumlaufen, was erzählen, aber du kannst versuchen. Sie erzählt und redet, aber er findet kein Atem mehr. Und das überzeugt ihn natürlich schon mal in gewisser Weise. Noch besser überzeugt, als sie ihm dann Dinge aus seinem Leben erzählt, die er noch niemandem erzählt hat. Das gibt es doch gar nicht. Aber noch interessanter wird es, als er dann nach der Vision von ihr erfährt, dass Ellen White in der Vision einen Mann gesehen hat, einen ersten Tagsadventistischen Prediger, den sie selbst nicht kennt. Sie kennt auch den Namen nicht. Sie weiß nur, dass dieser Mann gerade auf einer Reise nach Michigan ist und dort das siebte Gebot bricht. Wenige Wochen später sind sie gemeinsam bei einer Konferenz zusammen und dieser ersten Tagsadventistische Prediger ist anwesend. Und Ellen White merkt das und sagt zu einer Schwester, das ist der Mann, den ich gesehen habe. Und dann erzählt sie die Vision. Und jeder fragt sich, wer soll das sein? Und dann sagt sie, wie einst Nathan zu dem Prediger, du bist der Mann. Und der Loughborough guckt und sagt, meine Güte, was passiert jetzt? Und über kurz oder knapp fängt dieser Mann in Tränen an, auf den Knien alles zu bekennen. Und da war es für den Loughborough, das schreibt er selbst, da war es für ihn klar. Diese Frau weiß mehr als ein normal Sterblicher. Diese Frau muss den Heiligen Geist wirklich direkt von Gott inspiriert sein. Und er hat nie wieder an ihrer Inspiration gezweifelt. Sehr interessant, wie die einzelnen Pioniere so Stück für Stück mit Ellen White in Kontakt kamen und sich alle einzeln überzeugt haben von ihrer Inspiration.

[32:00] Der Reverend Herald bringt auch ab und zu mal was aus alter Zeit, zum Beispiel hier von John Wesley über das Gesetz, wo doch jetzt gerade auch viele Adventisten das Gesetz für abgelehnt, abgeschafft halten. Und man zeigt auch, dass man jetzt einen neuen Bürorahmen braucht für die Druckerpresse, weil einfach das bei den Whites im eigenen Haus nicht so günstig ist. Und hier, genau hier, hier war sie. Heute steht ein anderes Haus da. Und man stellt auch noch einen anderen Jugendlichen ein, einen 13-Jährigen. Sein Name ist, jetzt habe ich ihn gerade hier nicht dabei, Lauren, genau, Lauren Batchelor, der dort mithilft. Also von Anfang an waren auch viele Jugendliche mit an der Arbeit beteiligt hier in diesem kleinen Verlag.

[32:43] 28. Oktober, ein Artikel über die Jahre 1780, der Schwarze Tag und der Sternenfall von 1833. Dadurch, dass jetzt immer mehr Menschen auch dazukommen, die gar keine Milleriten waren oder mit der Millerbewegung nicht wirklich was zu tun hatten, muss man viele dieser Dinge wiederholen, die damals bei der Millerbewegung ja ausführlich betont worden sind. Und hier haben wir dann das erste Zeugnis von Loughborough über seine Bekehrung und einen Aufruf, überall sollen Kindersabbatschulen eingerichtet werden. An jedem Ort und wenn da nur ein paar Familien zusammen sind, richtet eine Kindersabbatschule ein. Und das wird dann auch Stück für Stück umgesetzt. Vielleicht könnt ihr euch erinnern, dass dieser Stephen Smith hier ausgeschlossen worden ist im Jahr zuvor und er hat sich erstmal wieder ein bisschen bekehrt, hat sich wieder versöhnlich gezeigt und ist dann auch wieder aufgenommen worden.

[33:40] 9. Dezember wird berichtet, dass einer der Prediger, der J. H. Wagner, das ist der Vater vom später berühmten Wagner, der ist 90 Meilen zu Fuß zu einer Konferenz gereist. Stellt euch vor, jemand sagt euch, am Sabbat ist eine Konferenz in Konstanz. Könntest du da bitte hingehen? Das sind genau 145 Kilometer. Von hier, Kissinger Straße, habe ich heute ausgerechnet, bis nach Konstanz. Genau 145 Kilometer. Zu Fuß. Das war das Level von Bereitschaft. Zu Fuß. Und das ist auch jetzt nicht gerade im Hochsommer gewesen. Und man macht den Vorschlag, überall so Agenten zu bestimmen für die Zeitschrift, dass überall auch die Sammlung und die Spenden systematisch eingesammelt werden können. Das ist auch so ein erster Schritt in Richtung Organisation. Und dass wirklich die Mitgliederzahlen fast explodieren, das sieht man hier beim Samuel Rhodes. Er sagt, ich finde mehr Zuhörer, als ich mit meiner Lungenkraft ansprechen kann. Überall interessieren sich Leute plötzlich für den Sabbat, für die dritte Engelsbotschaft. Und einer von ihnen ist noch ein Jugendlicher, der sich im Dezember 1852 für die dritte Engelsbotschaft entscheidet. Und da freut sich die Annie Smith ganz besonders. Denn es ist ihr vier Jahre jüngerer Bruder Uriah. Und den kennt ihr wahrscheinlich alle gut. Den Uriah Smith. Ein ähnlich wie der Andrews, ein hochtalentierter, superpatenter, kluger, intelligenter, gebildeter junger Mann. Und solche Leute, die braucht es jetzt. Wo die Bewegung größer und größer wird, da kann der James White und der Joseph Bates nicht alles alleine tragen. Man hat zwar auch die treuen Prediger schon, aber Leute wie Andrews und Smith und Loughborough, die werden die nächsten Jahre als wirklich kongeniale Leute viel, viel bewegen. Und just zu der Zeit, wo das Werk gewachsen ist, hat Gott insbesondere Jugendliche, junge Männer und Frauen, wie die Annie Smith, ins Werk hinzugetan, um die Lasten zu verteilen.

[35:57] Der, wo wir beim Loughborough schon sind, der hatte seit seiner Bekehrung zur dritten Engelsbotschaft diese Bürde auf seinem Herzen. Ich müsste ja eigentlich predigen. Ich müsste ja die Botschaft woanders hinbringen. Er war ja damals schon als ersten Tags Adventist. Ihr kennt die Geschichte, habe ich euch erzählt, wie er da mit seinen 16, 17 Jahren losmarschiert ist und dem Prediger gesagt hat, dein Text ist drei Kapitel außerhalb des Buches. Also der hatte Potenzial. Aber er irgendwie wollte auch nicht, weil er hat viel Geld gemacht mit seinen Drehriegeln. Und er hatte so die Ausrede, naja ich bin einfach unwürdig für diese großartige Botschaft. Die dritte Engelsbotschaft ist so großartig, ich bin unwürdig. Das Problem war nur, ab dem Zeitpunkt, wo er jetzt Sabbat-Adventist geworden ist, hat er kein Geld mehr verdient. Alle seine Geschäfte, die vorher so wunderbar liefen, die waren so miserabel, dass er Woche für Woche weniger hat und weniger hat erlebte nur an seinem Ersparten. Und das, ich meine, das geht eine Zeit lang gut, aber irgendwann ist alles Ersparte mal aufgezehrt und dann blieben ihm noch drei Cent übrig. Hat nicht mal mit seiner Frau, der Mary, darüber gesprochen. Drei Cent. Und er war so deprimiert, so depressiv. Er ist dann, er konnte nicht mal mehr Geschäftsreisen machen, ein anderes Dorf, eine andere Stadt. Er kam dann eines Sabbats Mitte Dezember zum Gottesdienst dort am Sabbat und war so geknickt und hat man das mitbekommen, hat für ihn gebetet und Ellen White hat eine Vision. Naja und ihr werdet keine Propheten sein müssen, um rauszubekommen, was sie wohl in dieser Vision gesehen hat. Das, was man auch als Menschen hätte beinahe sehen können. Nämlich, dass er predigen soll und sich entscheiden soll, mal den ganzen geldlichen Kram Gott zu überlassen. Und naja, wenn der Prophet sagt, du sollst predigen, Gott hat dich dazu bestimmt, dann ist das ein eindeutiger Ruf. Da gibt es keinen Zweifel mehr. Und so entscheidet er sich und sagt, okay, dann werde ich das tun. Geht nach Hause mit diesem Bewusstsein, ich werde predigen, sagt seine Frau. Also seine Frau fragt ihn dann, hey, ich bräuchte was zu essen. Also wir müssen was essen kaufen. Ich glaube, es ist der Tag danach gewesen. Und naja, er hatte bisher noch nicht mit ihr gesprochen über seine finanziellen Verhältnisse. Und dann sagt er, pass auf, jetzt musst du tapfer sein. Ich habe noch drei Cent. Für einen Cent kaufst du das, was du brauchst. Und einen Cent kannst du noch ausgeben für was immer du haben möchtest. Aber den anderen Cent bringst du zurück, damit wir noch ein bisschen Geld haben. Und dann kriegt sie das Heulen. Dann geht sie in einen anderen Raum und weint und weint und weint. Was sollen wir denn machen? Und dann sagt er, pass auf, ich habe mich jetzt entschieden, ich werde predigen. Und er sagt, ja, das wird auch nicht besser. Wo soll da das Geld herkommen? Aber er sagt, lass uns Gott vertrauen. Sie geht dann völlig verzweifelt mit diesem diesen zwei Cent, die sie hat, das kaufen, was sie gerade noch so dafür bekommen kann. Und während sie weg ist, klopft es an der Tür. Ein Mann macht auf und er stellt sich heraus, dass jemand für 80 Dollar, was also viele hunderte Euros heute sind, wenn nicht Tausende, eine Einmalbestellung für diese Drehriegel aufgenommen hat, die er, und zwar noch gleich so im Nebendorf, so nach dem Motto, er musste nur eine halbe Meile, ein paar hundert Meter eigentlich nur die wegbringen und hatte aufschlag, genügend Geld, um erst mal diese Lage zu retten und sich in den Predigtdienst zu stürzen. Und dann kam seine Frau zurück und hat das erzählt. Da hat sie wieder angefangen zu weinen, diesmal aber nicht aus Verzweiflung, sondern aus Freude. Und naja, so ist er dann zum Prediger geworden.

[39:28] Am 23. Dezember gibt es dann endlich einen Artikel über das Heiligtum und zwar nicht mehr von Crozier, sondern von einem, der mittlerweile den Crozier überflügelt. Andrews mit seinen 24 bringt er jetzt hier eine Auslegung von Daniel 8 und so präzise und so klar, wie man selbst in den letzten Jahren hier bei den Sabbat-Adventisten nicht gefunden hat. Und naja, er wird immer mehr so zum führenden Denker, Bibelstudent dieser Bewegung.

[40:09] Apropos Geld und Sparen, kleine Geschichte noch. Ellen White war immer der Meinung, dass, obwohl man Geld für das Werk Gottes ausgeben sollte, man nie alles auf einmal geben sollte, sondern dass man immer auch noch ein bisschen Reserve haben sollte für Notfälle, für Schwierigkeiten. Und ihr wisst ja, sie haben unter äußerst spartanischen Umständen gewohnt und gelebt. Aber mit dem wenig, was sie hatte, auch für den Haushalt, hat sie immer noch ein bisschen zur Seite gelegt. Sie hatte so einen Sparstrumpf, ganz klassisch, und hat immer, so wie sie ein bisschen sparen konnte, hat er was reingetan. Und eines Tages dort, Ende 1852, kommt eine Lieferung von Papier für den Review. Und es kommt ganz überraschend, ungeplant, und James White hat absolut kein Geld und er weiß nicht, wie er es bezahlen soll. Er ist völlig verzweifelt, kommt zu Ellen und sagt, was machen wir denn jetzt? Das ist zu früh oder zu spät gekommen, was auch immer. Ja, ich kann es nicht bezahlen. Ich weiß nicht, was ich machen soll. Wo soll das herkommen? Und die Ellen, die ist ganz ruhig, geht zu ihrem Sparstrumpf, holt ihren Sparstrumpf hervor und das Geld, das sie angespart hat, passt genau, um das Papier zu bezahlen. Also, auch das ist eine Lehre, die man sich merken kann. Immer ein bisschen ansparen ist nicht verkehrt. Hat uns damals auch schon gut geholfen.

[41:31] Eine Woche später, dann hat Ellen White nochmal eine Vision, die bestätigt, ja, das ist ein Ruf Gottes an Loughborough. Und die Frage ist, wo schickt man ihn hin? Mit seinen 21 Jahren ist er auch relativ unerfahren noch. Und der Hiram Edson hatte so den Eindruck gehabt, die Woche vorher, er solle nach Rochester gehen. Er weiß gar nicht, was er das tun soll, aber diese Stimme war in seinem Kopf, geh nach Rochester am nächsten Sabbat, geh nach Rochester. Und so geht er nach Rochester und am Sabbat erfährt er dann von dem Fall von Loughborough und man schlägt vor, dass er als erfahrener Prediger den Loughborough mitnimmt. Also damals hat man die jungen Prediger mit den Eltern zusammengetan. Und so sind sie dann Ende 1852 im tiefsten Winter losgereist. In Buffalo in einen schweren Schneesturm gekommen und manches Abenteuer erlebt. Und wieder war einer im Feld als Pionier.

[42:37] Nächste Woche werden wir uns dann anschauen, wie auch die Whites sich mehr nach Westen orientiert haben. Die Nachrichten kamen Woche für Woche. Die Botschaft explodiert förmlich in Michigan. Mehr noch als im Osten kommen da Leute zum Sabbat links, rechts, oben und unten. Und irgendwie sind Ellen White und James White überzeugt, wir müssen dort mal richtig in den Westen, wir müssen mal nach Michigan. Und das hat natürlich folgenschwere Konsequenzen, auch für die gesamte Adventgeschichte, wie wir sehen werden. Aber das sehen wir nächstes Mal uns dann an. Für heute können wir wie immer, ohne mit der Wimper zu zucken, feststellen, wir haben nichts zu befürchten für die Zukunft. Es sei denn, vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Und damit bedanken wir uns, dass ihr zugeschaut habt und sehen uns in fünf Minuten wieder zur Stunde seines Gerichts, wenn es Offenbarung 14 Vers 7 heißt. Bis dann. Gottes Segen. Amen.


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