In dieser Folge der Serie „Die Zeit des Endes“ wird das Jahr 1853 beleuchtet, ein entscheidendes Jahr für die Organisation der Sabbat-Adventisten. Christopher Kramp thematisiert die Herausforderungen und Entwicklungen im Hinblick auf Gemeindeorganisation, die wachsende Bedeutung der Zeitschrift „Review and Herald“ und die Auseinandersetzung mit dem aufkommenden Spiritismus. Außerdem wird auf die politischen Ereignisse wie den Krimkrieg und deren prophetische Deutung eingegangen.
Die Zeit des Endes: 65. Eine Frage der Organisation (1853 Teil 2)
Christopher Kramp · Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er) ·Themen: AdventgeschichteWeitere Aufnahmen
Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)
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Transkript
[0:00] Ein wunderschönen guten Abend, hallo und herzlich willkommen zu unserer Serie, die Zeit des Endes. Schön, dass ihr heute Abend hier seid und schön, dass ihr live dabei seid auf joelmedia.de oder wenn ihr später die Aufnahmen euch anschaut, zu einer weiteren Folge der Adventgeschichte, die wir studieren wollen. Und heute wollen wir abschließen mit dem Jahr 1853. Und wir haben in den letzten Wochen gesehen, wie die Sabbat-Adventisten fast explosionsartig gewachsen sind von 1849 bis 1852 an. Und dass immer mehr, neben der Frage der wahren Lehre und den großen Wahrheiten der Dreifamengelsbotschaft, auch die Frage zutage gekommen ist, wie man sich organisieren soll. Denn dort, wo mehr und mehr Menschen zusammenkommen, da muss man auch Ordnung haben. Und das war ein Thema, das jetzt so langsam die Aufmerksamkeit aller erregt hat.
[1:07] Heute wollen wir uns das anschauen, weil bis heute die Frage von Gemeindeorganisation, welche Struktur hat man, ja, immer noch etwas ist, was die Gemüter erregen kann. Und dazu möchten wir natürlich, wie immer, uns unter die Führung des Heiligen Geistes stellen und lade euch ein, mit mir gemeinsam zu beten.
[1:25] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir für diesen Tag, wir danken dir für die Führung, die du uns jeden Tag schenkst und für deinen Heiligen Geist, der an uns wirkt und in uns wirkt. Wir möchten dich jetzt bitten, dass du uns zeigst, was wir lernen können aus unserer Geschichte von Männern und Frauen, die sich Gedanken gemacht haben, wie man auch die biblischen Prinzipien der Organisation so umsetzen kann, dass es deinem, deinem Wohlgefallen findet. Und wir bitten dich, dass du alle Störende fernhältst und dass wir wirklich sehen können, was wir für unser Leben und für unsere Generation, für die Zeit, in der wir leben, lernen können. Im Namen Jesu, Amen.
[2:09] Wir waren mitten stehen geblieben im Sommer 1853, waren bis zum Juni gekommen und gleich am Anfang des Julis, am 2. Juli, hat Ellen White eine Vision. Und in dieser Vision sieht sie viele Dinge, auch einige Angelegenheiten, die die Gemeinden in Michigan betreffen. Unter anderem allerdings auch etwas, was mit der Zeitschrift, dem Review and Herald, zusammenhängt. Sie sagt hier: „Letzten Sabbat ruhte die Kraft Gottes auf mir, ich hatte eine Vision und sah viele Dinge von großem Interesse vor uns. Ich habe die Vision niedergeschrieben, es sind 24 Seiten geworden. Wir lesen sie jetzt nicht alle vor, sondern schauen nur die wichtigsten Punkte an.“
[2:57] „Ich sah, dass wir die Wahrheit öfter herausbringen müssen, dass die einzige Zeitschrift des Landes, die Gott gehört und von ihm bestätigt wird, öfter als alle zwei Wochen erscheinen sollte.“ Mit anderen Worten, der Review and Herald, das Organ der Sabbat-Adventisten, das kam nicht oft genug heraus aus Gottes Sicht. Alle zwei Wochen ist nicht oft genug. Und er gibt Ellen White diese Vision, dass sie jede Woche eine Ausgabe herausbringen sollten, um noch schneller die Wahrheit und das Volk zu bringen.
[3:31] „Ich sah, dass der Weg sich für uns öffnete, unsere Arbeit zu erweitern.“ Wenn ihr das letzte Mal dabei gewesen seid, wisst ihr, die waren ja jetzt schon am Rande ihrer Belastungsgrenze. Und doch scheint es so zu sein, dass Gottes Werk immer weiter und weiter und erweitert funktioniert und nicht zurück. Das hat so funktioniert, dass Gott immer wieder neue Leute geschickt hat zum Büro, junge Leute, die geholfen haben und die wirklich große Opfer gebracht haben. Aus der Zeit wird uns berichtet, dass einige der jungen Leute, wie Stephen Bell oder Fletcher Byington, die sind oft Mitternachts nach Hause gekommen, ein Uhr nachts nach Hause gekommen, zwei Uhr nachts nach Hause gekommen, jeden Tag, weil sie dort abends in dem Büro gesessen haben und die Zeitschrift vorbereitet haben, Woche für Woche. Und das waren wirklich Tage des Opfers.
[4:23] Aber wenn ihr nochmal genau hingeschaut habt, dann ist interessant, dass Ellen White gesehen hat, dass diese Zeitschrift der Sabbat-Adventisten die einzige Zeitschrift war, von der Gott gesagt hat: „Die gehört mir. Ja, das ist meine.“ Und das war natürlich auch ein großes Privileg.
[4:40] Währenddessen, wenn wir schon gerade von Opfer reden, waren andere unserer Pioniere, wie der junge Loughborough mit seinen 21 Jahren, fern im wilden Westen in Wisconsin und hat dort an entlegenen Orten die Botschaft verkündigt, zum Teil vor kleinen Gruppen, zum Teil auch größeren Gruppen. Und so ging es immer weiter.
[5:00] Derweil zogen Wolken des Krieges in Europa auf, und zwar in der Nähe der Krim, fast so wie heute, damals zwischen den Russen und den Türken, dem Osmanischen Reich, das ja schon so gut wie am Ende war und nur durch die Diplomatie der europäischen Großmächte immer noch so am Leben erhalten war. Und die Russen, die wollten unbedingt diese Türkei einnehmen und für sich beanspruchen und haben dann angefangen, hier, was heute Rumänien ist, die Walachei und Moldawien zu besetzen. Und das hat die Spannung wieder ganz stark werden lassen in Europa. Und unsere Sabbat-Adventistischen Freunde haben nach Europa geschaut und gesehen, da braucht sich was zusammen. Könnte das nicht ein Zeichen der Zeit sein?
[5:54] Nun, im nächsten Sabbath Herald, da wird wieder weit über das Heiligtum diskutiert und der Andrews bringt verschiedene Argumente. Und dann kündigt hier der James White an, dass der Review wöchentlich erscheinen wird. Und man geht einfach voran. Und das hat die Pioniere ausgezeichnet. Wenn Ellen White etwas gesehen hat, auch wenn sie nicht verstanden haben, wie das menschenmöglich umgesetzt werden kann, haben sie es trotzdem gemacht. Und Gott hat dann die Ressourcen gebracht, Gott hat Leute geschickt und so ist das vorangegangen.
[6:36] In Wisconsin, da trifft der Loughborough den Wagoner. Das sind alles Bilder natürlich von später, die waren damals viel jünger, der sich dort als Pionier in Wisconsin ebenfalls große Verdienste erworben hat. Vielleicht könnt ihr euch erinnern, dass einige Jahre zuvor die erste Weltausstellung in England stattgefunden hat, in London. Und die Amerikaner haben sich gedacht, was die Londoner können, die Engländer, das können wir auch. Und so hat man gleich eine weitere Weltausstellung in New York organisiert im Sommer 1853. Und hat sogar den Crystal Palace aus London einfach kopiert.
[7:11] Währenddessen hat man in Rochester, dort in der Stadt, wo das Zentrum der Verlagsarbeit war, sich Gedanken gemacht, wie man jetzt das ganze Projekt des Review & Herald noch konkreter und noch besser organisieren kann, wie man das auch finanziell noch besser organisieren kann.
[7:35] Und ein Thema, das immer größeren Raum einnimmt, ist das Thema vom Spiritismus. In den Jahren 51, 52, 53 ist dieser Spiritismus, der ja nur ganz klein angefangen hat 1848, dort mit diesen Fox-Schwestern, ihr erinnert euch, dieses geheimnisvolle Klopfen, das hatte sich mittlerweile so rasant ausgebreitet. Letztes Mal haben wir erzählt, im Jahre 1853 waren ungefähr eine halbe Million Menschen bereits Spiritisten, zigtausende, die als Medien funktioniert haben. Und mittlerweile war es auch den Adventisten klar, den Sabbat-Adventisten, wir müssen dieses Thema anfassen, wir müssen die Menschen warnen.
[8:15] Und so gibt es hier einen Artikel über das Thema des Spiritismus mit einem ganz kuriosen Wort, nämlich Rappology. Das kommt von Rappings, Rappings ist das Klopfen. Also, wenn man das wörtlich übersetzt, wäre das die Klopphologie. Aber die Idee dahinter ist, man möchte zeigen, woher das kommt, dass das nicht nur Humbug ist, sondern dass es um den Satan geht und seine Nachfolger. Und hier geht es um den Ursprung, den Charakter und die Werke des Satans.
[8:47] Die Ellen White hatte noch nicht ihre große Kampfvision gesehen, sondern es war allein aus dem Bibelstudium, dass man hier studiert hat, wo kommt der Satan her, dass er mal ein Cherub gewesen ist, dass er im Himmel gewesen ist, dass er aus dem Himmel gefallen ist und was seine ganzen Lügen gewesen sind. Und dass dieser ganze Spiritismus offensichtlich eine der großen Zeichen der Endzeit ist. Und das hat er bis heute nicht aufgehört, diese ganze New Age und Spiritismus kommt aus der Zeit.
[9:20] Nun, gehen wir ein bisschen weiter und schauen uns das hier an. Joseph Bates, ebenfalls unterwegs, mit seinen mittlerweile 61 Jahren, ungebrochen, wochenlang, monatelang an einem Ort und wieder an anderen. Hier zum Beispiel in Ohio, wo er Pläne schmiedet, dass man den ganzen Bundesstaat Ohio hier erreichen sollte.
[9:58] Am 4. August dann bringt der Review and Herald mal eine Zusammenstellung aller Argumente, die es jetzt gegen den Sabbat mittlerweile gibt. Ihr wisst ja, die ersten Tags-Adventisten, die den Sabbat abgelehnt haben, haben verschiedenste Argumente benutzt, um den Sabbat nicht annehmen zu müssen. Und hier wird mal eine Aufstellung vorgenommen. Da gibt es also Leute, die sagen, der Sonntag ist der wahre siebte Tag seit der Schöpfung und der Samstag ist der sechste Tag. Das ist der Heim zum Beispiel. Andere sagen, nein, nein, der Samstag ist der siebte Tag, aber der Samstag ist ganz rechtmäßig in den Sonntag geändert worden und da werden dann die Kirchenväter zitiert. Andere sagen, nein, nein, das ist ganz unwichtig, weil wir wissen sowieso nicht genau, wann der Sabbat anfängt. Und dann sagen wieder andere, man kann den Sabbat gar nicht halten wegen der Erdrotation, weil wenn an einem Tag Sabbat dort ist, ist beim anderen ja schon Sonntag an einem anderen Ort. Andere wiederum sagen, der Sabbat ist nicht mehr der Sabbat, weil bei Joshua damals ein Tag verloren gegangen ist und deswegen ist das dann gesprungen. Und wiederum andere sagen, es gibt seit dem Kreuz gar keinen Ruhetag mehr, es gibt nur noch neun Gebote. Und dann wieder andere sagen, Sabbathalten passiert nur dann, wenn man hypnotisiert ist, Mesmerismus.
[11:11] Und wenn ihr genau hinschaut, seht ihr, dass die Argumente sich alle selbst widersprechen. Also das ist sehr kurios. Das kommt doch öfter dann vor, dass sich sogar die ersten Tags-Adventisten in die Wolle kriegen, wer denn eigentlich recht hat mit seinem Argument gegen den Sabbat. Und das führt natürlich dazu, dass Leute, die wirklich aufrichtig studieren, sagen: „Herr, Moment mal, die sind völlig durcheinander. Die Bibel hat recht, die Sabbat-Adventisten haben recht.“ Und natürlich noch ein Argument, das Papsttum hat die Reihenfolge der Tage verändert, dass der siebte Tag der sechste wurde und der sechste der siebte. Zum Teil sehr kuriose Argumente. Naja, hier können wir mal springen.
[11:57] Ellen White und James White machen sich Gedanken über das Thema Gemeindeordnung. Ellen White hat ja schon einiges dazu gesehen, dass das angesprochen werden soll. Und vor allem deswegen auch, weil es eine andere Denomination gibt, die großes Interesse an den Sabbat-Adventisten hat. Könnt ihr euch vorstellen, welche Denomination das sein könnte, die sogar offiziell bei James White anfragt und mal Kontakt aufnehmen möchte mit den Sabbat-Adventisten? Könnt ihr euch vorstellen, welche Denomination das sein könnte, die sagt: „Hey, ihr habt einen interessanten Glauben.“ Es waren die Siebenten-Tags-Baptisten.
[12:41] Zu dem damaligen Zeitpunkt waren die Siebenten-Tags-Baptisten eine große Kirche, verglichen mit uns. Das waren 50.000 Menschen und bei uns waren es nur ein paar Tausend. Und so berichtet der James White hier im Review and Herald, dass die Siebenten-Tags-Baptisten in ihrer eigenen Sitzung, in ihrer Konferenz einen offiziellen Beschluss gefasst haben, dass sie Kontakt aufnehmen wollen mit den, man weiß gar nicht, wie man sie nennen soll, weil sie ja keine eigene Kirche haben, keine eigene Denomination sind, keinen eigenen Namen. Man nennt sie einfach die Siebenten-Tags-Advent-Leute, die Siebenten-Tags-Advent-Gläubigen oder so, das Adventvolk. Und man möchte herausfinden, was sie glauben.
[13:26] Ja, und dann schreibt er den James White an und sagt: „Pass mal auf, ich glaube, du bist der richtige Mann, mit dem ich reden könnte, weil du bist ja der Editor vom Review & Herald. Jetzt sag mal, was glaubt ihr? Wir haben gehört, ihr verteidigt auch den Sabbat so wie wir.“ Und dann beschreibt er, er sagt: „Ja, vor ungefähr acht Jahren, da ist der Sabbat eingeführt worden bei den Adventisten, aber die allermeisten haben ihn abgelehnt. Deswegen nennt man ja die große Masse der Adventisten dann Erst-Tags-Adventisten zu dem Zeitpunkt. Nur ganz wenige haben der Opposition standgehalten. Aber selbst dann hat der Sabbat nicht viel Freunde gewonnen, bis 1849. Aber dann hat sich diese Sache richtig entwickelt und seitdem kommen immer mehr Leute bei uns zum Sabbat.“
[14:14] Und dann sagt er hier: „Als ein Volk sind wir aus den verschiedenen Abteilungen oder Splittergruppen der Adventisten zusammengebracht worden und aus den verschiedenen Denominationen.“ Und jetzt hört gut zu, das ist sehr interessant, weil es gibt heute manchmal Leute, die sagen: „Ja, wir müssen immer ganz genau exakt in jedem einzelnen Detail das glauben, was unsere Pioniere geglaubt haben.“ Jetzt hört mal den James White an, was der 1853 sagt in seiner offiziellen Funktion an die Siebenten-Tags-Baptisten: „Wir haben verschiedene Ansichten über einige Themen. Aber dank dem Himmel, dem Himmel sei Dank, der Sabbat ist eine mächtige Plattform, auf der wir alle gemeinsam stehen können.“
[15:02] Also in manchen Fragen, und da könnten wir viele Themen anführen, ob das jetzt das Thema Dreieinigkeit ist, ob das Thema bestimmte Prophetieauslegung ist, ob das verschiedene andere Dinge ist, auch Dinge, die man später noch mehr studiert hat, die damals noch gar nicht untersucht worden sind. Da wusste der James White, da haben wir verschiedene Ansichten. Und trotzdem können wir alle gemeinsam auf einer Plattform stehen, nämlich dem Sabbat. Wir sind Adventisten, weil wir an die Wiederkunft Jesu glauben, und wir haben den Sabbat als das, was uns einigt. Und weil wir hier stehen mit keinem anderen Glaubensbekenntnis als dem Wort Gottes. Das ist schon immer unsere Position gewesen. Wir haben kein Credo, kein „Ich glaube das und das“, sondern das ist unser unveränderliches Glaubensbekenntnis. Da sind wir miteinander verbunden durch die Bande der Liebe, nämlich Liebe für die Wahrheit, Liebe füreinander und Liebe für eine verloren gehende Welt. Und er sagt, mit dieser Liebe sind alle Gefühle für Parteien verloren. Also keiner fühlt sich mehr, ich bin derjenige oder ich bin derjenige. Und naja, dann sagt er, das sind die großen Themen, die uns interessieren: die direkt bevorstehende persönliche Wiederkunft Jesu, das Einhalten aller Gebote Gottes und der Glaube seines Sohnes Jesu Christi. 3. Engelsbotschaft.
[16:28] In der gleichen Ausgabe hat auch Ellen White einen sehr interessanten Artikel, von dem ich euch nur ein paar Kernaussagen mitgeben möchte. Der Artikel ist überschrieben: „Gemeindeschwierigkeiten“. Denn wenn die Gemeinde wächst, dann wachsen manchmal auch die Probleme, die Schwierigkeiten, die Konflikte. Da sagt sie: „Liebe Geschwister, weil der Irrtum schnell um sich greift, sollten wir danach trachten, im Werk Gottes wach zu sein und die Zeit zu erkennen, in der wir leben.“ Hat nichts an Aktualität verloren.
[16:57] Weiter sagt sie unten: „Da die Finsternis größer wird und die Irrtümer zunehmen, sollten wir eine gründlichere Kenntnis der Wahrheit erlangen.“ Warum also eine gründlichere Kenntnis? Weil die Irrtümer immer stärker werden, immer mehr zunehmen. „Um bereit zu sein, unseren Standpunkt aus der Schrift zu verteidigen.“ Also Ellen White hat damals schon die Geschwister aufgerufen und gesagt: „Schaut her, verlasst euch nicht auf einzelne reisende Prediger. Seid in der Lage, den Irrtümern eurer Zeit mit der Bibel zu begegnen.“
[17:27] Und dann sagt sie: „Wir sollten unser heiliges Bekenntnis so ausleben, dass der Herr immer mehr Licht über uns ausgießen kann.“ Also, wenn wir dem folgen, was wir wissen, kann Gott uns mehr Licht geben. Dann sagt sie: „Satan beauftragt seine Engel, wachsam zu sein und alles zu versuchen, um die Verkehrtheiten und Lieblingssünden derer zu erfahren, die die Wahrheit bekennen.“ Habt ihr euch jemals gefragt, warum es bestimmte Sünden gibt, in die wir immer und immer wieder fallen? Ich habe mich da schon manchmal gefragt, warum es bestimmte Sünden gibt, die man immer wiederholt, während man mit anderen gar kein Problem hat. Der Grund, sagt Ellen White, ist der, dass der Satan seine Engel beauftragt, um herauszufinden, was unser Schwachpunkt ist. Für einen ist der Schwachpunkt, schlecht über andere reden. Für den anderen ist der Schwachpunkt vielleicht das siebte Gebot oder das achte Gebot, das neunte, ja, das zehnte Gebot. Und die Engel, die bösen Engel, achten darauf, welche Gebote wir schon oft übertreten haben und wissen, dass da unsere Schwachstelle ist. Und da es dort am einfachsten ist, uns immer wieder zu Fall zu bringen. Das ist interessant zu wissen, nicht wahr?
[18:38] Und dann sagt sie hier: „Gott ist unsere Stärke. Wir müssen zu ihm um Weisheit und Führung aufsehen, indem wir die Ehre Gottes, das Beste der Gemeinde und die Rettung unserer eigenen Seele im Auge behalten, müssen wir unsere Lieblingssünden überwinden.“ Wir können also auch unsere schwächsten Punkte überwinden, indem wir Gottes Ehre, das Beste für die Gemeinde und die Rettung unserer eigenen Seele im Auge behalten. Sehr interessant.
[19:06] Und dann sagt sie hier: „Wir sollten persönlich versuchen, jeden Tag neue Siege zu erlangen und sollten lernen, allein zu stehen und vollkommen vom Herrn abhängig zu sein.“ Ein jeder sollte erkennen, wo er Fehler macht und dann treu wachen, damit seine Sünden ihn nicht überwinden, sondern er den Sieg über sie erlangt. Dann würden, sagt sie hier, und viele Schwierigkeiten werden der Gemeinde erspart bleiben.
[19:33] Warum gibt es so viele Schwierigkeiten in der Gemeinde? Weil jeder diese persönliche Arbeit vernachlässigt. Weil, wenn ich nicht meine Fehler überwinde, dann bringe ich sie mit in die Gemeinde und dort multiplizieren sie sich und dann gibt es allen möglichen das Unheil.
[19:49] Und dann hat sie einen interessanten Gedanken, den ich bei ihr so auch noch sonst nicht richtig gelesen habe, aber den finde ich sehr interessant. Mal sehen, was sie dazu sagt. Sie sagt: „Die Boten Gottes, die ihr Heim verlassen, um für die Rettung von Seelen zu arbeiten, wenden viel von ihrer Zeit daran, um für die zu wirken, die schon jahrelang in der Wahrheit, aber immer noch schwach sind.“ Und dann berichtet sie von diesen Gemeindegeschwistern: „Sie geraten in irgendeine unbedeutende Schwierigkeit oder Prüfung und die Diener Gottes müssten ihre Zeit dafür verwenden, sie zu besuchen.“
[20:22] Jetzt überlegt mal, ob das nicht auch etwas ist, was uns heute etwas zu sagen hat. Jeder sucht seinen eigenen Kummer so ernst wie möglich darzustellen, aus Furcht, dass die Diener Gottes ihn für zu gering halten könnten und ihn vielleicht nicht beachten. Manche scheinen zu denken, dass Gott Boten dazu in das Feld gerufen hat, um auf ihre Wünsche zu achten und sie auf den Armen zu tragen. Also das Problem damals war, dass die Prediger kaum noch Zeit hatten, in neue Felder zu gehen, weil jeder in der Gemeinde das Gefühl hatte: „Oh, meine kleinen Probleme, die ich so habe, die muss ich jetzt vor den Prediger bringen und der muss mir helfen, der muss mir zuhören.“ Und dann mussten die Prediger stundenlang, manchmal tagelang, sich um diese kleinen, in Anführungsstrichen, Probleme kümmern. Nicht, dass es kleine Probleme gibt, aber Probleme, die man auch gut und gerne hätte alleine lösen können. Und da spricht sie dagegen.
[21:16] Und dann sagt sie: „Damit halten sie die Boten auf und der eigentliche Zweck, für den Gott sie in das Feld gerufen hat, wird nicht erfüllt.“ Wie viel freier würden sie sein, wenn alle, die die Wahrheit bekennen, sich ein bisschen umsehen und anderen helfen würden, anstatt so viel Hilfe für sich zu beanspruchen. Also, was würde passieren, wenn nicht jeder in der Gemeinde denken würde, er ist der Ärmste auf der Erde und alle müssen sich um ihn kümmern, sondern wenn jeder in der Gemeinde sich überlegen könnte, wie kann ich den anderen helfen? Dann wäre ja auch für jeden geholfen, alle würden einander zuhören, keiner hätte das Gefühl, dass er alleine ist, und die Prediger könnten sich um die wirklich schwerwiegenden Dinge kümmern.
[21:59] Das ist interessant. Wie viel leichter würde es sein, die Herzen zu beeinflussen und wie viel mehr würde Gott verherrlicht werden, wenn seine Diener von Entmutigung und Prüfung frei blieben, damit sie freien Geistes die Wahrheit in ihrer Schönheit vorführen könnten. Die Glieder sollten in der Lage sein, ihren Brüdern zu helfen. Sie sollten mit ihren Schwierigkeiten niemals eine ganze Versammlung belästigen und warten, bis Prediger kommen, um sie in Ordnung zu bringen, sondern sie sollten selbst vor Gott recht wandeln und ihre Schwierigkeiten aus dem Weg räumen.
[22:31] Also, es gibt große Probleme, da brauchen wir Hilfe. Aber es gibt oft so Kleinigkeiten im Leben, die kann man auch mal alleine vor Gott bringen oder mit einem Bruder, einer Schwester anrufen und die gemeinsam klären. Und ich denke, da können wir alle was von lernen, weil wir alle wahrscheinlich so natürlicherweise diese Idee haben, dass, wenn es mir schlecht geht, das müssen vielleicht alle wissen. Aber es ist interessant, dass sie darüber spricht und darauf aufmerksam macht, wie viel wir füreinander, untereinander in der Gemeinde tun können, ohne alles immer in die große Glocke hängen zu müssen.
[23:08] Können wir mal hier einen Punkt drunter machen. Interessanterweise gibt es zu jener Zeit in einigen Staaten schon Sonntagsgesetze. In einigen Bundesstaaten, kein nationales, aber in einigen Bundesstaaten. Es gibt immer wieder Leute, die bezweifeln, dass Jesus schon kurz nach 1844 hätte wiederkommen können. Die sagen, ja, es gab ja noch die ganzen Endzeit-Prophezeiungen, haben sie nicht erfüllt. Die hätten sich alle erfüllen können. Zum Beispiel hier in Pennsylvania, 1853, da ist ein Sabbathalter, wahrscheinlich von den Siebenten-Tags-Baptisten, ins Gefängnis gesteckt worden für das Sonntagsbrechen, weil er am Sonntag gearbeitet hat. Dann hat er das Urteil angefochten bis vor den obersten Gerichtshof. Und der oberste Gerichtshof hat damals bereits geurteilt, dass dieses Gesetz von Pennsylvania verfassungsgemäß ist. Und das hat den Sabbat-Adventisten schnell gezeigt: Offenbarung 13 kann sich sehr schnell erfüllen. Schon damals, schon damals.
[24:06] Immer wieder findet man auch in der Zeitschrift Review and Herald Bekenntnisse von Geschwistern, zum Teil auch von Predigern, die sich entschuldigen. Hier zum Beispiel den Prediger Bruder Chase. Der entschuldigt sich öffentlich dafür, dass er Spenden unangemessen benutzt hat. Das ist ein adventistischer Prediger, der hat Spenden bekommen und hat sie ein bisschen frei so ausgegeben, ohne da so wirklich drauf geachtet zu haben. Und entsprechend entschuldigt er sich jetzt dafür und bittet um Vergebung. Ein anderer entschuldigt sich dafür, dass er manchmal so rau gewesen ist und so harsch in seiner Wortwahl. Auch das ist sehr interessant. Wir alle machen Fehler, aber es ist wichtig, dass wir sie dann auch bekennen und auch öffentlich bekennen, gerade dann, wenn man eine öffentliche Position hat.
[24:54] 31. August. Ellen White und James White begeben sich auf ihre nächste große Reise. Für die nächsten Wochen, und das ist ihr Plan hier, geht es quer durch den Osten der USA. Zunächst einmal hier nach Potsdam, in der Nähe vom Bundesstaat New York. Dort sind zum Teil bis zu 300 Hörer bei ihren Vorträgen. Dabei dort treffen sie auch Andrews und Edson. James White hat in der Zwischenzeit ein Buch rausgebracht mit dem Titel „Zeichen der Zeit“, 124 Seiten dick, wo er all die Dinge vom Schwarzen Tag, der Sternfall 1833, die Erfüllung der Prophetie, erste, zweite Engelsbotschaft, der Spiritismus, all das aufzählt und deutlich macht: Wir leben in der letzten Zeit.
[25:46] Ein Thema beim Thema Gemeindeordnung ist ja auch die Frage, wer sind die Führer der Gemeinde? Man braucht ja, wenn man eine Gemeinde organisiert, auch richtige, anerkannte Prediger. Wir haben letztes Mal schon gesehen, wie man angefangen hat, Predigerlizenzen auszustellen. Und hier geht man jetzt weiter. Dort, auf dieser Ostreise der Whites, gibt es zum ersten Mal die Gelegenheit, jemanden zu ordinieren. Einer der Ersten, die hier ordiniert werden, ist John Andrews. Mit seinen immerhin 24 Jahren werden ihm die Hände aufgelegt. Und einige andere noch, die zum Predigtdienst ordiniert werden. Das sind so Schritte hin zu einer Organisation. Weil man merkt, es gibt auch immer wieder Leute, die rennen los und predigen, ohne irgendeine Botschaft wirklich verstanden zu haben. Das ist wichtig.
[26:36] Und dann, ganz, ganz, ganz interessant, fast unbemerkt, selbst von vielen Adventhistorikern, ist es kein James White, keine Ellen White, kein Joseph Bates, kein Loughborough, Andrews, wie sie alle heißen, sondern ein einfaches Gemeindeglied, den vorher keiner groß kannte und hinterher keine große Bedeutung mehr hatte. Irgendein Bruder Rockwell, der der Allererste ist in der Adventgeschichte, der die Laodizeerbotschaft auf uns angewendet hat. Schreibt er hier, nicht wahr? „Wir müssen auf das Zeugnis des treuen Zeugen hören. Ich rate dir, Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist.“ Das hat man erst mal noch nicht so ernst genommen, weil man fest davon überzeugt war, dass die Sabbat-Adventisten die Gemeinde Philadelphia ist und die anderen Adventisten, die Sonntags-Adventisten, das ist Laodizea, die sind abgefallen. Und da war es noch niemandem im Traum eingefallen, die Laodizeerbotschaft auf sich selbst anzuwenden. Aber hier haben wir schon mal einen. Und wenn wir die nächsten Male sehen, wie sich das entwickelt hat.
[27:44] Na ja, hier sind die Whites weiter gereist nach Richtung Vermont in den Norden. Und dort gibt es viele, viele Sabbat-Adventisten. Am Sabbat kommen dort 300 bis 400 Geschwister zusammen. Das ist schon eine ganze Menge für die damalige Zeit. Und James White, der hat einen klaren Blick für die Sache und der sieht, zum Teil ist das Wachstum fast zu schnell. Man vertraut nur noch darauf, dass man so viele geworden ist. Und es fehlt so an Hingabe. Da wird sehr deutlich darüber gesprochen, dass es nicht allein darauf ankommt, dass es immer mehr gibt, immer mehr, dass die Gemeinde numerisch wächst, sondern es auch in der Gnade wachsen muss. Also, ich denke mir, das sind Dinge, die sind zeitlos aktuell. Da können wir echt eine Menge von lernen. Auch dann, wo wir jetzt gerade immer mehr wachsen, hier bei uns.
[28:33] Von dort ging es weiter nach Boston. Dort gab es nach wie vor relativ wenige Sabbat-Adventisten. Es ist eine Großstadt. Schon damals war es so, dass die Sabbat-Adventisten am meisten in den kleinen Städten, in den Dörfern erfolgreich waren, nicht so sehr in den großen Städten. Irgendwie haben sie diesen Geist von den Milleriten nicht so richtig übernommen. Und bis heute kämpfen wir damit. Aber es gab dort eine treue Gruppe, die immer noch festhielt. Und man hat sie ermutigt.
[29:05] Ein Grund, warum es in Boston so wenig Wachstum gab, war, dass es dort vor allem zwei Prediger gab, die sich selbst berufen hatten. Und die mit einer äußerst unchristlichen, lieblosen Art viele Leute verprallt haben. Und die Konsequenz war, dass für fast zwei Jahre niemand dort den Sabbat angenommen hat. Und naja, musste man daraus lernen. Und das hat natürlich den James White immer mehr dazu gebracht: Wir müssen das noch besser organisieren. Wir müssen irgendwie da eine Struktur schaffen.
[29:38] Währenddessen hier haben wir John Loughborough, 21 Jahre alt. Großer Artikel über das Bild des Tieres. Und da verwendet er einige Dinge hier von Pennsylvania, dieses Gesetz gerade, das da passiert ist. Und auch die Sonntagsgesetze in Wisconsin. Und er sagt sehr deutlich: „Das Tier, das ist die Kirche, die dem Volk vorschreibt, was es glauben soll und obgehorchen soll, und zwar durch Gesetze, durch Bestrafung.“ Und ein Bild des Tieres wäre es dann, wenn eine Kirche genau dasselbe tun würde, nämlich die Protestanten, wenn sie nämlich andere Menschen zwingen, bei Bestrafung durch das Gesetz, bestimmte Lehren anzunehmen. Also, man versteht immer deutlicher, wie sich Offenbarung 13 erfüllen wird, indem die Protestanten auch solche Anbetungsgesetze erlassen werden.
[30:32] Weiter geht es für die Whites. Von Boston hier nach Maine, nach Topsham. Ein Ort, an dem sie ja schon seit vielen Jahren gute Freunde haben. Und vor allem, wo immer noch, ich weiß nicht, ob ihr das euch erinnern könnt, ihr erster Sohn, der Henry ist, den sie ja vor fünf Jahren dort zurückgelassen haben, weil es unmöglich war, durch ihre große Reisetätigkeit ihn immer mitzunehmen. Und die Freude ist groß. Hier ist das Haus, wo er gewesen ist. Auf der Seite stand es damals. Die Freude ist riesengroß, als sie diesmal ihren Henry mitnehmen können. Er ist jetzt sechs Jahre alt. Und sie nehmen ihn mit. Die Frances Howland hat ihn jahrelang, ohne Bezahlung, wirklich treu und geistlich erzogen. Ein frommer, junger Knabe. Aber jetzt sagt Ellen White: „Jetzt geht es nicht mehr. Jetzt müssen wir ihn mitnehmen. Jetzt kommt er zu uns.“
[31:31] Und als sie dann später einige Wochen zu Hause sind, ist die Familie White zum allerersten Mal überhaupt gemeinschaftlich zusammen. Was das für ein Opfer gewesen ist über die Jahre, kann sich wahrscheinlich niemand so richtig ganz vorstellen. Aber nun ja, jetzt ist es endlich vorbei.
[31:49] Vielleicht könnt ihr euch noch erinnern an die Geschichte von dem Bruder Rap, der dort in seiner Hütte in Wisconsin gelebt hat, wo es reingeregnet hat und der fünf Dollar gespendet hat. Also eine riesige Menge an Geld, 135 Euro. Und wo dann James White gesagt hat: „Das ist viel zu viel, ich sende es dir wieder zurück, einen Großteil davon.“ Wenn ihr wissen wollt, wie es ausgegangen ist, er sagt: „Ich habe das Geld empfangen. Ich hätte gar nicht erwartet, dass du es zurücksendest. Aber jetzt sehe ich, wessen Geistes Kind du bist. Er sagt, wenn du nur nach Geld ausgewiesen wärst, hättest du alles behalten. Aber an den Früchten werdet ihr sie erkennen. Und ich freue mich, dass du es wieder zurückgesandt hast.“ Und dann sagt er: „Durch die Traktate, die du gesendet hast, sind bereits mehr in den Glauben gekommen. Und obwohl noch kein einziger Prediger bei uns war, hat er es noch nicht erkannt.“
[32:43] Das große Thema 52, 53 war der Spiritismus. Überall, gerade im Westen, finden die Prediger, wie Loughborough und Bates und so, ganze Ortschaften, die fast alle vom Spiritismus durchdrängt sind, wo man kaum noch jemanden findet, der an der Bibel richtig Interesse hat. Denn die Spiritisten, die begeben sich unter den direkten Einfluss Satans. Und die Geister erzählen alles Mögliche. Da gibt es Geister, die erzählen, dass die Bibel da gefälscht ist und das kann man nicht mehr glauben. „1. Moses Quatsch, 2. Moses Quatsch, 3. Moses Quatsch. Ein bisschen gut, aber nur die Hälfte.“ Da erscheinen dann die Toten. Am Anfang waren es nur diese Klopfzeichen, aber schon bald nehmen das Ganze noch mysteriösere Züge an. Man baut zum Teil Häuser oder hat dann in Häusern bestimmte Spirit Rooms. Da ist dann eine Schreibmaschine, da sind dann Dinge zum Schreiben. Dann werden die Räume abgeschlossen und dann hört man innen drin, wie es Klavier spielt, wie dann die Trompete geblasen wird. Wenn man wieder hineingeht, sieht man, wie dort Briefe geschrieben worden sind. Also wirklich krasse Sachen.
[33:55] Und für alle Menschen, die nicht wirklich einen Fuß in der Bibel haben und wissen, was die Bibel darüber sagt, ist das natürlich überwältigend. Aber es gibt auch Hände, die dort schreiben. Und so wird es wirklich wichtig, dass unsere Pioniere dort mit Vollmacht dagegen predigen. Einer von ihnen ist der 20-jährige Uriah Smith, der öfter mal im Review and Herald deutliche Artikel schreibt und sagt: „Schaut her, das ist Realität und es ist vom Satan.“ Es gibt manche, die das alles abtun und sagen: „Das ist nur Quatsch, das ist bestimmt nur ein Humbug, nicht wahr, vielleicht ein Zaubertrick.“ Und die Position unserer Pioniere war von Anfang an die, vor allem auch deswegen, weil wir ein klares Verständnis vom Zustand der Toten hatten. Das sind reale Dinge, aber sie kommen vom Satan. Und entsprechend wird auch die Lehre vom Zustand der Toten wieder etwas mehr betont. Man hat sie vorher kaum erwähnt, weil es für alle klar war. Wir werden in den Jahren vorher kaum einen Artikel darüber finden. Aber jetzt, wo diese Welle über das Land rollt, empfiehlt man wieder die Predigten von George Storrs, der damals ja so wunderbar das gezeigt hat. Und das wird wieder mehr betont.
[35:08] Derweil gibt es Nachwuchs beim Review-Büro. Der Mann, George Amadon, war damals 17 Jahre alt, als er als weiterer Jugendlicher dort zum Team gestoßen ist. Also ihr habt jetzt den Loughborough mit seinen 21, den Andrews mit seinen 24, Uriah Smith 24, Annie Smith 24, George Amadon 17, dann die Ellen White 25, dann im selben Jahr wurde auch noch Stephen Haskell, Sabbat-Adventist, mit seinen 20. Mittlerweile war es eine Jugendbewegung, größtenteils.
[35:41] Von Topsham mit Klein Henry im Gepäck ging es weiter nach Palmyra, wo die Eltern von James White lebten. Dort hatte James White sein Leben nachmittags mit recht großem Erfolg. Und dann ging es auch schon weiter hier nach Dartmouth usw. Und viel Erfolg hatten sie auch dort.
[36:02] Interessanterweise, übrigens, wochenlang hat der Review and Herald eine Aufforderung hier auf seinen Seiten gehabt. Nämlich eine Aufforderung gibt es nicht mehr. Das heißt, es gibt eine Aufforderung. Und das ist die Aufforderung, dass der Sabbat abgeschafft worden ist. Man soll ihn produzieren. Einen Aufruf an alle Christen, alle sonstigen Adventisten, alle Zeitschriften. Kennt ihr irgendeinen Text im Neuen Testament, wo steht, der Sabbat ist abgeschafft? Und zwar einen Text ohne Kommentar, ohne Fußnote, einfach so, dass es deutlich ist. Und bei dieser Aufforderung gibt es irgendeinen Text, der sagt, der Sabbat ist geändert worden an dem Sonntag. Und natürlich, das steht da wochenlang drin. Und natürlich kann das niemand beantworten.
[36:59] Und dann habt ihr hier, übrigens US, das ist Uriah Smith, ein Artikel über den Charakter, den man haben sollte, wenn man sich auf die Wiederkunft vorbereitet. Und Loughborough schreibt hier einen Artikel über, im Sinne von Paulus. Und man schaut wieder in die Nachrichtenwelt. Movement of the Nations. Das sind, was passiert in den Nationen. Die Wahrscheinlichkeit eines Krieges zwischen Russland und der Türkei. Täglich nimmt das zu. Und dann sagt man, das könnte was mit Daniel 11 Vers 40 zu tun haben. Daniel 11, König des Nordens, das könnte doch vielleicht Russland sein. Und so wird man plötzlich ganz kribbelig. Könnte das sein, dass das jetzt die letzten Ereignisse auslöst? Naja. Wohl eher nicht. Aber das haben sie damals noch nicht gewusst.
[37:59] Und die Whites machen weiter auf ihrer Tour. Hier nach Springfield und dann hier nach Washington. Und dann war es soweit. Am 16. Oktober erklärt die Türkei den Krieg an Russland. Es entsteht der sogenannte Krim-Krieg. Schon damals war die Krim heiß umkämpft. Und für alle, die da mit prophetischem Auge draufgeschaut haben, sah das so aus, als ob das jetzt vielleicht diese letzte Auseinandersetzung sein könnte. Und wer weiß, wenn Jesus hätte ja damals wiederkommen können, vielleicht hätte das tatsächlich diese letzte Auseinandersetzung werden können.
[38:36] Hier in Washington, in New Hampshire, da treffen die Whites den Bruder Wheeler. Das war, ihr erinnert euch vielleicht, derjenige, der 1844 als allererster Adventisten-Prediger den Sabbat angenommen hatte, damals von der Siebenten-Tags-Baptistin. Und James White merkt an, dass obwohl er vielleicht nicht der spektakulärste Prediger ist, es gibt andere, die haben eine viel größere Redegabe und sind viel weiter gereist. Aber in seiner Gemeinde und seinem Umfeld ist das Werk kontinuierlich gewachsen. Man vermutet, dass er wahrscheinlich einen Sprachfehler hatte, dass man ihm nicht so gut zuhören konnte. Aber er war ein ganz treuer Mann, ganz einfach, demütig. Und die Gemeinde steht dort wirklich auf gutem Fundament. Und James White sagt: „Wir brauchen mehr Leute wie den. Leute, die einfach verlässlich sind und ihre Arbeit gut machen.“ Genau.
[39:42] Von Ordination habe ich euch schon erzählt. Der Andrews, gerade ordiniert, schreibt hier am 8. November 1853 folgendes. Er sagt: „Man hat als Adventist nur zwei Möglichkeiten. Wenn man ein Millerit ist, hat man nur zwei Möglichkeiten.“ Miller hat uns gelehrt, dass Daniel 8 und Daniel 9 zusammengehören und dass das Heiligtum die Erde ist. Aber am Ende von Daniel 8 und Daniel 9, am Ende der 2300 Abend und Morgen, ist nichts passiert auf der Erde. Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder Miller war falsch mit seiner Theorie, dass das Heiligtum die Erde ist. Oder Miller war falsch, dass Daniel 8 und Daniel 9 zusammengehören. Wenn man das biblisch anschaut, wissen wir heute, für die Theorie, dass das Heiligtum die Erde ist, gibt es eigentlich so gut wie gar keinen Beweis. Für die Theorie, dass Daniel 8 und Daniel 9 zusammengehören, gibt es zigtausend Beweise. Das Tragische ist nur, dass die große Anzahl der Milleriten sich für die erste Theorie entschieden haben, dass das Heiligtum nach wie vor die Erde ist und die Verbindung von Daniel 8 und Daniel 9 aufgegeben haben. Das war die Wegscheidung, die wir schon öfter mal angesprochen haben.
[40:55] Am 12. November kommt Joseph Bates nach wieder einmal fast einem halben Jahr Reise nach Hause an. Der war ständig Monate weg, kommt kurz nach Hause, ist ein paar Tage da, vielleicht ein paar wenige Wochen und dann geht es wieder auf eine mehrere Monate währende Reise. Und das mit seinen immerhin schon 61 Jahren. Also, es waren nicht nur Jugendliche, es waren auch ein paar Jugendliche, es waren auch ein paar richtig alte Haudegen.
[41:23] Und dann am Mitte November kommen auch die Whites endlich nach langer Reise wieder in Rochester an. Auch sie, ja, viel, viel unterwegs. Und jetzt zum ersten Mal sind sie alle, James White, Ellen White, der Henry mit seinen sechs Jahren und der Edson mit seinen vier Jahren, als eine Familie zusammen. Eine sehr interessante Geschichte.
[41:48] Datiert vom 19. und 20. November. Loughborough ist gerade wieder unterwegs, diesmal in der Bundesstadt New York. Und er kommt an den Ort Laoni, kleines Dorf. Und zwei Drittel der Bevölkerung dort sind Spiritisten. Und er hat kaum Erfolg, wenig Leute wollen ihn hören. Aber dann wird er eingeladen, eine Begräbnis-Traueransprache zu halten. Von einem Spiritisten. Die Sache ist nämlich die, der war verheiratet mit einer Adventistin, also es war ein Ehepaar, die Frau ist Adventistin geworden und der Mann Spiritist. Und jetzt bittet die Frau, die übrig geblieben ist, also die Witwe, bittet den Loughborough: „Könntest du nicht die Trauerrede halten?“ Interessant, nicht wahr? Und er sagt natürlich: „Klar, mach ich gerne.“ Und dann wird er eingeladen, eine Begräbnis-Traueransprache zu halten. Und das ist eine Trauerrede und das ist eine Traueransprache für einen verstorbenen Spiritisten mit der Bibel in der Hand, wenn dort größtenteils dämonenbesessene Medien im Publikum sind. Was macht er? Er war 21 Jahre alt. Und er hat gesagt, dass der Spiritismus vom Satan ist. Das hat er gemacht. Und er sagt, naja, einige haben ziemlich dumm aus der Wäsche geguckt. Aber es ist ruhig geblieben, niemand hat sich beschwert. Und das waren unsere Pioniere, die haben kein Blatt vor dem Mund genommen. Zack. Der war Spiritist, der da gestorben ist. Und er sagt quasi, bei deren Begräbnis war ja, das ist vom Satan, weil er wusste, dem Toten kann er nicht mehr helfen, der ist schon tot. Und er sagt, den 200 kann er noch helfen. Und das hat er gemacht.
[43:42] Und übrigens, Adventgeschichte ist auch, dass nicht nur ein hochbegabter Uriah Smith über viele Monate sein 35.000-Worte-Gedicht verfasst, sondern auch, dass der Drucker mal die Gelegenheit bekommt, ein Gedicht zu verfassen. Der Lumen Marston, der damit beschäftigt ist, das zu setzen und den Druck zu machen, der schreibt auch mal ein Gedicht. Und das wird vorne abgedruckt. Also nicht nur die großen Talente, sondern jeder hat mal was beitragen dürfen. Und wenn der Drucker ein Gedicht schreiben darf, dann ist die Welt in Ordnung.
[44:15] Naja, hier noch ein interessanter Artikel von einem Mann mit Namen Stevenson. Ein Bruder, der in den nächsten beiden Jahren noch für Trouble sorgen wird. Aber da kommen wir ein andermal zu. Und der hat den Sabbat-Adventisten gefunden. Und der schreibt einen Artikel über die Zahl des Tieres, über die Zahl 666. Und die damalige Idee war, dass 666 die Anzahl aller christlichen Kirchen ist, der Katholiken und der Protestanten und der Orthodoxen, alle zusammen. Und deswegen, das war die Idee, haltet euch fern von den Kirchen, raus aus Babylon. Nichts zu tun haben mit den Baptisten und Methodisten, weil das ist die 666.
[45:00] Und in dem Umfeld war natürlich jeder Gedanke an Kirchenorganisation gleichbedeutend mit Babylon. Weil, wenn Babylon definiert wird durch all die verschiedenen Kirchen, dann wäre es ja quasi ein Rückschritt, wenn man selbst eine Kirche wird. So war das Denken. Das war die brisante Situation, mit der James White zu kämpfen hatte. Und das war die Idee, dass wir uns organisieren müssen, ohne sie zu verschrecken. Ohne dass sie denken, wir werden wieder zu Babylon.
[45:33] Am 30. November geht die gesamte osmanische Flotte in der Seeschlacht von Sinope unter. Und damit scheinen die Russen fast den Krieg gewonnen zu haben. Und das bringt die Briten und die Franzosen auf den Plan. Die sagen: „Wir wollen nicht, dass die Russen den Krieg unter den Nagel reißen.“ Und sie überlegen sich, in den Krieg einzugreifen. Das wird im nächsten Jahr die Sache noch mal deutlich verkomplizieren.
[46:00] Derweil, der Joseph Bates, der gerade erst mal zu Hause angekommen war, war dann im Dezember schon wieder unterwegs. Diesmal mit dem jungen Loughborough. Und gemeinsam sind sie nach Ohio gegangen und haben dort den ganzen Winter verbracht, um den Krieg zu predigen und richtige Pionierarbeit zu leisten. Und wie gesagt, Ellen White hatte diese Vision gehabt, es braucht Gemeindeorganisationen, schon vor über einem Jahr. Und schlussendlich sagt James White, Ende 1853 im Dezember: „Wir müssen das angehen. Wir müssen das geschickt angehen. Wir werden verschiedene Artikel schreiben, nacheinander, Woche für Woche. Und dieses Thema so nach und nach den Geschwistern einflößen.“ Und so werden im Dezember vier Artikel geschrieben, die ein echter Meilenstein sind. Nicht so sehr theologisch, aber was die Gemeinde angeht. Dieser Artikel heißt: „Gemeindeordnung“.
[46:55] Und in der ersten Woche hat er folgendes Argument. Er sagt: „Schaut mal her, ihr Lieben. Alle Adventisten sind ja damals 1843, 1844 aus Babylon herausgekommen. Man hat gesagt: Raus aus Babylon. Aber schaut euch jetzt die Adventisten an, wie sie alle zersplittert sind in viele verschiedene Gruppierungen. Wir sind immer noch Babylon. Es ist immer noch völlig zersplittert. Und allein die Kirchen zu verlassen, bedeutet noch nicht, sich von Babylon getrennt zu haben.“ Außerdem zitiert er immer wieder 1. Korinther 14, Vers 33: „Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens, wie in allen Gemeinden der Heiligen.“
[47:35] Zweite Woche. Er sagt: „Wenn wir uns als Gemeinde organisieren, muss die Bibel das einzige Glaubensbekenntnis sein. Und zwar ein Garant für die Ordnung. Es ist wahrscheinlich eine schwierige Aufgabe, dass wir uns organisieren, aber das muss geschehen und man kann es bewältigen.“
[47:56] In der dritten Woche schreibt er über die Berufung, die Qualifikation und die Pflichten eines Predigers. Man braucht berufene Prediger, die bestimmte Fähigkeiten haben und die dann auch entsprechend ordiniert werden und eingesetzt werden. Und dann in der letzten Woche spricht er über die Pflichten der Geschwister, die durch Gebet, durch Finanzen und solche Dinge die Gemeinde unterstützen.
[48:18] Naja, das muss erst mal verarbeitet werden. Was macht der James weiter? Will der eine Kirche gründen? Aber es war wichtig und hat ein bisschen gedauert, um das richtig mal durchzukauen.
[48:34] Ende des Jahres, 30. Dezember. Die USA kaufen noch ein bisschen Land von Mexiko, erweitern ihr Gebiet. Und auch die katholische Kirche denkt über Erweiterung nach, nicht über Erweiterung ihres Territoriums, sondern über die Erweiterung ihrer Dogmen. Seit drei Jahren forschen die katholischen Theologen nach einem Bibelvers, der die unbefleckte Empfängnis Marias lehren würde. Nach drei Jahren kommen sie zum Schluss: Es gibt keinen. Und dann sagen sie: „Es ist kein Problem, wir könnten ja ausnahmsweise auch mal ein Dogma ganz ohne Bibelvers, allein auf Tradition gründen.“ Und das ist dann die Empfehlung an den Papst Pius, demnächst ein Dogma zu verkündigen, allein auf Grundlage der Tradition, dass nämlich Maria selbst sündlos war.
[49:20] Letztes Bild für heute. Man kann schlecht abschätzen, wie viele Gruppen es zu der Zeit gab an Sabbat-Adventisten. Diese Grafik zeigt euch, an welchen Orten es Agenten gab, die für den Review and Herald die Zeitschrift bezogen und verteilt haben. Und man vermutet, dass überall dort, wo es größere Gruppierungen von Sabbat-Adventisten gab, gab es da so jemanden. Also, ihr seht, große Menge in Vermont, hier in Maine gab es etliche. Das ist ungefähr die Verteilung, wo diese Gruppen und Gemeinden sich aufgehalten haben. Natürlich gab es auch einzelne Gruppierungen, einzelne Leute hier schon im Westen weiter. Aber das war ungefähr so das Ausmaß, wenn wir von Sabbat-Adventisten sprechen, Ende 1853.
[50:05] Und hier in Rochester, hier war das Hauptquartier, hier haben die Whites gewohnt. Und hier wurde die Zeitschrift herausgebracht. Zwei Dinge waren jetzt ganz wichtig. Erstens, diese immer größer werdende Gemeinde zu strukturieren, zu organisieren und dann sich auszubreiten. Hier nach Westen zu gehen und neue Territorien zu erobern. Und dazu braucht es Pionierarbeit im Westen.
[50:29] Das nächste Mal werden wir sehen, wie die Whites dann selbst in den wilden Westen gereist sind und große Abenteuer erlebt haben, übrigens. Aber nicht nächste Woche werden wir das haben, weil nächste Woche haben wir unser besonderes Spezial. Das möchte ich ganz kurz ankündigen, nämlich nächste Woche werden wir uns nicht in die Geschichte begeben, sondern in die gegenwärtige Zeit. Wir werden das Julen-Media-Spezial haben: Papst Franziskus und der dritte Engel. Und darauf solltet ihr euch wirklich freuen oder zumindest gespannt sein, denn was im Jahre 2014 alles passiert ist, im Hinblick auf Offenbarung 13, das muss man erst einmal verarbeiten und das müssen wir gründlich studieren. Also nächste Woche hier 19:30 Uhr, dann kein Adventsgeschichtsseminar, kein Offenbarungsseminar, sondern Offenbarung live und in Farbe, sozusagen, wie sie sich vor unseren Augen erfüllt. Die dritte Engelsbotschaft ist wirklich fast am Ende angelangt. Und ich lade dazu Geschwister ein, Brüder und Schwestern, vor allem Menschen, die sich schon mit der dritten Engelsbotschaft auskennen. Und dann werden wir das nächste Woche hier behandeln.
[51:38] Jetzt haben wir eine kurze Pause und dann kommen wir zu unserem Offenbarungsseminar und dürfen auch beim Thema Organisation sagen: Wir haben nichts zu befürchten, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Amen.
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