In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ taucht Christopher Kramp tief in das bahnbrechende Werk von William Miller aus dem Jahr 1836 ein: „Beweise aus der Schrift und Geschichte“. Er beleuchtet Millers Auslegungen zu zentralen prophetischen Büchern wie Daniel und Offenbarung und zeigt auf, wie diese das Fundament der frühen Adventbewegung legten. Die Lektionen aus Millers Vorträgen, von der Wiederkunft Jesu bis hin zu den Zeitprophezeiungen, werden vorgestellt und kritisch betrachtet.
Die Zeit des Endes: 27. „Beweise aus der Schrift und Geschichte“ (1836)
Christopher Kramp · Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er) ·Themen: AdventgeschichteWeitere Aufnahmen
Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)
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Transkript
[0:00] So, einen wunderschönen guten Abend. Heute hier aus Stuttgart. Herzlich willkommen zu unserer Serie
[0:05] Die Zeit des Endes. Herzlich willkommen auf www.joelmedia.de, entweder live oder später
[0:12] in der Aufnahme. Wir haben heute etwas ganz Besonderes vor. Die nächsten Minuten werden wir
[0:17] in der Vogelperspektive ein Thema betrachten, das, glaube ich, sehr spannend sein wird. Wir werden
[0:23] heute uns durch das Buch arbeiten von Miller, das er 1836 herausgebracht hat, mit dem Titel
[0:29] Beweise aus der Schrift und Geschichte. Der Originaltitel ist deutlich länger, aber der hat
[0:34] nicht auf meine Folie gepasst. Aber der Punkt ist der, dass William Miller nach 1836, wir haben
[0:40] das letztes Mal angedeutet, ein Buch herausgebracht hat, in dem er all seine Vorträge zusammengefasst
[0:46] hat. Wir wollen uns heute anschauen, was war sein Glaube 1836, was war das Fundament der Adventbewegung
[0:53] in Amerika. Und bevor wir das tun, wollen wir jede Woche gemeinsam beten. Radet euch dazu herzlich ein,
[0:58] mit mir zu beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir zu
[1:02] dir kommen können. Und wir möchten dich bitten, dass du durch deinen Heiligen Geist zu uns sprichst.
[1:07] Wir werden etliche biblische Themen jetzt kurz beleuchten, ohne in die Tiefe gehen zu können.
[1:11] Aber wir wollen sehen, was William Miller damals geglaubt hat, um zu erkennen, was das wahre
[1:16] Fundament des Adventglaubens ist. Wir wollen auch sehen, wo er sich vielleicht geirrt hat und möchten
[1:20] dich bitten, dass du uns Unterscheidungsvermögen schenkst, dass wir die Wahrheit erkennen,
[1:23] wie sie in dir ist. Im Namen Jesu, Amen.
[1:30] Beweise aus der Schrift und Geschichte. Was wir in den nächsten Minuten machen werden, wir wollen uns vorstellen, wir sind im Jahre 1836 irgendwo in Neuengland, im Bundesstaat Vermont oder New York. Und wir gehen zu einer Vortragsreihe von William Miller. Und diese Vortragsreihe dauert ein oder zwei Wochen. Und was wir in den nächsten Minuten lernen werden, ist das, was wir erfahren würden in so einer Vortragsreihe von William Miller. Und zwar in diesem Buch hat er seine besten und wichtigsten Vorträge chronologisch zusammengefasst. Oder aber angenommen, wir würden nicht in eine Vortragsreihe gehen, wir würden das Buch von ihm gelesen haben, das er damals herausgebracht hat und das dann für die nächsten Jahre der Klassiker unter den Milleriten war.
[2:09] Also fangen wir mal im ersten Kapitel an. Das Buch beginnt mit einem Vorwort, in dem er beschreibt, was sind die Grundlagen seiner biblischen Auslegungsprinzipien. Und die haben wir schon mehrfach angeschaut. Das erste Kapitel handelt vermutlich, das Bild deutet er schon an, von der Wiederkunft. Genau, denn er war ja ein Adventgläubiger. Er wollte den Advent nahe bringen und so handelt das erste Buch von der Wiederkunft, das erste Kapitel. Der Predigtext ist in Titus 2, Vers 13. Weiß jemand, was in Titus 2, Vers 13 steht? Genau, ja, ja, sehr gut.
[2:44] Ich lese es gerne vor. Eigentlich ein ganz bekannter Vers. In Titus 2, Vers 13, da heißt es, indem wir die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesu Christi. Die Erwartung der glückseligen Hoffnung. Es geht um die Wiederkunft Jesu und Willi Miller hat diesen Vortrag begonnen. Das war sein wichtigster Vortrag, so wie jeder normale Evangelist das auch machen würde. Er würde nämlich darüber sprechen, dass die Sorgen und Nöte unseres Lebens uns überwältigen, aber dass die Wiederkunft Jesu die Hoffnung des Christen ist.
[3:24] Im ersten Teil des Vortrages hat er dann bewiesen, dass die Wiederkunft noch zukünftig ist. Es gab nämlich etliche Christen, die gesagt haben, Jesus ist schon wiedergekommen in einem geistlichen Sinne bei der Zerstörung von Jerusalem. Und er hat dann deutlich gezeigt, dass die Wiederkunft noch in der Zukunft liegt.
[3:45] Ganz ganz tolle Kleinigkeit. Ich möchte nur so kleine Sachen herausgreifen. Wenn jemand sich mal gefragt hat, was es bedeutet, wenn in Matthäus 24, Vers 34 steht, Himmel und Erde sollen vergehen, aber diese Generation, wenn sie das sehen wird, diese Zeichnerzeit wird nicht vergehen. Ein Text, über den so viele gestolpert sind. Da hat Willi Miller damals schon herausgefunden, dass Generation nicht eine Generation bedeutet im menschlichen Sinne, sondern Gottes Kinder. Das heißt, die Generation, die nicht vergehen wird, ist Gottes, das Volk der Kinder Gottes. Diese Generation, die Christus gegründet hat, das Volk Gottes wird nicht vergehen, bis wir mit Erde vergangen sind.
[4:14] Und dann gibt eine ganze Reihe von Bibeltexten, dass die Wiederkunft tatsächlich stattfinden wird. Judas 14. Weiß jemand, was da steht? Judas 14? Das ist der berühmte Text, wo es heißt, dass Henoch, der siebte von Adam, geweiht hat über die Wiederkunft. Psalm 51, kennt das jemand? Das ist, unser Gott kommt und schweigt nicht, verzehren des Feuers um ihn her. Gesagt, Vers 40, Vers 5? Der Herr offenbart in seiner Herrlichkeit und alles Fleisch wird seine Herrlichkeit sehen. Oder wie steht es mit Apostelgeschichte 1, Vers 9 bis 11? Weiß jemand, was da steht? Er kommt, so wie er gegangen ist. Das ist die Geschichte von den Jüngern, die ihn gehen sehen und dann sagen, die Engel, so wie er gegangen ist, so wird er wiederkommen. Oder Offenbarung 3, Vers 11? Weiß jemand, was da steht? Das sind alles typische Wiederkunftsverse. Das heißt, siehe, ich komme bald. Oder Hebräer 10, Vers 37? Nur noch ein klein wenig und dann wird er kommen, wenn es sich verzögern wird. Das waren Texte, die deutlich machen, Jesus kommt wieder.
[5:24] Und dann hat er im nächsten Teil seines Vortrags gezeigt, was das Ziel der Wiederkunft ist. Nämlich, dass die Heiligen auferweckt werden und gesammelt werden. Zum Beispiel 1. Thessalonicher 4, Vers 14 bis 17. Ganz bekannt. Kennt jemand ein Vers daraus? 1. Thessalonicher 4, Vers 14 bis 17. Genau, irgendwas mit den Toten. Denn der Herr wird mit der Posaune Gottes vom Himmel herabkommen und die Toten werden auferstehen und wir werden mit ihnen gemeinsam entgegengerückt werden zum Herrn, um ihnen zu begegnen in der Luft. Das ist 1. Thessalonicher 4, Vers 14. Oder zum Beispiel 2. Thessalonicher 2, Vers 1, wo Paulus von der Vereinigung mit dem Herrn spricht. Offenbarung 20, Vers 6? Weiß jemand, was da steht? Offenbarung 20, Vers 6, sprich vorne glückselig sind, die da haben die Teile meiner ersten Auferstehung. Und 1. Korinther 15, Vers 51, auch ein ganz klassischer Text. Das sind so Fundamente des Adventglaubens. Siehe, ich sage euch ein Geheimnis. Wir werden nicht alle entschlafen, aber werden alle verwandelt werden bei der letzten Posaune.
[6:33] Diese Texte hat er angeführt, ein Text nach dem anderen. Es sind nur einige ausgewählt. Die Zeit würde es nicht ausreichen, die alle zu erwähnen. Ein Text nach dem anderen zu zeigen. Wenn Jesus kommt, werden die Heiligen gesammelt und die heiligen Toten werden auferstehen.
[6:40] Das zweite Ziel seines Kommens nach Miller war interessanterweise, dass bei der Wiederkunft das Feuer Gottes alle Gottlosen vernichten wird und die Erde reinigen wird. Und William Miller hatte verstanden oder geglaubt zumindest, dass wenn Jesus wiedergekommen ist, die Gläubigen mit Christus auf der Erde regieren. Was sagt die Bibel? Wir müssen schnell sein im Denken, sonst werden wir es niemals schaffen. Was sagt die Bibel? Werden die Gläubigen mit Christus auf der Erde regieren nach der Wiederkunft? Nein, im Himmel. Aber das hat Miller nicht verstanden. Er glaubte, sie werden auf der Erde regieren und all das, was Offenbarung 21 von der neuen Erde beschreibt nach den 1000 Jahren, sei er schon direkt nach der Wiederkunft.
[7:26] Und ein großes Thema von ihm war, und das war ein so wichtiger Meilenstein in der Christenheit, dass er das wieder entdeckt hat und gesagt hat, dass es kein Millennium vor der Wiederkunft gibt. Die populäre Theorie war gewesen, bevor Jesus wiederkommt, wird erstmal die Christenheit die ganze Welt bekehren und alle werden glücklich und friedlich zusammenleben und dann kommt Jesus nach 1000 Jahren wieder. Und er nimmt sich viel Zeit, das zu widerlegen und macht dann einen Aufruf, sich vorzubereiten auf die Wiederkunft.
[7:53] Also das wäre das, was man gelernt hat im ersten Vortag. Stellen wir uns vor, wir haben den ersten Vortag bei Miller, wir haben gelernt, Jesus kommt wieder, es ist in der Zukunft und es gibt kein Millennium und es wird schon bald sein. Und das ist ziemlich neuartig für uns, wenn wir das noch nie vorher gehört haben. Also sind wir gespannt, was es im zweiten Vortag zu entdecken gibt.
[8:12] Und im zweiten Vortag geht es dann um das Millennium. Denn wenn ich ein Christ damals gewesen bin, hatte ich bisher immer gehört, es gibt ein Millennium. Und jetzt höre ich zum ersten Mal, Jesus kommt wieder, also was ist dann mit dem Millennium? Also ist der zweite Vortag eine Auslegung von Offenbarung 20 Vers 6, wo es um die erste und zweite Auferstehung geht und eine Auslegung letztendlich von ganz Offenbarung 20.
[8:37] Das erste, was er zeigt, ist, dass die Auferstehung buchstäblich ist. Warum, was meint ihr, war das wichtig, das zu zeigen, dass die Auferstehung buchstäblich ist? Viele Menschen hatten geglaubt, die Auferstehung sei nur symbolisch dafür, dass die Menschen alle friedlich werden, dass dieses tausendjährige Friedensreich auf der Erde entsteht. Und er musste zeigen, dass die Auferstehung buchstäblich ist und dass die erste Auferstehung bei der Wiederkunft sein wird und dass auch die tausend Jahre buchstäblich sein werden, und zwar nach der Wiederkunft.
[9:08] Außerdem hat er dann gepredigt, dass Satan in der Hölle gefangen sein wird. Das heißt in Offenbarung, er wird in den Abgrund geworfen. Was heißt der Abgrund eigentlich nach der Bibel? Die verwüstete Erde. Aber das war ihm noch nicht ganz klar. Für ihn war der Satan dann in der Hölle. Und wie gesagt, Christus regiert mit den Gläubigen auf der Erde. Das Gericht wird gehalten auf der Erde und nach den tausend Jahren wird Satan befreit. Und wo kommt er dann offensichtlich her? Nach der Logik, das ist jetzt Folgefehler sozusagen, aus der Hölle mit all den verdammten Geistern, die bisher in der Hölle geschmort haben. Die werden dann auferstehen, so hat Miller gedacht, und werden noch einmal die Stadt Neu-Jerusalem umzingeln. Und interessanterweise, obwohl er geglaubte, dass bei der Wiederkunft buchstäbliches Feuer die Ungläubigen vernichtet, hat er das Feuer nach den tausend Jahren nur symbolisch betrachtet für den zweiten Tod. Ganz interessant.
[10:05] Auch die Gläubigen werden zu Beginn der tausend Jahre aus dem Buch des Lebens gerichtet. Ein wichtiger Punkt, dass also das Gericht über alle ergeht, nicht nur über die Ungläubigen. Und wiederum auch in diesem zweiten Vortrag seitenweise Gegenargumente gegen die Theorie eines Millenniums auf der Erde. Das war damals so wichtig, weil die allermeisten Menschen sowas noch nie gehört hatten.
[10:25] Dritter Vortrag. Und jetzt kam er zu seinem Spezialthema. Also erster Vortrag Wiederkunft, zweiter Vortrag Millennium. Nach der Wiederkunft, nicht vor der Wiederkunft. Jetzt die große Frage, wann wird die Wiederkunft sein? Und da kommen wir natürlich zu Daniel 8, Vers 13 und 14. Worum geht es in Daniel 8, Vers 14? Das wissen wir schon auswendig, oder? Daniel 8, Vers 14 sagt, bis zu 2300 Abend und Morgen, dann wird das Heiligtum gerechtfertigt werden.
[10:50] Und in Daniel 8, wir können es vielleicht auch kurz aufschlagen, gibt es vor diese Frage, auf die Daniel 8, Vers 14 eine Antwort ist, in Daniel 8, Vers 13. Und da heißt es nämlich, ich hörte einen anderen Heiligen reden und ein anderer Heilige fragte den Betreffenden, der redete, wie lange gilt dieses Gesicht, nämlich das von dem beständigen Opfer und dem verheerenden Frevel, dass sowohl Heiligtum als auch Opferdienst der Zertretung preisgegeben wird.
[11:23] Einige teils aus dem, was Miller glaubte. Es gibt eine lange Diskussion über dieses tägliche. Miller glaubte, dass das tägliche etwas mit Opfern zu tun hat. Und er glaubte, dass es sich um die heidnischen Opfer handelt, die von Rom dargebracht worden waren. Denn das Heiligtum in Vers 13 hat er in den Tempel in Jerusalem gedeutet und das Heiligtum in Vers 14 als die Gemeinde Gottes, die durch die Wiederkunft gereinigt werden soll, weil dann alle Ungläubigen getötet werden. Interessanterweise. Heute gibt es, wie gesagt, eine ziemlich lange Diskussion über dieses tägliche und wir wissen heute, dass das Wort Opfer im Text gar nicht vorkommt. Das hat er bei Miller nicht gewusst und hat das ganz eng mit Opfern noch verknüpft.
[12:10] Wie auch weiter. Und dann geht er an die Auslegung von Daniel. Zuerst die Auslegung von Daniel 2. Was sind die vier Weltreiche von Daniel 2? Babylon, Mittelpersien, Griechenland und Rom. Und interessanterweise, das finde ich sehr, sehr spannend, hat er schon Eisen und Ton als die Vereinigung von Kirche und Staat gedeutet. Steht in seinem Buch drinnen. Ganz erstaunlich. Und der Stein natürlich selbstverständlich Christus, die Wiederkunft.
[12:37] Und dann von Daniel 2 geht er zu Daniel 7, erklärt nochmal dieselben Mächte Babylon, Mittelpersien, Griechenland und Rom. Sagt, dass die zehn Hörner folgende Länder sind. Interessanterweise Frankreich, Britannien, Spanien, Portugal, Neapel, Toskana, Österreich, Lombardei, Rom und Ravenna. Das ist etwas anders, als wir es heute kennen würden. Das war schon eine etwas andere Liste als in seinem kleinen Pamphlet von 1833. Also er hat das weiter studiert und hat jetzt ein paar neue Namen eingeführt, aber so ganz überzeugend ist es immer noch nicht. Für ihn waren Lombardei, Rom und Ravenna diese drei Hörner, die dann ausgerissen werden, weil das ist das Gebiet, auf dem dann später der Kirchenstaat entstanden ist. Aber naja, war noch nicht ganz so ausgefeilt.
[13:25] Und das kleine Horn war natürlich selbstverständlich das Papsttum und auch dort findet er einen Grund gegen das Millennium. Warum? Weil es heißt in Daniel 7, dass das Papsttum bis zur Wiederkunft bleibt. In der Bibel sagt er, dass Jesus das Papsttum zerstören wird bei seiner Wiederkunft. Und wenn das Papsttum bis zur Wiederkunft bleibt, kann es kein Millennium, kein tausendjähriges Friedensreich vor der Wiederkunft geben. Weil solange es den Antichristen auf der Erde gibt, gibt es kein Friedensreich. Also in jedem Vortrag hat er solche Stiche gegen diese Irrlehre vom tausendjährigen Friedensreich gehabt.
[13:57] Und dann kam er zu einem Spezialgebiet, zu Daniel 8. Daniel 8, natürlich geht es um, was ist das erste Tier in Daniel 8? Medepersien und dann Griechenland und dann Alexander der Große, natürlich der griechische König, die vier Nachfolgereiche und das kleine Horn Roms und dann die 2300 Tage. Und hier, das kennen wir auch, das Jartagprinzip in Hesekiel 4, Vers 6 und vierte Mose 14, 34.
[14:26] Aber was ich sehr spannend fand und was heute fast kaum noch bekannt ist, dass Miller einen dritten Vers für das Jartagprinzip hatte. Und zwar in Erstemose 29, Vers 27. Weiß jemand, worum es in Erstemose 29, Vers 27 geht? Erstemose 29 ist die Geschichte von Jakob und Rahel. Und es heißt, dass Jakob wie viele Jahre um Rahel gedient hat? Sieben Jahre. Und dann sagt die Bibel im Vers 27, es kam ihm vor wie Tage. Auch eine Verbindung von Jahr und Tag. Ganz interessant.
[15:05] Wie auch immer. Dann hat William Miller natürlich einen großen Schwerpunkt drauf gelegt, dass Daniel 9 die Erklärung für Daniel 8 ist. Wenn man Daniel 9 studiert, merkt man das ganz schnell, dass der Engel Gabriel ausgesandt wird, um dort die Vision von Daniel 8 zu erklären. Die 70 Wochen, selbstverständlich 490 Jahre. Und dann erklärt er ganz deutlich, was dieser Erlass zum Aufbau der Stadt Jerusalem ist, wo er sich befindet in Esra 7, Vers 11 und welche anderen Verse das auch noch bestätigen. Das sind nur ausgewählte Verse hier.
[15:41] Und er hat dann seinen Zuhörern ganz deutlich erklärt, dass das siebte Jahr von Artaxerxes, das Jahr 457 vor Christus war. Für ihn war an dem Punkt noch nicht klar genau, wann Jesus gestorben ist. Er hatte geglaubt, dass Jesus im Jahre 33 gestorben ist. Und das lag daran, dass in der englischen King James Bibel da gab es so chronologische Zeitangaben, die man so damals so für richtig hielt. Und hinter der Kreuzigung stand das Jahr 33. Deswegen ist er mal vom Jahr 33 ausgegangen und ist sogar so weit gegangen, das muss ich mir mal vorstellen, dass er, als er gelesen hat, dass Esra am 12. Nisan 457 vor Christus losgegangen ist, er versucht hat zu beweisen, dass Jesus am 12. Nisan gestorben ist, um genau 490 Jahre zu machen. Also hat das ein bisschen gestretched.
[16:31] Aber auf jeden Fall deutlich wurde, wenn die 490 Jahre sich im Leben von Jesus erfüllt haben, dann müssen die restlichen 810 Jahre weitergeführt werden ins Jahre 1843. 490 Jahre minus 490, das führt zu 1810. Und von 1833, 1810 weiter, sind 1843. Das war das Datum. Und das war der dritte Vortrag. Das hat damals natürlich eine gewaltige Sensation ausgelöst. Denn als Miller dieses Buch schreibt, sind es noch wie viele Jahre bis zu dem Datum. In welchem Jahr hat er es geschrieben? Hat er vorhin gesagt? Im Jahre 1836. Dann sind es noch sieben Jahre.
[17:09] Also stellt euch vor, ihr sitzt in einer Vortragsreihe, in der zuerst bewiesen wird, Jesus kommt wieder. Dann wird bewiesen, die buchstäbliche oder die populäre Theorie, die man in allen Kirchen hört, das Millennium sei vor der Wiederkunft, ist falsch. Und dann hört ihr im dritten Vortrag, Jesus kommt in sieben Jahren wieder. Also das war so die Reihenfolge der Themen.
[17:35] Und da sehen wir nochmal, dass so wie Miller das verstanden hat, nicht nur 31 und 33, sondern auch 36 noch. 94 Jahre bis zum Kreuz und dann 1810 Jahre weiter, 1843. Das ist so die ursprüngliche Theorie.
[17:42] Dann der vierte Vortrag. Nachdem er Daniel 8 gemacht hat, hat er jetzt noch ausführlich sich mit Daniel 9 beschäftigt. Daniel 9, Vers 24 war der Predigtext und es gibt eine Auslegung von Daniel 9. Daniel 9 war für Miller eine besondere Prophezeiung, denn Daniel 9 gibt eine genaue Vorhersage des Todes Jesu und ist ein kraftvolles Zeugnis sowohl gegen Juden als auch gegen die Atheisten. Die Vision versiegelt und bestätigt die Prophetie, denn wenn Daniel 9 korrekt ist, dann ist auch Daniel 8 korrekt.
[18:12] Und für ihn war der aller oder das Allerheiligste, was gesalbt werden sollte, in Daniel 9, Vers 24, Christus. Und Jesus wurde ja in Lukas 4, Vers 16 sagt, weiß jemand was Jesus in Lukas 4, Vers 16 sagt? Als er da in Nazareth in der Synagoge ist und die Schriftrolle aufmacht, liest er ein Vers aus Jesaja, da sagt er, der Geist des Herrn ist auf mir, denn er hat mich gesalbt, das Evangelium zur Verkündigung. Daher hat er Miller gewusst, Christus war der Gesalbte. Und den Bund, den er bekräftigt dort in Daniel 9, das muss der neue Bund sein.
[18:51] Und er hat das mit der Mitte der Woche noch nicht verstanden, wie wir gerade gesehen haben. Das liegt daran, dass er eine andere Übersetzung zu Rate gezogen hat, nämlich in der steht in der letzten Hälfte, statt in der Mitte der Woche. Deswegen hat er das mit dem Kreuz noch nicht ganz genau datiert gehabt. Und Daniel 9 mit Daniel 8 natürlich verknüpft und das Artaxerxes derjenige war, der den Befehl gab, hat er unter anderem aus Daniel 11 sogar abgeleitet. Das würde zu weit führen, das genau zu beweisen. Aber wie wir schon gesehen haben, Esra 9 und Esra 7 haben diesen Befehl 457 vor Christus enthalten. Anfang der Vision, 33 nach Christus, Ende der Vision.
[19:32] Also er hat vieles dann noch mal wiederholt, was er schon im dritten Vortrag gemacht hat. Wir werden sehen, dass der Miller ein Meister daran war, Dinge immer wieder zu wiederholen, um sie dem Hörer wirklich fest ins Gedächtnis zu verankern. Und dann waren, hat er gesagt, die ersten sieben Wochen, das heißt der sieben Wochen und 62 Wochen in Daniel 9, die ersten sieben Wochen, das geht bis zum Aufbau der Stadt und dann 62 Wochen bis zum Dienst von Johannes dem Täufer. Er hat also noch nicht die Taufe Jesu gesehen, sondern weil er mit den Jahreszahlen ein bisschen verschoben war, hat er Johannes den Täufer hier erstmal entdeckt. Und dann blieb eine Woche übrig. Und da er ja in der Mitte der Woche das nicht kannte, sondern nur eine Woche hatte, hat er die dann auf die Verkündigung des Evangeliums durch Johannes und Jesus gemünzt. Im Jahre 33 war für ihn die Kreuzigung.
[20:23] Und naja, interessanterweise erzählt er dann in seinem Vortrag, dass seit er dem das verkündigt, dass Jesus 1849 wiederkommen würde, viele gläubige Menschen und viele Theologen die Auslegung von Daniel 9 verworfen haben, weil sie zugeben mussten, dass wenn man an Daniel 9 so glaubt, dass das auf Jesus hindeutet, dass man dann auch die Jahreszahl 1844 anerkennen muss. Das heißt, als sie entdeckt haben, dass Daniel 9, wenn man es im Kontext liest mit Daniel 8, auf dieses Endzeitdatum hinweist, haben viele in der Diskussion lieber Daniel 9 aufgegeben gesagt, das hat nichts mit Jesus zu tun, anstatt die Schlussfolgerung von von Miller anzuerkennen.
[21:09] Was also deutlich macht, hier in diesem Buch, dass er schon eine ganze Menge von Oppositionen bekommen hat. Und naja, der fünfte Vortrag ging dann um ein besonderes Thema, nämlich um die Zahl 666. Jetzt, nach unserem heutigen Verständnis, wofür steht die Zahl 666? Die Zahl des Antichristen, Vicarius Filii Dei.
[21:34] William Miller hat damals eine ganz andere kuriose Theorie gehabt. Sein Predigtext Offenbarung 13, 18. Es geht natürlich um eine geistliche Weisheit, das heißt, hier ist Weisheit, nicht wahr? Wer Verstand hat, der berechnet die Zahl des Zires. Für ihn war das deswegen nicht die Zahl des Antichristen, weil für ihn das erste Zires Offenbarung 13 nicht das Papsttum war, sondern das heidnische Rom. Für ihn war auch die tödliche Wunde nicht 1798, sondern die tödliche Wunde war für ihn der Übergang vom Kaiserreich zum Papsttum. Also das erste Tier ist Offenbarung 13, das römische Kaiserreich. Das bekommt eine tödliche Wunde und daraus entsteht das Papsttum. Und erst in Offenbarung 13, Vers 10, seht ihr dann die Gefangennahme vom Papst. Also da war ein bisschen, also das ist sehr richtig, das ein bisschen noch verwirrt gewesen.
[22:33] Und dann, weiß jemand, was ab Offenbarung 13, Vers 11 beschrieben wird in der Bibel? Offenbarung 13, Vers 11. Worum geht es da? Ich weiß nicht, ich fordere euch heute hinaus. Aber viele Dinge haben schon so oft behandelt. Offenbarung 13, Vers 11, da geht es um welches Tier? Da geht es um das zweite Tier aus Offenbarung 13. Erst kommt das Tier aus dem Meer, dann kommt das Tier aus der Erde. Wer ist das Tier aus der Erde nach der libyschen Prophetie? Die USA. Aber das hat Miller nicht gewusst. Miller ist davon ausgegangen, wie alle anderen Ausleger vor ihm, dass das zweite Tier aus Offenbarung 13 das Papsttum ist. Also erstes Tier war für ihn das Kaiserreich und das zweite Tier das Papsttum, was dann identisch ist mit dem kleinen Horn und mit der Frau aus Offenbarung 17. Und demzufolge war für ihn das Tier, das in Offenbarung 13, Vers 18 beschrieben wird, die Zahl des Namens, in Wirklichkeit das heidnische Rom.
[23:26] Und diese 666 waren für ihn Jahre. Es hat eine Prophezeiung gegeben, dass 666 Jahre vergangen sind, von 158 vor Christus, das war der Zeitpunkt, als die Römer sich mit dem jüdischen Volk verbunden hatten, um sie von den Diadochen zu befreien, bis 508 nach Christus, wo seiner Meinung nach, Millers Meinung nach, der letzte heidnische Germanenkönig sich bekehrt hat. Das stimmt historisch nicht ganz, das hat man später deutlich erkannt, dass 508 zwar die Taufe von Chlodwig war, aber dass es bis ins Jahre 538 gedauert hat, bis die alle bekehrt waren. Also dieses ganze Kapitel, dieses ganze fünfte Kapitel, das ist ein bisschen merkwürdig. Also wir würden das heute nicht mehr so übernehmen.
[24:17] Von daraus geht es weiter, ins sechste Kapitel. Und da geht es dann um Daniel 11. Und das gehen wir nur ganz schnell durch, weil wir nicht die Zeit haben, das ausführlich zu betrachten. Aber für alle, die es auch später nochmal anschauen wollen und selbst Daniel 11 schon studiert haben, gebe ich es einfach nur kurz an, dass man weiß, was Miller geglaubt hat. Da geht es um Alexander den Großen, um die Diadochen, dann um Rom, um Pompejus. Und das ist alles, was wir jetzt hier lesen, ist eine ziemlich klare und biblische Auslegung. Pompejus, Kleopatra, Caesar und der Kampf zwischen Caesar und Pompejus, die Ermordung von Caesar. Das ist eine ziemlich klassische Auslegung von Daniel 11. Kaiser Augustus, Kaiser Tiberius und die Kreuzigung von Jesus. Bis Kapitel 22 kann man dem Miller also ziemlich getrost folgen, ohne dass es größere Probleme gibt.
[25:04] In Vers 23 ist der Miller dann merkwürdigerweise zurückgesprungen ins Jahr 158 v. Chr. zurück und hat dann nochmal in den folgenden Versen nochmal Kleopatra und Mark Antonius und Oktavian und so weiter gesehen. Diese Verse zwischen Vers 24, Vers 23 und 30 sind wahrscheinlich die schwierigsten in ganz Daniel. Also ich kenne bisher noch keine wirklich vernünftige Auslegung davon. Und deswegen wollen wir den Miller auch nicht weiter zu sehr zur Verantwortung ziehen. Interessanterweise sieht er in Vers 28 nochmal die Kreuzigung Jesu. Das ist ziemlich außergewöhnlich.
[25:47] Und dann in Vers 30, das ist dann dieser Vers kurz vor dem Übergang zum Mittelalter, da springt er dann hier ans Ende des Römischen Reiches und zur Hunneninvasion. Und ab Vers 31 ist er dann wieder ziemlich auf dem Boden, den wir auch heute kennen würden. Das Wiederaufleben des Heidentums in Rom und die Bekehrung der germanischen Könige führt dann zum Aufstieg des Papsttums um 538. Also hier hat er seine Zuhörer durch die Geschichte. Das ist eine reine Geschichtsvorlesung anhand der Bibel. Das ist sehr, sehr spannend, wenn man das liest, was er alles aus der Geschichte herausgefunden hat. Und dann die Verfolgung derjenigen, die die Irrlehren hatten und so weiter und so fort.
[26:27] In Vers 35 erwähnt er dann die Zeit des Endes, 1798 sein muss. Das war eine typische Auslegung der Milleriten, die wir heute auch noch haben, dass die Zeit des Endes 1798 begann. Und all diese Verse, Vers 36, 37, 38 und dann 11, alle auf das Papsttum bezogen, auf das Zölibat, auf die militärische Macht des Papsttums und so weiter. Und dann der Machtanspruch des Papsttums über viele Länder. Und dann hat Miller gezeigt, wie der Papst am 15. Februar 1798 gefangen worden ist und damit die Zeit des Endes in Vers 40 begonnen hat. Das war der sechste Vortrag.
[27:05] Und die große Frage war, wenn man das jetzt gehört hat und gesehen hat, Mensch, in Daniel wird die gesamte Weltgeschichte bis aufs Detail genau beschrieben, bis in unsere Zeit hinein, denn die Zuhörer von Miller haben ja dieses zum Teil miterlebt als Zeitgenossen. Dann stellt sich die Frage, was kommt als nächstes? Und so war dann der siebte Vortrag die Weiterführung dieses elften Kapitels. Und zunächst einmal macht Miller einen ganz deutlichen Punkt, dass man Daniel verstehen kann. Viele seiner Zuhörer hatten dann wahrscheinlich von ihren Predigern gehört und ihren Pastoren, dass man Daniel gar nicht wirklich verstehen kann, das ist ein Versiegel des Buches und das Offenbarung ein Versiegel des Buches. Und Miller zeigt anhand der Bibel ganz deutlich, man kann es verstehen. Es ist ein Test für Gottes Volk in der gegenwärtigen Zeit und viele Prediger scheuen sich nur von den Prophezeiungen. Das hat natürlich gewaltige Wirkung erzeugt.
[27:57] Er fasst nochmal verschiedene Zeitprophezeiungen Daniel zusammen und dann kommt er zu Daniel 11 Vers 40 und da gehen mit ihm ein bisschen die Pferde durch. Kann man gut nachvollziehen, denn das was er jetzt beschreibt, hat er alles selbst erlebt. Und wiederum ist das eine wichtige Lektion für uns, dass wir manchmal zu sehr durch die Zeitgeschichte geprägt sind. Also für ihn war Daniel 11 Vers 40, da ging es um Napoleon, der König des Nordens, dann plötzlich Britannien, der König des Südens, Spanien, Sardinien, Neapel und das herrliche Land von Daniel 11 Vers 41 ist Italien. Die Schlacht von Marengo wird hier von ihm ausgelegt und wenn es heißt, dass Moab, Edom und Amon entkommen werden, dann deutet er es auf die Expedition von 1798 und alles sehr deutlich auf diesen Ägyptenfeldzug ausgelegt.
[28:56] Und dann Vers 44, wo es heißt, er wird mit Wut ausziehen, um viele zu verderben, ist für ihn der Russlandfeldzug von Napoleon und selbst Vers 45 noch, wo er zwischen den Meeren sein Zelt aufschlägt, ist die Krönung zum König Italiens 1805. Das war für ihn die Auslegung von Daniel 11 und das waren viele Dinge, hatten die Menschen, die ihm zugehört haben, selbst miterlebt und gehört. Und Napoleons Tod 1815 auf St. Helena und dann interessanterweise heißt es in Daniel 12 Vers 1, Christus steht auf.
[29:27] Und William Miller hatte verstanden, dass Michael Christus ist. Das war ein wichtiger Punkt, den er herausgefunden hat. Denn Michael heißt übersetzt, wärst du wie Gott. Und was heißt biblisch gesehen, dass Michael aufsteht? Das bedeutet, dass das Gericht zu Ende ist, nicht wahr? Die Gnadenzeit ist beendet. Aber Miller hat das nicht so gesehen. Für Miller bedeutete dies, dass Michael aufsteht, um sein Werk vorzubringen. Also er gibt Energie in das Werk Gottes hinein. Und für ihn war das ganz deutlich zu sehen in den Erwerbungsbewegungen, die wir angeschaut haben seit 1816. Die letzten 30 Jahre waren dort Erwerbungsbewegungen in Amerika und in Europa gewesen. Und das war für ihn dieses Aufstehen von Michael.
[30:20] Und deswegen war er der Meinung, das muss man sich mal vorstellen, in seinen Vorträgen, dass er und seine Zeitgenossen zur Zeit von Daniel 12 Vers 1 gelebt haben. Komplett Daniel 11 schon erfüllt und das Einzige, was noch kommt, ist die Zeit der Trübsal. Es waren ja nur noch 7 Jahre bis zur Wiederkunft. Ganze Daniel 11 Kapitel schon erfüllt, Erwerbungsbewegung weist darauf hin, alles was noch fehlt ist die Trübsal. Also wenn wir uns das mal vorstellen, auch wenn wir vielleicht viele dieser Dinge nicht mehr ganz nachvollziehen können, weil uns vielleicht auch jetzt momentan Hintergrund fehlt für Daniel 11, kann man sich schon vorstellen, was für eine gewaltige Wirkung das erzeugt hat auf die Menschen, die das gehört haben.
[31:02] Und er wartet das Ende der Gnadenseit vor der Wiederkunft, sehr biblischer Gedanke, und zwar um 1839 oder 1840. Wir werden gleich später sehen, warum. Er gibt sogar Gründe an und sagt dann nachher, also das kommt im späteren Vortrag, so nach dem Motto, wenn ihr wissen wollt, warum in drei Jahren die Gnadenseit zu Ende ist, dann kommt zum nächsten Vortrag. Und naja, macht noch Hinweise auf den rasanten technischen Fortschritt, die Ausbreitung der Weltmission, die Massenverbreitung der Bibel, das ist Daniel 12 Vers 4, wo es heißt, viele werden daran forschen, die Erkenntnis wird zunehmen. Biblische Prophezeiung erfüllt sich. Und der Engel, der dort steht in Daniel 12 und mit einer Hand hebt zum Schwur, das ist ein Engel, der die weltweite Verkündigung symbolisiert.
[31:52] Und naja, wenn es hier heißt in Daniel 12 Vers 7, dass das Volk Gottes zerstreut sein wird, dann war das für ihn die Fragmentierung der protestantischen Konfession. Kurzer Punkt, im achten Kapitel ging es dann in die Posaunen und da ging es um den Islam. Und das ist eine ziemlich gute Auslegung, eine ziemlich biblische Auslegung, die er hier macht. Er konzentriert sich auf die letzten drei Posaunen. Er weiß, es sind zerstörerische Kriege und die letzten drei Posaunen gelten dem päpstlichen Rom. Auf dem Magen 9, Vers 1 spricht von der Lehre Mohammeds vom Islam. Und er verdeckt das Evangelium. Heuschrecken stehen biblisch gesehen für Armeen. Der Islam kämpft nur gegen abgefallene Christen.
[32:40] Und in der fünften Posaune gibt es 150 Jahre punktuelle Angriffe. Das sind die Skorpionen, die zustechen und wieder sich zurückziehen. Und dann wird die Armee beschrieben und das Ganze geht von 1298 bis 1448. Später hat er dann das um ein Jahr revidiert, weil er festgestellt hat, das hätte eigentlich 1299 sein müssen. Und die Einnahme Konstantinopels wird dann vorhergesehen in der sechsten Posaune. Die vier Engel, die dort beschrieben sind, die Sarazen, Tataren, Türken, Araber. Und es gibt diese Zeitprophezeiung der 391 Jahre und 15 Tage. Die wird noch wichtig werden, denn die hat was zu tun mit dieser Jahreszahl 1839 und 1840.
[33:20] Die Beschreibung der Armeen mit ihren Feuerwaffen, Beschreibung des Papsttums, alles in den Posaunen. Und dann erwartet er das Ende des Osmanischen Reiches für 1839 bzw. dann später 1840, weil dann diese 391 Jahre und 15 Tage enden würden. Und wenn die sechste Posaune endet, dann kommt die siebte Posaune. Und in der siebten Posaune, so dachte er, gibt es keine Gnadenzeit mehr. Und deswegen war das absolut sensationell. Und jeder, der damals zugehört hat, wusste, seit etlichen Jahren geht es im Osmanischen Reich schlechter und schlechter und schlechter und schlechter. Man konnte das schon am Horizont sehen, dass die zusammenbrechen in wenigen Jahren.
[34:01] Und dieses Buch hat einen gewaltigen Eindruck gemacht auf einen anderen Menschen, der es gelesen hat und zwei Jahre später ein Buch über das Osmanische Reich geschrieben hat. Darüber werden wir uns in den nächsten Wochen noch unterhalten. Aber das war die Grundlage, die Miller hier aus einer biblischen Auslegung, die ziemlich gut war, herausgefunden hatte.
[34:16] Miller hat natürlich auch Vorträge gehalten über die sieben Gemeinden. Und obwohl damals schon viele Leute gesagt haben, ach, das mit der symbolischen Auslegung, das glauben wir nicht mehr, hat Miller festgehalten daran, dass die sieben Gemeinden sieben Zeitepochen waren, der Christenheit. Und Ephesus war für ihn die Urchristenheit bis 100. Das ist ziemlich, ziemlich gut, was er gemacht hat und kann man nicht widerlegen. Smyrna, die Zeit der Verfolgung, die zweite Gemeinde. Die dritte Gemeinde war für ihn Pergamos, das war die Zeit der Kompromisse, also Konstantin und danach. Thyatira war die Zeit des Frühmittelalters, nicht des ganzen Mittelalters, sondern nur des Frühmittelalters, wo die Gemeinde in der Wüste war. Und damit endet dann dieser neunte Vortrag.
[35:00] Interessanterweise, nur so nebenbei, hat nichts mit dem Thema zu tun, fand ich trotzdem interessant, dass Miller in diesem Vortrag vor den Jesuiten in Amerika gewarnt hat. Und im Zusammenhang mit dem Papsttum gewarnt hat davor, dass das Papsttum in Amerika Macht gewinnen würde. Das zeigt also, dass auch schon die ersten Adventisten dieses Thema immer mal wieder aufgegriffen haben, die Warnung vor den Jesuiten.
[35:26] Zehnten Vortrag ging es dann weiter in den Gemeinden. Es ging um die restlichen drei Gemeinden. Die fünfte Gemeinde, interessanterweise, ich habe das vorher noch nie bei irgendjemandem gesehen oder gehört, war für ihn die Zeit vor der Reformation noch. Also die Zeit der Valdenser und so weiter. Dann war Philadelphia für ihn die Zeit der Reformation und die Stunde der Versuchung, die da angesprochen wird, die französische Revolution, die hat es ihm besonders angetan gehabt.
[35:47] Und dann natürlich Laodicea war besonders wichtig, denn für ihn war die Zeit, in der er selbst gelebt hat, die Zeit von Laodicea. Warum? Weil es die Zeit war, die jetzt auf das Gericht zu geht, die Gerichtswiederkunft, das nahende Gericht kommt. Und deswegen hat er ganz lang und ausführlich über Laodicea gepredigt, dass die Christen weltlich sind, dass es viele Wohltätigkeit gibt und viele theologische Werke, dass die Christen sagen, wir sind reich und haben alles, was wir brauchen. Aber es fehlt ihm an echter Bekehrung.
[36:20] Drei Dinge, nicht wahr? Und das ist interessant. Er legt das Gold als Glaube aus, Glaube und Wahrheit, das Kleid, das weiße Kleid als christlich zugerechnete Gerechtigkeit und die Augensalbe als das Bibelstudium und die Buse. Also das ist ziemlich gut, was er da gemacht hat. Und wenn es heißt, siehe ich stehe vor der Tür und klopfe an, dann war das für Miller, dass man die Zeichen der Zeit, die klopfen an. Jesus, komm wieder! Das Mahl, ich will, das heißt, er sieht, ich klopfe an und wer die Tür aufmacht, will hineingehen und das Mahl mit dem Essen und er mit mir, das ist das Hochzeitsmahl, hat er gesagt, aus Offenbarung 19. Und Laodicea ist die Zeit von 1798 bis 1843, der Zustand, in dem wir uns befinden, so hat Miller gesagt. Sehr einflussreich sind die Christen, aber gleichzeitig sehr weltlich.
[37:02] Die Sünde wird kaum noch thematisiert, aber es gibt Zeichen der Zeit, sagt er. Große Reformen in den letzten 30 Jahren, die Verbreitung der Bibel, die Weltmission und gleichzeitig viele christliche Ehrlehrer und so macht ein Aufruf an die Laodicea Christen, macht euch bereit für die Wiederkunft.
[37:16] Ganz interessantes Kapitel ist das Kapitel 11, wo er über Offenbarung 4 und 5 spricht und wir würden heute sagen, aus gutem Bibelstudium, dass Offenbarung 4 und 5 die Zeit ist, wo Jesus in den Himmel aufgefahren ist und sein Werk als hoher Priester beginnt. Aber William Miller hat damals Offenbarung 4 und 5 als zukünftig betrachtet, als eine Beschreibung der neuen Erde. Und was ganz besonders interessant ist, dass er die vier lebenden Wesen als Symbole für die Neu-Testamentliche Gemeinde betrachtet hat. Und da gibt es diesen einen, der aussieht wie ein Löwe, das war für ihn die kühne Urchristenheit. Dann einer, der aussieht wie ein Stier, das war für ihn die verfolgte Christenheit. Stiere sind Schlachtopfer. Dann das dritte lebende Gewesen, das aussieht wie ein Mensch, die abgefallene Christenheit. Und dann das vierte lebende Gewesen, das aussieht wie ein Adler, das ist die Gemeinde der Wüste, weil Jesus ja wie ein Adler uns durch die Wüste trägt. Das ist sehr interessant. Und für ihn waren sogar die Cherubim und Seraphim Symbole für die Erlösten. Würden wir natürlich heute nicht mehr so sehen, aber das hat er verkündigt und hat auch in diesem Vortrag die Gelegenheit ergriffen zu sagen, es gibt kein tausendjähriges Friedensreich vor der Wiederkunft.
[38:20] Wir sehen ja auch, es gibt ein paar Nebenpunkte, die wir heute nicht mehr so sehen würden. Aber das, was er immer wieder betont hat, was er immer wieder zum Schwerpunkt gemacht hat, das war biblische Wahrheit ohne Frage. Und auch da macht er einen Aufruf. Wir sind bald am Ende angekommen.
[38:39] Zwölftes Kapitel ist eine Auslegung der sieben Siegel. Also er geht in seinem Buch wirklich durch seine Offenbarung durch und hat das alles deutlich beschrieben. Und er macht ein schönes Bild über die Offenbarung. Er sagt, die Offenbarung ist wie eine Ansammlung von Flüssen, die klein beginnen und immer tiefer und tiefer und tiefer werden. Und die sieben Gemeinden sind so ein Fluss und die sieben Siegel sind wie ein Fluss und die sieben Posaunen sind wie ein Fluss und alles wird dann tiefer und ergänzt sich dann im Ozean der Ewigkeit. Naja, interessantes Bild.
[39:08] Das Buch mit den sieben Siegeln, das dort angesprochen wird, ist für ihn das Buch des Lebens. Und das erste Siegel, das würden wir heute auch so sehen, ist der Beginn der Evangeliumsverkündigung unter den Urchristen. Das zweite Siegel, die Christenverfolgung, auch das stimmt vollkommen. Dritte Siegel, der Abfall unter der Zeit Konstantins. Und das vierte Siegel, der Aufstieg des Antichristen. Auch das kann man ohne ein Geschränk zu übernehmen.
[39:32] Das fünfte Siegel, hat er gesagt, war die religiöse Freiheit ab circa 1700, wo die Menschen schon jetzt etwas mehr Freiheiten hatten und auf das Gericht warteten. Im fünften Siegel heißt es ja, dass dort die Seelen und im Altar schreien, wie lange, Gott, richtest du nicht. Und dann, und das finde ich super interessant, dass im sechsten Siegel alles vorkommt. Sechstes Siegel, da gibt es das große Erdbeben, steht übrigens alles da, dann die Sonnenfinsternis und den Sternfall. Dinge, die er zum Teil selbst gesehen hat.
[40:04] Und trotzdem deutet Miller in seinem Vortrag das sechste Siegel symbolisch und sagt, das Erdbeben ist nicht Lissabon. Ist ja gar nicht auf die Idee gekommen, dass es so sein könnte, sondern er sagt, es ist die französische Revolution, ein Erdbeben. Und die Sonnenfinsternis ist nicht der schwarze Tag von 1780, sondern die Exekution des französischen Königs. Die Sonne des Königreichs verfinstert. Und der Sternfall ist die Aufhebung der Standesunterschiede. Das finde ich interessant.
[40:29] Und hier kann man eine Lektion lernen. Er war so fixiert in dem Punkt auf die französische Revolution, dass er eine tatsächliche Erfüllung biblischer Prophetie vor seinen eigenen Augen, nicht als Erfüllung dieser Prophetie an der Stelle erkannt hat. Er hat zwar den Sternfall an anderer Stelle mit Prophetie verknüpft, aber nicht hier. Und das zeigt uns, dass wir vielleicht auch manchmal Dinge in unserem Leben sehen können und nicht begreifen können, obwohl wir in der Zeit leben, dass vielleicht das gerade sich prophetisch erfüllt hat. Also das würde ich so nicht übernehmen.
[41:09] Und auch, dass der Himmel entschwindet, wie eine Buchrolle war für ihn das Auflösen der französischen Staatsform. Das war ein bisschen zu sehr vergeistlicht, würden wir heute sagen. Naja. Und dann heißt es ja in Offenbarung, und das ist interessant jetzt, aber er hat das gut durchdacht. Dieser ganze Irrtum ist gut durchdacht. Das muss man auch erstmal zugeben. Nachdem also nach ihm, nach seiner Meinung im sechsten Siegel die französische Revolution zum Tragen kommt, kommt jetzt Offenbarung 7 Vers 1 dieses Zurückhalten der vier Winde. Vier Winde werden zurückgehalten. Und da sagt er, das ist diese Friedensepisode. Nach der Revolution gibt es jetzt 20 Jahre Frieden. Die vier Winde werden zurückgehalten. Also hat eine gewisse Logik in sich selbst, auch wenn es natürlich so nicht ganz stimmt, aber ist in sich logisch.
[41:48] Und nur ganz nebenbei interessant für ihn waren die 144.000 die Versiegelten aus dem buchstäblichen Israel und dann die Gläubigen ohne Zahl dann aus dem Neuen Testament. Und das siebte Siegel bringt dann die Wiederkunft und so weiter. Und auch da macht er einen Aufruf. Also all diese Vorträge gehen immer wieder auf die Wiederkunft von jedem Thema aus.
[42:14] 13. Kapitel ist eine Auslegung über die beiden Zeugen Offenbarung 11 Vers 3. Und da zeigt er ohne einen Zweifel biblisch brillant, dass das das Alte und das Neue Testament sind. Hat übrigens interessante Nebentheorie, dass die beiden Cherubim an der Bundeslade das Alte Testament, das Neue Testament darstellen. So wie das Alte und das Neue Testament, also wie die beiden Cherubim sich berühren und den gesamten Raum abdecken, so ist erst das Alte Testament da und dann berührt es sich mit dem Neuen Testament und deckt so den gesamten Heilsplan ab. Und das Sacktuch ist die Unterdrückung der Bibel und die französische Revolution erfüllt das. Das Tier aus dem Abgrund ist für ihn nicht Frankreich, sondern das Papsttum, aber ansonsten erfüllt sich alles Weitere während der französischen Revolution und dann verbreitet sich die Bibel dann durch die Bibelgesellschaften. Und wir haben das hier alles im Offenbarungsseminar vor etlichen Monaten mal ganz ausführlich behandelt. Kann man alles nachschauen.
[43:11] Und auch hier deutet er an die siebte Person wird 1839 beginnen, zur letzten Auseinandersetzung.
[43:14] Kapitel 14 ist etwas über Offenbarung 12 und das ist die Geschichte der Kirche im Mittelalter. Und er sagt ganz deutlich, auch das biblisch sehr gut begründet, dass die Gemeinde Gottes die Frau darstellt und zwar im Alten und Neuen Testament, Israel und die Neu-Testamentliche Gemeinde. Und der Drache ist das römische Reich, ganz klar. Die Frau auf dem Tier ist die römische Kirche. Etwas merkwürdig ist das hier, die ein Drittel der Sterne. Die Juden dürften keinen König krönen. Das Kind war Christus und die 1062 Jahre natürlich 1538 bis 1798. Und auch das sehr bemerkenswert, Michael und seine Engel waren für ihn Christus und die Apostel. Und hat er beschrieben, diesen Kampf im Himmel, das war für ihn nicht der Kampf im Himmel vor Urzeiten, sondern auf der Erde. Also wenn Michael mit seinen Engeln gekämpft hat gegen den Satan, gegen den Drachen, dann war das in Wirklichkeit für ihn auch seine Entsetzung zwischen Jesus mit den römischen Befehlshabern. Naja.
[44:18] Und dann geht es immer so weiter in Vers 10, wenn es heißt, nun ist es heil gekommen. Das war als Pfingsten ausgelegt. Die Frau in der Wüste waren die treuen Christen ab 1538, z.B. die Waldenser. Das ist ziemlich klar, auch in der Bibel kann man das zeigen. Die Kreuzzüge gegen die Heretiker. Und dann sagt der Vers 17. Weiß jemand, was Offenbarung 12 Vers 17 sagt? Wichtiger Vers. Offenbarung 12 Vers 17 sagt, der Drache wurde zornig. Auf wen? Und er sagt, diese letzte Auseinandersetzung ist noch zukünftig. Er erwartet für die letzten Jahre vor 1843 noch eine gewaltige Auseinandersetzung. Und zwar, Achtung, wo? In den USA. Er gibt nicht ganz viele Gründe dafür, aber er sagt schon, er erwartet, dass diese letzte Auseinandersetzung in den USA sein würde und zwar über politische Prinzipien. Er erwartet sogar Krieg und Auseinandersetzung. Und seit 1798 ist die Gemeinde aus der Wüste gekommen. Und er sagt, niemals gab es solche Freiheiten wie jetzt, aber die letzte Auseinandersetzung steht noch bevor.
[45:39] Ganz kurz noch, die sieben Plagen hat er auch in einem Vortrag behandelt, die natürlich ein Antitypus sind zu den Plagen Ägyptens. Und er hat die sieben Plagen nicht buchstäblich ausgelegt, sondern auch geistlich. Deswegen will ich da nur kurz drüber gehen, weil das wir heute nicht mehr so sehen würden. Aber es ist ganz interessant. Für ihn war die erste Plage, das Geschwür, war die Offenlegung der päpstlichen Geschwüre durch die Reformation im 16. Jahrhundert. Die zweite Plage, das ist, wo die Wasser zu Blut werden, war für ihn die Bartholomäusnacht von 1572, wo ganze Völker geschlachtet wurden. Dritte Plage, wo die Wasserbrunnen zu Blut werden, waren für ihn die Kriege des 17. Jahrhunderts, der Dreißigjährige Krieg und der Englische Bürgerkrieg. Also er hat das auch mehr geschichtlich gesehen quasi in Anlehnung an die sieben Siegel und die sieben Gemeinden.
[46:23] In die vierte Plage, das war, wenn dann die Sonne sticht, war für ihn das Aufkommen des Deismus im 18. Jahrhundert, der das Christentum abschaffen möchte. Und dann die fünfte Plage, natürlich die Französische Revolution, die Finsternis, die sich über den Thron des Tieres setzt. Und dann die sechste Plage, das war auch ein großer Klassiker unter allen Prophetieauslegern, die Schwächung des Osmanischen Reiches. Warum? In der sechsten Plage heißt es, der Euphrat würde vertrocknen. Und auch das hat sich erfüllt, deiner Meinung nach, im Russisch-Türkischen Krieg, in der Griechischen Revolution und im Aufstand des Ali Pascha. Und demzufolge sind jetzt die drei unreinen Geister unterwegs. Das Tier, das Papsttum, der falsche Prophet, war für ihn der Islam, von Amerika noch keine Spur. Und der Drache war die Königin der Welt. Und das waren ihre Prinzipien. Ja, Heuchelei, Erberglaube, Eroberung, Lust und Tyrannei Sklaverei. Diese drei Prinzipien aus diesen drei antichristlichen Mächten verführen die Welt zur Letzten aus seiner Setzung. Und die siebte Plage erwartet er für 1839, 1840.
[47:26] Das Einzige, was er buchstäblich sieht, ist der Hagel. Er gibt einen Grund an. Er sagt, ich kann keine Auslegung für den Hagel finden, deswegen muss er buchstäblich sein. Und er sagt, die Gemeinde wird dieselbe Erfahrung machen wie Jesus am Kreuz, wenn es heißt, es ist geschehen.
[47:48] Ein ganz, ganz wichtiges Kapitel, das man nicht unterschätzen darf in seinem Buch, ist das Kapitel 16 über die Jungfrauen, weil das später noch immer und immer wieder ein großes Thema sein wird unter den Adventisten. Das Kapitel über die Jungfrauen. Er erklärt den Zweck und die Natur der Gleichnisse Jesu, sagt, das Reich Gottes ist das Himmelreich. Und jetzt Achtung, in seiner Auslegung waren die zehn Jungfrauen die gesamte Menschheit während der Gnadenzeit. Alle Menschen waren die zehn Jungfrauen und die Weisen waren die Gläubigen und die Thüringen waren die Ungläubigen. Alle hatten die Lampen, so hat er das gesehen und alle hatten das Wort Gottes. Das Wort Gottes war für jeden da, aber nicht alle hatten ausreichend Öl, also nicht ausreichend viel Glauben. Der Bräutigam war Christus, die geschlossene Tür, das Ende der Gnadenzeit. Die Hochzeit war für ihn die Wiederkunft Jesu und der Mitternachtsruf, das sind die Prediger, die den Zeitpunkt verkündet.
[48:35] Achtung, in seinem Buch zitiert Miller einige prominente Adventprediger, die zu seiner Zeit leben. Was also zeigt, zu diesem Zeitpunkt ist er aus diesem Status von ich bin der Einzige, der es verkündet, raus und weiß, es gibt schon etliche, die das Gleiche sagen wie ich auch. Er begreift, er ist Teil einer weltweiten Bewegung. Er schreibt von Josef Wolf in Asien, von Edward Irving, von dem er gehört hat in England, von Archibald Mason in Schottland und von Davis in den USA, der vor ihm schon geschlussfolgert hatte, dass 1843, 1847 etwas passieren würde. Und ohne sich selbst zu nennen, merkt man, dass er sich auch unter diese Mitternachtsrufprediger zählt, die die Botschaft verkündigen, Jesus kommt bald mit einem Zeitpunkt. Und er zeigt ganz deutlich, dass das im Kontext der Endzeitrede von Matthäus 24 ist.
[49:23] Vorher gibt es das Gleichnis vom Treuen und Untreuen Knecht. Da wird die Frage gestellt, wie lange dauert es, bis Jesus wiederkommt? Und dieser untreue Knecht, der sagt, mein Herr kommt noch lange nicht. Das erfüllt sich in all den Christen, die sagen, es gibt erst ein tausendjähriges Friedensreich, bevor Jesus wiederkommt. Und da hat er durchaus recht. Und dann zeigt er, wie sich all diese Dinge erfüllen. Die Bibelgesellschaften, die moralischen Reformen geben Licht. Und die werden unterstützt von Gläubigen und Ungläubigen. Deswegen hat er gedacht, dass die jungen Frauen alle Menschen sind. Denn auch viele Ungläubige haben die Bibelgesellschaften unterstützt oder die verschiedenen Antisklaverei Bewegungen und so weiter. Die Missionare gehen in die ganze Welt, die Sonntagsschulen verbreiten die biblische Botschaft, Traktatgesellschaften gehen selbst dorthin, wo die Bibel nicht hinkommt.
[50:18] Und interessanterweise war für ihn die Mäßigkeitsgesellschaft, also die Menschen, die sich um die Abschaffung des Alkohols bemüht haben, das war für die letzte Passion der jungen Frauen. Denn nur nüchterne Menschen können Warnungen verstehen. Und er wusste, gerade weil das die letzte große Reformbewegung war in seiner Zeit, dass die von besonderer Bedeutung war. Und er hat den Aufruf gemacht, sich diesen Reformen anzuschließen und das Öl brennen zu lassen, denn Jesus kommt bald wieder.
[50:53] Nur ganz kurz, ohne zu sehr hineingehen, ein Kapitel, das wir heute fast gar nicht mehr so übernehmen würden, beschäftigt sich mit 3. Mose 26, wo es um sieben Zeiten geht, die er auslegt auf 2520 Jahre. Die sieben Zeiten von Nebukadnezar waren damals sieben buchstäbliche Jahre in Daniel 4, aber 3. Mose 26 sieht er als prophetisch an, ohne dass es dafür einen Grund gibt. Der Hintergrund ist der, in 3. Mose 26 gibt es eine Vorhersage, die sagt, wenn ihr das nicht tut, dann werde ich euch siebenmal strafen. Und wenn ihr das nicht tut, dann werde ich euch siebenmal strafen. Und wenn ihr das nicht tut, werdet ihr euch siebenmal strafen. Und im Englischen heißt siebenmal seven times.
[51:41] Miller hat aber gedacht, seven times bedeutet sieben Zeiten im Sinne von Jahren und in dem Fall dann prophetische Jahre. Und so hat er diese Zeitprophezeiung von den 2520 gehabt. Die ist auch auf dieser Karte drauf, die dann später gemacht worden ist. Und da gibt es etliche Probleme mit dieser Auslegung. Zum ersten ist 3. Mose 26 nicht symbolisch, zum anderen steht dieses Wort sieben Zeiten gar nicht im Text drin, das wusste er aber nicht. Und so hat er diese Zeitprophezeiung angesetzt im Jahre 677, als Manasse gefangen genommen worden ist und hat dann geglaubt, dass damit die babylonische Gefangenschaft begonnen hat, was allerdings auch nicht wirklich biblisch belegbar ist. Aber es hatte gut gepasst, denn das endete nämlich im Jahre 1843. So war das noch ein zusätzlicher Beweis für seine ohnehin schon klaren Beweisführung und obwohl das eigentlich nicht so wirklich Wasser hält, hat er es mit aufgenommen.
[52:28] Vorletzter Vortrag, der ist besonders interessant. Kapitel 18 handelt vom Hohelied. Wer hätte das gedacht, dass zwischen all diesen Daniel- und Offenbarungsvorträgen der vorletzte Vortrag ein Vortrag über das Hohelied ist. Und in diesem Vortrag geht es um Hohelied 8 Vers 5, da geht es nämlich um die Frau, das heißt hier, wer ist sie, die aus der Wüste hervorkommt, gestützt auf ihren Geliebten. Und Millat wusste, dass das Hohelied eine Allegorie auf Christus ist und seine Gemeinde. Und die Braut ist dann die Gemeinde und die Braut kommt aus der Wüste. Und das war natürlich das Ding, wenn er wusste, 1798 war die Zeit der Wüste vorbei, wir leben in dieser Zeit, wir sind diese Frau, die aus der Wüste herauskommt.
[53:25] Und dann studiert er es ausführlich und erzählt seinen Zuhörern, was es bedeutet, in der Wüste zu sein, die nochmal Offenbarung 12 Vers 6 und 14. In der Wüste ist die Gemeinde demütig, aber wenn sie aus der Wüste herauskommt, dann wird sie von der Welt angesehen. Und deswegen muss sich die Gemeinde vor dem Geist der Politik hüten. Er warnt sie, die Christen, versucht nicht den Staat zu eurer Hilfe zu nehmen. Er sagt sogar, eine Kirche, die den Staat zur Hilfe ruft, ist eine versteckte Hure. Damit legt er schon das biblische Fundament für spätere Auslegungen, Offenbarung 13 und so weiter, ohne dass er das weiß. Und wiederum betont er das, also fast jeder zweite Vortrag hat das, diese 1062 Jahre. Also wenn man so eine Vortragsreihe gehört hat, dann war man für diese Daten wirklich gut präpariert, von 1798 bis 1798.
[54:05] Und dann kommt die Gemeinde nach Offenbarung 12 aus der Wüste, das ist vollkommen richtig, gibt überhaupt nichts daran zu deuten. Und dann sieht er ein Typos, nämlich zu dem Volk Israel, das auch in der Wüste war, 40 Jahre lang, und aus der Wüste rauskam. Und was hat das Volk gemacht, als es aus der Wüste rauskam? Das Volk Israel. Das sollte Krieg führen, es sollte das Land Kanaan erobern. Es war dann kurz vor Kanaan. Und so kommt jetzt auch die Gemeinde nach langer Zeit aus der Wüste und steht kurz vor Kanaan. Und jetzt achtet mal auf die Typologie, die ihr seht.
[54:40] Die Gemeinde, damals kam die Gemeinde aus der Wüste und erobert den Kanaan. Jetzt kommt die Gemeinde 1798 aus der Wüste und erobert die Welt. Bibelgesellschaften, Missionsgesellschaften. Israel sollte Kanaan erben, die Gemeinde soll die Welt erben. Denn wenn Jesus wiederkommt, wird die Erde sofort gereinigt. Israel hatte Waffen, die Gemeinde hat Waffen, die Waffen des Geistes. Josua führte Israel, Jesus führte die Gemeinde. Und Josua heißt auf griechisch sogar Jesus. Israel sandet Kundschaft aus, und haltet euch fest, die Gemeinde sendet Missionare aus.
[55:14] Für die Leute damals muss das unüberwältigend gewesen sein. Israel war zunächst erfolgreich, und die Gemeinde macht große Fortschritte. Die Gesellschaften haben mehr Erfolg als jemals gedacht. Aber schon die nächste Generation beginnt den Götzendienst. Und die erfolgreiche Gemeinde zu seiner Zeit wird stolz und verehrt die Menschen. Und man klopft sich auf die Schulter, was man alles getan hat. Und er sagt ganz deutlich, alles hat sich erfüllt, und die Christenheit ist im großen Vormarsch. Theismus, Papsttum, alles zerschlagen in einer Generation. Missionsgesellschaften, Mäßigkeitsgesellschaften, moralische Reformen, also er wiederholt das. Es ist für ihn so wichtig. Deswegen behandeln wir in dieser Serie das auch, weil das war sein Denken. Und das war das Denken aller Christen damals, die auf die Wiederkunft gewartet haben. Und Gott wird diese Sünden zerstören wie die Mauern von Jericho.
[56:08] Letzter Vortrag, die Zeichen der Zeit. Im letzten Vortrag muss man alles zusammenwerfen, was man Argumenten hat, oder? Und so hat Müller im letzten Vortrag so einen richtigen Aufruf Vortrag gehabt. Matthäus 16, Vers 3 sagt, könnt ihr nicht die Zeichen der Zeit erkennen? Wenn man jetzt die ganze Vortragsreihe zusammenfassen würde, würde man sagen, erster Vortrag, Wiederkunft, dann Millennium, dann die Zeit, Daniel 8 und Daniel 9 und dann weitere Daniel Auslegungen, Daniel 11 und dann Offenbarung, die sieben Gemeinden, die sieben Siegel, die sieben Posaunen. All das immer wieder auf dieses Zeitpunkt, auf die Wiederkunft von jeder Seite. Und jetzt am Ende Aufruf.
[56:37] Er sagt, es gab die Zeit Jesu, Zeichen der Zeit. Man wusste, es müsste universalen Frieden geben. Man wusste, es müsste einen Stellen bei seiner Geburt geben. Er müsste aus dem Geschlecht Isa geboren werden. Er müsste von einer Jungfrau geboren werden. Er müsste in Bethlehem geboren werden. Es müsste einen Kindermord bei der Geburt geben. Herodes und Nachfolger hätten tot sein müssen, bevor Jesus erwachsen sein sollte. Er müsste aus Ägypten gerufen worden sein. Es müsste einen Vorläufer gegeben haben. Jesus müsste zum Tempel kommen. Er müsste das Evangelium verkünden. Er müsste sieben Jahre verkündigen. Er müsste, die Blinde müssten sehen, Lahme müssten gehen, Traube müssten hören, Tote müssten aufgeweckt werden. Jesus müsste außergewöhnlich demütig sein. Er zeigt das mal an Bibelfersen, nicht wahr? Die Art seines Todes wird beschrieben in der Bibel. Die Auferstehung wird beschrieben. Die Erfüllung der 70 Wochen aus Daniel 9 spielte eine Rolle. Und dann stellt er die ganz einfache Frage, wenn ihr damals Juden gewesen seid, hättet ihr geglaubt, hättet ihr die Zeichen der Zeit erkannt?
[57:37] Und dann kommt er zu seiner Zeit und sagt, schau her. Matthäus 24,14 sagt, das Evangelium muss gepredigt werden in die ganze Welt. In unserer Zeit ist die Bibel in über 200 Sprachen übersetzt worden. Missionare gehen in fast jedes bekannte Land der Erde. Daniel 12,1 sagt, Michael steht auf. Das heißt, Christus wird sich um sein Volk kümmern. Wir haben in den letzten 20 Jahren die größte Erweckungsbewegung erlebt, die es jemals gab. Daniel 12,4 sagt, dass die Erkenntnis zunehmen wird und das ist buchstäblich hat sich das erfüllt, sowohl geistlich als auch allgemein. Wissenschaft ist auf dem enormen Vormarsch und biblische Prophetie wird besser verstanden als jemals zuvor.
[58:05] Jakobus 5,1-3 spricht von den Anhäufern von Reichtümern und ohne dass er das Wort kannte, wusste er und hat es beschrieben, dass die gesamte Wirtschaft extrem kapitalistisch ist und das alles nur auf Ausbeutung aus ist. In 2. Timotheus 4, Vers 1-4 wird gesehen, es gibt keine gesunde Lehre mehr, die wird nicht mehr ertragen. Und 2. Petrus 3, Vers 3 und 4 spricht von den Spöttern, die sagen werden, wo ist die Zeit seiner Wiederkunft? Das alles erfüllt sich in der Theorie vom Millennium. Es dauert ja noch tausend Jahre, bis Jesus wiederkommt nach landläufiger Theorie.
[58:42] 2. Timotheus 3, Vers 1-7, die schreckliche Gesellschaft am Ende der Zeit, wo Paulus sagt, wisse, dass in den letzten Tagen Spötter kommen werden und so weiter. Dann die Aussage von Paulus, dass die Kirchen dämonische Lehren aufnehmen werden. Alles erfüllt sich in seiner Zahl, die falschen Lehrer von Petrus 2, die Petriger, die den Heiligen Geist verneinen, Judas 4, die Zeichen am Himmel, da haben wir sie ja, Sternenfall und so weiter. Matthäus 24, alles erfüllt. Die Bibelgesellschaft, ein Hinweis auf Matthäus 25, die Sonntagsschulen, die Zerstreuung des Volkes, alle Denominationen sind zersplittert. Die politische Welt ist zerteilt, die 1798 hat sich erfüllt, die 1060 Jahre sind vorbei, nur noch 45 Jahre bleiben bis 1843. Und die Bibel ist verbreitet in der ganzen Welt, die weltliche Macht des Papstes zerstört, der Osmanische Reich, das Osmanische Reich ist kurz
[59:35] vor dem Zerfallen und das Ende wird für wenige Jahre erwartet. Und die Französische Revolution hat das sechste Siegel erfüllt, so meint er. Und die sechste Plage hat sich erfüllt, also wenn sich die sechste Posaune fast erfüllt hat, das sechste Siegel sich erfüllt hat, die sechste Plage sich erfüllt hat, dann kommt man an die Idee, wir leben am Ende der Zeit. Und dann wiederholt er in 1814 nochmal die komplette Berechnung und sagt, schau her, bis zu 2300 Abend und Morgen, dann wird das Heiligtum gerechtfertigt werden. Und als letztes Zeichen gibt er an, in der Bibel heißt es, wenn sie sagen werden, Friede und Sicherheit. Und das erfüllt sich in seiner Zeit. Und so macht Müller den Aufruf.
[1:00:20] Und das, was wir eben gerade angeschaut haben, ist das, was Müller geglaubt hat und das, was jeder seiner Nachfolger gelesen hat und verkündigt hat. Das ist das Fundament. Vieles von dem ist uns heute nicht mehr bekannt, weil wir schon weitergegangen sind. Manches würden wir nicht mehr so sehen. Vieles haben wir vielleicht sogar vergessen. Aber die entscheidenden Punkte sind deutlich: Jesus kommt wieder, das Millennium findet nach der Wiederkunft statt, dann die Auslegung der 1062 Jahre und auch der Grundstock von Daniel 8 und 9. Das sind Fundamente, auf denen alles basiert hat.
[1:00:50] Nächste Woche werden wir zurückgehen in die Geschichte und werden dann das Jahr 1837 betrachten und anschauen, wie ein kleines Ereignis, ein Mädchen und ein kleiner Stein den Kurs der Weltgeschichte geändert haben. Und wenn ihr wissen wollt, was ein Stein alles im Leben eines Menschen verändern kann, dürft ihr dieses Mal nicht fehlen, wenn ihr das betrachten werdet. Und wir haben nichts zu befürchten für die Zukunft, es sei denn, wir vergessen, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Wir haben jetzt eine kurze Pause und werden noch ganz kurz dann in die Offenbarung hineingehen für einige Minuten und dazu laden wir euch herzlich ein in wenigen Minuten. Amen.
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