In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ taucht Christopher Kramp tief in das entscheidende Jahr 1844 ein, ein Jahr, das die Adventgeschichte maßgeblich prägte. Er beleuchtet die Entwicklungen innerhalb der wachsenden Adventbewegung, die Herausforderungen durch Widerstand und interne Debatten sowie die intensiven Vorbereitungen auf die erwartete Wiederkunft Christi. Von der Veröffentlichung neuer Zeitschriften über theologische Diskussionen bis hin zu den großen Predigtkampagnen wird die Dynamik dieser bewegten Zeit lebendig.
Die Zeit des Endes: 42. Countdown in die Ewigkeit (1844 Teil 1)
Christopher Kramp · Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er) ·Themen: AdventgeschichteWeitere Aufnahmen
Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)
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Transkript
[0:00] Zum Seminar "Die Zeit des Endes". Schön, dass ihr da seid. Heute Abend hier live aus Stuttgart Bad Cannstatt. Schön, dass ihr gekommen seid. Schön, dass ihr eingeschaltet habt auf joelmedia.tv.de zu einer ganz besonderen Folge. Wir fangen heute an mit dem Jahr, das Religionsgeschichte geschrieben hat in jeglicher Hinsicht. Und wir werden uns dafür natürlich Zeit nehmen, das ausführlich anzuschauen. Ich glaube, jeder Einzelne, der sich der Adventbewegung zugehörig fühlt, sollte wirklich wissen, auch wenn er vorher nichts weiß und danach, aber was in diesem Jahr passiert ist. Da gibt es einiges zu entdecken. Und wir wollen, bevor wir beginnen, mit einem Gebet starten, wie jeden Abend. Und dazu lade ich dich ein, jetzt mit mir zu beten.
[0:44] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir von ganzem Herzen, dass wir jetzt zu dir kommen können. Wir möchten dich bitten, dass du unsere Herzen reinigst von all dem, was uns vielleicht von dir trennen könnte. Und wir möchten dich bitten, dass du durch deinen Heiligen Geist uns zeigst, was passiert ist in der Vergangenheit, wie du Geschichte geschrieben hast und die Geschichte von Menschen verändert hast. Und wir möchten dich bitten, dass du uns hilfst, dadurch auch unsere eigene Identität, unser eigenes Wesen und unseren Auftrag zu erkennen. Denn wir haben nichts zu befürchten, es sei denn, wir vergessen, wie du uns in der Vergangenheit geführt hast. Und wir bitten dich, dass du uns jetzt heute Abend auch führst. Durch deinen Heiligen Geist im Namen Jesu beten wir dies. Amen.
[1:21] Dort ein sehr bewegendes Zeugnis, wie er von einem als Atheist sich durch Miller bekehrt hat und seit einiger Zeit als Prediger unterwegs ist. Dieser Mann, Samuel Snow, wird für das Jahr 1844 noch von größerer Bedeutung sein. Heims gibt dann einen Vortrag über die Geschichte der Bibel. Einige Gerüchte werden widerlegt. Es gibt wieder ein Abendmahl. Und dann um Mitternacht verliest Bliss die Neujahrsansprache. Der Aufruf für die letzte Zeit, das noch zu tun, was in aller Macht steht, um die Welt weiterhin zu warnen.
[1:55] Viel kann man nicht mehr tun. Einer der Prediger, Thiem Prebble, hier sagt zum Beispiel folgendes: Lieber Bruder Heims, am 3. Januar schreibt er das hier und ist in der Zeitung vielmehr: Als ich dir das letzte Mal schrieb, machte ich Pläne, in den Westen zu gehen. Und eigentlich wollte ich diesen Teil des Landes schon vor einigen Wochen verlassen haben. Aber die Vorsehung Gottes hat es für mich nicht gegeben. Dann erklärt er, dass er jetzt die Gelegenheit hat, in Lowell und Nassau und Manchester zu arbeiten. Und dann sagt er, um dort abwechselnd zu arbeiten, wahrscheinlich bis ich nach Hause gerufen werde. Ein Ereignis, nach dem ich täglich auch schon halte. All die Prediger, die Verkündiger warten täglich in dieser Zeit, dass Jesus wiederkommt.
[2:30] Denn es gibt ja keinen festen, keinen festen Termin, nur diesen Zeitrahmen bis spätestens 21. März. Gleich in der Ausgabe des Science of the Times heißt es: Zu Beginn des vergangenen Jahres hielten wir es für mehr als wahrscheinlich, dass der Herr vor der jetzigen Zeit das wahre Israel versammelt und ihm das verheißene Land gegeben haben würde. Wir warten allerdings noch immer auf das kommende Königreich. Also, wir haben gedacht, wir sind schon zu Hause, aber wir sind immer noch hier auf der Erde.
[3:00] Am Ende ist, sind wir wie eines der atlantischen Dampfschiffe, 15 Tage auf See ohne Land. Es ist deswegen nicht unangebracht, unsere Berechnungen zu untersuchen und unsere wahre Position zu bestimmen. Sind wir noch auf dem richtigen Kurs, fragen sie sich Anfang des Jahres.
[3:26] Dass dort das Werk voranschreitet, die englischen Adventisten, die von Robert Winter und anderen gewonnen worden sind, die unsere adventistischen Freunde uns besuchen, reden wir oft über die Bewegung in Amerika und oft folgt darauf die Klage: Oh, dass jene Männer hierher gekommen wären. Gott hätte schon die Mittel bereitgestellt. Wir haben gesehen, dass sich die Adventisten in Amerika entschieden hatten, niemanden dorthin zu senden, weil die Zeit zu kurz ist und man die Mittel für die amerikanische Mission bereitstellt. Aber die englischen Adventisten sind traurig und sagen, wir hätten so gut einen gebrauchen können. Wir sind längst nicht so weit und intensiv.
[4:03] Einige Zentren in London, hier in der Nähe von Norwich, auch in Liverpool gibt es Leute, die im direkten Kontakt mit den Milleriten in Amerika stehen. Man darf nicht vergessen, dass es hier eine breitere Adventbewegung gegeben hatte, so zu der Wolf und andere gehört haben, das ganze Land verteilt. Derzeit predigen ungefähr 700 Prediger der amerikanischen Kirche, dass Jesus bald wiederkommen wird, ohne genaues Datum. Im generellen Sinne 700 Prediger mindestens in ganz England.
[4:36] Kurz bevor in Norwich die englische Mission begonnen worden war, hat es im November Ende 1843 wieder seltsame Sonnenszeichen gegeben. So sind solche Dinge häufiger zu beobachten. Am 6. Januar kommt Miller, nach einer ausgedehnten Reise im November und Dezember 1843, zurück nach Lowhampton. Er hat erneut in 8 Wochen 85 Vorträge gehalten, auch den Jahreswechsel dort in der Nähe von Rochester. Jetzt ist es Zeit für ein paar Tage aus, vor dem allerletzten Frontalangriff, denn eine große Kampagne kommt noch und die soll die größte von allen werden.
[5:13] So ist es jetzt. Wir sind in London. Er schreibt einen Brief am 8. Januar an Heimster. Es gehört zu den unnatürlichsten und unerklärlichsten Dingen, die ich jemals gehört habe, dass christliche Kirchen diese Lehre und Mitglieder wegen der glückseligen Hoffnung ausschließen. Was sich immer mehr mehrt, schon im September letzten Jahres. Immer mehr mehren sich die Berichte, dass Adventisten aus ihren Kirchen ausgeschlossen werden.
[5:48] Ich weiß, einige der baptistischen Kirchen sagen, dass sie nicht wegen ihrem Glauben ausschließen, sondern weil sie mit den Abendmahlsgemeinschaft hatten. Also nicht um den Glauben geht. Warum werde ich dann von ihren Kanzeln ausgeschlossen, der ich nie außerhalb der baptistischen Kirche ausgeschlossen habe? Das ist eine Ausrede. Aber das können die Methodisten und Presbyter nicht behaupten, denn sie glauben auf ein Abendmahl. Ich habe gehört, einige werden ausgeschlossen, weil sie Wiederkunftsmelodien gesungen haben. Andere wegen Geisteskrankheit. Oh Gott, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.
[6:27] Miller hatte niemals eine neue Kirche gründen wollen. Aber man hat fast den Eindruck, die Adventisten wären dazu gedrängt, weil die etablierten Kirchen den Adventglauben ausschließen wollen. Und dann sagt er, ich habe Bruder Harleys Artikel gelesen und meiner Meinung nach verfinstert er den Ratschluss und macht nichts klar. Worum geht es da? Ein Bruder mit Namen Silas Hawley hat ein bisschen weiter studiert und einige Artikel in den Science of the Times niedergeschrieben, in denen er behauptet, dass die 2300 Jahre vielleicht doch bis 1847 gehen.
[7:00] Wie oft ist er darauf gekommen? Schauen wir uns das ganz kurz an. Im Jahreswechsel 1843, 1844 entwickelt sich diese Diskussion um Daniel 9. Miller und alle anderen hatten zuvor gesagt, dass Jesus in der Mitte der Woche gekreuzigt worden ist. Das ist keine mathematische Mitte, das ist einfach nur so innerhalb der Mitte. Die Kreuzigung war im Jahre 1933, weil das sagen uns unsere Bibelanmerkungen, haben wir letztes Mal schon deutlich erklärt. 1843 ist das Ende.
[7:36] Daniel 9 entdeckt im hebräischen Urtext, dass Mitte der Woche tatsächlich eine mathematische Mitte ist. 3,5 Jahre vorher, 3,5 Jahre danach, Mitte der Woche. Aber er bleibt bei dem Kreuzigungsdatum 1933 wegen den vielen astronomischen Experten. Und sagt, dann kann ja nicht 1843 die 2300 Abend zu Ende gehen. Wenn 1933 erst die Mitte der Woche ist, dann geht die ja bis 1836 oder 1837. Und dann enden die 2300 erst 1847. Er fängt an, dann alle prophetischen Daten zu verschieben, sogar den Fall des Papsttums von 1798 auf 1801, damit das wieder passend gemacht wird.
[8:15] Und jetzt gerät das Ganze ins Wanken. Aber Leute wie Bliss und Storrs denken noch ein bisschen weiter und stellen fest, es könnte sein, dass das wirklich die mathematische Mitte ist. Aber es könnte auch sein, dass dieses Kreuzigungsdatum falsch ist. Und wenn man nicht den Rabbinern folgt, sondern den karäischen Juden, dann wäre die Kreuzigung ja 3031. Weil das Datum 1843 unabhängig ist vom Kreuzigungsdatum. Egal, ob es genau in der Mitte der Woche ist oder irgendwo dazwischen. Die 70 Wochen bleiben so, wie sie sind. Und diese Diskussion entfaltet sich jetzt in den Zeitschriften. Sehr, sehr interessant. Aber es könnte auch sein, dass Storrs, Heims und Lipsch erst mal dabei bleiben, obwohl das bereits schon dargestellt wird.
[9:06] Das geht ein bisschen auseinander für einige Wochen. George Storrs versucht, das Ganze zu erklären. Er sagt, Lukas sagt uns in Kapitel 3, Vers 23, dass Jesus getauft wurde, als er etwa 30 Jahre alt war. Wenn dies der Fall ist, muss sein Dienst im Jahre 26 oder 27 begonnen haben. In diesem Fall würde die Woche 33 oder 34 sein. Mittlerweile 26 oder 27, 30 oder 31. Dieses Jahr 0, das schiebt sich jetzt rein. Man versteht, es müsste mehr 34 sein, es müsste mehr 27 sein. Und es verschiebt man langsam die Daten auf den eigentlichen Punkt.
[9:43] Weiterhin beschäftigt die Adventisten immer mehr dieses Thema der 2. Engelsbotschaft. Das Herauskommen. Hier zum Beispiel ein Artikel von F.G. Brown. Der hatte nur wenige Wochen gesagt: Bleib drinnen. Der Fitch ist wahrscheinlich zu voreilig mit seinem "Kommt raus aus Babylon". Und nur einige Wochen später schreibt er jetzt am 10. Januar: Warum sollten wir wünschen, eine Einheit aufrechtzuerhalten, die ohnehin nur nominell ist? Wir sind de facto von diesen Kirchen exkommuniziert. Ihre Herzen, ihre Kanzeln und alles, was Einheit bedeuten würde, sind verschlossen. Sie haben weder Liebe noch Interesse für uns. Warum sollten wir danach trachten, unsere Verbindung aufrechtzuerhalten?
[10:29] Das ist sehr interessant, wieso Schritt für Schritt diese Überzeugung reift über Wochen und Monate. Eigentlich haben wir in diesen Kirchen nichts mehr zu suchen. 2. Engelsbotschaft: Gefallen, gefallen ist Babylon. Und dann, das ist ein Bild von Samuel Snow. Er wird dann im Januar zum Predigtdienst ordiniert und er wird dann ganz schnell einer der wichtigsten Redner auch in dieser Bewegung. Samuel Snow. Nicht vergessen diesen Namen.
[11:03] Hier haben wir eine Grafik. 1840, 1841, 1842, 1843. Das sind die Zeitungen, die es gab. 1840, 1800 Times. Diese gewaltige Entwicklung. Nur einer der wichtigsten: Heims, Blitz, Litsch und Hale. Midnight Cry. In Cleveland hat Fitch die Wiederkunft Christi. In Albany hat Storrs die Zeitschrift Bible Examiner, der die Bibel untersucht. Litsch unterhält in Philadelphia den Philadelphia Alarm. Hutchinson in Montreal, Kanada. Und in Cincinnati in Ohio haben Heims, Storrs und Jacobs den Western Midnight Cry.
[11:48] Und warum ich das gerade sage, 17. Januar wird berichtet, dass ein anderer, der Joseph Marsh, ein sehr, sehr, sehr begabter Editor, der lange eine andere berühmte christliche Zeitschrift editiert hat, jetzt Millerit geworden ist. Und sagt: Was soll das? Hey, ich gründe eine Zeitschrift. Und er gründet in Albany The Voice of Truth. Und weil er so ein brillanter, guter Editor und Redakteur ist, wird diese Zeitschrift bald eine der wichtigsten überhaupt, neben den Signs und dem Midnight Cry.
[12:24] Hier haben wir einen kurzen Blick, wo die Zeitschriften alle sind. Im ganzen Land, zumindest im Norden der USA verteilt. Wir hatten letztes Mal gesagt, Heims hatte angekündigt, eine Million Traktate drucken zu wollen. Und das wird im Januar jetzt angegangen. 18 Nummern kommen raus. Ich lese nicht alle vor. Aber ihr seht, es geht hier um Prophetie, um Zeit, um das kleine Horn, Daniel 7 und Daniel 8, das Kommen Jesu, die Wiederkunft, der große Tag, die Hoffnung der Kinder Gottes. Das sind diese ganz kleinen Traktate, zwei Seiten nur, so billig wie nur möglich, Kostenzentbeträge, dass man sie in rauen Mengen im ganzen Land verteilen kann. Die letzten Tage, die Liebe der Erscheinung Christi und so weiter. Nebukadnezars Traum, Daniels Traum, Daniels Vision. Kurzbündig.
[13:13] Wenn man etwas lernen kann von den Adventisten der damaligen Zeit. Sie haben es verstanden, so viel Wahrheit, so kompakt wie möglich, so breit wie möglich zu streuen. Damit haben sie diese Bewegung so explodieren lassen. Es gibt sogar im Januar die erste Bemühung Richtung Organisation. Zumindest in New York City formieren die Adventisten dort eine staatlich anerkannte Organisation. Keine Kirche, ganz ausdrücklich keine Denomination, aber eine Gruppe, die vom Staat anerkannt ist, um sich sozusagen treffen zu können, um auch bestimmte rechtliche Vorteile zu haben. Das ist der allererste zackhafte Schritt Richtung: Wir sind eine eigene Gruppe.
[13:56] Am 21. Januar kommt Bruder Hutchinson von Kanada nach Boston. Er berichtet dort über das Werk in Kanada, wie es sich ausbreitet. Er möchte eigentlich nach Europa gehen. Obwohl niemand nach Europa gesandt werden soll, hat er so ein Herz für Europa, weil er aus Europa kommt. Er möchte dort in Boston ein Schiff bekommen, um dann nach Europa zu reisen, für die wenigen letzten Wochen, die noch übrig bleiben.
[14:24] Die Zeitschriften sind voller Gedichte. Das an sich wäre ein eigenes Seminar wert, die ganzen Gedichte anzuschauen, aber wir haben keine Zeit. Nur ein Beispiel. Wir warten als Volk mit ängstlichen Augen, um das Zeichen zu sehen, wenn Jesus im östlichen Himmel erscheint. Es ist das jüdische Jahr 1843, das in 1844 hineinragt, zu segnen.
[15:00] Am 24. Januar gibt es ein kleines Adventsgeschichts-Seminar in der Zeitung. Es ist interessant, wie die Adventisten damals ihre Geschichte rückblickend betrachtet haben. Das sind die Höhepunkte, die sie sehen. 1831 hat Miller angefangen zu wirken, 1836 hat er sein Buch herausgegeben, 1840 haben wir alles ausführlich angeschaut, dann die Entstehung der verschiedenen Zeitungen, die Camp-Meetings 1842, und jetzt diese große Entwicklung, die es gibt. Das waren die Höhepunkte, die sie selbst betrachtet haben.
[15:36] Etwas, was verstärkt an Aufmerksamkeit gewinnt, ist diese Zahl, die 2520. Während sie lange Zeit vor allem Millers persönliche Überzeugung war, da geht es um diese sieben Zeiten in 3. Mose 26, was im Englischen "seven times" heißt. Viele haben darauf hingewiesen und gesagt, im Urtext steht da gar nicht Zeiten, es ist keine Zeitprophezeiung. Aber weil es so gut passt mit den anderen Prophezeiungen, geben immer mehr Milleriten dieser Prophezeiung das Siegel einer echten Prophezeiung und verteidigen das auch gegen Angriffe. So finden wir immer mehr Artikel über diese Zahl in den Zeitungen.
[16:16] Dann etwas Trauriges. Hutchinson, der nach Europa reisen will, verpasst im Hafen von Boston das Schiff um einige Stunden. Und damals fährt halt nicht alle paar Stunden das Schiff nach Europa. Und das nächste würde erst dann wieder fahren, wenn es sich nicht mehr lohnt. Und so bleibt er halt in Amerika. Die Engländer haben es wirklich schlecht gehabt. Keiner hat sich so richtig um sie kümmern können. Und so entscheidet er sich, okay, dann gehe ich wieder zurück nach Kanada und verbringe die letzten Wochen dort.
[16:52] Noch einen treibt es um sich, und das ist der hier: Joseph Bates. Wir haben in den letzten Wochen wenig von ihm gehört. Er war immer mit dabei, er hat zwar nicht gepredigt, aber er war als Organisator dabei bei den Generalkonferenzen, er hat sich ums Geld gekümmert, um Komitees, er war ein Organisationstalent. Ganz, ganz, ganz beklemmendes Gefühl. Wenn die Welt sowieso in wenigen Wochen aufgelöst wird, was bin ich hier zu Hause? Müsste ich da nicht etwas ganz anderes tun? Und obwohl er keine Erfahrung daran hat, trifft er eine radikale Entscheidung, die so radikal ist, dass sie selbst für die Adventisten noch relativ ungewöhnlich ist.
[17:31] Er hatte früher den Alkohol aufgegeben, dann hat er den Nikotin aufgegeben, später das Fleisch, aber jetzt gibt er alles auf. Er entscheidet sich im Januar 1844, alles zu verkaufen, was er hat, allen Besitz. Das Geld, was er hat, steckt er alles in die Mission, er investiert alles in die Adventmission. Aber nicht nur das, er investiert sich selbst. Er entscheidet sich und sagt: Hey, ich gehe in den Süden, dort in die Sklavenstaaten und predige mal da ein bisschen über die Wiederkunft. Vielleicht kann ich einige Sklaven gewinnen. Er war ja so ein großer Freund der Farbigen. Und so überlegt er sich, er fragt noch einen Bruder, ob er ihn begleiten möchte und so machen sie Pläne.
[18:16] Letzte Woche haben wir gesehen, dass Ende 1843 Charles Fitch einen kleinen Sohn verloren hat. Im Januar kommt raus, dass er wenige Wochen später einen zweiten Sohn verloren hat. Innerhalb von einem Monat zwei Kinder verloren. Und es ist ein Wunder, dass Charles Fitch sich intensiv Gedanken macht über den Tod. Er kennt natürlich Storrs und er weiß auch, was Storrs bisher fast alleine seit Monaten über den Zustand der Toten versucht zu predigen und zu verteilen. Und er studiert das Thema intensiv. Lange kämpft mit sich, bis er am 25. Januar folgenden Brief schreibt.
[19:01] Und das ist wie eine Schleuse, die sich öffnet. Cleveland, Ohio, 25. Januar. Lieber Bruder Storrs, nachdem du lange die Kämpfe des Herrn alleine gekämpft hast in Bezug auf das Thema vom Zustand der Toten und dem endgültigen Schicksal der Gottlosen, schreibe ich dies dir, um zu sagen, dass ich schließlich nach viel Nachdenken und Gebet und einer tiefen Überzeugung meiner Pflicht Gott gegenüber bereit bin, meinen Standpunkt an deiner Seite einzunehmen. Januar 1844.
[19:34] Charles Fitch stellt sich neben Storrs und sagt: Die Toten sind tot. Und Charles Fitch ist nicht irgendjemand. Charles Fitch ist einer der bekanntesten, vor allem einer der beliebtesten Prediger der ganzen Adventbewegung. Und sein Wort hat natürlich auch gewaltiges Gewicht. Und während in der Basis dieses Thema schon lange diskutiert wird, ist das wie eine Flutwelle, die sich jetzt langsam auf die Adventisten reinlässt.
[20:01] Das hat übrigens auch Ellen Harmon zu spüren bekommen. 16-jährig berichtet sie von folgendem: Eines Tages hörte ich eine Unterredung zwischen meiner Mutter und einer Schwester in Bezug auf eine Predigt, die sie kürzlich gehört hatten, in welcher gesagt worden war, dass die Seele keine natürliche Unsterblichkeit habe. Einige der Beweistexte des Predigers wurden wiederholt. Und denselben machten, wie ich mich erinnere, diesen starken Eindruck auf mich.
[20:32] Welche Seele sündigt, die soll sterben. Die Lebendigen wissen nicht, dass sie sterben werden, die Toten aber wissen nichts. Damals war das für die Leute eine Offenbarung. Welche wird zeigen zu seiner Zeit, der König aller Könige und Herr aller Herren, der allein Unsterblichkeit hat, Ehre und Preis und unvergängliches Wesen. Denen, die mit Geduld und guten Werken trachten nach dem ewigen Leben.
[21:02] Warum, sagte meine Mutter, nachdem sie die vorstehenden Bibelstellen angeführt hatte, sollten sie nach etwas trachten, was sie schon haben? Warum nach ewigem Leben trachten, wenn man es schon hat? Ich lauschte diesen neuen Ideen mit Regen und was? Schmerzlichem Interesse. Als ich mit meiner Mutter allein war, fragte ich, ob sie wirklich glaube, dass die Seele nicht unsterblich sei. Ihre Antwort war, dass sie fürchte, wir seien betreffend dieser Frage sowohl wie in Bezug auf etliche andere Fragen im Irrtum gewesen.
[21:38] Aber Mutter, sagte ich, glaubst du wirklich, dass der Christ bei seinem Tod nicht sofort in den Himmel, noch der Sünder in die Hölle geht? Sie antwortete: Die Bibel bringt uns kein Beweis dafür, dass es eine ewig brennende Hölle gibt. Wenn es einen solchen Weg gäbe, so würde es in diesem Heiligen Buche gesagt worden sein. Aber Mutter, rief ich in Überraschung aus, das ist eine ganz befremdliche Sprache von dir. Wenn du diese befremdliche Theorie glaubst, dann wird es dich ja keiner mehr bekehren, wenn es keine ewig brennende Hölle gibt.
[22:14] Aber ihre Mutter war weise und geistlich genug, um zu sagen: Wenn dies gesunde Bibelwahrheit ist, so wird es, anstatt das Heil von Sündern zu verhindern, das Mittel sein, sie für Christus zu gewinnen. Wenn die liebe Gott, die Liebe Gottes, die Liebe Gottes, die Liebe Gottes, das Mittel sein, sie für Christus zu gewinnen. Und wenn die Liebe Gottes den Empörern nicht veranlasst, sich zu übergeben, so werden die Schrecken einer ewigen Hölle sie nicht zur Buße treiben. Dann scheint es nicht die richtige Weise zu sein, Seelen für Jesus zu gewinnen, indem man an eine der niedrigsten Gemütszustände, nämlich an gemeine Furcht appelliert. Die Liebe Jesu zieht an, sie wird das härteste Herz überwinden.
[23:02] Und dann kommt die große Kampagne. Miller macht sich auf, zunächst einmal nach Boston, in die Hauptstadt des Adventismus, um dort zu einer der letzten großen Konferenzen zusammenzukommen. Dort predigt er ab dem 28. Januar. Das Tabernakel ist so befüllt, man sagt, es herrscht ein Wunder. Und dann kommt die große Kampagne. Miller macht sich auf, zunächst einmal nach Boston, in die Hauptstadt des Adventismus. Und dann kommt die große Kampagne. Das Tabernakel ist so befüllt, man sagt, es hätte zweimal bis zum Rand gefüllt werden können. Hunderte müssen zurückgeschickt werden, wenn nicht Tausende.
[23:44] Am 28. geht es los. Miller predigt über Wachsamkeit. Er predigt über Prediger 8, Vers 5 und 6. Da geht es darum, dass der Weise um Zeit und Gericht weiß. Im Tabernakel Miller predigt über Daniel 2. Es ist interessant zu sehen, was die Themen, über die er predigt, wo er das letzte Mal, so glauben alle, in Boston ist. Während andere am Vormittag und am Nachmittag Ansprachen halten, predigt er abends nochmal über Daniel 8. Das sind die Themen Daniel 2, Daniel 8. Am 31. predigt er über Daniel 11.
[24:17] Die Science of the Times veröffentlichen einen Aufruf von Miller am 31. Januar. Die Zeit rollt auf ihrem unaufhaltsamen Kurs weiter. Wir haben passiert, was die Welt die letzten Momente von 1843 nennt. Und schon beginnen sie ihr Siegesgeschrei über uns. Beginnt dein Herz zu sagen: Bist du soweit, die glückselige Hoffnung an die herrliche Erscheinung von Jesus Christus aufzugeben? Oder wartest du darauf, obwohl es sich zu verzögern scheint? Lasst mich euch sagen, in der Sprache des gesegneten Buches Gottes: Wenn es sich auch verzögert, warte darauf, es wird sicher kommen und sich nicht verzögern.
[24:53] Welcher Vers ist das? Das ist ein Vers, den wir jetzt noch oft hören werden, vor allem nächste Woche. Das ist Habakuk 2, Vers 3. In Habakuk, da ging es ja zunächst darum, dass die Vision aufgeschrieben werden sollte, deutlich gemacht werden wollte. Eine Prophezeiung auf diese ganzen Charts. Und dann im nächsten Vers heißt es: Wenn es sich auch verzögert, warte darauf. Einige fangen an zu sehen, es könnte sein, dass es so eine Verzögerung gibt, dass diese bestimmte Zeit nicht dann eintritt, wenn man glaubt, dass sie eintreten sollte.
[25:26] Naja, er sagt: Ich rufe den Himmel und euch, meine Geschwister, als Zeugen auf, dass ich euch niemals etwas gelehrt habe, was euch dazu gebracht hätte, irgendeinen Teil des Wortes Gottes wegzuwerfen. Ich habe niemals vorgegeben, etwas anderes zu predigen als die Bibel. Ich habe Fanatismus in keiner Form geduldet. Ich habe keine Träume oder Visionen benutzt, außer denen im Wort Gottes. Ich habe niemandem geraten, sich von den Kirchen, zu denen sie gehörten, zu trennen, es sei denn, ihre Brüder werfen sich hinaus oder verwehren ihnen religiöse Privilegien. Ich habe euch keine Menschensatzung gelehrt, noch das Bekenntnis einer bestimmten Denomination. Ich habe niemals beabsichtigt, eine neue Denomination zu gründen. Ich habe keinem Menschen Unrecht getan, noch habe ich Ehre oder Geld gesucht.
[26:11] Ich habe 500 Vorträge zu mindestens 500.000 verschiedenen Menschen, eine halbe Million, in etwa zwölf Jahren gepredigt. Ich habe meine körperliche Verfassung ruiniert und meine Gesundheit verloren. Wofür? Dass ich, wenn möglich, einige retten könne. Und er sagt hier, kurz vor der Ziellinie: Das, was ich gemacht habe, wenn ich mich geirrt habe, habe ich mich geirrt, ich würde es noch mal tun. Er hat das später immer wieder gesagt: Wenn ich es heute noch mal tun sollte, ich würde es wieder genauso tun.
[26:47] Währenddessen berichten die Zeitungen immer mehr von Widerstand, Opposition in the Methodist Episcopal Church. Hier der Widerstand der Methodistischen Kirche gegen die Milleriten. Dann entscheiden sich Himes und Co., die Hauptzeitschrift, die in Boston erscheint, die Science of the Times umzubenennen. Mit folgender Begründung: Mit der Wiederkunft des Herrn vor der Tür sind wir freudige Boten seines Nahens. Da diese Zeitschrift tatsächlich der erste Bote der Adventbewegung, wie sie von Mr. Miller und seinen Freunden verkündigt wird, war, werden wir ab jetzt den angemessenen Titel The Advent Herald and Science of the Times verwenden, also der Adventbote.
[27:29] Vielleicht ist jemand noch alt genug, dass er weiß, ich weiß es von meinem Opa noch, aber ein andermal dazu mehr. Der Adventbote, Advent Herald. Unsere Zeit endet mit dem jüdischen Jahr. Wir sind von der Korrektheit dieser Berechnung überzeugt und warten auf das Ereignis. Alle unsere Arrangements sind darauf abgestimmt. Wir versichern allen, sollte die bestimmte Zeitperiode vorüber gehen, werden wir unser Werk mit verdoppelter Energie weiterführen, weil die Zeitperiode nicht mehr herkommen wird.
[28:02] Währenddessen läuft die Konferenz in Boston weiter. Miller predigt weiter über Daniel 11, Daniel 12. Er predigt auch immer noch über die 666, die seiner Meinung nach eine Zeitprophezeiung sind, obwohl das niemand anderes sonst glaubt. Und er weiß auch, dass alle anderen Heims, Litsch, Fitsch usw. das nicht so sehen, aber er predigt es trotzdem. Auch das zeigt, dass in bestimmten Details diese Bewegung und einiges sind jetzt wieder mehr überzeugter davon von den Zuhörern, als sie das hören, obwohl natürlich 666 keine Zeitprophezeiung ist. Er predigt über Offenbarung 11 und über die Typologie des Sabbatels, die drei letzten Posaunen usw.
[28:42] Und dann geht es weiter nach New York. Eine Großstadt nach der anderen soll jetzt noch mal abgeklappert werden. Das ist am 6. Februar kommen sie an. Sie gehen zunächst ins Frankfurt. Das ist aber zu klein. Und so muss man schon einen Tag später, am 8. oder 9. Februar, in das Broadway-Theater ausweichen. 5.000 Leute passen rein. Und viel mehr hätten reingekonnt, wenn es möglich gewesen wäre. Eine Konferenz dort empfiehlt allen Adventisten, sich von den Kirchen zurückzuziehen, wenn sie verfolgt werden. Aber hier bleibt es nur wenige Tage. Es geht weiter nach Philadelphia. Nächste Großstadt.
[29:26] Und dort predigt er eine Woche lang im chinesischen Museum, wieder völlig überfüllt. Jetzt, wo die Zeit herannahmt, wird es auch in der Bevölkerung unruhig. Und dort in Philadelphia trifft Miller auch auf Joseph Bates, der sich ebenfalls Richtung Süden bewegt hat, um jetzt seine eigene kleine Missionsreise zu machen. Z.B. hier zunächst mal auf die Insel Kent Island. Da ist noch keiner gewesen von den Milleriten. Und da sagt er sich, dort geht er hin. Auf dieser Insel findet er eine Taverne. Er mietet die Taverne und predigt dort 5 Abende lang zu den Leuten, die dort leben.
[30:03] Eines Tages sagt jemand zu ihm: Pass mal auf, da hat sich ein Mob formiert, geh lieber nicht hin. Die werden dich schlagen. Und Bates antwortet: Ich sagte dann zu ihm, sie müssen nicht glauben, dass wir 600 Meilen durch Eis und Schnee ohne vorher zu sitzen und die Kosten berechnet zu haben. Und nun, wenn der Herr keine Aufgabe mehr für uns hat, könnten wir genauso gut auf dem Grund der Chesapeake Bay liegen, bis der Herr kommt, aber wenn er noch ein Werk für uns hat, dann können sie uns nicht anrühren. Bates war ein Mann gerader Worte.
[30:36] Das können wir springen, das gleiche Gedanke wie vorher auch. Und hier interessanterweise, 15. Februar, Midnight Cry berichtet davon, wie Bruder Hutchinson aus Kanada viel Literatur nach Europa verschickt hat, weil dort nämlich das keine Postgebühr kostet in Kanada. Er hat sie nach Kanada, Nova Scotia, New Brunswick, Neufundland, das ist also alles heute in Kanada, England, Irland, Schottland, Wales, Frankreich, Deutschland, Konstantinopel, Rom usw. gesandt. Wenn ich irgendwann mal viel Zeit habe, dann mache ich mich auf der Suche in irgendwelchen Archiven, ob ich diese Traktate noch finde. Irgendjemand wird dadurch in den Himmel gekommen sein. Diese Traktate, das waren Traktate von Litsch auf Deutsch, die hier nach Deutschland versandt worden sind.
[31:28] Storrs veröffentlicht dann einen Artikel in derselben Ausgabe und sagt: Jeder Versuch, sich zu organisieren, macht uns zu Babylon. Daher kommt diese Idee, die dann noch lange Zeit nachhalten wird, dass Organisation und Babylon dasselbe sind. Miller geht weiter nach Baltimore und auch dort hält er Vorträge. Heims hält auch einen Vortrag dort. Viele Farbige nehmen dort auch das Evangelium an.
[31:55] Einer der größten evangelikalen Prediger seiner Zeit macht folgende traurige Aussage. Charles Finney, kein Millerit, aber er sagt im Februar 1844: Wir haben die Tatsache vor Augen gehabt, dass im Allgemeinen die protestantischen Kirchen dieses Landes fast allen moralischen Reformen apathisch oder feindlich gegenüberstanden. Es gibt stellenweise Ausnahmen, aber nicht genug, dass nicht von einer allgemeinen Beobachtung gesprochen werden könnte. Wir haben noch eine Tatsache, die fast vollständige Abwesenheit von Erweckungseinfluss in den Kirchen. Die geistliche Apathie ist fast alldurchdringend und schrecklich tief.
[32:32] So bezeugt es die religiöse Presse im ganzen Land. Er ist einer der Ersten, die 1844 feststellen, dass in diesem Jahr der geistliche Zustand der Kirchen auf einem Tief, wie noch nie zuvor gewesen ist.
[32:53] Bates geht weiter nach Centerville, wo er auch Vorträge hält und von einem Richter zitiert wird und gesagt wird: Du bist doch ein Sklavereigegner. Wir sind hier ein Sklavenstaat. Ich habe gehört, du bist gekommen, um uns die Sklaven wegzunehmen und die Sklaven mitzunehmen. Und Bates sagt: Das stimmt. Und euch Weißen nehmen wir auch gleich noch mit. Denn wir befreien Sklaven für das Himmelreich. Und wir wollen sowohl die Schwarzen als auch die Weißen. Also der Mann war straight. Alleine. Das erzähle ich später.
[33:35] Und dann erreichen Miller und Co. das eigentliche Ziel der Kampagne. New York und Philadelphia, Baltimore waren nur die Zwischenstationen auf dem eigentlichen Ziel, eine Stadt zu erreichen, die bis vorher nur sporadisch erreicht worden ist, nämlich Washington, D.C. Das ist der Hauptstadtdorf, wo die Politiker sind. Und es sind diese drei, die Helden der ersten Stunde: Heims, Litsch und Miller, die alle drei dort sind. Miller hält 19 Vorträge. Litsch und Heims zusammen 15, macht 34 Vorträge auf diese Kampagne, um mit geballter Faust dort etwas zu bewirken.
[34:14] Zunächst sind sie in einer kleineren Vortragshalle, müssen aber bald wegen enormen Andrang ausweichen. Ab dem 20. Februar geht das dort los. Währenddessen ist Bates auf seiner persönlichen Reise unterwegs. Dann nach Chestertown. Ich glaube doch, es ist dort gewesen, wo jemand im Publikum aufsteht und sagt: Bates, wenn du weiter so machst, dann werden wir Folgendes machen: Wir setzen dich auf einen Zug obendrauf und lassen dich darauf reiten, quasi als Strafwehr. Und dann sagt Bates ganz trocken: Das Einzige, was ich dann bräuchte, wäre ein Sattel.
[34:51] Die Leute sind so geschockt, dass sie sagen: Das haben die Milleriten gesagt. Stell dich mal vor, was das für Männer sind. Da haben wir den neuen Titel, der Adventbote. Behold, the bridegroom cometh, go ye out to meet him. Siehe, der Bräutigam kommt, geht aus ihm entgegen. Nur noch wenige Wochen.
[35:15] Hier haben wir einen Bericht von Levi Stockman. Er ist ein Prediger, der in Portland, damals auch die Ellen Harmon betreut hat, dieses Gespräch mit ihr gehabt hat. Es heißt über ihn: Bruder Stockmans Gesundheit ist schlecht. Ellen Harmon berichtet über jene Zeit: Ungeachtet des Widerstandes von Prediger und Gemeinden, war der Beethoven-Saal in der Stadt Portland allabendlich gedrängt voll, jeden Abend. Besonders waren sonntags große Versammlungen, da war es schwierig, für sich selbst die Lehre vom 2. Kommen zu hören. Viele kamen und gingen, da sie keinen Stehraum fanden. Er enttäuscht, fort.
[35:54] Die bei diesen Versammlungen befolgte Ordnung war einfach. Gewöhnlich wurde eine kurze, passende Predigt gehalten. Dann wurde Freiheit zu allgemeiner Ermahnung gegeben. In der Regel herrschte so vollkommene Stille, bis sie bei einer so großen Menge möglich war. Hier sehen wir, was die Science of the Times berichten, dass nach der Zeit noch alles passieren soll. Das Königreich, das Allerheiligste, wird sich dann öffnen. Christus wird herauskommen. Christus wird in die Luft kommen. Die Kirche wird gesammelt werden. Stille im Himmel. Das Heiligtum wird gereinigt, wiederhergestellt. Die Plagen werden noch fallen. Die Wiederkunft ist nicht das letzte Ereignis der Prophetie, sondern das, was wir heute vor der Wiederkunft sehen würden. Das war keine Zeit mehr für irgendwelche Plagen.
[36:45] Weiterhin wird diskutiert über diese Frage, ob die verschiedenen Kalender des jüdischen Jahres von April bis April oder von März bis März sind. Während Miller glaubt, dass es von 21. März bis 21. März ist, gibt es andere, die sagen, es könnte auch von April bis April sein. Unter ihnen natürlich Sylvester Bliss, der ziemlich fortschrittlich mit der Kreuzigung gerechnet hat.
[37:09] Und Fitch schreibt dann folgendes: Liebe Brüder von Midnight Cry, unser lieber Bruder Storrs, Fitch und Storrs waren in dieser Zeit eng zusammen, sagt, dass das Haupt der Gemeinde bestimmt hat, also Christus, dass wir aus Babylon herauskommen sollen und nicht darauf warten, von Babylon herausgeworfen zu werden. Miller und Himes hatten die Vorstellung, dass wir aus Babylon herauskommen sollen. Storrs sagt, es geht hinaus, auch wenn wir nicht hinausgeworfen werden. Fitch sagt, er hat recht, ich glaube, er hat recht und ich habe mich deswegen entschieden, ohne Druck, ohne Verfolgung, herauszukommen.
[37:51] Nun möchte ich der Welt sagen, dass ich mich ab jetzt als frei und unabhängig von allen Kirchen und Denominationen bedachte. Am 26. Februar werden die Versammlungen in Washington in das Apollo Theater verlegt, was fast direkt am Weißen Haus liegt. Jetzt predigt Miller und Himes wirklich im Zentrum der politischen Aktivität. Es ist momentan gerade Wahlkampf dort und es ist eine riesige Aufregung. Viele Leute kommen auch aus den höheren Regierungskreisen. Es gibt so eine große Nachfrage, dass Himes tausende Publikationen verbreiten kann und selbst das ist nicht genug.
[38:34] Na ja, Bates geht weiter. Auf dieser Insel hat er sich so einige Orte rausgesucht, kleine Orte, die zum Teil nur wenige Einwohner haben, aber wo er die Botschaft hinbringt. Das überspringen wir. Was passiert ist, am 28. Februar gibt es ein Unglück in Washington, auf dem Fluss explodiert eine Kanone auf einem Kriegsschiff und zwei hohe Regierungsbeamte sterben dabei. Das gibt interessanterweise den Vorträgen von Miller noch mehr Schub. Noch mehr Leute fragen sich, ist das vielleicht ein Zeichen der Zeit?
[39:16] Sie bekommen dringende Aufrufe aus Alabama, aus Georgia, aus South Carolina, aus dem Süden, aber sie haben keine Zeit. Es ist zu spät. Sie schreiben hier noch: Dieser Ort wird durchgerüttelt. Die normalen Menschen, die hören, gehen zurück von unserer Auslegung des gesegneten Buches Gottes überzeugt und wir haben Fürsprecher an allen öffentlichen Stellen, sogar in den Justizhallen und einige in den gesetzgebenden Gremien. Da gab es Politiker, die waren auf Millers Seite.
[39:50] Beetz vervollständigt seine Runde und dann geht es zurück. Miller erreicht einen Brief von einem berühmten Professor, Professor Bush. Er ist Professor für Hebräisch und Orientalische Literatur und schaut mal, was er sagt. Während fraglos gut informierte Prophetiestudenten zugeben werden, dass ihre Berechnung der Zeit mit obiger Ausnahme von den sieben Zeiten nicht falsch ist, werden sie doch daran festhalten, dass sie die Natur der Ereignisse völlig missverstanden haben. Herr Miller, 1844, wunderbar. 1849, kein Problem. Aber was sie dort erwarten, das Ereignis, das ist falsch.
[40:31] Sie haben angenommen, dass das Ende der 2900 Jahre auch das Ende der menschlichen Gnadenzeit, die Epoche der persönlichen und sichtbaren Wiederkunft Christi und der Auferstehung der gerechten Toten ist. Miller hat das nur angenommen. Er hat keinen Grund dafür. Aber dann sagt der Mann: Das große Ereignis vor uns ist nicht physische Zerstörung, sondern moralische Erneuerung. Die Welt wird besser. Hat er damit recht? Warum hat Miller wohl das abgelehnt? Weil das falsch ist. Und das ist ein Trick des Teufels. Nimm ein wahres Statement, was die Person hören müsste, nimm ein falsches Statement, das so offensichtlich falsch ist, verbinde beide und derjenige, der es hören müsste, wird beides ablehnen.
[41:10] Warum hat Miller sich das nicht weiter angehört? Weil das so miteinander verknüpft schien, dass wenn er das annimmt, er auch das annehmen müsste. Und da das offensichtlich falsch ist, muss ja das auch falsch sein, oder? Es passiert ganz oft, dass wir das auch so was machen. Im Adventherald wird gesagt: Alles hat sich erfüllt. Daniel 2, 7, 8, 11, 24, bis auf den letzten Teil, bis auf den Stein, bis auf das Gericht, bis auf Daniel 8, Vers 14, bis auf Daniel 12, bis auf die Wiederkunft hat sich alles erfüllt. Jesus muss doch wiederkommen.
[41:40] Noch mal als Erinnerung die 5 prophetischen Karten, die 6000 Jahre nach der Chronologie, die 2. und 25 Jahre aus 3. Mose 26, wie sie hergeleitet haben, dann die Jubeljahre, das ist die allerwenigste verbreitete, nur Miller und einige wenige halten daran fest, das ist der Kern und die beiden, das sind die, die am meisten verteidigt und besprochen, gepredigt werden.
[42:07] Miller kehrt zurück nach Hause. Nachdem er vorher noch in Baltimore, im ägyptischen Salun und sonst wo Predigten gehalten haben, kommt er jetzt am 14. März zurück. Er sagt, ich habe tausende Vorträge gehalten und jetzt beendet er sein Textbuch. Wartet zu Hause auf die Wiederkunft.
[42:28] Aber während Miller aus Washington DC kommt und glaubt, das Werk ist beendet, gibt es eine andere Person in Washington, New Hampshire, die ein Werk beginnt, von dem weder Miller noch sonst jemand irgendeine Ahnung hat. Wir haben letztes Mal über Rachel Oakes Preston gesprochen. Jene 7. Tags-Baptistin, die in jedem kleinen Ort in Washington, keine 7. Tags-Baptistische Kirche hat und deswegen zu den Adventisten mitgeht. Aber eigentlich nicht viel von Prophetie hält. Aber sie interessiert der Sabbat. Aber sie ist freundlich genug, das nicht zu erwähnen, weil sie weiß, keiner will was vom Sabbat hören.
[43:11] Eines Tages, im Frühjahr 1844, gibt es Abendmahl. Der Prediger dort vor Ort ist einer der unbekannten Prediger, Frederick Wheeler. Er ist nicht so bekannt geworden. Er hatte einen Sprachfehler, wurde nicht so berühmt. Er sagt, dass eine Frau sehr unruhig auf ihrem Stuhl sitzt. Das war eine toughe Frau. Er sagt dann: Alle, die die Gebote Gottes halten, sind eingeladen, beim Abendmahl teilzunehmen. Rachel springt ihm fast an die Gurgel. Er bemerkt das. Aber sie sagt nichts.
[43:47] Dann besucht er sie zu Hause und fragt, was ist denn los mit ihr? Sie sagt: Ich wäre beinahe aufgestanden, hätte was gesagt. Er sagt: Du hast gesagt, wenn jemand alle 10 Gebote hält, soll er nach vorne kommen und das Abendmahl halten. Du hast selbst nicht die 10 Gebote gehalten. Er sagt: Was habe ich denn gemacht? Dann erzählt sie ihm vom Sabbat. Vom 7. Tag Sabbat. Sie erzählt ihm von 2. Mose 20. Von der Schöpfung und so weiter.
[44:17] Es gibt eine Bibelstunde. Das Thema ist zu studieren. Hier ist der Ort, wo es gewesen ist. Das Meetinghaus in Washington. Das ist eine Kirche. Am 16. März hält Frederick Wheeler seine 1. Predigt über den Sabbat. Der Rest der Adventisten hat noch keine Ahnung davon. Aber die Gläubigen hier in Washington sind die Ersten, die den Sabbat mehr und mehr annehmen. Einer nach dem anderen. Durchreisende Prediger werden auch mit dem Thema konfrontiert. Das ist ein langsamer Prozess. Aber Gott hat jetzt 5 Tage vor dem vermeintlichen Ende der Welt einen neuen Apfelbaum gepflanzt.
[45:05] Die Frage ist gestellt worden: Warum nennen wir uns Adventisten? Einige sagen, wenn wir uns Adventisten nennen, glauben die anderen, dass wir die Einzigen sind, die glauben, dass Jesus wiederkommt. Das ist doch exklusiv, oder? Die Antwort wird gegeben: Annehmlichkeit und Angemessenheit verlangen, dass wir einen Namen haben, der der Welt eine Idee über unsere Position gibt, die so wahr und so verschieden von unseren Gegnern ist, wie nur möglich. Wir haben nichts dagegen, Milleriten genannt zu werden. Aber es gibt viele unter uns, die glauben, dass Jesus wiederkommt. Es ist auch sein ausdrücklicher Wunsch, dass wir nicht durch diese Bezeichnung benannt werden. Miller wollte die Menschen zu Christus führen, nicht zu sich selbst.
[45:57] Menschen, die an die baldige Wiederkunft Christi glauben. Adventisten, gemeint ist der persönliche Advent, ist sowohl komfortabel wie auch angemessen. Andere Christen glauben auch, dass Jesus wiederkommt, aber nur nach Jerusalem oder nur geistlich. Sagen Sie dann: Nur derjenige, der glaubt, was Gott über die Wiederkunft gesagt hat, ist ein Adventist. Nicht der, der glaubt, dass Jesus wiederkommt, sondern der, der all das glaubt, der ist ein Adventist. Tolle Definition, oder? Er glaubt, was Gott über die Wiederkunft gesagt hat. Das ist ein Adventist.
[46:42] 20. März 1844, ein Tag vor dem Ablauf des jüdischen Jahres. Währenddessen fängt er an, eindeutig festzustellen, dass das jüdische Jahr, so wie er es berechnet hat, nach dem rabbinischen Kalender nicht korrekt ist, sondern nach dem karaitischen Kalender berechnet werden muss. Das liegt daran, dass es nach dem rabbinischen nur nach dem Mond geht, aber die Karaiten berücksichtigen noch Bali. Was ist Bali im Deutschen? Ist es Weizen oder Gerste? Eine Getreideernte. Wenn die erst reif ist, beginnt das neue Jahr. Das ist ein Monat später.
[47:31] Das Ganze hat zwei Auswirkungen. Erstens, wenn die Karaiten recht haben, und Bliss schreibt zum ersten Mal am 20. März, dass die Rabbiner falsch sind, dass die Karaiten recht haben. Vorher war das so, es könnte beides sein. Dann kann Jesus nicht im Jahre 33 gekreuzigt worden sein. Das Kreuz muss nach vorne verschoben werden. Nach rabbinischer Berechnung wäre das Kreuz 33, dann wäre das Passa im März gewesen, aber nach karaitischer kann es im Jahre 33 kein Freitagspassa gegeben haben. Das müsste dann 3031 gewesen sein. Somit verschiebt sich jetzt definitiv das Kreuz in der Berechnung. Bliss ist derjenige, der es als erster formuliert.
[48:17] Aber es hat noch eine Folge. Wenn die Karaiten recht haben, dann endet das jüdische Jahr nicht am 21. März, sondern am 21. April. Das heißt, man hat noch einen Monat Zeit. Jetzt gibt es eine gewisse Konfusion. Einige halten an der alten Rechnung fest. Miller hält daran fest. James White, der junge Prediger in Maine, hält daran fest. Andere warten noch bis April. Einige sind enttäuscht, die anderen warten noch.
[48:50] Am 21. März kommt Jesus nicht wieder. Die Zeit, die Miller immer angegeben hatte, ist verstrichen. Das führt dazu, dass er sich genau an diesen Schreibtisch setzt, an dem er schon vor vielen Jahren angefangen hat, die Bibel zu studieren. Er schreibt an Heims folgenden Brief: Ich sitze an meinem alten Schreibtisch im Ostzimmer. Bis hierhin hat Gott mir geholfen. Ich warte noch immer auf den lieben Heiland, den Sohn Gottes vom Himmel, der Verheißung an unsere Väter. Die Zeit, die ich berechnet habe, ist nun erfüllt. Ich erwarte jeden Moment, den Heiland vom Himmel zu sehen. Ich bin überzeugt, dass alle prophetische Chronologie mit Ausnahme der 1000 Jahre erfüllt ist. Ob Gott von mir möchte, dass ich die Menschen weiter warne, weiß ich nicht. Es könnte sein, dass meine Aufgabe schon erfüllt ist. Jetzt warten wir noch.
[49:48] Die ersten Adventisten fragen sich: Sollen wir dieses Jahr noch unsere Äcker bestellen? Wenn Jesus bald wiederkommt, macht es keinen Sinn. So beginnen die ersten Adventisten, keinen Äcker mehr zu bestellen. Wenn wir das glauben, müssen wir unsere Werke auf den Glauben offenbaren.
[50:06] Heims schreibt am 27. März: Wir haben kein neues Licht bezüglich der prophetischen Perioden. Unsere Zeit endet mit diesem jüdischen Jahr. Sollte die Zeit vergehen, haben wir keine andere definitive Zeit, auf die wir uns fixieren können. Von nun an werden wir nach dem Ereignis jede Stunde aufstehen, bis unser Herr kommt. Lasst uns alle vorbereitet sein, unsere Lenden gegürtelt, unsere Lampen brennt, sodass, wenn der Meister kommt, wir ihm sofort öffnen.
[50:36] Bei einigen fängt schon die Enttäuschung an. Die Zeit ist vorbei, was machen wir jetzt? Das hat doch deutlich auf diese Zeitprophezeiung hingewiesen. Haben wir uns geirrt? Das finde ich so interessant. Schaut euch das Datum an, 27. März 1844. 11 Tage nach der ersten Sabbat-Predigt eines Adventisten. Wir haben einen langen Brief von Bruder Randall aus Kanada erhalten. Nach der gründlichsten Untersuchung können wir nichts in den ersten Kapiteln finden, was beweisen würde, dass es sich um etwas anderes handelt. In den ersten Kapiteln von 1. Mose handelt es sich um einen klaren, buchstäblichen Bericht der Schöpfung. Diese zu vergeistlichen bedeutet, eine Tür für ähnliche Auslegungen der Schrift zu öffnen und dann ist nichts mehr buchstäblich.
[51:24] Was hat wohl der Bruder Randall vorgeschlagen? Die sechs Schöpfungstage zu vergeistlichen. Wohlmeinend, nichts ahnend. Aber der Satan ist schon clever. Just in dem Moment, wo der erste Adventist den Sabbat annimmt, kommt ein anderer Adventist auf die Idee und sagt: Vielleicht sind die sechs Tage ja gar nicht sechs Tage. Das ist total interessant, völlig unabhängig voneinander. Das sieht man im großen Kampf. Aber zum Glück wird das sofort abgebügelt und gesagt: So ein Quatsch, sechs Tage sind sechs Tage. Und hätte man das nicht abgebügelt, vielleicht hätte sich der Sabbat niemals beangebrochen.
[52:03] Vielleicht kommt er ja bis April. Nächste Woche geht es um die Zeit der Verzögerung. Wir haben nichts zu befürchten, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Kurze Pause, dann sehen wir uns gleich wieder zum Offenbarungsseminar. Gottes Segen euch.
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