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In diesem Teil der Serie „Die Zeit des Endes“ wird das Jahr 1841 beleuchtet, insbesondere das „Crescendo der Konferenzen“ der Miller-Bewegung. Der Vortrag schildert die Entstehung und das Wachstum der Bewegung durch Josiah Litch, die Veröffentlichung wichtiger Schriften und die Organisation zahlreicher Konferenzen. Es wird gezeigt, wie die Bewegung trotz Anfeindungen und interner Diskussionen an Dynamik gewann und wie Gott seine Hand über die Ereignisse hielt, um seine Botschaft in kürzester Zeit zu verbreiten.


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Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

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Transkript

[0:00] Einen wunderschönen guten Abend, hallo und herzlich willkommen zu der Serie "Die Zeit des Endes". Schön, dass ihr da seid und schön, dass ihr auch ausgeharrt habt am Computer mit kleiner Verspätung. Melden wir uns hier aus Stuttgart, hatten gerade noch ein technisches Problem, haben gebetet und Gott hat uns erhört. Gott sei gelobt dafür. Wir werden gleich noch mal beten, um nämlich den heutigen Abend zu eröffnen. Unser Thema heute ist das Crescendo der Konferenzen und wir werden gleich sehen, was sich da verbirgt. Wir sind auf den letzten Metern der Weltgeschichte, so erscheint es zumindest vielen in diesem Jahr, und wir können einiges darüber lernen, wie in kürzester Zeit das Evangelium sich verbreiten kann. Und da freue ich mich, das heute mit euch zu studieren. Lasst uns gemeinsam beten und dann starten wir.

[0:47] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du ein Gott bist, der Gebetserfahrungen uns schenkt, dass du ein Gott bist, der uns hört und dass du ein Gott bist, der uns führt und leitet. Und wenn wir jetzt noch einmal zurückschauen in unsere eigene Geschichte, dann möchten wir dich bitten von ganzem Herzen, dass du uns die Lektionen aufs Herz legst, die wir heute lernen können aus den Erfahrungen der Männer und Frauen von damals, dass wir sehen können, wie du in der Lage bist, innerhalb kürzester Zeit eine Bewegung ins Land zu rufen, die eine gewaltige Kraft entfaltet hat. Und wir wollen davon lernen, denn noch einmal soll sich diese Kraft entfalten, kurz bevor du wiederkommst. Und so möchten wir dich bitten, dass dein Heiliger Geist bei uns ist und uns führt und leitet in unserem Studium, jetzt in diesem Abend. Amen.

[1:32] Das Geschenk der Konferenzen. Letzte Woche hatten wir am Ende, wir hatten im Juni, Juli 1841 aufgehört, die zweite Generalkonferenz besprochen. Könnt ihr euch noch daran erinnern? Die zweite Generalkonferenz in Lowell der Milleriten. Und wie der Titel schon verrät, war es nicht die letzte, sondern im zweiten Teil 1841 kam da noch mehr dazu. Wie das dazu kam, werden wir gleich sehen. Diese ersten beiden Generalkonferenzen, die gehalten worden waren 1840 und 1841, waren die ersten Prophetiekonferenzen in ganz Amerika in der Geschichte des Kontinents. Wer damals schon da gewesen ist, weiß, wir hatten 1826 eine Prophetiekonferenz in England gehabt, einige Jahre lang, bis ungefähr 1830. Aber diese Milleritischen Konferenzen waren die ersten in Amerika zum Thema Prophetie und man hatte sich vorgenommen, jetzt im Herbst 1841 eine dritte Konferenz zu halten und zwar in Maine.

[2:32] Der Sommer begann damit, dass dieser gute Herr seine Arbeit aufnahm. Weiß jemand noch, wer das ist? Genau, das ist Josiah Litch. Josiah Litch war, nachdem er sich jetzt von den Methodisten als Prediger entbinden lassen hatte, der erste vollzeit angestellte Mitarbeiter der Millerbewegung sozusagen. Also das ist Prediger Nummer eins unserer Bewegung. Vollzeit angestellt, muss man natürlich qualifizieren. Er lebte eins und allein von Spenden. Es gab ja keine Kirche, es gab keine Organisation, kein Verein, nichts. Das war ja auch ganz bewusst so gewählt. Er war der Erste, der sich jetzt Vollzeit, natürlich neben Miller, der das sowieso schon gemacht hatte, der Verkündigung des Wortes, der Vorträge gewidmet hat und auch der sich um die Publikationen gekümmert hat, also von Ort zu Ort gelaufen ist, um dort die Bücher zu verkaufen, um für die Zeitschriften zu werben. Er war der Generalagent. Das war damals so ein Titel, den man gewählt hat. Er ist dann auch neben Himes zum zweiten Editor geworden, also zum Herausgeber der Zeitschrift "The Signs of the Times" und seine Bedeutung für die frühe Adventbewegung kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Ist heute fast vergessen, aber deswegen gehen wir so detailliert durch, dass wir sehen, wer hat eigentlich wirklich uns geholfen bei der Entstehung.

[4:01] Ebenfalls im Juli kommt eine Neuauflage seines Buches heraus, das er schon 1840 geschrieben hatte. Wir erinnern uns daran, dass er 1840 im Frühjahr ein Buch geschrieben hat und gesagt hat, im August 1840 kommt das Osmanische Reich zum Fallen. Ich weiß, ihr erinnert euch. Das Buch hieß damals "An Address to the Clergy", eine Anrede an die Theologen. Jetzt, als das Buch erneut herauskommt mit einem Anhang, da heißt es "An Address to the Public", eine Anrede an die Öffentlichkeit und ganz besonders an die Theologen. Und das Buch ist faktisch genau dasselbe Buch, bis auf einen Zusatz, wo nämlich hier die vorhergehenden Berechnungen sich alle erfüllt haben. Und er zeigt, genau so ist es gekommen. Also er bringt das gleiche Buch raus mit einem Zusatzkapitel und sagt, schaut, genau so ist es eingetroffen. Und das Buch, wir haben ja letztes Mal schon gesagt, genau so wie seine Vorträge haben das dazu geführt, dass mindestens 1000 Leute direkt ihm geschrieben haben, gesagt haben: "Wir sind Christen geworden. Die Prophetie ist so genau." Also Litch war unterwegs und hat sich mit ganzem Herzblut dafür eingesetzt, diese Botschaft an den Mann zu bringen.

[5:15] In jener Zeit im Juli ist dann auch die Frage des Osmanischen Reiches erstmal geklärt worden. Es kam zum sogenannten Dardanellen-Vertrag am 13. Juli. Die Dardanellen, das ist genau diese Meerenge hier, heiß umstritten. Und hier haben die fünf europäischen Großmächte, Frankreich, England, Preußen, Österreich und Russland, sich zusammengeschlossen und haben dort einen Vertrag gemacht, der das geregelt hat. Also auch daran konnte man sehen jetzt, die europäischen Mächte haben quasi das Osmanische Reich bevormundet und haben dort entschieden, wie das dort zu gehen hat.

[5:46] Des Weiteren hat man sich jetzt entschieden, in "The Signs of the Times", im Miller-Papier, in der Zeitschrift der Milleriten, jetzt die ganzen frühen Vorträge von Miller, die er 1833 in seinem ersten kleinen Büchlein herausgebracht hat – wir hatten das damals ja in der Folge auch ausführlich betrachtet – die alle nochmal abzudrucken, um den vielen Leuten, die noch nicht dieses Buch gelesen haben oder nicht kennen, seine Ansichten nahezubringen.

[6:16] In "The Signs of the Times" am 15. Juli erscheint ein Bericht von der zweiten Generalkonferenz, der uns nochmal einen Blick hineinbringt in die Geistlichkeit, das geistliche Zusammenwirken der Milleriten. Das heißt, der Geist Christi wirkte auf besondere und ausdrückliche Weise während des Treffens. Obwohl die Mitglieder der Konferenz von fast allen evangelikalen Denominationen des Landes kamen – haben wir letztes Mal schon angeschaut, Methodisten, Baptisten und so weiter – herrschte doch eine vollkommene Harmonie, so wie in den alten Zeiten, als die Heiden zugeben mussten: "Seht doch, wie jene Christen einander lieben." Also woran man die Adventisten damals erkannt hat, die Anhänger Millers, war nicht nur, dass sie Daniel 7 und 8 auswendig kannten, sie waren auch unglaublich liebevoll miteinander. Das hat sie ausgezeichnet auch vor vielen anderen Reformbewegungen. In der Antisklaverei-Bewegung oder in der Mäßigkeitsbewegung ging das nicht immer so friedlich zu, aber da war wirklich der Geist Gottes am Wirken. Das ganze Treffen war durch große Geistlichkeit und Eifer gekennzeichnet, sowie durch den reichlichen Einfluss des Heiligen Geistes, der die Sorglosen aufweckte und die Nachfolger Jesu in Heiligkeit aufbaut. Also diese Konferenzen müssen ganz tiefe geistliche Erfahrungen gewesen sein.

[7:32] Und wie gesagt, Litch ist unterwegs und arbeitet. Währenddessen ist William Miller immer noch krank zu Hause, schon besser geworden mit seinen Beinen, mit der Wundrose, aber noch nicht ganz geheilt. Und dann kommt man auf eine glorreiche Idee. Nämlich, wenn es wahrscheinlich wieder nichts daraus wird, dass Miller zur nächsten Generalkonferenz im Oktober kommen kann, warum drehen wir nicht den Spieß um? Wenn der Prophet nicht zum Berg kommen kann, dann muss der Berg zum Propheten, nicht wahr? So entscheidet man sich eine vierte Generalkonferenz anzusetzen, auch im Herbst, und zwar sie nach Lowhampton, in das Dorf von Miller zu verlegen, damit er endlich mal dabei sein kann. Weil, das geht ja nicht an, dass die Miller-Bewegung ständig ihre Generalkonferenz ohne Miller hat. Und so ist das dann im August angekündigt worden: "Wir kommen im November nach Lowhampton und werden dort eine weitere Generalkonferenz haben."

[8:39] Um mal einen Eindruck zu bekommen, wie sehr mittlerweile schon einige Zeitschriften gegen Miller geschossen haben. Hier mal ein Abdruck von der "Boston Daily Times", August, also 10. August 1841. Das geht eigentlich gar nicht um Miller, aber ihr werdet gleich sehen, warum wir es trotzdem abdrucken. Unter der Überschrift "Idioten in New Jersey" schreibt hier der Autor, der Redakteur: "Wir erfahren mit Bedauern, dass der dumme und verachtenswerte Humbug Mormonismus" – also die Mormonen, die ja damals auch schon aktiv waren und sehr umstritten waren – "sich in New Jersey stark verbreitet hat. Es heißt, einige Theologen haben ihn angenommen, aber sie sind wahrscheinlich vom gleichen Kaliber wie ein, in Anführungsstrichen, Reverend Joshua Himes, der einst die Torheiten des Quacksalberpropheten Miller in diesem Bundesstaat angenommen hatte. Männer ohne Gehirn und Ausbildung." Das stand in der Zeitung. Und dann ist ein Freund von Himes, hat sich dann zu Wort gemeldet, hat so einen anonymen Artikel geschrieben und gefragt: "Was meinst du damit? Was schreibst du sowas?" Und am nächsten Tag antwortet der Redakteur jetzt etwas spezifischer zum Punkt und sagt: "Miller war ein Schurke und ein Esel." Und das ist jetzt nur die höfliche Übersetzung vom Englischen. Es gibt auch noch vulgäre Übersetzungen, aber ich gehe mal davon aus, er hat sie gemeint. Es gibt noch andere, die fängt auch mit A an, die Deutsche. Und jeder christliche Prediger, jetzt Achtung, der die Frechheit besitzt, ihn zu unterstützen oder seinen vorgeblichen Glauben anzunehmen, hat unserer Meinung nach kein Recht, in irgendeiner Weise freundlich oder respektvoll behandelt zu werden."

[10:13] Das war der Geist, der damals geherrscht hat. Es wurde immer schlimmer. Wenn die Freunde von Reverend Mr. Himes sagen, dass diese Person die Prophezeiung des Charlatans glaubte, ist es umso schlimmer. Wenn er solchen betrübenden Mangel an Intellekt hat, ist er für jedes Amt in der Kirche ungeeignet. Mormonismus ist weitaus vertrauenswürdiger und anständiger als Millerismus. Wow. Und das ist starker Tobak, denn die Mormonen damals waren deswegen angeklagt, weil sie da Mehr-Ehe begangen haben, Polygamie und dann die Sachen gelehrt haben, wie es gibt bestimmte Sünden, für die ist es nicht gestorben, für die musst du selber sterben. Und dann haben sie das zum Teil auch ausgeführt. Also die Mormonen waren schwer, schwer, schwer angeklagt. Die sind ja deswegen auch in den Westen geflohen in der Zeit schon. Die wurden dann vertrieben aus den Bundesstaaten. Und das ist also ohne dass du Schublade. Nur, dass du so ein Gefühl bekommst, wie sehr man damals schon angegriffen worden ist für die Theorie, dass Jesus bald wiederkommt. Stellt euch vor, eure Namen stehen in der Stuttgarter Zeitung oder irgendwo und da steht sowas. Und alle können es lesen. Also das ist nicht wahr, das können Zigtausende lesen. "Boston Times" war eine große Zeitschrift. Naja, wer war das?

[11:31] Das war George Storrs. Ja, wir werden uns jetzt immer wiederholen, bis wir das so drin haben, diese Namen. George Storrs hat noch nichts mit den Milleriten zu tun. Er war derjenige, der den Zustand der Toten erforscht hat. Könnt ihr euch erinnern? Drei Jahre lang. Und der jetzt im August 1841 nach Albany zieht, hier, größere Stadt, in der Bundesstadt New York. Und dort Prediger einer kleinen Gemeinde wird, die jetzt keiner größeren Kirche angehört, sondern die einfach nach einer Regel folgen, nämlich der Regel: allein die Bibel. Das gibt es immer wieder dann in Amerika zu der Zeit, dass Christen sagen: "Wir wollen nicht Methodisten sein, wir wollen nicht Baptisten sein, wir wollen nicht Kongregationisten sein, wir wollen einfach der Bibel folgen." Und dann meistens gründen sie daraus irgendwelche Kirchen. Und so wird er Prediger einer solchen kleinen Gemeinde, die allein der Bibel folgt. Er ist zu dem Zeitpunkt gar nicht mal so eingestellt, dass er jetzt besonders über den Zustand der Toten predigen würde. Er predigt über alles, weil er weiß, das Thema ist sehr, sehr heiß. Aber da lassen wir ihn heute zurück und werden das nächste Mal auf ihn zurückkommen.

[12:31] Dann ebenfalls im Spätsommer 1841 wird hier in Boston – das ist ein Bild von 1841 – die erste Adventbibliothek geöffnet. Das heißt, wie wir schon gesagt haben, das Ziel war, das hatte man bei der zweiten Generalkonferenz überlegt, man will in den Städten so kleine Räume mieten, wo man dann Zeitschriften auslegt und Bücher, wo jeder Interesse hat. Und ich weiß, was er tun soll. Damals gab es ja kein Fernsehen, es gab kein Internet, es gab kein Kino. Man musste irgendwie seine Zeit vertreiben. Dann konnte man dahin kommen, in diese Bibliothek und sich hinsetzen und lesen, auch wenn man die Bücher nicht gekauft hat. Und das war ein ganz großer Erfolg. Die Halle hieß "Berean Hall", das war also die Halle der Bereaner, wo man also selbst nachforschen konnte, ob es stimmt, was man so hört in den Predigten. Und Himes war ein sehr findiger Mann. Er hat noch was anderes sich überlegt. Damals gab es keine Umschläge, wenn man Briefe verschickt hat, sondern es gab nur so kleine Nadeln, an denen wurden die Briefe dann so befestigt, dass sie halt zusammen blieben. Also hat Himes Adventnadeln kreiert. Das waren so kleine Nadeln, da stand ein Bibelspruch drauf oder so etwas, was mit der Wiederkunft zusammenhängt oder mit der Prophetie und die gingen dann auch weg wie warme Semmeln. Und so konnte man allein durch Briefe schreiben Mission machen. Also das ist so ein bisschen auch was wir lernen können von ihnen: kreatives Denken, wie kann ich die Botschaft auf kreative Art und Weise den Menschen weiterbringen, auch im Alltag.

[13:58] Dann am 31. August konnte Miller vermelden: Seine schwere Beinentzündung ist wieder völlig verheilt und er ist wieder einsatzbereit. Zu jener Zeit hat man dann festgestellt, es gibt die Möglichkeit, das, was man schon lange vorhatte, doch noch zu realisieren, nämlich eine Generalkonferenz vielleicht in New York stattfinden zu lassen. Die Türen öffnen sich dafür. Jetzt hat man ein Problem, man hat ja schon eine Generalkonferenz für Maine im Oktober angekündigt und eine schon für Lowhampton. Was sollen wir jetzt machen? Eine absagen vielleicht? Was machen die Milleriten? Die sagen: "Lasst uns doch drei Generalkonferenzen machen. Macht doch nichts. Sind wir erst in Maine, dann gehen wir nach New York und dann gehen wir nach Lowhampton." In kurzer Zeit drei Generalkonferenzen. Gott öffnet die Türen, also nehmen wir alle drei Chancen wahr. Das war ihr Geist.

[14:51] Hier ein anderes Beispiel, das ist jetzt aus "The Signs of the Times", die eine andere Zeitung zitieren und dann darauf das kommentieren. Schaut mal hier. Dies ist eine baptistische Zeitung, die wird jetzt zitiert. "Millerismus. Eine Person aus der Gegend von Boston hat in dieser Woche Vorträge im alten zentralen Konferenzhaus, das war in Hartford, in Connecticut, in der Temple Street über die Wiederkunft Jesu gegeben. Er erklärt die Vision Daniels, die sich mit der Gnadenzeit hätte sein sollen, im Jahre 1843 enden sollen, wovon er zweifellos selbst sehr überzeugt ist. Wir glauben, es ist unsere Pflicht, die frisch Bekehrten davor zu warnen, dieser miserablen Täuschung zu glauben, da wir nicht sehen können, wie irgendetwas Gutes daraus entstehen könnte." Kommentar: "Wie man an einem Brief an anderer Stelle sehen kann, war diese Person Bruder Calvin French. Das war der, der das erste Diagramm erstellt hat. Bruder French hat Hartford und Umgebung besucht und da sich die Türen öffneten, mit gottgegebener Fähigkeit die Gelegenheit genutzt, den Mitternachtsruf zu geben. Wir gehen davon aus, dass Bruder French Besuch dort viel Gutes bewirkt hat. Dieser Bericht wird die Sache noch mehr bewerben. Wir danken dem Editor für seine Notiz." Also herzlichen Dank für die schlechte Kritik, weil dadurch kommen in der Regel noch mehr Leute. Die wollen nämlich sehen, was sind das eigentlich für verrückte Leute und dann hören sie, das sind gar nicht verrückt und bekehren sich. Naja, so ging das hin und her in den Zeitungen damals.

[16:16] Und nachdem er dann gesund geworden ist und wieder laufen konnte, ist er auch gelaufen und gereist. Gleich im September wieder, hat er nicht lange gewartet, hier in Hartford, in New York, in einem kleinen Dorf, vom 12. bis 20. September eine Vortragsreihe gegeben. Und dann war es auch schon Zeit, die nächste Generalkonferenz anzukündigen. Das ging jetzt Schlag auf Schlag. Die nächste Generalkonferenz der Christen, die die Wiederkunft des Herrn erwarten, wird am 12. Oktober in der Casco Street Chapel, wo? In Portland. Wer wohnt in Portland? Wer? Ellen Harmon, genau. Und ihre Familie. Beginnen und mehrere Tage dauern. Christen aller Denominationen, die nach der baldigen Wiederkunft Ausschau halten, sind herzlichst eingeladen und dann die Unterzeichneten, die Hauptleute der Miller-Bewegung: Litch, Jones, Robinson, Miller und Joshua Himes.

[17:18] Und es ist interessant. Für den 12. Oktober ist diese Generalkonferenz in Portland anberaumt, aber Miller, der gesund ist, entscheidet sich lieber weiter hier Vorträge zu halten im Bundesstaat New York. Warum? Weil er weiß, es gibt noch eine andere Generalkonferenz, die wird dann bei mir sein. Ich glaube, jeder andere von uns hätte gesagt: "Ich lasse mal meine Vorträge und nutze jetzt erst die erste Gelegenheit, mal meine Brüder zu treffen." Miller sagt: "Nein, nein, die Vorträge gehen vor. Ich mache jetzt meine Vorträge hier und wenn die sowieso zu mir kommen, muss ich nicht extra dahin gehen." Sehr interessant, mit was für einer Pflichterfüllung er diese ganzen Einladungen erfüllt hat.

[18:01] Hier, das war dann 26. September bis 6. Oktober in Belsen. Das waren alles nur kleine Städte, Dörfer, das waren keine Großstädte. Trotzdem ist er überall hingegangen, wo er hingehen konnte. Und dann in der Zeit, wo die Generalkonferenz war, dort in Portland, alle zusammengekommen sind, hat Miller selbst in so einem kleinen Örtchen hier in Galloway eine Vortragsreihe gehalten. Und natürlich, wie in aller Regel, eine gewaltige Erweckung ist daraus entstanden.

[18:38] Hier haben wir das Gebäude der dritten Generalkonferenz der Adventisten. Das ist die Casco Street, in der schon Ellen Harmon 1840 Miller gehört hat. Hier haben wir mal ein Bild davon, wo die Generalkonferenzen alle stattgefunden haben. Hier war die erste in Boston, hier die zweite in Lowell und jetzt seht ihr die dritte, vierte und fünfte. Die verteilen sich jetzt ein bisschen. Hier war so das Zentrum der Miller-Bewegung, obwohl Miller ja da gewohnt hat. Aber so die ganzen, so Himes und Jones und so weiter. Aber jetzt versucht man sozusagen, in die verschiedenen Gegenden zu gehen, weil hier gibt es Leute, die Miller lesen, da gibt es Leute, die Miller lesen, da gibt es Leute, die Miller gehört haben, nicht wahr? Und jetzt geht man von einem Ort zum nächsten, um die alle zu sammeln. Das ist die Idee. Man muss die verschiedenen Miller-Anhänger in diesen Konferenzen mal zusammenbringen, denn die meisten kennen nur das Buch oder haben mal von diesen Vorträgen gehört, aber sie nie selbst live erlebt.

[19:29] Und hier ganz kurze Fassung von dieser dritten Generalkonferenz in Portland vom 12. bis 14. Oktober. Da gab es morgens wie immer Gebete, Ansprachen, Diskussionen und vor allem abends, er war der Hauptsprecher, Josiah Litch. Keine Generalkonferenz, wo er nicht die Abendansprachen, die wichtigsten Predigten gehalten hat. Man hätte fast den Eindruck bekommen, dass eigentlich er so die Gallionsfigur ist, der ganzen Bewegung. Miller war in aller Munde, weil er hat das Buch geschrieben, sie heißen Milleriten, aber die eigentliche Hauptarbeit in der Öffentlichkeitsarbeit hat eigentlich fast mehr er geleistet. War ja auch ein bisschen jünger. Und ein sehr, sehr begabter Prediger, der Josiah Litch.

[20:15] Man hat sich dann entschieden, nicht jedes Mal alles neu zu wählen, sondern nur Vorsitz und Sekretäre zu ändern, ansonsten alles so zu lassen wie bei der zweiten Generalkonferenz. Da verliert man sonst zu viel Zeit, ständig alles neu zu wählen. Und wie jedes Mal gab es auch am Ende, am 14. Oktober, gemeinsam ein Abendmahl. Das war wirklich, wir unterschätzen das, ich habe das ja schon mehrmals gesagt, für die damalige Zeit war das eine absolute Sensation, dass Baptisten und Methodisten und Kongregationalisten und Episkopale und Trespedurianer gemeinsam Abendmahl feiern würden. Das hat es uns nicht gegeben. Und das zeigt etwas von dem Geist, den sie gehabt haben.

[21:01] Am Abend hat dann Himes seine Abschlussansprache über Römer 13, Vers 11 bis 14 gehalten. Weiß jemand, welcher Text das ist? Römer 13, Vers 11 bis 14? Lass uns aufschlagen. Stellt euch vor, ihr habt jetzt gerade wieder drei Tage Generalkonferenz miterlebt und habt die Vorträge gehört und seid begeistert. Und dann predigt dieser Himes am Ende über Römer 13, Vers 11, dort heißt es: "Und dieses sollen wir tun als solche, die die Zeit verstehen, dass nämlich die Stunde schon da ist, dass wir vom Schlaf aufwachen sollten, denn jetzt ist unsere Rettung näher, als da wir als gläubig geworden sind." Und dann in Vers 12: "Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber ist nahe, so lasst uns nun ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts." Man braucht nicht viel Vorstellungskraft, um sich vorzustellen, wie diese Predigt ausgesehen hat. Übrigens interessanterweise, obwohl die Generalkonferenz in Portland war, gibt es keinen Hinweis darauf, dass entweder Ellen Harmon oder ihre Familie teilgenommen hat, weil es unter der Woche war und dass meistens eher Delegierte waren von den verschiedenen Kirchen, die dann gekommen sind. Das nur so am Rande.

[22:11] Die Hauptthemen bei dieser Generalkonferenz waren wie immer Prophetie, Chronologie, die Buße von allen Sünden – darauf hat man jetzt mehr Wert gelegt, denn wenn Jesus 1843 wiederkommt, dann sollte man möglichst bald sein Leben ganz und gar mit Gott in Übereinstimmung bringen, oder? Zeichen der baldigen Wiederkunft, das Reich Gottes, das Millennium. Also das sind die Themen, die immer wieder kommen, immer wieder, immer wieder und ich möchte das richtig rein brennen in uns, dass wir verstehen, was ist das Fundament des Adventismus.

[22:43] Miller selbst hat einen Brief geschrieben und jetzt schaut mal, selbst wie Miller, der so vehement das Datum 1843 selbst predigt, wie offen er doch ist für all diejenigen, die 1843 als Datum nicht annehmen. Schaut mal hier aus seinem Brief, der dann vorgelesen wurde, auf diese Generalkonferenz. Er sagt: "Ob wir glauben, dass die Wiederkunft nahe ist, oder ob du glaubst, wie der Autor, dass die Gnadenzeit 1843 schließt. Also egal, ob du auf 1843 glaubst, oder ob du nur sagst, es ist bald, schließt und wir dann auf ewig in einen Zustand der Freude oder des Wehs sein werden, wirst du die Wichtigkeit fühlen, jedes Talent und jedes Mittel zu nutzen, um unsere Mitmenschen vor dem Sturm zu retten, der sich jetzt über einer schuldigen Welt zusammenbaut. Lasst uns mit ihnen aus der Bibel sprechen, lasst uns ihnen die Prophezeiung zeigen." Also Miller, der sich bewusst ist, einige der führenden Leute, wie Henry Dunnavant, Henry Jones, glauben nicht an 1843. Sie glauben nicht, dass Daniel und Offenbarung so konkret ausgelegt werden sollen. Er sagt: "Das spielt keine Rolle. Jesus kommt bald, egal ob du jetzt an das Datum glaubst oder nicht. Lasst uns gemeinsam die Wiederkunft beschleunigen, lasst uns gemeinsam die Zeit noch nutzen, vielmehr, die wir haben und gemeinsam wirken." Interessant, nicht wahr? Stell dir vor, du hättest solche Theorie, so etwas gefunden wie dieses Datum 1843, jahrelang studiert und dann gibt es Leute, die dir helfen in dieser Bewegung, aber die diesen einen Punkt, der dir so wichtig ist, nicht annehmen. Wie viele von uns hätten gesagt: "Also mit dem kann ich nicht zusammenarbeiten. Also Henry Dunnavant kann nicht Vorsitzender sein dieser Generalkonferenz, wenn er nicht an das Datum glaubt." Aber das war das Denken von Miller. Das Entscheidende ist die Wiederkunft, dass sie bald ist.

[23:35] Und hier noch ein anderer Brief, den er geschrieben hat, der dann am 15. Oktober in "The Signs of the Times" veröffentlicht wurde. Er spricht über sein Verhältnis zu den Theologen, zu den Predigern. Schaut mal, er sagt: "Ich halte es fast für unmöglich, einige oder zumindest viele unserer Theologen aufzuwecken, so dass sie das Thema untersuchen. Aber wenn es eine Methode gibt, dann würden Traktate die beste Wahl sein und ich wünsche mir, dass wir ein wenig Geld für diesen Zweck sammeln." Und das ist auch getan worden. Man hat dann die Predigten dieser Generalkonferenz in kleine Traktate gedruckt und verteilt. Man hat dann, glaube ich, 12.000 Stück in diesem Jahr noch drucken lassen und sie verteilt wie Blätter im Wind.

[25:18] Ich entdecke, dass Parteilichkeit eine große Rolle bei unseren Predigern spielt. Sagt den Methodisten: "Ich habe das letzte Werk und sie werden einwilligen, es zu lesen." Aber wenige von ihnen werden Ward oder Jones oder meine Bücher lesen. Möge Gott ihnen Gnade schenken und ihnen die Augen öffnen. Damals war dieses Denken in Kategorien ganz, ganz stark. Du bist Baptist, dann sind wir Freunde, wenn ich auch Baptist bin. Aber wenn ich Methodist bin, dann musst du ein Heuchler sein. Wenn ein Mensch sich bekehrt hat und er wurde Baptist, haben die Baptisten gesagt: "Preis den Herrn." Die Methodisten haben gesagt: "So ein Pech, dass ein Heuchler mehr auf der Welt ist." Das war so die Einstellung. Das kann keine echte Bekehrung sein, wenn er nicht in unserer Kirche ist. Und so war das ganz schwer für die Prediger damals, diese Miller-Bewegung anzunehmen, weil da war zwar ein Methodist, aber da war auch ein Baptist und auch ein Kongregationalist. Die sind sich alle einig, das geht doch nicht. Das war für die Prediger unglaublich schwer.

[26:18] Naja, Miller kam dann nach Hause und hat sich vorbereitet auf die Generalkonferenz, die bald bei ihm zu Hause stattfinden sollte, in Lowhampton. Aber bevor das stattfinden sollte, sollte ja noch eine vierte, ganz schnell noch dazwischen geschobene, in New York sein, in der Hauptmetropole der USA. Bis dahin hatten die Milleriten vor allem hier viel Bewegung ausgelöst, aber in New York City noch kaum. Und deswegen, Miller hat jetzt schon eine Vortragsreihe hier gehalten, aber die Stadt ist halt gigantisch groß, schon damals gewesen. Und da muss man mehr tun. Und so hat man die größte Kirche der Stadt und die berühmteste ganz Amerikas gemietet. Und zwar auf dem Broadway. Kennt ihr Broadway? Da, wo die ganzen Theater sind? Das Broadway Tabernacle. Einige Jahre zuvor gebaut von dem berühmtesten Erweckungsprediger Amerikas, George Finney. Da haben also einige tausend reingepasst. Also wenn schon New York, dann auch die größte Halle. Das ist ungefähr so, als wenn wir eine Konferenz in der Liederhalle machen würden oder so. Oder in der Stadthalle oder so. Das war der Geist der Milleriten. Ich glaube, da können wir was von lernen, oder?

[27:32] Naja, was haben sie gemacht? Ging zwei Tage dort in New York City. Es ging los wieder natürlich mit der Einladung und dann hat Jones einen Vortrag gehalten mit "Das Königreich Gottes". Und Henry John Ward hat einen Überblick gegeben über die Lehre des Millenniums. Das war sein großer Schwerpunkt. Dann, interessanterweise, gab es ganz oft vor den offiziellen Sessions immer inoffizielle Gebetszeit. Eine Stunde, wo alle Teilnehmer zusammengekommen sind, gebetet haben, gebetet haben, dass Gott ihnen Weisheit schenkt, wie sie die Menschen erreichen können. Ward hat einen Vortrag gehalten über Israel und das Heilige Land. Ihr wisst ja, das war ein wichtiges Thema. Was wird mit Israel sein? Und er zeigt ganz deutlich, dass das Kanon, auf das wir schauen, nicht das irdische Palästina ist, sondern das himmlische Kanon. Dann abends wieder eine Stunde Gebetszeit und dann schreiben zeitgenössische Berichte: "Ein brillanter Vortrag von Litch, Daniel Sieben." Die Leute waren außer Atem. Das war eines seiner absoluten Spezialthemen: Daniel Sieben und die Wiederkunft, das Papsttum. Und das hat er dort mit großer Brillanz vorgetragen.

[28:38] Am nächsten Tag wurden dann Briefe vorgelesen von Miller, der auch dort nicht da sein konnte. Das war jetzt schon die vierte Generalkonferenz ohne Miller. Also vier Generalkonferenzen, keine einzige mit Miller. Immer nur mit Briefen vertreten war. Stattdessen hat Jones seinen zweiten Teil über Daniel 2, Vers 44, der Stein, der kommen wird, nicht wahr, die Wiederkunft, die das Reich Gottes bringt, gehalten. Dann hat Ward noch einen gehalten. Ein Vortrag über die Hoffnung Israels. Das ist nämlich Christus, die Hoffnung Israels. Und dann gab es abends ein öffentliches Symposium. Dort wurde für die gesamte Öffentlichkeit geöffnet. Und man hat dann Litch, Ward und Himes dort ein Symposium veranstalten lassen, wo sie dann die Theorie des Adventismus erklärt haben. Und die Leute waren schwer begeistert. Interessanterweise war es zu diesem Zeitpunkt, dass Joshua Himes zum ersten Mal sich öffentlich auch zum Datum 1843 bekannt hat. Litch war schon immer totaler Verfechter von 1843. Henry W. Ward lehnt 1843 ab. Aber er tut jetzt hier öffentlich auch sagen: "Ja, ich glaube, die 2300 Jahre und die verschiedenen Zeitprophezeiungen enden 1843." So die Bewegung geht mehr Richtung Datum, hin zum fixierten Datum, weil ich meine, das Datum rückt immer näher und der Druck wird größer.

[30:00] Und ein Bericht über diese außergewöhnliche Versammlung, die ziemlich viel Eindruck hinterlassen hat dort, der findet sich dann in einer Tageszeitung, der "New York Tribune". Das heißt: "Die Versammlung war zutiefst aufmerksam und die Bemerkungen der Sprecher wurden mit ungeteilter Zustimmung aufgenommen, außer die Festsetzung einer Zeit, die die Zuhörer nicht überzeugen konnte." Also das war das große Thema. Aber soweit es um das Erwachen der öffentlichen Aufmerksamkeit geht, hatte die Konferenz die freudigsten Ergebnisse. Die Pastoren der Kirchen studieren das Thema in vielen Fällen mit neuer Emotion und viele Christen studieren die Bibel, um herauszufinden, ob es sich so verhält. Und einige werden Tag für Tag überzeugter. Also offensichtlich ist es den Milleriten gelungen, dort in New York City durch diese Konferenz ganz viele Menschen dazu zu bringen, die Bibel zu studieren und dieses Thema zu untersuchen.

[30:56] Und von dort ging das jetzt also von hier zur Generalkonferenz und von dort direkt weiter nach Lowhampton. Also die haben auch richtig Strecke zurückgelegt, dort innerhalb weniger Tage, um all diese Generalkonferenzen abhalten zu können. Einem hat diese letzte Generalkonferenz ein bisschen Magenschmerzen gemacht und das war Henry Danner Ward, weil nämlich das Datum 1843 mal mit gepusht wird. Und so schreibt er jetzt einen Brief an Miller und sagt: "Hey, ich bin mit dir überein, dass Jesus bald wiederkommt. Ich stimme auch überein, dass das vor dem Millennium sein wird. Ich stimme mit dir überein, dass Israel keine Rolle mehr spielt. Aber können wir das mit dem Datum nicht lassen?" Und er hat ja recht. Was war sein großes Argument? Was war sein Argument? Warum hat er wohl solche Bauchschmerzen gehabt mit einem Wiederkunftsdatum 1843? Warum ist es nicht biblisch? Weil Jesus sagt: "Ihr wisst weder Zeit noch Stunde." Und er hatte recht. Und Miller sagt: "Aber deine 8 und 9 deuten ganz deutlich auf dieses Datum." Und er hatte recht. Und das ist die Tragik dabei, dass er recht hat und er recht hat und keiner hat es gesehen. Und hätten sie es bloß gesehen, nicht wahr? Aber das zeigt auch, dass es schon damals Leute gab, die Miller darauf hingewiesen haben: "Hey, du kannst das Datum für die Wiederkunft nicht berechnen." Das heißt, dieser Konflikt war schon da. Das war nicht so, dass Miller das nie gehört hatte. Der wusste das schon, aber das Datum, diese Berechnung von Daniel 8 und Daniel 9 war ja so offensichtlich, dass Daniel 9 und Daniel 8 zusammengehen, dass das auf 1843 gehen muss. Dieses Datum kann man ja nicht leugnen. Also dann später 1844, aber diese Zeitberechnung kann man ja nicht leugnen, weil das hat er gemacht. Und so reden sie ganz scharf aneinander vorbei. Zwar sehr freundlich, aber man merkt jetzt schon, je mehr es auf 1843 zugeht, das wird eine Spannung.

[33:04] Und dann beginnt hier die Generalkonferenz am 26. und 27. Oktober. Das ist, wie gesagt, nur wenige Tage nachdem die in New York City zu Ende gegangen ist, hier in Lowhampton. Und hier bei dieser Generalkonferenz kommen vor allem die ganzen Menschen, die seit 1831, also seit zehn Jahren hier durch Miller bekehrt worden sind. Der hat ja meistens hier die Vorträge gehalten, in diesem Gebiet. Und für die wäre es zu weit gewesen, hier zu den anderen Konferenzen zu kommen. Das heißt, man geht an verschiedene Orte, um allen mal die Möglichkeit zu geben, so an einer Konferenz teilzunehmen. Das Wichtigste an der Sache ist, bei dieser fünften Generalkonferenz war Miller zum endlich mal mal zugegen. Hat man ihn gleich auch zum Vorsitzenden gewählt, der da präzisieren konnte. Und wer hat wohl die Vorträge gehalten? Was meint ihr? Das wird man denken, nicht wahr? Vortrag hält jetzt den ganzen Tag am 2. Dezember Litch. Vormittags, nachmittags, abends. Das ist interessant, nicht wahr? Da ist der Miller schon dabei, aber das zeigt einmal, wie unabhängig die gesamte Bewegung von Miller, also die war nicht abhängig von ihm, sozusagen. Und der Litch war wirklich genauso gut. Der hat über Daniel 7 gepredigt, über Apostelgeschichte 3. Und dann am nächsten Tag hat dann Miller am Nachmittag einen Vortrag gehalten, über Jesaja 61, 1-3. Das ist dieses: "Der Geist des Herrn ist auf mir, hat mich gesalbt", nicht wahr? Dann geht es um das angenehme Jahr des Herrn. Und da predigt er über Sabbat-Typologie. Wisst ihr, was Sabbat-Typologie ist? Haben wir, glaube ich, letztes Mal schon erklärt, oder? Sabbat-Typologie ist: Sechs Tage hat Gott die Welt geschaffen, am siebten Tag hat er geruht, 6000 Jahre Weltgeschichte, dann ein Jahrtausend Sabbat. Und natürlich endet das sechste Jahrtausend, 1843, nicht wahr? Und dann gibt es die Jubeljahre. Und wann enden die? Auch 1843, so war seine Theorie. Und darüber hat er gesprochen. Aber am Abend predigt wieder Litch, zur besten Zeit, nicht wahr? Über Offenbarung 9. Und Miller macht hinterher nur ein paar Schlussbemerkungen. Also, das ist sehr interessant zu sehen. Es gab keinen Personenkult, sondern der beste Prediger hat gepredigt. Und der beste Prediger in dem Fall war hier Litch. Über Offenbarung 9. Offenbarung 9 natürlich die Geschichte vom Osmanischen Reich 1840, wie es sich erfüllt hat. Und das kann keiner besser als Litch selbst, der die Prophezeiung ja so gründlich ausgelegt hat.

[35:29] Und dann wird sogar ein Untersuchungsausschuss gegründet, weil es gibt so viele Gerüchte über Miller und seinen Charakter, dass man das jetzt untersuchen möchte. Und natürlich findet man, das ist alles nur Gerede und Lüge und Unsinn. Und dann wird Geld gesammelt am 4. für Publikation. Man beschließt, "The Signs of the Times" auch hier zum offiziellen Dokument zu machen, der Milleriten. Und abends predigt wieder Litch über "Die Zeit der Nationen", Lukas 21. Und Miller kommentiert das ein bisschen und sagt: "Ganz genau so sehe ich es auch im Wesentlichen." Und dann werden 5 Beschlüsse gefasst. Schaut mal.

[36:13] 1. Beschlossen, dass wir die Lehre eines Millenniums vor der Wiederkunft Christi – also eines Millenniums vor der Wiederkunft, das ist die populäre Theorie – den Wolken des Himmels und der Reinigung der Erde durch Feuer als unhaltbar, unbiblisch und schädlich für die Interessen Zions vollständig verwerfen.

[36:30] 2. Beschlossen, dass unserer Meinung nach die Zeit gekommen ist, den Mitternachtsruf ergehen zu lassen. Was ist der Mitternachtsruf? Siehe, der Bräutigam kommt, Matthäus 25. Und dass alle, die an der ersten Auferstehung teilhaben möchten, ohne Verzögerung erwachen sollten, um ihre Lampen zu richten, um bereit zu sein für den Bräutigam. Also dieses Thema wird immer wichtiger. Macht euch bereit. Jetzt ist es wirklich nicht mehr lang.

[36:53] Was auch wichtig war, kommt jetzt im 3. Beschluss zutage. Beschlossen, dass die Brüder Miller, Himes, Litch, Jones und Ward gemeinsam mit denen, die ihnen zustimmen und mit ihnen sich vereinen, um eine schlummernde Welt und eine schlummernde Kirche aufzuwecken, um das Thema zu untersuchen, ein Werk zu verrichten, indem sie unser Vertrauen, unsere Gebete und Kooperation von allen, die die herrliche Erscheinung unseres großen Gottes und unseres Erlösers Jesus Christus erwarten, verdienen. Worum geht es? Es geht darum, dass sich jetzt im Laufe der Zeit, je mehr Menschen dazukommen in diese Bewegung, herausstellt, wer sind diejenigen, die wirklich die Leiter sind und dass sie auch wirklich von allen das Vertrauen haben und dass sie unterstützt werden. Und diese 5, habe ich ja schon mal gesagt, das sind die 5, die man sich merken muss: Miller, Himes, Litch, Jones und Ward. Zu diesem Zeitpunkt.

[37:50] Viertens, beschlossen, dass wir den Freunden dieser Sache empfehlen, in ihren Gegenden so bald wie möglich Adventbibliotheken einzurichten. Nicht nur in Boston, sondern wo es nur möglich ist. In jeder Stadt.

[38:00] Fünftens, beschlossen, dass wir, da die Zeit kurz ist und unsere Arbeit groß ist und Gott sichtbar die Konferenzen über die Wiederkunft Christi gesegnet hat, die Durchführung von mindestens 4 Konferenzen in diesem Winter empfehlen. Weil das so ein Erfolg ist mit diesen Generalkonferenzen, wollen wir gleich noch 4 haben. So schnell wie möglich.

[38:23] Nach der Konferenz macht sich Litch auf den Weg und predigt in Troy und dann hier in der Nähe von New York in New York. Und hinterlässt dort einen gewaltigen, gewaltigen Eindruck, der kaum zu unterschätzen ist.

[38:43] Miller, nach der Generalkonferenz, reist weiter. Es ist mittlerweile schon Mitte November. Hier nach Clermont im Bundesstaat New Hampshire. Hält dort eine lange Vortragsreihe. Und macht sich dann weiter auf den Weg hier. Das ist die Gegend von Clermont, wo es langmarschiert ist.

[39:06] Und dann ist noch eine ganz tolle Geschichte. Den kennt ihr schon nicht, weil das ist Litch. Und den kennt ihr auch. Das ist Fitch. Wir erinnern uns, beide waren 1838 durch das Buch zur Überzeugung gekommen: Miller hat recht. Beide hatten darüber gepredigt. Er hat es sofort wieder aufgegeben, weil er von seinen Kollegen ausgelacht worden ist. Und er ist dabei geblieben. Beide sind bekannte, berühmte, junge Prediger. Er von den Presbyterianern, er von den Methodisten. Und er ist ja dann zurückgewichen und hat gesagt: "Ich glaube das nicht mehr, ich halte mich davon fern." Und wie wir die letzten Male gesehen haben, ist er dann aber trotzdem ausgeschlossen worden aus seiner Kirche. Weißt du noch, über welches Thema er studiert hat?

[39:55] Fitch hat das Thema studiert: Heiligung, könnt ihr euch erinnern? Sieg über die Sünde. Ganz heißes Eisen auch. Und er hat gesagt: "Ich glaube, es ist möglich durch die Kraft des Evangeliums, Sieg über die Sünde zu haben und ein Leben zu leben im völligen Gehorsam, in völlige Heiligung." Und darüber hat er studiert und ist dadurch ausgeschlossen worden und war jetzt ganz auf sich alleine gestellt. Und im Laufe des Jahres 1841 kommt Litch, der von Fitch weiß, zum Haus von Litch und sucht ihn persönlich auf und sagt folgendes.

[40:32] Hey, ich weiß, du hast das Buch damals gelesen. Ich weiß, du hast auch schon mal öffentlich darüber gepredigt. Kannst du dir vorstellen, das Buch nochmal zu lesen und nochmal drüber nachzudenken, ob du es nicht doch glauben möchtest? Und Fitch sagt: "Nein, nein, ich weiß, ich kenne es schon." Und dann sagt Litch: "Vielleicht hast du es nicht gründlich studiert." Und dann sagt Fitch: "Hey, ich habe das sechs Mal gelesen, das Buch. Ich weiß genau, worum es da geht." Und dann sagt Fitch: "Weißt du, mein Thema ist die Heiligkeit. Ich möchte, dass die Menschen die Sünden überwinden, das ist doch viel wichtiger."

[41:07] Und dann hat Litch eine brillante Idee. Er sagt: "Junge, was meinst du, was passiert, wenn du das Thema Wiederkunft mit dem Thema Heiligung verbindest? Denn dann wird ja deutlich, warum sie heilig leben müssen, weil Jesus bald wiederkommt. Du musst das Thema Heiligung und Wiederkunft verknüpfen." Übrigens, kaum einer hat vorher so viel über Heiligung gesprochen in der Miller-Bewegung. Das wäre ein echter Gewinn.

[41:35] Und Fitch sagt: "Okay." Er nimmt sich das Buch nochmal. Und er liest und liest und liest und studiert. Und eines Tages ist er schon mehr überzeugt und es fängt wieder an, so wie damals, so vor drei Jahren. Es kommt wieder alles hoch. Aber er ist nicht ganz sicher, er möchte jetzt keine, er möchte ganz, ganz, ganz sicher sein. So wie auch bei der Heiligung, er möchte ganz sicher sein. Und eines Tages liegt er auf dem Gesicht, betet und sagt: "Hey, was soll ich tun?" Und in dem Moment ist es, als ob ihm der Heilige Geist eine Bibelverse eingibt und ihm deutlich macht, dass Gott die Sanftmütigen leiten wird in ihrem Urteil. Und er sagt später: "Das war für mich so, als ob Gott direkt zu mir gesprochen hat und es bestätigt hat. Ja, es ist die Wahrheit."

[42:20] Und als Folge dessen schreibt er im November 1841 einen Brief, einen langen Brief an Litch, der so berühmt geworden ist, dass Himes, der natürlich immer gleich das vermarktet hat, sofort das als Buch rausgegeben hat, weil Fitch ist ein berühmter Prediger, der damals sogar dieses Broadway Tabernacle eingeweiht. Und als der sich auf die ganze Seite Miller stellt, löst das eine Sensation aus. Vor allem Fitch stellt sich nicht nur zur Wiederkunft, der stellt sich auch zum Datum 1843. Und in der Folgezeit wird Charles Fitch einer der beliebtesten Miller-Prediger überhaupt. Noch mehr als Litch.

[42:57] Und dann schreibt er hier dem Litch: "My dear brother Litch." Und dann sagt er: "Ich danke dir so, dass du gekommen bist. Ich danke dir so, dass du es nochmal gewagt hast." Und das ist auch eine wichtige Lektion für uns, dass wir vielleicht mit Menschen zu tun gehabt haben, die mal begeistert gewesen sind und sich wieder zurückgezogen haben. Und wir können davon lernen, dass wir diesen Leuten nachgeben, sie nicht aufgeben. Manch einer bekehrt sich erst beim zweiten Mal oder kommt erst beim zweiten Mal oder beim dritten Mal drauf, dass es die Wahrheit ist. Und wird dann ein kraftvolles Werkzeug in der Hand Gottes.

[43:31] Naja, Miller währenddessen geht von Clermont weiter nach Cambridge. Das Problem allerdings, die Vortragsreihe in Cambridge Port, die angesetzt war für den 21. November, muss verschoben werden, weil genau hier die Bahn zusammenbricht. Also Miller fährt mit der Eisenbahn und wie es öfter damals passiert ist, bleibt die Eisenbahn einfach liegen auf der Strecke. Geht nicht weiter, nicht vorwärts, nicht rückwärts. Und was sagt er? "Was soll ich machen? Dann bleibe ich einfach hier in Nashua und versuche, ob ich hier predigen kann." Allerdings werden alle Kirchen gegen ihn geschlossen, er darf nirgendwo hin. Aber da so viele Bürger ihn gerne hören möchten, hält er Vorträge dann in öffentlichen Hallen. Und kommt dann mit einigen Tagen Verspätung, als dann die Eisenbahn wieder repariert ist, hier in Cambridge Port an, um auch dort noch eine Vortragsreihe zu halten.

[44:30] Und dann geht es weiter von dort nach Boston. Boston ist das Herz der Miller-Bewegung. Und Himes hat mal wieder was organisiert. Das war einmal die größte Halle in Boston, damals zu der Zeit, die Tremont Hall. Hier, dritter Stock, das gewesen. Ganz berühmter Platz. Und dort soll Miller jetzt öffentliche Vorträge halten. Es ist mittlerweile die sechste Vortragsreihe in weniger als zwei Jahren in Boston. Also der Himes hat wirklich alles in Bewegung gesetzt. Stell dir mal vor, wir würden sechs Vortragsreihen allein in Stuttgart machen. Das hat gerade die Bewegung angeschoben.

[45:10] Und weil er gerade schon mal da ist, in Boston, und weil in Boston sowieso so viele Anhänger sind, sagt man: "Hey, wir haben jetzt schon drei Generalkonferenzen in diesem Herbst gemacht. Lass uns einfach noch eine Generalkonferenz machen." Und so kommt es zur sechsten Generalkonferenz am 30. November. Und da spricht Miller dann die Eröffnungsansprache. Und Charles Fitch gibt sein Zeugnis. Das dauert zwei Stunden lang. Und die Zuhörer sagen, sie haben niemals zuvor, weder von Miller noch von Litch oder Himes, eine so brillante Zusammenfassung der ganzen Miller-Theorie gehört. Der kann das besser zusammenfassen als alle anderen vorher. Und sofort wird den Menschen deutlich, dass Gott ihn zu diesem Zeitpunkt jetzt in die Miller-Bewegung einsetzt. Das ist wirklich Gottes Führung. Zwei Stunden, keiner wagt auch nur den Atem.

[46:04] Also einen Stock der Atem. Abends gibt es dann einen öffentlichen Vortrag. Wie gesagt, dieser Tremont Hall über Napoleon, das Papsttum. Interessanterweise, das ist noch ganz interessant, am nächsten Tag, wieder um 9 Uhr Gebetszeit, eine Stunde lang, dann sprechen Himes und Fitch, der plötzlich von 0 auf 100 gleich einer der führenden Sprecher ist, weil man weiß, was man an ihm hat, über praktischen Glauben. Heiligung.

[46:27] Und dann kommt es zu einem ganz interessanten Vorfall. Ein Mr. Nickerson tritt auf und fängt an, die Leute dort anzusprechen und so ein bisschen zu reden. Und was er sagt, ist sehr gut. Er redet sehr freundlich und sehr biblisch und sehr in Harmonie mit dem, was auch Himes und Fitch gesagt haben. Was aber nur einige wissen ist, dass Nickerson ein Mormonen-Prediger ist, der sich eingeschleust hat, um dort Vertrauen zu erwecken, um dann die Leute zu einem Mormon zu locken. Und das wird natürlich schnell entdeckt und er wird enttarnt. Und da sieht man das auch damals schon, nicht wahr, dass Satan versucht hat, das so ein bisschen zu untergraben.

[47:08] Denn Ward kann leider nicht dabei sein, schreibt einen Brief. Und dann am Nachmittag wieder Fitch mit einer Auslegung von 5. Mose 33. Miller über die Seligpreisung und abends ein öffentlicher Vortrag von Miller.

[47:22] Dann am 2. Dezember gibt es eine Fragestunde mit Miller. Das heißt, jeder im Publikum darf fragen: "Wie kommst du eigentlich auf das Datum? Und wie muss man Daniel 9 verstehen und Daniel 8 verstehen und Daniel 7 verstehen? Und was bedeutet das kleine Horn hier?" Und Miller beantwortet alle Fragen. Das war natürlich grandios.

[47:39] Dann werden nochmal 900 bis 1000 Dollar gesammelt für Publikationen, um euch ein Verhältnis zu geben. Ein normaler Arbeiter hat damals 50 Cent pro Tag verdient. Also was verdient ein normaler Arbeiter heute? Pro Tag? 80 Euro? Könnte man sagen, 80 Euro? Das heißt, wenn man das hochrechnen würde, hat man ungefähr 150.000 bis 160.000 Euro an der Generalkonferenz. Das ist der Geist der Milleriten. Und abends nochmal ein Vortrag von Miller. Und dann hat man auch gemeinsam die Bibel studiert am 3. Dezember noch.

[48:21] Und dann hat jemand einen Vorschlag am Nachmittag des 3. Dezember gemacht und hat gesagt: "Okay, wir müssten mehr Leute aussenden wie den Litch, damit wir an jede Haustür in Neuengland kommen. An jede Haustür." Da haben wir gesagt: "Wow, wie sollen wir denn das machen? Aber wir denken mal darüber nach, das könnte klappen."

[48:37] Und dann schreibt Henry Danner Ward einen Artikel in "The Signs of the Times", wo er seine Sorge ausdrückt, vielleicht mit diesem Datum. Er sagt: "Es ist euch bekannt, sehr geehrten Herren Editoren, dass einige von uns, die von ganzem Herzen mit euch übereinstimmen, bezüglich der Pflicht auf das Kommen des Herrn zu warten, eine andere Sicht bezüglich der fixierten Zeit haben, die gewöhnlich in eurer Zeitung befürwortet wird. Und es ist mein Ziel in dieser Mitteilung einige unserer Gründe zu nennen, so dass weder ihr noch die Leser im Zweifel sind, wo wir als Unterstützer der 'Signs of the Times' stehen. Ich schreibe oder sende sie nicht im Geist der Opposition, sondern allein als einfache Erklärung, dass alle Leser die Wahrheit erfahren, wie sie uns erscheint, die wir ein Datum für die Wiederkunft des Herrn ablehnen, sei es 1843 oder 1866 oder 2000 oder erst in tausend Jahren, egal von welchen Menschen auch kommend."

[49:32] Also mittlerweile wird das Datum so sehr gepusht, dass er öffentlich sagen wird: "Hey, damit kann ich nicht übereingehen. Ich glaube nicht, dass Jesus 1843 wiederkommt." Aber er lehnt halt das Datum an sich ab und das ist halt so ärgerlich.

[49:48] Währenddessen ist Litch als Pionier unterwegs und macht sich auf den Weg nach Philadelphia. Philadelphia, damals genauso groß wie New York City, eine der größten Städte Amerikas. Und ein bisschen so groß wie Boston. Und dort versucht er als allererster Millerit überhaupt Fuß zu fassen. Und das ist seine Aufgabe, als Pionier dort hinzugehen und ein Interesse zu wecken. Er hält eine Vortragsreihe mit großem Erfolg.

[50:16] Und Miller reist im Dezember dann von Boston aus hier nach Dover. Und naja, was soll ich euch sagen? Weil er schon mal in Dover ist und schon lange keine Generalkonferenz mehr war, hält man hier gleich nochmal eine Generalkonferenz ab, die siebte. Das heißt, man hat jetzt fünf Stück in einem halben Jahr, oder nein, in drei Monaten. Die Bewegung nimmt ein rasantes Tempo auf, das man kaum noch richtig folgen kann. Und da haben wir sie alle, sieben Orte der Generalkonferenzen bis dahin.

[50:48] Zum Schluss nur noch zwei Dinge seien erwähnt. In England sieht die Sache immer düster aus. Obwohl es immer noch viele gibt, die an der Wiederkunft festhalten, mehren sich die Kräfte, die dagegen wirken. Der britische schottische Arzt Dr. James Braid entdeckt den Mesmerismus neu. Wisst ihr, was Mesmerismus ist? Das ist das, was Mesmer erfunden hat, dieses Hypnotische. Und nennt es jetzt Hypnose. Er ist also der Erfinder der modernen Hypnose, die aber nichts anderes ist als Mesmerismus. James Braid, B-R-A-I-D. Und er war derjenige, der dann angefangen hat, Leute zu hypnotisieren, als Anästhesist sozusagen, vor der Operation.

[51:32] Und dann der andere, der viel kaputt gemacht hat, ist John Newman. Er gibt im Herbst 1841, oder zumindest im Jahr 1841, das Traktat Nummer 90 heraus, der Oxford-Bewegung. Und in diesem Traktat sagt er, die protestantische Kirche, die anglikanische Kirche und die römische Kirche haben dieselbe Glaubensüberzeugung. Es gibt keinen Unterschied zwischen Protestanten und Katholiken. Und er hat so einen gewaltigen Einfluss darin, viele Protestanten wieder nach Rom zurückzubringen. Sein erklärtes Ziel ist, die Protestanten zu deprotestantisieren. Sie wollen den Protestantismus aufheben. Und das ist einer der Gründe, warum die anglikanische Kirche heute kaum noch echte protestantische Substanz hat.

[52:17] Aber ein Ereignis aus dem Dezember 1841 ist noch interessant. Wisst ihr, welches Land das ist? Wie sieht das aus? Das ist Schweden. Und 1841, im Dezember, hört man zum ersten Mal ein Gerücht, eine Geschichte, dass in einer Kirche in Kjemserit Kinder predigen. Hast du davon gehört? Kinderprediger in Schweden. Im Dezember 1841 der erste Bericht von zwei Mädels, die das dort getan haben. Nächstes Mal werden wir das weiter untersuchen.

[52:52] Es sei noch gesagt, dass 1841 auch hier in Stuttgart noch mal ein Werk erschien. Es gibt leider kein Bild mehr davon. Mit dem Titel "Das Ende kommt" von Leonard Heinrich Kelber. Und in diesem Buch sagt er: 1843 kommt Jesus wieder. Er war sozusagen der deutsche Miller, nicht so bekannt. Aber auch hier in Stuttgart, genau zu jener Zeit, war derselbe Geist gegenwärtig.

[53:14] Nächste Woche geht es dann weiter ins Jahr 1842. Vielleicht denkt ihr, sechs Generalkonferenzen in drei Monaten, das geht nicht mehr schneller. Mehr kann ein Mensch nicht erreichen. Ich kann euch sagen, der Heilige Geist hat noch viel mehr vor gehabt. Die haben gerade erst angefangen. Und es kommen plötzlich noch Dinge im nächsten Mal dazu, die uns einfach nur staunen lassen, wie Gott es geschafft hat, diese Bewegung zu orchestrieren in einem Tempo, das plötzlich alle menschliche Kontrolle nicht mehr realisiert. Ganz, ganz spannend.

[53:49] Ich glaube, wir haben heute einiges gelernt darüber, wie Gott wirkt und wann Gott Menschen zur Bewegung hinruft, wann es notwendig ist und wie Gott in der Lage ist, in der kürzesten Zeit aus einigen wenigen viele zu machen. Und weil das so ist und weil wir auch in der Zukunft erwarten, dass wir ganz bald große Städte in gewaltigem Tempo erreichen können, dürfen wir sagen, wir haben nichts für die Zukunft zu befürchten, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Und jetzt haben wir eine kurze Pause und dann geht es sofort weiter mit dem Offenbarungsstudium in wenigen Minuten. Bis dann, Gottes Segen. Amen.


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