In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ tauchen wir in die Ereignisse des Sommers 1843 ein, eine Zeit intensiver geistlicher Erfahrungen und wachsender Herausforderungen für die Adventbewegung. Wir beleuchten die persönliche Entwicklung junger Gläubiger wie Ellen Harmon, die ihre tiefe Glaubenserfahrung weitergibt, während gleichzeitig die theologischen Debatten um die Deutung von Prophezeiungen wie Daniel 9 und die Bedeutung von Babylon zunehmen. Der wachsende Widerstand der etablierten Kirchen und die Auseinandersetzung mit fanatischen Tendenzen innerhalb der Bewegung prägen diese entscheidende Phase der Adventgeschichte.
Die Zeit des Endes: 40. Das Geheimnis Babylon (1843 Teil 3)
Christopher Kramp · Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er) ·Themen: AdventgeschichteWeitere Aufnahmen
Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)
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Transkript
[0:00] Einen wunderschönen guten Abend, hallo und herzlich willkommen zu "Die Zeit des Endes". Schön, dass ihr hier seid, live vor Ort in Stuttgart-Bad Cannstatt, schön, dass ihr eingeschaltet seid auf www.joelmedia.de oder wenn ihr euch jetzt diese Aufnahme später anschaut.
[0:14] Wir sind weiterhin im Jahre 1843. Das Millenniumsfieber ist noch nicht abgeklungen, da kommt schon die nächste große Auseinandersetzung auf die Adventisten zu. Wir werden heute sprechen über das Geheimnis Babylons und natürlich über all das, was in diesen Monaten passiert ist, vom Juli 1843 bis zum September 1843, auch immer noch so der Spätsommer.
[0:41] Wir wollen gemeinsam beten und dann hineintauchen. Es gibt so viel heute zu sagen, ich hoffe, wir schaffen es alles. Also lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir vorab einen Dank sagen, dass wir zu dir kommen können, dass wir wieder etwas lernen dürfen. Wir möchten dich bitten, dass du durch deinen Heiligen Geist zu uns sprichst, dass wir aus den Lektionen der Vergangenheit das für uns heute, für unseren Alltag, für unsere Gemeinde, für unser Leben mit dir lernen, was du möchtest, was wir lernen sollen. Und wir bitten dich, dass du bei uns bist nach deiner Verheißung. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.
[1:11] Letzte Woche abgeschlossen mit der Erfahrung von Ellen Harmon, 15 Jahre alt, wie sie nach vielen Monaten von Zweifeln und inneren Kämpfen zu diesem Bruder Stockman gegangen ist, diesem Adventisten-Prediger dort, der ihr in wenigen Minuten erklärt hat, wie man wirklich Christ ist. Und im Anschluss daran schreibt sie: "Sechs Monate lang trübte kein Schatten mein Gemüt, noch versäumte ich eine mir bekannte Pflicht. Mein ganzes Bestreben war, den Willen Gottes zu tun und Jesus und den Himmel beständig vor Augen und im Herzen zu haben." Hat jemand von uns mal erlebt, dass man so eine richtig lange Zeit hat, wo man einfach nur – man hat das Gefühl, man lebt schon fast wie im Himmel?
[1:48] "Und ich war überrascht und entzückt von der Klarheit, mit der mir jetzt die Versöhnung und das Werk Christi vorgeführt wurden. Da war auch nicht eine Wolke, die meine vollkommene Wonne störte. Mich verlangte danach, die Geschichte von der Liebe Jesu zu erzählen." Jeder, der wachhaft bekehrt ist, möchte das auch anderen weitergeben. Aber ich fühlte keine Neigung, mit irgendjemandem eine gewöhnliche Unterhaltung zu führen. Mein Herz war so erfüllt von der Liebe zu Gott und dem Frieden, der alle Erkenntnis übersteigt, dass ich gern über göttliche Dinge nachdachte und betete. Wer wirklich Jesus liebt, den muss man nicht dazu zwingen, geistlich zu denken, der tut das von ganz alleine.
[2:22] Am Abend, nachdem ich einen so großen Segen erhalten hatte – sie spricht davon, dass sie an einer bestimmten Versammlung zum ersten Mal öffentlich gebetet hatte, sie hatte sich jahrelang nicht getraut, öffentlich zu beten, und sie hat zum ersten Mal gebetet und hat richtig die Kraft Gottes gespürt an diesem Abend – und dann sagt sie: "Am Abend, nachdem ich einen so großen Segen erhalten hatte, besuchte ich die Adventversammlung. Als die Zeit kam, zu welcher die Nachfolger Christi für ihn Zeugnis ablegten, konnte ich nicht schweigen, sondern stand auf und erzählte meine Erfahrung. Mir war auch nicht ein Gedanke daran gekommen, was ich sagen sollte, aber die einfache Geschichte von der Liebe Jesu zu mir fiel mit vollkommener Freiheit von meinen Lippen."
[3:01] "Und mein Herz war so glücklich von seiner Knechtschaft dunkler Verzweiflung befreit zu sein, dass sich die Leute um mich herum ganz aus den Augen verloren und mit Gott allein zu sein schienen. Ich hatte keine Schwierigkeiten, meinen Frieden und mein Glück auszudrücken und nur Tränen der Dankbarkeit erstickten meine Stimme etwas." Der älteste Stockmann war zugegen. Er hatte mich unlängst in tiefer Verzweiflung gesehen und als er nun meine Lage gewendet sah, weinte er laut, freute sich mit mir und pries Gott für diesen Beweis seiner Barmherzigkeit und Liebe.
[3:32] Nicht lange nachdem ich diesen großen Segen empfangen hatte, besuchte ich eine Konferenzsitzung der christlichen Kirche, wo Ältester Brown Pastor war. Ich wurde eingeladen, meine Erfahrungen zu erzählen und fühlte nicht nur große Freiheit im Ausdruck, sondern auch Freudigkeit im Erzählen meiner einfachen Geschichte von der Liebe Jesu und der Freude, bei Gott angenommen zu sein. Also alles, was sie berichtet hat, war ja: "Ich habe mich so und so gefühlt. Jetzt habe ich Jesus angenommen. Jetzt fühle ich mich so und so."
[3:57] "Als ich mit demütigem Herzen und tränenvollen Augen sprach, schien meine Seele im Himmel in Danksagungen nahegezogen zu werden. Die schmelzende Kraft des Herrn kam auf die Versammelten. Viele weinten und traten an, priesen Gott. Sünder wurden eingeladen, für sich beten zu lassen und viele leisteten der Aufforderung Folge." Was ist passiert? Dieses 15-jährige Mädchen ohne jegliche Ausbildung erzählt ihr einfaches Zeugnis und Leute kommen nach vorne für spezielles Gebet. Da sage noch jemand, man sei nicht geeignet, um Menschen zu Christus zu führen.
[4:32] Mein Herz war dem lieben Gott so dankbar für den Segen, den er mir gegeben hatte, dass es mich danach verlangte, dass auch andere an dieser heiligen Freude teilnehmen möchten. Und jetzt hat sie sich einen Plan gemacht. Sie hat überlegt, was kann ich tun für meine Freunde? "Ich veranlasste Versammlungen mit meinen jungen Freunden, von denen einige beträchtlich älter waren als ich und einige waren sogar verheiratete Personen." Also als 15-jähriges Mädchen hatten wir so einen Freundeskreis, manche waren vielleicht 16, 17, manche waren schon 21.
[4:58] "Eine Anzahl von ihnen waren eitel und gedankenlos, meine Erfahrungen klangen ihnen wie müßiges Geschwätz und sie leisteten meinen Bitten keine Folge." Da kann man sich gut hineinversetzen, wenn man selbst Jesus kennengelernt hat, man möchte es weitergeben, keiner will es so richtig hören. "Ich beschloss jedoch, dass meine Bestrebungen nicht nachlassen sollten, also da, wo wir meistens aufgeben, hat sie weitergemacht, bis diese lieben Seelen, für die ich ein so großes Interesse hatte, sich Gott übergeben würden."
[5:24] Jetzt Achtung: "Mehrere ganze Nächte wurden von mir in ernstem Gebet für diejenigen zugebracht, die ich mir ausgesucht und zusammengebracht hatte." Hat sich also eine Liste gemacht und gesagt: "Die Leute, die möchte ich zu Jesus führen." Hat für sie gebetet, nicht nur fünf Minuten oder 15 Minuten, manchmal die ganze Nacht hindurch, um für sie zu wirken und mit ihnen zu beten.
[5:45] "Einige von diesen hatten sich aus Neugierde mit uns versammelt, um zu hören, was ich zu sagen habe. Andere dachten, dass ich außer mir sei, weil ich in meinen Bestrebungen so beharrlich war, besonders wenn sie selber kein Interesse bekundeten." Aber in jeder unserer kleinen Versammlungen fuhr ich fort, zu ermahnen und für jeden besonders zu beten, bis alle sich Jesus gegeben und die Verdienste seiner vergebenen Liebe anerkannt hatten. Ein jeder wurde zu Gott bekehrt.
[6:13] Wow, ein junges Mädel hat alle ihre Freundinnen zu Christus geführt in diesen Monaten. Zur gleichen Zeit, der ein paar Jahre ältere James White ist in diesen Monaten im Sommer 1843 hier in seiner Heimat in Palmyra in Maine und geht zu den verschiedenen Dörfern und predigt dort die Wiederkunft. Hier haben wir die Gegend dort in Central Maine, wo er gewesen ist.
[6:42] Am 1. Juli ist William Miller zum ersten Mal wieder nach langer Zeit so wohlauf, dass er aus dem Haus gehen kann. Er war den gesamten Sommer, den gesamten Frühling totkrank, wäre beinahe gestorben. Am 1. Juli betritt er wieder die frische Luft und seine Verfassung wird dann doch deutlich besser. Die Befürchtung, er müsste sterben, ist erstmal vorbei.
[7:05] Und natürlich, Juli ist Campmeeting-Zeit. Wir haben hier so eine Grafik, wo schon alle Campmeetings stattgefunden haben. Auch am 1. beginnt ein Campmeeting in Sennet, am 2. Juli ein Campmeeting in Pittsfield, am 5. Juli ein Campmeeting in Franconia. Überall sprießen sie wie Pilze aus dem Boden.
[7:25] Am 5. Juli wird eine interessante Frage gestellt von einem Leser an die "Signs of the Times", nämlich die Frage ist: "Gut mitdenken, wenn das Heiligtum am Ende der 2300 Tage gereinigt werden soll, muss dies nicht vor dem Kommen Christi geschehen?" Gute Frage, nicht wahr? Aber Antwort: Nein, nein, nein, nein, Christus kommt selbst, um das Heiligtum zu reinigen. Wenn das Heiligtum die Gemeinde ist, lesen wir 2. Thessalonicher 2, wo der Papst sich in die Gemeinde setzt und dann wird er herausgereinigt durch die Wiederkunft. Wenn das Heiligtum die Welt ist, lesen wir, und dann kommt Matthäus 13, wo dann, wenn Jesus wiederkommt, alle, die gesammelt worden sind als Böse, werden dann verbrannt und dadurch wird die Welt gereinigt. Aber wenn das Heiligtum eben das Heiligtum ist, nicht wahr, da sind sie immer noch nicht draufgekommen. Obwohl es schon Leute gibt, die das so ansatzweise mal anfragen und sagen: "Hey, müsste das nicht eigentlich da noch was davor geschehen?"
[8:19] In jenen Tagen mehrt sich auch der Widerstand der offiziellen Kirchen. Zum Beispiel im Bundesstaat Vermont hier beschließt die Kirche der Kongregationalisten, dass es verboten ist, in ihren Kirchen über die Wiederkunft Christi zu sprechen, wenn ein Ortsprediger dort vorhanden ist und es durchsetzen kann. Also mehr und mehr schließen sich die Kirchen jetzt zu vor dieser Botschaft.
[8:46] Am 12. Juli verlässt dann Charles Fitch Rochester. Sie hatten ja im Juni hier eine gewaltige Missionsbemühung gehabt in Rochester mit dem großen Zelt, er hat zwölfmal gepredigt dort und reist jetzt völlig erschöpft und ausgelaugt zurück nach Cleveland, wo seine Familie ist, wo er weiter wirken soll.
[9:07] Am 12. Juli ebenfalls in den "Signs of the Times" muss Sylvester Bliss erneut eine kritische Anfrage beantwortet. Es geht wieder um dieses Jahr Null, und er schreibt hier erneut: "Es ist wahr, um konsequenterweise 2900 Jahre von 457 vor Christus zu berechnen, brauchen wir 1843 volle Jahre, die wir nicht haben, solange 1843 nicht zu Ende gegangen ist." Das heißt auf Deutsch, ohne dass es so ausdrücklich formuliert ist: Eigentlich ist die Zeit noch gar nicht vorbei. Sie geht dann erst mit dem Ende 1843 zu Ende.
[9:44] "Es ist ebenfalls wahr, dass wir den Beginn und das Ende unserer Jahre in Übereinstimmung mit der jüdischen Zeitberechnung bestimmen müssen, was also heißt, von früher 1843 bis früher 1844 und die 2300 Jahre gehen eigentlich erst im Frühjahr 1844 zu Ende."
[9:59] Und dann folgendes: Jetzt passt mal gut auf. "Die große Schwierigkeit ist das Ende der 70 Wochen zu finden, da es nichts Definitives in der Prophezeiung gibt, das das Ende markiert." Jetzt beginnen die Adventisten immer mehr die Details von Daniel 9 unter die Lupe zu nehmen, weil sie merken, das müsste uns helfen, jetzt diese Schwierigkeiten zu lösen.
[10:19] Die Prophezeiung zeigt uns, dass es 69 Wochen bis zum Messias sind. Danach soll der Bund eine Woche bestätigt oder bekräftigt werden. Das war soweit klar. Und das Opfer sollte in der Mitte der Woche aufhören. Bis dahin hatten sie diese Mitte der Woche nicht so sehr beachtet.
[10:33] Aber jetzt heißt es: "Einige behaupten deswegen, dass die Kreuzigung in der Mitte der Woche, also nach dreieinhalb Jahren war." Aber Mitte bedeutet nicht notwendigerweise Mitte. Im Englischen gibt es zwei Worte für Mitte, nämlich "midst" und "middle". "Midst" bedeutet einer in unserer Mitte. Wenn jemand in unserer Mitte ist, ist er nicht notwendigerweise in der geometrischen Mitte. Aber es gibt auch die arithmetische Mitte, die genau die Hälfte ist. Und eigentlich spricht Daniel 9 von der genauen arithmetischen Mitte.
[11:02] Und sie haben gedacht nur so im Allgemeinen: "Wir haben also einen fixierten Zeitpunkt für die 69 Wochen in 26 nach Christus." Und da es Diskussionen um die Zeit der Kreuzigung gibt, ist dies die einzige feste Zeitperiode, von der wir aus datieren können. Einige behaupten, dass der Erlöser im Jahre 30 in der Mitte der Woche und andere, dass er 33 am Ende der Woche gekreuzigt worden ist. Interessanterweise, und das verstehe ich selbst noch nicht so ganz, wie sie das übersehen konnten, obwohl sie jetzt schon realisieren, dass 1843 eigentlich 1844 sein müsste, haben sie die Daten noch nicht, wie sagt man, adjustiert auf 31 und 34. Aber, wie auch immer, beide Ansichten haben keinen Einfluss auf das Ende der 70 Wochen im Jahre 33.
[11:45] Also sie fangen jetzt an zu diskutieren: Ist Jesus am Ende der 70 Wochen gekreuzigt worden oder in der Mitte der letzten Woche? Und jetzt wird es richtig technisch, denn die Bibeln sagen alle, die sie haben in den Fußnoten: 33, 33, 33. Warum sagen die das? Jetzt untersuchen sie das: Wie kommt die Fußnote in die Bibel?
[12:03] Im 12. Jahrhundert, als die Juden in der ganzen Welt verstreut waren, war schwierig die Reifung der Gersten Palästina zu beobachten, weil damit wird das eigentliche Passa bestimmt, die Reifung der Gersten Palästina. Um das Passa-Uniform zu beobachten, etablierten die Rabbis den Beginn durch astronomische Berechnungen, nämlich wann immer der erste Vollmond nach der Frühlingstag-Nachtgleiche ist.
[12:25] Ferguson hatte durch astronomische Berechnungen gezeigt, dass der erste Vollmond nach der Frühlingstag-Nachtgleiche, also nach dem Rabbi-Prinzip, im Jahre 33 auf einen Freitag fiel und dass dies nicht der Fall in den 20 Jahren zuvor oder danach war. Also, wenn die Rabbis mit ihrer Berechnung recht haben, oder wenn man zur Zeit Jesu das wie die Rabbis gemacht hat, dann gibt es nur die Möglichkeit, dass im Jahre 33 Passa an einem Freitag war. Und deswegen stand in den englischen Bibeln in der Fußnote: Jesus ist 33 gekreuzigt worden. Das war die Logik.
[12:56] Wenn die rabbinischen Juden also korrekt sind, dann wurde unser Erlöser im Jahre 33 gekreuzigt, gegen Ende der letzten Woche. Nun gibt es eine Auseinandersetzung zwischen den rabbinischen und den karaitischen Juden, merkt euch diesen Begriff auch für die nächsten Wochen, bezüglich der korrekten Anfangszeit des Jahres. Jene, also die Karaiten, behaupten, dass das Jahr mit dem Vollmond beginnt, der am nächsten zur Gerstenreifung stattfindet, gemäß 3. Mose 23, und nicht am nächsten Tag-Nachtgleiche im Frühling, so wie es die Rabbis dann später gemacht haben.
[13:32] In Judäa ist die Gerstenernte erst einen Monat nach dem rabbinischen Passareif, und das Ganze dann am Ende durch Nacht heißt. Wir finden also, dass das nach Ferguson, wenn die karaitischen Juden recht haben, die Kreuzigung im Jahre 30, in der Mitte der Woche, stattfand. Und das war natürlich ein erster Schritt hin zur korrekteren Berechnung von Daniel 9.
[13:51] Springen wir. Es gibt Berichte davon, wie in Rochester ein Bürger zu drei Tagen Gefängnis verurteilt worden ist und 10 Dollar Strafe, weil er ein Treffen der Adventisten gestört hat, indem er zur großen Chart hingelaufen ist und die gesamte Chart mit Tinte besprüht hat. Und dann ist er für drei Tage ins Gefängnis gekommen. Naja, ich hoffe, er hat es überlebt.
[14:17] Am 17. Juli, Campmeeting in Kanada, in Stansted, wird ein Brief abgedruckt von William Miller, der jetzt zurückschaut auf seine große Krankheitszeit in den letzten Monaten. Er sagt: "Bevor ich letzten Winter krank wurde, war ich manchmal unversöhnt mit meinem Schicksal, wie ich es nannte. Ich dachte oft, dass Gott mir mehr auferlegt hatte, als ich tragen könne." Wichtige Lektion: Wir können jahrelang im Werk Gottes aktiv sein und manchmal das Gefühl bekommen, wir schaffen das nicht. Gott hat uns zu viel aufgebürdet.
[14:47] "Ich murrte und beschwerte mich oft und betete oft, dass ich für ein paar Wochen nicht von der Hektik der Welt zurückziehen könne." Fällt jemand eine biblische Person ein, der auch so etwas mal gesagt hat? Das ist zu viel für mich. Mose, nicht wahr, der hat auch so etwas gesagt.
[15:02] "Und jetzt erzählt er: Gott hat meiner Bitte stattgegeben und ich war vier Monate in meinem Zimmer eingeschlossen." Also jahrelang hat er gearbeitet und hat er gebetet: Gott, lass mir doch endlich mal Ruhe. Ich will Ruhe haben. Und dann gibt Gott ihm Ruhe. Aber wie anders, als ich es erwartet hatte. Ich erhoffte Ruhe, aber erlebte Schmerz.
[15:20] "Aber während meiner gesamten Krankheit ist mein Glaube an die Wiederkunft Christi in diesem Jahr stärker gewesen, als ich es jemals erlebt hatte. Es erschien mir so klar, so deutlich, dass daran zu zweifeln so gottlos erschien, wie das Zweifeln an der Existenz eines höchsten Wesens. Und obwohl meine körperlichen Schmerzen sehr stark waren, wurde es doch ziemlich erträglich gemacht durch meinen Glauben an das gesegnete Buch des Wortes Gottes und an die Verheißung über ein herrliches Erbe der Heiligen darin."
[15:45] Und dann sagt er fast schon prophetisch: "Gott wird unseren Glauben mehr prüfen als jemals zuvor. Verlass dich darauf. Lass uns nicht wanken, denn der Herr wird kommen und nicht zögern." Also, wenn ihr das nächste Mal sehr im Stress seid, in der Gemeinde arbeitet, dann überlegt euch, ob ihr beten sollt: Herr, schenkt mir doch mal mehr Ruhe. Ich hoffe, es könnte sein, dass Gottes Gebet auf unerwartete Art und Weise beantwortet wird.
[16:09] Es gibt Berichte davon, wie immer mehr Arbeiter der Adventisten jetzt auch auf eigene Faust nach Kentucky gehen und nach Delaware in neue Bundesstaaten. In Philadelphia gibt es einen gewaltigen Fortschritt in der Arbeit. Das Werk breitet sich mehr Richtung Westen und Richtung Süden aus in dieser Zeit.
[16:29] Am 19. Juli hat Miller nochmal einen Rückfall, es geht ihm etwas schlechter, muss seine Reisepläne nochmal verschieben. Und dann kommt mal wieder so ein Moment, wo der Atem der Geschichte weht. Er sagt in Offenbarung 14 Vers 8, nachdem die erste Engelsbotschaft dort verkündigt wird, nicht wahr? "Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen." Das war das, was die Milleriten, die Adventisten quasi als Selbstverständnis hatten, diese Botschaft an die ganze Welt zu predigen: Jesus kommt bald wieder.
[16:56] Hatten sie bis dahin nicht so sehr darauf geachtet, dass danach im nächsten Vers ein zweiter Engel kommt? "Ein anderer Engel folgte ihm, der sprach: Gefallen, gefallen ist Babylon, die große Stadt, weil sie mit dem Glutwein ihrer Unzucht alle Völker getränkt hat." Und außerdem hieß es in Offenbarung 18 Vers 4: "Ich hörte eine andere Stimme aus dem Himmel, die sprach: Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt."
[17:20] In den "Signs of the Times" am 26. Juli finden wir einen Artikel von wem? Wer ist das nochmal? Litsch, Josiah Litsch, mit dem Titel "Babylon's Fall, The Sanctuary Cleansed" und er studiert dieses Thema: Babylon ist gefallen. Und er zeigt, wie in den jüngsten Ereignissen die katholische Kirche von Gerichten heimgesucht wird und seiner Meinung nach ist die katholische Kirche jetzt endgültig gefallen. Und er geht sogar weit zu sagen: Sind die 2300 Jahre vielleicht schon abgelaufen? Könnte es sein, dass jetzt in den letzten Wochen sind, dass die 2300 Jahre zu Ende sind und jetzt nur noch die Gerichte bereits fallen auf Babylon? Haben wir eine neue Botschaft: "Die Stunde seines Gerichts ist gekommen" oder "Babylon ist gefallen"?
[18:10] Das schreibt er schon am 17. Juli, aber es wird erst gedruckt in den "Signs of the Times" am 26. Juli. Jetzt haltet euch fest: Am selben Tag, ohne dass er es weiß, predigt sein Namensvetter Charles Fitch eine Predigt mit dem Titel "Come Out of Her, My People", wo es darum geht, dass Babylon nicht nur die katholische Kirche ist, sondern auch die anderen protestantischen Kirchen, die sich gegen die Wiederkunftsbotschaft verschließen. Und das druckt er dann einige Tage später in seiner eigenen Zeitschrift, er hat selbst eine Zeitschrift rausgebracht seit Januar mit dem Titel "Second Advent of Christ", also Wiederkunft Christi. Und er hat dann später auch ein Traktat daraus gemacht, das er verteilt hat. Und damit ist er der allererste, der ganz offen und vollständig sagt: Die protestantischen Kirchen sind auch Babylon, weil sie die Wiederkunftslehre ablehnen und deswegen müssen wir uns von ihnen trennen.
[19:07] Seine anderen Kollegen sehen das erstmal noch mit großen Bedenken, aber Charles Fitch, ausgerechnet er, der so viel über Heiligung spricht, nicht weiter und sehr auf Jesus sich konzentriert in seiner Predigt, ist derjenige, der als erster den Schritt wagt und sagt: Wir müssen raus aus Babylon.
[19:20] In jeder Zeit hat ein weiterer Doktor der Theologie sich daran gemacht, Miller zu bekämpfen. Sein Name war Samuel Former Jarvis. Und hier haben wir zwei Predigten über die Prophetie mit einem Anhang, in dem das Schema Millers behandelt und abgelehnt wird. Aber auch er hat keine neuen Argumente dagegen und kann es nicht schaffen.
[19:50] Eine der wenigen Nicht-Milleriten, die wirklich positiv eingestellt ist, das ist nach wie vor Alexander Campbell, der sie als christliche Brüder nennt. Aber ansonsten wird der Hass auf die Adventisten immer größer. Währenddessen, immer noch sind sie aktiv, die Kinderprediger in Schweden. Am 29. Juli berichten erneut schwedische Zeitungen über diese Kinder dort, die vor allem hier in der Gegend um Karlskoga sehr aktiv sind. Es sind Kinder und zum Teil auch junge Männer, die offensichtlich vom Heiligen Geist geleitet worden sind. Wir haben sie ein paar Mal schon angesprochen und sie predigen. Wenn man sie fragt, was ist eure Hauptbotschaft? Sagen sie immer: "Die Stunde seines Gerichts ist gekommen."
[20:29] "Die Stunde seines Gerichts ist gekommen" und sie zitieren in ihren Predigten. Hier haben wir die Kirche in Karlskoga, wo das gewesen ist. Sie zitieren auf Markus 14, Vers 6, dass ein ewiges Evangelium zu verkündigen, nämlich: "Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen und betet den, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat." Sie zitieren auch oft aus Joel, dass der Heilige Geist ausgegossen wird auf die Söhne und Töchter, Knechte und Mägde und so weiter und so fort.
[21:11] Ebenfalls im Sommer kommt dann der junge Mann James White auf seiner Reise durch die Gemeinden auch nach Portland, wo die 15-jährige Ellen Harmon ebenfalls gerade schon aktiv ist, quasi als selbsternannte Bibelarbeiterin. Ob sie sich dort getroffen haben, gesehen haben, das ist nicht belegt, keiner weiß es. Könnte sein, vielleicht auch nicht, wissen wir nicht genau.
[21:30] Wie auch immer, wir ermüden uns auch darüber zu debattieren. Anfang August geht das große Zelt weiter auf Reisen, diesmal nach Buffalo und auch dort soll es aufgestellt werden. Hier beginnt das Campmeeting, Himes ist dort, Fitch ist dort, George Storrs, die großen Namen des Adventismus versuchen dort an der Grenze zu Kanada jetzt den Adventismus zu etablieren. Himes geht von dort noch weiter nach Kanada, nach Toronto und versucht auch dort Vorträge zu halten und Menschen auf die Wiederkunft vorzubereiten.
[22:10] Übrigens, im Zusammenhang mit diesem Campmeeting in Buffalo wird jetzt auch eine eigene Zeitschrift herausgegeben, die nur in den Campmeetings verteilt wird, so dass man auch für diese Campmeetings eigene Zeitschriften hat und das ist natürlich eine weitere Herausforderung für Himes, das auch noch zu bewerkstelligen, aber das nimmt er gerne an. Hier haben wir Toronto.
[22:30] Und dann wird berichtet, dass auch die Adventisten, vor allem im Bundesstaat von Maine, immer mehr unter Druck geraten von den Kirchen. Gerade die methodistischen Kirchen, die methodistische Kirche setzt ihre Mitglieder enorm unter Druck und das werden wir gleich in den nächsten Wochen so spüren bekommen. Es gibt ja einen Grund dafür, warum Charles Fitch sagt: "Kommt heraus aus ihr, Babylon." Auch George Storrs hatte sich schon in die Richtung geäußert, weil die Kirchen die Adventgläubigen bewusst bekämpfen.
[22:56] Für Ellen Harmon sah das so aus: "Meines Vaters Familie besuchte immer noch gelegentlich die Methodistenkirche und auch den in Privathäusern gehaltenen sogenannten Klassenversammlungen." Klassenversammlung bedeutet, ist sowas wie ein Hauskreis. Man kommt zusammen, erzählt Erfahrungen, betet zusammen. Das waren die Klassenversammlungen.
[23:17] "Eines Abends ging mein Bruder Robert und ich, der war fünf Jahre älter, also 20, zur Klassenversammlung. Der vorstehende Älteste war zugegen. Als mein Bruder an die Reihe kam, Zeugnis abzulegen, sprach er in großer Demut, aber doch mit Klarheit von der Notwendigkeit vollständiger Bereitschaft, unserem Heiland zu begegnen, wenn er mit Kraft und großer Herrlichkeit in den Wolken des Himmels kommen werde."
[23:38] "Als ich aufgefordert wurde zu sprechen, erhob ich mich frei im Geiste mit einem Herzen vor Liebe und Frieden. Ich erzählte die Geschichte von meinem großen Leiden unter dem Gefühl des Sündendruckes und wie ich endlich den so lange sehnlich gesuchten Segen erhalten habe, gänzlich unterwerfung unter den Willen Gottes. Und ich drückte meine Freude aus über die Vorkunde von dem baldigen Kommen des Erlösers, um seine Kinder heimzuholen."
[24:03] Was passiert jetzt? In meiner Einfalt erwartete ich, dass meine Methodistenbrüder und Schwestern meine Gefühle verstehen und sich mit mir freuen würden. Aber ich war enttäuscht. Mehrere Schwestern stöhnten und bewegten geräuschvoll ihre Stühle und wandten mir ihren Rücken zu. Stellt euch vor, ihr gebt ein Zeugnis, dass Jesus bald wiederkommt. Ihr freut euch und die Geschwister in der Gemeinde fangen an zu stöhnen und Geräusche zu machen, Stuhl umzudrehen und euch den Rücken zu kehren.
[24:29] Ich konnte mir nicht vorstellen, was ich gesagt hatte, um sie zu beleidigen und sprach ganz kurz, da ich den kalten Einfluss ihres Missfallens fühlte. Als ich aufgehört hatte zu sprechen, fragte mich der vorstehende Älteste: "Ob es nicht angenehmer sei, ein langes, nützliches Leben zu führen und anderen Gutes zu tun, als Jesus schnell kommen und arme Sünder verderben zu lassen?" Nach dem Motto: Es wäre doch viel besser, wenn Jesus noch lange nicht kommt, da könntest du noch was Gutes tun.
[24:54] Ich antwortete, dass ich mich nach dem Kommen Jesu verlange. Dann werde die Sünde ein Ende haben, wir würden uns auf immer der Heiligung erfreuen und es werde uns kein Teufel mehr versuchen und auf Abwege bringen. Als der vorstehende Älteste anderen in der Klasse anredete, drückte er seine Freude über die Erwartung des irdischen Milleniums oder tausendjährigen Friedensreiches aus, während welches die Erde voll der Erkenntnis des Herrn sein werde, wie Wasser das Meer bedeckt und so weiter und so fort.
[25:18] Und Ellen und ihr Bruder Robert gehen dann nach Hause. Hier, lesen wir das noch: "Nach Schluss der Versammlung war ich mir bewusst, mit besonderer Kälte behandelt zu werden von solchen, die früher liebreich und freundlich gegen mich gewesen waren. Mein Bruder und ich gingen nach Hause zurück, mit dem traurigen Gefühl, von unseren Brüdern so missverstanden zu werden und dass die nahe Wiederkunft Jesu so bitteren Widerstand in ihren Herzen erweckte."
[25:43] Wir gehen auf den Weg und fragen uns: Hey, kann es sein, dass wir vielleicht verführt sind? Haben wir die Bibel falsch ausgelegt? Und sie studieren weiter und versuchen das nochmal genau zu verstehen und sagen sich dann: Nein, wir bleiben dabei. Jesus kommt bald wieder. Wir geben diese klaren biblischen Aussagen nicht auf.
[25:56] Nicht lange danach besuchten wir wiederum die Klassenversammlung. Uns verlangte nach einer Gelegenheit, von der köstlichen Liebe Gottes zu sprechen, die unsere Seele bewegte. Ich besonders wünschte von der Güte und Herzlichkeit Gottes gegen mich zu sprechen. Es war eine so große Änderung in mir vorgegangen, dass es meine Pflicht zu sein schien, jede Gelegenheit zu benutzen, von der Liebe meines Heilandes zu zeugen.
[26:15] Als die Reihe zum Sprechen an mich kam, führte ich die Beweise von der Liebe Jesu an, deren ich mich erfreute und erwähnte, dass ich freudig vorausblicke auf das heilige Zusammentreffen mit meinem Erlöser. Der Glaube, dass das Kommen Christi nahe sei, hatte meine Seele angeregt, ernster um die Heiligung durch den Geist Gottes zu beten.
[26:36] Sie sagt also, diese Botschaft von der Wiederkunft, dieser Adventismus hat mich wirklich Heiligung erleben lassen. "Hier unterbrach mich der Klassenführer, indem er sagte: Du hast die Heiligung durch den Methodismus erhalten, durch den Methodismus, Schwester, und nicht durch eine irrige Theorie." Ich fühlte mich gedrungen, die Wahrheit zu bekennen, dass mein Herz diese neue Segnung nicht durch den Methodismus erhalten habe, sondern durch die erhebenden Wahrheiten vom persönlichen Kommen Jesu. Durch sie hatte ich Friede, Freude und vollkommene Liebe gefunden.
[27:10] So schloss mein Zeugnis, das wievielte? Das letzte, das ich in der Klasse mit meinen Methodistenbrüdern ablegen sollte. Robert sprach dann in seiner sanftmütigen Weise, aber dennoch klar und rührend, dass einige weinten und sehr bewegt waren, aber einige husteten missbilligend und schienen sich ziemlich ungemütlich zu fühlen.
[27:29] Nachdem wir das Klassenzimmer verlassen hatten, sprachen wir wieder über unseren Glauben und wunderten uns darüber, dass unsere christlichen Brüder und Schwestern es so schwer ertragen konnten, wenn ein Wort über das Kommen unseres Heilandes gesagt wurde. Die Wahrheit schneidet und sie teilt in zwei Hälften. Wir waren überzeugt, dass wir die Klassenversammlung nicht mehr besuchen sollten.
[27:46] Die Hoffnung auf das herrliche Erscheinen Christi erfüllte unsere Seelen und fand Ausdruck, wenn wir uns zum Sprechen erhoben. Es war augenscheinlich, dass wir keine Freiheit in der Klassenversammlung haben konnten, denn unser Zeugnis reizte zu Hohn und Sticheleien, die nach Schluss der Versammlung unser Ohr reichten, und zwar von Brüdern und Schwestern, die wir achteten und liebten. Und so stellen sie fest, es wäre besser, nicht mehr zu diesem Gebetskreis dort zu gehen.
[28:15] Die Adventisten hielten diese Zeitversammlung in dem Beethoven-Saal. Mein Vater besuchte diese Versammlung ziemlich regelmäßig mit seiner Familie. Man dachte, dass die Wiederkunft Christi 1843 stattfinden würde. "Die Zeit, in welcher noch Seelen gerettet werden könnten, schien mir so kurz zu sein, dass ich beschloss, alles zu tun, was in meinen Kräften stand, um Sünder zum Licht der Wahrheit zu führen." Ja, was wäre das dann?
[28:32] Ich hatte zwei Schwestern daheim, Sarah, die einige Jahre älter war als ich, und meine Zwillingsschwester Elisabeth. Wir besprachen die Sachen unter uns selbst und beschlossen, so viel Geld wie möglich zu verdienen und dafür Bücher und Traktate zu kaufen, um sie unentgeltlich zu verteilen. Toller Plan, oder? Arbeiten, Geld verdienen, Missionsliteratur kaufen, die kostenlos verteilen. Dies war das Beste, was wir tun konnten. Und wir taten dies sehr gern.
[28:57] Was kann denn Ellen arbeiten? Unser Vater war ein Hutmacher und es war ihr zugewiesen Arbeit, die Kränze der Hüte zu machen, da dies der leichteste Teil der Arbeit war. Sie war ja schwer krank, wissen wir ja. Auch strickte ich Strümpfe für 25 Cent das Paar. Mein Herz war so schwach, dass ich gezwungen war, beim Sitzen im Bett durch Kissen aufrechterhalten zu werden, um diese Arbeit zu tun. Aber Tag für Tag saß ich dort und freute mich, dass meine zitternden Finger etwas tun konnten, eine Kleinigkeit für das Werk einzubringen, das ich so sehr liebte.
[29:33] Sie war so begeistert von der Wiederkunft, dass obwohl sie sich kaum aufrechterhalten konnte, sie jeden Tag neben der eigentlichen Arbeit noch Strümpfe gestrickt hat für 25 Cent pro Strumpf, ein Paar, um das Geld, das sie dafür bekommen hat, in Literatur zu investieren, das sie dann kostenlos verteilen konnte.
[29:49] "Ich konnte nur 25 Cent den Tag verdienen. Wie sorgfältig ich die geschätzten kleinen Silbermünzen, die ich einnahm, weglegte, die für Schriften ausgegeben werden sollten, um damit Seelen, die in Finsternis waren, zu erleuchten und aufzuwecken." Und dann stellt man sich natürlich die Frage: Was tue ich, was tust du, wenn wir behaupten, dass wir so sehr auf die Wiederkunft hier so warten? Naja, kann man drüber nachdenken.
[30:13] Nächstes Campmeeting, 9. August, in Plainfield, Connecticut. Und hier kommt ein Prediger mit Namen John Starkweather vorbei. Name bekannt? John Starkweather, das war derjenige, der diese charismatischen Phänomene eingeführt hatte, der sich getrennt hatte, dann. Und er kommt jetzt als Adventistenprediger vorbei und plötzlich treten bei diesem Campmeeting diese fanatischen Phänomene auf. Das Problem ist immer noch nicht gelöst. Es scheint sich vielmehr weiter zu entwickeln.
[30:50] Fünf Tage später, Beginn eines Campmeetings hier in Liberty in Maine und Silas Hawley berichtet am 15. August davon, dass er in allen Kirchen Predigtverbot hat, hier in Utica. Und man deswegen sich in einem Hain, also so ein Mini-Wald, trifft, um dort im Wald quasi Gottesdienst zu feiern. Und während er das tut, hält er zwei Predigten mit insgesamt fünf Stunden und fast die gesamte Stadt ist anwesend. Hier ist die Gegend um Utica. Stellt euch vor, ihr müsst hierhin reisen, um eine Predigt zu hören. Fünf Stunden im Wald über die Wiederkunft Jesu, weil alle Kirchen geschlossen sind dagegen. Das war die Realität von damals.
[31:33] Am 17. August macht Litsch die sehr gute und richtige Beobachtung, dass die sieben Plagen noch zukünftig sind, wie wir schon einmal gesehen hatten. Und Himes geht nach Montreal, weiter nach Kanada, um dort in Kanada das Werk voranzubringen. Weiter werden von den Kinderpredigern berichtet am 22. August in Montreal.
[31:56] Und dann am 23. August gibt es einen kurzen Rückblick auf die Vergangenheit und auf die Zukunft in den "Signs of the Times". Das heißt hier: "Als die 'Signs of the Times' vor dreieinhalb Jahren zum ersten Mal veröffentlicht wurden, gab es nur wenige, aber feste Freunde. Und lange Zeit war unsere Reise so, dass man sagen konnte, es gibt hier und dort einen Reisenden. Aber Gott freute sich über uns und hat unsere schwachen Bemühungen gesegnet. Viele fähige und effiziente Arbeiter sind, so glauben wir, von ihm, dem wir die Führung unserer Sache anvertraut haben, erweckt worden. Und durch den Segen Gottes ist durch diese Instrumente der Mitternachtsruf überall verkündigt worden. Von Neuengland aus ist der Ruf durch die Länge und Breite unseres Landes ergangen."
[32:37] "Genauso wenig ist die Frohe Botschaft vom kommenden Reich Gottes auf unser Land beschränkt. Der Klang ist hinausgegangen mit jedem Wind, der bläst, hat jedes Meer und jede grüne Insel des fernen Ozeans erreicht. Der kleine geflügelte Botschafter, wer ist denn das, der, obwohl er stumm ist, doch spricht, der Traktat, kann seinen Weg dorthin finden, wo der lebende Botschafter nicht gehört werden kann." So viel zur Vergangenheit.
[33:07] Lenken wir unseren Blick auf die Zukunft. Wir fürchten uns nicht, sondern wir wissen, dass dasselbe wohltätige Wesen, das uns so weit geführt hat, auch weiterhin unseren Kurs leiten wird und uns nicht geben wird. Anders ausgedrückt: Wir haben nichts zu befürchten, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Das haben wir schon 1843 erkannt. Er hat die Verkündigung der Frohen Botschaft von großer Freude merklich gesegnet, so dass tausende Seelen sich bekehrt haben und ist seine Hand zu kurz, sodass sie jetzt nicht mehr retten kann. Wir werden also weiterhin unsere Sache ihm gegenüber übergeben und jauchzend in den Krieg ziehen.
[33:40] Das Gerücht ist nämlich aufgekommen, dass die Adventisten die Botschaft von einer direkt bevorstehenden Wiederkunft aufgegeben haben, sondern jetzt versuchen, das Ganze geistlich zu deuten. So nach dem Motto: Adventisten machen Schritt zurück. Sie glauben, Jesus kommt vielleicht geistlich irgendwo wieder, aber nicht mehr buchstäblich. Und dagegen wehren sie sich natürlich.
[34:05] Dieses Thema mit "Kommt heraus aus Babylon" wird jetzt auch zu einer Kontroverse innerhalb der Adventisten. Schaut man hier an die Leserbriefe, an die Leser: "Wir haben einige längere Mitteilungen erhalten, in denen Kirchen und Kirchenmitgliedschaft mehr oder weniger scharf verurteilt werden. Im Hinblick auf unsere Kirchenbeziehungen als Adventisten sind wir in unterschiedlichen Situationen. Für andere mag es angezeigt sein, ihre Beziehungen zu ändern, für andere diese zu behalten. Jeder einzelne sollte selbstständig in seinem Sinn überzeugt sein. Während eine Person seine eigene Pflicht klar sehen kann, mag er doch nicht in der Lage sein zu entscheiden, was die Pflicht für andere ist, die anders situiert sind."
[34:39] Noch wenige Jahre zuvor hatten die Adventisten gesagt: Bleibt alle in den Kirchen. Jetzt heißt es hier schon: Es könnte sein, dass für dich es besser ist, die Kirche zu verlassen. Aber bitte ruf nicht die anderen dazu auf und sage nicht: Wenn jemand in den Kirchen bleibt, dann wird er verloren gehen. Das ist jetzt von einer Sache, die man erst ablehnt, zu einer Sache der persönlichen Entscheidung geworden zu diesem Zeitpunkt. Interessant, wie sich das so Schritt für Schritt verschiebt.
[35:04] Das können wir überspringen. 24. August, Campmeeting in New Salem. 25. August, Campmeeting in Bolsten. Und 28. August treten wieder fanatische, charismatische Phänomene in einem Treffen in Stepney auf. Es ist fast so wie eine Kette, die man nicht los wird. Immer wieder, von verschiedenen Seiten fangen diese fanatischen Tendenzen an, sich einzuschleichen und das Ganze wird jetzt zu einem echten Problem.
[35:49] 29. August, das ist innerhalb von wenigen Tagen, Campmeeting in Morristown beginnt. Und hier interessanterweise eine Zusammenfassung der größten oder einer der größten Miller-Kritiker. "Die folgenden Aussagen von Predigern des Evangeliums, also von kirchlichen Pastoren, sind beispielhaft für die Meinung unserer Gegner." Zitat: "Es ist der dümmste und bösartigste Wahn, der jemals existierte", sagt ein Prediger. Ein anderer Prediger: "Es ist wie Pesthauch und Schimmelpilz für die Frömmlichkeit der Kirchen." Oder: "Es ist eine Blamage und Schande für diejenigen, die es unterstützen und jene Prediger ermutigen." Das ist eine christliche Zeitschrift. Wenn jemand die Wiederkunft predigt, ist es eine Blamage und Schande. Oder hier ein Professor, christlicher Professor, Professor Pond: "Sie sind heftig verführt vom großen Feind der Seelen." Oder noch besser, Olive Branch, auch eine christliche Zeitung: "Wenn es im himmlischen Magazin Pfeile gibt, die rot sind wegen außergewöhnlichem Zorn, dann sind sie für Kerle wie Himes und seine Werkzeuge aufbewahrt, die die Gesellschaft dermaßen verführt und geplagt haben. Wir müssen es ansprechen und wir werden es tun. Diese Menschen sind die schlimmsten Feinde Gottes." Das war der Geist gegen die Adventbewegung. Und wenn wir mal wieder an dem Punkt sind, dass wir so weit in der Gesellschaft vertreten sind, dann werden wir auch den gleichen Geist zu spüren bekommen von bekenntlichen Christen.
[37:14] Das können wir überspringen, ist nicht so wichtig. Zu jener Zeit studieren die Adventisten immer mehr auch die kürzliche Adventgeschichte. Sie stellen fest: Hey, vor ungefähr fast vor knapp 20 Jahren, da haben sich ja schon mal Adventgläubige in England versammelt und konzentriert. Vielleicht erinnert ihr euch noch vor etlichen Monaten dieses Treffen in Albury Park 1826, wo Leute wie Edward Irving und Joseph Wolfe und Henry Drummond zusammenkamen und eigentlich ja schon weiter waren als Miller und das alles zusammengebrochen ist.
[37:47] Sie stellen fest, dass es diesen Joseph Wolfe gab, der damals schon zehn Jahre vorher durch den Nahen Osten und den Fernen Osten und überhaupt durch Afrika gereist ist, um eine Wiederkunft zu verkündigen. Und sie stellen fest: Wir sind nicht einfach nur eine isolierte Gruppe. Wir haben den Staffelstab einfach weitergenommen, der schon seit Jahrhunderten durch die Kirchengeschichte geht und in letzter Zeit auch schon in England gewesen ist und wir ihn übernommen haben.
[38:10] Am 2. September berichtet Himes, dass "The Voice of Elijah", das ist die kanadische Zeitschrift, die sie gegründet haben, jetzt auch nicht nur in Kanada zu haben ist, sondern in England, in Schottland, in Irland. Jedes Quäntchen Zeit wird benutzt, um noch mehr Material rauszuhauen, um die Menschen vorzubereiten. Jesus kommt ja möglicherweise jeden Tag.
[38:25] Am 3. September haben die Adventisten in New York ein Theater gemietet und umgebaut, um in diesem Theater jetzt ihre Versammlung stattfinden lassen zu können, denn Kirchen sind geschlossen. 3. September, Staatsstreich in Griechenland, überspringen wir.
[38:46] Und dann am 6. September, nach fast einem halben Jahr Krankheit, kann Miller zum ersten Mal wieder predigen. Hier beim Campmeeting in North Springfield. Und es geht munter weiter, weitere Campmeetings hier. Und dann heißt es folgendes: "Die Campmeetings in dieser Region waren gut besucht und werden zweifelsohne großartige Resultate haben. Welchen Schiffbruch auch immer diejenigen machen, die ihren Glauben und ihr Vertrauen auf Gefühle, menschliche Visionen, Träume oder private Offenbarungen stützen. Es ist klar und sicher, dass diejenigen, die ihren Glauben und ihre Hoffnung auf das Wort des lebendigen Gottes, wie es sich im Alten und Neuen Testament findet, basieren, ihren Weg beibehalten werden."
[39:32] Immer wieder kommen solche Berichte, die deutlich machen: Da gibt es eine kleine Minderheit, aber die starke im Kommen ist und den Adventisten, die mehr auf Visionen, auf Träume, auf private Offenbarungen sich stützen und viele von denen auch bald wie die Gemeinde verlassen. Deswegen sagt Himes hier am 6. September: "Der Felsen des Glaubens und die Hoffnung der Adventgläubigen ist die Bibel." Die was? Die Bibel. Alles andere, ja, Geschwister, alles, was weniger als das ist oder alles, was mehr als das ist, ist gefährlich und nur gefährlich und das ständig.
[40:04] Ein Nebeneffekt dieser ganzen Sache ist natürlich, dass diejenigen, die den Fanatismus bekämpft haben, jetzt natürlich auch sehr, sehr, sehr, sehr zögerlich werden, wenn überhaupt so etwas kommt. Mit anderen Worten, der Satan erreicht zwei Dinge: Er erreicht dadurch, dass einige vom Glauben sofort abfallen und dass die, die er durch den Fanatismus nicht kriegt, so einen Zweifel an Träumen und Visionen jeglicher Art haben, dass sie vielleicht später auch echte Träume ablehnen und echte Visionen. Das ist auch eine Entwicklung, die jetzt beginnt.
[40:30] Die führenden Adventisten bekommen in dieser Zeit wegen dem Fanatismus einen enormen Hass auf alles, was nicht direkt das geschriebene Wort Gottes ist. Und Himes hat ja recht mit dem, was er sagt. Wenn wir in die Geschichte der Gemeinde Gottes in allen Zeitaltern schauen, können wir beobachten, dass es ein gewöhnliches Mittel des Teufels gewesen ist, religiöse Erweckungen zu übertreiben. Wenn er merkt, dass er sie nicht länger ruhig und sicher halten kann, dann treibt er sie in Exzesse und Extravaganzen. So war es in der Zeit der Reformation und sogar in den Tagen der Apostel.
[41:09] Miller reist weiter in jenen Tagen. 11. September kommt danach Clermont und am 12. ist er dann in Springfield und genau ebenfalls am 12. Ein weiteres Campmeeting in Tuftonboro. Und dann ein besonderer, interessanter Fall. Am 13. September gibt es eine Versammlung in Windsor. Und das ist mal ein Beispiel, was so Fanatismus bedeutet. Eine Schwester ist da und sagt: "Hey, ich glaube so fest an die Wiederkunft. Mein Glaube ist so vollkommen. Ich habe einen Glauben wie Petrus. Ich möchte euch das beweisen. Da ist der Connecticut River und ich werde jetzt auf dem Wasser gehen." Und man kann sie nur mit Mühe davon abhalten, dass sie tatsächlich versucht, auf dem Connecticut River zu gehen. Das ist diese Art von Fanatismus, die jetzt plötzlich sich zeigt.
[41:51] Am 13. September, gleichen Tag, kommt ein Artikel heraus über die Neue Erde, in dem etwas irritierend behauptet wird, dass das Neue Jerusalem sein Symbol für die Gemeinde, nur symbolisch, was dann zwei Wochen später korrigiert werden muss. Und das Thema von Babylon bleibt aktuell. Was bedeutet es für Gottes Volk, aus Babylon herauszukommen? Von Charles Fitch. Immer wieder: "If you are a Christian, come out of Babylon, come out of Babylon." Ich sage: Komm aus Babylon heraus, komm aus Babylon. Hier: "Come out of Babylon." Komm heraus, komm heraus aus Babylon. Das wird zum Ruf, wenn man sich mehr deutlich macht. Er sagt: Aus Babylon zu kommen, bedeutet sich zu der wahren biblischen Lehre des persönlichen Kommens und Königreiches Christi zu bekehren. Die Wahrheit über dieses Thema anzunehmen, so wie du sie klar geschrieben auf den Seiten deiner Bibel findest. Christi Erscheinen zu lieben und sich daran zu freuen. Die die Schlussfolgerung davon ist: Wenn du nicht an die Wiederkunft glaubst und kein Adventist bist, bist du in Babylon. Das ist sozusagen das, was sich jetzt aus dem biblischen Studium heraus entwickelt.
[42:59] Gleichzeitig wird der Druck von Seiten der Kirchen immer gewaltiger. Wir erfahren vom "Beth Inquirer", dass folgende Resolutionen bei der Maine-Konferenz verabschiedet worden sind. Sie schmecken ein wenig nach dem kleinen Horn. Fast genug, um von einer der Töchter der alten Frau zu stammen. Sie scheinen gehorsam der Kirche zuerst gegenüber zu fordern, erst danach gegenüber Gott. Was ist passiert? Die Methodisten in Maine beschließen: Zweitens beschlossen, dass die Besonderheiten der Theorie bezüglich der Wiederkunft Christi und dem Ende der Welt, genannt Millerismus, gemeinsam mit all ihren Modifikationen konträr zu den Standards der Kirche ist und wir gezwungen sind, sie als falsche und seltsame Lehren zu betrachten, die wir entsprechend unserem Versprechen verbannen. Kirchlicher Beschluss der Methodisten: Millerismus ist ausgeschlossen. Beschlossen, dass diejenigen, die daran beharren, diese Besonderheiten zu verbreiten, sei es privat oder öffentlich und besonders jene, die ihre angemessenen Arbeiten zu diesem Zweck verlassen haben, vom Vorsitzenden ermahnt werden und sie in Zukunft in keinster Weise weiterhin diese Dinge verbreiten. Heißt also: Wenn ihr das weiterhin tut, werdet ihr ausgeschlossen.
[44:00] Genau das passiert. Ellen Harmon und ihre Familie: "Unsere ganze Familie war sehr interessiert für die Lehre von der baldigen Wiederkunft des Herrn. Mein Vater hat als eine der Säulen der Methodistenkirche da gestanden. Er war ein Ermahner und Versammlungsleiter in den Häusern, also den Hauskreisen gewesen, die etwas außerhalb der Stadt lagen. Doch machte der Methodistenprediger uns einen besonderen Besuch." Prediger kommt nach Hause, klopft an die Tür und benutzt die Gelegenheit, uns davon in Kenntnis zu setzen, dass unser Glaube und der Methodismus nicht übereinstimmen konnten. Er fragte weder nach den Gründen unseres Glaubens, noch führt er irgendetwas an aus der Bibel, um uns unseres Irrtums zu überführen. Aber er sagte, dass wir einen neuen und befremdlichen Glauben angenommen hätten, den die Methodistenkirche nicht bilden könne.
[44:43] Beschluss in der Kirche um. Jetzt kommt der Prediger seine Instruktion, geht zum Gemeindeglied und sagt: Das ist verboten. Das dürft ihr nicht mehr glauben. Mein Vater antwortete, dass er sich irren müsse, wenn er dies eine neue und befremdliche Lehre nenne, dass Christus selber in seinen Lehren an seine Jünger sein zweites Kommen gepredigt habe. Der Prediger versuchte es gar nicht, auch nur einen Schrifttext anzuführen, der beweisen würde, dass wir im Irrtum seien, sondern entschuldigte sich und dem Vorwand, keine Zeit zu haben. Er riet uns, uns still von der Gemeinde zurückzuziehen und ein öffentliches Verhör zu vermeiden. Damals gab es bei Gemeindeausschuss öffentliches Verhör unter den beiden Methodisten. Und er sagt: Zieht euch einfach zurück, damit wir großen Skandal vermeiden.
[45:24] Aber die Eltern bestehen darauf, mit den Gründen für dieses Ersuchen bekannt gemacht zu werden. Er sagt: Wir haben nichts falsch gemacht, dann könnt ihr uns auch öffentlich verhören. Die einzige Antwort darauf war eine ausweichende Erklärung, dass wir gegen die Regeln der Gemeinschaft gehandelt hätten und das Beste, was wir tun könnten, sei, uns freiwillig zurückzuziehen, um uns ein Verhör zu ersparen. Und dann sagen sie: Das wollen wir trotzdem haben.
[45:49] Nicht lange darauf wurden wir benachrichtigt, bei einer Versammlung in einer Vorhalle der Kirche anwesend zu sein. Es waren nur wenige da. Der Einfluss meines Vaters und seiner Familie war ein solcher, dass unsere Gegner nicht wünschten, unsere Fälle einer großen Anzahl der Gemeindeglieder vorzulegen. Die einzig vorgebrachte Beschuldigung war, dass wir gegen ihre Regeln gehandelt hätten.
[46:08] Wow. Auf die Frage, welche Regeln wir missachtet hätten, wurde nach etwas Zaudern gesagt, dass wir andere Versammlungen besucht und vernachlässigt hätten, uns regelmäßig mit unserer Klasse zu versammeln und so weiter und so fort. Das überspringen wir. Und dann antworten sie am Ende: Wir antworten, dass wir es nicht wagten, unseren Glauben aufzugeben oder die heilige Wahrheit Gottes zu leugnen. Und dann sagt sie: Mein Vater erfuhr in seiner Verteidigung den Segen Gottes und wir alle verließen die Vorhalle freien Geistes, glücklich in dem Bewusstsein des Rechts und der Billigung Jesu. Ausgeschlossen im September 1849 aus der Methodistenkirche.
[46:43] Am nächsten Sonntag las der vorstehende Älteste zu Anfang des Abendmahles unsere Namen siebener Zahl als ausgeschlossen von der Gemeinde ab. Und dann sagt er, wir seien nicht wegen irgendwelchen Unrechten oder unmoralischen Verhaltens ausgeschlossen. Wir hätten einen tadellosen Charakter und einen beneidenswerten Ruf, aber wir seien schuldig befunden worden, gegen die Regeln der Methodistenkirche gehandelt zu haben.
[47:03] "Kommt aus dir heraus, mein Volk." In einigen Fällen hatte dieses Vorgehen das gewünschte Resultat und die Billigung Gottes wurde für einen Platz in der Gemeinde verkauft. Viele, die geglaubt hatten, wie die Harmons, blieben doch in der Gemeinde, aber andere wagten es nicht. Aber einige traten bald aus und entschlossen sich der Chardere an, die auf den Heiland warteten. Zu dieser Zeit waren die Worte des Propheten außerordentlich köstlich: "Eure Brüder, die euch hassen und sondern euch ab, um meines Namens willen sprechen. Lasset sehen, wie herrlich der Herr sei. Lasset ihn erscheinen zu eurer Freude. Die sollen zu Schatten werden." Jetzt eine 66 Vers 5.
[47:44] Es gab weiter Campmeetings, die gesamte Zeit hindurch. Hier in Axel Remain in Winchendon und Mille Helvette Forte in Wilmott. Das große Campmeeting in Cincinnati beginnt, wo Storrs anwesend ist und dort wieder seine Predigt verteilt über den Zustand der Toten. Da wird Cincinnati weit im Wilden Westen, dort das Campmeeting. Miller geht weiter, geht nach Andover, geht nach Franklin.
[48:19] Und dann schreibt Himes von einem anderen, nee, das ist Verzeihung, das ist Litsch und gleich am Ende angekommen. Er sagt: "Ich finde in den Zeitungen von heute Morgen einen Bericht vom Wiederkunftscampmeeting nahe Bridgeport. Das Bild ist ein finsteres. Alle beschriebenen Szenen sind wahr, ohne Übertreibung. Eine schändlichere Szene im Mantel der Frömmlichkeit habe ich kaum gesehen", sagt Litsch über das eigene Campmeeting. Dass gute Männer, ja die Besten, diesen Irrtum gefallen sind und für den Rest des Lebens ruiniert worden ist, ein beklagenswerter Fakt. Sie fangen gut an, aber schießen über das Ziel hinaus, werden gefangen genommen von einer Täuschung des Teufels, dass sie göttlich inspiriert sind, um bestimmte Handlungen zu vollführen und dass sie unfehlbar sind, bis sie nicht mehr durch Rat oder Ermahnung erreicht werden können.
[49:00] Fanatismus ist immer noch da wie eine Kette, lässt er sich nicht abschütteln. Der einzige Weg damit umzugehen ist es, eben Keime zu ersticken und das ein für allemal zu stoppen. Als Pflicht, die ich der Adventssache, der Kirche und der Welt schuldig bin, möchte ich den feierlichsten Protest gegen den Fanatismus aussprechen, wie ich ihn beim Stepney Campmeeting gesehen habe. Die Bibel, die Bibel ist der Maßstab für Glaube, Pflicht und Gefühl und Adventisten. In allen Fällen ist sie ausreichender Maßstab. Gott hat uns Verstand gegeben, um die durch den Geist Gottes geheiligte Natur zu leiten.
[49:30] Und dann sagt er: Diese Sache ist keine Besonderheit des Adventismus. John Wesley und seine Mitarbeiter mussten sich damit auseinandersetzen. Bis heute hat es die Adventbewegung in England unter Edward Irving ruiniert, sodass sie sich niemals erholte. Möge der Herr uns in den wenigen Tagen, bevor er kommt, von all diesem Fanatismus zu retten.
[49:49] Die Gemeinde wird damals bereits durchgeschüttelt. Campmeeting in New Bedford, Fairhaven und dann, ist ganz interessant, wir empfehlen die folgenden Auszüge den Nachfolgern Wesleys, also den Methodisten. Dieser gute Mann glaubte fest an die Lehre von der Wiederkunft, aber wenn er heute leben würde, wären die Methodisten gezwungen, ihn auszuschließen, ihm den Mund zu verbieten oder ihre auf der Medienkonferenz verabschiedeten Resolutionen aufzuheben. Das überspringen wir, haben wir schon gesagt.
[50:26] Das ist noch interessant: 20. September, T. M. Preble, einer der Prediger der Milleriten sagt: "Meine Gesundheit ist vollkommen gut und ich bin ständig im Arbeitsfeld. Ich finde einen Rückgang unter den Adventisten." Frühjahr, Sommer 1843 geht die Zahl etwas zurück, zum Teil wegen dem Fanatismus, zum Teil auch, weil einige auf bestimmte Daten geschaut hatten. Aber diejenigen, die abfallen, verdienen zu Recht den Namen Milleriten, denn es wird offenbar, dass ihr Glaube nicht in der Kraft Gottes und in der Weisheit von Menschen stand.
[50:50] Ich war beim Zeltlager in New Salem, es war gut besucht und Seelen wurden geholfen aus Babylon zu kommen. Dieser Begriff wird jetzt immer häufiger vorkommen in den Schriften. Ich taufte elf. Die Predigt von Fitch wird mehr und mehr abgedruckt, auch wenn die anderen führenden Leute sagen: Wir glauben nicht wirklich, dass wir alle aus Babylon heraus müssen, aus den Kirchen.
[51:17] Und man stellt fest im September 1843, dass in den norwegischen Zeitungen in Norwegen die Miller-Theorie ausführlich diskutiert wird. Das wird durch Norweger bekannt. Miller geht weiter nach Guilford, Gilmanton, Concord. Es gibt ein weiteres Campmeeting in Exeter.
[51:38] Und dann vielleicht der letzte Punkt für heute, der vorletzte. Himes schreibt: "Ich nutze die erste Gelegenheit, um dir einen Bericht von unserem Campmeeting in Windsor, Connecticut zu geben. Viele gute Dinge könnte man über dieses Lager sagen. Gott war anwesend, Seelen zu Christus bekehrt, sein Volk gesegnet und Wahrheit triumphierte herrlich über den Irrtum. Aber mit ungemischter Trauer muss ich sagen, dass wir einen Geist unter uns beobachteten, der sich entwickelte und von dem wir mit Sicherheit sagen können, dass er nicht von Gott ist, sondern dem Buchstaben und Gesetz und Geist des Wortes direkt entgegengesetzt ist."
[52:14] Immer mehr ist dieser Fanatismus an einigen Stellen zu beobachten und Himes und andere und Litsch machen sich extreme Sorgen, was aus ihrer Bewegung werden wird. Letzter Punkt: Weston, der letztes Mal vor einigen Monaten herausgefunden hat, dass die Gemeinde Philadelphia die Adventisten sind, hat etwas Neues, Gutes auf Lager. Er schreibt hier in den "Signs of the Times": "Ich habe in der letzten Zeit mir viele Gedanken über die Öffnung des sechsten und siebten Siegels gemacht und denke, dass Bruder Miller und andere nicht die richtige Interpretation darüber haben. Die Ereignisse unter dem sechsten Siegel werden von vielen auf die französische Revolution angewendet, aber ich glaube, ohne ausreichend Autorität dafür. Es scheint mir, dass die Ereignisse in Offenbarung 6, Vers 12 bis 17 buchstäblich zu verstehen sind. Wir wissen, dass es mehrere große Erdbeben in den Jahren vor 1780 gab, dem Jahr, in dem die Sonne schwarz wie ein Haarenersack wurde. Offenbarung 6, Vers 13 ist eine lebendige Beschreibung des Meteoritenregens von November 1833." Das heißt, das, was wir heute noch sagen würden über das sechste Siegel, hat dort Lisa Weston zum ersten Mal im September 1849 zusammengefasst.
[53:18] Nächste Woche: "Der Schatten der Wahrheit". Ihr werdet unfassbar sehen, was passiert, wenn eine Kirche gemeinsam um eine Sache betet, was dann mit einer anderen Kirche passiert. Mehr verrate ich nicht. Eine der unbekanntesten Geschichten bei der Wiederdeckung einer der größten Wahrheiten der Bibel. Der Schatten der Wahrheit. Nächste Woche werden wir die letzten Monate von 1843 betrachten. Ich glaube, wir haben heute wieder etwas gelernt. Nämlich, dass Gott sein Volk führt, Schritt für Schritt und wir nichts zu befürchten haben, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Lass uns noch eine kurze Pause haben und dann werden wir gleich das Offenbarungsseminar haben, in 5 Minuten. Gottes Segen euch.
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