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In diesem Video tauchen wir in das Jahr 1837 ein und beleuchten wichtige Ereignisse, die die Adventgeschichte prägten. Von den Reisen des Missionars Josef Wolff über theologische Debatten und die Vertreibung von Protestanten in Österreich bis hin zu William Millers Predigtreisen. Wir erfahren von Naturphänomenen, die die Menschen beunruhigten, von wirtschaftlichen Umwälzungen, die Amerika erschütterten, und von bedeutenden Erfindungen wie dem elektrischen Telegraphen. Ein zentrales Ereignis ist der schwere Unfall des jungen Mädchens Ellen Harmon, der tiefgreifende Auswirkungen auf ihr Leben hatte. Außerdem werden wichtige Entwicklungen in der religiösen und sozialen Landschaft beleuchtet, die den Weg für zukünftige Bewegungen ebneten.


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Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

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Transkript

[0:00] Wieder zu unserer Serie "Die Zeit des Endes". Schön, dass ihr da seid und schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt auf joelmedia.de oder wenn ihr später die Aufnahme anschaut, zu einer weiteren Folge unserer Serie.

[0:17] Und heute wollen wir in das nächste Jahr eintauchen, nachdem wir letzte Woche uns ziemlich mühsam durch das ganze Buch von Miller durchgearbeitet haben und alle Kapitel durchstudiert haben und gesehen haben, was alles so geglaubt hat, wollen wir heute wieder in den Strom der Geschichte eintauchen und eine ganze Reihe von hochinteressanten Geschichten kennenlernen unter dem Titel heute: Der Stein und das Mädchen.

[0:38] Und dieses Jahr ist wirklich ein besonderes Jahr und einige Ereignisse in diesem Jahr haben wirklich ganz große Bedeutung für die Adventgeschichte. Und das werden wir gleich sehen. Ich möchte euch einladen, mit mir ein Anfangsgebet zu sprechen und dann geht es auch schon los.

[0:53] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir jetzt zu dir kommen können und dass wir aus der Geschichte lernen dürfen. Wir möchten dich bitten, dass du bei uns bist, dass du uns zeigst, wie du dein Volk geführt hast und dass wir aus den Erfahrungen der Menschen, der Männer und Frauen von damals lernen dürfen. Und wir möchten dich bitten, dass du unsere Herzen berührst durch deinen heiligen Geist. In deinem Namen beten wir, Herr Jesus. Amen.

[1:16] 1837 begann für Josef Wolff in Jemen. Dort hatten wir ihn zurückgelassen im Jahre 1836, nachdem er seinen Versuch bis nach Innerafrika zu reisen gescheitert war, weil er in Äthiopien dort einen Kollegenmissionar versorgen musste und dann zurück nach Arabien gebracht hat. Und dann war er ja nach Jemen gereist, hat er dort die Juden besucht und dort Fieber bekommen, war zurückgeblieben. Und jetzt im Januar macht er sich auf den Weg, er möchte doch noch seinen Plan verwirklichen. Hier ist er in Jemen, in Mokka, hat nichts mit dem gleichnamigen Getränk zu tun, sondern eine Stadt in Jemen. Und sein Ziel ist es, über das äthiopische Bergland nach Afrika zu gelangen. Und das Problem ist allerdings, dass er auf dem Weg in Arabien Typhusfieber bekommt und sich deswegen nicht einschiffen lassen kann nach Ägypten und dann über sechs Wochen ausharren muss in einer arabischen Stadt und dort erstmal weiter verhindert ist.

[2:20] Im Januar des selben Jahres fand die klassische Debatte zwischen diesen beiden Herren statt. Das ist hier Alexander Campbell, einer der führenden Erweckungsprediger Amerikas und der seine eigene Gruppe, die Christians, die Christen, gegründet hatte. Und das ist Bischof John Baptist Purcell, einer der katholischen Bischöfe im Westen Amerikas. Wir hatten ja schon die letzten Mal immer wieder darauf hingewiesen, dass in dieser Zeit immer mehr Katholiken in das eigentlich protestantische Amerika hineingereist sind und die katholische Religion so ein bisschen im Vormarsch war. Und das hat die Protestanten schwer beschäftigt und so hat man schwer gegen sie angekämpft. Und es wurde sogar eine Partei gegründet, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Einreise nach Amerika zu beschränken, vor allem für Katholiken. Und im Zuge dieser etwas antikatholischen Haltung und Stimmung, vor allem im Westen, fand diese Debatte statt.

[3:17] Alexander Campbell, einer der führenden, wie gesagt, Prediger jener protestantischen Zeit, fordert den Bischof heraus zum Thema Unfehlbarkeit der Kirche und des Papstes. Und die Debatte geht vom 13. bis zum 21. Januar und ist so groß angelegt, dass sie in der größten Städte damals stattfindet, in Cincinnati. Und wird dann später noch gedruckt und über Jahre verteilt. Und diese Debatte ist deswegen so wichtig, weil sie zeigt, mit welchen Argumenten damals alle Protestanten, egal welcher Denomination, gegen die katholische Kirche vorgegangen sind. Und Campbell nimmt ausreichend Bezug auf Daniel 7, auf Offenbarung 13, auf Offenbarung 17, zweite Thessalonicher 2, der Mann der Sünde. Und legt eine ziemlich brillante Auslegung vor, die ganz deutlich zeigt, die katholische Kirche ist der Antichrist und der arme Bischof kann da nicht so viel drauf sagen. Und naja, das ist noch Jahre später zitiert worden. Hat eine enorme Publizität auch in der Presse der damaligen Zeit gehabt.

[4:21] Ebenfalls im Januar gab es ein interessantes Ereignis in Österreich. Dort hat Kaiser Ferdinand I. beschlossen, die allerletzten Protestanten aus dem stolzen Österreich zu verbannen. Ich war ja dieses Wochenende in Österreich und habe mitbekommen, und das wusste ich gar nicht, dass es eine Zeit gab, in der auch Österreich beinahe protestantisch geworden wäre. So in der Zeit nach Luther gab es dort ungefähr 80% der Bevölkerung in Österreich waren protestantisch. Und dann hat die Gegenreformation aber zugeschlagen. Und um diese Zeit jetzt im Anfang des 19. Jahrhunderts gab es nur noch ganz, ganz, ganz wenige Protestanten, die quasi auf geheime Art und Weise ihren Protestantismus gelebt haben. Und zwar hier im Zillertal. Und diese Zillertaler Protestanten, die letzten übrig bleiben, im ganzen Österreich, die wurden jetzt von Kaiser Ferdinand ausgewiesen. Und so mussten sie im Januar ihre Heimat verlassen und mussten dann über viele, viele Wochen und Kilometer reisen, bis sie dann in Schlesien eine neue, verbriefte Heimat bekommen haben. Und damit waren sozusagen die letzten Zeugen der Reformation aus Österreich verbannt.

[5:32] Miller war ebenfalls nicht untätig. Im Januar geht es gen Süden in eine andere Stadt vom Bundesstaat Vermont nach Shaftesbury, wo er seine komplette Vortragsreihe hält. Also alles, was wir letzte Woche in diesem Buch angeschaut haben, das hält er dort alles vom 23. Januar an und dann eine ganze Zeit lang. Und sein Auftragsbuch sozusagen ist gefüllt. Die ganzen Monate für das Jahr sind schon ausgefüllt mit ganz vielen Aufträgen, die Leute reißen sich darum, ihn zu hören.

[6:05] Ebenfalls im Januar gibt es ein weiteres außergewöhnliches Ereignis am Himmel. Obwohl es in dem Fall eine ganz natürliche Erklärung hat. Und zwar, weiß jemand, was das sind? Das sind die Nordlichter oder Polarlichter, die Aurora Borealis. Und die lässt sich in jenem Jahr in ganz Nordamerika beobachten. Also in Gegenden, wo man sie normalerweise nicht beobachten kann. Normalerweise muss man ja bis nach Nordnorwegen fliegen, um das zu sehen. Und für viele Leute, die davon keine Ahnung haben, was das ist, ist das natürlich ein Riesen-Spektakel. Und wir haben hier mal ein Beispiel aus einer Zeitung. Da heißt es, am Abend des 25. Januar 1837 gab es eine bemerkenswerte Manifestation desselben Phänomen, also der Aurora Borealis in verschiedenen Teilen des Landes, wie sich unsere Leser sich erinnern werden. Wo der Boden mit Schnee bedeckt war, war die Sicht groß und schrecklich in einer noch nie dagewesenen Art und Weise. An einem Ort nahe an einem Berg gelegen informierten uns Augenzeugen, dass es aussah, als ob Feuerwellen den Berg hinunterrollen würden. Und im Allgemeinen erschien der Schnee, der den Boden bedeckte, wie Feuer mit Blut vermischt. Während am Himmel, wie die Apostel es sagen, die Himmel entflammt waren, dies war der prophetischen Beschreibung des letzten Tages so ähnlich, dass viele erstaunt waren. Die Kinder, die es sahen, fürchteten sich und fragten, ob es das Kommen des Gerichts sei. Und sogar die Tiere zitterten in offensichtlicher Aufregung.

[7:33] Die Geschichte wird erzählt von einer Kirche in Amerika, wo der Prediger just an diesem Tag einen Vortrag gehalten hat über die Zeit des Endes, über den letzten Tag, den Tag des Gerichtes. Und während er predigt, kommt dieses Nordlicht, dieses Polarlicht durch die Fenster herein. Und die ganze Gemeinde ist völlig außer sich und springt auf und zum Fenster. Und der ganze Gottesdienst wird abgebrochen, bis dann jemand von draußen reinkommt und erklärt, was wirklich vor sich geht. Also das hat die Leute damals schwer beeindruckt und passte in jene Zeit.

[8:07] Einen Tag später nur, am 26. Januar, wird Michigan, der 26. Bundesstaat der USA. Der Drang nach Westen wird immer weiter offensichtlich. Auch in den anderen Staaten, die im Westen schon gegründet sind, vollzieht sich dieser Zug nach Westen immer mehr. Also gerade so Staaten wie Mississippi und Louisiana und Missouri werden immer mehr bevölkert. Und das hat zur Folge, dass sowieso immer mehr Menschen nach Amerika einwandern und dass hier viel Geld zu verdienen ist mit Grundstückspreisen und entsprechend wird spekuliert. Und das Ganze sieht so aus, als ob es immer mehr Reichtum gibt und immer mehr Möglichkeiten und Fortschritt. Auch die Dampfschifffahrt hier hat einen enormen Boom. Das ist die Zeit der Dampfschifffahrt gerade auf dem Mississippi. Und es ist auch die Zeit des Goldabbaus in Georgia und in North and South Carolina, wo das immer mehr zunimmt.

[9:14] Die letzten Jahre vor diesem Jahr 1837 waren schon wirklich fette Jahre für Amerika. Und es sah so aus, dass wenn noch ein bisschen mehr Zeit vergeht im Frieden, dass dann irgendwann die ganze Welt reich und glücklich sein wird. Das Friedensreich, auf das wir alle gewartet haben, das schien zum Greifen nahe.

[9:33] Währenddessen war William Miller unterwegs, um genau das Gegenteil zu predigen, dass nämlich Jesus bald wiederkommen würde, allein aus der Bibel. Obwohl die Zeichen der Zeit mit ihrer allgemeinen Euphorie und Optimismus eher dagegen standen. Hier im Februar war er in Wales in Vermont. Und am 21. Februar schreibt er einen Brief über die Vortragsreihe im Januar und sagt Folgendes seinem Brieffreund Hendricks. Er sagt, dass am Ende seines letzten Vortrags etwas Besonderes passiert ist. Er sagt, Pastor Madison stand nach meinem letzten Vortrag auf und sagte der Versammlung in feierlichster und eindrucksvollster Art und Weise, dass er überzeugt, überwunden und bekehrt wurde und bekannte, dass er gegen den Redner Dinge geschrieben und gesagt hatte, für die er sich nun schämt. Er hatte ihn den Weltendemann, den alten Fantast, Träumer, Fanatiker etc. genannt. Und ich kam zu den Vorträgen, sagte er, mit dem Entschluss nicht zu glauben und den Unsinn ihm und allen Anwesenden aufzuzeigen. Und deshalb habe ich sorgfältig aufgepasst.

[10:37] Also der Miller hält seine Vortragsreihe und beim letzten Vortrag, nachdem er den Aufruf gemacht hat, steht ein Prediger auf und sagt: Hier bin ich. Ich habe das als großen Unfug abgetan und dachte, das ist ein Spinner und jetzt bekenne ich, dass das die Wahrheit ist und ich bekehre mich. Und dann schreibt Miller später, das war wie ein Donnerschlag für die ganze Gemeinde, die gesagt haben: Wenn sogar diese gelehrten Prediger das für wahr halten, dann muss da wirklich was dran sein. Und solche Ereignisse häufen sich in jener Zeit. Müller bekehrt nicht nur die einfachen Schichten, sondern immer wieder auch gelehrte Leute, Leute, die Theologie studiert haben, die die Bibel gut kennen, Prediger, Pastoren, Theologen. Und daran zeigt sich, dass er eben nicht ein Prediger war, der nur die Emotionen angesprochen hat, sondern wirklich auch den Verstand und die Urteilskraft.

[11:27] Nur einen Tag später steht in einer protestantischen Zeitschrift im Protestant Vindicator folgendes interessante Zitat, das auch gut in die Zeit hineinpasst. Es ist deshalb wahrscheinlich, dass innerhalb der nächsten zehn Jahre um 1844 herum die Türken aus Europa vertrieben werden. Dieses Datum geistert durch die religiöse Literatur der Protestanten in einer oder anderen Form hier, jetzt nicht mit der Wiederkunft verknüpft, sondern mit dem Osmanischen Reich, wie so oft. Aber dieses Datum ist von allergrößtem Interesse für viele Menschen.

[12:02] Währenddessen ist Miller im März weiter unterwegs, hier auf einer längeren Reise durch den Bundesstaat Vermont. Orte wie Shrewsbury, Andover, Weston, Mount Holly und immer weiter und weiter predigt er die Botschaft an verschiedenen Tagen und in verschiedenen Umständen.

[12:21] Währenddessen ist Wolff genesen und entscheidet sich jetzt nicht weiter nach Afrika zu reisen, weil er immer noch so schwach ist, dass eine Reise durch die äthiopischen Berge zu gefährlich ist. Und deswegen entscheidet er sich mit einem Schiff nach Indien zu fahren und dort in Bombay vielleicht eine Reise durch Indien zu beginnen. Und so macht er sich dann auf den Weg auf dem Schiff. Das dauert mehrere Monate, bis er nach Indien geht.

[12:48] Ebenfalls im Frühjahr hat dieser gute Mann Charles G. Finney, einer der ebenfalls großen Erweckungsprediger jener Tage, wegen schlechter Gesundheit seine Pastorenstelle in New York aufgegeben und sich jetzt ganz der Ausbildung von jungen Leuten am Oberlin College verschrieben. Und er ist einer der Pioniere jener Idee, die sagt, man muss den Leuten beim Studium auch arbeiten. Man muss sie arbeiten lassen. Sie brauchen Gartenarbeit. Sie müssen mit ihren eigenen Händen arbeiten. Sie können nicht nur theoretisch lernen. Diese Idee ist damals in jenen Jahren geboren worden und er war einer der größten Verfechter davon.

[13:25] Rechts daneben finden wir einen anderen Zantronmann, und zwar Ritter von Bus. Und Ritter von Bus ist eine ziemlich interessante Gestalt der deutschen Politik, der in jenem Jahr, und zwar am 25. April, die sogenannte Fabrikrede in Baden hält. Im Badener Parlament steht er auf und hält eine Rede. Und es ist die erste Rede jemals in einem deutschen Parlament, wo ein Politiker für die deutschen Arbeiterpartei ergreift. Und was er dort fordert, ist geradezu prophetisch. Er fordert zum Beispiel Arbeitgeberbeiträge für eine Hilfskasse. Er fordert Kündigungsfristen. Und er fordert sogar, dass die Arbeitszeit auf 14 Stunden pro Tag begrenzt werden sollte. Da kann man einen Blick und eine Idee dafür, wie damals die Situation der Arbeiter wirklich war. Da waren 14 Stunden Arbeitszeit ein Luxus. Er ist auch für die Beschränkung der Kinderarbeit, für Weiterbildung für Arbeiter usw. Und das Ganze wird nicht weiter verfolgt, wird für unsinnig abgetan, was also zeigt, in welcher prekären Lage mittlerweile die Menschen sind, gerade in Europa, durch die voranschreitende Industrialisierung. Und diese soziale Frage wird zu einem Brennpunkt auch der religiösen Entwicklung werden, in den nächsten Jahren und Jahrzehnten.

[14:42] Miller weiter unterwegs, auch im Mai. Also wirklich fleißig, ohne Mühe geht er jetzt in den Süden hier, des gleichen Bundesstaats in Orwell, predigt vermutlich in dieser Kirche. Und ein Appointment, eine Einladung nach der anderen, folgt in schneller Folge.

[15:02] Und dann im Mai, am 10. Mai, ist es soweit. Die große Spekulationsblase platzt. An diesem Tag weigern sich die Banken in Amerika, das ausgegebene Papiergeld gegen Gold einzutauschen. Und was passiert ist ungefähr genauso, wie es 2008 bei uns passiert ist. Innerhalb kürzester Zeit bricht das Bankenwesen zusammen, in einer Art und Weise, die noch schlimmer ist, als wir sie 2008 erlebt haben. Von 850 Banken in Amerika gehen 343 ganz pleite und 62 müssen zeitweise aussetzen. Die große Wirtschaftskrise von 1837 bricht herein und damit eine ganze Reihe von Folgeerscheinungen. Allein in New York City gehen innerhalb kürzester Zeit 100 Millionen Dollar verloren, was damals unfassbar viel ist. Die Werte haben sich natürlich heute verschoben. Und plötzlich grassiert Armut und Perspektivlosigkeit. Und während man gerade noch geglaubt hätte, das Millennium ist zum Greifen nahe, die 1000 Jahre des Friedens, bringt diese Wirtschaftskrise nun auf einmal Ernüchterung. Und das gibt natürlich den Thesen von Miller und anderen Vorschub, dass es nicht besser wird mit der Welt, sondern schlimmer. Und es ist sehr interessant, dass just zu diesem Zeitpunkt diese Krise ausbricht.

[16:26] Das hat übrigens auch zur Folge, dass die vielen Misssturmsgesellschaften und Mäßigkeitsgesellschaften und die ganzen Gesellschaften der moralischen Reform jetzt weniger Geld zur Verfügung haben und ebenfalls ihre Arbeit sehr beschränken müssen. Und damit dieser Traum vom tausendjährigen Friedensrecht doppelt fragwürdig erscheint. Und naja, das stürzt die USA in einer der größten Krisen.

[16:51] Kurz zuvor, vor der Krise, war die USA zum einzigen Mal in ihrer ganzen Geschichte schuldenfrei gewesen. Und nur ganz nebenbei, das ist ganz interessant vielleicht für alle, die sich für Wirtschaft interessieren. Als damals diese Bankenkrise, diese Wirtschaftskrise mit voller Wucht hereinbricht, fordern die europäischen Großbanken wie Rothschild und andere, dass der Staat der USA die Banken retten soll. Weil der Staat ist schuldenfrei und wenn er sie rettet, aber der Staat hat sich damals geweigert es zu tun. Und die USA haben sich davon erholt. Nur so nebenbei. Nur so als Nebenanmerkung.

[17:39] Naja, Miller hat davon sicherlich Notiz genommen und das doppelt zum Anlass genommen weiter zu predigen. Am 14. Mai ist er hier in Dan Bay und dann in Pultney, wo er ebenfalls Vorträge hält, Ende Mai.

[17:55] Und ebenfalls im Mai bringt Papst Gregor XVI. eine neue Enzyklik heraus. Sie heißt Sumo-Jugiter-Studio und darin geht es um die Mischehen. Es kommt immer häufiger vor, dass Katholiken und Protestanten heiraten. Und er stellt fest, dass es in der Vergangenheit auch solche Ausnahmen gegeben hat. Es ist also nicht prinzipiell verboten. Es sollten die Ausnahmen bleiben. Aber wenn es passiert, muss sichergestellt werden, dass die Kinder wie erzogen werden? Rein katholisch. Und er lobt ein besonderes Land dafür, dass diese Regel sehr gründlich durchgesetzt hat. Und das sind die Bayern. In seiner Enzyklika lobt er die Bayern für ihre vorbildlich-katholische Haltung und rät allen anderen Ländern, sich an den Bayern ein Vorbild zu nehmen. Und er lobt auch den Bayerischen König für seine besondere katholische Haltung.

[18:55] Miller ist weiter unterwegs im Juni, predigt wieder an verschiedenen Orten. Und am 20. Juni beginnt dann eine neue Epoche, ohne dass es jemand weiß, zu diesem Zeitpunkt. Wilhelm IV., König von England, stirbt. Und auf den Thron folgt seine 18-jährige Nichte mit dem Namen, weiß es jemand? Viktoria. Und das Ganze hat auch zur Folge, dass das Königreich Hannover, das bis dahin 123 Jahre lang mit England verbunden war, jetzt von England losgelöst wird, denn in Hannover darf keine Frau regieren. So muss jetzt dort jemand anderes regieren. Aber England, Großbritannien, das ganze Empire wird jetzt von der jungen Viktoria regiert. Und keiner ahnt, dass sie dem ganzen Zeitalter, das jetzt folgen wird, die nächsten 50 Jahre, ihren Namen aufdrücken wird. Das viktorianische Zeitalter. Das ahnt Miller natürlich auch nicht.

[19:53] Er predigt hier Ende Juli, Anfang Juli in der Gegend bei Mount Holly in Vermont. Und hier findet sich wieder eine Ausnahme, denn hier wird ihm Geld gesammelt. Die Leute sind so begeistert, dass sie eine Sammlung machen und viel Geld zusammenbringen. Und von dem ganzen Geld, was zusammengesammelt wird, nimmt er sich nur 1,50 Dollar für seine Fahrtkosten und sagt ihnen, den Rest sollen sie einem wohltätigen Zweck spenden. Zeigt ein bisschen was über seinen Charakter. Und sein Wesen.

[20:21] Wolf dagegen war mittlerweile in Bombay angekommen, in Indien. Und hatte sich ja vorgenommen, jetzt vielleicht durch Indien zu reisen, aber seine Gesundheit ist immer noch nicht wirklich wiederhergestellt. Und seine englischen Freunde dort in Indien raten ihm, weder nach Afrika zu gehen und auch nicht in Indien zu reisen, sondern nach Amerika zu reisen. In Amerika ist das Klima ganz gut für jemand, der so schwach ist wie er. Und so entschließt er sich, auf einem schwedischen Schiff von Indien nach Amerika zu reisen. Das nimmt mehrere Monate in Anspruch. Auf dem Zwischenweg kommt er in St. Helena an.

[21:01] Und St. Helena ist, da haben wir ein Bild, die Insel, auf der damals Napoleon seine letzten Lebensjahre verlebt hat. Und auch dort predigt er in jenem abgelegenen Ort, an dem sonst kein Mensch so wirklich hinkommt.

[21:20] Am 13. Juli zieht dann Victoria in den Buckingham Palace ein, der ab diesem Zeitpunkt zum neuen Regierungssitz wird. Und ist bis heute von großer Bedeutung geblieben.

[21:38] Ebenfalls im Juli gibt es den Aufstand in Portugal, das nicht zur Ruhe kommt. Miller predigt weiter an verschiedenen Orten wie Whiting und Orwell. Und am 25. Juli haben diese beiden Männer hier, mit Namen Cook und Wheatstone, eine besondere Erfindung vorzustellen. Sie zeigen nämlich ihre Erfindung des elektrischen Telegraphen. Zeitgleich gibt es auch einen Amerikaner, der daran gearbeitet hat, nämlich Samuel Morse, von dem der Morse-Code kommt. Aber als Morse seine Idee in Amerika präsentiert und sagt, er könne über Elektrizität Nachrichten versenden, dann wird er nur ausgelacht. Und sein Antrag beim Kongress, dafür Hilfe zu bekommen für den Bau solcher Maschinen, wird schlichtweg abgelehnt. Und als Morse dann ein Jahr später, 1838, nach England geht, um dort ein Patent zu bekommen, stellt er fest, dass diese beiden schon eine ähnliche Idee hatten und schon das Patent bekommen haben. Ihr Telegraph hat nichts mit Schreiben zu tun, sondern wird mehr für die Eisenbahn benutzt, die dort Funksignale abgibt, aber natürlich ein Meilenstein in jener Zeit.

[22:50] Joseph Wolff kommt dann im August 1837 in New York City an und wird begrüßt wie ein Nationalheld. Und er wird natürlich genötigt, dort in den Kirchen zu predigen. Er predigt über seine Reisen durch Asien und seine Abenteuer unter den Muslimen und den Juden und er wird als der Missionar der Welt gefeiert. Er hat auch den besonderen Wunsch, als Diakon eingesegnet zu werden, und zwar der episkopalen Kirche, einer Kirche, die relativ nahe der katholischen Kirche steht. Der Wolff war ja nie der Vorzeigeprotestant in dem Sinne, dass er sich von der katholischen Kirche abgesetzt hat, sondern er war immer relativ nahe zur katholischen Kirche in vielerlei Hinsicht. Zum Beispiel war er auch fest überzeugt von der Lehre der apostolischen Sukzession, also dass nach Petrus das Amt immer weiter an einen weitergegangen ist. Und deswegen lässt er sich in jene romnahe protestantische Kirche hinein ordinieren.

[24:07] Naja, und dann im Herbst kommt das Ereignis, was wahrscheinlich das Wichtigste im ganzen Jahr 1837 war für die Eventgeschichte. Und dazu gehen wir wieder zurück nach Portland, hier in diesem kleinen Hafenort, an eine dieser kleinen Straßen, nämlich an die Brackett Street, wo Ellen Harmon immer noch zur Schule geht. Vielleicht können wir uns erinnern, das letzte Mal hatten wir gesehen, oder vorletztes Mal, dass sie ein Jahr zuvor, 1836, auf dem Weg von der Schule so ein Papierfetzen aufgelesen hat, auf dem drauf stand, dass Jesus ungefähr 30 Jahre wiederkommt. Und dieses Ereignis hat wiederum zu tun mit einem Schulweg, den sie gegangen ist. Es ist im Herbst. Zu dieser Zeit ist ihr Vater nicht zu Hause. Aufgrund der Wirtschaftskrise wurden die Hüte nicht so wirklich verkauft, die er gemacht hat. Und so hat sich der Vater entschieden, nach Georgia, in den Süden, in den heißen Süden zu gehen, weil dort es besser möglich ist, Hüte zu verkaufen. Und so war die Familie für etliche Wochen, fast einige Monate ohne Vater. Und das hat sicherlich der Ellen ein bisschen leid getan. Aber sie hat sich nicht Böses gedacht, als sie an jenem Morgen, verzeihung, in jenem Nachmittag, das Schulgebäude verlassen hat und nach Hause gegangen ist. Zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Elizabeth und einer Schulkameradin, so wie man das halt macht, nicht wahr, man geht zu zweit und zu dritt nach Hause.

[25:32] Und als sie so nach Hause geht, hört sie hinter sich Geräusche. Und zwar Geräusche von einer älteren Schülerin, die 13 Jahre alt ist. Die Schülerin, sie selbst ist ungefähr neun, wahrscheinlich fast zehn. Diese andere Schülerin ist 13, diese andere Schülerin ist ärgerlich und böse und flucht und schreit irgendwas. Sie ist wegen irgendeiner Kleinigkeit zornig gewesen. Naja, und sie hat einen Stein in der Hand. Und als Ellen und Elizabeth und die Schulkameraden das sehen, dass diese größere Schülerin, ich war drei, vier Jahre unterschiedlich, machen da schon etwas aus, so böse auf sie ist und auf sie zu rennt und immer näher kommt, da entscheiden sie sich etwas zu tun. Ihre Eltern hatten ihnen beigebracht, wenn ihr Ärger habt in der Schule, kämpft nicht und streitet nicht, sondern wenn ihr keine Chance habt und es nicht mit Worten ausdiskutieren könnt, lauft einfach nach Hause. Und genau das tun sie auch.

[26:34] An jener Stelle ist es gewesen. Hier, genau hier, heute ist hier ein Parkplatz. Aber was wir jetzt gleich beschreiben, wird sich genau hier irgendwo zwischen diesen Büschen abgespielt haben. Sie sagt: Auf meinem Weg zur Schule...

[26:52] Das haben wir getan. Wir sind nach Hause gerannt, aber das Mädchen folgte uns mit einem Stein in der Hand. Ich wandte mich um, um zu sehen, wie weit sie hinter mir war. Und als ich mich umdrehte, traf der Stein mich an der Nase. Ich fiel bewusstlos zu Boden. Als ich wieder erwachte, fand ich mich in einem Kaufmannsladen wieder. Das Blut strömte aus meiner Nase. Meine Kleider waren mit Blut bedeckt und auf dem Fußboden war eine große Blutlache.

[27:23] Das war wahrscheinlich nur wenige Sekunden dieser Blick. Wo ist sie? Der Stein kommt, sie fällt bewusstlos zu Boden. Im nächsten Moment wacht sie auf und alles, was sie sieht, ist Blut. In diesem Kaufmannsladen ist ein Kunde, der ihr anbietet: Hey Mädchen, ich bring dich nach Hause. Sie ist mittlerweile zu Kräften gekommen, sieht sich um, sieht, wie sie mit Blut verschmiert ist, sieht das Blut aus ihrer Nase kommen und sagt: Nein, nein, nein, das mache ich nicht. Weil sie hat Angst, sagt sie, dass sie vielleicht die Kutsche dieses guten Mannes mit Blut beschmieren könnte. Und deswegen will sie aus lauter Höflichkeit darauf verzichten und sagt: Nein, nein, ich komme schon klar.

[27:58] Das war keine gute Entscheidung. Denn auf dem Weg nach Hause, zu Fuß, wird ihr wieder schwindelig und sie wird wieder ohnmächtig. Und ihre Zwillingsschwester und ihre Freundin müssen sie jetzt nach Hause tragen. Und so schnell wacht sie nicht mehr auf. Sie schreibt später: Ich hatte keinerlei Erinnerung an die Zeit nach dem Unfall. Meine Mutter sagt, dass ich nichts bemerkt habe, sondern drei Wochen in einem, wie es die Engländer damals sagten, die Amerikaner, einem stupid state, wir würden heute sagen Koma, war. Niemand dachte, dass ich überleben würde, mit Ausnahme meiner Mutter. Aus irgendeinem Grund fühlte sie, dass ich nicht sterben würde. Es ging so weit, dass eine Nachbarin die Mutter gefragt hat, ob sie nicht schon Sterbekleider kaufen sollen. Weil dieses Kind, da war keine Chance mehr. Ein Arzt kam und hat sich das Kind angesehen, hat gesagt: Ich weiß auch nicht, was man da machen soll. Ist wieder gegangen, ohne Therapie, hat gesagt: Keine Chance, gibt keine Möglichkeit. Damals war die Medizin ja noch ganz anders als heute. Und alle haben das Kind aufgegeben, nur die Mutter nicht.

[29:11] Und kurze Zeit später, nach drei Wochen, ist das Kind aufgewacht. Und sie konnte sich an nichts mehr erinnern, wusste auch nichts von dem Unfall. Und hat nur ab und zu gehört, wie Leute gesagt haben: Ach, die Arme. Die Arme, man erkennt sie ja kaum wieder. Als sie das gehört hat, hat sie gesagt: Kann ich mal bitte einen Spiegel haben. Man hat ihr einen Spiegel gebracht. Und als sie in diesen Spiegel schaut, kriegt sie den Schock ihres Lebens. Sie sagt: Alle meine Gesichtszüge schienen verändert. Der Anblick war schlimmer, als ich es ertragen konnte. Mein Nasenknochen war gebrochen. Die Vorstellung, dieses Unglück mein ganzes Leben lang zu behalten, erschien mir untragbar. Ich konnte keine Freude mehr im Leben sehen. Ich wollte nicht leben und wagte nicht zu sterben, denn darauf war ich nicht vorbereitet.

[30:05] Neun Jahre alt ist das Kind und plötzlich in einer der größten Krisen ihres Lebens gestürzt. Sie sieht so verunstaltet aus, dass sie sich kaum selbst erkennt. Ein Arzt wird noch mal gerufen, um die Frage zu erörtern, was man tun könnte mit ihrer Nase. Das Einzige, was ihm einfällt, ist, man könnte vielleicht ohne Betäubung, denn das war damals noch nicht gang und gäbe, einen Silberdraht hinein operieren. Aber er sagt, wahrscheinlich könnte sie durch das Aufschneiden der Nase so einen Schock bekommen, dass sie wahrscheinlich dann stirbt. Dann hat man es gelassen. Zum Glück, muss man wahrscheinlich sagen.

[30:45] Aber der größte Schock, der ist, als dann der Vater einige Wochen später aus Georgia zurückkommt. Sie sagt: Zur Zeit meines Unglücks war mein Vater in Georgia. Als er zurückkam, sprach er zu meinem Bruder und meinen Schwestern und erkundigte sich nach mir. Sie hatten Mühe, ihn davon zu überzeugen, dass ich Ellen war. Dies schnitt mir durchs Herz. Aber ich versuchte, den Anschein von Fröhlichkeit zu wecken, obwohl mein Herz schmerzte. Das muss schon ein schlimmes Gefühl sein, wenn selbst der Vater sagt: Ist das wirklich meine Tochter? So schlimm verunstaltet und so schwach war sie, dass selbst der Vater sie kaum noch erkannt hat. Das hat sie wirklich tief, tief, tief geschmerzt. Vor allem dann, als sie dann etwas stärker wurde und wieder auch gehen konnte, wieder auch mit anderen Kindern zu tun hatte, war natürlich die Folge, man hat sie gehänselt bis zum Gehtnichtmehr, weil sie plötzlich so hässlich aussah. Und das hat ihr ganz, ganz früh, ganz, ganz tief Schmerzen bereitet.

[31:47] Von all dem wusste William Miller natürlich nichts, als er auch im Oktober weiter unterwegs war, hier zum Beispiel in der Bundesstadt New York, in der Stadt Mariah, nahe Vermont, und auch dort eine Vortragsreihe gibt. Und über diese Vortragsreihe dort in Mariah berichtet er Folgendes an seinen Brieffreund Hendricks. Er sagt: Ich gab zwei oder drei Vorträge pro Tag. Wow. Die Menschen waren äußerst interessiert. 500 und mehr kamen tagsüber und abends zu den Vorträgen. Also das hat montags gepredigt, da kamen 500 am Tag, 500 am Abend. Am Dienstag 500 am Tag, 500 abends. Am Mittwoch 500 tags, 500 abends. Also das war ungefähr diese Begeisterung, die seine Predigt ausgelöst hat. Immer noch lokal in diesen Bundesstaaten New York und Vermont, noch nicht viel darüber hinaus. Aber dort in diesen Gegenden war das schon eine totale Sensation und hat enormen Eindruck gemacht.

[32:44] Dann gegen Ende Oktober, Anfang November ist er dann nochmal hier nach Ludlow gegangen. In Vermont hat er auch dort gepredigt. Das ganze Jahr über relativ unspektakulär von einem Ort zum nächsten. Und alle seine Einladungen absolviert und gepredigt und gepredigt. Und es gibt Erweckung und Leute bekehren sich. Das ist das ganze Jahr konsistent 1837 im Leben von Miller gewesen.

[33:04] Eine interessante Sache noch aus dem Jahre 1837. Am 8. November wird diese Institution gegründet. Eine der ersten höheren weiterführenden Schulen für Frauen. Und zwar Mount Holyoke Female Seminary in Amerika. Gegründet von dieser taffen Frau hier. Von Mary Lyon, die sich sehr für die Frauenbildung einsetzt. Und der Mann daneben, das ist Horace Mann, der im selben Jahr damit beginnt, das amerikanische Schulwesen zu reformieren. Er gilt auch als der Vater der amerikanischen Bildung. Also es waren Jahre, in denen man sich jetzt mehr und mehr um die Bildung auch gekümmert hat.

[33:47] Und dann im Dezember hat Josef Wolff die Gelegenheit hier zu sprechen. Er war mittlerweile in Amerika angekommen, hat dort gepredigt an verschiedenen Orten. Er war in Philadelphia gewesen, in Baltimore, in Washington, an den größten Orten. Und er bekommt im Dezember die Gelegenheit vor dem US-Kongress zu sprechen. Er wird eingeladen von niemand anders als dem ehemaligen US-Präsidenten John Quincy Adams. Der ihn, Zitat, einen der bemerkenswertesten Menschen, die zur Zeit auf der Erde leben, nennt. Also eingeladen vom Ex-US-Präsidenten darf er jetzt im Kongress sprechen. Und der gesamte Kongress ist gegenwärtig. Alle Geistlichen von Washington und zahlreiche hochgestellte Bürger. Und er predigt über die Wiederkunft Jesu, die er für das Jahr 1847 erwartet. Also das war der Stellenwert, den Josef Wolf in dieser Zeit gehabt hat. Er hat dann auch später persönliche Abendessen mit dem amtierenden Präsidenten gehabt, mit Martin Van Buren und hat ihm von der Wiederkunft erzählt. Und einer der Staatsmänner von Van Buren fragt dann aber Wolf: Wenn Jesus als der König der Könige und der Herr der Herren kommt, was wird denn aus unserem Präsidenten? Naja, das wird dann halt auch sein Schicksal sein. Aber er wurde wirklich dort sehr gefeiert. Hat sich interessanterweise nicht in die Sklavenfrage eingemischt, der Wolf. Und hat sich nicht da groß zu geäußert. Wollte die beiden Seiten nicht verärgern. Kann man ihm vielleicht ein bisschen übel nehmen, aber wie auch immer. Ansonsten hat er noch festgestellt, dass die Indianer nicht wie einige ehemalige Israeliten sind. Das war so eine Theorie, die durch Amerika ging. Aber das hat er ziemlich deutlich widerlegt. Und er bedankt sich dann für die Möglichkeit, dort im US-Kongress zu sprechen und predigt an verschiedenen Orten, bevor sich dann Anfang des nächsten Jahres aufmacht, nach England wieder zurück zu gehen.

[35:53] Bevor wir jetzt schließen, wollen wir noch einige wenige Schachzüge des Jahres 1837 beachten. Denn die Adventgeschichte nimmt zu diesem Zeitpunkt immer mehr den Charakter eines Schachspiels an. Beim Schachspiel ist es ja so, dass man bestimmte Figuren setzt und setzt mit einem größeren Plan. Man macht nicht alles gleich sofort offensichtlich. Und so hat Gott quasi auch bestimmte Schachzüge im Jahr 1837 gemacht, von denen man in diesem Jahr noch nicht ahnt, wohin die dann mal zielen werden. Aber diese Schachzüge sind sehr wichtig, um die spätere Entwicklung in den nächsten Jahren zu sehen. Das hängt mit verschiedenen Leuten zusammen, die dann in den nächsten Jahren von großer Wichtigkeit werden, neben Miller.

[36:34] Unter anderem Charles Fitch, der im Jahre 1837 ein Traktat herausgibt über die Sklavenfrage und dort als einer der führenden Pastoren in Boston, der Großstadt Boston, eine enorme Rolle spielt. Eine andere wichtige Person ist Joshua Himes, der ebenfalls in Boston in einer anderen Kirche tätig ist und nach sieben Jahren dort seine Position an der einen Kirchegemeinde aufgibt und eine neue gründet, die sogenannte Second Christian Church. Und Himes ist einer der absoluten Vorkämpfer der Antisklaverei-Bewegung, der Mäßigkeitsbewegung. Wann immer es eine Reformation gibt, Himes ist dabei. Ein richtiger Macher. Und eine der führendsten Leute in der Antisklaverei-Bewegung, Garrison, hat ihn als seinen Mitarbeiter.

[37:32] Eine weitere besondere Geschichte hat, zunächst mal bevor wir zu diesen beiden Leuten kommen, zu tun mit James White, jenem jungen Jugendlichen, der im Jahre 1837 getauft worden ist und so an extrem schielenden Augen gelitten hatte. Und im Jahre 1837 beginnen seine Augen wie durch ein Wunder besser zu werden. Und auch das ist sehr wichtig, denn er wird in den nächsten Jahren von großer Wichtigkeit werden.

[38:03] Ebenfalls die Augen geöffnet bekommt dieser Mann hier, George Storrs. Er ist Prediger der Methodisten, einer der bekanntesten Prediger seiner Denomination, sehr beliebt. Und er liest, ohne es zu wissen, ein Traktat von diesem Mann, von Henry Grew. Aber lassen wir ihn selbst erzählen. Er sagt: Ich wurde auf dieses Thema, und es geht um das Thema vom Zustand der Toten, 1837 durch ein kleines Pamphlet aufmerksam. Ich wusste nicht, wer der Autor war. Da kein Name angegeben war, erst später erfuhr ich, dass es von Henry Grew aus Philadelphia war. Ich las es, hielt aber zunächst nicht viel davon. Ich vermutete, ich fühlte mich wie jemand, der Einwände hat. Zum Beispiel, wenn diese Sicht des Themas richtig ist. Warum haben Christen und Prediger dies nicht früher gelernt? Ich konnte allerdings dem Eindruck nicht widerstehen, das Thema für mich selbst zu untersuchen.

[38:54] Was war passiert? Storrs war, wie gesagt, ein Methodisten-Prediger, der von Ort zu Ort reiste und klar und deutlich gepredigt hat. Als er dieses Thema zum ersten Mal mit dem Zustand der Toten in die Hände bekommt, hält er gar nichts davon. Weil er als kalvinistisch aufgewachsener junger Mann weiß, die bösen Menschen sterben niemals, sondern sie werden brennend in der Hölle für immer und ewig. Das ist ganz klar. Und als er auf einem Weg von Boston nach New York dieses Traktat in die Hände bekommt, anonym, liest er das und sagt: Ach, so ein Quatsch. Aber er hat nichts anderes zum Lesen dabei. Dann liest er es halt so einfach aus. Langeweile. Und während er dieses Traktat liest, ist er zumindest erstaunt, dass diese scheinbar so absurde Theorie, dass die Bösen mal ausgelöscht werden, irgendwie viele Bibelferser hat. Und er ist so erstaunt darüber, dass er sich dem Ganzen jetzt ernsthaft nähern möchte. Er ist nicht überzeugt. Das macht sich das Zitat ganz deutlich. Aber er bekommt das Gefühl, er muss seine eigene Position, dass es eine ewig brennende Hölle gibt, genauer studieren. Und das führt dazu, dass er Folgendes sagt.

[40:01] Dies habe ich von Zeit zu Zeit einige Jahre lang getan. Und ich unterhielt mich mit Predigern über das Thema, denn ich wollte zu diesem Zeitpunkt noch nicht über dieses Thema zu Laien sprechen. Und sie so womöglich zum Glauben an eine Lehre führen, die ich selbst nicht gründlich untersucht hatte. Und sie so in die Irre führen. Ich studierte die Bibel, las und notierte jeden Text, der über das letzte Schicksal der Gottlosen sprach oder anscheinend darauf Bezug nahm.

[40:26] Gott wollte für die Endzeitbewegung das Thema des Zustands der Toten klar machen. Wir hatten gesehen über die letzten Jahrzehnte, dass es immer wieder Menschen gab, einzelne Leute in England und Amerika, die dieses Thema studiert haben und so kleine Traktate rausgebracht haben. Aber bis jetzt gab es keine Kirche, keine Bewegung, die als Ganzes dieses Thema wirklich angenommen hatte. Keine einzige. William Miller als Person hatte ein ganz anderes Thema, was er studiert hat, nämlich die Wiederkunft. Und dass es kein Millennium vor der Wiederkunft gibt. Irgendjemand musste sich dieses Themas annehmen und dann später damit verknüpfen. Und Gott wählt hier George Storrs aus, der durch dieses Pamphlet angeregt wird, dieses Thema zu studieren. Auf eine ähnliche Art und Weise wie Miller. Nicht über Prophetie, sondern über den Zustand der Toten. Jahrelang dieses Thema studiert, wo er ein Vers nach dem anderen anschaut. Alle Verse, die irgendwie darauf Bezug nehmen, was mit dem Bösen am Ende passiert. Ob es eine brennende Hölle gibt, ja oder nein. Und dieses Thema gründlich und langsam studiert, bis er zu einem Schluss kommt, über den wir die nächsten Male dann noch ausführlicher sprechen werden. So ein bestimmter Schachzug, den Gott gemacht hat.

[41:37] Noch ein Schachzug jener Zeit hat zu tun mit dem Sabbat. Nicht nur braucht Gott den Zustand der Toten irgendwann richtig, er braucht auch den siebten Tag Sabbat. Aber dieser siebte Tag Sabbat, der erste Schritt dorthin, ging nicht aus von Miller oder Heims oder Storrs oder Bates oder wem auch immer. Sondern von dieser Frau, von Rachel Harriet Oakes Preston. Schon mal gehört? Rachel Oakes Preston? 1837, damals war sie noch viel jünger als auf dem Bild. Sie ist 28 Jahre alt, ist schon verwitwet mit ihrer kleinen Tochter Delight. Sie ist auch Methodistin und kommt über Umstände, die wir nicht ganz genau wissen, zu dem Studium des siebten Tags Sabbat, dass es der Samstag ist. Und ist daran an der Bibel so überzeugt, dass sie sich der einzigen Kirche anschließen möchte, die damals den siebten Tag Sabbat hält. Das sind die Siebenten-Tags-Baptisten. Sie geht zu ihrem Methodistischen Pastor und sagt: Ich habe ja den Samstag erkannt, was meinst du, was soll ich tun? Und er sagt: Naja, du kannst ja für dich den Sabbat halten, aber bleib in der Kirche. Und dann sagt sie: Das kann ich nicht. Und dann schließt sie 1837 den Siebenten-Tags-Baptisten an und sie wird instrumental sein, dann später in der Entwicklung, die wir noch anschauen werden.

[43:08] Und als letztes für heute noch die Geschichte von jenem ganz seltsamen Mann. Der spätere Gründer der Taiping. Diese Geschichte ist so schwer zu erzählen, weil es heute keine wirklich guten Originalquellen mehr gibt. Wenn man heute das Thema Taiping auf Stand betrachtet, werden die nur in den Dreck gezogen. Aber von dem wenigen, was wir wissen noch aus damaliger Berichterstattung, werden wir im Laufe der nächsten Male auch seine Geschichte und die Geschichte seiner Bewegung beleuchten, weil sie sehr, sehr interessant ist. Nur so viel für heute.

[43:47] Im Jahre 1837 hat Hong Xiuquan Visionen, so gibt er jedenfalls an. Ein Jahr zuvor war ihm von einem christlichen Missionar so kleine Traktate gegeben worden, die er allerdings nicht gründlich gelesen hat, nur so überflogen. Hat sich dann wieder weggetan. Er war heidnischer Chinese in Südchina vom Stamm der Hakka. Und in diesen Visionen, die er hat, sieht er, wie er in eine himmlische Region genommen wird und wie er an einen Fluss gebracht wird und in diesem Fluss gewaschen werden muss. Nachdem er in diesem Fluss gewaschen wird, wird an ihm eine Operation ausgeführt. Ihm wird der Körper aufgeschnitten und sein Herz wird ihm herausgenommen und ihm wird ein neues Herz gegeben. Und in diese Vision wird er an einen Thron gebracht, wo er einen sieht, der alt an Tagen ist. Und dieser Alt an Tagen sagt, dass alle Menschen von ihm ernährt werden, alle Menschen von ihm erhalten werden, aber dass die Menschen stattdessen Götzen anbeten. Und dass er Hong Xiuquan beauftragt, die Menschen vor den Götzen zu warnen und um das zu realisieren, wird ihm ein anderes himmlisches Wesen gezeigt, sein größerer Bruder. Sein himmlischer Bruder, der ihm helfen soll und ihn instruieren soll. Und Hong Xiuquan versteht das alles noch nicht wirklich, aber seine Freunde und Genossen stellen fest, dass ab diesem Zeitpunkt sein Charakter sich beginnt zu verändern. Er wird freundlicher, er wird nett, er wird ganz anders als vorher. Und er weiß nur eins, er soll gegen die Dämonen kämpfen, die hinter den Götzen stehen. Er weiß, hinter den Götzen und den Gottesbildern, da befinden sich Dämonen und gegen die soll er kämpfen. Und ihm wird in der himmlischen Vision gesagt, dass der allgepriesene Konfuzius von Gott getadelt wird, weil er nicht die ganze Wahrheit gesagt hat. Konfuzius hätte zwar einiges verstanden, aber nicht die ganze Wahrheit gesagt. Und Hong Xiuquan weiß zu diesem Zeitpunkt nicht, wohin das führen wird, aber wir werden in den nächsten Jahren dann sehen, was aus ihm geworden ist.

[45:50] Alles so kleine Schachzüge auf dem Weg zu ganz erstaunlichen Bewegungen. Und wie das weitergeht mit den Schachzügen, sehen wir dann nächstes Mal in der Folge Lit und Fitch. Da geht es nämlich um zwei Leute, die dann Miller ganz besonders geholfen haben im Jahre 1838. Und da seid ihr natürlich alle herzlich wieder eingeladen.

[46:14] Bis dahin wissen wir, dass wir nichts zu befürchten haben für die Zukunft. Es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Jetzt haben wir eine kurze Pause und dann sehen wir uns gleich zu unserem Offenbarungsseminar in wenigen Minuten wieder. Gottes Segen euch, bis dann. Amen.


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