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In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ blickt Christopher Kramp auf das Jahr 1846 zurück, ein entscheidendes Jahr nach der großen Enttäuschung von 1844. Er beleuchtet die Herausforderungen und Umbrüche innerhalb der Adventbewegung, den Kampf gegen fanatische Auslegungen und die entscheidende Entwicklung der Heiligtumslehre. Die Folge stellt die bahnbrechenden Erkenntnisse von O.R.L. Crozier und Joseph Bates vor, die das Fundament für die zukünftige Adventgemeinde legten.

In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ wird das Jahr 1846 beleuchtet, ein entscheidendes Jahr nach der großen Enttäuschung von 1844. Der Sprecher Christopher Kramp zeichnet nach, wie die verbliebenen Adventisten mit neuen Lehren und Herausforderungen konfrontiert wurden. Im Fokus stehen die dramatische Bekehrung von Enoch Jacobs zum Schäkertum, die bahnbrechende Heiligtumslehre von O.R.L. Crozier und die Veröffentlichung von Joseph Bates‘ Schrift „The Opening Heavens“, die die buchstäbliche Realität des Himmels und des Neuen Jerusalems betont. Die Folge zeigt, wie trotz Verwirrung und Fanatismus grundlegende biblische Wahrheiten wiederentdeckt und das Fundament für die zukünftige Adventbewegung gelegt wurden.


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Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Die Zeit des Endes". Wir entschuldigen uns für die kurze Verzögerung. Wir hatten ein technisches Problem mit dem Audio, das ich jetzt geklärt habe. Ihr solltet mich jetzt hören. Herzlich willkommen, dass ihr jetzt da seid, schön, dass ihr auch da seid, zu unserer Jubiläumsfolge, und zwar der 50. Könnt ihr euch das vorstellen? Schon seit fast anderthalb Jahren spielen wir in dieser Serie "Die Zeit des Endes" und heute haben wir die 50. Folge.

[0:34] Und wir springen in das Jahr 1846. Ein Jahr, das ganz besonders für uns alle sein wird. Und da werden wir gleich dazu noch im Detail kommen. Die Folge heißt "Der geöffnete Himmel". Und wir möchten sehen, wie Gott in diesem Jahr 1846 sein Volk geführt hat. Und wie jedes Mal möchte ich euch einladen, auch diesmal mit mir zu beten am Anfang, und dann starten wir unser Thema.

[1:08] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir jetzt zu dir kommen können, dass wir lernen dürfen von dir. Und wir möchten dich bitten, dass du mit deinem Heiligen Geist gegenwärtig bist, dass wir trotz aller Schwierigkeiten, die wir gerade gehabt haben, dass wir uns jetzt konzentrieren können und aus deinem Wort und aus der Geschichte deines Volkes Lektionen lernen können, die unser Leben, unseren Alltag beeinflussen. Wir möchten dich bitten, dass du alle Störende fernhältst und dass wir auf deine Stimme hören können. Im Namen Jesu. Amen.

[1:44] Das Jahr 1845 war vorbei und es war ein düsteres Jahr für die Adventbewegung gewesen. Nicht nur, dass ein großer Teil der Adventisten im Laufe dieses Jahres sich von 1844 abgewendet hat, sondern auch, dass diejenigen, die zunächst daran festgehalten hatten, dass 1844 etwas passiert war. Ich habe hier einige Namen nur aufgeschrieben, die wir in den letzten Malen ja ausführlich behandelt haben. Dass die meisten von denen, die jetzt die sogenannten Bräutigams-Adventisten waren, die geglaubt haben, Jesus ist zur Hochzeit gegangen 1844, dass Anfang 1846 die meisten von denen das wieder aufgegeben hatten. Wir haben das sehr ausführlich behandelt, aus welchen Gründen der eine oder andere entweder fanatisch geworden ist oder sich abgekapselt hat oder einfach lieber die Welt mehr geliebt hat oder auf Gruppendruck gehört hat.

[2:34] Und so bleiben am Ende nur noch sehr, sehr wenige Leute übrig, die man zu dem Zeitpunkt nur noch in den wenigen Hunderten zählen kann. Und nur einer von ihnen hat noch überhaupt eine Zeitschrift, mit der man kommunizieren kann, und das ist hier Enoch Jacobs. Und einige wenige andere wie Hiram Edson und James White und Joseph Bates sind mit dabei.

[2:56] Geografisch sieht das so aus. Ich zeige euch das mal. Genau hier. Hier in New Bedford, da ist Joseph Bates, der den Sabbat hält und am Sabbat verkündigt. Hier in Portland ist der Geburtsort und der Heimatort von Alan Harmon. Die allerdings jetzt die meiste Zeit 1845, 1846 hier in der Nähe von Boston, in Dorchester bei dem Otis Nichols Wald, weil sie hier in Massachusetts viel unterwegs ist. Und dann haben wir Hiram Edson und Crozier, die das Heiligtum studiert haben, und die sind in dieser Gegend hier, also relativ weit voneinander entfernt. Aber die Zeitschrift, in der sie kommunizieren können und von der sie, ja, wo sie ihre Meinung einbringen können, findet sich hier in Ohio, in Cincinnati.

[3:46] Und hier in Ohio gibt es noch relativ viele Bräutigams-Adventisten, die nicht fanatisch gewesen sind. Der Fanatismus war im Wesentlichen hier auf den Osten der USA beschränkt gewesen. Und hier haben wir so eine Zeitschrift, eine Ausgabe, "The Day Star", aus Cincinnati hier im Januar. Wie gesagt, das einzige Magazin, wo man noch etwas hören konnte über 1844 als die Erfüllung der Prophetie, ohne dass man in irgendwelche vergeistlichenden, fanatischen Dinge abgestürzt ist. Und für James White und für Joseph Bates war das die letzte Zeitschrift, mit der sie noch was anfangen konnten.

[4:24] Nun, wir hatten gesehen, dass der Inhaber dieser Zeitschrift, Enoch Jacobs, Ende 1845 ins Wanken geraten war. Könnt ihr euch daran erinnern, dass einer seiner Mitarbeiter, der Pickens, auch diese vergeistliche Idee aufgegriffen hat, Jesus sei schon im Herzen wiedergekommen und es gäbe keine weitere Wiederkunft mehr. Und obwohl er das bekämpft, hat er sich entschlossen, und das ist jetzt eine der dramatischsten Geschichten in der ganzen Adventgeschichte dieser Zeit, er entscheidet sich auf die Einladung von Pickens zu einer Konferenz zu gehen, wo diese Fanatiker unter sich sind, um dort sozusagen den Pickens zu überzeugen, dass es falsch ist.

[5:04] Und so beginnt am 1. Januar 1846 so eine Konferenz in Cleveland, Ohio, mit Enoch Jacobs dort, der sich das anschaut, ganz reserviert, ganz distanziert, um irgendwie einen Weg zu finden, sie zu überzeugen, dass das falsch ist. Am 3. Januar kommt noch eine Ausgabe heraus, wo er ganz deutlich das zurückweist mit dieser Vergeistlichung. Er schreibt dann Pickens: "Löse dich doch von diesem Seitenweg des Mystizismus und komm weiter."

[5:32] Aber was dann passiert, ist wirklich dramatisch. Fünf Tage ist er auf dieser Konferenz und fünf Tage beobachtet er, lässt sich nicht zu viel hineinreden. Wenn diese Fanatiker sehr freundlich mit ihm werden wollen, dann geht er auf Abstand. Aber am 5. Januar am Abend, bei einer dieser Veranstaltungen, fangen plötzlich an, alle seine Gliedmaßen zu zittern. Seine Beine fangen an zu zittern, seine Arme fangen an zu zittern und plötzlich fällt es ihm wie Schuppen von den Augen: Jesus ist schon wiedergekommen. Das Königreich ist da.

[6:16] Zu dieser Zeit haben die sogenannten Shaker einen großen Einfluss auf die Fanatiker. Habt ihr was von den Shakers gehört? Vielleicht habt ihr was von den Quäkern gehört? Und diese haben einige Gemeinsamkeiten. Erstmal reimen sie sich, die Quäker und die Shaker. Und die Shaker waren eine Abspaltung von den Quäkern, die noch verrückteren Gottesdienst hatten als die Quäker. Man nannte sie Shaker, weil sie sich beim Gottesdienst so geschüttelt haben. Im Grunde genommen waren es eigentlich charismatische Christen. Ihre Prophetin war die sogenannte Ann Lee, die im 18. Jahrhundert behauptet hat, sie wäre der weibliche Christus und sie wäre die Wiederkunft Christi in Person. Und die Shaker hatten geglaubt, dass die Wiederkunft geistlich ist und deswegen hatten viele fanatische Adventisten jetzt die Fühler ausgestreckt zu den Shakers.

[7:02] Und Enoch Jacobs, der letzte Mohikaner unter den adventistischen Editoren, der noch an der Wahrheit festhält, bekehrt sich auf dramatische Art und Weise zu diesem Schäkertum.

[7:16] Am 8. Januar schreibt James White an Enoch Jacobs, ohne zu wissen, was mit dem passiert ist. Er sagt hier: "Wir müssen hier durch 75 cm hohen Schnee warten, mit den fristlosen Winterwinden-Mains im Gesicht. Es wird schwer, uns weiß zu machen, dass wir schon in der Stadt Jerusalem sind und ein Anrecht auf den Baum des Lebens haben." Er sagt: "Hey, lass uns nicht so einen Quatsch glauben." Er sagt: "Gott ist eine Person, denn er schuf den Menschen in seinem Bilde und derselbe Jesus wird auf Davids Thron in der buchstäblichen Stadt auf der neuen Erde unter dem ganzen Himmel sitzen. Das ist der Glaube, der ein für allemal den Heiligen übergeben ist und er wird trotz alles modernen Spiritualismus leben und dafür müssen wir ernstlich kämpfen." Er glaubt zu dem Zeitpunkt, dass Jacobs noch auf seiner Seite ist.

[8:02] James White ist deswegen unter anderem so sicher, weil er von Ellen Harmon aus den Visionen weiß. Sie hat Jesus gesehen, dass er eine buchstäbliche Person ist. Sie hat auch Jesus gefragt: "Ist der Vater eine buchstäbliche Person?" Sie hat das neue Jerusalem gesehen und das ist sicherlich ein Anker, den James White hält, daran festzuhalten, dass das alles buchstäblich gemeint ist und nicht irgendwie geistlich. Übrigens hat er aufgrund auch einer der letzten Visionen von Ellen Harmon über die Angst in Jakob jetzt die Wahrheit angenommen, dass die Plagen, die sieben Plagen, noch in der Zukunft liegen. Dass also Jesus nicht übermorgen wiederkommt, sondern dass da noch eine Zeit der Trübsal, eine Angst in Jakob bevorsteht und dass die noch vor der Wiederkunft ist, aber noch zukünftig.

[8:42] Im "Daystar" tummeln sich weiterhin Leser, die gegen die Vergeistliche schreiben. Noch keiner weiß von dem Erlebnis, den Jesus von Jacobs gehabt hat.

[8:54] Währenddessen schreibt William Miller an Himes am 13. Januar folgendes: "Ich habe oft gedacht, dass wir damals einen Vorgeschmack der Liebe und Gemeinschaft der Heiligen im Licht erlebt haben." Erinnert sich an die Zeit zurück, an 1840 und 1841 und 1842, als es eine Einheit war. "Und warum ist es nun nicht mehr so? Der Grund ist klar. Wir sind durch gottlose und planende Männer, die sich bei uns eingeschlichen haben und uns in Parteien gespalten haben, um Menschen zu folgen und nicht Gott, von unseren ersten Prinzipien weggezogen worden, um neue Tests statt der Bibel zu haben. Einige unserer Redner haben die Verwirrung gestartet, indem sie einen unheiligen Krieg gegen die Denomination erklärt haben."

[9:38] Also für Miller in seinem Alter sieht es so aus, dass man einfach zu radikal gewesen ist gegenüber den Kirchen, als man gesagt hat, die sind Babylon. Und das ist der Grund, warum man jetzt so zersplittert und zerstreut ist. Sicherlich eine interessante Perspektive, obwohl er natürlich dann auch weiter schreibt. Er ist sich auch bewusst, dass die Kirchen sich auch falsch verhalten haben.

[9:58] Und in dieser allgemeinen Konfusion kommt Hiram Edson, derjenige, der einen Tag nach der großen Enttäuschung schon diese prinzipielle Idee gehabt hat mit dem Allerheiligsten. Er kommt mit seinem Freund Crozier, der damals 25 Jahre alt ist, auf die Idee und sagt: "Wir müssen noch einmal diese ganze Sache vom Heiligtum aufschreiben lassen." Bisher hat das noch keiner richtig so ernst genommen, obwohl sie ja schon im vergangenen Jahr einen kleinen Artikel herausgebracht hatten. So richtig hat das keiner wirklich ernst genommen.

[10:30] Und so entscheiden sie sich noch einmal, einen ausführlichen Artikel zu schreiben über das, was sie über das Heiligtum studiert haben. Crozier soll es schreiben und Hiram Edson und Dr. Hahn wollen das dann finanzieren. Und am 17. Januar haben sie ihr Dokument fertig. Es heißt "Das Gesetz des Mose". Gleich mehr dazu.

[10:50] Doch am selben Tag kommt Enoch Jacobs mit der Wahrheit heraus, dass er sich in Anführungsstrichen bekehrt hat. Er erzählt von dieser Konferenz: "Ich ging mit freundlichsten Gefühlen gegenüber meinen irrenden Geschwistern, aber voller Entschiedenheit in der Kraft Gottes dieses unbiblische System der Vergeistlichung niederzureißen." Also er sagt, ich bin hingegangen und ich wollte diese Vergeistlichen, diese Fanatiker bekehren. Aber dann hatte ich diese Erfahrung. Ich habe angefangen zu zittern. Ich habe am Körper gespürt, dass Jesus in mir ist und dass ich, dass die Wiederkunft stattgefunden hat und ich weiß nicht, was sonst alles." Und dann ruft er aus: "Das Königreich ist da! Durch Graben im Feld habe ich es gefunden. Halleluja!"

[11:30] "Ich weiß, dass viele von euch Angst um mich haben und zittern, dass ich annehme, was wir zuvor abwertend Spiritualismus genannt haben. Aber ich bin jetzt überzeugt, dass meine gegenwärtige Ansicht und Erfahrung viel besser mit der einfachen, buchstäblichen Auslegung der Bibel zusammenpasst, als jemals zuvor und so weiter."

[11:48] Eine Sache kann man daraus lernen: Manchmal ist es einfach nur gefährlich, sich in die Gegenwart von Fanatikern zu bewegen. Enoch Jacobs hätte nicht im Traum daran gedacht, dass er es einmal tun würde, sowas schreiben würde. Er war einer der Letzten, die geschrieben haben, ein Jahr lang gegen diesen Fanatismus. Aber er war dort ganz alleine und es war zu stark für ihn.

[12:14] Und dann, interessanterweise, hat er noch diese Einstellung, dass er auch noch Sachen veröffentlicht, die nicht seiner Meinung entsprechen. Und am 24. Januar, jetzt ist es eine Zeit, wo es wirklich dramatisch wird, am 24. Januar veröffentlicht er auf das Drängen von vielen Freunden diesen Brief hier. Könnt ihr es lesen? "Letter from Sister Harmon." Er veröffentlicht den Brief, den Ellen Harmon an ihn geschrieben hatte, Ende 1845 und der ausdrücklich nicht zur Veröffentlichung gemeint war, mit der ersten Vision und der Vision von der neuen Erde.

[12:50] Und hier habt ihr die ganzen Aussagen von ihr, die wir letztes Mal oder die wir davor schon angeschaut haben. Sie hatte auch eine Einleitung geschrieben. Dort hatte sie geschrieben: "Da Gott mir die Reise der Adventisten nach der Heiligenstadt gezeigt hat und den reichen Lohn denjenigen erhalten, die auf die Rückkehr ihres Herrn von der Hochzeit warten." Also ganz klar Bräutigams-Adventismus. "Wird es wohl meine Pflicht sein, einen kurzen Abriss von dem zu geben, was Gott mir geoffenbart hat. Die lieben Heiligen haben viele Schwierigkeiten zu überwinden." Das hatte sie gesehen in der letzten Vision von der Angst in Jakob. Sie wusste jetzt, Jesus kommt nicht übermorgen, da gibt es noch einen langen Weg vor uns. Aber unsere Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen wichtige Herrlichkeit und so weiter und so fort.

[13:36] Und dann sagt sie hier: "Ich habe versucht, einen guten Bericht und einige Weintrauben von dem himmlischen Kanaan mitzubringen, wofür manche mich steinigen wollten." Natürlich im ertragenen Sinne, wie auch die Kinder Israels, Kaleb und Joshua, für ihren Bericht steinigen wollten. Was war die Folge davon übrigens, als man Joshua und Kaleb steinigen wollte? Das, was hätte sehr schnell gehen können, dauerte noch mal ziemlich lange. Und das ist so ein versteckter Hinweis darauf, dass wenn 1845, 1846 die Adventisten einfach mal gewartet hätten, was Bibelstudium ergibt. Das ist nicht passiert. Aber ich versichere euch, meine Geschwister, in dem Herrn, es ist ein gutes Land und wir sind wohl imstande, hinein zu gehen und es zu besitzen.

[14:22] Und dann hatte sie mir geschrieben, die Vision, die wir angeschaut haben, diese Vision vom Mitternachtsruf, das Licht auf dem Weg bis zur Stadt Jerusalem. Und das war natürlich, hätte eigentlich, wenn Enoch Jacobs das ernst genommen hätte, hätte ihn das bewahrt vor dem Fanatismus. Denn er hätte sehen können, da gibt es ein buchstäbliches Königreich Gottes im Himmel und so weiter und so fort. Und haben wir sogar hier die Nebenbemerkung, die hat er mit abgedruckt, dass das nicht, "it was not written for publication", nicht geschrieben für die Veröffentlichung. Aber naja, so muss Ellen Harmon beim Lesen der Zeitschrift feststellen, dass ihr privater Brief abgedruckt worden ist. Nun, sie hatte nichts dagegen, dass das öffentlich gemacht worden ist, aber hätte sie das gewusst, hätte sie alle wichtigen Visionen ihm geschrieben, nicht nur die Hälfte.

[15:08] Und naja, nun stellt sie das fest und überlegt, was sie tun soll. In derselben Ausgabe schreibt Enoch Jacobs jetzt seine Ansicht über die Wiederkunft, "the second coming". Und noch hält er daran fest, dass irgendwann auch mal Jesus buchstäblich kommen wird, aber jetzt schon ist Jesus wiedergekommen, jetzt schon beginnt das Königreich in uns. Und er hat jetzt schon ganz viel von diesem Fanatismus aufgesogen. Und es ist interessant, nicht wahr, dass ausgerechnet in der Ausgabe, wo er das präsentiert, Ellen Harmons erste Vision zum ersten Mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist. Der Kampf findet auf dem letzten Stückchen, wo man noch kämpfen kann, diesem letzten Magazin statt.

[15:48] Ja, völlig verzweifelt, wenn sich James White und Cook erneut gegen diesen Fanatismus im "Daystar" und versuchen, das noch aufzuhalten.

[16:00] Und dann gibt es eine Extra-Ausgabe des "Daystar", die ihr euch ganz gut merken solltet. Das ist die einzige Extra-Ausgabe, die es jemals gab und diese Ausgabe hatte nicht Enoch Jacobs zu verantworten, sondern hat einfach nur seine Zeitschrift zur Verfügung gestellt. Das war der Artikel von Crozier und Edson und Hahn am 7. Februar 1846, "The Daystar Extra". Und dieser Artikel, der längste Artikel, den der "Daystar" jemals rausgebracht hat, ist absolute Adventgeschichte, denn das ist der Artikel, von dem Ellen Harmon ein Jahr später gesagt hat, dass es die Wahrheit ist, dass es Gottes Wille war, dass Crozier diesen Artikel schreibt und dass dort sozusagen, dass sie sich völlig autorisiert fühlt, diesen Artikel jedem Heiligen zu empfehlen.

[16:50] Dieser Artikel, diese Sonderausgabe, ist eigentlich das Fundament dessen, was wir Heiligtumslehre nennen. Just in diesem Moment kommt es an die Öffentlichkeit und der Artikel heißt "The Law of Moses". Das Gesetz des Mose. Und ich möchte mit euch ein paar Gedanken daraus anschauen, damit ihr seht, was dieses Fundament gewesen ist.

[17:12] Zunächst einmal schreibt der Crozier, dass das mosaische Gesetz natürlich zum Alten Bund gehört, aber trotzdem studiert werden muss, weil der Alte Bund den Neuen Bund illustriert. Viele Christen haben damals gesagt, alter Bund ist unwichtig, aber er sagt: "Nein, nein, nein, auch wenn wir nicht mehr opfern, müssen wir das Gesetz des Mose, den Alten Bund studieren, denn er zeigt uns ja, wie sich die Dinge alle im Neuen Bund erfüllen."

[17:34] Und dann zeigt er, dass es dort die Frühlingsfeste gab, wie Passah und wie das Pfingstfest und die Herbstfeste, Laubhüttenfest und Großer Versöhnungstag. Die ersten sind verbunden mit dem ersten Kommen Jesu und die anderen mit der Wiederkunft, ganz klar.

[17:48] Und dann macht eine Beobachtung, die revolutionär ist. Er zeigt, dass schon bei den Frühlingsfesten der Antitypus immer zwar genau am richtigen Tag begann, also Jesus ist zum Beispiel am 14. Nisan gestorben, richtig? Oder das Pfingstfest war genau 50 Tage später und so weiter. Aber diese Ereignisse waren nicht auf den Tag allein beschränkt. Heißt also, am 14. Nisan wurde immer das Lamm geschlachtet zum Passahfest. Jesus wurde am 14. Nisan gekreuzigt, aber sein Tod hatte jetzt Wirksamkeit über viele Jahrhunderte. Am 50. Tag danach war Pfingsten. Aber zu Pfingsten kam der Heilige Geist und er blieb dann für viele, viele Jahre. Das heißt, was man vorher übersehen hatte, war, dass obwohl der Antitypus immer am richtigen Tag beginnt, er dann über viele Jahre bleibt.

[18:50] Und Crozier sagt ja: "Überleg mal, wenn das bei den Frühlingsfesten so ist, dann ist es auch bei den Herbstfesten. Dann beginnt zwar der große Versöhnungstag am 22. Oktober, aber der endet da nicht. Der geht dann noch über viele Jahre." Und das gibt zum ersten Mal eine breite Perspektive wieder. Bevor man immer so eng gedacht hat: Jesus kommt in drei Monaten, vier Monaten, fünf Monaten wieder. Eine breite Perspektive.

[19:12] Dann geht er zum Heiligtum. Er zeigt, das Heiligtum ist das Herzstück des gesamten mosaischen Gesetzes. Und der Hebräerbrief sagt deutlich, das Heiligtum ist im Himmel und nicht auf der Erde. Zitiert viele, viele Verse, unter anderem den berühmten aus Hebräer 8, Vers 2, von der wahrhaftigen Stiftshütte, die Gott errichtet hat. Und er kommt dann auf den Punkt und sagt: "Das Heiligtum, das am Ende der 2300 Tage gereinigt werden soll, ist das Heiligtum. Nicht die Erde oder Palästina. Das Heiligtum des neuen Bundes."

[19:40] Wir sehen, dass das Heiligtum des neuen Bundes nicht auf der Erde, sondern im Himmel ist. Und dann sagt er: "So wie der irdische Tempel zum irdischen Jerusalem gehörte, so gibt es einen himmlischen Tempel zum himmlischen Jerusalem." Nicht nur ist, weil vorher hatten einige gedacht, naja, Neu-Jerusalem ist der Tempel, aber er sagt: "Nein, nein, es gibt tatsächlich einen eigenen Tempel, der zu Neu-Jerusalem gehört. Ein eigenes, selbstständiges, himmlisches Heiligtum." Und das ganze Neue Testament spricht von nichts anderem. Das war revolutionär.

[20:08] Dann zeigt er natürlich, dass es nicht die Erde bedeuten kann, weil das war ja die Standardauslegung Millers gewesen. Das Heiligtum ist die Erde und die Erde muss gereinigt werden bei der Wiederkunft. Und er zeigt, warum das nicht sein kann. Er nimmt die beiden alttestamentlichen Verse, die Miller angeführt hat, untersucht sie. Er geht auch auf Daniel 8 ein und übrigens, nur für alle Zuschauer, die vielleicht Jeff Pippenger angehören, er zeigt, dass das Heiligtum in Daniel 8, Vers 11 das himmlische Heiligtum ist und nichts anderes. Sehr interessant, nebenbei gesagt.

[20:38] Und er sagt dann auch, die Juden haben niemals das Land Israel als das Heiligtum angesehen, sondern immer sich eigentlich auf die Stiftshütte und den Tempel bezogen. Und so stellt er jetzt in den Fokus, wie niemals zuvor diese Stiftshütte, diesen Tempel, als das, worum es im Gesetz des Mose geht.

[20:58] Er beschreibt dann das Priestertum Christi und er sagt: "Ja, es stimmt, Jesus ist ein Priester nach der Weise Melchisedeks. Da gibt es mehrere Beweise dafür. Aber das heißt nicht, dass ein Priesterdienst nicht auch die Erfüllung des levitischen Priesterdienstes ist." Viele hatten gesagt, der levitische Priesterdienst ist unwichtig für Christus, weil er ist ein Priester nach der Weise Melchisedeks. Aber Crozier zeigt, es gibt mindestens 18 Beweise dafür, dass auch der levitische Priesterdienst ein Typus auf Christus ist. Und so schreibt er dann: "Er erfüllt sowohl das Priestertum Melchisedeks, als auch das von Aaron." Das ist ein ganz entscheidender Punkt. Ansonsten macht das heilige Zimmer gar keinen Sinn. In manchen Aspekten ähnelt das Priestertum Jesu dem Melchisedeks, in anderen dem des Aaron bzw. Levi.

[21:42] Und dann natürlich der irdische Dienst reflektiert den himmlischen Dienst. Ansonsten macht es gar keinen Sinn. Er sagt dann da: "Die Priester des Gesetzes, dem Vorbild und Schatten des himmlischen Dienstes dienten, könnten wir von ihrem Dienst etwas über die Natur des himmlischen Dienstes lernen."

[22:00] Und dieser Artikel von Crozier ist deswegen so interessant, weil er, und ich kann nicht nur einige Details rausbringen, unglaublich viele Bibelverse anführt und sehr systematisch studiert. Ich würde behaupten, dass seit Millers Auslegung es kaum eine so gründliche Auslegung gegeben hat unter Adventisten wie das. In 1845 hat er gesehen, da hat man jeden Strohhalm ergriffen, um irgendeine Theorie draus zu machen mit den vier Nachtwachen und komischen Sachen. Aber endlich wieder ist da jemand, der sich Zeit genommen hat, der monatelang studiert hat und jeden Vers angeschaut hat, jeden Stein umgedreht hat und etwas ganz Gründliches präsentiert. Und er zeigt die Verbindung zwischen irdischem und himmlischem Heiligtum.

[22:40] Er beschreibt dann, dass es zwei Dienste gab, den täglichen Dienst und den jährlichen Dienst. Ihr kennt das wahrscheinlich sehr gut. Und er beschreibt diese Versöhnung, im Englischen ist es "Atonement", zusammen, vereint werden. Und das ist dasselbe wie reinigen, vergeben oder rechtfertigen. Er schreibt: "Die Versöhnung ist die große Idee des Gesetzes, als auch des Evangeliums."

[23:00] "Die Versöhnung, die der Priester für die Menschen in Verbindung mit dem täglichen Dienst erwirkte, unterschied sich von der, die am zehnten Tag des siebten Monats geschah." Er sagt, es gibt zwei Arten von Versöhnung. In der ersten gingen sie nicht weiter als in das Heilige. Aber um die andere zu erwirken, betraten sie das Allerheiligste. Die erste, im Heiligen, war für die Einzelfälle. Die andere für das ganze Volk Israel kollektiv.

[23:32] Er sagt, es gibt zwei Arten von Versöhnung. Zwei Abteilungen, zwei Dienste. Einer täglich, einer jährlich. Zwei Arten von Versöhnung. Die erste geschah zur Vergebung der Sünden, die andere zur Tilgung der Sünden. Das sind Gedanken, die völlig neu sind für jedermann. Dass plötzlich das Evangelium zwei Phasen beschreibt: die Vergebung der Sünden und die Tilgung der Sünden. Die erste konnte immer stattfinden, die zweite nur am zehnten Tag des siebten Monats.

[23:58] Und dann beschreibt er sowohl den täglichen Dienst, als auch den jährlichen Dienst, ganz genau mit allen Details. Das kennt ihr aus den Evangelisationen, aus den Heiligtumsseminaren. Brauche ich jetzt nicht im Detail beschreiben. Er zeigt das alles ganz deutlich auf, wie das vonstatten ging. Und dann sagt er, die erste geschah zur Vergebung der Sünden. Und so weiter.

[24:18] Und dann sagt er, das Heiligtum, das ein Typus auf das Heiligtum des neuen Bundes sein sollte, wurde nicht mit Feuer, sondern mit Blut gereinigt. Miller hatte gedacht, das Heiligtum ist die Erde und wird mit Feuer gereinigt bei der Wiederkunft. Aber er sagt: "Nein, nein, das himmlische Heiligtum wurde nie mit Feuer gereinigt, es wurde mit Blut gereinigt." Und das sind ganz neue Gedanken, die wirklich tiefgehend sind und das auf ein ganz neues Level stellen.

[24:42] Schon im Jahr zuvor hatten sie einen kleinen Artikel geschrieben, Edson und Crozier. Aber jetzt ist es viel ausgereifter, viel gründlicher studiert und viel solider.

[24:52] Er zeigt auch, dass die Sünden vom Hohen Priester auf das Heiligtum transferiert werden und dadurch das Heiligtum verunreinigt wird. Und dass dann später, dass bei der Reinigung des Heiligtums diese Sünden auf den Sündenbock übertragen werden. Und dann kommt er zum Antitypus.

[25:08] Er sagt, wenn es zwei Abteilungen im himmlischen Heiligtum gibt, dann gibt es auch zwei Abteilungen im himmlischen Heiligtum. Das war revolutionär. Aber er zeigt, dass der Hebräerbrief genau das lehrt. Er geht so ganz ins Detail, beschreibt, was "Hagia" bedeutet und "Hagion" bedeutet. Und bis heute ist das immer wieder eine Freude für Theologen, das auseinander zu dividieren. Aber er weiß, es gibt auch Gegenargumente, die gern zitiert werden. Zum Beispiel sagt Hebräer 6, Vers 19: "Schon damals, dass unsere Hoffnung hinter den Vorhang reicht, als ein Anker." Ich kenne den Text. "Dass Christus hinter den Vorhang gegangen ist." Und deswegen sagen schon damals die Leute: "Jesus ist gleich ins Allerheiligste gegangen."

[25:44] Aber Crozier ist klug genug zu sehen, dass in Hebräer 6 von einem Vorhang gesprochen wird und in Hebräer 9 von einem zweiten Vorhang. Gab es im Heiligtum zwei Vorhänge? Oh ja. Einen zum Heiligen und einen zum Allerheiligsten. Und wenn Hebräer 9 vom zweiten Vorhang die Rede ist, dann ist Hebräer 6 vom ersten Vorhang die Rede. Das bestätigt sogar seine Theorie. Er widerlegt an mehreren Stellen noch andere Argumente, dass Jesus ins Allerheiligste gegangen sein soll.

[26:14] Und er zeigt sogar, also diese populäre Theorie, dass der große Versöhnungstag sich am Kreuz erfüllt hat. Das würde alles durcheinander werfen mit Daniel 8 und Daniel 9 und so weiter und so fort.

[26:24] Und dann beobachtet er etwas ganz Tolles. Schlagt mal mit mir auf, wenn ihr die Bibel dabei habt. Das lese ich euch vor. In Apostelgeschichte 3, Vers 19 und 20. Das ist die Predigt von Petrus. Da sagt Petrus: "So tut nun Buße und bekehrt euch, dass eure Sünden ausgetilgt werden." Futur. Er zeigt, dass auch im Neuen Testament eine zeitliche Differenz ist zwischen Vergebung und Austilgung. Jetzt kann man sich bekehren, schon zur Zeit von Petrus, damit dann später die Sünden ausgetilgt werden. Die Tilgung ist noch zukünftig.

[27:02] Crozier selbst glaubt zu der Zeit noch an eine tausendjährige Herrschaft der Gläubigen auf der Erde nach der Wiederkunft, so wie Miller auch. Das Thema Millennium war noch nicht studiert worden. Deswegen glaubt er, dass wenn Jesus wiederkommt, die Ungläubigen vernichtet werden und dann werden die Gläubigen direkt auf der Erde mit Jesus regieren. Und deswegen bezieht er auch den großen Versöhnungstag auf dieses sogenannte kommende Zeitalter, "the age to come".

[27:34] Und so weiter und so fort. Und dann sagt er: "Ich weiß, ich weiß, es gibt bestimmt einige, die sagen: Wie soll das himmlische Heiligtum gereinigt werden? Im Himmel gibt es doch nichts, was gereinigt werden soll." Wenn ihr damals gut aufgepasst habt, wisst ihr, dass das das Argument war, mit dem Miller das himmlische Heiligtum ausgeschlossen hatte. Er hat gesagt: Heiligtum kann nicht himmlisches Heiligtum bedeuten, weil das muss ja nicht gereinigt werden. Und er zeigt, dass Hebräer 9, Vers 23 ganz deutlich sagt, die himmlischen Dinge müssen auch gereinigt werden. Das steht ganz deutlich da. Und er zeigt, dass die moralische Unreinheit der Menschen, die Sünden, verunreinigen das Heiligtum.

[28:08] Und Christus muss die Städte bereiten. Er sagt: "Ich gehe hin, eine Städte zu bereiten." Wenn Christus hingeht, um sie zu bereiten, ist sie zu dem Zeitpunkt noch unvorbereitet. Da muss etwas geschehen im Himmel. Und das hat zu tun mit der Reinigung des Heiligtums.

[28:22] Und dann kommt eine ganz spektakuläre Erkenntnis, die wirklich sensationell ist. Bis dahin hatten fast alle Christen aller Kirchen geglaubt, dass dieser lebende Bock auch ein Symbol für Christus ist, auf den die Sünden am Ende übertragen werden, weil er die Sünden trägt. Aber Crozier studiert das sehr genau und sagt: "Nein, Moment mal, dieser lebendige Bock ist kein Symbol für Christus, sondern für Satan." Und das ist natürlich radikales Umdenken, aber das ist schon der erste Schritt hin zu einem besseren Verständnis des Milleniums.

[28:52] Und dann zeigt er noch drei Gründe auf, warum das Heiligtum vor der Wiederkunft gereinigt werden muss. Und dann geht es noch ein bisschen um die Zeit. Er sagt, die siebte Posaune hat im Herbst 1844 begonnen. Da ist Jesus in das Allerheiligste gegangen. Dort begann der große Versöhnungstag. Aber die siebte Posaune ist nicht einfach ein Zeitpunkt, wie Snow gedacht hat, sondern eine Zeitperiode. Denn es heißt ja in Offenbarung 10, Vers 6 und 7: "Es soll hinfort keine Zeit mehr sein." Und verfährlicherweise später heißt es: "Du sollst abermals weissagen." Zeitperiode zu Ende, Zeitprophezeiung zu Ende, aber immer noch eine Botschaft an die Welt. Da ist noch etwas Zeit nach 1844.

[29:36] Und für ihn bedeutet das, dass das Geheimnis Gottes, das Evangelium jetzt zu Ende geführt wird. Es ist die letzte Phase der Evangeliumszeit quasi. Und das neue Zeitalter hat schon angefangen. So ähnlich wie der alte und neue Bund sich zur Zeit von Jesus überlappt haben. So eine Übergangsphase. In der sind wir jetzt. So hat er geglaubt.

[29:54] Und viele dieser Dinge, wenn auch nicht alles hundertprozentig korrekt war, wie zum Beispiel mit den 1000 Jahren, viele dieser Dinge sind so solide recherchiert und so gut, dass jetzt zum ersten Mal eine echte Erklärung auf biblischer Grundlage da ist, was 1844 passiert ist und warum sie enttäuscht waren. Und man sieht jetzt diesen himmlischen Hohen Priester, der immer noch gnädig ist, zu dem man immer noch kommen kann, der jetzt im Allerheiligsten dient.

[30:24] Und die größte Tragik an der Geschichte ist, als Crozier diesen Artikel verfasst, gibt es von all den Adventisten kaum noch einen, der überhaupt noch zuhört. Obwohl dieser Artikel sehr weit verbreitet ist, lehnen ihn die meisten ab. Erstens, die große Mehrheit will mit Adventismus nichts mehr zu tun haben, die folgen einfach Himes und Litch. Und die, die früher Bräutigams-Adventisten waren, sind jetzt größtenteils Fanatiker. Etwas mehr als ein Jahr nach der Enttäuschung kommt die biblische Antwort und kaum einer da ist da, um sie noch zu hören. Ziemlich tragisch.

[31:00] Selbst in dieser Sonderausgabe schreibt am Ende Enoch Jacobs und sagt: "Naja, dieser lange Artikel, der ist sehr interessant, ihr werdet es mögen, ihn zu lesen, aber er hat jetzt schon viel größere Wahrheiten für uns. Die nächste Ausgabe wird viel spannender, da werden wir berichten, wie jetzt Leute wiedergeboren sind und das Königreich Gottes erfahren haben." Und so tut er das alles ab. Aber es gibt zwei Männer, die von diesem Artikel "The Law of Moses" tief, tief beeindruckt sind und für die das die Erklärung ist, auf die sie so lange gewartet haben. Diese beiden Männer sind James White und Joseph Bates. Und dieser Artikel wird sich für immer verändern, denn jetzt haben sie eine gründlich recherchierte, nicht fanatische, sondern wirklich solide biblische Antwort auf das, was passiert ist und sie können es einordnen und sie haben eine neue Richtung.

[31:50] Nicht unterschätzen, 7. Februar 1846. Vielleicht kann man dieses Datum als die Geburtsstunde, den allerersten Schritt Richtung unserer Gemeinde ansehen. Aber es ist noch viel zu tun.

[32:04] Am 15. Februar jedenfalls bieten die Fanatiker aus dem Osten an, den "Daystar" finanziell zu unterstützen, weil sie merken: "Hey, die sind auch fanatisch geworden. Super." Ellen Harmon schreibt am 15. Februar an Jacobs und sagt: "Da die Leser des Daystar einen Teil dessen gesehen haben, was Gott mir offenbart hat, bitte ich dich demütig darum, das folgende ebenfalls in einer Zeitschrift zu veröffentlichen." Sie schickt eben andere Visionen, vor allem die, wo sie gesehen hat, dass Jesus ins Allerheiligste gegangen ist und die Vision von der großen Trübsalszeit und sagt: "Bitte, du hast schon das eine veröffentlicht, tu das andere bitte auch noch rein."

[32:36] Enoch Jacobs berichtet, dass jetzt ihm viele folgen. Fast alle Bräutigams-Adventisten im Westen der USA folgen Jacobs. Hunderte berichten davon, dass sie das Königreich empfangen haben, dass sie anfangen zu zittern. Als Jacobs von der Konferenz zurückkam, hat er seinen Vortrag gehalten und alle im Raum fangen an zu zittern und zu schütteln und seine Frau fängt an, seine Tochter fängt an und es ist ein letztes Wegbrechen von denen, die noch übrig geblieben sind. Es ist dramatisch, denn es waren ja nur noch wenige Hunderte und jetzt bleiben die, die wirklich zurückbleiben, die kann man jetzt in einer zweistelligen Personenzahl zusammennehmen von mal 50.000. Man sieht also, es war nicht über Nacht, dass 50.000 auf 50 runtergekommen sind. Es war ein längerer Prozess und dieser Prozess von 1845, Anfang 46 ist vielleicht die beste Beschreibung des Themas Sichtung, die es überhaupt gibt.

[33:32] Deswegen springen wir. Am 23. Februar passiert etwas mit Symbolcharakter. Das Miller Tabernacle, das Millerite Tabernacle in Boston, das sie damals 1843 gebaut hatten, könnte ich Ihnen nennen, das erste Gebäude der Adventisten. Das hatte man inzwischen schon aufgegeben, weil man nicht mehr genügend Leute hatte und Himes hat es immer noch eine Zeit lang verwendet, dann hat man es aufgegeben und am 23. brennt dieses Gebäude zu Schutt und Asche nieder.

[34:10] Enoch Jacobs dagegen ist ganz auf dem Weg Richtung Schäkertum. Er sagt: "Wir glauben, Christus ist der Weg und das ist die gegenwärtige Pflicht der Christen, so zu leben, wie er es tat. Ein Leben des Zölibats für das Königreich. Es ist eine Ehre, dass man nicht heiraten darf." Und Jacobs fängt jetzt allerersten, allen Ernstes an, seine Frau nur noch als seine Schwester im Herrn zu betrachten. Krass, nicht wahr?

[34:36] Und weil jetzt sogar einige seiner Anhänger anfangen, ihre Kinder in die Shaker-Siedlungen zu schicken, da gibt es extra Siedlungen, wo die sich dann so unter sich sind, wie bei den Mormonen auch, und die Kinder werden dort hingeschickt, wird die Öffentlichkeit jetzt sehr sauer und Enoch Jacobs muss sogar seine Druckerpresse an einen anderen Ort verlegen, weil die Öffentlichkeit empört ist. Wie kann man die Kinder wegschicken zu den Shakers?

[34:58] Und naja, Miller hat eine seiner wenigen Predigttermine. Am 11. März predigt er in Glens Falls zusammen mit Himes, aber die Luft ist raus. Bei den Albany Adventisten ist es nicht mehr zu vergleichen mit der Wirkung, die sie früher mal gehabt haben.

[35:18] Am 14. März druckt dann Enoch Jacobs tatsächlich noch Ellen Harmons weitere Visionen ab, die von Bräutigam und der Angst in Jakob, und er berichtet jetzt, dass viele sich ehelich trennen, weil sie Shaker geworden sind und ihre Kinder zu den Shakers senden. Unfassbar, nicht wahr? Und er schreibt dann am 21. März: "Viele sind bereits aus Babylon herausgerufen worden und die Shaker bieten einen Unterschlupf für manche, bis die Vorsehung Gottes ein weiteres Feld öffnen wird." Also für ihn ist das nicht der Idealzustand, aber die Shaker sind die einzigen, die wirklich das glauben, was er auch glaubt, und dann lassen sie erstmal zu den Shakers ziehen und mit den Shakers gemeinsame Sache machen. Und so laufen die alle in diese Richtung.

[35:56] Einer der wenigen, die zu dieser Zeit noch ziemlich feststehen, ist J. B. Cook. Cook hält dann 1844 fest, Cook hält den Sabbat, Cook glaubt an den wahren Zustand der Toten, und Cook bringt dann auf eigene Kosten so eine eigene Zeitschrift heraus, die nur ganz kurzlebig war, einige Wochen, die heißt "Advent Testimony". Und Cook ist der Erste, den ich gefunden habe, der folgende Idee öffentlich macht. Nämlich, dass die Enttäuschung der Milleriten vergleichbar ist mit der Enttäuschung der Jünger Jesu bei der Kreuzigung. Kennt ihr diesen Gedanken? Und dann sagt er: "Sie übersahen die Ereignisse, die zwischen der prophetischen Erfüllung und dem Königreich stattfinden sollten. Sie missverstanden das Ziel unseres Herrn in dieser Erfüllung, aber es war eine Erfüllung. Genauso wurde in unserem Fall Gottes Wille erfüllt." Also die sind genauso enttäuscht wie die Jünger, die haben es auch nicht verstanden, aber es war eine prophetische Erfüllung, so schreibt es Cook.

[36:48] Elvira Hastings schreibt einen nächsten Brief an den "Daystar" am 28. März und sagt: "Wir sind so traurig darüber, dass ihr euren Kurs geändert habt, aber hoffentlich lasst ihr auch Andersdenkende weiterhin ihre Briefe schreiben und veröffentlichen." Man ist sich da schon gar nicht mehr so sicher, weil Jacobs immer mehr in die fanatische Richtung drängt.

[37:06] Und weil das so ist, entscheidet sich James White mit einem engen Freund, Bruder Gurney, jetzt auf eigene Faust Ellen Harmons Visionen an die Öffentlichkeit zu bringen. In Portland kommt ein sogenanntes Broadside heraus. Ein Broadside ist ein großes Zeitungspapier, das ist nur eine Seite und auf dieser einen Seite habt ihr alle vier Hauptvisionen von Ellen Harmon, die sie bis dahin gehabt hat. Die Vision von Mitternachtsruf mit dem großen Weg, die Vision von der neuen Erde und dann hier die Vision von Jesus, der jetzt ins Allerheiligste geht und die Vision von der Angst in Jakob.

[37:40] Und das ist auf eigene Kosten, das ist sehr intensiv und es ist ein sehr demütiger Anfang, es sind 250 Exemplare. Damit kann man keinen großen Start machen. Aber das ist die erste offizielle Veröffentlichung von Ellen Harmon. Es heißt "An die kleine Schar übrigen, die versprengt ist." Für die wenigen, die dort und hier noch festhalten, werden diese vier Visionen, die vier Hauptvisionen, die bis dahin gehabt hat, veröffentlicht.

[38:12] Naja. Crozier versucht noch Jacobs zu retten und ihm deutlich zu machen, dass es natürlich einen himmlischen Tempel gibt, aber dass wir auch geistlich gesehen auch natürlich ein Tempel des Heiligen Geistes sind und dass die Reinigung des himmlischen Heiligtums natürlich auch was zu tun hat mit unserer Reinigung. Er versucht auf ihn einzugehen und zu sagen: "Du liegst ja nicht ganz falsch mit dem geistlichen Aspekt. Du darfst nur nicht das buchstäbliche wegleugnen."

[38:36] Aber Jacobs schreibt an ihn zurück: "Der Begriff buchstäblich, den du auf den Tempel anwendest, kann auf nichts angewendet werden, was zum ewigen Königreich gehört. Der Begriff real wäre besser, denn alle Dinge des Königreichs sind geistlich." Und das ist das letzte, was er schreibt, denn mit dieser Aussage schließt er seine Zeitschrift gegen Crozier und Bates und Co. und er will keine weiteren Artikel mehr, sondern nur noch seinen Fanatismus.

[39:04] Und als Crozier ihm dann noch schreibt: "Könntest du wenigstens die Adressen von denen mir geben, die nicht diesem Fanatismus erlegen sind, die doch weiter gerne was hören würden", sagt er: "Nö, kriegst du nicht." Und das ist natürlich jetzt die Talschwelle, denn jetzt stehen die ganz wenigen, die vielleicht noch um die 70 vielleicht sind oder so, ohne Möglichkeit da miteinander zu kommunizieren, außer durch persönliche Briefe eins zu eins. Es gibt kein zentrales Organ mehr, wo man alle erreichen könnte. Es gibt ja kein Internet, kein Nix sonst. Und ohne Zeitschrift ist das sehr schwer, immer Briefe an 70 Leute schicken. Jetzt ist die Talschwelle erreicht.

[39:38] Just in diesem Moment schreibt Otis Nichols, der das Heim geöffnet hat für Ellen Harmon, einen Brief an William Miller am 20. April. Die beiden kennen sich nicht, er sagt: "Ich weiß, du kennst mich nicht, aber ich möchte dir einfach mal sagen, was in den letzten Monaten hier passiert ist." Und er berichtet von Ellen Harmon. Er berichtet von dem Sabbat, den einige entdeckt haben. Er berichtet auch von den Erkenntnissen über das Heiligtum, was der Crozier geschrieben hat. Er schreibt dem Miller: "Pass auf, es ist doch eigentlich so und so und so und Jesus ist ins Allerheiligste gegangen" und versucht ihm das zu erklären.

[40:14] Und der Witz an der Sache ist, er schreibt den Brief auf der Rückseite von diesem Broadside, sodass Miller nicht nur seinen Brief liest, sondern auch die ersten vier Visionen von Ellen Harmon. Und wir wissen auch, dass Miller diesen Brief erhalten hat, er hat ihn abgeheftet und geschrieben: "Von Otis Nichols aus, so und so und so." Aber Miller hat nie geantwortet. So wissen wir nicht ganz hundertprozentig, was er sich dabei gedacht hat. Aber er hat zumindest von diesen vier Visionen gewusst.

[40:46] Noch einmal Cook, der hier über den Sabbat schreibt. "Jeder Erlass bezüglich der heiligen Beobachtung des ersten Tages hat seinen Ursprung beim Papst, Machthabern Roms, oder jenen, die in dieser Sache mit ihnen sympathisieren. Jeder Erlass, der jemals im Himmel erging, bezüglich des Haltens des Sabbats, bindet uns an den siebten Tag. Der siebte Tag ist der Sabbat des Herrn unseres Gottes." Neben Bates, der mündlich für den Sabbat kämpft, ist Cook zu der Zeit so ziemlich der Einzige, der schriftlich für den Sabbat eintritt.

[41:16] Die meisten Adventisten wollen davon aber nichts hören. Marsh schreibt in "Voice of Truth": "Sabbat brauchen wir nicht, Sabbat geschafft, wir leben unter der Gnade." Schon mal gehört das Argument? Gerade dann, als jetzt einige dieser verbleibenden letzten Bräutigams-Adventisten den Sabbat höher halten wollen, da versteifen sich viele Adventisten auf dieses "unter der Gnade", "Gesetz ist nur für Israel gültig" und so weiter.

[41:44] Und dann passiert etwas, das kann man nicht mehr fassen. Am 28. April kommt dieser Bruder Pickens, der den Jacobs zu den Shakers gebracht hat, der gibt das Ganze wieder auf und wird wieder ganz normal und bekehrt sich und geht zurück zu den Elven-Adventisten, zu Himes und Litch und so weiter und sagt: "Das war alles ein Fehler." Aber Jacobs bekehrt sich niemals. Jacobs wird Shaker wegen einem Bruder, der nur für einige Wochen mal so eine Phase hatte, wo er durchgedreht ist und dann wieder zu seinen Sinnen gekommen ist. Und ja, Pickens hat das Ganze aufgegeben, aber Jacobs ist hängen geblieben. Jacobs ist Shaker geblieben und später sogar Spiritist geworden. Interessant, nicht wahr? Und man fragt sich, warum? Warum? Aber das sind so viele praktische Lehren für uns drin. Es kann sein, dass ich im Irrtum bin und vielleicht mich von dem Irrtum wieder löse, aber es kann sein, dass die Leute, die ich beeinflusse, sich nie davon lösen werden. Das ist eine Lektion über Einfluss.

[43:02] Miller schreibt am 6. Mai einen Brief an Himes und er kritisiert die Bräutigams-Adventisten, weil Miller immer noch glaubt, dass die Bräutigams-Adventisten grundsätzlich vergeistlicher sind. Für ihn ist das eine und dieselbe Gruppe. Alle, die Bräutigams-Adventisten sind, die glauben, Jesus ist schon wieder gekommen. Er schafft es in seinem hohen Alter nicht mehr, das zu differenzieren, dass es da Leute gibt, die glauben, Jesus ist ins Allerheiligste gegangen, aber er kommt wirklich noch buchstäblich wieder.

[43:28] Und dann am 8. Mai noch ein anderes Standardwerk, das ihr gut kennen solltet. Das erste kleine Büchlein von Joseph Bates. 1846. Es heißt "The Opening Heavens". Die geöffneten Himmel.

[43:44] Das Hauptziel in diesem kleinen Traktat, das sind 38 Seiten, ist, er möchte zeigen: Die Wiederkunft ist buchstäblich, das neue Jerusalem ist buchstäblich, die neue Erde ist buchstäblich und diese ganze Vergeistlichung ist alles Quatsch. Und zu diesem Zweck wendet er den Blick der Leser weg von irgendwelchen Parteiungen der Adventisten, dorthin zurück, wo der Blick eigentlich hingehört. In den Himmel.

[44:12] Und er geht so richtig in die Astronomie. Er beschreibt den Orionnebel. Und wie führende Astronomen immer wieder gesagt haben, dort im Orionnebel, das sieht so aus wie so eine Öffnung. Das sieht aus, als ob es da irgendwo anders hingeht. Und zitiert dann Leute wie Herschel und wie andere. Und er selbst ist ein sehr erfahrener Astronom. Er sagt: "Als ich auf der See war, konnte ich allein durch Beobachten des Sternenhimmels ungefähr sagen, welcher Breitengrad und Längengrad ich bin. Auch wenn ich sonst nichts gehabt hätte, keine Karte. Nur durch den Sternenhimmel konnte ich das sehen." Also Astronomie war sein Ding und Astronomie ist Wissenschaft und das ist so wohltuend für die wenigen, die jetzt übrig geblieben sind, nachdem man monatelang immer diskutiert hat über Vergeistlichung hier und irgendwelche komischen Theorien, einfach mal wieder zum Himmel zu schauen und zu sagen: "Hey, da gibt es einen Himmel und da irgendwo ist wirklich das neue Jerusalem. Und da ist wirklich der Thron Gottes. Und da werden wir wirklich mal sein."

[45:08] Und er hat dann ein Bibelstudium zum geöffneten Himmel. All die Menschen, die den Himmel geöffnet gesehen haben: Jakob und Jesaja, Hesekiel, Jesus, Stephanus, Petrus, Johannes auf Patmos, er zeigt, dass der Himmel sich schon immer geöffnet hat in der Bibel. Und er wendet sich ganz deutlich gegen die neuesten Tendenzen, auch im "Daystar".

[45:24] Und das ist so ein ganz fundamentales Verständnis, das wir geerbt haben von ihm, dass reale Wesen sind, Gott und Jesus. Und es ein realer Ort ist. Wir halten daran fest. Er schreibt: "Ist es nicht klar, dass die Stadt und der König und die Heiligen hier eindeutig beschrieben sind? Warum dann all das Geschrei um eine symbolische Erfüllung?"

[45:48] Und dann schreibt er, was sehr interessant ist. Er sagt: "Das Hauptgeschäft des Teufels ist es nun, Gottes Volk dahin zu bringen, den Kurs zu ändern. Und für ihn ist es egal, auf welcher Seite des Weges sie fallen." Zu dem Zeitpunkt glaubt er noch nicht an Ellen Harmon. Er hält noch nicht von dieser Vision von dem Weg. Aber ihm war das auch klar. Du kannst rechts runterfallen und links runterfallen. Einige geben 1844 auf, die anderen halten fest, dabei werden fanatisch. Er sagt: "Lasst uns festhalten an dem, was wir schon immer geglaubt haben."

[46:16] Er beschreibt dann das himmlische Jerusalem als eine buchstäbliche Realität und er empfiehlt Crozier. Er sagt: "Lese den Artikel von Crozier. Ist das Beste, was es gibt." Hier heißt es: "Erlaube mir zuerst den Artikel von O.R.L. Crozier im Daystar Extra vom 7. Februar 1846 zur besonderen Beachtung zu empfehlen. In meiner bescheidenen Meinung ist er allem anderen, was es darüber gibt, überlegen." Crozier hatte den Blick in den Himmel gewagt, gesagt, da gibt es ein himmlisches Heiligtum. Und hat es genau beschrieben. Und Bates wagt einen Blick in den Himmel und sagt: "Hey, da gibt es wirklich ein himmlisches Jerusalem." Und die beiden treffen sich quasi jetzt und bilden einen ersten Brückenschlag, einen ersten Handschlag, den ersten Spatenstich für dieses Fundament, das jetzt in den nächsten Monaten und Jahren gelegt werden soll, auf dem wir alle stehen.

[47:04] Er sagt: "Wie kann ein Mensch es wagen, angesichts all der inspirierten Zeugnisse, auf Gottes Planeten zu stehen und zu behaupten, dass das himmlische Heiligtum und alles, was dazu gehört, sei nur ein Symbol?" Er sagt: "Ihr steht doch selbst auf einem Planeten Gottes. Das ist auch kein Symbol, das ist real. Wie könnt ihr denn behaupten, das himmlische Heiligtum sei nur ein Symbol und sei in unserem Herzen oder sonst was. So ein Quatsch." Und es ist so wohltuend. Endlich wieder diesen ganzen Irrsinn wieder wegzudrücken und zu sagen: "Moment mal, das ist alles ganz real und buchstäblich."

[47:36] Und dann hat er einen kleinen Exkurs, er kann es sich nicht verkneifen, auch über den Sabbat zu sprechen, obwohl das gar nicht sein Thema im Buch ist. Er sagt: "Willst du sagen, das vierte Gebot sei abgeschafft? Wenn ja, dann zitiere bitte das Kapitel und den Vers. Ich sage, es kann in der Bibel nicht gefunden werden. Wirst du antworten, dass der erste Tag der Sabbat ist oder von Jesus oder seinen Jüngern jemals gehalten worden ist? Wenn ja, wo ist der Text? Ich fordere die Welt auf, ihn zu zeigen." Das war der erste. In einer langen Tradition von Adventisten, die diese Forderungen gemacht haben, zeig mir den Text. Ich war Antram später Geld für versprochen.

[48:08] Gott wird einige haben, die seine Gebote bewahren, auch wenn es nur eine aus jeder Stadt und zwei aus jeder Familie sind. Bates hat erkannt, noch mehr als Crozier zu dem Zeitpunkt, dass es wichtig ist, alle Gebote Gottes zu studieren.

[48:26] Es ist Krieg. Amerika befindet sich plötzlich im Krieg mit Mexiko, über die Texas-Frage, hier die Schlacht von Palo Alto und am 9. Mai berichtet Jacobs im "Daystar", dass viele von den Fanatikern aus dem Osten jetzt in den Westen ziehen, haltet euch fest, um dort gemeinsam mit den Shakers zu leben. Das heißt, in gewisser Weise löst sich das Problem des Fanatismus dahingehend, dass alle, die bisher fanatische Adventisten waren, jetzt Shaker werden und sich von den Adventisten einfach trennen. Die ziehen alle zu den Shakers, unter anderem auch Dr. Gorgas, der schon im Oktober 1844 als der Falschprophet von Philadelphia so viel Aufsehen erregt hat und alle, die nicht Shaker werden, die zersprengen sich und zersplittern sich, sodass gegen Sommer 1846 eigentlich der Fanatismus fast sich in Luft aufgelöst hat. Die sind alle weg.

[49:18] Und als der ganze Staub sich legt, bleiben nur noch so eine Handvoll Leute übrig, die 1844 festhalten und glauben, dass Jesus bald wiederkommt. Buchstäblich.

[49:30] Hier, Miller hat im Mai eine längere Reise, die er vornimmt. Er besucht Boston und Philadelphia und Providence und New York. Es gibt auch einige Konferenzen, aber die sind relativ unspektakulär hier in New York. Dann kommt er wieder zu Hause an. Es ist nicht mehr wie früher. Die Albany Adventisten sind nur noch ein Schatten ihrer selbst.

[49:52] Ganz interessant, zu dieser Zeit auch, gründen 33 Siedler in Unkenntnis des gerade ausgebrochenen Krieges zwischen Mexiko und Amerika die Republik Kalifornien. Das ist ein großes Gebiet für 33 Siedler, aber wie auch immer.

[50:10] Am 14. Juni klären die USA gemeinsam mit England eine wichtige Frage, nämlich der 49. Breitengrad soll jetzt die endgültige Grenze sein zwischen den USA und England. All das gehört jetzt zur USA. So wird das Gebiet immer größer und immer größer.

[50:28] Eines der letzten Ereignisse für heute. Am 15. Nein, am 16. Juni wird ein neuer Papst gewählt. Nach nur zwei Tagen. Der alte, Gregor XVI, war gestorben. Er war ein ziemlich harter Hund gewesen und ziemlich verhasst sogar im Kirchenstaat, aber jemand, der die Weltmission der katholischen Kirche wieder auf enorme Höhen gebracht hat und dafür gesorgt hat, dass die Kirche wieder sehr einflussreich geworden ist. Und jetzt wird Pius IX gewählt.

[50:58] Und Pius IX ist jung, er ist dynamisch, er ist freundlich, er ist gebildet, er ist demütig und er wird als großer Hoffnungsbringer gewählt. Die Intellektuellen Europas sagen: "Wow, endlich mal ein Papst, den man wirklich ernst nehmen kann." Die Protestanten in England schreien: "Hey, das ist einer fast wie die von uns, der wird jetzt Reformationen bringen und der wird die Kirche verändern." Und für mehr als ein Jahr lang ist er die populärste Figur in ganz Italien. Alle schreien: "Pius IX, Pius IX." Das ist mir so interessant. Und wenn wir noch sehen werden in den nächsten Jahren, was der alles veranstaltet hat, naja.

[51:34] Der Satan wusste, es könnte jetzt eng werden. Er sieht ja jetzt, dass es bei allen Bemühungen, die er gehabt hat, es gab ein paar, die übrig geblieben sind. Ein paar, die festgehalten haben. Und er weiß, wenn die an der Wahrheit festhalten, dann wird daraus was entstehen. Er hat es in der Bibel gelesen. Er muss jetzt einen Kurs ein bisschen ändern. Und plötzlich haben wir einen hochpopulären Papst, der versucht, die Massen zu gewinnen.

[51:56] Es ist Sommer 1846 und die Gerüchte reißen natürlich nicht ab um Ellen Harmon und James White. Ohne ihn kann sie oft nicht reisen, weil sie zu schwach ist. Aber mit ihm zu reisen bedeutet, trotz aller Anstandsdamen, die man mitreisen bedeutet, immer wieder Kritik einzuladen. Und so kommt den beiden im Sommer 1846 eine ganz außergewöhnliche Idee für ihre Zeit.

[52:20] Obwohl sie fest davon überzeugt sind, man sollte nicht heiraten, überlegen sie: "Eigentlich wäre es schon besser, wenn wir heiraten, oder?" Weil dann könnte er ja sie immer begleiten und das mit vollstem Recht. Und sie wissen, dass wenn sie das einfach so tun, dann werden sich viele Freunde von ihnen distanzieren und so fangen sie an mit vielen Freunden, die sie haben, persönliche Gespräche zu führen und sie darauf vorzubereiten: "Du, hey, wir würden gerne heiraten. Wir geben unseren Glauben nicht auf, aber wir glauben es. Man kann weiterhin das glauben, was wir geglaubt haben und trotzdem heiraten." Sie tasten sich vor.

[52:56] Und ob sie es geschafft haben, das sehen wir nächstes Mal in unserer letzten Folge vor der Sommerpause. Wenn wir die zweite Hälfte von 1846 anschauen, "Vereint für die Wahrheit". Die ersten Spatenstiche sind gelegt und in der zweiten Hälfte 1846 wird das Fundament mehr und mehr gegossen. Bis dahin können wir auf jeden Fall heute sagen, wir haben nichts zu befürchten, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Und ich möchte euch herzlich einladen zu unserem Offenbarungsseminar, das in fünf Minuten beginnen wird. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen. Amen.


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