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Diese Folge von „Die Zeit des Endes“ taucht tief in die Ereignisse des Sommers 1844 ein, eine Zeit der Verzögerung und intensiver Vorbereitung für die Adventbewegung. Erfahre mehr über den Mitternachtsruf, die Herausforderungen und die entscheidenden Erkenntnisse, die die Gläubigen auf die bevorstehende Wiederkunft Christi vorbereiteten. Von internen Debatten über die Heiligung bis hin zu weltweiten Ereignissen beleuchtet diese Episode die dynamische Entwicklung des Adventglaubens.


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Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

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Transkript

[0:00] Ein wunderschönen guten Abend und herzlich willkommen zu "Die Zeit des Endes" hier auf joelmedia.tv. Schön, dass ihr da seid an diesem wunderschönen Dienstagabend zu einem Thema, das mir persönlich in der Vorbereitung öfter mal kalte Schauer über den Rücken jagte. Ich denke, es wird euch genauso gehen. Eines der spannendsten Themen überhaupt in der gesamten Adventgeschichte – diese Woche, nächste Woche, übernächste Woche. Heute geht es um den Mitternachtsruf. Und wenn ihr nicht wisst, was es damit auf sich hat, dann dürft ihr euch freuen. Heute werden wir das im Detail anschauen und genau studieren, was passiert in jenen Monaten im Jahre 1844. Wir möchten gemeinsam beginnen mit einem Gebet und dann hineinstürzen in diese spannende Geschichte.

[0:45] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir die Gelegenheit haben, zurückzuschauen. Und wir möchten dich bitten, dass du uns durch deinen Heiligen Geist führst, dass wir erkennen, wie du zur rechten Zeit eine gewaltige Botschaft gesandt hast und wie wir erkennen können auch, dass du dein Volk führst und jeden Einzelnen von uns. Wir möchten dich bitten, dass wir kostbare Lektionen aus diesem Studium für unser persönliches Leben nehmen dürfen und bitten dich um Weisheit, die du allein geben kannst. Sei du bei uns auf deiner Verheißung. Amen.

[1:21] Letzte Woche haben wir uns die Monate April bis Juni 1844 angeschaut. Die Zeit, die in die Adventgeschichte eingegangen ist als die Zeit der Verzögerung, nachdem das ursprünglich berechnete Datum im Frühjahr 1844 abgelaufen war, ohne dass irgendetwas passiert war. Man hatte sich an Habakuk 2 festgeklammert, wo es heißt: „Wenn sie sich die Offenbarung verzögert, so warte auf sie, denn sie wird gewiss eintreffen.“ Hebräer 10 sagt ja letztendlich genau dasselbe. Und so sind wir Anfang Juli genau in dieser Verzögerungszeit. Nach wie vor werden die Adventisten aus den Kirchen ausgeschlossen. Uns erreicht die Meldung am 1. Juli von einem methodistischen Prediger, der mit zwei Drittel seiner gesamten Gemeinde ausgeschlossen wird, weil er sich zum Adventismus bekennt.

[2:22] Was die Adventisten sehr freut ist, dass um diese Zeit herum ein Vortrag dieses Schweizer Prophetieauslegers François Gossin in den großen Zeitungen der USA abgedruckt wird. Nachdem ja viele Kirchen sich auf die Europäer berufen haben, zu sagen, das kleine Horn ist Antiochus IV. Epiphanes, das kleine Horn ist nicht Rom, das kleine Horn ist nicht der Papst, kann man jetzt auf einen europäischen Ausleger verweisen, der in der Schweiz vor wenigen Monaten einen ausgezeichneten Vortrag gehalten hat und gezeigt hat, das kleine Horn ist das Papsttum. Und viele nicht-milleritische Zeitschriften sagen: „Hey, könnte es sein, dass unsere amerikanischen Kirchen ungläubiger noch sind als die Europäer?“ Es ist die Zeit der Verzögerung und das führt dazu, dass es auch immer wieder Fanatismus von einzelnen Personen gibt.

[3:18] Das geht so weit, dass es eine bestimmte Person gibt mit Namen Hal Barton, der sich immer wieder mit unterschiedlichen Namen ausgibt und an verschiedene Orte geht, sich als Adventistenprediger ausgibt, mit dem einzigen Ziel, Frauen zu verführen. Und so müssen die „Signs of the Times“ öfter mal warnen vor diesem Mann mit Personenbeschreibung, dass man auf ihn nicht hereinfällt. Ebenfalls in der Zeit bringt Bruder Weston hier rechts noch einmal erneut vor die Öffentlichkeit seine verbesserte Auslegung der sieben Gemeinden. Miller hatte ja die vier letzten Gemeinden wie folgt aufgeteilt: Das Gemeinde Theotira – das Frühmittelalter, die Gemeinde Sardis – die Zeit der Waldenser, Philadelphia – die Zeit der Reformation und Laodicea – die Zeit um 1800 herum, also ziemlich gleiche Stücke. Weston zeigt, dass eigentlich Theotira die gesamte Zeit des Mittelalters ist bis 1798, dass Sardis die Zeit ab 1800 ist, diese Erweckungsbewegung, die wir ja studiert haben, ausführlich und dass Philadelphia eigentlich diese Miller-Bewegung ist, diese kleine Gruppe, die treu zum Wort Gottes steht. Und damit beginnt sich so ein prophetisches Selbstverständnis herauszubilden. Wir Adventisten kommen vor, wir sind die Schriftgemeinde, Philadelphia natürlich. Und in der Zukunft sind wir Laodicea. Und das prägt sich erstmal ein: Wir sind Laodicea, wir sind Philadelphia, die anderen sind Laodicea.

[4:55] Im Sommer 1844, also das, was sich herausstellt, schreibt Anfang Juli: „Es ist wahr, einige von ihnen, Adventisten, haben ihre Kirchen verlassen. Und warum? In vielen Fällen ist die Antwort nur zu klar: Ihnen ist verboten worden, über das Kommen des Herrn zu reden, weil sie gezwungen worden sind, die widerlegten Fabeln von der Bekehrung der Welt und der Rückkehr der Juden zu hören, weil sie in vielen Fällen durch intolerante Prediger vertrieben worden sind.“ Ich kann und will nicht diese Geschwister unter solchen Umständen anklagen. Gleichzeitig, das ist die andere Seite der Medaille, verwerfe ich alles eventuelle Fehler finden oder vergelten von Seiten der Adventisten. Der Mensch ist meistens immer noch Mensch und wenn er rausgeschliffen wird aus den Kirchen, fangen natürlich manche an, sich auch bitter zu beschweren über ihre ehemaligen Kirchen und so ein Geistes-Irrtum-Babylon zu haben und bitten sie, warnen sie davor. Das ist nicht das, was wir haben wollen, sondern wenn sie hinausgehen, sollte es friedlich geschehen und im Geist der tiefsten Liebe für alle, die man zurücklässt. Das ist der wahre Geist der zweiten Engelsbotschaft. Kommt aus hier raus. Der Erlöser hat eine Regel zu unserer Belehrung gegeben. Möge der Herr uns all die Sanftmut Christi und die Weisheit der Schlange und die Friedfertigkeit der Taube schenken.

[6:17] So am 3. Juli 1844, am gleichen Tag, unterzeichnet die USA einen Vertrag mit China in Wangya. Und dieser Vertrag ist ähnlich wie der Vertrag, den die Briten schon gemacht haben, mit einem Unterschied: Die Amerikaner wollen kein Opium verkaufen, aber auch sie bekommen das Recht, Missionare zu senden. Sie bekommen das Recht, dort Handel zu treiben und damit eröffnet sich natürlich eine Möglichkeit, das Evangelium nach China zu bringen.

[6:46] Es ist Sommerzeit und damit wieder Campmeeting-Zeit. Dritter Jahrgang in Folge, das große Zelt wird wieder aufgebaut und in einer großen Kampagne soll es von Neuengland bis in den Westen der USA geführt werden. Eine erste Station hier am 4. Juli ist East Randolph und Himes ist übrigens der Hauptsprecher. Dort gibt es einige Vorträge, unter anderem darüber, dass die katholische Kirche bis ans Ende bestehen bleiben wird und auch dominant sein wird gegenüber dem Protestantismus und natürlich, dass wir in einer Verzögerungszeit sind und so weiter und so fort.

[7:24] Die Stärke des Katholizismus – das wollen wir noch hier machen. Wir haben letztes Mal gesagt, dass ein junger Prediger gestorben ist, nur wenige Tage vorher. Am 5. Juli wird es dann den Adventisten in den Zeitungen auch mitgeteilt: „Es ist meine Pflicht, dich über den Tod unseres geliebten Bruders Stockmann zu informieren.“ Wenn ihr euch erinnern könnt, das war der, der Ellen Harmon mit ihr gesprochen hat und sie ermutigt hat und ihr den Glauben erklärt hat. 30 Jahre alt geworden, an Tuberkulose gestorben. Er hinterlässt eine Witwe und drei Kinder mit einem großen Kreis an Verwandten und Freunden, zu denen natürlich auch die 16-jährige Ellen Harmon gehört, die nicht trauern wie jene, die keine Hoffnung haben, indem sie glauben, dass Jesus ihn hervorholen wird, wenn er wiederkommt. Und dann heißt es weiter unten: „Wir glauben fest, dass dieses Jahr sein schlafender Staub zur Auferstehung des Lebens erstehen wird.“

[8:16] John Pearson, wenn ihr gutes Gedächtnis habt, merkt euch mal den Namen auch. Die Stärke des Katholizismus führt zu enormen Ausschreitungen in einigen Teilen der USA, insbesondere in Philadelphia, wo man mitbekommt, dass die irischen Einwanderer, die katholisch selbst sind, sich bewaffnen und in den katholischen Kirchen Waffen ansammeln. Das führt dann dazu, dass die Amerikaner, die protestantischen Amerikaner dort, sich jedenfalls bewaffnen und die Kirchen umstellen, so sehr, dass die Katholiken Angst haben und dann das Militär bestellen und das Militär schießt auf die eigenen Bürger. Und das Ganze nimmt ziemlich brutale Ausmaße an, viele sterben und das ist einer der Gründe für eine ganz tiefe, starke antikatholische Stimmung in den USA.

[9:07] Es geht das Gerücht rum und bis heute kann man das nicht ganz aufklären und es könnte durchaus sein, dass da was Wahres dran ist, dass die Jesuiten bewusst Katholiken aus Irland, Österreich und Bayern nach Amerika übersiedeln lassen, um dort Mehrheitsverhältnisse zu schaffen. Weil in den USA kann Lässigkeit des Nachkommens und Zöllig dort auch Themen erneuern.

[9:32] Bericht aus einem Campmeeting: „Lieber Bruder Himes, das Campmeeting in Cambridge war eines der besten, was ich je besucht habe. Bruder Miller, Paul, Kimbell und andere waren anwesend. Etwa 4000 waren am Sabbat – also gemeint ist Sonntag – anwesend. Ich habe die Heiligen nie stärker gesehen. Am Montagmorgen haben wir uns zum Abschied im Kreis aufgestellt, unter all den Zelten stellt man sich gemeinsam im Kreis auf, an den Händen mit tausenden von Leuten und singt Lieder. Es war eine Zeit tiefen Gefühls, es schien, als ob jedes Herz in Harmonie schlägt.“ Das sind ganz außergewöhnliche Momente gewesen, die Campmeetings.

[10:14] Währenddessen wird die Mode weitergetrieben von den Kirchen der damaligen Zeit, Feste zu feiern. Das geht so weit, dass man große Picknicks veranstaltet, große Abendessen veranstaltet, wo dann Sprecher über allgemein interessante Themen sprechen, um Geld zu sammeln. Bei einer Veranstaltung macht man ein großes Fest draußen, es gibt Essen bis zum Übermaß und es wird sogar jemand aus der Sendung getötet, weil man – wie sagt man – Salutschüsse, also salutiert, nicht weil man so Freundschüsse abgibt, einer kommt sogar um. Und das wird nur noch von wenigen Christen kritisiert, neben den Adventisten, eigentlich nur noch von Alexander Campbell, der so seine eigene kleine Gruppe aufgemacht hat.

[11:06] Am 10. Juli gibt es eine Antwort auf die griechische Kritik von einem Geistesgestörten, das allerdings nicht erfolgreich ist. Gerüchte nehmen überhand, bestimmte Adventprediger wie Cox oder auch wie Miller haben angeblich ihren Glauben aufgegeben, die Zeitschrift „Advent Herald“ ist angeblich eingestellt worden. Und, besonders interessant: Adventisten haben eine eigene Bibel. Warum? Weil immer, wenn die aus ihrer Bibel vorlesen, passt alles so gut zusammen. Und einige Leute, gerade im Westen, die jetzt nicht so viel Bildung haben, sagen: „Hey, wir möchten gerne eure Bibel haben, da scheint alles gut zusammen zu passen, alles so harmonisch zu sein.“

[11:41] Währenddessen machen sich mehr und mehr Adventisten die Gedanken: Wenn Jesus wirklich dieses Jahr noch wiederkommen wird, und da sind wir fest von überzeugt, ist es dann wirklich ein Ausdruck unseres Glaubens, wenn die Ernte, die wir da haben, wenn wir sie noch einbringen? Und ab Mitte Juli fangen Adventisten in Neuengland damit an, ihre Ernte nicht mehr einzufahren zu haben, um der Welt zu zeigen: Wir meinen wirklich, was wir sagen, wir glauben das wirklich und wir zeigen das durch unsere Werke.

[12:15] Himes kommt am 13. Juli in Philadelphia an. Die Stadt ist bis an die Zähne bewaffnet auf beiden Seiten und er sagt ganz deutlich: „Es ist keine politische Sache, es ist eine religiöse Auseinandersetzung und es könnte sein, dass das bald auf die ganze USA überschwappt.“ Er hält dort einige Vorträge im Museum, Fitch ist auch dort und bald soll Litsch nach Philadelphia zurückkommen.

[12:36] Campmeetings werden abgehalten, wie gesagt, hier zum Beispiel am 16. Juli in Salt Lake. Auch dort 4000 Menschen anwesend, Himes ist dort, Miller ist da, Whiting ist da, Preble ist da und eine sehr gute Atmosphäre, man versucht einfach, die Gläubigen zusammenzuhalten. Auch da geht es voran. Hier zum Beispiel hat man einen neuen Ort erobert für die Adventisten in Nottingham, gibt es jetzt auch Prediger, die aktiv sind und so hat man an verschiedenen Orten Leute, die die Adventbotschaft predigen.

[13:09] Ein Beispiel dafür, wie intolerant die katholische Kirche auch noch Mitte des 19. Jahrhunderts ist, ein Fall vom 17. Juli, der berichtet wird, wo eine Frau in Madeira im Atlantik umgebracht wird, weil sie den Protestantismus angenommen hat. Eine Frau mit sieben Kindern ist Protestantin geworden, ist zu Tode verurteilt worden und das wird natürlich in den amerikanischen Zeitschriften geschrieben und als Beweis dafür genommen, wenn wir den Katholiken den kleinen Finger nehmen, dann beißen wir uns die Hand ab, so nach dem Motto.

[13:45] Interessante Nachricht hier von einem anderen Adventistenprediger mit Namen Turner, merkt euch den auch mal. 17. Juli: „Lieber Bruder Hale, ich möchte meinen Adventgeschwistern sagen, dass ich vor kurzem meinem Erlöser in das Wasser gefolgt bin.“ Was hat er gemacht? Er hat sich taufen lassen. „Trotz meiner früheren Ansichten als Methodistenprediger und obwohl ich dachte, durch Besprengen getauft worden zu sein, habe ich mich selbst geprüft und bin zum Gesetz und dem Zeugnis geführt worden.“ Da sind Prediger, die Theologie studiert haben und die Methodistenprediger waren, die sagen: „Hey, die Bibel sagt, wir müssen uns taufen lassen“ und sie lassen sich taufen. Und das ist eine Zeit, in der auch die biblische Taufe immer mehr unter den nicht-baptistischen Adventisten anerkannt wird. Ich meine, die Baptisten hatten das schon immer gehabt.

[14:32] Und so im Sommer 1843 kann man folgendes zusammenfassen. Das ist eine Zusammenfassung, die Himes gibt. Zunächst mal, in Bezug auf die Zeitberechnung, gehen die Adventisten davon aus, dass der Fehler nicht bei ihnen liegt, sondern irgendwo in der menschlichen Chronologie. Also vielleicht ist das Anfangsdatum für die Zeit nicht ganz richtig, weil sich die Historiker geirrt haben. Es kann ja sein, Gott hat zwar das richtig gemeint, aber wir können nicht genau sicher sein, ob die Historiker mit jedem Datum übereinstimmen und vielleicht ist das der Grund für eine Verzögerung von einer kurzen Zeit. Gleichzeitig bleiben wir dabei: Jesus kommt sehr bald wieder. Und es gibt viele Neubekehrungen, Leute, die jetzt erst Adventisten werden nach dem Verstreichen der Zeit. Und das ist natürlich etwas, was die Welt gar nicht verstehen kann. Alle haben gedacht, wenn im Frühjahr 1844 die Zeit vorbeigeht, dann bricht alles zusammen. Aber jetzt kommen noch mehr Leute, die vorher gezweifelt haben, jetzt werden sie Adventisten und sagen: „Jetzt sehen wir, dass ihr nicht einfach Miller folgt, wir sehen, dass ihr der Bibel folgt und wir glauben auch, dass Jesus bald wiederkommt.“

[15:30] Eine dritte große Frage ist die Auseinandersetzung: Wie stehen wir zur weltlichen Arbeit? Dort gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. Einige arbeiten nur noch so viel, wie es unbedingt nötig ist, um am Leben zu bleiben und verbringen die andere Zeit mit Bibellesen und mit Missionen. Andere bleiben wir im gewohnten Arbeitspensum. Da gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. Es gibt auch einige unrühmliche Ausnahmen, die einfach behaupten, man muss gar nicht so viel arbeiten und sich dann quasi von anderen so durchhalten lassen.

[16:03] Eine große Auseinandersetzung gibt es auch in Bezug auf die Heiligung. Im Wesentlichen gibt es unter Adventisten zwei verschiedene Ansichten über Heiligung. Miller und viele andere glauben, es ist im Prinzip Heiligung, es ist nichts weiter als die natürliche Frucht einer Bekehrung. Wenn ich mich bekehre, wird der Heilige Geist in meinem Herzen den vollen christlichen Charakter hervorbringen. Das ist eine und dieselbe Sache. Während alle, die aus der Methodistischen Kirche kommen, in der Nachfolge von Wesley, zum Beispiel Fitch und Brown und Cox, sagen: Heiligung ist ein zweiter Schritt. Erst kommt Bekehrung, dann kommt Heiligung als ein zweites Werk. Und einige gehen da sehr weit. Leute von der Oberland School zum Beispiel, die sagen: „Wir müssen wirklich vollkommen werden. Wir müssen echte, vollständige Heiligung erreichen.“

[16:49] Und dann gibt es die Fanatiker. Und die sagen: Heiligung hat weniger was mit der Bibel zu tun, sondern vielmehr damit, dass der Heilige Geist mir sagt, was ich zu tun und zu lernen habe. Der Heilige Geist spricht zu mir und wenn ich den Eindruck habe, ich soll nach rechts gehen, dann gehe ich nach rechts. Und wenn ich den Eindruck habe, ich soll nach links gehen, dann gehe ich nach links. Und wenn ich den Eindruck habe, ich soll dieses Bild nehmen und von der Wand schmeißen, weil der Herr es mir gesagt hat, dann tue ich es. Und wenn du mir erzählst, dass das gegen die Bibel ist, dann muss ich dir sagen, dass der Heilige Geist es mir direkt gesagt hat. Deine Auslegung der Bibel muss wohl falsch sein. Und das führt zu einer ganz furchtbaren Irrbrümmigkeit. Es sind eigentlich nur wenige, die aber natürlich aufgrund ihrer charismatischen Erlebnisse und ihrer zum Teil sehr absurden Dinge, die sie tun, natürlich schnell bekannt werden.

[17:42] 17. Juli. „Uns ist befohlen, ernstlich für den Glauben, der den Heiligen ein für alle Mal überliefert worden ist, zu kämpfen und nicht mit Ungläubigen in einem Joch zu gehen und uns auch von denen abzuwenden, die eine Form der Gottlosigkeit haben, aber die Kraft verleugnen.“ Gottlosigkeit. Verzeihung. „Und wenn Gottes Wort in den Wind geschlagen wird, ist der Befehl: ‚Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab‘.“ Gemäß der Bibel haben wir Grund zu glauben, dass in der Endzeit die große Mehrheit der Christenheit traurigerweise von der Wahrheit sich entfernen wird.

[18:17] Im Sommer 1844 schreiben jetzt auch die Zeitschriften und auch die führenden Leute immer mehr: „Hey, eigentlich müssen wir raus.“ Zwei Jahre zuvor noch: „Bleibt drinnen.“ Danach, nachdem Fitch und Storrs das vorangebracht haben, dann naja, jeder kann entscheiden, aber immer mehr nimmt diese Überzeugung Form an: Wir müssen wirklich alle raus. Raus aus den abgefallenen Kirchen.

[18:43] Interessantes Statement hier: „Wenn in der Bibel Gleichnisse, Redewendungen, Visionen oder Symbole verwendet werden und von der Bibel erklärt und definiert werden, müssen diese Erklärungen, Interpretationen und Definitionen buchstäblich angenommen werden.“ Jetzt schaut mal, so steht diese Regel, gehört zu den wichtigsten im Studium des Wortes Gottes und von ihr hängt vieles im Adventglauben ab. Wenn wir unseren Adventglauben verteidigen wollen, müssen wir wissen, dass jede Erklärung, Interpretation und Definition der Bibel buchstäblich angenommen werden muss.

[19:15] Noch ein Beispiel dafür, wie selbstverständlich man nicht Miller in allem folgt. Hier, 17. Juli: „Unsere Ansicht über die sieben Siegel weicht nicht wesentlich von der Millers in seinem Buch ab. Wir beginnen das sechste Siegel mit dem Erdbeben von – also 1755. Sind Druckfehler in der Zeitschrift gewesen – 1745. Die Sonne wurde am 19. Mai 1780 verfinstert und der Mond in der darauffolgenden Nacht blutrot. In der Nacht zum 13. Mai fielen die Sterne vom Himmel wie ein Feigenbaum und so weiter.“

[19:43] Noch ein interessantes Statement hier, 17. Juli: „Menschen neigen natürlicherweise zu Extremen und wenn sie einem Irrtum entfliehen, rennen sie zu oft in das Gegenteil. Wahrheit ist dagegen normalerweise nicht in den Extremen, sondern in der Mitte.“ Diese Pioniere hatten durchaus ein gesundes Maß an gesundem Menschenverstand. Und ich glaube, da kann man eine ganze Menge von ihnen lernen.

[20:10] 19. Juli, Aufstände in Prag, vor allem antijüdische Aufstände, 24 Menschen kommen um, Europa ist in Aufruhr. Und dann am 20. Juli, ungefähr am 20. Juli, dieses genaue Datum ist nicht mehr genau bekannt, kommt jener Adventistenprediger nach Boston, in das Zentrum des Adventismus, um dort im Tabernakel zu predigen. Weiß ich mir noch, wer das ist? Das ist Samuel Snow. Er hatte schon im Frühjahr versucht, schon ab Februar, die Idee an den Mann zu bringen, dass eigentlich die prophetischen Zeitketten erst im Herbst 1844 zu Ende sind. Er hatte das mit dem Jahr Null wirklich völlig durchdacht. Und das war damals abgebügelt worden. „Wir wollen keine neuere Zeit haben, wir wollen jetzt einfach nur warten.“ Aber während jetzt Miller und Himes so Richtung Westen unterwegs sind, und ich glaube fast, dass Gott da seine Hand im Spiel hat, dass er die so ein bisschen aus dem Bild erstmal geschoben hat, nutzt Snow die Gelegenheit, das noch einmal vor die Leute zu bringen und sagt: „Schaut her, das Jahr Null hat es nicht gegeben. Das heißt, es kann erst 1844 zu Ende gegangen sein. Und wenn es nicht am 1.1. des Jahres 457 v. Chr. gewesen ist, sondern erst wahrscheinlich im Herbst, dann wird es auch erst im Herbst 1844 enden.“ Und das bringt eine ziemliche Aufregung, aber auch keine echte Bewegung ins Spiel. Viele reden darüber, es ist eine Theorie, die jetzt heiß diskutiert wird, die Theorie von Snow mit dem Herbst 1844. Er selbst nennt das den Mitternachtsruf. Geht aus ihm entgegen.

[22:04] Ebenfalls im Jahr 1844 gibt es in diesem Moment hier in Maine, im Bundesstaat Maine, eine ganze Reihe von Adventisten, die auf die Idee gekommen sind, richtigerweise, dass vor der Wiederkunft hier ein Gericht sein muss, oder? Und wenn die Wiederkunft jetzt bald ist, noch in diesem Jahr, dann ist wahrscheinlich das Gericht jetzt schon da. Und wenn das Gericht jetzt schon ist, dann sind wir vielleicht schon versiegelt, oder? Vielleicht ist die Gnadenzeit ja schon abgelaufen. Und das ist so eine Idee, die gärt, gerade dort unter einigen Adventisten in Maine. Und ich glaube, dass dort Gott auch versucht hat, eine Idee wieder hineinzubringen, damit es ein Gericht noch geben muss. Aber dieses fixe Schauen auf einen Termin für die Wiederkunft verhindert zu sehen, dass vielleicht das Datum was mit dem Gericht zu tun hat und nicht mit der Wiederkunft. Also sie waren schon ziemlich nah. Sie haben nur diese Puzzlestücke nicht ganz zusammengekriegt. Sie haben gesehen, da muss ein Gericht sein und es gibt ein Datum.

[23:05] Himes macht sich, wie gesagt, mit Miller auf den Weg. Von Lohempton, vom Haus in den Westen. Mahlen, was Nodor und Umgebung treibt. Gleichzeitig, in der gleichen Zeit, wird die erste südamerikanische Missionsgesellschaft gegründet, um nicht nur Afrika und Indien und China, sondern auch Südamerika zu erreichen.

[23:32] Himes und Miller kommen zunächst nach Westen, nach Rochester. Es gibt ein großes Campmeeting in Scottsville. Da sind auch andere wie Marsh und Barry dabei. Es gibt einen großen Erfolg. Und noch einmal gibt es hier ein Zeugnis darüber, dass man im Adventglauben nicht einfach interpretiert. „Nun, wir protestieren und sagen, dass wir die Bibel gar nicht interpretieren. Hat euch vielleicht jemand auch schon mal gesagt: Naja, das ist deine Interpretation, oder? Sondern sie für sich selbst sprechen lassen, so wie man allgemein Englisch versteht. Rätsel, Gleichnisse, Redewendungen etc. brauchen eine Interpretation. Aber direkte Gebote, eindeutige Erklärungen und bestimmte Vorhersagen brauchen derlei Interpretationen nicht. Wenn Jesus sagt, er kommt mit den Wolken, meint das nicht, er kommt in unserem Herzen. Es meint, er kommt mit den Wolken. Und wenn er sagt, geht in die ganze Welt, verkündigt das Evangelium, heißt das nicht, dass wir einfach Gutes tun sollen. Das heißt, verkündigt das Evangelium. Und genau das war es, was in den Kirchen nicht mehr stattfand. Und was die Adventisten so sehr ausgezeichnet hat, dass sie daran festgehalten haben. Wer sich vom buchstäblichen Verständnis dieser eindeutigen Schriftstellen abwendet, begibt sich auf einen Ozean der Vermutung und ersetzt das Wort Gottes durch Fantasie.“

[24:45] Weitere Campmeetings und dann ein weiteres Attentat. Selben Monat noch. Diesmal auf den König von Preußen, Friedrich Wilhelm IV. Durch diesen ehemaligen Bürgermeister. Tschech war sein Name. Er war ganz wütend, seine Ehre war verletzt worden und er dachte, er bekommt kein Recht in dieser Welt, er muss den König umbringen. Leider – also was heißt leider, aus seiner Sicht leider – ist das Misslungen. Und er hat dann auch jedes Gnadengesuch abgelehnt. Er wollte unbedingt dann bestraft werden und ist durch Beil umgekommen worden.

[25:14] Naja, weitere Campmeetings. Hier zum Beispiel in Buffalo und an anderen Orten im Juli. In Cooperstown, in Orange, in Saratoga Spa und so weiter und so fort. Und schaut mal hier, was hier der Bruder Kimball anheim schreibt, 30. Juli: „Noch einmal. Adventisten wachsen nicht nur im Glauben, sondern sie streben auch danach, den ganzen Willen Gottes zu kennen und zu tun. Die Frucht davon ist Gehorsam allen seinen Geboten gegenüber.“ Der weiß wahrscheinlich gar nicht, was er da wirklich sagt. Weil natürlich er zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht alle Gebote hält. Die Bestimmungen müssen beachtet werden. Nicht nur das Abendmahl, sondern auch die was? Die Taufe. Adventisten sind Bibelchristen. Schöne Definition, oder? Adventisten sind Bibelchristen. Deswegen folgen diejenigen, die bisher noch nicht getauft worden sind, ihrem Erlöser ins Wasser gab. Das hatte bisher noch keiner so richtig ausführlich gepredigt. Weder Miller, noch Himes, noch Litsch, noch Fitch, noch Storrs, noch sonst jemand. Und wenn es keiner predigt, wer muss es dann tun? Gott hat dieses Werk an seine Hand genommen und es geht voran. Das ist ja interessant, nicht wahr? Bei all dem Großen, was diese Männer vollbracht haben, bestimmte Sachen haben sie einfach nicht auf dem Schirm gehabt. Und Gott überzeugt die Geschwister, Gott überzeugt die Gläubigen, die die Bibel selbst lesen und sagen: „Wir müssen uns taufen lassen.“ Und sie fangen alle an, sich taufen zu lassen.

[26:42] Im Juli 1844, Bericht hier im „Advent Herald“ über die Enzyklika des Papstes. „The Pope and the Bible.“ Da wird ein riesenlanger Absatz zitiert, um zu zeigen, wie sehr das Papsttum gegen die Bibel ist und wie sie hier die Bibelgesellschaften verdammen. „Diese Partisanen der Bibelgesellschaften, die sogar die Kirche und den Heiligen Stuhl angreifen mit ihren Traktaten und Büchern und Bibelübersetzungen in der gemeinen Volkssprache.“ Das ist ja wirklich eine gewaltige Gefahr.

[27:23] Samuel Snow versucht weiter auch über die Zeitung „Advent Herald“ seine Sicht der Dinge etwas deutlicher zu machen. Hier ein Artikel über den Bund. „Den Bund bestätigen.“ Das ist ein Ausdruck aus Daniel 9, wo es darum geht, dass Jesus und die Apostel in der letzten Woche in Daniel 9 den Bund bestätigt haben. Das geht nochmal um die Mitte der Woche mit der Kreuzigung. Und sie versuchte, das Ganze biblisch besser zu begründen. Und hier sieht man, das ist nur ein kleiner Ausschnitt, die ganzen Konferenzen und Campmeetings. 1, 2, 3, 4, 5. Das sind alles Ankündigungen für die nächsten Wochen. Alles Campmeetings. Und wer dafür verantwortlich ist. Alle zeitgleich. Und eins ist besonders interessant. Da kommen wir gleich ausführlicher zu. Das ist hier in Exeter, in New Hampshire. Also Juli, August wachsen die Campmeetings in diesem Jahr der Verzögerung wie Pilze aus dem Boden. Unfassbar.

[28:22] Hier ein Beispiel für eines von denen. Ein Wiederkunftscampmeeting wird in der Zeit, wenn die Zeit vorher nicht abläuft, da schreiben sie immer: „Wenn die Zeit noch weiter geht, dann wird es stattfinden. Wenn nicht, dann sind wir schon im Himmel.“ Im Hain von Mr. David Wilson usw. Beginn ist am 26. August um 14 Uhr. Und schaut mal, wer ist Mitorganisator? Joseph Bates. Der ist immer mit von der Partie, auch wenn er nicht an erster Front ist. Und das ist das Campmeeting, von dem ich gesprochen habe. Exeter. „So der Herr will, wird ein Campmeeting an diesem Ort des Vorjahres, 2 Meilen östlich von Exeter, an der Boston- und Mainbahnstrecke stattfinden. Die Fahrscheine für die Boston- und Mainbahnstrecke werden für die Teilnehmer um die Hälfte reduziert werden. Wir hoffen, dass dieses Treffen von allen besucht wird. Das Ziel wird sein, die biblischen Beweise für die Nähe der Ankunft unseres Herrn und Königs zu präsentieren.“

[29:14] In meinem Bekenntnis, sagt Miller. Einige Leute haben ihm angeklagt und gesagt: „Naja, jetzt behauptet er einfach nur, Jesus kommt irgendwann wieder.“ Schaut mal, was er sagt: „In meinem Bekenntnis habe ich gesagt, ich wiederhole es jetzt, dass ich schwer enttäuscht war, meinen Erlöser nicht im letzten Frühling zu sehen. Ich hatte geglaubt, dass er im jüdischen Jahr 1843 kommen würde. Und so habe ich es ehrlich verkündigt. Die Zeit hat meinen Irrtum offenbart, was die exakte Zeit des Ereignisses betrifft. Aber ich bin nicht niedergeschlagen. Ich warte nun jede Stunde auf das, wonach ich Ausschau hielt. Ich bin nach wie vor fest überzeugt, dass diese Dinge sehr bald eintreffen werden.“ Jetzt schaut mal, wie überzeugt er ist: „Ich habe gesagt und glaube es noch immer. Jetzt denkt mal gut mit. Gott wird in angemessener Zeit mir Recht geben. Worin? Was meine Methode der Berechnung prophetischer Zeit betrifft.“ Miller wusste, es kommt der Zeitpunkt, da werden Menschen erkennen, ich hatte Recht mit meiner Berechnung. Ist er gekommen? Der ist gekommen. Ich glaube, der Fehler liegt in der was? Art und Weise, wie die letzten Ereignisse stattfinden werden. Das fängt schon an, ihn zu dämmern. Vielleicht liegt es nicht so am Datum, es liegt mehr an den Ereignissen. Das habe ich noch nicht ganz verstanden. Wenn er an der Stelle weiter gedacht hätte, weiter studiert hätte, weil er sich darauf konzentriert hätte, vielleicht hätte er es selbst erkannt. Aber ich weiß, dass das große Drama begonnen hat und Christus vor der Tür ist. Aber der Ungläubige sagt: „Es könnte noch 10, 50 oder gar 1000 Jahre sein.“ Schau, was er sagt: „Nein, das kann nicht sein. Die Zeichen sagen, dass es nah an der Tür ist. Wir können uns nicht einer Stunde gewiss sein.“ Hier bin ich falsch wiedergegeben worden, als ob ich denken würde, es könne noch 50 Jahre dauern. Ich habe keine solche Ansicht. Ein Adventist schiebt niemals die Wiederkunft auf die nächsten 50 Jahre weg. Ich schaue nach ihm stündlich und erwarte ihn auch.

[31:18] Es ist im Juli, August, dass die zweite Ereignisse der Engelsbotschaft gefallen ist. Babylon wird mit einer Vollmacht verkündigt wie nie zuvor. Zwei Männer, die sich damit besonders hervortun, sind Snow und Storrs. Obwohl Fitch der erste war und er auch damit kräftig involviert ist, sind die beiden, Snow und Storrs, die das massiv durch die Zeitungen verkündigen. Und als Folge treten fast sämtliche Adventisten aus ihren Kirchen aus. 50.000 Stück. Wow. Und weil Storrs so eine große Popularität hat, kommt es dazu, dass in dieser Zeit auch das Thema vom Zustand der Toten so weit angenommen wird, dass Schätzungen besagen, dass mindestens drei Viertel aller Adventisten, manche sagen sogar fast alle, also die große Mehrheit kann man sagen, diese Ansicht von Storrs übernehmen. Und zwar entgegen der Meinung der unterbauenden Brüder. Das heißt, Miller, Himes, Litsch, viele von denen bleiben bei der alten Sicht, während fast der gesamte Unterbau der Adventisten Storrs Ansicht annimmt. Sehr interessant. Das heißt, die führenden Leute, die das Werk in den Händen haben, sind jetzt eine Minderheit. Im Sommer 1844. Gott muss halt einfach manchmal auch mit den einfachen Leuten arbeiten, wenn die, die er an die besonderen Posten berufen hat, einfach nicht schnell genug laufen oder nicht so, wie er möchte.

[32:50] Und da ist ja noch eine andere Wahrheit. Also nicht nur das Raus aus den Kirchen, nicht nur der Zustand der Toten, sondern auch der Sabbat. Das hat natürlich noch viel weniger Grund, viel weniger Wurzeln. Wir hatten das ja angeschaut letztes Mal, vorletztes Mal auch, von der Rachel Oakes Preston und dem Frederick Wheeler. Und im Sommer 1844 kommt ein relativ bekannter Milleritenprediger vorbei in diesem Dorf in Washington, New Hampshire und lernt von ihnen den Sabbat kennen. Und im Sommer 1844 haben wir mit Tim Preble den ersten bekannten Adventistenprediger, der auch sozusagen etwas zu sagen hat, der den Sabbat für sich persönlich angenommen hat.

[33:36] Währenddessen versucht Snow weiterhin, seine Sicht der Dinge voranzubringen. Im Campmeeting in New Hampshire. Und wieder wird das heiß diskutiert, aber es geht so vorwärts und rückwärts. Die Wahrheit hat echt Probleme, im Sommer 1844 durchzukommen. Gott möchte dieses Datum, das wahre Datum von Daniel 8, Vers 14 endlich vor die Leute bringen. Aber es geht noch nicht so richtig. Naja. Campmeetings, über Campmeetings, wenn ich euch die alle vorlesen würde, würde die Zeit nicht ausreichen, die mir sowieso nicht ausreicht. Wir gehen einfach weiter.

[34:12] Miller, im Sommer 1844, da im Westen unterwegs. Hier arbeitet Dan Lockport mit dem ehemaligen Baptisten-Vorspieler Galusha zusammen, der dort als Reiseprediger und Wanderprediger jetzt unterwegs ist. Einige Menschen gewinnt. Und jetzt überspringen wir. Schaut mal hier, 7. August. Himes hat einen genialen Plan. Wenn es immer um Pläne geht, dann ist Himes ganz vorne weg. „Das Feld, es ist die Welt. Die Rufe, wir erhalten sie aus allen Teilen, zahlreich, dringend, berührend. Die Ernte ist groß, aber die Arbeiter sind weniger. Was kann getan werden? Wir möchten wie viel? 1000 treue Männer.“ Jetzt zu der Zeit sind vielleicht ungefähr 200, 300 Adventprediger in ganz USA unterwegs. Das ist schon enorm viel. Aber Himes sagt: „Wir wollen 1000 Leute aussenden, voller Glauben und Heiligen Geist ins Feld nach Osten, Westen, Norden und Süden schicken. Wer wird für Christus alles aufgeben und gehen? Wer unter den Söhnen und Töchtern Zions wird gehen?“ Das waren interessante Zeiten. 1000 Menschen. Ich stelle mir vor, was wäre passiert? Was wäre passiert, wenn 1845 alle noch dieselbe Meinung gehabt hätten? Mit 50.000 Adventisten. Mit 1000 Verkündigern. Wir werden gleich sehen, was noch passiert.

[35:48] Und noch einmal wird auf dieses Campmeeting in Exeter hingewiesen. „Wir möchten die Aufmerksamkeit unserer Freunde, die in dieser Gegend leben, auf die Bekanntmachung des Campmeetings in Exeter, New York und New Hampshire lenken. Diejenigen, die kommen, sollen mit einem Geist des Gebets und der Hingabe an Gott kommen, werden glauben, dass Gott segnen wird und entschieden, zu ringen wie Jakob und zu überwinden wie Israel. Noch einmal sagen wir, möge dies eine große Versammlung aller sein, die auf dem Wort Gottes stehen und nach dem Kommen ihres Königs Ausschau halten.“ Ich habe kein Campmeeting gefunden, das vorher so beworben worden ist. Natürlich weiß ich im Nachhinein warum, aber keiner von denen hat sich damals vielleicht einen Reim drauf gemacht, warum ausgerechnet dieses Campmeeting. Aber naja, viele kommen.

[36:30] Anfang August wird hier in Maine das erste adventistische Magazin rausgebracht. In der Nähe von Portland, von Ellen Harmon, bringen Turner und Pearson „The Hope of Israel“, die Hoffnung Israels, als ein lokales Magazin heraus. Snow versucht noch einmal mit einem Brief an Bliss, der ja Redakteur ist vom „Advent Herald“, zu sagen: „Schaut her, das ist, was eigentlich die Bibel sagt, das ist, was die Historiker sagen. So müssten wir es eigentlich berechnen.“ In der Hoffnung, dass Bliss das vielleicht durch den „Advent Herald“ weitergibt. Und Bliss, er weiß ja, dass Bliss auch schon fortschrittlich ist, dass er die Kreuzigung in der Mitte wirklich sieht und nicht irgendwo am Ende. Aber Bliss zögert. Bliss zögert.

[37:14] Himes dagegen hat noch einen großen Plan. Nicht nur 1000 Leute für die USA, schauen wir mal, was er noch für einen Plan entwickelt. 10. August, während des Campmeetings in Cleveland: „Wir schlagen vor, sofern dann noch Zeit ist, Mitte Oktober nach England zu gehen. Doch noch. Bruder Litsch und Hutchinson werden uns begleiten. Wir halten unsere erste Konferenz in London in der ersten Novemberwoche. Bei diesem Treffen werden Pläne gelegt werden für zukünftige Operationen in diesem Königreich und in anderen Teilen der Welt, so wie Gott uns Zeit und Gelegenheit geben wird.“ Zu diesem Zeitpunkt ist Himes so weit, dass er versteht, wir müssen die ganze Welt erreichen. Und wir gehen zuerst nach London, in die Hauptstadt der Welt damals. Und dann sagt er: „Wir beabsichtigen der stöhnenden Bevölkerung Europas eine Hoffnung auf Befreiung zu geben. Eine glückselige Hoffnung. Wenn es noch einige weitere Monate geben wird, werden wir die frohen Nachrichten in verschiedenen Sprachen hinausbringen unter protestantischen und katholischen Nationen, unter welchen wir Babylon, Italien nicht vergessen werden.“ Die wollen nach Rom. Die wollen nach Italien. Was wäre passiert, wenn 1845 50.000 Adventisten zusammengestanden hätten? Mit diesen Plänen immer noch im Kopf. Die hätten in wenigen Jahren die Welt erreicht.

[38:36] In London soll eine Drogerie etabliert werden und Prediger sollen in alle Richtungen gehen. „Was wir erreichen werden, können wir nicht sagen, aber wir möchten unsere Pflicht tun. Wir bitten alle unsere Brüder, für uns zu beten, dass wir diesen Dienst zur Ehre Gottes erfüllen können.“

[38:48] Das Campmeeting von Exeter kam um die Ecke. Einer von ihnen, der dabei war, war Joseph Bates. Er macht sich auf den Weg von seiner Heimat von New Bedford nach Exeter. Und er schreibt später: „Auf meinem Weg dorthin hatte ich folgenden Eindruck, wiederholt: Du wirst dort neues Licht haben. Etwas, das dem Werk neuen Impetus geben wird.“ Seit einigen Jahren war er dabei. Er hatte gesehen, wie die Botschaft gewachsen war, wie die Adventbewegung sich auf dieses Datum 1843 eingeschossen hatte. Sie waren hinausgegangen, um dem Bräutigam zu begegnen. Der Bräutigam hatte sich verzögert. Sie waren alle eingeschlafen. Und nun befinden sich viele von ihnen aus verschiedenen Bundesstaaten dort in Exeter, hier in der Nähe. Auf diesem Campground vom 12. bis 17. August.

[39:40] Das Campmeeting ist sehr interessant. Tausende sind gegenwärtig und es gibt ein bisschen Spannung. Viele haben den Zustand der Toten von Storrs übernommen, andere nicht. Und man versucht, das etwas wegzuhalten. Gleichzeitig gibt es kaum neue Erkenntnisse aus der Bibel. Man spricht immer davon: „Wir sind in der Verzögerungszeit, wir sind in der Verzögerungszeit, wir sind in der Verzögerungszeit“ und die Leute können es nicht mehr hören, dass wir in der Verzögerungszeit sind. Und es gibt einige Fanatiker auf dem Campground. Aus einer bestimmten Stadt, aus Watertown. James White ist auch gegenwärtig. Der Junge, 23 ist er zu dem Campground. Und er sagt, dass er mit den Brüdern aus Portland in einem Zelt ist und dass neben ihnen diese Fanatiker aus Watertown sind. Fanatiker bedeutet, sie haben immer nur Gottesdienst, auch in den Pausen, die ganze Nacht hindurch. Und Gottesdienst heißt schreien und schreien und die Hände klatschen, bis die Hände Blasen haben und so laut schreien, dass einige irgendwann nicht mehr schreien können, weil sie so heiser geworden sind. Und naja, die Brüder aus Portland nehmen dann ihr Zelt und tun es auf die andere Seite des Campgrounds. Aber viele sehen nicht so wirklich, was daran falsch ist, an dieser besonderen Begeisterung und an dem Geist. Die führenden Brüder, die Prediger versuchen dagegen zu predigen, haben wenig Erfolg, vor allem, weil irgendwie, naja, es geht nicht so richtig vorwärts.

[41:06] Und einer, der die Leitung dort hat, Bruder Plammer, hält dann einen Vortrag und sagt: „Schaut her, ich habe nichts dagegen, wenn man Amen ruft, ich habe nichts dagegen, wenn man Preis den Herrn ruft, aber wenn man 999 Mal Preis den Herrn ruft, ohne dass der Herr irgendwas getan hat, und wenn die Hände bluten vor lauter Klappen, dann muss das mal aufhören.“ Und aber, naja, so richtig fürchtet es nicht. Und einer der Prediger, der dort predigen soll, ist Joseph Bates und er hält eine Predigt und möchte nochmal deutlich machen, warum wir an der Stelle sind, wo wir sind und predigt nochmal über Habakuk 2, über die Zeit der Verzögerung. Und die Leute sitzen da und sagen: „Das kennen wir schon alles und naja, irgendwie ist das bei diesen Fanatikern irgendwie spannender, da geht irgendwas los.“

[41:50] Und während er so ein bisschen langweilig vor sich hin predigt, der Joseph Bates dort und so ein bisschen das erzählt, kommt ein Reiter den langen Weg im Galopp geritten zum Campmeeting nach Exeter. Er springt vom Pferd und tut sein Pferd anschnallen, rennt in das Zelt, setzt sich ganz am Ende auf den nächstbesten Platz neben eine Schwester, die Predigerfrau ist, Schwester Couch. Wer ist es? Samuel Snow. Und erzählt ihr, was er rausgefunden hat. Und erzählt ihr: „Wir müssen eigentlich bis 1844 hin, das Jahr Null gibt es nicht. Und der siebte Monat geht bis dahin und so weiter.“ Erzählt ihr das alles. Und sie macht Amen: „Ja natürlich, das haben wir gebraucht. Jetzt sehe ich das. Amen, Amen, Amen.“ Und Bates predigt und predigt und predigt. Plötzlich steht Mrs. Couch auf und sagt: „Entschuldigung, wir haben jetzt lang genug gehört, dass wir in der Verzögerungszeit sind. Wir haben lang genug diese Prophezeiung gehört, das kennen wir alle schon. Hier ist jemand, der etwas Neues.“ Und Bates sagt: „Ja, dann soll er mal predigen.“ Und das tut er. Matthäus 25, Vers 6 sagt: „Um Mitternacht aber entstand ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt!“ Snow zeigt den anwesenden Adventisten, dass das Jahr Null nicht existiert hat. Er zeigt ihnen, dass vom Herbst, dass der Erlass des Artaxerxes im Herbst gegeben worden ist und dass deswegen das Ganze im Herbst enden muss. Er zeigt ihnen, weil er der erste ist, der es wirklich studiert hat, dass jedes einzelne Fest genau an dem Datum sich erfüllt hat. Jesus am 14. Nisan gestorben. Jesus am 16. Nisan auferstanden. Pfingsten war 50 Tage danach. Jesus wird am 10. 7. wiederkommen. Denn an dem Tag kam noch der Hohepriester aus dem Heiligtum heraus. Die siebte Monatsbewegung wird geboren. Jesus kommt am 10. 7. diesen Jahres, also des jüdischen Jahres natürlich. Bates sagt: „Es wirkte wie Sauerteig im Lager und als das Treffen schloss, hallte es vor den Granithügeln New Hampshire mit mächtiger Stimme: Siehe, der Bräutigam kommt, geht aus ihm entgegen.“ Als die beladenen Wagen, Kutschen und Bahnwagen in die verschiedenen Staaten, Städte und Dörfer von Neuengland rollten, war der Klang noch immer zu vernehmen: „Siehe, der Bräutigam kommt. Christus, unser gesegneter Herr, kommt am 10. Tag des siebten Monats. Macht euch bereit. Macht euch bereit.“ Und das Interessanteste war, dass ab dem Zeitpunkt, an dem Snow gepredigt hat, die Fanatiker plötzlich ruhig waren. Keine großen Sensationen mehr. Keiner hat mehr auf sie Acht gegeben. Keiner hat sich mehr für sie interessiert. Die sind alle dann ruhig und still vom Platz verschwunden. Und das war unglaublich.

[44:56] Gleichzeitig bringt Bliss seinen Brief heraus und da heißt es: „Wie sagen manche unter uns, dass die prophetischen Zeiten verstrichen sind. Glauben sie, dass Gott sein Wort nicht erfüllt hat? Es ist äußerst erstaunlich für mich, dass jemand mit normalem Verstand nicht sehen kann oder will, dass die Perioden vor dem Jahr 1844 nicht enden konnten, wenn die Anfangsdaten, die wir ihnen gegeben haben, korrekt sind.“

[45:20] Ellen Harmon schreibt über die Zeit: „Unsere Hoffnung gipfelte jetzt in der Wiederkunft Christi im Jahre 1844. Dies war auch die Zeit für die Botschaft des zweiten Engels, welcher mitten durch den Himmel fliegend rief und so weiter. Diese Botschaft wurde von Himes zuerst im Sommer des Jahres 1844 gepredigt. Die Folge war, dass viele aus den gefallenen Kirchen austraten. In Verbindung mit dieser Botschaft wurde der Mitternachtsruf verkündigt: ‚Siehe, der Bräutigam kommt, geht aus ihm entgegen.‘ In allen Teilen des Landes wurde Licht über diese Botschaft gegeben und der Ruf erweckte Tausende. Er drang von Staat zu Staat, von Dorf zu Dorf bis in die entlegensten Landdistrikte. Er erreichte die Gelehrten und Talentvollen, sowohl wie die Schlichten und die Zurückgezogenen.“

[46:00] Am 17. August ist dieses Campmeeting zu Ende. Snow hatte ausgerechnet, der 10.7. im Jahre 1844 fällt auf den 22. Oktober. Das macht noch gute zwei Monate. Himes, Litsch, Fitsch, Miller, alle im Westen sind unterwegs. Wer soll's machen? Jetzt hängt das Ganze von einfachen Leuten ab. Von Leuten wie James White, von Leuten wie Joseph Bates, von Leuten wie Ellen Harmon. Die einfachen Gläubigen. Sie bringen diese Botschaft und interessanterweise waren vorher bereits, ich hab's euch ja gezeigt, zig Campmeetings angeordnet worden und angesetzt worden. Überall wird das jetzt verkündigt. Gott hat das orchestriert. Plötzlich bricht das wie ein Feuerbrand hindurch.

[46:48] „The Advent Herald“ versucht darüber zu berichten. Hier: „Dieses Treffen war ein weiterer Beweis, dass diejenigen, die mit den biblischen Beweisen usw. Es heißt hier: Bruder Snow sprach mit großer Energie über die Zeit und offenbarte viel Studium in seiner Präsentation der Beweise, die seiner Meinung nach auf den 10. Tag des 7. Monats des heiligen jüdischen Jahres als den Tag der Wiederkunft des Herrn hinweisen. Während starke Beweise sich um diesen Zeitpunkt zu sammeln scheinen, würden wir doch zögern, bevor wir uns autorisiert fühlen, diesen Tag bekannt zu machen.“ Die führenden Brüder ziehen noch nicht mit. Aber Gott kann nicht warten, denn in 2 Monaten geht die Prophezeiung zu Ende. Sie wird sich erfüllen. Irgendjemand muss sie verkündigen. Gott kann nicht mehr auf Litsch und Himes und Miller warten. Es muss verkündigt werden. Und so ist es Snow, der das in die Welt trägt.

[47:44] Litsch schreibt sogar dagegen. Der schreibt einen Artikel und sagt: „Ich bin davon nicht überzeugt aus den und den Gründen und ich glaube, die 2300 Abend und Morgen gehen gar nicht wirklich zur Wiederkunft, sondern zeigen eigentlich das Ereignis momentan in Italien an, wo der Papst angegriffen wird.“ Also Litsch ist immer konfuser in dieser Zeit, also wirklich konfus.

[48:04] Was macht den Mitternachtsruf aus? Zunächst einmal das Hauptargument ist natürlich: Wie kannst du ein Datum festlegen, wenn Jesus sagt: „Tag und Stunde weiß niemand.“ Er sagt, das Wort „wissen“ bedeutet eigentlich „bekannt machen“. Denn Paulus sagt auch: „Ich habe mir vorgenommen, unter euch nichts zu wissen, als Jesus Christus und ihn gekreuzigt.“ Und Gott hat jetzt den Tag bekannt gemacht. Und er zeigt, dass die 6000 Jahre erst 1844 enden. Er zeigt – ich überspringe das – dass auch wenn die sieben Zeiten eine Prophezeiung sind, sie erst 1844 enden. Er zeigt natürlich 2300 Abend und Morgen, dass der Erlass erst am 1.5. des 7. Jahres, also Mitte August, ankam in Jerusalem und dann etwas später der Baubeginn war. Er zeigt übrigens, das Einzige, wo er sich noch etwas irrt, ist, dass er die 70 Wochen, die letzte Woche, nicht mit der Taufe beginnen lässt, sondern mit dem Verkündigungsdienst von Jesus. Er glaubt, die Taufe wird etwas früher. Davon mal abgesehen, ist er super korrekt. In der Kreuzigung Jesu, 31 im Frühjahr, gemäß der Kariten. Und die zweite Woche, die zweite Hälfte der Woche durch die Jünger bestätigt, Jesus in der Mitte der Woche gekreuzigt und so weiter und so fort.

[49:26] Schaut man hier noch. „Gott ist zeitlich exakt“, schreibt er. Und Jesus am 14. im Nisan gestorben, sogar zwischen den Abenden. Und das war 15 Uhr, neunte Stunde. Das hat er von einem Juden, der sich bekehrt hat. Jesus am 16. im Nisan auferstanden, was ich alles gesagt habe und so weiter und so fort. 10.7. Versöhnungstag. Jesus betritt das Allerheiligste, so glaubt er, und kommt am selben Tag aus dem Heiligtum heraus, weil da im Allerheiligsten, damals ist ja auch der Priester reingegangen und wieder rausgekommen am selben Tag. Ziemlich überzeugend, oder? Und dann am 15.7. Dann werden wir auf der neuen Erde sein, nämlich beim Hochzeitsmahl des Lammes. Und er schreibt: „Unser gesegneter Herr wird daher kommen, zum Erstaunen aller, die auf Erden leben, und zur Erlösung all jener, die wirklich nach ihm Ausschau gehalten haben, und zwar am zehnten Tag des siebten Monats des Jubiläums, und das ist das gegenwärtige Jahr 1844.“

[50:22] Die Campmeetings verbreiten es wie ein Lauffeuer. Und einer von ihnen ist Joseph Bates. „Sonntagmorgen besuchte ich das Treffen in New Bedford, etwa zweimal entfernt. Bruder Hutchinson aus Kanada predigte, und er schien sehr konfus, setzte sich und sagte: ‚Ich kann nicht predigen.‘ Bruder McComber, der mit mir vom Campmeeting zurückgekehrt war, war auf dem Podium mit ihm. Er stand auf, offensichtlich sehr begeistert, und sagte: ‚Oh, ich wünschte, ich könnte euch sagen, was ich gesehen und gehört habe, aber ich kann nicht‘, und setzte sich ebenso. Ich stand dann auch von meinem Sitz auf und sagte: ‚Ich kann!‘ Und niemals in meiner ganzen religiösen Erfahrung hatte ich solche Freiheit und solchen Wortfluss.“ Ist es nicht schön, dasselbe Joseph Bates, der so langweilig gepredigt hat, in Exeter, als er die Botschaft annimmt, predigt er mit Enthusiasmus. Die Worte kamen wie fließendes Wasser. Bruder Hutchinson war jetzt vom Stottern befreit und sagte: „Wenn das wahr ist, was Bruder Bates gesagt hat, wundert es mich nicht, dass meine Predigt für ihn wie Sägespäne klang.“ Schnell wurden Pläne für Veranstaltungen gelegt und die frohe Botschaft überall zu verkündigen.

[51:18] „Die Bibel sagte: ‚Erwacht alle jene Jungfrauen und macht eure Lampen bereit.‘“

[51:24] Himes und Miller sind verhindert im Westen. Sie können nicht über den Rio River, weil der zu angeschwollen ist. So müssen sie es wieder auf den Rückweg machen. Sie ahnen noch nicht, was im Osten schon alles passiert. Und es ist auch gut so. Wahrscheinlich hätten sie alles erstmal wieder kaputt gemacht.

[51:44] Jemand schreibt: „Einer Flutwelle gleich breitete sich die Bewegung über das Land aus, von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf und nach entlegenen Orten, bis das wartende Volk Gottes völlig aufgeweckt war. Vor dieser Verkündigung verschwand die Schwärmerei, der Fanatismus wie der Frühreif vor der aufgehenden Sonne. Die Gläubigen sahen ihre Ungewissheit und ihre Verlegenheit beseitigt und Hoffnung und Mut beseelte ihre Seelen. Das Werk war frei von jenen Übertreibungen, die sich immer dann offenbaren, wo die menschliche Erregung ohne den beherrschenden Einfluss des Wortes und des Geistes Gottes auftritt. In seinem Wirken glich es jenen Zeiten der Demütigung und der Rückkehr zum Herrn, die unter dem alten Israel den Botschaften des Tadels durch Gottesdiener folgten. Es gab da wenig begeisterte Freude, sondern vielmehr wurde das Herz gründlich erforscht, die Sünden bekannt und der Welt entsagt, vorbereitet zu sein auf die Begegnung mit dem Herrn.“

[52:38] Bates hinterließ den Bericht, dass die Echse der Botschaft wie auf Flügeln des Windes flog. Männer und Frauen eilten auf Schienen und auf dem Wasser, mit Kutschen und Pferden, mit Bündeln von Büchern und Zeitschriften, um sie wie die Herbstblätter zu verbreiten. James White sagte: „Unsere Aufgabe war es, in jeden Teil des Feldes zu fliegen, den Alarm ertönen zu lassen und die Schlafenden aufzuwecken.“ Und Wellcome fügte hinzu, dass die Bewegung wie Wasser aus einem geöffneten Damm hervorbrach. Felder mit reifendem Getreide blieben ungeerntet, reife Kartoffeln unausgegraben im Boden. Das Kommen des Herrn war nahe, da war keine Zeit für solche irdischen Dinge.

[53:14] Wie ein Naturereignis bricht diese siebte Monatsbewegung über das ganze Land und keiner weiß, wie eigentlich. Denn das kann selbst ein Samuel Snow nicht organisieren. Innerhalb von nur zwei Monaten muss die ganze die ganze USA gewarnt werden. Und das hätte nicht mal Himes geschafft. Da muss jemand Größeres ran. Und das ist der Heilige Geist.

[53:40] Letztes Zitat. Das ist ein Bild von 1844 in Portland. Unter ihnen ist Ellen Harmon. Sie sagt: „Dieses Jahr war das glücklichste meines Lebens. Mein Herz war voll froher Erwartung. Aber ich war von Mitleid und Sorge erfüllt für diejenigen, die entmutigt waren und keine Hoffnung in Jesus besaßen. Wir vereinten uns als ein Volk zu ernstem Gebet um eine wahre Erfahrung und die untrüglichen Beweise unserer Annahme bei Gott.“

[54:14] Adventshistoriker bezeichnen diese siebte Monatsbewegung eigentlich als den zweiten Teil. So wie es vorher eine jahrelange Adventbewegung gegeben hat, gibt es jetzt eine siebte Monatsbewegung, weil sie so heftig, so intensiv und so außerhalb all dessen gewesen ist, was jemals vorher da gewesen ist. Und wir haben gesehen, die Milleriten waren schon ziemlich heftig. Diese Bewegung, man sagt, diese Bewegung war nicht wegen der Menschen, sondern trotz der Menschen. Trotz aller Schwächen hat sich diese Bewegung ausgebreitet wie ein Steppenbrand und es gab keinen Fanatismus in keinster Form. Und alle, die dort dabei waren, hatten ihre Augen auf ein Datum, den zehnten, siebten des jüdischen Jahres. Wenn der große Versöhnungstag der Antitypus sein würde, wenn der Priester aus dem Heiligtum kommen würde, und das wäre im Jahre 1844.

[55:22] Nächste Woche wollen wir passieren, was ist in den wenigen Tagen vorher und in den Tagen danach? Denn so viel wisst ihr schon, es gab Tage danach, passiert. Und das wird uns einiges zu denken geben. Wir können heute, glaube ich, einiges haben wir gelernt über die Art und Weise, wie Gott führt und dass Gott manchmal eine Bewegung ins Rollen bringt, selbst wenn alle, die er eigentlich berufen hat, nicht auf dem Posten stehen. Gott ist in der Lage, sein Volk voranzubringen und wir können ihm vertrauen, ganz egal, wer oder wo die Leitung hat. Gott führt sein Volk. Und in dem Sinne dürfen wir sagen, wir haben nichts zu befürchten für die Zukunft, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Jetzt haben wir eine kurze Pause und sehen uns gleich wieder zum Offenbarungsseminar zum Malzeichen des Tieres und dazu. Gottes Segen euch auch. Amen.


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