Veröffentlicht am
989 Klicks

Nach der großen Enttäuschung im Oktober 1844 sehen sich die Adventisten mit Spott und falschen Gerüchten konfrontiert. Inmitten dieser Krise versuchen führende Persönlichkeiten wie Joshua Himes und George Storrs, die Wahrheit zu verteidigen und die Gläubigen zu ermutigen. Gleichzeitig beginnen sich neue Interpretationen und Einsichten zu entwickeln, wie die erste Vision von Ellen Harmon, die eine entscheidende Rolle für das Verständnis der Adventbewegung spielen wird.


Weitere Aufnahmen

Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:00] Ein herzliches Willkommen heute Abend hier aus Stuttgart. Schön, dass ihr gekommen seid, schön, dass ihr eingeschaltet habt auf joelmedia.de oder wenn ihr später diese Aufnahme anschaut, zu einer neuen Folge von Die Zeit des Endes. Und heute mit einer Folge, auf die ich mich sehr gefreut habe, schon seit langer Zeit. Wir werden uns heute mit der ersten Vision beschäftigen und mit all der Geschichte, die herum und währenddessen sich abgespielt hat. Und das ist, glaube ich, etwas, was unser Herz sehr berühren wird und von dem wir wirklich einiges lernen können und wo wir auch einen ganz neuen Blick auf diesen Text bekommen, den wir vielleicht schon gut kennen. Wie jeden Abend möchte ich euch einladen, mit mir gemeinsam zu beten und dann beginnen wir.

[0:45] Lieber Vater im Himmel, wir kommen zu dir dankbar für diesen Tag, den wir haben durften und bitten dich, dass du jetzt durch deinen Heiligen Geist gegenwärtig bist, dass wir verstehen, was du uns sagen möchtest, durch dein Wort, auch durch den Geist der Weissagung und dass wir die Geschichte, die dahinter steht und die all das auch begründet hat, dass wir sie gut begreifen können, um zu sehen, warum wir dort sind, wo wir heute sind. Wir bitten dich, dass du uns die Lektion, die wir heute zu lernen haben, in unser Herz schreibst. Im Namen Jesu bitten wir dies, Amen.

[1:20] Es war Anfang November 1844 und der Schock der großen Enttäuschung saß noch immer markttief in den Beinen. Am 22. Oktober, am Dienstag, hatten sie erwartet, Jesus würde wiederkommen. Alle Berechnungen der Bibel hatten eindeutig auf dieses Datum gewiesen, den Herbst 1844. Doch natürlich, Jesus war nicht wiedergekommen und über sie ergoss sich eine Flutwelle des Spottes und der Gerüchte und bis hin zu buchstäblicher Gewalt. Wir haben von den Mobs gesprochen, die da Randale gemacht haben. Und Anfang November haben sich die Adventisten noch lange nicht gesammelt. Alle sind noch in Schockstarre. Im Grunde genommen gibt es kaum Kommunikation untereinander.

[2:11] Am 1. November kommt dann Joshua Himes als erster in die Öffentlichkeit und stellt einige der Gerüchte klar und zeigt, was Wahrheit ist und was Irrtum ist. Zum Beispiel, hier nur ein Beispiel aus einer Zeitschrift aus der Zeit. In dieser Zeit hat Bruder Abraham Riker, ein gut bekannter Schuhhändler in der Division Street, seinen Laden geschlossen und viel Zeit mit der Verbreitung von Zeitschriften, dem Besuch von Veranstaltungen und dem Warnen anderer verbracht. Es wurde bald berichtet, dass er seine Güter auf die Straße warf und Menschenmassen versammelten sich des Nachts vor seiner Türe. Der Bericht wurde verbreitet, er habe sich umgebracht und ein Prediger einer Nachbarstadt in New Jersey hat dies von der Kanzel wiederholt. Sogar der Gerichtsmediziner hat ihn zu Hause aufgesucht, um ein Gutachten zu erstellen, aber er traf ihn in bester Gesundheit und mentaler Verfassung an. Er erklärte, er sei zu gespannt, seinen kommenden Erlöser zu sehen, um Selbstmord zu begehen.

[3:12] Anderes Beispiel. Es wurde kürzlich in Philadelphia und an anderen Orten berichtet, dass Bruder Storrs am 20. Oktober tot in seinem Bett aufgefunden und am Abend begraben wurde. Wir freuen uns, sagen zu können, dass der Herr bis hierhin sein Leben bewahrt hat. Wir haben ebenfalls gehört, Bruder Storrs habe sich mit einem großen Geldbetrag abgesetzt. Das Gegenteil ist der Fall, er hat großzügig für die Bedürftigen gespendet. Es gab kein Gerücht, keine Bosheit, die nicht auf diese Adventisten angewendet worden ist.

[3:40] Ebenfalls wird berichtet, das Generalkomitee der Adventbrüder in Philadelphia hat die Stadt in Bezirke aufgeteilt und die bedürftigen Geschwister informiert, dass sie Hilfe bekommen können. Warum? Warum gibt es plötzlich Anfang November bedürftige Geschwister? Da gab es etliche, die haben alles verkauft, haben alle Ernten nicht eingefahren und plötzlich ist Jesus nicht wiedergekommen. Natürlich muss man sich auf einen harten Winter einstellen. Und was die Adventisten machen, sie teilen die Stadt buchstäblich in Bezirke auf und organisieren in kürzester Eile ein Wohlfahrtswerk unter sich selbst. Das heißt, die, die gearbeitet haben, die noch was haben, verteilen ihre Güter, sodass alle überleben können. Wir raten auch allen, die arbeiten können, fleißig zu sein, soweit es die Bedürfnisse ihrer Familien betrifft.

[4:23] Auch das zeigt etwas vom Zusammenhalt der Adventisten. Es war ja unter anderem George Storrs gewesen, der in den letzten Tagen vor dem 22. Oktober gesagt hat, wenn wir wirklich glauben, dann schneiden wir alles ab. Könnt ihr euch erinnern? An diesen flachen Felsen alle Seile wegschneiden. Und am 6. November schreibt er dann etwas reumütig: „Ich bekenne, dass ich mich geirrt habe und dadurch andere Irre geführt habe, als ich Adventgläubigen geraten habe, jegliche Arbeit aufzugeben und nur noch Versammlungen zu besuchen. Obwohl ich überzeugt bin, dass die meisten bekenntlichen Christen sich antichristlich verhalten, indem sie schätzungsweise auf der Erde anlagen und dadurch unvorbereitet sind, dem Menschen anzubegegnen, glaube ich dennoch, dass es die Pflicht aller ist, wenn nicht durch Krankheit oder Alter verhindert, fleißig in einer legalen Beschäftigung zu arbeiten.“ Also er hat das wieder einigermaßen richtig bekommen, denn die Bibel sagt ja auch, wir sollen arbeiten. Wenn ihr nicht arbeitet, solltet ihr nicht essen. Alle sollten, und jetzt schaut mal, was er sagt, Anfang November, in den wenigen Tagen, die uns noch bleiben, zu ihrer Arbeit zurückkehren.

[5:26] Anfang November ist die Überzeugung noch da. Jesus wird in den nächsten Tagen wiederkommen. Vielleicht haben wir uns ein paar Tage geirrt, aber es kann nicht mehr lange dauern, wahrscheinlich noch diesen Monat. Ich bedauere zutiefst diese Verführung, dass jemand völlig aller Arbeit aufgegeben sollte, unterstützt zu haben.

[5:41] Himes berichtet folgendes: „Man hat mich als unehrlich dargestellt, als jemand, der mit den Ängsten der Gesellschaft spekuliert, als Störenfried, als Verführer der Ahnungslosen, der unter falschem Vorwand Geld nimmt.“ Wenn jemand den Geist der Weisung ein bisschen kennt, wird er wissen, dass man auch in der Endzeit, in der allerletzten Endzeit, Gläubige als Kriminelle behandeln wird. Ein Beispiel davon, wie das dann funktioniert. Man hat berichtet, ich habe mich abgesetzt, nicht nur nach England, sondern auch nach Kanada und nach Texas. Außerdem sei ich angeblich mit Haftbefehl gesucht. Andere berichten, ich sei bereits festgenommen und im Gefängnis in der Leverett Street eingewiesen. Wiederum andere, dass ich Selbstmord begangen habe. Es ist außerdem behauptet worden, ich hätte großen Reichtum angehäuft, gewaltige Mengen Schmuck verkauft und ich besäße Farmen und so weiter und so fort.“

[6:32] Wer zu dieser Zeit die Zeitschriften liest, also die Bild-Zeitung der damaligen Zeit, hat auf den ersten Titelseiten ständig Horrorgeschichten von irgendwelchen Selbstmorden von Adventisten, von Betrügern, von Leuten, die Geld gestohlen haben, von irren Fanatikern. Und natürlich trägt das zur allgemeinen Aufheizung der öffentlichen Meinung bei. Aber Himes gelingt es, fast alle dieser Gerüchte mit Fakten zu widerlegen. „Ich öffne mein Herz der striktesten Untersuchung und schrecke vor keiner Untersuchung irgendeines Tribunals, es sei menschlich oder göttlich, zurück.“

[7:08] Es stellt sich schnell heraus, dass viele Geschichten, die geschrieben worden sind, ganz einfach buchstäblich erfunden worden sind. Sylvester Bliss, der Mitautor, der Editor des Advent Herald, schreibt sogar an Himes folgendes: „Indem ich dem Wahrheitsgehalt dieser Anschuldigung nachgegangen bin, habe ich herausbekommen, jetzt haltet euch fest, dass bestimmte Personen sich gegen dich verschworen haben.“ Verschwörung? Keine Verschwörungstheorie, echte Wahrheit. Es gab eine Verschwörung gegen Himes. Warum? Um nach Fällen von Enttäuschung zu suchen, sie haben auch Personen belästigt, gegen dich auszusagen, damit sie dir eine Straftat nachweisen können. Da gibt es also Leute, die hassen Himes so sehr, die gehen jetzt zu den enttäuschten Adventisten und sagen: „Hey, könntest du nicht erzählen, warum du so enttäuscht bist? Hast du vielleicht viel Geld gegeben? Bist du dir sicher, ob das richtig ausgegeben worden ist? Erzähl mal ein bisschen.“ Und versuchen sie zu belästigen, dass sie gegen Himes irgendwas aussagen, was sie dann verwenden könnten. Aber bisher ist es ihnen nicht gelungen und die Belästigten sind empört über diese boshafte Verschwörung, deine Reputation zu zerstören. Das ist nicht Zufall, da gibt es Leute, die haben eine Agenda, den Ruf der Adventführer zu zerstören.

[8:18] Am 6. November ebenfalls im Advent Herald über die siebte Monatsbewegung, die Erfahrung der letzten Wochen. „Diese Bewegung war eines der bemerkenswertesten Ereignisse dieser letzten Zeit und sie war wichtiger als alles andere, was ich im Fortschreiten der Adventssache beobachtet habe. Obwohl wir in dem Resultat, das wir erwarteten, enttäuscht sind, sind wir trotzdem völlig überzeugt, dass Gott in dieser Sache war.“ Anfang November sind alle Adventisten überzeugt, das war Gottes Werk. Er hat sein Volk für irgendeine große Sache vorbereitet. Was das genau ist, ist noch nicht offenbar. Irgendwas muss ja passiert sein, aber die Wiederkunft muss nahe an der Tür sein.

[8:59] Die gegenwärtige Zeit ist eine Krise in der Sache und wird sich als ein was? Als ein Test für tausend herausstellen und das ist er gewesen. Nur ahnen die meisten am 6. November noch nicht, wie schwer der Test sein wird.

[9:11] Weiter wird berichtet, was so alles passiert ist im direkten Umfeld des 22. Oktober. In Scottsville wurden die Versammlungen unterbrochen und die Stühle in Stücke gebrochen. In Geneseo haben die Gottlosen einen von ihnen in einem weißen Gewand nachts durch die Straßen geführt, während er in ein Zinnhorn geblasen hat, um den Erzengel Michael darzustellen. Sie haben eine Kanone abgefeuert, um das Erdbeben darzustellen. Maßlose Verachtung ist das Los der Gläubigen überall, aber der Herr ist mit ihnen und erhält sie in vollkommenem Frieden. Soweit der Lagebericht am 6. November 1844.

[9:47] Schon am nächsten Tag kann man in verschiedenen Adventszeitschriften den ersten richtigen Riss bemerken. Am 7. November erscheinen gleichzeitig die Voice of Truth und der Midnight Cry. Und wenn ihr beides vergleicht, werdet ihr feststellen, hier beginnt plötzlich wie eine Kreuzung. Joseph Marsh, der Editor von Voice of Truth, sagt: „Das Datum, 22. Oktober, ist was gewesen? Richtig gewesen. Man habe ein falsches Ereignis erwartet. Also das hätte gar nicht die Wiederkunft sein können, sondern Jesus hat den Antitypus erfüllt. Wie genau, was passiert ist, weiß keiner, aber Jesus hat die Prophezeiung erfüllt.“ Dagegen sagt Joshua Himes: „Das Datum ist was gewesen? Falsch. Und der Fehler liegt irgendwo in der Chronologie. Man kann den Historikern nicht wirklich glauben und vielleicht ist das Datum ein anderes. Und wir geben es jetzt auf, genaue Daten zu berechnen.“

[10:39] Diese Frage wird jetzt nach Oktober 1844 die entscheidende Frage. Ist was passiert am 22. Oktober oder nicht? War das halt nur ein Datum, das fehlerhaft festgestellt worden ist oder war das Datum biblisch korrekt? Das ist die große entscheidende Frage.

[10:58] Andere machen sich Gedanken, wo sie jetzt in Bezug auf die zehn jungen Frauen sind. Denn sie hatten ja geschlafen, sie waren in der Verzögerungszeit, sie hatten den Mitternachtsruf gehört und jetzt müsste doch eigentlich Jesus als Bräutigam gekommen sein. Einer schreibt, ebenfalls am 7. November: „Seit dem Verstreichen des zehnten Tags, des siebten Monats, habe ich viel über das Gleichnis der zehn jungen Frauen nachgedacht. Ich habe den Eindruck, dass wir jetzt in der wahren Verzögerungszeit sind. Und da nun der letzte Zeitpunkt, auf den Adventisten geschaut haben, verstrichen ist, werden nun alle jungen Frauen einschlafen.“ Naja, mal sehen.

[11:32] Ein anderer, Bruder Cox, jemand, der nie so wirklich an 1843 und 1844 geglaubt hat, der immer nur an die Wiederkunft, aber ohne Datum gepredigt hat, er schreibt unten an Himes, Miller, Litsch und Bliss, also an die Führer: „Geliebte Brüder, ich bin froh, dass einer von euch, Bruder Josiah Litsch, nun die Idee aufgegeben hat, die genaue Zeit der Wiederkunft unseres Herrn zu bestimmen.“ Ist das eine gute Idee, das aufzugeben, diese Idee? Ja, eigentlich schon, nicht wahr? Also die Wiederkunft des Herrn kann man nicht genau bestimmen. Also an sich ist das eine gute Idee, aber passt mal auf. Mr. Himes, glaube ich, hat eine ähnliche Andeutung gemacht. Wir hätten dies zuvor schon sehen sollen, es war eine klare Passage. Er meint die Stelle: „Zeit und Stunde weiß niemand.“ Bis dahin hat er vollkommen recht, aber dann sagt er: „Stattdessen haben wir von der Öffentlichkeit gefordert, an menschliche Tradition und er meint damit, und das sagt er auch, chronologische Daten zu glauben, als wären diese das Wort Gottes. Das war der große Fehler und wir sollten uns nicht bemühen, dies zu verbergen, es war der Hauptfehler.“ Also nach ihm war der Hauptfehler, dass man überhaupt Geschichtsdaten aufgestellt hat. Das hätte man nicht machen sollen. Aber war das der Hauptfehler? Der Hauptfehler war gewesen, ein falsches Ereignis mit diesen Geschichtsdaten zu verknüpfen.

[12:47] Aber diese Ansicht von Cox beeinflusst jetzt, die Führer, literally gesagt, ist sowieso schon auf diesem Trip, Himes tendiert auch schon dazu und auch Miller bekommt jetzt diesen Brief von Cox. Und dann sagt er folgendes: „Schaut mal, kommt heraus in eure Arbeit, mit anderen Worten, hört auf euch zu verstecken. Kommt mit der Stimme der Liebe, tausende werden euch grüßen und jubeln, euch zuzuhören, kommt zur Arbeit, nicht für einen Tag, nicht für ein Jahr, sondern für das Leben.“ Was also andeutet: Hey, jetzt hört auf zu glauben, es kommt in den nächsten Tagen oder in den nächsten Wochen, vielleicht werdet ihr euer ganzes Leben noch auf ihn warten. Und dann sagt er: „Es könnte vielleicht ein Tag sein, wir wissen es nicht genau, aber jetzt verabschiedet euch von dieser Idee, er kommt heute Morgen im nächsten Jahr.“ Ihr habt den Sturm begonnen und mit Gottes Hilfe müsst ihr die Elemente führen und überhaupt, wer soll denn die Botschaft der Wiederkunft Jesu verkündigen, wenn nicht Adventisten? Da hat er vollkommen recht.

[13:41] Adventisten müssen ebenfalls ein paar Fehler korrigieren und die Gründe dafür müssen gegeben werden. Also hier kommt einer und sagt: „Schaut her, kommt her, lasst uns daran festhalten, Jesus kommt bald wieder, aber wann, wissen wir nicht und wir überlassen jetzt alle Prophetie der Bibel und studieren es nicht weiter, irgendwelche Daten und leben jetzt einfach, bis er wiederkommt.“ Und dann sagt er noch: „Ich hoffe auch, dass Vorsorge getroffen wird, dass in den Adventversammlungen die Sakramente, Taufe und Abendmahl durchgeführt werden, damit die, die nicht in ihren Kirchen bleiben können, einen Zufluchtsort haben.“ Also er sagt jetzt, wir müssen jetzt irgendeine Art von Denomination gründen, wir müssen irgendwie eine Struktur finden, damit die Gläubigen, die rausgeschmissen worden sind, die ausgetreten sind, dass die jetzt auch Abendmahl, Taufe, all das, das organisiert durchgeführt wird.

[14:26] Am 10. November finden nach fast 5, nach über 2 Wochen die ersten Versammlungen wieder in Boston statt. Die Adventisten kommen aus ihren Häusern wieder raus und treffen sich gemeinsam und man beginnt erstmal ganz allgemein wieder über Grundlagen der Prophetie zu sprechen.

[14:48] Ebenfalls am 10. November meldet sich endlich auch William Miller aus seiner Heimat aus New Hampton. Er schreibt an Himes folgendes: „Lieber Bruder Himes, ich habe auf die gesegnete Hoffnung gewartet. Ja, und obwohl ich zweimal enttäuscht worden bin, bin ich nicht niedergeschlagen oder entmutigt. Gott ist im Geist mit mir gewesen und hat mich getröstet. Mein Sinn ist vollkommen ruhig und meine Hoffnung in das Kommen Christi so stark wie immer. Ich habe nur getan, was ich nach feierlicher Überlegung als meine feierliche Pflicht angesehen habe. Wenn ich geirrt habe, dann auf der Seite der Liebe zu meinen Mitmenschen und meiner Überzeugung der Pflicht gegenüber Gott. Ich konnte nicht sehen, dass ich meinen Mitmenschen schaden würde, selbst wenn das Ereignis nicht zu der spezifischen Zeit eintreffen würde. Ich habe nicht einmal entfernt daran gedacht, die Kirchen, Prediger oder religiösen Editoren zu stören.“

[15:39] Und dann sagt er, und da hat er vollkommen recht, und bis heute haben meine Gegner nicht zeigen können, worin ich von irgendeiner Regel unserer alten protestantischen Standardautoren abgewichen bin. Nach wie vor, das was wir predigen ist im Grunde genommen das, was gutes, altes protestantisches Material ist. Unsere Pflicht ist es nun, einander mit den Worten vom Kommen Christi zu trösten. Die Schwachen unter uns zu stärken, die Zweifelnden zu festigen, die Niedergebeugten aufzurichten, oft miteinander zu sprechen und unsere Versammlungen nicht zu verlassen. Denn die Zeit ist jetzt gekommen, durch den Glauben zu leben, durch einen Glauben, der im Feuer siebenmal gereinigt worden ist.

[16:18] Wie ist er auf die Idee gekommen? Die Adventisten hatten ja Habakuk 2 studiert, sie wussten Habakuk 2, Vers 2 spricht davon, man muss die Prophetie deutlich aufschreiben, könnte ich erinnern, diese Karten. Und Habakuk 2, Vers 3 hat davon eine Verzögerungszeit geschrieben, dass dort eine Verzögerungszeit sein würde, aber dass die Prophezeiung sich erfüllen würde. Und der nächste Vers in Habakuk 2, Vers 4 sagt: „Siehe, der Vermessene, unaufrichtig ist seine Seele in ihm, der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben.“ Habakuk 2, Vers 4 macht deutlich, dass dieser Test im Oktober 1844 wirklich ein Glaubenstest ist. Miller hatte das gelesen, Miller glaubte, dass wir wirklich in dieser Testphase gerade sind. Und dann schreibt er: „Brüder, haltet fest, lasst niemanden eure Krone nehmen.“

[17:02] Und dann sagt er in einem berühmten Satz, der eingegangen ist in die Adventgeschichte: „Ich habe meinen Sinn auf eine andere Zeit gerichtet, nicht mehr 1843, nicht mehr 1844, sondern und dabei bleibe ich bis heute mir mehr Licht gibt und zwar heute, heute und heute bis er kommt.“

[17:22] Eins war Miller und Himes jetzt deutlich geworden, die Wiederkunft, das Datum der Wiederkunft kann man nicht berechnen und damit haben sie eigentlich einen Durchbruch erreicht. Die Frage ist nur, würden sie trotzdem festhalten an dem Datum, 22. Oktober 1844, losgelöst von der Wiederkunft. Dass es nicht wiederkommen war, war ja deutlich. Aber wie stand es jetzt mit dieser siebten Monatsbewegung? Was war mit diesem Mitternachtsruf? War der echt oder war das halt nur ein Irrtum? Das war die große Frage der nächsten Tage.

[17:58] Am 11. November kann man in den Zeitungen in Philadelphia lesen, dass fast alle Kirchen, Methodisten, Baptisten beklagen, dass es eine geistliche Dürre in ihren Kirchen das ganze Jahr über schon gibt. 1844 markiert einen richtigen Abstieg in Geistlichkeit in den protestantischen Kirchen.

[18:21] 13. November, wir lesen in Advent Herald, New York und Philadelphia: „Wir haben letzte Woche diese Städte besucht und Vorträge gehalten.“ So langsam beginnt das Adventistische Leben sich wieder zu etablieren. Die Geschwister sind fest im Glauben, die Versammlungen in New York werden mit der gewöhnlichen Anzahl fortgesetzt. Die Aussichten sind ermutigend. Einige sind kürzlich bekehrt worden.“ Interessant, nicht? Nach der Enttäuschung.

[18:47] In Bezug auf die Zeit der Wiederkunft haben die meisten den Fakt angenommen, dass das nächste Ereignis nahe an der Tür ist. Also wir warten einfach, bis es kommt. Von denen, die ihre Arbeit verlassen haben, sind die meisten wieder zurückgekehrt. Ein paar wenige sind wohl abgeglitten in den Fanatismus. Wir geben offen zu, dass wir zweimal enttäuscht worden sind in unseren Erwartungen bezüglich der Zeit der Wiederkunft. Erstens im Jahre 1843 und zweitens am zehnten Tag des siebten Monats des gegenwärtigen jüdischen Jahres. Das war die große Enttäuschung.

[19:21] Dann heißt es in Bezug auf das Jahr Null: „Während diese Diskrepanz von uns nicht bemerkt worden ist, ist sie auch nicht von unseren gelehrten Gegnern aufgefallen. Unter allen Argumenten gegen unsere Position hat sich niemand auf diesen Punkt bezogen und alleine die Zeit hat geschafft, was unsere Gegner nicht konnten, nämlich unseren Fehler bezüglich des definitiven Jahres zu zeigen.“

[19:43] Noch einmal heißt es sich über diese siebte Monatsbewegung, dieses Aufbäumen im August, September, Oktober 1844. „Diejenigen, die an dieser letzten Bewegung nicht teilgenommen haben, können sie nicht wertschätzen und wir betrachten sie als einen anderen und noch tiefer gehenden Test als die erste Verkündigung der Zeit.“ Also verglichen mit der Bewegung 1843 war diese letzte Bewegung noch viel intensiver, viel geistlicher. Sie hat die Herzen aller getestet, die es hörten und hat eine Liebe für die Erscheinung des Herrn geweckt. Oder sie hat was? Hass auf sein Kommen erzeugt. Das heißt, man konnte deutlich sehen, mehr noch als bei der Allgemeinadventbewegung hat es nur noch die gegeben, die wirklich glaubten und diejenigen, die fast mit physischer Gewalt das verhindern wollten. Und wenn ihr euch an letztes Mal erinnert, habt ihr gesehen, wie sehr das im Oktober sich zugespitzt hat.

[20:34] Und jetzt schaut mal, was hier steht. Sie hat eine was gezogen? Eine Linie gezogen. Das ist ein Gedanke, der immer wichtiger wird in dieser Zeit, dass irgendwie die siebte Monatsbewegung eine Linie gezogen hat, eine Trennung, dass irgendein entscheidender Schritt gegangen worden ist. Sie hat eine Linie gezogen, sodass jeder, der sein Herz prüft, wissen mag, auf welcher Seite er gestanden hätte, wenn der Herr gekommen wäre. Wir glauben, Gott hat so sein Volk getestet, ihren Glauben geprüft.

[21:04] Einige Leserbriefe schreiben: „Wir wissen aus der Bibel auch, wie Gott den Abraham geprüft hat, diesen Glaubenstest. Das Ereignis, das Gott vorher gesagt hatte, opfere deinen Sohn, ist ja gar nicht eingetreten. Es war nur ein Glaubenstest.“ Im gleichen Sinne war das auch so ein heftiger Glaubenstest. Wir befinden uns in einer Zeit, über die hinaus keine prophetischen Zeitperioden hinausreichen. Und die Frage entsteht, ob dies nicht unsere Position als fehlerhaft erweist. Unsere Gegner behaupten, die Zeit habe die gesamte Sache widerlegt. Und wir geben als ehrliche Menschen zu, dass alle Zeit sich als falsch erwiesen hat.

[21:36] Das ist die Frage. Hat sich wirklich alle Zeit als falsch erwiesen? Wir geben zu, es ist bewiesen, dass wir die genaue Zeit nicht wissen. Gemeint ist natürlich die Wiederkunft. Aber wir haben keinen Beweis gesehen, der widerlegen würde, dass sie es sehr nahe ist. Unser Ziel während der kurzen Zeit, die wir hier noch verbleiben, wird es sein, die Adventlehre in ihrer Reinheit zu verkündigen, zu zeigen, dass wir die Position der Urchristenheit einnehmen.

[22:03] Ein Gedanke, der ebenfalls immer mehr Gestalt gewinnt, dass wir als Adventisten die Position der Urchristen haben. Dass wir nichts anderes sagen als Mose und die Propheten. Und dass die Kirchen traurigerweise von den Interpretationsprinzipien abgewichen sind, die von den Kirchenvätern, den Reformatoren und allen protestantischen Kommendatoren der englischen und amerikanischen Schule angewendet worden sind. Mit anderen Worten, ja, wir wissen auch nicht, was passiert ist. Aber wir stehen doch auf dem Fundament der Bibel. Ihr seid abgewichen. Ja, das ist die Idee.

[22:32] Am 14. November schreibt Himes. Verzeihung, Litsch. Litsch schreibt an Himes und sagt: „Du, ich finde das gut, was du geschrieben hast. Ich unterstütze deine Statements. Und ich sehe auch, dass man die Wiederkunft nicht berechnen kann. Aber er sagt, ich will es ja nicht zu deutlich sagen, aber ich habe so den Eindruck, die 1335 Jahre könnten ja eventuell auch bis 1845 gehen.“ Ja, ich habe da ein bisschen recherchiert und es sieht so aus, dass sie vielleicht nicht 508 begonnen haben, sondern 510. Und das ist natürlich nur ein schwacher Beweis, aber vielleicht. Aber na ja, mal sehen, schauen. Ja, also der Litsch ist schon dabei, schon wieder ein neues Datum so ein bisschen sich zu überlegen.

[23:14] Naja, am 15. November versammeln sich alle Kirchen in Philadelphia zu einem speziellen Gebets, zu einer speziellen Gebetswoche, um für ihre Stadt zu beten, weil es geistlich in der Christenheit im Allgemeinen so dürre ist.

[23:29] Die Voice of Truth schreibt im November, dass man jetzt zwei Botschaften aus Offenbarung 14 gepredigt hat. Erst einmal: „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre. Die Stunde seines Rechts ist gekommen.“ Und dann: „Geht hinaus aus hier Babylon.“ Aber da gibt es noch eine dritte, die müsste ja auch noch gepredigt werden. Ja, was die genau bedeutet, hat noch keiner richtig eine Ahnung. Aber so viel entdeckt zumindest diese Zeitschrift. Da muss doch noch eine dritte Botschaft sein.

[23:54] 18. November, Miller schreibt nochmal an Himes und jetzt achtet mal darauf. Das ist sehr interessant und gut zu auffassen. Miller sagt: „Wir haben unser Werk, die Sünder zu warnen und die formale Kirche aufzuwecken, getan. Gott hat in seiner Vorsehung was getan, die Tür geschlossen.“ Wenn ihr Matthäus 25 auskennt, wisst ihr, die Jungfrauen gehen dem Bräutigam entgegen, der Bräutigam verzögert, die Jungfrauen schlafen ein, dann kommt der Mitternachtsruf und dann kommt der Bräutigam und die Tür schließt sich. Wenn wir der Sache logisch folgen, dann hat sich jetzt die Tür geschlossen.“ Diese Idee wird bekannt als die Idee der geschlossenen Tür, die sogenannte Shut-Door-Theory. Die Tür ist geschlossen. Wir können uns nur noch gegenseitig ermutigen, geduldig zu sein. Das heißt, die Idee ist, jetzt brauchen wir keine Mission mehr zu machen. Die Tür der Gnade ist geschlossen.

[24:55] Er hat eine Idee, die immer mehr Adventisten dieser Zeit entwickeln. Wir leben jetzt in der Zeit von Maleachi 3, 18, Daniel 12, 10 und Offenbarung 22, 10 bis 12. Weiß jemand, was dort steht? Offenbarung 22? „Wer gerecht ist, der sei weiterhin gerecht und wer ungerecht ist, sei weiterhin ungerecht und wer heilig ist, sei weiterhin heilig und so weiter.“ In diesen Passagen können wir nicht anders als erkennen, dass es eine kleine Zeit gibt, bevor Jesus kommt, dass es eine kleine Zeit, bevor Jesus kommt, eine Trennung der Gerechten und Ungerechten gibt zwischen denen, die sein Erscheinen lieben und jenen, die es hassen. Und seit den Tagen der Apostel ist niemals eine solche Trennungslinie gezogen worden.

[25:33] Also Miller ist davon überzeugt, der 22. Oktober 1844 hat etwas bewirkt. Da ist irgendwas passiert. Und es sieht so aus, als ob eine Linie gezogen worden ist. Die Adventisten haben momentan gar keinen Bedarf mehr, irgendeine Mission zu machen. Sie glauben, die Entscheidung ist gefallen.

[25:50] Da unsere sehnlichsten Erwartungen nicht realisiert worden sind, schreiben sie: „Lasst uns die Zeit, die uns hier noch gegeben wird, demütig, treu und dankbar nutzen. Sie, die siebte Monatsbewegung, war von uns nicht vorhergesehen und genauso wenig kontrolliert. Und sie hat ihre Bedeutung.“ Also nach wie vor, 20. November, dieses Verständnis bleibt noch da, bleibt fest. Diese Bewegung hat irgendwas zu bedeuten. Irgendwas muss da passiert sein. Sie hat ihre Bedeutung. Und niemals war unsere Position so klar apostolisch, also urchristlich, wie zur gegenwärtigen Zeit. Ihre Hoffnung ist unsere Hoffnung.

[26:27] Ebenfalls am 20. November versucht man Revue passieren zu lassen, was dann man hätte besser machen können, vor allem in Bezug auf das Arbeiten während der siebten Monatsbewegung. Da gab es drei Gruppen von Adventisten. Einige hatten ganz normal gearbeitet, einige hatten nur noch notwendige Arbeiten ausgeführt und andere hatten gar nicht mehr gearbeitet. Jetzt kommen wir zum Schluss. Erstes war zu weltlich, das zweite war genau richtig und das dritte war zu extrem.

[26:54] Und während sie so suchen und festhalten und sagen: „Okay, irgendwas muss hier passiert sein“, obwohl einige der Führer wie Himes und Litsch schon anfangen zu wackeln, möchte Gott ihnen zeigen, wo es lang geht. Könnt ihr euch an den erinnern? Hazen Foss. Im September hat er eine Vision bekommen, die erklärt hatte: erste Stufe, zweite Stufe, dritte Stufe. Er hatte nichts davon erzählt. Die Enttäuschung war gekommen, er war genauso enttäuscht. Jetzt, nach der Enttäuschung, gibt Gott ihm diese Vision noch einmal. Erste Stufe und alle, die darauf kommen, gehen verloren. Zweite Stufe, alle, die von der ersten zur zweiten raufgehen, gehen auch verloren. Und dann von der zweiten gibt es noch eine dritte Stufe. Und jetzt auch mit den Artikeln von Voice of Truth, das könnte man doch eigentlich verstehen, oder?

[27:46] Hazen Foss, junger Mann, wie gesagt, das ist ein späteres Bild, dort in Polen, bekommt diese Vision erneut und er hat überhaupt nicht die geringste Lust, als Prophet zu wirken. Er hat keinerlei Inklination, das zu tun und er weigert sich weiterhin, es zu tun. Er sagt niemandem davon, redet mit niemandem und tut es einfach nicht. Und kurze Zeit später gibt Gott ihm ein drittes Mal eine Vision. Aber diesmal sagt er: „Der Auftrag ist von dir genommen. Ich habe dir die Chance gegeben, du hast nicht gewollt, du bist nicht mehr Prophet, sozusagen.“ Und jetzt bekommt es Hazen Foss mit Angst zu tun. Und sagt: „Stopp mal, so ein bisschen wie die Israeliten, die nach Kanaan erst nicht reingehen wollten und als Gott dann sagte, geht nicht rein, dann plötzlich losziehen.“ Und dann sagt er: „Okay, Gott, ich mache es, ich mache es, ich mache es.“ Er arrangiert ein Treffen dort in Polen, eine kleine Versammlung und sagt: „Schaut her, ich habe eine Vision gehabt, ich möchte euch erzählen, kommt alle an dem und dem Tag zu der Uhrzeit, ich erzähle euch, was Gott mir gezeigt hat.“ Der Zeitpunkt kommt, das Haus ist voll, er geht nach vorne, es wird gebetet, er möchte anfangen zu erzählen und kann sich an nichts erinnern, wie weißes Blatt Papier. Und er wird panisch und er ruft aus: „Der Geist Gottes hat mich verlassen, der Geist Gottes hat mich verlassen, ich bin verloren, ich bin verloren.“ Er rennt aus dem, das ist eine wahre Geschichte, er rennt aus dem Haus und er hat nie wieder eine Adventversammlung besucht, hat alles Interesse an Religion aufgegeben und ist viele Jahre später unglaublich gestorben. Ziemlich krasse Geschichte.

[29:34] Aber bevor er das gemacht hat, hatte Gott in dieser dritten Vision noch einen Satz gesagt, er hatte gesagt: „Ich werde es von dir nehmen und dem Schwächsten der Schwachen geben.“ Gott hatte ja mittlerweile zwei Propheten versucht, der ist dieser Schwarze, William Foy, der einiges gesagt hatte, aber das Dritte nicht mehr richtig verstanden hatte, dann Hazen Foss, der hat sich komplett geweigert und jetzt sagt Gott: „Okay, ich werde der Welt beweisen, wie ich arbeite, ich werde den Schwächsten der Schwachen benutzen.“ Wer könnte das sein?

[30:07] Am 27. November, genau fünf Wochen, am Dienstag, fünf Wochen nach der großen Enttäuschung hat Ellen Harmon ihren siebzehnten Geburtstag. Es war ein trauriger Tag, denn eigentlich wollte sie gar nicht mehr den siebzehnten Geburtstag auf dieser Erde feiern. Sie hatte geplant, schon längst im Himmel zu sein, aber ein langes Leben hatte sie trotzdem nicht mehr vor sich, so schien es, denn sie war todkrank, wirklich sterbenskrank. Die selbe Krankheit, die schon den Adventisten-Prediger von Portland, Levi Stockman, einige Monate zuvor ins Grab gebracht hatte, Tuberkulose hat auch sie befallen. Sie hat ständig gehustet, sie hat zum Teil Blut gespuckt aus der Lunge, sie konnte nicht atmen, wenn sie gelegen hat, sie musste beim Schlafen so aufrecht sitzen und sie konnte gar nicht mehr richtig sprechen, konnte nur noch flüstern, hatte eine ganz gebrochene Stimmung gehabt. Sie war wirklich am Rande des Grabes und feiert am 27. November, feiert ihren siebzehnten Geburtstag.

[31:08] Ebenfalls am 27. November, ach übrigens, in dieser Zeit beginnen immer mehr Adventisten, auch in Portland, daran zu zweifeln, ob wirklich was passiert ist am 22. Oktober. Sie hat immer gedacht, bald kommt Jesus wieder, bald kommt er, in den nächsten Tagen. Nicht wahr, aber jetzt sind schon fünf Wochen vergangen und vielleicht war es doch ein Irrtum.

[31:27] Und naja, 27. November 1844, George Storrs sagt: „Wir wollen uns von unserem Gott demütigen und die kurze verbleibende Zeit sorgfältig auf alles achten, für das wir einen So-Sprich-Der-Herr haben. Wir wollen hin zur Weisung und zur Offenbarung als dem alleinig sicheren Wort der Prophetie und darauf achten, dass wir nicht durch die Fantasien der Menschen, unsere Einbildung oder die Verführung des Teufels weggezogen werden. Unsere einzige Sicherheit ist in einer demütigen Abhängigkeit von Gott, in treuem Studium und sorgfältiger Beachtung seines Wortes.“ Gerade Storrs füllt diese Wichtigkeit wieder zurück zur Bibel.

[32:06] Hier schreibt noch der Bruder Hutchinson, der in Kanada gewirkt hat: „Der siebte Monat ist verstrichen, unsere Hoffnung haben sich nicht bewahrheitet, ich bin enttäuscht, aber nicht entmutigt.“ Also wir sehen, trotz der großen Enttäuschung gab es viele, die festgehalten haben. „Seit die Zeit verging, habe ich mich ganz in diesem Thema vertieft. Der Adventglaube war mir niemals so kostbar als nun. Es ist der alte Glaube, der apostolische Glaube. Mein Motto ist was? Vorwärts.“ Das waren Leute, nicht wahr? Der letzte Ruf hat einen Segen bewirkt. Die Geschwister berufen sich für ihren Glauben auf das Wort. Um niemanden mache ich mir weniger Sorgen als um das Adventvolk.

[32:40] Miller schreibt am 29. November: „Die Enttäuschung, die wir erlebt haben, hätte meiner Meinung nach nicht vorhergesehen oder vermieden werden können.“ Naja, sagen wir mal so, ich glaube schon. Und wir waren ehrliche Männer und haben der Wahrheit der Bibel geglaubt. Das auf jeden Fall. Ich habe in den letzten Wochen Zeit gehabt, das gesamte Thema zu überprüfen. Nachdem er ja jahrelang nur gepredigt hat, hat er jetzt Wochen Zeit gehabt, mal wieder alles von jedem Stein nochmal umzudrehen. Und auch mit der Hilfe, und jetzt zählt er all die Anti-Miller Autoren auf, Stuart, Chase, Weeks, Bush und der ganzen modernen Autorenschule, kann ich nicht erkennen, wo wir daneben lagen.“ Er sagt immer noch nicht, selbst nach zweimal Enttäuschung: „Ich sehe nicht, wo der Fehler liegt. Wenn man sie alle zusammennimmt, widerlegen sie sich gegenseitig und bestätigen mich in meinen Prophetie Ansichten. Eine Sache weiß ich, ich habe nur gepredigt, was ich geglaubt habe. Und Gott ist mit mir gewesen. Seine Kraft hat sich im Werk offenbart und viel Gutes ist bewirkt worden. Denn die Menschen haben selbst die Bibel gelesen und niemand kann ehrlich behaupten, er sei von mir verführt worden. Mein Ratschlag war es immer, dass jeder selbst die Beweise für seinen Glauben untersucht und das ist eine Grundlage des Adventismus bis heute. Wir glauben das, was wir selbst gesehen haben.“

[33:54] Noch ein Brief von Miller an Himes und Bliss, 3. Dezember. Und jetzt schaut mal hier: „Wenn die Erfahrung, die wir durchlebt haben, seit Beginn diesen Jahres, die Verzögerungszeit von April bis Oktober und der heiligende Einfluss des siebten Monats, nicht der Beginn und die Vorbereitung der letzten Reinigung des Heiligtums ist, dann gebe ich zu, ich bin verführt.“ Also er sagt, ich bin mir sicher, dass das, was wir erlebt haben, das ist quasi der Anfang der ganzen Sache. Da hat was begonnen.

[34:25] Unser großer Fehler in der Auslegung der Zeit, der Erfüllung dieser Prophezeiung, ist es gewesen, alle diese Dinge in eine unverantwortlich kurze Zeit zu drängen. Heißt auf Deutsch: Ja, das Datum stimmt wahrscheinlich, aber wir haben zu viele Ereignisse darauf festgelegt. Wahrscheinlich war das erst der Anfang dieser letzten Zeit, statt dass alles schon zu Ende geht. Also wahrscheinlich war Miller niemals näher an der Erklärung als am 3. Dezember 1844. Obwohl er nicht genau sieht, was das Problem gewesen ist, aber er sieht, irgendwas muss er begonnen haben. Wir waren, wir haben keine Zeit zur Vorbereitung gegeben, wir waren zu ungeduldig.

[35:04] Ja, das überspringen wir. Aber es gibt auch Meinungen, die den Weg mehr verbauen als erhellen. Hier zum Beispiel am 11. Dezember: „Der Hohepriester ging in das Allerheiligste am 10. Tag des siebten Monats im Alttestament. Aber unser Hohepriester betrat das Allerheiligste im dritten Monat, als er in den Himmel selbst auffuhr und sich zur Rechten Gottes setzte, um Versöhnung für die Sünden der Welt zu wirken.“ Das ist so die alte klassische Auslegung des Hebräerbriefs, dass Jesus gleich bei seiner Himmelfahrt ins Allerheiligste ging. Und mit dieser Ansicht verbaut man sich die Möglichkeit zu sehen, dass dort Jesus erst ins Heilige gegangen ist und dann später, 1844, ins Allerheiligste gegangen ist. Das sind also Gründe dafür, warum sie es nicht so richtig erkannt haben.

[35:53] Jedenfalls beschließt man, einen speziellen Gebetstag festzulegen, den ersten Januar 1845. Man soll fasten und beten, damit Gott zeigt, wo sind wir, was ist das Problem, wie soll es weitergehen. Zu der Zeit haben die Adventisten in Portland den 22. Oktober aufgegeben. Ähnlich wie Litsch und auch so ein bisschen wie Himes, sagen sie unter der Führung ihres neuen Adventistenpredigers dort Turner: „Jesus kommt bald wieder, Datum wissen wir nicht, aber 22. Oktober, nichts ist passiert, hat keine Bedeutung.“ Ellen Harmon war ebenfalls davon überzeugt, hat den 22. Oktober aufgegeben.

[36:33] Und irgendwann im Laufe des Dezembers, das genaue Datum ist uns unbekannt, hat sie sich auf den Weg gemacht, um eine Freundin zu besuchen, und zwar eine nur ein paar Jahre ältere junge Frau, hier in Südportland, sie hatte hier gewohnt, und hier auf der anderen Seite in Südportland. Und zwar hieß die Freundin Elizabeth Haynes. Hat sie ein paar Tage verbracht, und es war genau hier zwischen der Ocean Street und der Sea Street. Ob es das Haus war oder ein anderes Haus, das da stand, kann man nicht mehr genau sagen. Tradition sagt, es war wohl im zweiten Stock. Jedenfalls haben sich eines Morgens dort versammelt, drei andere Freundinnen waren noch da, und die fünf jungen Frauen beten gemeinsam zur Morgenandacht, was sie halt jeden Morgen tun. Aber an diesem Tag ist etwas ganz Besonderes, denn an diesem Tag erhält die junge Ellen Harmon ihre allererste Vision.

[37:32] Lassen wir sie selbst erzählen: „Während wir am Familienaltar beteten, kam der Heilige Geist über mich, und ich schien immer höher zu steigen, weit über die dunkle Welt. Ich sah mich um nach den Adventisten auf der Erde.“ Wenn jemand nur das Buch liest, denkt er, damit ist die Adventgemeinde gemeint. Damit sind die gemeint, die gerade durch die große Enttäuschung gegangen sind. Die Adventisten um Miller, Himes, Litsch, die. „Ich sah mich um nach den Adventisten auf der Erde, konnte sie aber was? Nicht finden.“ Da sagte eine Stimme zu mir: „Siehe noch einmal zu, aber schau ein wenig höher.“ Also Adventisten und Welt sind schon mal getrennt.

[38:10] Jetzt erhob ich meine Augen und sah einen was? Einen geraden, schmalen Pfad, der hoch über der Welt aufgeworfen war. Auf diesem pilgerten die Adventisten nach der heiligen Stadt, die am anderen Ende des Pfades lag. Und jetzt kommt der große Hammer. Hinter ihnen am Anfang des Weges war ein was? Ein helles Licht, welches der Mitternachtsruf war.

[38:39] Jetzt, wenn ihr gut aufgepasst habt in den letzten Wochen, was war der Mitternachtsruf? „Siehe, der Bräutigam, geht aus, ihm entgegen.“ Das war die Botschaft von Samuel Snow, der Mitternachtsruf, der gesagt hat, 22. Oktober 1844, das meint sie damit. Das ist nicht einfach gemeint, Jesus kommt bald wieder. Wenn sie hier von dem Mitternachtsruf meint, im historischen Konzept meint sie, die Botschaft, die Snow und Storrs gepredigt haben im August und September, Oktober 1844, diese Botschaft, dass der 10.7. von Bedeutung ist. Diese Zeit.

[39:17] Sie selbst war zu dem Zeitpunkt gar nicht davon überzeugt. Das ist interessant. Sie hatte die Meinung gehabt, dass dieses Datum unwichtig ist. Aber der Engel, er sagt, wie mir ein Engel sagt, das hat sie nicht so interpretiert, ein Engel sagt ihr: „Der Mitternachtsruf, den ihr erlebt habt, das ist das Licht auf eurem Weg.“ Es schien, und jetzt schaut mal, den wie lange? Den ganzen Pfad entlang und war ein Licht für ihre Füße, damit sie nicht straucheln möchten, was Ellen White, das ist der erste große Beitrag, den sie zum Adventismus geleistet hat, ist, dass diese Botschaft, der Mitternachtsruf aus 1844, der 22. Oktober 1844, dass dieses Datum als Endpunkt der 2300 Abend und Morgen, dass das das Licht ist, das den gesamten Weg bis zum Himmel, bis zur himmlischen Stadt erleuchtet. Das ist das Licht.

[40:05] Jesus selbst ging seinem Volk voran, sie zu leiten und solange sie ihre Augen auf ihn gerichtet hielten, waren sie was? Sicher, aber bald wurden manche von ihnen schwach und sagten, die Stadt sei so weit entfernt und sie hätten was erwartet? Eher hinzukommen, wir hätten gedacht, wir sind schon da. Jesus zeigte ganz liebevoll: „Der Weg ist länger, als ihr glaubt. Eure Erfahrung war richtig, aber der Weg ist trotzdem länger.“ Und das ist erstmal total konfus, weil die Mitternachtsrufbewegung war doch, Jesus kommt am 22. Oktober und Gott sagt, dieses Datum ist richtig, der Mitternachtsruf ist richtig, aber der Weg ist länger.

[40:47] Jesus ermutigte sie aber, indem er seinen rechten Arm hob, von dem ein herrliches Licht ausging, das sich über die Adventisten ergoss und sie riefen: „Halleluja!“ Jetzt Achtung, andere verachteten was? Unbesonnen das Licht hinter ihnen und sagten, dass es nicht Gott gewesen sei, der sie so weit hinaus geführt habe. Wenn dort jemand anfängt und sagt, der 22. Oktober 1844 ist ohne Bedeutung, dann passiert folgendes: Hinter solchen ging das Licht aus und ließ ihre Füße in vollständiger Finsternis. Sie strauchelten, verloren Jesum aus den Augen und fielen von dem Pfad herab in die dunkle böse Welt unter ihnen.

[41:28] Wie lange würde dieses Licht leuchten? Bis zum Ende. Ihr Lieben, solange Jesus nicht wiedergekommen ist, ist das Licht, das uns auf den Weg hält, der Mitternachtsruf von 1844. Ob uns das bewusst ist oder nicht, das Wissen, dass 1844 der wahre Endpunkt der 2300 Abend und Morgen ist.

[41:48] Bald hörten wir die Stimme Gottes gleich vielen Wassern, welche uns Tag und Stunde von Jesu Kommen mitteilte. Die lebenden Heiligen, 144.000 an der Zahl, verstanden die Stimme. Übrigens, wie viele Adventisten gab es zu dem Zeitpunkt? Hatten wir gesagt? Ungefähr 50.000, ja? Obwohl ja viele davon überzeugt waren, dass eine Tür geschlossen war, und Gott gar nicht darauf eingeht, ob Tür geschlossen ist oder nicht. Ich sage so einen ganz kleinen, sachte Hinweis auf, es können nur 50.000 sein, es sind mindestens 144.000, ja? Ob symbolisch oder buchstäblich, ist ein anderes Thema, ja? Aber während die Gottlosen sich für Donner und Erdbeben hielten, als Gott die Zeit verkündete, goss er den Heiligen Geist auf uns aus. Unsere Angesichter begannen zu leuchten und die Herrlichkeit Gottes spiegelte sich darauf, gleich wie bei Mose, als er vom Berge Sinai herabkam. Die 144.000 waren alle versiegelt und vollkommen vereinigt. An ihren Stirnen war geschrieben: Gott, neues Jerusalem und ein herrlicher Stern, welcher Jesu neue Namen enthielt. Vom Sabbat keine Rede, nicht wahr? Weil Sabbat noch nicht so wirklich studiert. Ganz interessant, was Gott alles weglässt in der Vision, ja? Weil diese Vision ist nicht gegeben, um das Thema zu erklären. Diese Vision ist gegeben, um sie zu ermutigen, festzuhalten.

[43:00] Über unseren glücklichen heiligen Zustand wurden die Gottlosen zornig. Sie wollten ungestüm über uns herfallen und die Hände an uns legen, um uns in das Gefängnis zu werfen. Mehr kann man gar nicht sagen, wenn man keine Ahnung von Offenbarung 13 hat. Aber so viel deutet Gott schon mal an. Wenn wir aber unsere Hände im Namen des Herrn ausstreckten, fielen sie hilflos zu Boden. Da wusste die Synagoge des Satans, dass Gott uns liebte. Übrigens, Synagoge des Satans kommt in den Sieben-Cents-Schreiben in welcher Gemeinde vor? In zwei Gemeinden. Einmal in der zweiten Gemeinde und einmal in der sechsten Gemeinde, in der Gemeinde Philadelphia. Ein kleiner Hinweis, dass die Adventisten dort wirklich Philadelphia sind. Die wir einander des anderen Füße waschen und Brüder mit dem heiligen Kuss grüßen konnten. Und sie beteten an zu unseren Füßen.

[43:42] Bald wurden unsere Augen nach Osten gerichtet, wo eine kleine dunkle Wolke erschien, kaum halb so groß wie eines Mannes Hand. Wir alle wussten, dass dies das Zeichen des Menschensohnes sei.

[43:54] Die Vision macht zwei Dinge. Sie zeigt erstens, der 22. Oktober war die Wahrheit. Gleichzeitig warnt sie davor, zu glauben, Jesus sei wirklich wiedergekommen. Es gibt einige Adventisten, die sagen, naja, Jesus, der 22. Oktober ist die Wahrheit und Jesus ist wiedergekommen in unseren Herzen. Nein, nein, nein. Der 22. Oktober ist die Wahrheit, aber Jesus ist noch nicht wiedergekommen. Denn wenn er wiederkommt, wird er buchstäblich wiederkommen. Ihr seht also, wie wichtig diese Vision ist.

[44:17] Wir schauten alle in tiefen Schweigen nach der Wolke, wie sie näher kam und immer heller, strahlender und herrlicher wurde, bis sie eine große weiße Wolke war. Der Grund, der schien wie Feuer über der Wolke, war ein Regenbogen und sie war umgeben mit 10.000 Engeln, die mit lieblicher Stimme sangen: „Auf ihr sah des Menschensohn.“ Sein Haar war weiß und lockig und hing über seine Schultern und über seinem Haupte waren viele Kronen. Seine Füße waren gleich Feuer. In seiner rechten Hand hatte er eine scharfe Sichel, in der linken eine silberne Posaune. Seine Augen waren gleich Feuerflammen, die seine Kinder ganz und gar durchdrangen. Da wurden alle Angesichter bleich und diejenigen, die Gott verworfen hatten, umfingen Dunkelheit. Da riefen wir alle: „Wer kann bestehen? Ist mein Kleid fleckenlos?“ Dann hörten die Engel auf zu singen und eine Zeit lang herrscht eine schreckliche Stille. Als Jesus rief: „Die reinen Herzen und Hände haben. Werden bestehen. Meine Gnade ist hinreichend für euch.“ Da leuchtete unsere Angesichter auf und Freude füllte jedes Herz. Die Engel sangen wieder im höheren Chor, während die Wolke der Erde noch näher kam. Als Jesus in Feuerflammen gehüllt mit der Wolke herabkam, ertönte seine silberne Posaune. Er schaute auf die Gräber der schlafenden Heiligen. Dann erhob er seine Augen und Hände gen Himmel und rief: „Er wachet, er wachet, er wachet, er schlafet in der Erde und steht auf.“

[45:35] Achtung, hierauf geschah ein mächtiges Erdbeben. Die Gräber öffneten sich und die Toten kamen heraus bekleidet mit. Und Sterblichkeit auch wiederum ganz nebenbei der Beweis dafür, dass das Thema der Sterblichkeit der Seele die Wahrheit ist. Ohne dass es thematisiert ist, gibt das Sicherheit. Das, was Doris gesagt hat, ist die Wahrheit. Als die 144.000 ihre Freunde erkannten, die der Tod von ihnen genommen hatte, riefen sie: „Halleluja!“ Und in demselben Augenblick waren wir verwandelt und wurden samt ihnen aufgenommen. Dem Herrn entgegen in der Luft. Wir alle wurden von der Wolke umholt und wurden sieben Tage aufwärts getragen zu dem gläserne Meer, wo Jesus die Kronen brachte und sie mit eigener Hand auf unsere Häupte setzte. Er gab uns goldene Harfen und Siegespalmen. Die 144.000 standen in einem Viereck an dem gläserne Meer. Manche von ihnen hatten sehr herrliche Kronen, andere nicht so herrlich. Manche Kronen erschienen mit Sternen beladen, deren andere nur einige hatten. Aber alle waren vollkommen zufrieden mit ihren Kronen. Sie waren alle von den Schultern bis zu den Füßen mit einem glänzenden weißen Mantel bekleidet. Engel umgaben uns, als wir das gläserne Meer nach dem Tore der Stadt gingen. Jesus erhob seinen mächtigen, herrlichen Arm, ergriff das Perlentor, schwang es in dem glänzenden Angel zurück und sagte zu uns: „Ihr habt eure Kleider in meinem Blut gewaschen. Habt festgestanden, für meine Wahrheit tretet ein.“ Wir traten allein und fühlten, dass wir ein Recht in der Stadt hatten.

[47:01] Hier sahen wir den Baum des Lebens und den Thron Gottes. Von dem Thron ging ein klarer Wasserstrom aus und auf beiden Seiten des Stromes stand der Baum des Lebens. An jeder Seite des Stromes war ein Stamm des Baumes. Beide von reinem scheinenden Gold. Schon mal reines einen Goldbaum gesehen? Zuerst dachte ich, ich sehe zwei Bäume. Ich schaute dann nochmals hin und sah, dass sie an der Spitze in einem Baum vereinigt waren. So steht der Baum des Lebens an jeder Seite des Stromes des Lebens.

[47:27] Jetzt kommt für mich der schönste Teil. Seine Zweige neigen sich nach der Stelle, wo wir standen. Die Früchte waren herrlich. Sie sahen aus wie Gold gemischt mit Silber. Wir alle gingen unter dem Baum und setzten uns nieder, um die Herrlichkeit des Platzes zu schauen.

[47:40] Als die Brüder Fitsch und Stockmann das Evangelium vom Reich gepredigt hatten. Sie sieht in der Vision Charles Fitsch, sie sieht in der Vision Levi Stockman aus Portland. Und ich glaube, die beiden werden besonders erwähnt, weil die für sie und die Adventisten in Portland von so großer Wichtigkeit waren. Und daher bin ich mir sicher, wir werden von den Adventistenführern auf jeden Fall Fitsch und Stockmann sehen.

[48:12] Als die Brüder Fitsch und Stockmann das Evangelium vom Reich gepredigt hatten und die Gott vorher in das Grab gelegt hatte, um sie zu erretten. Wir hören die Geschichte von Fitsch, der acht Tage vor dem 22. Oktober gestorben ist. Wir denken manchmal: „Oh, wie traurig.“ Trauriger ist die Geschichte, die dann später mit den anderen passiert ist. Ich glaube, Fitsch wird einmal im Himmel seinem Jesus um den Hals fallen und sagen: „Danke, dass ich gestorben bin, dass ich nicht in die Versuchung gekommen bin, das Ganze aufzugeben.“ Auch von uns werden einiges vielleicht vorher ins Grab gelegt werden, um gerettet zu werden.

[48:45] Sie fragten uns, was wir erlebt hätten, während wir schliefen. Wir versuchten, unsere größten Schwierigkeiten zu erzählen, aber sie sahen im Vergleich zu der uns umgebenden Herrlichkeit so klein aus, dass wir nicht darüber sprechen konnten. Und wir riefen nur alle: „Halleluja!“ Der Himmel ist leicht genug zu erlangen. Im Englischen: Heaven is cheap enough, billig genug. Wir rührten unsere goldenen Harfen, dass die Gewölbe des Himmels erklangen.

[49:11] Das war die erste Vision. Aber plötzlich, als Ellen weiter aus der Vision kommt, wird ihr deutlich, dass das, was sie gesehen hat, nicht mit dem übereinstimmt, was ihre eigenen Schwestern und Brüder in Portland glauben. Die glauben nämlich, der 22. Oktober, der Mitternachtsruf, hat keine Bedeutung. Sie weiß, dass am selben Abend ein Treffen im Haus ihrer Familie stattfindet, der Familie Harmon. Und da sollte sie eigentlich auch anwesend sein. Und das wäre die Gelegenheit, das zu erzählen. Was macht sie? Sie nimmt sich den nächsten besten Schlitten und fährt vier Meilen an einen anderen Ort, um ja nicht da zu sein. Ähnelt einem fast ein bisschen Jona, nicht wahr? Um es bloß nicht erzählen zu müssen. Sie hat solche Angst.

[49:50] Dort an diesem anderen Ort, bei einer Freundin, trifft sie, wie es der Zufall so will, den Adventisten-Prediger von Portland, Joseph Turner, der sie fragt: „Hey, was machst du hier?“ Und sie hat gar keine Lust zu sprechen. Sie rennt die Treppe hoch und schließt die Tür hinter sich zu. Einige Zeit später kommt der Turner und sagt: „Hey, was ist denn los?“ Und sie möchte nicht mit ihm darüber reden, weil sie nicht ahnt, dass Turner selbst wenige Tage zuvor zur Überzeugung gekommen ist, dass der 22. Oktober 1844 doch eine Bedeutung hat. Sie denkt, wenn sie ihm das jetzt erzählt, hält er sich für verrückt. Und sie lässt sich nicht darauf ein, redet nicht und Turner sagt: „Okay, kein Problem, ich muss zu dem Treffen, zieht ab.“ Und sie kämpft mit sich. Und beinahe hätte Gott wahrscheinlich noch jemanden finden müssen. Aber dann, gegen späten Nachmittag am frühen Abend, entscheidet sie sich: „Okay, ich gehe zurück, bei der nächstbesten Gelegenheit erzähle ich den Traum.“ Sie fährt zurück mit dem Schlitten, kommt abends noch an, aber das Treffen ist schon vorbei.

[50:58] Einige Tage später gibt es wieder ein Treffen und sie erzählt den Traum. Und zu ihrer eigenen Überraschung sind alle dort in der Gruppe überzeugt, es sind so ungefähr 50 bis 60 anwesend, dass es von Gott ist. So weit, so gut.

[51:14] Himes reist in der gleichen Zeit durch die USA und versucht, die Gläubigen überall zu ermutigen. Hier zum Beispiel in Waterbury in Vermont gibt es eine erste Konferenz nach der großen Enttäuschung wieder. Und am 21. Dezember, kurz vor Jahresschluss, gibt der Western-Midnight-Krei einige interessante Ideen heraus zum Nachdenken. Miller hat zum Beispiel geschrieben, dass der Tod Jesu am Kreuz nur der Vorbereitungsschritt für einen Versöhnungsdienst im Himmel ist. Jemand schreibt sogar, dass die Zahl 666 die Zahl der protestantischen Kirchen Amerikas ist. Das passt zu dem Zeitpunkt, pi mal Daumen, es gibt ungefähr 640 Kirchen. Und genau wie viel sind es, weiß keiner. Also sagt er, naja, vielleicht ist das ja die Zahl. Also die Idee, dass die protestantischen Kirchen abgefallen sind, nimmt sie ja an, nimmt sie ja Gestalt an. Und dann wird die Idee zum ersten Mal formuliert, so richtig, dass Elia ein Typus auf der Weltbewegung ist. Mit anderen Worten, wir sind der moderne Elia.

[52:08] Eine Woche nach ihrer ersten Vision hat sie, Ellen Harmon, eine zweite Vision. Das heißt hier: „Eine Woche später gab mir der Herr ein anderes Gesicht und zeigte mir die was? Die Schwierigkeiten, die mich erwarteten. Dass ich gehen sollte und anderen berichten sollte, was er mir offenbart hat.“ Also nicht nur einmal im eigenen Heim in Portland erzählen, was du gesehen hast, sondern an andere Orte reisen. Als reisende Prophetin sozusagen zu wirken. Eine 17-jährige an Tuberkulose erkrankte, fast tote junge Frau. Im Winter von Maine, wo es also gut und gerne minus 30, minus 40 Grad hat. Ich glaube, niemand von uns hätte ihr den Auftrag gegeben, oder?

[52:50] „Dass ich gehen sollte, anderen berichten sollte, was er mir offenbart hat. Dass ich große Opposition zu erwarten habe und viel Pein zu erleiden habe.“ Der Engel sagte: „Die Gnade Gottes ist ausreichend für dich. Er wird dich erhalten.“ Und als sie das hört, ist sie fertig. Sie betet Tag und Nacht. Herr, nimm diese Aufgabe von mir. Ich möchte das nicht tun. Tag und Nacht. Sie bittet und bittet, aber immer hat sie diese Stimme: „Mach anderen bekannt, was ich dir offenbart habe.“ Es schien mir unmöglich, dieses Werk zu tun. Es zu versuchen, schien sicheres Versagen zu bedeuten. Die Schwierigkeiten, die damit verbunden waren, schienen größer, als ich es ertragen konnte. Wie konnte ich, ein Kind, von Ort zu Ort gehen, um den Menschen Gottes heilige Wahrheiten zu entfalten? Mein Herz schreckte vor diesem Gedanken zurück. Sie wollte nichts.

[53:48] Am 28. und 29. Dezember treffen sich in Lohemden einige Führer der Adventisten, darunter Miller und Himes, und diskutieren die Frage: Was ist passiert, wie soll es weitergehen? Und sie kommen nur zu einem Schluss: Das Datum war falsch. Wir haben uns geirrt in der Chronologie. Und es wird bald die Wiederkunft stattfinden. Was sie nicht wissen, und was auch Ellen Harmon nicht weiß, währenddessen ist dieser junge Mann hier, Hiram Edson, könnte ich einen nennen, mit einer kleinen Gruppe von anderen Männern, unabhängig von allen anderen, beschäftigt, dieses Thema zu studieren, diese Idee, die sie haben, dass Jesus ins Allerheiligste gegangen ist am 22. Oktober. Er und ein gewisser Kroscher und ein Dr. Hahn studieren gemeinsam, viele Wochen, hin und her, alle Bibelverse, diese Idee, dass dort am 22. Oktober wirklich etwas passiert ist. Während die Milleriten Führer auf dem falschen Pferde sind und Ellen weit nur eine Vision bekommt, wird die Frage, was wirklich passiert ist, von einigen unbekannten Adventisten mit der Bibel studiert.

[54:43] Letzte Folie, 30. Dezember. Noch wiederum andere. Enoch Jacobs erwähnt, dass einige davon ausgehen, dass es vor der Wiederkunft ein Gericht geben muss. Also gibt es genügend Hinweise, genügend Puzzleteile Ende 1844, um das Puzzle richtig zusammenzubauen. Die Frage ist nur, wird es in den nächsten Wochen und Monaten, wird es richtig zusammengebaut werden, damit 50.000 Adventisten die letzte Botschaft an die Welt bringen können, Jesus bald wiederkommen kann? Wir befinden uns am Scheideweg. Nächste Woche mehr darüber. Wie ist es weitergegangen? Was ist aus diesen Ideen geworden? Hat Ellen Harmon den Ruf endgültig angenommen? Oder sind sie doch abgelehnt? Wir haben nichts zu befürchten, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Fünf Minuten Pause und dann geht es mit dem Offenbarungsseminar los. Amen.


Lizenz

Copyright ©2014 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.