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In dieser Folge der Serie „Die Zeit des Endes“ tauchen wir in das turbulente Jahr 1848 ein, das als „Sturm der Zeit“ bezeichnet wird. Wir beleuchten die politischen Umwälzungen in Europa, von Revolutionen in Frankreich und Deutschland bis hin zu Kriegen und dem Aufkommen des Kommunismus. Gleichzeitig wird die religiöse Landschaft durch die Sabbat-Diskussionen und die Gründung der Sabbat-Adventisten geprägt. Die Folge thematisiert auch die persönlichen Herausforderungen von James und Ellen White und die spirituellen Entwicklungen, die das Fundament für die spätere Adventgemeinde legten.


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Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu unserer Serie "Die Zeit des Endes". Eine neue Folge steht heute auf dem Plan und ich freue mich, dass ihr heute hergekommen seid und dass ihr jetzt auch live zuschaut oder dann später euch die Aufnahme auf joelmedia.de anschauen werdet.

[0:17] Wir haben in den letzten Monaten uns mit etlichen Ereignissen der Adventgeschichte beschäftigt und wir haben jetzt mittlerweile 50 Jahre hinter uns gebracht. Ein halbes Jahrhundert von 1798 bis 1847 und heute starten wir das 51. Jahr. Was haben wir nicht alles schon in diesem halben Jahrhundert erlebt und wir werden sehen, es kommen noch einige äußerst spannende Dinge auf uns zu.

[0:45] Wir möchten wie jeden Abend beginnen mit einem Gebet und dann hineintauchen in das Studium. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen für den Tag, den du uns heute geschenkt hast. Habt Dank, dass du uns geführt und geleitet hast und wir möchten dich bitten, dass du uns jetzt deine Weisheit schenkst, wenn wir zurückschauen in die Geschichte, um zu sehen, wie deine Gemeinde, deine Endzeitgemeinde entstanden ist und sich geformt hat und ihren Auftrag und ihre Mission begriffen hat, damit wir unsere eigene Identität besser kennenlernen. Ich möchte dich bitten, dass du alle störende Elemente fernhältst und dass du uns genau zeigst, was wir für unsere Situation heute dieser Zeit lernen dürfen. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.

[1:30] Unser Thema heute ist "Die Übrigen im Sturm der Zeit". Ein halbes Jahrhundert ist vorbei, seit die Französische Revolution mit dem Sturz des Papstes diese ganze Zeit des Endes initiiert hat und wir haben alles gesehen. Brauchst du nicht alles zusammenzufassen. Wir haben das letzte Mal aufgehört am Ende des Jahres 1847 und starten heute in das Jahr 1848. Und dieses Jahr ist nicht nur in der Adventgeschichte, in die Geschichte eingegangen. Ein Jahr, das wirklich sehr viel bewegt hat und aus den Augen eines Bibellesers der damaligen Zeit unbedingt einen Wendepunkt dargestellt hat. Aber fangen wir mal vorne an.

[2:12] Das Jahr begann schon äußerst interessant am 6. Januar damit, dass Pius der Neunte in seiner Funktion als Papst eine neue Enzyklika herausgegeben hat mit dem Titel "In Suprema Petri". Und in dieser neuen Enzyklika hatte er etwas gewagt, was seine Vorläufer nicht so getan haben, nämlich andere Kirchen wieder zurückzurufen nach Rom. Zunächst einmal hat man sich hier auf die orthodoxen Kirchen beschränkt und hat sie eingeladen, wieder zurückzukehren zur Mutterkirche. Das ist einer der ersten aktiven Schritte, die das Papsttum nun unternommen hat in Sachen Ökumene. Und wir haben ja schon gelernt, dieser Papst zu der Zeit war ein äußerst gewinnender Papst, ein sehr populärer Papst, der die Menschen auf seine Seite ziehen konnte. Also sehr interessante Parallelen zu heute.

[3:05] Das Jahr ging gleich weiter spannend weiter in Italien. In Palermo in Süditalien brachen Aufstände aus gegen die dortige Regierung und das waren erst nur die ersten Vorbeben einer gewaltigen europaweiten Katastrophe.

[3:24] Vielleicht könnt ihr euch erinnern, dass wir im letzten Mal gesagt haben, dass in der zweiten Hälfte von 1847 es diese Zeitschrift "Bible Advocate" gab, wo die verschiedenen Adventisten, die nicht das Heiligtum angenommen haben, die 1844 unterworfen haben, über den Sabbat diskutiert haben. Und Artikel dafür und dagegen waren, haben wir angeschaut und wir haben auch gesagt, dass James White und Joseph Bates ausgeschlossen waren von dieser Diskussion, weil sie halt immer noch an 1844 festgehalten hatten als kleine letzte Gruppe. Und im 13. Januar kommt so ein weiterer Artikel heraus, wieder von diesem besagten Turner, der damals schon auch Ellen White sehr angegriffen hatte. Und er sagt, der siebte Tag ist seit der Schöpfung der Sonntag. Und interessanterweise sagt er, das haben wir letztes Mal schon kurz gestreift, er sagt, das Gesetz ist zwar abgeschafft, aber nicht der siebte Tag. Der siebte Tag ist immer noch bindend, aber wir müssen den Sonntag halten, weil es war schon immer der siebte Tag. Und ihr erinnert euch vielleicht, er hat das bewiesen mit den drei Tagen und drei Nächten. Und er zeigt sich sehr entrüstet, dass einige den Sabbat zur Testfrage machen und er nennt Bates mit Namen als Helden des Samstags-Sabbats. Und da Turner sehr bekannt ist und recht beliebt ist, fangen jetzt viele, die den Sabbat gehalten haben unter den größeren Gruppen von Adventisten, wieder an den Sonntag zu halten. So sehr, dass sogar in der Gruppe von Joseph Bates, die er dort in seinem eigenen Ort hat, unter den Sabbat-Adventisten dort, einige anfangen, wieder den Sonntag zu halten.

[5:04] Und für Joseph Bates ist das zu viel. Er darf nicht mitdiskutieren. Er wird sogar mit Namen genannt als jemand, der die Irrlehren verkündigt und seine eigenen Leute fangen an diesen Irrlehren zu glauben. Und da er keine Artikel dort schreiben darf, hat er sich überlegt: Mach ich was anderes. Ich habe schon ein paar Bücher geschrieben, kleine Bücher, warum nicht noch ein Buch schreiben? Geld hat er keines gehabt und an dieser Stelle müssen wir noch kurz erwähnen, vielleicht könnt ihr euch erinnern, dass wir diese Geschichte erzählt haben von dem Umstand, dass er kein Geld hatte und dann seine Frau ihn gebeten hat, etwas einzukaufen und dann hat er nur das eingekauft, was nötig war, weil er wirklich kein Geld mehr hatte und dann hat seine Frau das mitbekommen. Und es gibt unterschiedliche Zeugnisse. Manche sagen, das war im Jahre 1847 und manche sagen, das war im Jahre 1848, weil jeweils in 1847 und 1848 hat er ein Buch über den Sabbat geschrieben. Und es sieht nach dem jetzigen Studium sogar aus, dass diese Geschichte sich erst 1848 ereignet hat. Aber wie dem auch sei, schreibt er dieses Buch ohne Geld zu haben, das wird dann wieder im Glauben gedruckt und in diesem Buch mit dem Titel "Meditation of the Seventh Day Sabbath and the Commandments of God", also eine Rechtfertigung des siebten-Tag-Sabbats und der Gebote Gottes, hat er seine persönliche Antwort auf diese Sabbat-Diskussion gegeben.

[6:28] Und nicht nur widerlegt er all die Argumente, die dort gegen den Sabbat gebracht wurden, sondern, so wie Bates ist, direkt und ja nicht gerade diplomatisch, greift er einige der prominenten Sabbat-Gegner direkt an. Denn er weiß, was für ein Schlawiner der Turner gewesen ist, als der sich als Fanatiker betätigt hat, nicht wahr? Und er weiß auch etwas über Weston und Cole und er kann nicht an sich halten, wenn er sieht, dass diese Irrlehrer mit zum Teil zweifelhaftem Charakter einen Großteil der Adventisten mit Irrlehren überzeugen. Dem Turner zum Beispiel wirft er vor in seinem Buch, dass Turner sich mit Mesmerismus beschäftigt hat, also mit Hypnose und dass er manche Frauen hypnotisiert hat und sich dann recht ungebührlich gegen ihn bei ihnen verhalten hat. Und dass Turner einer der Hauptverantwortlichen ist für den Fanatismus, der dann in Maine geherrscht hat 1845, 1846, erinnert euch vielleicht, als wir darüber gesprochen haben, wie Turner sich gegen Ellen White gewandt hat und sie durch ihre Zeugnisse das aufgedeckt hatte. Und Bates' Argument ist jetzt folgendes: Wenn also so jemand, der in den letzten Jahren nachweislich daneben gelegen hat und Leute in die Ruinen getrieben hat, dann sollten wir nicht unbedingt auf ihn vertrauen mit seinen Argumenten jetzt gegen den Sabbat.

[7:47] Außerdem identifiziert er diesen anonymen Barnabas als Jacob Weston, der hat sich ja nie mit Namen geoutet in der Zeitschrift, hatte aber Bates vorgeworfen, sich unmoralisch verhalten zu haben. Und Bates weist das nicht nur zurück, sondern schlägt zurück und sagt, ich weiß, dass Weston finanzielle Machenschaften da hat und Betrug benutzt hat, um Geld von jener Stowe zu bekommen, jener Frau, die für den Sabbat eingetreten ist, um sie dann schlecht zu machen. Und das war natürlich starker Tobak. Da hat er sich ganz schön aus dem Fenster gelegt, aber wie wir sehen werden, nicht ohne Grund. Und dem Cole wirft er vor, dass er, dass der Editor der Zeitschrift gewesen, dass er zensiert hat, bestimmte Argumente für den Sabbat aus der Zeitschrift raus genommen hat, bevor sie abgedruckt worden ist und dass er anonyme Entschuldigungen seiner Zeitschrift duldet.

[8:51] Außerdem hat Bates Argumente gegen den Sabbat untersucht, die wir heute immer wieder hören: Römer 14, Kolosser 2, Galaterbrief, Zweite Korinther 3, bis heute Standardargumente gegen den Sabbat, die er damals schon sehr deutlich und unmissverständlich aufgedeckt hat, warum das alles keine Argumente gegen den Sabbat sind. Und dann, in diesem Buch, hat er auch einen langen Brief an Miller angefügt, den er an Miller geschrieben hat.

[9:17] Miller hatte ja Anfang 1845, kurz nach der Enttäuschung, sich eigentlich mehr auf die Seite derjenigen gestellt, die gesagt haben, es ist etwas 1844 passiert. Hat sich aber dann durch Heims und andere überreden lassen oder wie auch immer sich entschieden, das doch aufzugeben, das Datum. Und jetzt kämpft der Bates nochmal und ringt mit Miller und sagt: Hey, solltest du nicht zurückkehren zu deiner originalen Position, zugunsten der geschlossenen Tür? Aber wir wissen von keiner Antwort von Miller diesbezüglich.

[9:53] Naja, und dann hat er auch noch ein paar Seiten geschrieben über praktische Sabbateiligung. Was nützt es, wenn man weiß, dass der Sabbat der richtige Tag ist, wenn man nicht weiß, wie man ihn halten soll? Und vor allem war das auch die Frage der Uhrzeit. Wann fängt der Sabbat an? Und Bates war sehr pragmatisch, hat gesagt: Ganz einfach, immer um 18 Uhr, weil 18 Uhr das der Äquator nicht war und als Seemann wusste er das ganz genau und gesagt, wir machen es immer um 18 Uhr. Und von dem Zeitpunkt an haben tatsächlich unsere Pioniere den Sabbat immer von 18 Uhr bis 18 Uhr gehalten. Egal ob im Winter, im Sommer oder wie auch immer. Und das war, weil Bates war der, der am meisten mit dem Sabbat studiert hat und seine Meinung war am überzeugendsten erstmal und so hat man das gemacht, von 18 Uhr bis 18 Uhr.

[10:33] Außerdem hat er noch ein bisschen über seinen Vers 4 im achten Kapitel gesprochen, gezeigt, dass 1844 die Erfüllung dieser Prophezeiung war und dass alle, die das dann irgendwie auf 1845, 1846, 1847 ziehen wollten, alle daneben lagen und falsch liegen. Und dann, Schluss des Buches, widmet er sich den 144.000, bei denen wir auch gerade im Offenbarungsstudium sind, und er studiert sie und legt diese neue Idee vor, die bisher noch keiner richtig so gefasst hat, dass die 144.000 eine besondere Gruppe von Gläubigen sein müssen, direkt vor der Wiederkunft. Da ist irgendwas Besonderes an diesen 144.000 und er möchte natürlich mit den restlichen Gläubigen Teil dieser Gruppe sein.

[11:22] Es ist interessant, es gibt noch um 1848 immer mal wieder Adventisten, die nicht zu dem Kreis von Bates und White gehören, die noch durchaus offen für Ellen White sind. Einer von ihnen ist Eli Curtis. Er bezeichnet am 20. Januar 1848 Ellen Whites Vision über das Heiligtum als eine göttliche Offenbarung. Er ist an manchen Punkten sehr kritisch, manche Sachen glaubt er nicht und hält sie auch für Unfug, aber hier sagt er, diese Vision, das muss die Wahrheit sein.

[11:52] Nun, am 24. Januar wird ein Fund gemacht, der in Kürze die Vereinigten Staaten von Amerika immer verändern soll. Nämlich in Kalifornien wird Gold gefunden. Just zu diesem Zeitpunkt, wo unsere Pioniere, klein und unbedeutend wie sie waren, die Wahrheit so langsam zusammengesammelt hatten, wird das Gold gefunden und wir werden in der nächsten Folge sehen, was das für Auswirkungen hatte auf die Gesellschaft in Amerika. Sehr interessant.

[12:25] Dann, Ende Januar wird berichtet, dass William Miller eine große Verschlechterung seines Sehvermögens hat. Er kann ab diesem Zeitpunkt nicht mehr alleine lesen und das war für ihn eine große Katastrophe, denn ihr wisst, sein ganzes Leben lang hat er geliebt zu lesen. Schon als kleines Kind hat er Bücher gelesen und hat seine Bibel gelesen, immer und immer und jetzt kann er nicht mehr lesen. Er ist schon sehr alt geworden, 65 Jahre alt mittlerweile und das war natürlich für ihn sehr, sehr schmerzhaft.

[12:59] Am 2. Februar ist der sogenannte Vertrag von Guadalupe Hidalgo unterschrieben worden, der dieses ganze Gebiet hier, das vormals zu Mexiko gehört hat, jetzt den USA übertritt. Die Amerikaner haben den Krieg gegen Mexiko gewonnen und Mexiko muss ein Drittel seines Landvermögens, seines Territoriums abtreten, unter anderem das, was heute Kalifornien und Arizona und all diese Staaten sind. Dadurch sehen die USA jetzt plötzlich so aus. Zum ersten Mal gibt es ein durchgehendes Staatsgebiet von Osten bis nach Westen. Das meiste hier ist noch unorganisiertes Territorium, da leben die Indianer, aber die ersten Siedler sind hier schon und ein paar Mormonen haben sich hier angesiedelt und Texas ist dadurch auch viel größer geworden.

[13:55] Zurück nach Europa, wo es in der Bevölkerung brodelt wie nie zuvor. Als der Bayerische König die Universität in München schließen lässt, brechen Proteste in München aus und schon bald muss der König um seinen Thron bangen. Eine sehr schöne Nachricht aus dieser Zeit: Der König von Piemont-Sardinien, Albert hieß er, hat am 17. Februar die Waldenser mit der Gleichstellung beglückt. Die waren ja über Jahrhunderte unterdrückt, verboten oder zumindest nur toleriert. Am 17. Februar 1848 werden sie gleichgestellt und eine jahrhundertelange Verfolgung hört nun endlich auch ganz juristisch auf. Leider haben zu diesem Zeitpunkt die Waldenser von ihrem protestantischen Erbe fast nichts mehr behalten, aber zumindest in der Hinsicht kann man sich mit ihnen freuen.

[14:57] Und dann kam der 21. Februar 1848 und der war wie ein Funke, der ein Feuer angezündet hat in dieser Welt. Zunächst einmal kam an jenem Tag dieses Buch heraus, das "Manifest der Kommunistischen Partei" mit dem berühmten Logo, ich weiß nicht, ob man es lesen kann: "Proletarier aller Länder, vereinigt euch!" Hier haben wir eine Handschrift von dem Manuskript und es wurde gleich in verschiedene Sprachen gesetzt, hier in Schwedisch, eine Speerspitze der Revolution.

[15:30] Und am selben Tag noch, jetzt unabhängig von diesem Manifest, bricht in Frankreich erneut die Revolution aus. Wir hatten die französische Revolution 1789, wir hatten dann 1830 eine Revolution und jetzt 1848, nachdem es jahrelang ruhig in Europa gewesen ist, brechen die Straßenkämpfe wieder aus. Einen Tag zuvor hatte noch der französische König gesagt zu seinen Bediensteten: "Ich sitze so fest wie nie zuvor auf meinem Thron." Am nächsten Tag waren die Massen auf den Straßen. Einige sagen, es gibt Historiker, die gesagt haben später, die Franzosen haben es nicht ausgehalten, dass es so jahrelang so ruhig war. Und während all die Abenteurer in Großbritannien nach Indien gehen konnten und nach Afrika, hatten die Franzosen nirgendwo hingehen wollen, jetzt haben sie Revolution gemacht. Naja, das ist vielleicht ein bisschen übertrieben, aber jedenfalls sind diese Tage ein Schock für Europa.

[16:26] Der König wird abgesetzt und flieht. Am 24. Februar eine zweite Republik wird ausgerufen und wie gesagt, der König muss fliehen. Diesmal wird man ihn gar nicht erhängen, sondern die Karikatur sagt: "Wir schicken dich nach England, da kannst du da erhängt werden." Nicht mehr so wie in der französischen Revolution. Aber das Besondere diesmal ist, die Revolution bleibt nicht in Frankreich, sondern sie springt auf andere Staaten über. Zum Beispiel auf viele deutsche Staaten wie hier in Baden. Das Volk fordert am 27. Februar Aufhebung der Pressezensur, ein deutscher Nationalstaat und viele andere Dinge. Aufhebung des stehenden Heeres. Einer der Revolutionäre ist dieser Herr Struwe hier in Baden und das führt zu der berühmten März-Revolution oder den berühmten März-Revolutionen, die Deutschland für immer verändert haben.

[17:21] Derweil in Amerika geht man auf das neue Buch von Bates ein. Cole schreibt im "Bible Advocate", das ist reine Verleumdung und was er schreibt über Turner und Weston, das ist alles großer Unsinn. Der Bates ist der Verleumder, nicht die anderen.

[17:44] O. L. Crochet, der ehemals Teil der Gruppe von Bates und White war und sich dann distanziert hat, nähert sich jetzt den anderen Adventisten an, denen, die 1844 aufgegeben haben und sagt, er habe sich distanziert von diesen komischen Ansichten von der geschlossenen Tür und von 1844 und von dem Sabbat.

[18:03] Von Miller hört man, dass es ihm zwar gesundheitlich ganz gut geht dieser Tage, aber er kann halt, wie gesagt, nicht mehr lesen. Er kann zwar noch Personen unterscheiden, aber keinen Buchstaben mehr lesen. Und Bates bekommt jetzt den ganzen Zorn zu spüren. Turner schreibt ihm, dass wenn er nicht innerhalb von drei Wochen seine Anschuldigung zurücknimmt, wird er ihn vor Gericht stellen. Also jetzt geht das richtig aufeinander. Von Geschwisterliebe ist hier nicht mehr viel zu sehen. Aber wir werden feststellen, wer am Ende recht hatte mit seinen Behauptungen.

[18:36] Derweil bricht in Europa alles zusammen, was über Jahrzehnte zusammengehalten hat. Fürst Metternich, der berühmte Staatsmann Österreichs, der über Jahrzehnte das ganze europäische Staatengebilde zusammengehalten hat, muss aus Wien am 13. März fliehen. Alt und hoch betagt, wie er ist. Zwei Tage später bricht in Ungarn die Revolution aus. Hier mit dem Führer Kossuth. Und auch das war noch nicht das Ende.

[19:08] Das Ende allerdings war gekommen für die Sabbat-Diskussion im "Bible Advocate", denn Turner wird jetzt zum Editor des Magazins ernannt und er beendet alle Diskussionen über den Sabbat. Das heißt, das letzte Magazin, das noch von Adventisten herausgegeben wird, das sich dem Sabbat geöffnet hat, tut das nicht mehr. Und die Artikel von Cook, der bis dahin noch für den Sabbat geschrieben hat, werden nicht mehr abgedruckt. Auch damit ist diese Debatte abgeschlossen. Und das bedeutet, wenn sich jemand wirklich für den Sabbat noch interessiert und an die Wiederkunft glaubt, hat er eigentlich nur noch eine Chance. Er muss sich mit James White und Joseph Bates auseinandersetzen, weil die sind die einzigen, die das noch vertreten. Alle anderen verschließen sich vor dieser Diskussion.

[19:54] 18. Februar. In Berlin bricht die Revolution aus. Straßenkämpfe. Die Kavallerie geht gegen die eigenen Bürger vor. Es gibt Tote, Barrikaden, Straßenschlachten und die ganze Welt schaut mit Schaudern auf das, was da passiert. Und die Amerikaner, und zwar alle Adventisten, sowohl die den Sabbat als auch den Sonntag halten, sagen: Moment mal, könnte es sein, dass jetzt plötzlich, nach den vielen Jahren der Ruhe, wo wir uns intern zerstritten haben, nicht wahr, jeder gegen jeden, dass plötzlich das Ende der Welt gekommen ist.

[20:24] In Bayern muss der König abdanken zugunsten seines Sohnes. In Venedig bricht die Revolution aus und es wird die Republik des Heiligen Markus ausgerufen. Und in Mailand gibt es Straßenkämpfe und Barrikaden. Überall in Europa, zeitgleich, bricht alles zusammen. Sogar in Schleswig-Holstein erhebt man sich gegen die dänische Regierung und es kommt zum deutsch-dänischen Krieg. Überall Blutvergießen, Revolution und politische Destabilisierung. Und viele Politiker der Zeit glauben, dass alles wird unweigerlich zu einem großen europäischen Krieg führen. Bei der französischen Revolution, da war nur eine Nation betroffen von der Revolution, hat es auch jahrelang fast einen europaweiten Krieg gegeben, nicht wahr. Und so ist es nicht abwegig zu glauben, dass das, was hier passiert ist, die Initialzündung hätte sein können für die Einhaltung der letzten Ereignisse.

[21:32] In Frankfurt, Ende des Monats, Ende Februar, zieht dann das Vorparlament ein. Man möchte jetzt ein gesamtdeutsches Parlament errichten und dort in der Paulskirche soll das stattfinden. Und dann gibt es noch etwas. Der Satan zieht in diesen Wochen alle Register, die er hat.

[21:50] In der Nacht zum 31. März, in einem kleinen Dorf in Hydesville, kann eine Familie namens Fox mal wieder nicht schlafen. Warum? Es gibt so merkwürdige Geräusche. Das hat die letzten Nächte schon mehrmals stattgefunden. Und hier haben wir sogar ein Bild noch von den Überresten des Hauses. Die werden heute noch als archäologische Besonderheit aufbewahrt. Und es klopft immer wieder und es macht und so. Und dann hat eine der Jugendlichen die Idee und sagt: Naja, vielleicht müssen wir mal eine Frage stellen. Und sie fängt an zu klopfen und das, was auch immer das ist, klopft zurück. Und dann sagt sie: "Mr. Splitfoot", also du, das ist so ein Kosename für den Teufel, der mit den gespaltenen Hufen, nicht wahr? "Wie alt bin ich?" Und sie stellt Fragen, die mit Zahlen zu tun haben und das klopft immer die richtige Anzahl. Und diese Nacht zum 31. März 1848 gilt als die Geburtsstunde des Spiritismus.

[23:14] Es war nicht das erste Mal, dass man entdeckt hat, dass wenn solche Klopfzeichen geschehen, dass man diesen Klopfzeichen korrespondieren kann. Aber diese Mädels treiben es weiter. Sie stellen alle möglichen Fragen und fangen an, das zu publizieren. Die Zeitungen greifen das auf als Sensationsgeschichte. Und was besonders interessant ist, dass am nächsten Morgen Mr. Davis, der damals 22 Jahre alt war und der als der Vorreiter des Spiritismus galt, der von Trancen gesprochen hat, der sich Bücher diktieren hat lassen von der Geisterwelt, dass der von diesem Ereignis wusste, ohne dass er davon gehört hatte. Er hat am 1. April, das ist kein April-Scherz, von diesem Ereignis in Hydesville berichtet, obwohl er viele Meilen entfernt gewohnt hat. Der Satan hat buchstäblich hier alle Register gezogen. Und innerhalb kürzester Zeit wird dieser Spiritismus superpopulär.

[24:09] Wir haben also im Jahr 1848 einen Papst, der zur Einheit aufruft. Wir haben politische Destabilisierung, Revolution, die den ganzen Kontinent Europa in Flammen setzen. Wir haben im Jahr davor schon große Naturkatastrophen gehabt, Hungerskatastrophen. Und wir haben den modernen Spiritismus, der plötzlich superpopulär wird. Der Satan hat alle Register gezogen. Und wenn 1848 immer noch 50.000 Adventisten zusammengestanden hätten, wie 1844, und jetzt den Sabbat gemeinsam entdeckt hätten, das Heiligtum gemeinsam entdeckt hätten, mit all dem, mit der Erfahrung der Miller-Bewegung, sie hätten noch in der Generation das Werk zum Abschluss gebracht. Der Papst hätte die Kirchen vereinigt, die Welt wäre im Krieg zugrunde gegangen und die Dämonen hätten das alles zusammengehalten. Es hätte passieren können. Denn Jesus war im Allerheiligsten. Und Jesus wies auf die zehn Gebote als der Maßstab jetzt in diese Endzeit. Aber statt 50.000 waren es nur noch 50. Und sie waren verstreut und sie haben nicht mal sich treffen können.

[25:22] Wir haben über gesprochen über James White und Ellen White, die hier in Topsham gewohnt haben bei Freunden und die verzweifelt waren, weil sie so arm waren, dass sie sich kaum das Geld leihen konnten. James White, der früher in einer benachbarten Stadt Hunderte Menschen versammelt hat zu predigen, der muss jetzt mit seiner Axt durch das Dorf gehen und keiner grüßt ihn, keiner schenkt ihm was und muss sich das Geld erarbeiten für ein bisschen Milch für seine junge Frau und sein Baby, vier Monate lang immer noch, von Januar bis April.

[25:56] Und dann bekommt Ellen White Anfang 1848 eine Vision und ihr wird gezeigt, warum sie solche Schwierigkeiten hatten. Sie sagt: "Mir wurde gezeigt, dass der Herr uns zu unserem Besten geprüft hat und um uns darauf vorzubereiten für andere zu wirken, dass er unser Nest aufgewühlt hat, damit wir uns nicht in Bequemlichkeit niederlassen und dass unsere Aufgabe daran bestand, für Menschen zu wirken, dass, wenn es uns gut gegangen wäre, unser Heim so angenehm gewesen wäre, dass wir nicht bereit gewesen wären, es zu verlassen, um zu reisen." Interessant, oder? Gott hat bewusst solche Schwierigkeiten, solche Armut zugelassen, weil er wusste, wenn er sie reich gesegnet hätte, wären wahrscheinlich James White und Ellen White nicht mehr reisebereit gewesen. Sie hätten gedacht, wir haben ein kleines Kind, jetzt müssen wir erstmal an uns denken, jetzt bleiben wir mal hier. Sehr interessant. Und dass wir gelitten haben, um uns auf noch größere Konflikte vorzubereiten, die uns auf unseren Reisen erwarten würden. Also wenn Gott uns Schwierigkeiten sendet, wenn er Probleme sendet, denn wir manchmal nicht ein noch auslösen, so wie Ellen White, wie wir das letzte Mal gesehen haben, dann nur, weil er einen Plan mit uns hat und er sieht keinen anderen Weg, um uns darauf vorzubereiten, als dadurch.

[27:12] Das Ganze bekommt eine sehr dramatische Note, als ihr kleiner Sohn Henry, das kleine Baby, schwer krank wird, schweres Fieber bekommt und nicht mehr lange zu leben scheint. Naja, sie beten sehr intensiv und irgendwann fällt es ihnen wie Schuppen von den Augen: Könnte es sein, dass wir uns zu sehr auf unser kleines Kind fokussiert haben, nur noch unser kleines Baby im Auge gehabt haben und die Aufgaben für den Herrn etwas vernachlässigt haben? Gott hat uns diesen Sohn geschenkt, aber wenn wir unseren Sohn über den Herrn stellen, dann kann der Herr ihn auch wieder wegnehmen. Und so beten sie um Vergebung, beten darum, dass sie sich erneut ganz dem Herrn widmen für das Werk. Und das heißt, dann: "Licht vom Himmel brach durch die Wolken und schien erneut auf uns. Die Hoffnung lebte auf. Unsere Gebete waren gnädig beantwortet worden." Ab dem Moment, wo sie diese Entscheidung fällen, sagt sie, ging es dem Kleinen besser. Es wurde gesund geworden. Sehr, sehr interessant.

[28:18] Derweil hebt der Bundestag die Karlsbader Beschlüsse auf, versucht den Protestanten, äh nicht den Protestierenden, den Demonstranten, den Demonstranten etwas entgegen zu kommen. Und Joseph Bates schreibt an Hastings, einen der anderen Sabbat-Adventisten aus der Gruppe, dass er mittlerweile feste Beweise dafür hat, dass wirklich Weston ein Betrüger ist und sich an der Story vergangen hat. Also was er dort im Buch schreibt, kann er belegen mit Briefen und das wird noch sehr, sehr interessant werden.

[28:51] Miller hört von den Dingen, die in Europa vor sich gehen und er schreibt, ohne seine eigene Schrift lesen zu können, Folgendes: "Der Stein hat seinen Prozess des Zerbrechens begonnen." Er bezieht sich auf Daniel 2 natürlich. "Und bevor die Regierung der zehn Könige völlig gestürzt sind, wird das Reich Gottes kommen. Die Nachrichten aus Europa beweisen meiner Meinung nach, dass dieses Werk nun begonnen hat und dass die Heiligen jetzt ihre Häupte erheben können, um aufzuschauen. Denn ihre Erlösung naht. Seid guten Mutes. Seid nicht ohne Glauben, sondern glaubt. Wir werden ihn bald sehen, auf den wir mit solchem Verlangen und Geduld gewartet haben." Ich glaube und Frau Lorke, alle Adventisten, egal ob die Sabbat-Adventisten oder die Adventisten, die 1844 aufgegeben haben, alle sehen, dass diese Revolutionen in Europa Erfüllung der Prophetie sind.

[29:40] Und die Whites bekommen bald die Möglichkeit, ihr Versprechen wahrzumachen. Man möchte eine Konferenz einberufen, von all den wenigen der kleinen Herde, die übrig geblieben sind, die ungefähr 50, vielleicht 60 Leute sind. Und dazu müssen sie reisen. Und zwar hier von Topsham über Boston, wo die Familie Nichols wohnt, hin nach Hartford, hier in die Nähe von Hartford, zum kleinen Ort, wo die Konferenz stattfinden soll. Dazu geben sie alles Geld aus, was sie haben. Es reicht aber nicht ganz. Es reicht nur bis Boston. Und sie reisen trotzdem, in der Hoffnung, dass sie dann auf dem Weg noch etwas bekommen werden. Und ohne ihre Not zu schildern, erhalten sie von der befreundeten Familie Nichols Geld, das ausreicht, bis hier hin zu reisen. Sie nehmen übrigens alles mit, was sie haben, denn sie wissen gar nicht, ob sie nochmal zurückkehren sollen. All ihre Geschwindigkeiten in so einer kleinen Box, was sie auf dem Leib tragen. Ganz schön krasse Geschichte.

[30:45] Na ja, sie sind auf dem Weg dorthin, während in Süddeutschland sich die Revolutionäre auf den Weg machen. Hier in Baden angeführt von solchen interessanten Gestalten wie Revolutionär Hecker. Der zieht alle Revolutionäre zusammen und will einen Großmarsch auf Karlsruhe organisieren. Der sogenannte Heckerzug, der allerdings schon im Schwarzwald im Feuer der gegnerischen Armeen zusammenbricht.

[31:14] Und dann, am 20. April, findet die erste Konferenz der Sabbat-Adventisten statt. Später sagt James White, es ist eine der wichtigsten Konferenzen in unserer Adventgeschichte. Ellen White nennt sie die erste Konferenz unserer Gemeinde. Wir haben gesehen, dass die Glaubensüberzeugung, die Fundamente bereits ein, zwei Jahre vorgelegt worden waren. 1845 waren schon die ersten Ideen entstanden. 1846 war das Heiligtum, der Sabbat und der Geist der Weissagung unabhängig voneinander klar definiert worden. 1847 waren diese Dinge verknüpft worden, aber immer noch in Büchern, in Zeitschriften, in Artikeln. Es gab noch keine Gemeinde. Und jetzt bestand die Aufgabe, die wenigen, die an das glaubten, zusammenzubringen an einen Ort. Und das war Rocky Hill. Damals ein Dorf von tausend Leuten. Und James White und Ellen White reisen dorthin zur ersten sogenannten Sabbat-Konferenz, vielleicht habt ihr den Begriff mal gehört, in Rocky Hill. Das sind so die Konferenzen, in der sich unser Glaube so gefestigt hat, unser Fundament. Das Ganze findet in dem Haus von Albert Belden statt. Ein Bruder Chamberlain hat eingeladen und man hat den Ort ganz bewusst gewählt, weil es dort in der Nähe etliche gibt, die durch den "Bible Advocate" durchaus für den Sabbat noch Interesse haben.

[32:32] Am 20. Oktober, ratet mal, wie viele sich versammeln. Was würdet ihr denken? Eine gute Konferenz. Am Donnerstagabend sind es 15 Leute, die dort zusammenkommen. Darunter Bates, sein guter Freund Gurney und die Whites. Unsere Gemeinde hat mit 15 Leuten gestartet, die zusammenkamen und sagten: Okay. Am nächsten Freitag waren es dann schon 50. Die hatten halt einen längeren Weg, ist wie heute. Je näher das Wochenende kommt, desto mehr Leute kommen dann auch. Hat sich irgendwie in den 170 Jahren nicht viel geändert. Naja, und an diesem Freitag ist Bates der Hauptprediger und er predigt über den Sabbat und über die Gebote Gottes in einer Art und Weise, die man nur als vollmächtig beschreiben kann.

[33:13] James White sagt später: "Freitagmorgen kamen die Geschwister an, bis wir zu 50 zählten. Nicht alle waren vollständig in der Wahrheit. Unser Treffen an diesem Tag war sehr interessant. Bruder Bates präsentierte die Gebote in einem klaren Licht und ihre Bedeutung wurde durch kraftvolle Zeugnisse betont. Das Wort bewirkte, dass diejenigen, die bereits in der Wahrheit waren, gefestigt wurden und die nicht völlig Entschlossenen aufgeweckt wurden."

[33:40] Es gab aber auch einen unter ihnen, interessanterweise, der glaubte an Ellen White, der glaubte an 1844, der glaubte aber nicht an den Sabbat. Gab's auch. Und was macht man mit dem? Man gibt ihm die Gelegenheit, seine Position darzustellen. Und zwar am Sabbat, interessanterweise. Und jener Sabbat-Kritiker mit Namen Matthias darf seine Ansichten vortragen. Und was er da vorträgt, ist im Wesentlichen das, was eigentlich auch Leute wie Turner oder Weston sagen. Der Sonntag ist der siebte Tag und so weiter. Das hat keine wirkliche Wirkung. Und Ellen White berichtet dann von ihren Visionen bezüglich des Sabbats. Und dann ist interessant, was der Matthias sagt: "Ich glaube an Ellen White, ich halte ihre Vision, dass sie von Gott sind, aber den Sabbat möchte ich nicht halten." Und bevor die Konferenz vorbei ist, hat er die Konferenz verlassen. Hat sich nicht vom Sabbat überzeugen lassen. Aber ansonsten war die Konferenz ein großer Erfolg, wird später als die erste Konferenz der Sabbat-Adventisten bezeichnet. Und sie führt dazu, dass man sich einigt. Dass eine kleine Gruppe entsteht, die jetzt zumindest zwei Dinge wirklich zusammen haben, nämlich 1844 und den Sabbat. An manchen Punkten ist man sich sonst noch nicht einig, aber plötzlich hat man das Gefühl, dass eine echte Gruppe, eine Gemeinde sozusagen die Übrigen.

[35:03] James White sagt später: "Gott gab seinen Dienern die Wahrheit in einem klaren Licht und sie sprachen mit feierlicher Kraft. Das Hauptthema von Bruder Bates waren die Gebote. Er konnte deutlich darstellen, dass der einzige Eingang zum Leben darin besteht, die Gebote zu halten. Die zu brechen ist sicherer ewiger Tod." Ellen sprach mit ziemlicher Macht über das, was Gott ihr in Visionen bezüglich des Sabbats gezeigt hatte. Also der Bates spricht nicht nur über den Sabbat, sondern die Idee, die sich damals zeigt, die uns bis heute trägt, ist, dass die zehn Gebote eine lebenswichtige Grundlage im Evangelium sind.

[35:39] Er sagt dann: "Unsere Konferenz, die am Montag endete, war äußerst interessant. Und jetzt schaut mal, was er sagt: Ich habe niemals eine bessere Versammlung besucht." Der war dabei bei den großen Campmeetings der Milleriten. Aber irgendetwas muss ganz besonders gewesen sein bei dieser kleinen Sabbat-Konferenz von 150 Leuten. Es gab viele äußerst interessante Dinge, die während der Versammlung stattfanden, aber ich kann sie der Zeit wegen nicht erwähnen. Die lieben Kinder haben sich mit großer Liebe füreinander verabschiedet. Für alle hatte die Versammlung ihre Erwartungen übertroffen. Alle waren gesegnet und alle wollen sowas bald wiederholen.

[36:13] Man muss erstmal ein bisschen Zeit verstreichen lassen, weil alle sind arm, müssen Geld erstmal wieder erarbeiten, damit sie dann zur nächsten Konferenz fahren können. Aber man möchte im Spätsommer irgendwann die nächste Konferenz machen und Hiram Edson, der dieses Heiligtum so sehr vertritt, hat sich schon alle eingeladen.

[36:31] Für James White und Ellen White bedeutet das, sie wissen jetzt gar nicht, was sie tun sollen. Zurück nach Topsham brauchen sie eigentlich nicht, da haben sie keine echte Aufgabe. Und so entscheiden sie sich erstmal da zu bleiben, dort an Rocky Hill und sich dort niederzulassen. Und James White sagt: "Wir haben nichts weiter zu tun, als Gott zu dienen und dorthin zu gehen, wo Gott den Weg für uns öffnet. Ich hoffe, dass ich in der Lage sein werde, meine Pflicht gegenüber Gott und meinen lieben Geschwistern zu erfüllen." Sie haben dann hier und dort lokal ein paar Gläubige besucht und versucht, das ein oder andere zu tun.

[37:02] Derweil scheitert die badische Revolution im Blut der württembergischen Armeen. Und sehr interessant, am 4. Mai bekommt man als Leser des "Bible Advocate" mit, dass Turner ganz stillschweigend seine Position geändert hat. Jetzt sagt er nicht mehr, dass der siebte Tag der Sonntag ist, sondern er sagt einfach, der siebte Tag ist gar nicht mehr wichtig. Und er nennt die verbliebenen Sabbat-Adventisten Irrlichter, so wie Bates und James White, auf die kann man sich nicht verlassen. Naja, er hat wohl gemerkt, dass seine Argumentation mit den drei Tagen und drei Nächten einer biblischen Prüfung nicht standhält. Aber zugegeben hat er es nicht.

[37:48] Und derweil debattiert jetzt die deutsche Nationalversammlung in Frankreich. Als erstes gedammt deutsches Parlament. In Amerika kommt ein neuer Bundesstaat dazu, Wisconsin hier. Der Zug nach West und Norden wird größer. In Italien führt die Revolution zum Unabhängigkeitskrieg gegen Österreich. Und hier in der Schlacht von Goito siegen die Italiener gegen die Österreicher. Plötzlich scheint es so, als ob in ganz Europa die Schlachtfelder wieder eröffnet werden.

[38:20] Und er, Mittenmang, Karl Marx, gründet seine Neue Rheinische Zeitung in Köln, um die Revolution zu fördern und den Kommunismus zu fördern. Ein großes Durcheinander.

[38:32] Und wir haben gesagt, jene Zeit war reif für die Wiederkunft. Politisch war sie reif, von den Naturkatastrophen her war sie reif. Religiös hätte das sehr schnell passieren können. Und wir haben viele zahlreiche Zeugnisse, dass es damals generell unter den Menschen der Welt eine Erwartung der Wiederkunft gab. Unter anderem bei Ihnen hier. Das sind Mitglieder der Molokanen. Haben Sie von den Molokanen gehört? Die Molokanen sind eine christliche Gruppe in Russland, in Kaukasien, Wolga-Gebiet, die sich vor der orthodoxen Kirche Jahrhunderte vor abgespalten haben, die an die Bibel und die Bibel allein glauben. Keine Tradition. Und ein Missionar, der auf sie trifft, erfährt von ihnen, dass sie fest davon ausgehen, dass Jesus bald kommt. Ein anderer Amerikaner berichtet, dass fast alle Seefahrer, die in die Lande so ziehen, an den Küsten immer wieder gefragt werden, ob es Neuigkeiten gibt bezüglich der Wiederkunft Jesu. Und auch wenn wir die Adventbewegung in England so ein bisschen jetzt vernachlässigt haben, weil es dort nie eine echte Struktur gegeben hat, es gibt nach wie vor dort zahlreiche Prophetieausleger, die sich Jahr für Jahr treffen und Prophetie studieren. Die Welt wäre reif gewesen. Jesus hätte bald kommen können. Und das möchte ich, dass wir das alle verstehen. 1848, da war die Endzeit schon mal losgegangen. Es hätte passieren können.

[39:53] Im Juni bricht in Prag, in Tschechien, der Pfingstaufstand aus. Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Derweil in Berlin der Sturm auf das Zeughaus. Die Bevölkerung bewaffnet sich. Und während das geschieht, bricht in Paris eine zweite Revolution aus, denn jetzt spalten sich auch noch die Bürgerlichen von den Arbeitern. Erst waren sie gemeinsam gegen die Adligen vorgegangen. Jetzt spaltet sich die sogenannte Bourgeoisie von den Proletariaten. Der Keil des Kommunismus treibt sich dazwischen. Und die Nationalversammlung hebt sogar den Bundestag auf. Alles ein Riesenchaos.

[40:40] Und die Welt steht mit geöffnetem Mund vor dieser Entwicklung. Wo soll das führen? Nicht wenige vermuten, das führt zu europaweitem, wenn nicht weltweitem Krieg. Und dem totalen Untergang. Und die Bibel hat eine Beschreibung dieser Zeit. Die Bibel sagt, dass nach der sechsten Posaune kommt die siebte Posaune. Und die siebte Posaune beginnt ab 1844. Und eines der ersten Ereignisse in dieser Zeit, in Offenbarung 11, Vers 18 ist: "Die Heidenvölker sind zornig geworden." Und genau das geschieht mit wenigen Jahren Verzögerung, 1848. Und für viele bedeutet das jetzt: Jesus kommt sehr bald wieder. Aber es gibt etwas, was Gottes Volk noch vorher verstehen müsste. Und das ist das Siegel Gottes. Denn wenn der Wind erstmal ganz losbläst, dann müssen doch die Knechte Gottes versiegelt sein, oder? Und so wird dieses Thema vom Siegel Gottes zum vordringlichen Thema.

[41:38] Nächste Woche wollen wir uns anschauen, wie unsere Freunde von James White und Joseph Bates, Ellen White, dieses Thema studiert haben. Und wie sie auf diesen Sabbat-Konferenzen 1848 erstaunliche Wahrheiten entdeckt haben. Jetzt haben wir eine kurze Pause und dann sehen wir uns in 5 Minuten wieder zum Offenbarungsseminar. Und auch dann werden wir die 144.000 etwas genauer unter die Lupe nehmen. Bis dahin Gottes Segen und bis gleich. Amen.


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