In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ tauchen wir in das Jahr 1841 ein und beleuchten die strategischen Planungen der Milleriten. Wir erfahren, wie Josiah Litch die Gläubigen dazu aufrief, eigene Bibelstudiengruppen zu gründen, und wie verschiedene theologische Ansichten über das Millennium existierten. Die Folge zeigt auch die beeindruckende Wirkung von William Millers Vorträgen und die Herausforderungen, denen sich die Bewegung gegenübersah, sowie die Entwicklung neuer Lieder und die Organisation von Konferenzen.
Die Zeit des Endes: 33. Ein erfolgreicher Plan“ (1841 Teil 1)
Christopher Kramp · Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er) ·Themen: AdventgeschichteWeitere Aufnahmen
Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)
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Transkript
[0:00] So, einen wunderschönen guten Abend hier aus Stuttgart, Bad Cannstatt. Schön, dass ihr da seid und schön, dass ihr eingeschaltet habt auf joelmedia.de oder wenn ihr diese Aufnahme später einmal anschaut, zu unserer Serie „Die Zeit des Endes“. Und wir haben heute, wie immer, viel vor, eine ganze Menge. Und es heißt heute: „Ein erfolgreicher Plan 1841, Teil 1“. Wir wollen sehen, wie die Milleriten jetzt angefangen haben, ihren Glauben weiter zu vermitteln. Da können wir eine ganze Menge von lernen, wenn wir Pläne legen und strategisch arbeiten wollen, das Evangelium in die Welt zu bringen. Und damit wir diese Lektion auch lernen, brauchen wir den Heiligen Geist. Und deswegen bitten wir ihn jetzt, dass er bei uns ist. Und ich möchte euch einladen, mit mir gemeinsam zu beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir auch heute Abend die Gelegenheit haben, in unsere eigene Geschichte zurückzuschauen und wertvolle Lektionen zu lernen von Männern und Frauen, die alles gegeben haben, um der Wahrheit zum Triumph zu verhelfen. Und wir möchten dich bitten, dass wir dadurch inspiriert werden, auch das zu tun, was du auf unser Herz legst, die Bürde, die du uns gibst, um Menschen in dieser Zeit auf dein baldiges Kommen vorzubereiten. Sei du bei uns und führe uns durch den Heiligen Geist nach deiner Verheißung. Amen.
[1:17] 1841 begann, wie alle Jahre zuvor, am 1. Januar. Und das Besondere war, es gab jetzt nur noch drei Jahre bis zum Weltuntergang: 1841, 1842 und 1843. Und wenn man das glaubt, dann ist so ein Jahresbeginn was ganz Besonderes. Jedes Mal, wenn wir ein neues Jahr beginnen, dann nehmen wir uns was vor und wollen, dass dieses Jahr besser wird. Aber wenn ein neues Jahr beginnt und man weiß, es ist das Drittletzte der Weltgeschichte, dann ist das besonders feierlich. Und so finden wir am 1. Januar einen besonderen Aufruf, einen Lebensruf von Josiah Litch, hier Leitartikel in den „Signs of the Times“, dem Miller-Papier, dem Milleritischen Papier. Und da richtet er sich an drei Gruppen: Er richtet sich an die Prediger, die „Ministers of Jesus“, die Prediger und Pastoren, dann an die Christen, die „Christian Professors“, und an die Sünder, die Unbekehrten, die „unconverted sinners“. Alle drei haben besondere Aufgaben. Wenn die Welt bald zu Ende ist, dann müssen die Prediger ihre Aufgabe wahrnehmen, die Christen müssen erwachen und die Unbekehrten sollten ihre letzte Chance ergreifen.
[2:43] Und damit das nicht einfach nur durch Predigen geschieht und durch Zeitschriften, wie hier, ist Litch auf eine besondere Idee verfallen, die wir in variierter Form noch heute immer haben. Er kam auf die Idee, man sollte doch alle Adventgläubigen dazu animieren, kleine Bibelstudiengruppen zu Hause oder in ihren Städten zu formen. So quasi Hauskreise, wo man dann gemeinsam zusammenkommt, um die Bibel zu studieren. Und das hat er hier beschrieben. Er liest nicht alles vor. Und dann sagt er auch, es könnte sein, also nimm deine Freunde und deine Nachbarn und andere Gläubige zusammen. Und dann sagt er: „Vielleicht ist es am Anfang ein bisschen schwierig, vielleicht hast du nur zwei oder drei. Aber wenn du weitermachst und wenn du dran bleibst, dann wird es Frucht bringen.“ Und dann sagt er: „Brüder, wer wird ein Vorbild sein und das machen?“ Und das hat sich natürlich dann schnell verbreitet. Und die Wahrheit ist, man erreicht die große Masse der Menschen nicht durch einen oder zwei oder drei Prediger, die durch das Land reisen. Man erreicht sie dann, wenn viele Gläubige in ihrem kleinen Umfeld, im kleinen Kreis das Evangelium weitergeben, in Hauskreisen, durch Bibelstunden, weil dadurch viel mehr Menschen erreicht werden. Meistens schauen wir auf einige wenige, die von Ort zu Ort reisen. Aber die Miller-Bewegung hat dadurch natürlich stark zugenommen, durch diese Idee, Bibelstudienklassen abzuhalten.
[4:12] Ebenfalls im Januar hat dann der berühmte J. L. Comstock, der Gegner von Miller, mal in seiner Zeitschrift, im „Millennial Harbinger“, die drei Haupttheorien zum Millennium zusammengefasst, die zu der Zeit existierten. Und das ist für uns nochmal eine gute Zusammenfassung, dass wir uns richtig im Kopf das klar haben, was es da alles gab. Zu jener Zeit gab es in Amerika drei Haupttheorien: Es war das, was eigentlich die britischen Adventgläubigen geglaubt haben, schon seit Jahrzehnten und was jetzt immer mehr nach Amerika auch reinschwappt, zum Beispiel durch diesen James White, diesen Sabbat-haltenden Adventgläubigen aus Schottland. Die zweite Theorie ist die von William Miller und seinen Milleriten. Und die dritte Theorie, das ist die populäre Theorie, die mittlerweile von den meisten protestantischen Kirchen geglaubt wird.
[5:01] Schauen wir uns die ganz kurz nochmal an. Die Theorie der britischen Adventgläubigen, das ist James White, das sind natürlich auch all die anderen, die wir in den letzten Wochen immer wieder mal betrachtet haben, vor allem ist es auch Joseph Wolf und andere. Sie haben geglaubt, die Juden kehren nach Palästina zurück, sehr bald. Und dann kommt Christus auch sehr bald, vielleicht 1843 oder 1847 oder 1866 oder 1867. Also sie hatten verschiedene Daten. Aber er kommt auf jeden Fall vor dem Millennium. Deswegen waren sie auch Prämillenialisten, sozusagen. Sie kamen vor dem Millennium. Und dann regiert Christus mit den Gläubigen und entweder 1000 Jahre oder vielleicht sogar 365.000 Jahre. Da hat man die 1000 Jahre dann auf ein Jahr-Tag-Prinzip ausgerechnet. Und Jesus regiert buchstäblich in Jerusalem, das war die Theorie. Das hat auch Joseph Wolf geglaubt und all die anderen britischen Adventgläubigen. Und während die Gläubigen mit Jesus regieren in ihrem verherrlichten Zustand, leben die Ungläubigen noch und sind sterblich. Also sehr buchstäblich alles ausgelegt. Und dann kommt erst das Endgericht.
[5:54] Die zweite Theorie, das ist die Miller-Theorie, die kennen wir ganz gut. Israel spielt keine Rolle. Das Weltende kommt 1843. Alle Ungläubigen werden dann sterben. Und das war der Unterschied, warum die Miller-Bewegung so viel mehr Kraft hatte als die britische Adventbewegung. Die britische Adventbewegung hat gesagt, Jesus kommt und er kommt vielleicht direkt nach Jerusalem und dort wird dann die Kirche errettet werden. Aber die Welt geht nicht zu Ende. Das hatte nicht so viel Kraft dahinter, als wenn jemand sagt: „In drei Jahren ist alles vorbei.“ Und das war das, was die Miller-Bewegung so besonders angetrieben hat, das Weltende. Und natürlich kommt Jesus und dann die erste Auferstehung und danach folgt das Millennium auf der neuen Erde. Und dann sind natürlich die Ungläubigen alle tot. Also es gibt nicht Gläubige neben Ungläubigen. Und nach den 1000 Jahren gibt es dann die zweite Auferstehung und das Ende.
[6:53] Und in der populären Theorie, die seit dem 18. Jahrhundert mittlerweile wie so ein Sauerteig sich durch alle christlichen Kirchen verbreitet hat, da heißt es: Das Millennium beginnt bald. Irgendwann jetzt demnächst. Der Heilige Geist wird ausgegossen, die Juden bekehren sich, die Heiden bekehren sich, die Kirche hat Wohlstand, es gibt universellen Frieden, alle sind Christen und das geht dann mindestens 1000 Jahre und dann kommt Jesus wieder. Also das waren die drei Theorien. Wenn man die zusammenfasst, an den zwei Hauptpunkten kann man sich das gut merken: Die These Millennium vor der Wiederkunft, da sagen die Briten nein, Miller sagt auch nein, aber die meisten Christen sagen ja. Kehren die Juden zurück, da sagen die Briten auch ja, Miller sagt nein und die populäre Theorie sagt ja. Das sind die beiden Hauptschwerpunkte, woran man diese drei Haupttheorien, die damals existiert haben, unterteilen kann. Und man sieht, die britischen Adventisten hatten was gemeinsam mit Miller, aber halt auch einen schwerwiegenden Unterschied, der dazu geführt hat, dass diese beiden Gruppen niemals wirklich zusammenkamen. Warum jemand wie Joseph Wolf oder andere niemals mit Miller wirklich engen Kontakt bekommen haben, weil dieser Punkt eine zu große Division war, sozusagen eine zu große Trennung. Und die beiden Punkte waren ausreichend, um einen Milleriten zu machen.
[8:12] Wir haben ja letztes Mal schon gesagt, etliche der führenden Milleriten haben gar nicht an 1843 geglaubt. Henry John Ward nicht, Henry Jones nicht, selbst Joshua Himes war sich unsicher, aber diese beiden Punkte waren schon ausreichend, um einen an Miller wirklich zu binden. Gut, Miller im Jahre 1841 im Januar, hat er gleich am 2. Januar wieder begonnen, sich auf Reisen zu begeben. Zunächst einmal hier nach Belston Spa und dann wiederum nach Enford, hier in der Nähe seiner Wohnung. In der Bundesstadt New York hat er auch im Januar Vorträge gehalten, wie hätte es auch anders sein können. Und dann finden wir hier am 15. Januar ihn mit einem Leitartikel über das Gericht: „Dissertation on the Judgement“. Das Gericht kommt.
[9:00] In der gleichen Ausgabe wird der Plan angekündigt, man möchte eine neue Generalkonferenz halten, so wie letztes Jahr in Boston, diesmal in New York City, in die größte Stadt der USA. Das ist der Plan und daran sollen jetzt die führenden Leute arbeiten. Währenddessen geht in China der Opiumkrieg weiter. Die Chinesen haben ehrlich gesagt gegen die Briten nicht den Hauch einer Chance. Und die Briten erobern China so quasi im Handumdrehen, was die chinesische Volksseele ganz tief trifft. Denn für ungefähr geschätzte 3000 Jahre war China das Zentrum der Welt, jedenfalls in ihrem eigenen Denken. Und jetzt kommen diese komischen Barbaren da aus England und innerhalb weniger Monate ist China eine Kolonie. Im Januar 1841 wird Hongkong besetzt und daraus ergibt sich dann später die Tatsache, dass Hongkong britisch wird für lange Zeit. Bis vor kurzem ist das gewesen.
[10:04] Und dann ist es soweit, Miller ist wieder hergestellt und er kann eine lange Reise auf sich nehmen und am 31. Januar ist er wieder in Boston und zwar zu seiner vierten Vortragsreihe dort in Boston. Boston ist richtig zum Zentrum der Miller-Bewegung geworden. Ich weiß nicht, ob uns das so bewusst ist, dass Boston das Epizentrum der Miller-Bewegung war. Hier fanden die meisten Vorträge statt, hier waren die „Signs of the Times“, hier sind die meisten Bücher rausgekommen und dann von hier aus hat sich das hier so bis nach Portland hoch so verteilt. Das war das Gebiet. Hier ist da, wo Joseph Bates wohnt, da wohnt Alan Harmon und hier so das ist das Gebiet, da wohnt Miller. Vierte Vortragsreihe in Boston und tausende müssen nach Hause geschickt werden, weil der Saal zum Bersten gefüllt ist. Also das hat diese Stadt wirklich auf den Kopf gestellt und natürlich auch diesmal war das wieder auf Einladung von Joshua Himes, der alles hineingesetzt hat, um Miller vor die Massen zu bringen.
[11:11] Und dann am 1. Februar ist es soweit. Jetzt am 1. Februar kann Josiah Litch zum ersten Mal die vollständige Ausgabe der Auslegung von der 6. Posaune endlich auch mit den Fakten belegen. Können wir uns ein letztes Mal erinnern mit dem Osmanischen Reich? Welches Datum war das nochmal, wo das Osmanische Reich de facto seine Autorität abgegeben hat durch dieses Übersenden des Ultimatums? Das war der 11. August. Und es dauert bis zum 1. Februar 1841, bis die Amerikaner das auch mitbekommen. Also so verschieben sich sozusagen die Informationen. Und hier, das ist die berühmte Ausgabe vom 1. Februar, wo er das jetzt beschreibt, den 11. August 1840. Jetzt hat er alle Dokumente, alle Briefe sind angekommen aus Europa und er zeigt jetzt: „Das habe ich vor einem Jahr geschrieben und so hat es sich erfüllt.“ Und Josiah Litch schreibt später, dass aufgrund dieser Ausgabe und seiner weiteren Vorträge darauf 1000 Menschen in den nächsten Monaten ihm geschrieben haben, die alle gesagt haben: „Ich war ungläubig, ich war Atheist und aufgrund dieser Tatsache, was du da schreibst, bin ich Christ geworden.“ 1000 Menschen, allein aufgrund dieses Artikels und dieser Erkenntnis, dass das wirklich auf den Tag sich erfüllt hat. Und das hat der Miller-Bewegung einen Schub gegeben, wie wir es uns heute kaum noch vorstellen können. Es steht sogar im Buch „Vom Schatten zum Licht“, wenn ihr das nachlesen wollt. Man sagt, dass in einigen großen Städten Amerikas die Atheisten-Clubs, da gab es so Clubs, wo sich die Atheisten getroffen haben, um so ihre skeptischen Ideen zu verbreiten, diese Clubs mussten zum Teil geschlossen werden, weil es immer weniger Mitglieder gab, die wurden alle Christen. Und viele von ihnen sind Milleriten geworden, weil es kommt nicht oft vor, dass eine Prophezeiung sich in unserer Lebenszeit erfüllt, wie es vorher gesagt wurde. Und das hat der Sache einen immensen Schub gegeben, kann man sich heute fast gar nicht mehr vorstellen. Naja, da beschreibt er es alles, ich lese es nicht alles vor, aber hier hat er die ganzen Zitate und so weiter, 11. August und hier nochmal 11. August und er sagt: „Die Macht ist gebrochen und die wird nie wieder zurückkommen.“ Und das ist die Schlussfolgerung.
[13:33] In jenem Jahr, in dieser Zeit, im Februar, kommt auch das neue Buch von Miller heraus. Das ist quasi so ein bisschen so ein Sammelsurium von allem unveröffentlichten Material, was über ihn so zusammengetragen werden konnte. Himes hatte das zusammengetragen, weil man ja dachte, letztes Jahr, er stirbt schon. Nun ist er wieder noch im Reich der Lebendigen, aber trotzdem bringt man das Buch heraus, natürlich. Und es hat drei Teile. Im ersten Teil gibt es eine Biografie von Miller und einen Bericht über seine Wirkung, weil viele Menschen ein falsches Verständnis von Miller haben, weil sie in den Zeitungen lesen, man wird verrückt durch seine Vorträge, man wird kriminell durch seine Vorträge. Es gibt an einer Stelle sogar einen Bericht, dass jemand seine Familie umgebracht haben soll aufgrund von Millers Vorträgen, also wüsteste Beschimpfung. Und deswegen ist es notwendig, den Leuten zu sagen: „Schaut mal, das passiert, wenn Miller Vorträge hält, das sind die Resultate.“ Und dann werden natürlich seine Bibelauslegungsmethoden nochmal erwähnt, die Erklärung biblischer Symbole, eine Zusammenfassung der Glaubensüberzeugung, die Chronologie der Bibel von Adam bis Christus, das Studium der prophetischen Chronologie.
[14:37] Und dann gibt es im zweiten Teil neue Vorträge, das sind so Zusatzvorträge zu seinem eigentlichen Buch, ein Aufruf an die Adventgläubigen und dann Vortrag über die Schlacht des Gog, Hesekiel 39. Sehr spannend, wir gehen jetzt nicht in alle Details, das würde zu weit führen, weil es jetzt auch nicht so bedeutsam war für die Miller-Bewegung, aber er hat jetzt, nachdem er Daniel und Offenbarung sehr viel studiert hat, sich auch anderen Büchern zugewandt. Vortrag über die zwei Stöcke in Hesekiel 37, vielleicht habt ihr das überhaupt schon mal gelesen, da gibt es zwei Stöcke in Hesekiel 37. Oder dann ein Vortrag über die Zeit und die Pflicht in Römer 13, ein Vortrag über „Was ist Wahrheit?“, Johannes 18. Weiß jemand die Geschichte in Johannes 18, worum es da geht? Johannes 18, was ist Wahrheit? Kennt ihr nicht die Geschichte? Pilatus stellt Jesus die Frage: „Was ist Wahrheit?“ und da hat Miller auch einen Vortrag drüber. Und dann die Vision Hesekiels. Könnt ihr raten, welches Buch ihn besonders beschäftigt hat in letzter Zeit? Genau, also es ist das Buch Hesekiel. Immer wieder Hesekiel, Hesekiel, Hesekiel. Hier auch noch gleich nochmal ein Vortrag über das letzte Gericht, Apostelgeschichte 17, 31. Das ist das, wo Paulus in Athen sagt, dass Gott einen Zeitpunkt gesetzt hat, wo er die ganze Welt richten wird durch einen Mann, den er dadurch vorher dazu bestimmt hat, nämlich Jesus Christus. Und den Vortrag über den großen Sabbat, Hesekiel 20, Vers 12. Weiß jemand, was Hesekiel 20, Vers 12 sagt? „Ich gab ihm auch meine Sabbate zum Zeichen.“ Und das ist einer unserer Lieblingstexte, um zu zeigen, dass der siebte Tag Sabbat heilig ist. Miller hat darüber gepredigt, hat das aber noch nicht gesehen, dass das mit dem siebten Tag Sabbat was zu tun hat, sondern für ihn war die Geschichte von sechs Tage, siebter Tag Ruhn, ein Typus auf 6000 Jahre und dann das Millennium, der siebte, der große Sabbat. Das hat ihn viel mehr interessiert und deswegen hat er über diesen Text einen Vortrag gehalten und dann auch aufgeschrieben, aber zum Sabbat ist er noch gar nicht durchgedrungen. Naja, und der dritte Teil sind dann noch Briefe und Antworten auf Kritiken und so weiter und so fort. Und das verkauft sich natürlich auch, wie man so schön sagt, wie warme Semmeln.
[16:53] Genau, dann am 15. Februar, schaut mal hier, kann es jemand lesen? Leitartikel: „The Little Horn, The Pope“. Der erste Leitartikel über das Papsttum, das kleine Horn, das jetzt anfängt, sich doch wieder in der ganzen Welt zu verbreiten und zwar vor allem auch durch Missionsbemühungen. Und dann nach diesen Vorträgen in Boston, die er an zwei Orten gehalten hat, zum Teil auch in Südboston, dann ist er eingeladen nach, wo haben wir es denn? Genau, in Andover. In Andover ist es ganz interessant, da passiert folgendes: Er bekommt während der Vortragsreihe einen anonymen Brief zugesteckt. In diesem anonymen Brief steht: „Herr Miller, Ihre Vorträge sind totaler Unsinn.“ Jetzt auf Deutsch gesagt. „Sie können überhaupt nicht Hebräisch und Griechisch und wie können Sie dann wagen, so etwas zu predigen, wenn Sie gar nicht die Ursprachen kennen? Denn außerdem sagt die Bibel doch so“ und dann werden ganz viele Verse zitiert, haufenweise Verse, offensichtlich aus dem Gedächtnis, denn alle diese Verse, die zitiert werden in dem Brief, stimmen so gar nicht. Was macht Miller dann? Der Brief ist unterzeichnet mit „Anonymous“. Einige Tage später, während der Vortragsreihe, dann gegen Ende des Vortrages, sagt er: „Gibt es jemanden hier unter den Zuschauern zu hören, der Anonymous heißt? Möge bitte Anonymous aufstehen.“ Totenstille. Und dann liest er den Brief von Anonymous vor und jedes Mal, wenn Anonymous so einen Bibeltext zitiert hat, schlägt er seine Bibel auf und liest den wahren Wortlaut vor und dann sagt er: „Es kann ja sein, dass ich kein Hebräisch und Griechisch kann, aber ich kann wenigstens Englisch.“ Und naja, dann hat er sich das geklärt.
[18:41] In Andover gibt es auch ein theologisches Seminar, wo junge Studenten ausgebildet werden zum Pastorendienst und die bitten Miller: „Könntest du bitte nur abends Vorträge halten, weil wir müssen vormittags und nachmittags im Unterricht sitzen und unseren Professoren zuhören.“ Und Miller kann das aber nicht einhalten, weil zu viele Leute seine Vorträge hören wollen. Und dann kommen einige Theologiestudenten zu ihm und sagen: „Also pass mal auf, wir glauben, was du sagst. Was sollen wir denn jetzt machen, wenn in drei Jahren die Welt untergeht? Jetzt studieren wir gerade noch Theologie, das dauert noch ein bisschen, das macht ja keinen Sinn jetzt noch Theologie zu studieren, wenn wir noch zwei, drei Jahre brauchen und dann geht die Welt unter, dann sind wir gar nicht mehr Prediger mehr.“ Und dann sagt Miller, was sehr interessant ist: Er sagt: „Also, wenn Gott dich dazu ruft zu studieren, dann studiere, und das ist meine volle Unterstützung. Aber wenn Gott dich ruft ein Prediger zu sein, dann nimm deine Bibel und fang sofort an zu predigen.“ Naja, ich weiß nicht genau, was sie dann gemacht haben, aber das war seine Einstellung.
[19:42] Gut, gehen wir ein bisschen weiter. Ja, das ist auch interessant. Am 1. März kommt in den „Signs of the Times“ das erste uns überlieferte Diagramm, so eine Art Chart über die Zeitprophezeiung. Das ist nicht von Miller, das ist von einem anderen Milleriten, von Calvin French, ich glaube. Im Vergleich zu späteren Karten ist das noch ein bisschen unübersichtlich, oder? Könnt ihr sofort erkennen, was hier was ist? Das hier sind die 2300 Jahre. Genau. Das ist hier 457 vor Christus, da gibt es hier ganz viele Erklärungen. Preist den Herrn, dass sie später daran gearbeitet haben, das ein bisschen deutlicher zu machen. Das ist 457 und hier ist die Geburt Jesu und hier ist die Kreuzigung. Das sind dann die 490 Jahre hier und dann haben wir hier 508 und 538 und dann sind hier 1798 und hier ist 1843 und dann gehen hier die 1290 und 1335 und so weiter. Ich drucke das deswegen ab, auch für alle, die zuschauen, dass sie sehen, dass es hier nirgendwo im ganzen Diagramm irgendeinen Hinweis auf die sogenannten 2520 gibt, die manche als das Fundament der Adventbewegung ansehen wollen. Gibt es nicht. Ja, sind gar nicht da. Genau.
[21:06] Und dann noch was ganz Tolles. Da bin ich richtig begeistert. Das erste Wiederkunftslied, „Second Advent Hymns, Number One“, hat neun Strophen und alle voller Bibelfährten, vollgepackt. Könnt ihr das so erkennen, wie die Melodie geht? Oder soll ich es euch mal vorspielen? Oder? Okay. Jetzt muss ich ganz kurz hier. Die Kamera folgt mir, also während sie mir folgt. Ich hoffe, dass ich das von hier spielen kann. Also die meisten Miller-Lieder später sind so richtig so: „Wir gehen nach Zion.“ Aber das ist ganz anders, das ist ganz merkwürdig, das ist ganz toll. Das geht ungefähr so. Also ich spiele jetzt einfach mal ohne zu singen, das wäre zu viel. Das ist sehr, sehr melancholisch und sehr, sehr schön. Und ich habe schon die Überlegung, irgendwann das mal auf Deutsch zu übersetzen und dann singen wir das mal alle gemeinsam. Aber das ist relativ hoch. Man müsste es vielleicht in eine andere Tonart über. Das ist sehr, sehr ernst. Auch das geht dann hier so: „Wenn die Posaune schallt und Jesus wiederkommt und die Engel dann kommen und die Ernte eingefahren wird. Und wo wirst du, Sünder, dann sein?“ Das haben die dann wahrscheinlich auch gesungen. Und das war der Anfang von vielen Adventsliedern, die jetzt so nach und nach komponiert werden und dann auch dieser Bewegung ein bisschen, wie soll man sagen, nicht nur hier, sondern auch hier ein bisschen Gefühl vermitteln.
[23:10] Naja, Anfang März ist Miller von Andover wieder zurück nach Boston, um dort seine fünfte Vortragsreihe zu halten. Das hat er an keinem anderen Ort gemacht. Also Boston war wirklich das Zentrum. Neue Vortragsreihe, diesmal in einer anderen Kirche. Und auch das natürlich ein großer Erfolg.
[23:31] Dann am 4. März, was ganz, ganz, ganz erstaunlich ist. Eigentlich zunächst mal nichts Erstaunliches. Der alte Präsident Van Buren, der US-Präsident tritt ab und der neu gewählte Präsident William Harrison wird eingeführt am 4. März. Jetzt William Harrison hält zwei Weltrekorde, was US-Präsidenten angeht. Der erste ist, er hat die kürzeste Amtsdauer und der zweite, er hat die längste Antrittsrede gehalten. Das Tragische daran ist, beides hängt ziemlich miteinander zusammen. Denn am 4. März hält er eine zweistündige Antrittsrede ohne Mantel draußen im Kalten. Und kurze Zeit später hat er eine Lungenentzündung und nur vier Wochen später ist er tot. Und deswegen kennt ihn eigentlich auch keiner so richtig. Und ist übrigens auch eine Lektion, die man daraus lernen kann: Sei niemals draußen ohne Mantel.
[24:33] Ja, das war also natürlich für die Nation ein Schock. Und als ob es eine Ironie des Schicksals wäre, ist im gleichen Monat ein Schiff namens „President“ im Nordatlantischen Ozean versunken. Also verschwunden. Das größte Dampfschiff der damaligen Zeit, einfach spurlos verschwunden. Nicht wieder aufgetaucht. Keiner weiß, wo es geblieben ist. Wahrscheinlich ist es gesunken. Die werden nicht auf der Arktis überlebt haben. Und naja, so sind gleich zwei Präsidenten im März 1841 verloren gegangen. Übrigens 1841 war das Jahr, wie in keinem Jahr zuvor, wo Schiffsunglücke in Nordamerika passiert sind. Warum? Weiß keiner so genau. Aber es sind ganz viele Schiffsunglücke passiert, dort vor allem vor Neuengland.
[25:19] Genau. Und dann im Frühjahr wenden wir unseren Blick mal etwas weiter nördlich. Hier nach Palmyra im Bundesstaat Maine. Dort wohnt der mittlerweile 20-jährige James White. James White ist, ach, lass mir selbst erzählen: „Im Alter von 15 Jahren wurde ich getauft und ich schloss mich der Christian Church an.“ Das ist die Gemeinde, zu der auch Joseph Bates gehört, zu der auch Joshua Himes gehört. Und er sagt: „Aber mit 20 Jahren hatte ich mich in meine Studien und mein Unterricht an der Schule vergraben und das Kreuz beiseite gelegt.“ Also früh sehr entflammt gewesen für Christus und dann durch das Studium, durch Schule und so weiter mehr so auf die Welt geschaut. Er sagt: „Ich hatte mich nicht auf die Sünde der Gotteslästerung hinabgegeben. Also hat mich Gott jetzt verneint und hatte auch niemals Tabak, Tee, Kaffee oder auch nur ein Glas Alkohol getrunken.“ Ja, das war also damals schon Standard unter Christen. Aber ich liebte diese Welt mehr als Christus und die kommende und betete das Studium an, anstatt den Gott im Himmel. Also ich glaube, viele, die vielleicht auch christlich aufgewachsen sind, können sich damit identifizieren. Christlich aufgewachsen, also früh getauft und dann kommt so die Welt, dann kommt das Studium, nicht wahr? Es gibt so viele Standards, die man trotzdem einhält, aber man hat keine echte Beziehung zu Christus. So ging es James White mit 20 Jahren.
[26:50] Und er sagt dann: „Mit dieser Einstellung kehrte ich von meiner zweiten und letzten Schule heim, als meine Mutter mir sagte: ‚James, Bruder Oaks aus Boston hat in unserem Versammlungshaus Vorträge über die Wiederkunft Christi um das Jahr 1843 gehalten.‘“ Jetzt gab es offensichtlich schon viele so unbekannte Leute, die in alle Himmelsrichtungen gerannt sind, um da Vorträge zu halten. „Eine gute Reformation war die Folge, in der die meisten deiner Kameraden sich bekehrt haben.“ Jetzt schauen wir mal, was James White gesagt hat: „Ich hatte den sogenannten Millerismus als was wilden Fanatismus betrachtet.“ Und jetzt haltet euch fest: „Und dieser Eindruck war durch einen gewissen James Hall, der darüber in Palmyra sprach, noch verstärkt worden.“ Ja, also da gab es auch wohl ein paar junge Leute, die vor lauter Begeisterung über Miller auch manchmal das Negative erreicht haben, die irgendwelche Vorträge gehalten haben und das sah wirklich aus wie wilder Fanatismus. Jedenfalls hatte er schon seine ersten Kontakte damit und das war ihm alles so ein bisschen, also was sind das denn für Spinner? Aber als nun meine Mutter, deren Urteil und Frömmigkeit ich vertraute, mit mir über dieses Thema mit Ernst und Feierlichkeit sprach, war ich geschockt und bedrückt. Trotz meiner Einstellung verfestigte sich die Überzeugung, dass es sich vielleicht so verhalten könnte. Aber wie könnte ich das akzeptieren? Ich war unvorbereitet und meine Pläne für das Leben waren bereits gemacht.“ Mit 20 Jahren hat man Pläne im Leben, oder? Da ist es nicht so einfach zu akzeptieren, dass die Welt in drei Jahren vorbei ist.
[28:22] Und so hat ihn das ziemlich gewurmt, aber er hat angefangen Vorträge zu besuchen und das hat ihn wirklich überzeugt. Und für ihn war jetzt die Frage, als er immer mehr diesen Miller-Glauben kennengelernt hat: Wie kriege ich das vielleicht meinen Studenten in der Schule, meinen Schülern untergejubelt? Soll ich da irgendwie auch drüber sprechen oder soll ich das für mich behalten? Und da hat er jetzt die nächsten Monate sehr mit gekämpft, als junger 20-Jähriger.
[28:51] Ich kann mich immer noch an ihn hier erinnern. Ich frage einfach jedes Mal, bis uns dieser Name ins Gedächtnis kommt. Das ist George Storrs. Super. Fantastisch. Also er hat noch nichts mit Miller zu tun, ich war noch nicht. Aber er hatte sich ja von der Methodistenkirche getrennt wegen dem Zustand der Toten. Und 1841 hatte er einem befreundeten Prediger in der Methodistenkirche drei Briefe geschrieben. Und in den Briefen gesagt: „Schau mal, deswegen glaube ich, dass die Toten wirklich tot sind, dass sie nicht gleich in den Himmel kommen und dass sie vor allem am Ende nicht in der ewigen Hölle brennen.“ Und der Prediger sagt: „Hey, das sind wirklich gute Argumente. Du musst die veröffentlichen, aber bitte sag nicht, an wen du es geschrieben hast und dass ich dich dazu ermutigt habe.“ Und dann veröffentlicht er diese drei Briefe und macht sich erstmal keine Gedanken. Aber er wird schon ganz bald dann an eine Gemeinde eingeladen nach Albany und soll auch darüber etwas sagen. Kommen wir dann später nochmal dazu.
[29:53] Aus der gleichen Kirche, den Methodisten, kommt auch er hier, Josiah Litch. Und er ist immer noch zu diesem Zeitpunkt Prediger in der Kirche dort. Und die Prediger haben dort die Aufgabe, von einem Ort zum anderen zu reisen. Bei den Methodisten ist es so, da gibt es keine festen Prediger, sondern die reisen dann von Ort zu Ort. Und Josiah Litch ist in einer Zwickmühle, denn er weiß, wenn ich immer mehr mich jetzt mit Miller beschäftige und vor allem Millers Sache verkündige, kann ich nicht länger Prediger bei den Methodisten sein. Soll ich es wagen, meine Stellung als Prediger der Methodisten aufzugeben, um Vollzeit für Miller zu arbeiten, also für diese Sache 1843? Und im Frühjahr 1841 entscheidet er sich, bei der nächstbesten Gelegenheit, sich eine Freistellung geben zu lassen und nicht mehr für die Methodisten Prediger zu sein. Also die haben zum Teil ihre Existenzen aufs Spiel gesetzt, so überzeugt waren die.
[30:48] Währenddessen hat Joseph Bates dann Miller überredet und hat gesagt: „Komm doch mal zu mir nach Hause, also in meinen Heimatort und halt mal eine Vortragsreihe bei mir in Fairhaven.“ Und das hat Miller auch dann gemacht, von Boston aus ging es nach Süden, da nach Fairhaven, in den Heimatort von Joseph Bates. Das ist die Kirche, wo Miller die Vorträge gehalten hat, dort in Fairhaven. Und schauen wir mal, was Bates dazu zu sagen hat: „Ich dachte, dass wenn er kommt, um von meinen Freunden und Nachbarn über die Wiederkunft Christi zu predigen, dann würde ich gerne meinen Sitz im Versammlungshaus anderen zur Verfügung stellen, wenn das Haus überfüllt ist. Ich hatte seine Vorträge gelesen und meinte, ich würde das meiste verstehen, was er predigt. Ich lade ihn ein und dann sollen die mal zuhören. Aber nachdem ich den ersten Vortrag gehört hatte, fühlte ich, ich könne nicht darauf verzichten, die ganze Reihe anzuhören, denn sein Predigen war äußerst interessant und weit besser als seine geschriebenen Vorträge.“ Also er muss noch ein viel besserer Vortragstredner gewesen sein, als nur ein Buchautor. Und als Buchautor ist er ja schon ganz gut. Aber seine Vorträge müssen wirklich eine enorme Kraft entfaltet haben. Das Haus war so überfüllt, dass ein Großteil nicht sitzen konnte. Und Joseph Bates saß auf seinem Stuhl. Und doch war alles ruhig und still wie in der Nacht. Wenn man am Tag nach dem Vortrag herumging, hörte man folgende Gespräche unter Nachbarn: „Warst du letzten Abend beim Vortrag?“ „Ja.“ „Hast du jemals zuvor solch eine Predigt gehört?“ „Nein.“ Also das war Stadtgespräch Nummer 1. Viele wollten mit Bruder Miller über seine Lehre sprechen und waren sehr angetan von seinen unverzüglichen biblischen Antworten. Bruder Himes und Cole begleiteten nach Fairhaven seine Arbeit in dieser Woche. Scheint die Menschen hier sehr verändert zu haben, schreibt Joseph Bates.
[32:43] Und von Fairhaven war es dann nur ein Katzensprung. Da nach New Bedford, wo dann der nächste Vortrag stattfand, die Reihe. Und dann ging es nach Providence. Providence, der berühmte Ort, wo die erste baptistische Kirche Amerikas entstanden ist. Das ist eine andere Geschichte. Für Miller gar nicht so einfach, dort hinzugehen. Denn das war der Ort, wo einer seiner schärfsten Gegner, der Reverend Dowling, Pastor war. Und der hatte dieses Buch geschrieben gegen Miller, das dann so ein Standardwerk wurde, wo an die angeblichen Fehler von Miller aufgezählt wurden. Und da ist jetzt Miller hin. So quasi in die Höhle des Löwen. Und es kam, wie es kommen musste. Alle Kirchen waren gegen ihn gesperrt. Er durfte in keiner Kirche predigen. Also hat man dann die Stadthalle gemietet. Hier in Providence. Und dann war die Stadthalle halt überfüllt. So lange, bis zumindest die Baptisten ihre Kirche aufgemacht haben und gesagt haben: „Hey, wir müssen diesen Mann bei uns predigen lassen.“ Und viele Theologen kommen dann trotzdem und sagen: „Eigentlich hat der Miller gar nicht so unrecht. Das ist wirklich gut, was der macht.“
[33:58] Ach übrigens, Providence. Weißt du, was Providence übersetzt heißt? Vorsehung. Just in jener Zeit, als Miller dort in Providence seine Vorträge hält, will es die Vorsehung Gottes, dass die Milleriten einen Brief erhalten von jenem James White, dort aus Großbritannien, aus England, der, wie gesagt, unterschiedliche Ansichten hat über das Millennium und so weiter, aber der dort erwähnt, zum ersten Mal gegenüber den Milleriten, dass er der Meinung ist, dass der siebte Tag, der Samstag, der Sabbat der Bibel ist und gehalten werden müsste. Das Problem ist nur, da die Milleriten nicht glauben, dass Israel eine Rolle spielt und der James White sowieso an einigen Punkten falsch liegt, was haben sie jetzt wohl gedacht über seine Theorie mit diesem Sabbat? Das klingt ein bisschen zu jüdisch, oder? Da ist er bestimmt drauf gekommen wegen seiner Israel-Idee, nicht wahr? Und der Kontakt bricht ab. Und es gibt erstmal keinen weiteren Kontakt. Interessant, nicht wahr? Gott wollte schon ziemlich früh den Sabbat mit hineinbringen, aber es ist erstmal nicht dazu gekommen.
[35:21] Naja, dann am 4. April war, wie gesagt, nach genau einem Monat Harrison tot, gestorben an einer Lungenentzündung, die er sich bei seiner Antrittsrede zugezogen hat. Und sein Nachfolger wurde dann John Tyler, der Vizepräsident eigentlich gewesen ist. Und da war eine große Debatte: Ist er jetzt Vizepräsident, der die Aufgaben des Präsidenten übernimmt, oder ist er echter Präsident? Also gegen seine Gegner hat er durchgesetzt, dass er echter Präsident ist, nicht wahr, weil er jetzt schon mal die Macht hat, dann hat er sich einfach als echter Präsident behandeln lassen.
[35:52] Von dort aus, von Providence aus, ist dann Miller noch nach Lowell und ist dann wieder nach Hause, nachdem er hier eine Vortragszahl gehalten hat, wieder drei Monate unterwegs gewesen in Massachusetts. Und dann ging es nach Hause, um ein bisschen Ruhe zu bekommen. Er war ja mittlerweile schon 59 Jahre alt, nicht vergessen.
[36:12] Und dann, am 15. April, wird in den „Signs“ die zweite Generalkonferenz angekündigt. Nicht in New York, wie man ursprünglich gedacht hatte, das hat sich erstmal nicht so ergeben, sondern an einem anderen Ort. Hier haben wir die offizielle Einladung: „Die Nachfolge des Herrn und seiner Apostel, die die glückselige Hoffnung und die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus erwarten, die die Auferstehung der Toten in Christus und die ewige Herrschaft der Gerechten in der neuen Schöpfung, die er machen wird, mit sich bringt, werden auf einer Versammlung in Lowell, Massachusetts, am 15. Juni um 10 Uhr hingewiesen.“ Und dann sagen sie: „Das Ziel des Treffens ist es, den Weg des Herrn vorzubereiten, einander in den Verheißungen seines Kommens zu trösten, die Aufmerksamkeit der Kirche auf den Reichtum ihres Erbes hinzuweisen, nicht in dieser Welt, sondern in der zukünftigen. Nicht in einem fleischlichen Jerusalem, Achtung, ihr Briten, sondern im neuen Jerusalem, das von oben herabkommen wird und Wohnungen für alle hat, seien es Juden oder Griechen, Europäer oder sogar Amerikaner, die durch den Glauben Kinder Abrahams sind.“ Und jetzt, sehr wichtig, lest mal genau: „Die Konferenz wird kein Platz für Kontroversen, Parteistreitigkeiten oder Denominationen zur Schaustellung sein und schon gar nicht um die großen Säulen der Wahrheit, die Kirche, ihren Dienst, ihre Satzung oder ihre Sabbate, meint also Sonntag, anzugreifen.“ Stattdessen soll es eine Zeit der Erfrischung für alle Wanderer in der Wüste sein und so weiter. Das heißt, was sie gesagt haben, ist: „Wir wollen dort niemanden haben, der kommt, um nur zu kritisieren und alles umzuschmeißen. Wir wollen niemanden, der da irgendwie Streit erzeugen will oder Kontroversen, sondern wir wollen uns auf die Wiederkunft vorbereiten.“
[37:50] Und dann schaut mal, wer da unterschrieben hat. Und ich habe es hinzugefügt. Deswegen versteht ihr das besser mit den Kirchenzugehörigkeiten, aus welchen Kirchen die kommen. Wir haben fünf Leute im Generalkonferenzkomitee und alle fünf sind aus verschiedenen Kirchen. Deswegen sagen sie: „Bitte lasst uns nicht über Unterschiedlichkeiten zwischen den Kirchen debattieren.“ Weil wenn wir anfangen zu streiten, ob wir uns taufen lassen sollen oder nicht, dann sagt er ja und er sagt vielleicht ja und er sagt nicht so wichtig als Erwachsener. Oder wenn wir sagen, wir müssen eine Organisationsstruktur haben, dann sagt er ja, er ja und er sagt nein. Und wenn es heißt, nur die Bibel, keine Glaubensbekenntnisse, dann sagt er ja, aber er sagt nein. Denn diese verschiedenen Denominationen haben Unterschiede. Und das waren, wie gesagt, die fünf führenden Leute: Miller, Litch, Himes, Jones und Henry Donnerwald. Und das war gar nicht ihr Ziel. Ihr Ziel war: Jesus kommt in drei Jahren wieder. Bis dahin werden wir es auch so aushalten und Jesus sagt uns dann schon, wie es richtig ist. Das war die Einstellung.
[39:09] Nebenbei bricht natürlich die „Signs of the Times“ immer wieder auf Berichte über den Fall des Islam zur Bestätigung der Auslegung von Litch. Das überspringen wir aus Zeitgründen. Das ist vielleicht ganz interessant. Miller bringt dann im Mai eine Übersicht aller wichtigen prophetischen Daten nach seiner Theorie. Und da findet sich natürlich auch der Anfangszeitpunkt dieser berüchtigten 2025 Jahre. Und noch ein anderes Datum. Und zwar das Datum 607 vor Christus. Und da hat Miller die Idee jetzt bekommen, dass das der Beginn von 49 Jubeljahre sind. Weiß jemand, wie viel ein Jubeljahr ist? In der Bibel? 50 Jahre, genau. Und 49 Jubeljahre sind wie viel Jahre? 2450. Und jetzt ratet mal, was passiert, wenn man 607 vor Christus plus 2450 rechnet? 1843, genau. Das Problem ist nur, das Datum stimmt historisch nicht. Die Gefangenschaft war 605. Die Zeugen Jehovas haben immer noch das Datum. Das haben die von da übernommen und nicht korrigiert. Adventisten haben es später korrigiert. Aber nur, dass ihr das mal seht und also wisst, da gab es auch eine ganze Reihe von verschiedenen Berechnungen, die nicht alle immer gleich sofort richtig waren. Aber dann haben wir natürlich dieses solide Datum hier für die 2300 Jahre. Und die Geburt Jesu hat Miller auf das Jahr 4157 nach der Schöpfung gesetzt. Warum? Wenn ihr jetzt noch 1843 hinzukommt, dann haben wir genau 6000 Jahre. Also bei ihm hat alles genau gepasst. Manchmal wurde es auch ein bisschen passend gemacht, wenn man ehrlich ist, an manchen Stellen. Es war immer zu gut. Aber das Interessante ist, was wir sehen immer wieder, seine Anhänger haben meistens nur diese Punkte Daniel 8 und Daniel 9 herausgegriffen und gar nicht so sehr die anderen Sachen. Und ich zeige das jetzt nur, wenn ihr das zuschaut, könnt ihr dann Stopp machen und das noch alles im Einzelnen durchlesen. Aber das haben wir alles früher oder später schon mal gesagt.
[41:13] Er hatte noch eine interessante Theorie. Und zwar die sieben Monate aus Hesekiel 9. Hesekiel 39, Verzeihung. Und sieben Monate sind 210 Jahre. Und vom Edikt von Norns sind es genau 210 Jahre von 488 bis 1798. Bisschen seltsam, aber wenn ihr das jetzt mal gesehen habt, das war auch da.
[41:40] Dann, und das ist jetzt sehr interessant, jetzt haltet euch fest. Eben, wann ist es gewesen? Im Mai, 23. Mai, fährt Miller nach Addison, Vermont, um dort eine Vortragsreihe zu halten. Das ist jetzt kurz vor der Generalkonferenz, die dann in Lowell stattfinden soll. Und am 30. Mai hat er so starke Beinschwellungen, dass er seine Vortragsreihe abbrechen muss und sofort nach Hause fahren muss. Er hat eine rheumatische Entzündung und eine Wundrose unter seinen beiden Beinen. Kurz vor der zweiten Generalkonferenz. Wisst ihr noch, was vor der ersten passiert ist? Er ist auch krank. Und wenn jetzt noch jemand sagt, das ist Zufall. Also, das ist natürlich sehr interessant. Und er kann den ganzen Sommer nicht von zu Hause weg. Für viele Wochen wiederum bleibt er zu Hause ans Bett gefesselt. Es wird dann mit der Zeit besser. Er hat dann so Wasserkuren gemacht. Da gab es so mineralisches Wasser, das er angewendet hat. Er sagt: „Ich habe da weniger Vertrauen darin als in das Wasser des Lebens. Aber ich probiere es mal.“ Und hat auch ganz gut funktioniert. Aber er musste lange dort zu Hause bleiben.
[42:53] Währenddessen hat Josiah Litch am 9. Juni die Gelegenheit ergriffen, vor der Jahreskonferenz der Methodisten in Providence zu sprechen und seinen Glauben zu verteidigen. Und der Leiter der Methodisten dort hat gesagt: „Aber Bruder Litch, das ist mit 1843. Ist das denn Methodismus?“ Und Litch sagt: „Es ist nichts dagegen. Es ist kein Widerspruch mit den methodistischen Vorstellungen.“ Und man einigt sich dann aber ganz friedlich und brüderlich, dass er nicht weiter Prediger sein soll für die Methodisten. Er hat darum gebeten, dass er sich jetzt voll und ganz der Miller-Sache widmen kann.
[43:34] Miller, wie gesagt, ist zu Hause in seinem Haus festgenagelt, während alle seine Freunde wieder zusammenkommen zur Generalkonferenz. Und naja, hier in Lowell ist es, in einem der größten Orte in Massachusetts. Und wir gehen nur ganz kurz durch, ohne es so ausführlich zu machen wie letztes Mal. Wiederum geht es um 10 Uhr los. Man verliest die Einladung, man wählt einen Ernährungsausschuss. Und Henry Jones hält einen Vortrag über die Art und Weise der Wiederkunft Jesu. Nachmittags gibt es Gebet und Gesang. Ämter werden gewählt und Litch predigt über die Natur und Nähe des Reiches Gottes. Also Jones und Litch, das sind die beiden Hauptredner die ganze Zeit. Und die machen das ausgezeichnet gut. Hier bei der Wahl hat man jetzt ganz andere Leute gewählt. Einige wiedergewählt. Joseph Bates wird einer der Assistenten für den Vorsitz. Hat manchmal auch die Versammlung geleitet. Und hier habt ihr einige Leute, die dann natürlich besonders wichtig waren für Arrangements und Finanzen und so weiter. Und dann abends wird ein Brief von Miller vorgelesen, der wiederum sagt: „Ich verstehe nicht, warum ich nicht dabei sein kann, aber es wird schon richtig sein.“ Die „Signs of the Times“ werden als offizielles Miller-Papier anerkannt. Und Litch hält einen Vortrag über Offenbarung 20, über das Millennium.
[44:48] Nächsten Tag gibt es einen Vortrag von Jones über die Wiederkunft Jesu und die Zeichen der Zeit. Der ist deswegen so interessant, weil hier zum ersten Mal Jones sagt: „Schaut mal, der Sternenfall von 1833, könnte das nicht sein, dass das eine Erfüllung der Prophetie ist? Und der schwarze Tag von 1780, könnte das nicht sein, dass auch eine Erfüllung von Prophetie ist? Dass das alles Zeichen sind, die schon lange sagen: Jesus kommt wieder.“ Das hatte Miller alles gar nicht in seiner Theorie drin gehabt. Das war Jones, der zum ersten Mal, soweit ich das entdecken kann, darauf hingewiesen hat. Und dann natürlich die Kriege und alles Mögliche, was sonst noch so passiert ist. Die Zeit ist reif. Dann wird berichtet, wie das Werk voranschreitet. Es werden über 600 Dollar, das war damals ein Vermögen, gesammelt, um Publikationen, Bücher, Zeitschriften zu verbreiten. Und Himes sagt: „600 sind nicht genug, wir brauchen 1000 Dollar.“ Und er hat sie wohl im Laufe des Jahres noch zusammenbekommen.
[45:38] Und dann um 19:30, am zweiten Tag, der große Höhepunkt. Litch hält seinen Vortrag über das Lieblingsthema, das er hat, das Osmanische Reich. Also das muss man ja auch gönnen, nicht wahr? Also wenn man schon den Mut hat, so eine Vorhersage zu machen und die trifft auf den Tag genau ein, dann kann man das verstehen, dass zur besten, zur Primetime, er vor hunderten Delegierten einen Vortrag hält. „Das habe ich gesagt, das steht in der Bibel. So habe ich es ausgelegt und es ist auf den Tag hat es sich erfüllt.“ Und ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was das für einen Schub gegeben hat. Die Leute haben gesagt: „Das gibt es doch gar nicht, unfassbar.“ Also wer da drin gesessen hat, das muss elektrisierend gewesen sein.
[46:20] Naja, am nächsten Tag, diesmal ging es sogar drei Tage, kamen dann noch mehr Berichte aus Massachusetts, den anderen Bundesstaaten, überall verbreitet sich diese Theorie von dem Weltuntergang 1843 wie ein Lauffeuer. Und am Nachmittag wiederum ein gemeinsames Abendmahl. Baptisten, Methodisten, Episkopale, Christian Connection, all die verschiedenen Denominationen zusammen. Das ist sonst weder bei der Antisklaverei möglich gewesen, noch bei der Antifreimaurerei, noch bei der Gesundheitsreform. Immer gab es da Streitigkeiten zwischen den Denominationen und hier zum ersten Mal nicht. Der Geist Gottes bringt die verschiedenen Fraktionen zusammen auf dieses eine Ziel: Jesus kommt wieder. Weitere Komitees werden gewählt und am Ende hält mal jemand anders einen Vortrag, nicht wie immer nur Litch und Jones. Bruder Reed über Offenbarung 3, Verse 14 bis 22. Und das handelt von welchem Thema? Das wisst ihr, oder? Laodizea, genau. Und damit endet die Konferenz.
[47:15] Da haben wir es nochmal. Das ist dann der spätere Bericht. Da könnt ihr alles nachlesen, wenn ihr das anschaut später. Und hier nur ganz kurz. Das ist von dem Vortrag von Litch. Der 11. August 1840. Gibt die ganzen Quellen an und beschreibt das ausführlich. Und dann, und damit schließen wir, werden neun Punkte festgelegt als Plan. Man macht einen Zirkularbeschluss und sagt: „Das ist jetzt das, was wir tun wollen.“ Mittlerweile ist man sich ganz sicher, was die Wiederkunft angeht. Man ist sich ganz sicher, was das mit den Juden angeht, dass das keine Rolle spielt. Man hat jetzt den Glauben gefestigt. Diese beiden ersten Generalkonferenzen haben ein festes Fundament gelegt. Was ist Millerismus? Und das ganz ohne Miller. Alleine anhand der Bibel.
[48:01] Und jetzt kommt dieser Schluss. Was sollen wir tun, um dieses unser Fundament, das sich schon immer mehr ausbreitet, jetzt systematisch in der ganzen Bevölkerung zu verbreiten? Das sind die neun Punkte. Erstens: Persönliche Weihe zu Gott mit Wachsamkeit und Gebet. Übrigens, diese neun Punkte sind super aktuell. Ich glaube, man kann ganz viel davon lernen. Bevor man irgendwas anderes macht, sagen sie: „Weihe dich selbst Gott.“ Wenn du nur Aktionismus betreibst, bringt es gar nichts. Persönliche Weihe zu Gott. Dann: Persönliche Gespräche über die Wiederkunft mithilfe der studierten Bibel. Jeder Millerit sollte seine Bibel gut kennen und dann persönliche Gespräche führen. Mit den Nachbarn, mit den Freunden, mit den Arbeitskollegen. Wir können nicht darauf vertrauen, dass Miller von Ort zu Ort reicht. Das wird nicht ausreichen. Jeder muss persönliche Gespräche führen. Drittens: Wir gründen Bibelklassen zum Studium der prophetischen Themen. Und zwar am besten immer Sonntagnachmittags nach der Kirche. Dann kommt man zusammen. Also die Baptisten gehen in ihre Kirche, die Methodisten in ihre Kirche, die Kongregationalisten in ihre Kirche. Und am Sonntagnachmittag kommen sie alle zusammen und studieren Daniel, Offenbarung. Und das haben die gemacht. Und das hat der Bewegung Feuer gebracht. Dann aber auch Social Meetings. Weiß jemand, was Social Meetings sind? Das sind so quasi Hauskreise, die mehr so ähnlich wie unser Gebetstreffen, wo man kommt und wo man Erfahrungen berichtet. Das haben sie ein bisschen von den Methodisten. Die haben diese Klassentreffen gehabt, wo man dann kommt, Mittwochabend oder so, und dann berichtet man: „Mir ist es so ergangen in der Woche und man betet dafür. Und ich habe das Gebetsanliegen und betet für Tante Emma und für Bruder X und Y.“ Und Zeugnisse, Gebet und Ermahnung. Das heißt, es ging nicht nur um Prophetie, es ging um das gesamte Konzept christlicher Vorbereitung.
[49:37] Fünftens, schaut mal, das ist doch toll, oder? Man soll den Pastoren Fragen zu Bibeltexten stellen, um sie so zum Bibelstudium bewegen. Also nicht zu deinem baptistischen Pastor gehen und sagen: „Du liegst falsch“, sondern: „Hey, erklär mir doch mal, was sagt dein in 8 Vers 14? Erklär du mir mal. Wie siehst du das? Also hat sich Offenbarung 9 schon erfüllt hier mit der 6. Posaune? Was meinst du? Oder sag mir doch mal, ist das Jahr-Tag-Prinzip jetzt gültig oder nicht? Erklär mir mal nach der Bibel.“ Ganz geschickt, super.
[50:08] Buchverteilung. Verteilt Bücher, aber, und jetzt Achtung, gleichzeitig soll weiterhin normal gearbeitet werden. Also sie sagen: „Bitte gebt nicht einfach euren Job auf und rennt jetzt durch die Gegend und dann werden wir Fanatiker genannt. Ihr arbeitet weiter, bleibt bei eurem Job, aber tut, was ihr könnt.“ Denn natürlich wussten auch Millers Mitarbeiter, die menschliche Natur ist so, die neigt gerne zu Extremen. Und wenn man dann begeistert ist: „Jesus kommt in 3 Jahren wieder“, dann könnte es manchen geben, der dann über die Stränge schlägt.
[50:40] Siebtens: Adventgläubige, Achtung, die in ihren Kirchen Widerstand erfahren, sollen wo bleiben? In ihren Kirchen bleiben, um einen guten Einfluss auszuüben, aber man soll in jedem Fall die Umstände beachten. Also es mag Ausnahmen geben, aber in der Regel war es nicht das Ziel, die Leute aus den Kirchen rauszuholen, sondern dort die Adventbewegung hineinzubringen.
[51:01] Achtens: Trotz Widerstand, Hohn etc. sind zu erwarten und sollten nicht zu Murren und Ungeduld führen. Da kann man viel von lernen, oder? Wussten sie gleich schon, damals. Und noch eine ganz interessante Sache: Einführung von freien Adventbibliotheken in jeder Stadt. Sie hatten das sehr große Ziel, in jeder Stadt in den USA einen Ort zu haben, wo der normale Mensch hingehen konnte und Bücher lesen konnte über die Wiederkunft. Bibliotheken waren damals gerade erst so im Kommen und das war die Gelegenheit, das Medium zu verbreiten.
[51:37] Litch ist unterwegs und wurde dann ernannt zum Generalagenten, der jetzt im Auftrag der Miller-Bewegung Publikationen verbreiten sollte. Und er hier, weiß ich immer noch seinen Namen? Fitsch, genau. Er ist immer noch kein Millerit, hat noch keine Ahnung. Aber er kämpft mittlerweile ganz stark für die Kraft des Evangeliums. Im Juni hält er eine Predigt mit dem Titel „Die Kraft des Evangeliums“, Römer 1, Vers 16. Und zwar die Kraft über Sünde. Das ist ein großes Thema. Sünde überwinden durch die Kraft des Evangeliums. Und das wird ihn später noch von ganz großer Bedeutung machen, auch in der Miller-Bewegung.
[52:18] Am Ende des Junis schreibt Himes an Miller über den Fortgang der Konferenz und sagt: „Schau mal, es war so ein Segen. Kein Streit, keine Trennung. Stattdessen die Brüder kommen immer mehr zusammen und es gibt immer mehr auch, die Miller auf das Datum 1843 folgen.“ Das Datum verfestigt sich und er sagt: „Wir haben so viel Geld gesammelt, wir können Publikationen drucken und verbreiten. Es wird ein Segen werden.“ Und so ist Miller getröstet, dass ganz ohne ihn Gott es schafft, eine mächtige Bewegung aufzubauen, die seine Lehre weiter verbreitet und trotzdem das Ganze ohne Personenkult abgeht. Das ist ziemlich genial, wie Gott das gemacht hat.
[53:00] Nächste Woche haben wir dann das Crescendo der Konferenzen. Der Puls schlägt und schlägt dann immer mehr und wir werden sehen, wie das weitergegangen ist und ob Miller sich nochmal erholt hat von seiner schlimmen Krankheit, ob er nochmal eingreifen konnte in das Geschehen. Und ich glaube, wir haben wieder eine ganze Menge gelernt über das Denken unserer Pioniere, über die Art und Weise, wie sie rangegangen sind. Da kann man eine ganze Menge von lernen und wir haben ohnehin nichts zu befürchten für die Zukunft, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Nicht nur in Bezug auf die Art und Weise, sondern auch auf die Lehre und auf all das. Wer hat uns Stück für Stück geführt? Jetzt haben wir eine kurze Pause und werden dann in fünf Minuten wieder zum Offenbarungsseminar schreiten. Dazu seid natürlich herzlich eingeladen. Bis dann wünsche ich euch Gottes Segen.
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