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In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ beleuchtet Christopher Kramp die prophetische Bewegung im Jahr 1840, Teil 2. Er taucht tief in die Ereignisse des Sommers und Herbstes 1840 ein, von der Erfüllung biblischer Prophezeiungen im Osmanischen Reich bis hin zu den persönlichen Erfahrungen von Schlüsselfiguren wie Ellen Harmon und William Miller. Die Folge thematisiert auch die aufkommende Kritik an Millers Lehren und die Organisation der Miller-Bewegung durch die erste Generalkonferenz.


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Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

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Transkript

[0:00] Einen wunderschönen guten Abend, heute hier aus Stuttgart-Bad Cannstatt. Schön, dass ihr da seid und schön, dass ihr eingeschaltet habt auf www.joelmedia.tv.de zu "Die Zeit des Endes" heute mit einer der wichtigsten Folgen überhaupt und einer der spannendsten. Und wir werden heute einiges, einiges lernen. Ich hoffe, ihr seid schon gespannt. Und wir werden heute das Thema haben: Eine prophetische Bewegung 1840, Teil 2. Letztes Mal im Juni aufgehört und deswegen werden wir heute im Juli weitermachen und Juli bis Dezember 1840 uns betrachten. Denn die Jahre von 1840 bis 1843 sind wirklich das Fundament, auf dem wir alle stehen. Und deswegen wollen wir uns das gründlich anschauen. Und wir wollen Gott bitten, dass er uns führt und leitet. Möchte ich einladen, mit mir ein Anfangsgebet zu sprechen. Und dann tauchen wir hinein in die Fülle an Informationen, die wir heute Abend studieren wollen.

[0:53] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir jetzt zu dir kommen können. Wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir so viele kostbare Lektionen jetzt von dir lernen dürfen, aus der Geschichte, unserer Geschichte. Und wir möchten dich bitten, dass du durch den Heiligen Geist zu uns sprichst, dass wir mit geistlichen Ohren hören, was du uns zu sagen hast, damit wir lernen, wie auch in dieser unserer Zeit die Botschaft der baldigen Wiederkunft Jesu schnell und ins Herz getragen verbreitet werden kann. Wir möchten dich bitten, dass du deine Verheißung wahr machst, dass dein Wort nicht leer zurückkehrt und dass wir von dir angesprochen werden heute Abend. Im Namen Jesu. Amen.

[1:29] Das Jahr 1840 sollte ja das Jahr sein, wo sich diese ominöse Prophezeiung erfüllt aus Offenbarung 9. Können wir uns erinnern, dass Josiah Litch diese Prophezeiung gemacht hat, dass im August 1840 etwas mit dem Osmanischen Reich passieren sollte? Sind wir alle darauf gespannt, was passiert ist? Bevor wir anschauen, was passiert ist, wollen wir erst einmal anschauen, was dann überhaupt passieren soll. Deswegen wollen wir ganz kurz eine Minute unsere Bibel zur Hand nehmen, damit wir ein ganz, so ein ganz minimales Fundament auch haben, was da eigentlich in der Bibel steht.

[2:02] In Offenbarung 9, wir machen kein ausführliches Studium, das haben wir an anderer Stelle mal gemacht, nur ganz kurz, sag ich, so die Hauptpunkte, auf die es jetzt ankommt, damit wir das richtig wertschätzen, was in diesem Jahr passiert ist, in diesem Teil des Jahres. In Offenbarung 9 finden wir im ganzen Kapitel die Beschreibung des Islam. In der 5. und der 6. Posaune finden wir verschiedene Epochen, verschiedene Zeitabstände des Islam. In der 5. Posaune haben wir ebenfalls auch eine Zeitperiode. Wenn ihr es mal anschauen wollt, da gibt es diese 5 Monate, und zwar in Vers 5. Da heißt es: "Es wurde ihnen gegeben, sie nicht zu töten, sondern sie sollten 5 Monate lang gequält werden." Wie viel Tage sind 5 Monate in der biblischen Prophetie? 150 Tage sind dann 150 Jahre. Das heißt, der erste Zeitabschnitt der islamischen Eroberung sollte 150 Jahre gehen. Das war genau genommen vom, wenn wer das mitschreiben möchte, 12. Juli 1299. 12. Juli 1299. Und dann 150 Jahre bringen uns in das Jahr 1449.

[3:17] 1449. Und dort beginnt dann die 6. Posaune. Und auch die hat eine Zeitprophezeiung, und die finden wir in Vers 14 und 15. Vers 14 und 15 heißt es: "Und die Stimme sprach zu dem sechsten Engel, der die Posaune hatte: Löse die vier Engel, die gebunden sind an dem großen Strom Euphrat." Und die vier Engel wurden losgebunden, die auf Stunde, Tag, Monat und Jahr bereitstanden, den dritten Teil der Menschen zu töten. Ein Jahr sind 360 Tage, ein Monat sind 30 Tage, ein Tag ist ein Tag. Gemeinsam sind es 391 Tage, gemeinsam sind es 391 Jahre, und diese eine Stunde sind umgerechnet 15 Tage. Und wenn man jetzt 391 Jahre und 15 Tage noch dazu rechnet, kommt man auf jenes Datum: 11. August 1840.

[4:10] Aber was sollte da passieren? Schaut mal in Vers 14. Da heißt es, für diesen langen Zeitabschnitt, diese zweite lange Zeitprophezeiung, sollten die vier Engel, die an dem großen Strom gebunden sind, gelöst werden. Der Strom Euphrat, das sind die Völker, die Babylon unterstützen, richtig? Offenbarung sagt ganz deutlich, dass die Hure Babylon an vielen Wassern sitzt. Damals waren das all die Völker, die im Mittelalter die katholische Kirche unterstützt haben, das heißt die europäischen Nationen. Bis zu diesem Zeitpunkt, bis zum Beginn der 6. Posaune, waren die Türken oder das Osmanische Reich immer noch abhängig von den europäischen Mächten. Sie haben zwar mal so Angriffe gestartet, aber sie waren abhängig. Und in jenem Jahr 1449 ist das Jahr, wo der oströmische Kaiser in Byzanz, später Konstantinopel, den türkischen Soldaten gefragt hat, ob er Kaiser werden darf. Und damit hat sich eine europäische Macht unter das Osmanische Reich gestellt und diese vier Engel, die für die vier Mächte des Osmanischen Reiches galten, oder die vier Kalifate, wurden plötzlich gelöst. Sie waren nicht mehr gebunden an die europäischen Mächte, sie waren gelöst. Wenn sie für 391 Jahre gelöst sind, also völlig unabhängig, was müssen wir dann erwarten am Ende der 391 Jahre? Dass sie wieder eingebunden sind. Das heißt, der Text sagt an keiner Stelle, dass das Osmanische Reich zerstört wird. Das ist sehr wichtig. Es wird nicht zerstört, sondern die Lösung hört auf. Sie sind dann wieder gebunden.

[5:50] Jetzt Litch und Miller haben das jetzt nicht so detailliert auseinandergenommen, denn wenn die Welt sowieso 1843 endet, kann man davon ausgehen, dass 1840 das Osmanische Reich zugrunde geht. Aber das war nicht unbedingt der Fall und deswegen wollen wir jetzt in das Jahr hineingehen. Nur, dass wir das ein bisschen vor Augen haben. Wir erwarten also, dass das Osmanische Reich sich unter die europäischen Nationen stellt.

[6:16] Doch das Jahr begann. Im Sommer 1840 finden wir einen jungen Mann namens James White, der 19 Jahre alt ist und der mittlerweile, nachdem er seiner schweren Augenkrankheit geheilt worden ist, Lehrer werden möchte. Und er unterrichtet schon und studiert quasi nebenbei. Er studiert Pädagogik, unterrichtet schon und arbeitet sich buchstäblich krank und hat ganz wenig zu essen und arbeitet und arbeitet. Er verliert auch so ein bisschen seinen Glauben an Gott. Er war ja Mitglied auch der Christian Connection, einer jener Denominationen damals. Und im Sommer 1840 arbeitet er im Sommer während der Semesterferien in einer Sägemühle, um sich ein bisschen Geld für die Akademie zu verdienen. Und dort verletzt er sich an der linken Ferse schwer. Er wird sein Leben lang nicht richtig auf dem linken Fuß auftreten können.

[7:07] Eine andere Person, die später mal mit James White zu tun haben wird, ist Ellen Harmon. Und die ist zwölf Jahre alt. Wir haben letztes Mal gesehen, wie sie 1840 Miller zum ersten Mal gehört hat. Könnt ihr euch erinnern? Und wie sie in Erlösungsungewissheit war und verzweifelt war, wird sie gerettet werden oder nicht? Und im Sommer 1840, wobei man muss dazu sagen, das Datum ist nicht genau festzustellen. Es gibt auch Quellen, die sagen 1841 oder 1842. Die meisten sagen 1840. Deswegen gehen wir jetzt davon aus, obwohl wir es, wie gesagt, nicht ganz genau bestimmen können. Jedenfalls in so einem Sommer ist sie mit ihren Eltern auf ein Campmeeting gefahren und zwar von Portland ein bisschen ins Land hinein nach Buxton. Solche Campmeetings waren ja seit einigen Jahrzehnten gut bekannt. Ihr erinnert euch noch an den Anfang unserer Serien, nicht wahr? Und da kamen die dann immer in Herrscharen. Gerade die Methodisten waren die Meister der Campmeetings. Da hat man irgendwo im Wald gecampt und da wurden Vorträge gehalten. Und da gab es Erweckung. Zum Teil ging das da ziemlich drunter und drüber. Aber es gab auch sehr viele gute Predigten. Und das ist hier der Ort. Ein bisschen späteres Bild von Buxton. Hier noch die Gegend. Irgendwo hier im Wald vielleicht war dieses Campmeeting, wo Ellen Harmon mit zwölf Jahren hinkam und sich Folgendes überlegt hat.

[8:31] "Im folgenden Sommer gingen meine Eltern nach der Methodisten-Lagerversammlung in Buxton, Maine, und nahmen mich mit. Ich war völlig entschlossen, den Herrn dort im rechten Ernst zu suchen und, wenn möglich, Vergebung meiner Sünden zu erlangen. Es war ein großes Verlangen in meinem Herzen nach der Hoffnung des Christen und dem Frieden, der durch den Glauben kommt." Also Ellen sagte ich mit zwölf Jahren, da gibt es eine Zeltversammlung. Da will ich hin. Ich will dort sehen, ob ich Jesus finden kann. Wann war das letzte Mal, dass du mit einem richtigen Entschluss zu einer geistlichen Versammlung hingegangen bist? Ich will da etwas entscheiden.

[9:09] "Ich wurde sehr ermutigt, während ich einer Predigt zuhörte." Ich finde es immer interessant, durch welche Predigttexte, welche Predigten Menschen sich bekehren. Wir haben das schon bei William Miller gesehen und bei Joseph Bates. Und hier haben wir die Predigt, die Ellen Harmon umgewandelt hat. Mit zwölf Jahren. Eine Predigt über die Worte: "Und also will ich zum Könige hineingehen. Komm ich um, so komm ich um." Esther 4, Vers 16. Kennt ihr die Geschichte?

[9:37] "In seinen Bemerkungen nahm der Prediger Bezug auf diejenigen, die zwischen Hoffnung und Furcht schwanken, sich danach sehnten, von ihren Sünden gerettet zu werden, um der verzeihenden Liebe Christi teilhaftig zu werden, aber in Zweifel und Knechtschaft gehalten werden durch Schüchternheit und Furcht vor Misslingen. Er riet solchen, sich Gott zu ergeben und sich ohne Verzug auf seine Gnade zu verlassen. Sie würden einen gnädigen Heiland finden, der bereit sei, ihnen das Zepter der Barmherzigkeit darzureichen, wie Ahasveros der Königin Esther das Zeichen seiner Gunst darreichte." Kann man sich vorstellen, wie so ein methodistischer Prediger diese Geschichte erzählt und sagt: "Kommt, kommt nach vorne. Es ist genauso wie beim König. Jesus wird euch das Zepter entgegenreichen."

[10:14] "Alles, was von dem in der Gegenwart seines Herrn zitternden Sünder gefordert werde, sei die Macht des Glaubens auszustrecken und das Zepter seiner Gnade zu berühren. Diese Berührung, sichere Vergebung und Frieden." Eigentlich ganz tolle Predigt.

[10:29] "Diejenigen, die warten, um sich selber der göttlichen Gunst würdiger zu machen, ehe sie es wagen, die Verheißung Gottes zu beanspruchen, begehen einen ernsten Fehler. Jesus allein reinigt von Sünde. Nur er kann unsere Vertretung vergeben. Er hat sein Wort gegeben, unsere Bitten zu hören und das Gebet derer zu gewähren, die im Glauben zu ihm kommen. Viele haben eine unbestimmte Idee, dass sie eine wunderbare Anstrengung machen müssten, um die Gunst Gottes zu gewinnen. Aber alles Selbstvertrauen ist vergeblich. Nur indem der Sünder sich durch den Glauben mit Jesus verbindet, wird er ein hoffnungsvolles, gläubiges Kind Gottes."

[11:03] Das war die Predigt, die sie gehört hat. Und dann sagt sie: "Diese Worte trösteten mich und gaben mir einen Begriff von dem, was ich tun müsste, um selig zu werden." So viele Menschen wissen, dass irgendwas nicht stimmt, aber sie haben keine Ahnung, was sie eigentlich tun müssen. Und jetzt versteht sie: Ich muss einfach im Glauben meine Hand ausstrecken.

[11:18] "Nun fing ich an, meinen Weg klarer zu sehen und die Finsternis begann zu schwinden. Ich betete ernstlich um Vergebung meiner Sünden und strebte danach, mich gänzlich dem Herrn zu geben. Aber ich war oft in großer Angst, weil ich nicht die geistlichen, überschwänglichen Gefühle hatte, die ich für einen Beweis meiner Annahme für Gott hielt. Und ich wagte nicht zu glauben, dass ich ohne dieselben bekehrt sei." Sie hat halt gewartet, dass irgendwas mit ihr passiert, irgendein Gefühl sie aufwühlt. Kennt ihr das auch, dass ihr vielleicht darauf wartet, da passiert was?

[11:49] "Wie sehr ich doch der Belehrung betreffs der Einfall des Glaubens bedurfte. Während ich mit anderen, die den Herrn suchten, vor dem Altar gebeugt war, lautete die Sprache meines Herzens: Hilf, Jesus, rette mich, oder ich verderbe. Ich werde nicht aufhören zu bitten, bis mein Gebet erhört ist und meine Sünden vergeben sind." Das ist ein bisschen wie Jakob: "Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich."

[12:15] "Ich fühlte meinen bedürftigen, hilflosen Zustand, wie nie zuvor. Während ich kniete und betete, und jetzt Achtung, verließ mich plötzlich meine Bürde und mein Herz war erleichtert. Zuerst kam ein Gefühl der Bestürzung über mich, und ich versuchte meine Bürde der Herzensangst wieder aufzunehmen." Sie hat sich gewundert: "Wo ist jetzt meine Angst denn?" Es schien mir, ich habe kein Recht, mich freudig und glücklich zu fühlen. Aber Jesus schien mir sehr nah. Und ich fühlte mich imstande, mit meinen Kümmernissen, Heimsuchungen und Prüfungen zu ihm zu kommen, gerade wie die Bedürftigen um Hilfe zu ihm kamen, als er auf Erden war. Es war eine Gewissheit in meinem Herzen, dass er meine besonderen Prüfungen verstehe und mit mir sympathisiere. Niemals kann ich diese köstliche Versicherung der mitleidsvollen Liebe Jesu gegen eine, die seiner Beachtung so unwürdig war, vergessen."

[13:13] "Ich lernte in jener kurzen Zeit, als ich mit den Betenden niedergekniet war, mehr von dem göttlichen Charakter Christi als je zuvor."

[13:22] Eine der Mütter in Israel, also eine ältere Schwester vermutlich, kam zu mir und sagte: "Liebes Kind, hast du Jesus gefunden?" Ich war im Begriff, mit Ja zu antworten, als sie auch so fiel: "Ja, du hast ihn gefunden. Sein Friede ist mit dir. Ich sehe es dir am Gesicht an."

[13:39] Wieder und wieder sagte ich zu mir selber: "Kann dies Religion sein? Irre ich mich nicht?" Es schien mir viel zu viel zu sein, um es beanspruchen zu können, ein zu hohes Vorrecht. Obgleich zu schüchtern, um es offen zu bekennen, fühlte ich, dass der Heiland mich gesegnet und mir meine Sünden vergeben hatte. Zwölf Jahre alt.

[14:00] Bald darauf schloss die Lagerversammlung und wir machten uns auf die Heimreise. Meine Gedanken waren voll von den Predigten, Ermahnungen und Gebeten, die wir gehört hatten. Alles in der Natur schien verändert zu sein. Es ist auch schon so gegangen, dass wenn ihr eine Erfahrung mit Gott gemacht habt, plötzlich die ganze Welt anders aussieht.

[14:16] Während eines großen Teiles der Versammlung hatten wir Wolken und Regen gehabt und meine Gefühle waren in Harmonie mit dem Wetter gewesen. Nun aber schien die Sonne klar und hell und überflutete die Erde mit Licht und Wärme. Die Bäume und das Gras hatten ein frisches Grün, der Himmel ein tieferes Blau. Die Erde schien unter dem Himmel und dem Frieden Gottes zu lächeln. Sie sagte an einer anderen Stelle, als sie in einer Kutsche gefahren ist, hat sie, wenn da Leute vorbeigegangen sind und sich über Arbeit unterhalten haben oder was sie letzten Abend gemacht haben, es klang für sie immer so, als ob die nur gebetet haben und gepredigt haben. Alles, was sie gehört hat, war ein Lobpreis Gottes.

[14:54] So hatten die Strahlen der Sonne der Gerechtigkeit die Wolken und das Dunkel meines Gemüts durchdrungen und die düsteren Schatten verscheucht. Es schien mir, dass ein jeder im Frieden mit Gott und von seinem Geiste belebt sein müsse. Alles, worauf meine Augen ruhten, schien einen Wechsel durchgemacht zu haben. Die Bäume waren schöner und die Vögel sangen lieblicher als je zuvor. Sie schienen dem Schöpfer in ihren Gesängen zu loben. Ich wollte nicht gern sprechen, aus Furcht, dieses Glück möchte ich finden und ich könnte den köstlichen Beweis der Liebe Jesu zu mir verlieren. Mein Leben erschien mir in einem anderen Lichte. Die Heimsuchung, die meine Kindheit verdunkelt hatte, schien mir in der Herzlichkeit auferlegt worden zu sein, zu meinem Besten, um mein Herz von der Welt und von ihren unbefriedigten Vergnügungen abzuziehen und es den dauernden Reizen des Himmels geneigt zu machen.

[15:42] Bald nach unserer Rückkehr von der Lagerversammlung wurde ich samt mehreren anderen auf Probe in die Gemeinde aufgenommen. Damals war das so, man wurde dann auf Probe aufgenommen in die Gemeinde und dann hat man noch Unterricht bekommen und irgendwann später wurde man getauft. Dazu kommen wir dann ein andermal. Aber mit zwölf Jahren wurde sie jetzt sozusagen wie beim Führerschein. Man hat dann quasi erstmal Probezeit. Und dann sollte man sehen, ob sich diese Jugendlichen auch bewähren. So war das damals.

[16:08] Ja, gehen wir jetzt ein bisschen zeitlich voran. Im Juli kommt die neue "Signs of the Times" heraus und zwar mit einem neuen Artikel, mit einem neuen Vortrag von William Miller, der noch nicht in seinem Buch drin ist. Und zwar ein Vortrag über Offenbarung 14. Und darin behauptet er, kurioserweise, dass die 144.000 die Kinder sind, die gestorben sind, bevor sie sich entscheiden konnten. Und das überrascht sogar Himes, dass er sagt: "Naja, also damit haben wir jetzt auch nicht gerechnet." Weil für Miller gibt es in Offenbarung 14 drei Ernten: die 144.000, die Kinder, dann die Gerechten, dritte Engelsbotschaft, und dann die Ungerechten. Uns interessiert natürlich vor allem, was er über die drei Engel sagt. Er sagt, der erste Engel, Offenbarung 14, Vers 7, das sind die Bibelgesellschaften und die Missionsgesellschaften, die seit 1798 die Welt missionieren. Und der Offenbarung 14, Vers 8, die zweite Botschaft, "gefallen, gefallenes Babylon", das ist der Fall von Papsttum, 1798. So hat er das gesehen. Und Offenbarung 14, Vers 9, die dritte Engelsbotschaft, das hat er quasi auf jetzt seine Zeit bezogen. Die ganze Welt verkündigt ja, dass Jesus wiederkommt. Naja.

[17:21] Und ansonsten gibt es immer wieder Berichte von "The Nations", die Nationen, was passiert, die neuesten Neuigkeiten aus der alten Welt, aus Europa, Kriegsvorbereitung im Orient, und die Frage mit dem Osmanischen Reich und dem Vizekönig von Ägypten, die gegeneinander stehen und so weiter und so fort. Und die neuesten Nachrichten aus Jerusalem. So war der Puls des Millerismus im Juli.

[17:49] Im Jahr 1840 wurden dann auch Bücher gegen Miller geschrieben. Bis dahin gab es immer mal wieder so schlechte Zeitungsrezensionen, aber jetzt war die Sache so weit gewachsen, dass Leute sich bemüßigt gefühlt haben, Bücher zu schreiben gegen ihn. Zum Beispiel hier: "Die Theorie von William Miller, dass nämlich die Welt 1843 endet, utterly exploded", also wir bringen sie zum Explodieren quasi, ja. Oder "Miller wird, ja, also, wie sagt man, overthrown?" Überwunden, durcheinandergeworfen, ja. "Der falsche Prophet wird überführt." Das wurde übrigens geschrieben von einem anonymen Katholiken, der Kapitel für Kapitel von William Millers Buch durchgeht und durcheinanderbringt und behauptet, naja, das kleine Horn, das ist Antiochus IV. Epiphanes, und so ein ganzer Quatsch. Und der wiederum sagt, alle Menschen kommen in den Himmel und keiner wird verloren gehen. Das Interessante ist, dass die Bücher sich gegenseitig widersprechen und das stärkt natürlich Miller, ja.

[18:47] Ein anderes Buch, das wir nicht hier drauf haben, ist noch von einem ganz berühmten Theologen gewesen aus New York City, Reverend Dowling, der schreibt auch, dass die 2300 Jahre eigentlich 1150 Tage sein müssten und viel komisches Zeug. Und, naja, viele, die Miller nicht hören wollen, berufen sich natürlich dann jetzt in der Folgezeit auf solche Bücher und sagen: "Schaut mal, das ist alles widerlegt worden."

[19:13] Am 12. Juli predigt Miller in seiner Heimatstadt in Hampton, da haben wir ihn. Und am 15. Juli gibt es in den "Signs" eine Ankündigung, und zwar gibt es eine andere Zeitschrift, die nichts mit Miller zu tun hat, in Amerika, die nennt sich "The Literalist", also der Verbuchstäbler, könnte man übersetzen, und in dieser Zeitschrift werden die ganzen Werke der britischen Adventgläubigen, die wir in den letzten Jahrzehnten ja gesehen haben, werden abgedruckt in Amerika. Das heißt, zeitgleich mit Miller kommt eine Zeitschrift in Philadelphia auf, die den Leuten zeigt: "Schaut mal, da gibt es Leute in England, die auch da glauben, dass Jesus bald wiederkommt." Und die drucken das ab hier, und in der Zeitschrift von Himes wird das jetzt befürwortet, und da gibt es so ein bisschen jetzt Kontakt: "Wir sind nicht die Einzigen, da gibt es Leute in England, die verkündigen, dass Jesus wiederkommt, schon seit Jahrzehnten. Miller hat das nicht erfunden." Und da werden wir jetzt sehen, wie das noch mehr zusammenhängt.

[20:13] Hier, das ist jetzt am 1. August. "A Word of Warning", das war auch ein Buch aus England, das man jetzt entdeckt hat und das rübergeschifft worden ist nach Amerika, und die "Signs of the Times" sagen: "Schaut mal her, hier gibt es andere Leute, die sagen im Wesentlichen, was ganz ähnliches wie Miller." Auch wenn er jetzt nicht 1843 hat hier, der Pym, sondern 1847, aber so ungefähr, in die gleiche Richtung geht das.

[20:37] Und dann, in der gleichen Ausgabe, etwas ziemlich Monumentales, nämlich ein Artikel von Henry Dana Ward. Das ist er. Henry Dana Ward ist ein ganz, ganz angesehener Theologe, der im Laufe des Jahres die Zeitschrift gelesen hat und gesagt hat: "Hey, das gefällt mir. Die reden über die Wiederkunft, und zwar so, dass die Wiederkunft vor dem Millennium stattfindet." Das war auch seine Position. Henry Dana Ward war ein bekannter Anti-Freimaurer-Kämpfer und ein bekannter Theologe, 43 Jahre alt schon, in der episkopalen Kirche, ziemlich studierter Mann, und er schreibt einen Artikel über die historischen Hintergründe, wie die Lehre vom Millennium in den Jahrzehnten und Jahrhunderten der Kirchengeschichte verändert worden ist. Und wie das ursprünglich mal war, in der Bibel, so wie Miller es auch gehabt hat. Und damit bringt er eine ganz neue Note hinein, nämlich eine sehr gelehrte Note. Und Himes freut sich und sagt: "Wow, kannst du noch mehr solcher Artikel schicken? So was brauchen wir ja." Und so kommt Henry Dana Ward in den engeren Kreis der Milleriten.

[21:43] Und dann gibt es sogar Artikel, die andeuten, es könnte bald die Gnadenzeit vorbei sein. Denn die 6. Posaune ist das 2. Wehe, und wenn das 2. Wehe vorbei ist, dann kommt das 3. Wehe ganz schnell. Und im 3. Wehe, in der 7. Posaune, wird das Geheimnis Gottes vollendet. Und das klingt ja so, als ob die Gnadenzeit zu Ende ist.

[22:06] Aber die wichtigste Aussage an jenem 1. August war: Wenn wir davon ausgehen, das ist jetzt Josiah Litch, dass die 150 Jahre, wie ich gerade schon erklärt habe, sich exakt erfüllt haben, bevor der Kurze den Thron mit Erlaubnis der Türken bestieg, und dass die 391 Jahre und 15 Tage am Ende der 1. Periode begannen, dann werden sie am 11. August 1840 enden. Dann können wir warten, dass die Macht des Osmanischen Reiches gebrochen ist, und ich glaube, genau das wird der Fall sein. Schreibt am 1. August, nach 10 Tagen.

[22:40] Was Litch nicht weiß, das ist ja das Interessante. Damals gab es noch kein Twitter und kein Facebook und keine BBC Breaking News. Das hat noch mal 2 Monate gedauert oder 1,5 Monate, bis die Nachrichten dann in Amerika waren, die wir gleich noch sehen. 15 Tage vorher, am 15. Juli, treffen sich in London die Abgesandten von Österreich, Russland, Preußen und Großbritannien in der sogenannten Londoner Vier-Mächte-Konferenz gemeinsam mit einem Bevollmächtigten des Osmanischen Reiches und stellen ein Ultimatum, das sagt: Wenn der Vizekönig von Ägypten sich nicht beugt, dann werden wir die Sache in die Hand nehmen. Weil das Osmanische Reich kann das nicht mehr alleine lösen, wir nehmen das in die Hand. Also stellt euch vor, ich versuche euch ein Beispiel zu geben: Ich habe einen Arbeitnehmer, ich bin ein Arbeitgeber in meiner Firma, und ein Arbeitnehmer macht einen Rabatt und ich kriege den nicht unter Kontrolle. Und dann treffe ich mich mit euch und vier Leute von euch sagen: "Pass auf, wenn der sich nicht beugt, dann werden wir die Kontrolle übernehmen und wir werden ihn zur Raison rufen." Das ist dann quasi der Punkt, wo ich meine Herrschaft über die Firma so ein bisschen an euch verliere, weil ihr euch dann darum kümmert. Und genau das wird am 15. Juli beschlossen, unterzeichnet, und jetzt hat das Osmanische Reich zwei Möglichkeiten. Entweder sie liefern dieses Ultimatum auch wirklich an Ägypten aus und sagen: "Hey, unser großer Bruder Europa, die helfen uns." Oder sie sagen: "Nee, nee, dann verlieren wir unsere Autorität, wir machen das lieber selber." Das Ultimatum haben sie in der Hand, es ist noch nicht ausgeliefert.

[24:27] Währenddessen schreibt Litch: "Am 11. August wird es soweit sein." Schauen wir mal weiter, was passiert. Übrigens, Litch war allerdings auch clever. Denn er wusste schon, wenn irgendwas schiefgelaufen ist in seiner Berechnung, dann hat er Folgendes gesagt: "Wenn sie so begonnen und geendet haben, dann ist die obige Berechnung korrekt. Wenn nicht, wenn also vielleicht die historischen Daten nicht stimmen oder die Historiker sich gehört haben, vielleicht in einem Tag oder so, wenn nicht, wird es eine Abweichung in der Schlussfolgerung geben. Aber die Beweislage ist klar, dass diese Abweichung nicht in Jahren besteht. Wir müssen geduldig warten." Also es könnte ja vielleicht sein, dass man sich um einen Monat verrechnet hat. Und dann sagt er: "Aber", so wird gefragt, "wird sich dein Denken verändern, wenn es nicht nach der obigen Berechnung eintrifft? Wird dann nicht dein Vertrauen in die Theorie erschüttert?" "Ich antworte: Keinesfalls. Die gerade besprochene Prophezeiung ist eine isolierte. Und ein Fehler in den Berechnungen hat keine Auswirkung auf andere Berechnungen." Der war klug genug zu sagen: Selbst wenn sich das jetzt nicht eintrifft, hat das nichts mit 1843 zu tun. Die 6. Posaune hat nichts mit Daniel 8 und Daniel 9 zu tun. Weil er wusste natürlich, wenn er einen Fehler gemacht hat und das nicht eintrifft, dann werden viele sagen: "Die ganze Miller-Theorie ist vollständig durcheinander." Deswegen sagt er das von vornherein. Und sagt dann: "Aber, wann immer es erfüllt wird, wird es den Weg für die Szenen der Endzeit öffnen. Niemand sollte also triumphieren, wenn wir uns um einige Monate verrechnet haben."

[25:58] Ja, das überspringen wir, das ist nicht so wichtig. Hier noch etwas aus der gleichen Ausgabe, das finde ich ganz interessant. Sie hat noch ein bisschen Sinn für Humor. Ich hoffe, ich kann das auf Deutsch ein bisschen wiedergeben. Hier gibt es so eine Spalte. Das sind so Ratschläge: "Be active", heißt, sei aktiv. "Be believing", sei gläubig. "Be contented", sei zufrieden. "Be decided", sei entschieden. "Be earnest", sei ernst. "Be forgiving", sei vergebungsbereit. Also, "be" heißt immer sei. Eine Reihe von "Bs". Aber "Bs" heißt auch Bienen. Das ist ein Bienenschwarm. Und naja, gut, wie auch immer.

[26:42] Moment. Genau. 13. August hat sich Miller auf den Weg gemacht, in die Stadt, wo er seine allererste Predigt gehalten hat, vor ziemlich genau neun Jahren, in Dresden, New York. Und hat da wieder gepredigt. Er hat die alten Städte nicht verlassen.

[27:07] Und dann, was ich vergessen habe, vier Tage vorher, am 5. August, macht sich der türkische Außenminister mit dem Ultimatum in der Hand auf die Schiffsfahrt von Konstantinopel Richtung Alexandria. Und dann, jetzt ratet mal, wann hat er Alexandria erreicht? Am 11. August. Erreicht er Alexandria, obwohl der Sultan sich eigentlich zurückziehen wollte, aber er reicht noch rechtzeitig, übermittelt ihm das und sagt: "Schau her, das ist das Ultimatum. Jetzt ist die Sache außerhalb der Hände des Osmanischen Reiches. Jetzt ist die Sache außerhalb der Hände der europäischen Mächte. Das ist in der Kontrolle." Und am selben Tag, als dann der türkische, der osmanische Sultan die europäischen Abgesandten in Konstantinopel, in seinem eigenen Palast, fragt: "Ja, was werdet ihr denn jetzt machen?" Der Sultan fragt die Abgesandten: "Ja, was machen wir denn jetzt, wenn der Vizekönig, wenn der Mohammed Ali jetzt nicht einlenkt?" Dann sagen sie ihm in seinem eigenen Palast: "Das werden wir dann machen. Keine Sorge, dafür ist gesorgt." Das heißt, an just diesem Tag, durch zwei Ereignisse, wird deutlich: Das Osmanische Reich ist von den europäischen Mächten abhängig und existiert nur noch, weil die europäischen Mächte wie England und Russland und Preußen sie aufrechterhalten, sind also quasi wie ein Vasall. De facto. Naja, das hat noch ein bisschen gedauert, bis das dann erstmal berichtet wurde und dann nach Europa kam, dort in den Zeitschriften stand und dann nach Amerika weiterging. Deswegen hat man das in Amerika nicht gleich gewusst, aber es hat sich auf den Tag genau erfüllt. Wir werden gleich sehen, wie das weitergeht.

[29:06] Währenddessen schreibt Miller in einem Brief an seinen Sohn auf Predigtreise gerade: "Ich weiß nicht, was ich zu einer erneuten Massachusetts-Reise sagen soll. Die haben ihn wieder eingeladen nach Boston. Übermorgen beginne ich eine Vortragsreihe in Fort Ann. Nächste Woche gehe ich nach Norden, wo ich an drei Orten sein werde. Das Ganze wird mindestens drei Wochen dauern. Ich habe mehr zu tun, als zwei Männer, wie ich tun sollten. Ich muss zweimal pro Tag predigen." Weiß jemand, wie lange seine Predigten im Durchschnitt gingen? 90 Minuten. Halleluja, nicht wahr? Zweimal pro Tag, 90 Minuten. Ich muss mit vielen sprechen, eine Menge Fragen beantworten, Briefe aus allen Himmelsrichtungen beantworten, von Kanada bis Florida, von Maine bis Missouri. Ich muss alle aufrichtigen Argumente, von denen es ehrlich gesagt nicht viele gibt, gegen mich lesen. Ich muss den ganzen Slang der Betrunkenen und Nüchternen lesen. Der Polarstern muss im Blick behalten werden, die Karte konsultiert werden, der Kompass beobachtet werden, die Segel gesetzt werden, das Ruder betätigt, das Schiff klargemacht, die Segler gefüttert, die Reise fortgesetzt, der Hafen der Ruhe, den wir ansteuern, muss verstanden werden und der Wachposten befragt werden. "Wächter, wie lange ist noch Nacht?"

[30:21] In dieser Ausgabe vom 15. August haben wir noch den Brief. Und so weiter und so fort. Und dann am 15. August, also in diesem Jahr hat es sich wirklich überschlagen. Ein weiterer Meilenstein. Kann das jemand hier lesen, was dort steht? "A conference", heißt übersetzt? Eine Konferenz. Himes und Litch kommen auf die Idee, warum halten wir nicht eine große Konferenz, wo alle, die an Millers Theorie glauben, mal zusammenkommen und alle ihre verschiedenen Sichtweisen präsentieren. Eine Generalkonferenz, das nennt man dann eine Generalkonferenz. Und so sagen wir: "Wir fragen durch die Zeitschrift, gibt es Interesse daran? Wenn es Interesse daran gibt, schickt euch unseren Namen, damit wir einen regelrechten Aufruf machen können." Und das soll dann geschehen.

[31:12] Und hier sehen wir noch ein Beispiel für Artikel, die da drin standen. Immer "The Restoration of the Jews", die Wiederherstellung der Juden. Das war jetzt Henry, nee, das war auch Josiah Litch, der ganz, ganz viel schreibt für diese Zeitschrift. Hier haben wir sogar den, siehst du, den Originaltext. "Einige Freunde der Lehre der nahen Wiederkunft Christi haben vorgeschlagen, um den 1. Oktober hier in der Stadt eine Konferenz zu veranstalten, um die Prophezeiung bezüglich der Zeit und der vorhergehenden Ereignisse der Wiederkunft des Herrn gründlich und frei zu studieren. Diejenigen Brüder, die dem zustimmen, werden so gut sein, uns ihre Namen zu geben, dass wir sie in den Aufruf setzen. Und Bruder Henry Jones, das war ein Prediger aus New York, der schon sehr lange Miller kannte. Das war der erste, der Miller kennengelernt hat, schon 1832 im Briefkontakt mit ihm stand. Und Josiah Litch haben ihre Namen bereits gegeben."

[32:02] Und aufgrund dieser vielen Werke, die gegen Miller geschrieben worden sind, hat Miller angefangen, die Bibel noch gründlicher zu studieren. Und da ist er auf etwas gestoßen, was die nächsten Wochen in der Zeitschrift hin und her debattiert worden ist. Nämlich, er hat versucht, eine vollständige biblische Chronologie zu entwerfen, von Adam bis zu seiner Zeit. Also das war ziemlich kompliziert. Wie alt die geworden sind, die Jahre und die ganzen Bibelstellen. Und jetzt ratet mal, wo er rausgekommen ist: Im Jahre 1843, nach seiner Berechnung, sind es genau 6.000 Jahre. Also ich würde sagen, das ging in den nächsten Monaten hin und her. Leute haben geschrieben: "Aber da fehlen zwei Jahre." Und "Was ist mit den fünf Monaten?" Weil, ganz ehrlich, eine ganz durchgehende biblische Chronologie ist wirklich schwierig herzustellen. Es gibt einige Stellen, das ist unklar, wie lange war das hier und so. Da gibt es mehrere Ansichten. Auch Chroniken und Könige sind manchmal nicht ganz lückenlos. Aber das hat zumindest erst mal so gepasst. Und das hat Miller und seine, haben das ein bisschen in diese Richtung verschoben. Schaut mal hier, die Bibel ist sehr genau. Und das haben wir gehabt.

[33:17] Genau, er geht weiter, hier nach Colchester, Burlington. So ein bisschen wieder in die kleineren Städte, da in Vermont, wo schon früher viel gewesen ist. Predigt weiter im August und September. Und schreibt dann über seine Berichte im September, wie es gewesen ist. Und jetzt kommt hier dieser Aufruf für die Generalkonferenz. Die Generalkonferenz.

[33:39] Ansonsten wird immer viel über die Völker berichtet und die Herstellung von Jerusalem und so weiter und so fort. Und dann, im September, erregt eine andere Nachricht Aufmerksamkeit. Weiß noch jemand, wie der hier hieß? Den haben wir im Jahre 1837 kurz angedeutet gehabt. Und das ist nämlich George Storrs. Kann man sich erinnern? George Storrs war derjenige, der 1837 angefangen hatte, ohne jeglichen Kontakt zur Miller-Bewegung, völlig außerhalb, das Thema Zustand der Toten zu studieren. Der hatte da so ein Traktat bekommen und hat dann gesagt: "Ich will das gründlich studieren." Er war eigentlich gegen die Idee, dass die Toten nur schlafen, nicht gleich in den Himmel kommen. Aber nach drei Jahren Studium, gründlichem Studium, kommt er 1840 zum Schluss: Die Toten schlafen und warten auf die Auferstehung. Und weil er zu diesem Schluss kommt, er ist ein relativ angesehener Mann in der methodistischen Kirche, tritt er aus der methodistischen Kirche aus. Also George Storrs ist jetzt da. Mit der Miller-Bewegung hat er noch nichts zu tun, aber wir wollen ja die ganzen Ereignisse sehen, wie Gott das so führt. Just zu diesem Zeitpunkt ist George Storrs ausgetreten, weil er überzeugt ist, die Toten schlafen nicht. Schlafen, Verzeihung.

[35:05] Hier dann im September beginnt tatsächlich der Krieg, den die Europäer dem türkischen Vizekönigreich angedroht haben, um damit das Osmanische Reich am Leben zu erhalten. Und sie fangen hier an in Libanon und in heutigen Palästina. Am 11. September, ehrlich gesagt sogar, das sind vor allem Briten und Österreicher, fangen jetzt an, Beirut und andere Städte zu bombardieren und dann einzunehmen. Müller geht nach Salisbury im September, 12. bis 20. Predigt dort. Und dann haben wir hier die offizielle Einladung zur Generalkonferenz auf Deutsch. "Die Unterzeichner, die an die baldige Wiederkunft des Messias glauben, vereinigen sich freundlich in einer Einladung zu einer Generalkonferenz aller Brüder der USA und anderswo, die ebenfalls auf die nahe Wiederkunft warten. Das Treffen findet in Boston, Massachusetts am Mittwoch, den 14. Oktober 1840 um 10 Uhr statt und soll zwei Tage dauern oder so lange, wie es für richtig gehalten wird."

[36:06] Und jetzt ganz wichtig, gut zu hören. Das Ziel der Konferenz ist was? Weder die Gründung einer neuen christlichen Glaubensorganisation, war nie das Ziel, noch der Angriff auf unsere Brüder, die bezüglich der Zeit und der Art der Wiederkunft uns widersprechen, sondern im Geiste Christi, in dem man sicher ist, wenn man ihn am Richterstuhl trifft, das ganze Thema treu und fair diskutieren. Keine neue Denomination, keine Attacke gegen andere, sondern Bibelstudium. Wer hätte die Leute unterschrieben haben? David Miller, David Millard, Henry Dana Ward, da haben wir ihn, diesen Gelehrten. Aldi Fleming ist der Pastor aus Portland von der Christian Church, bei dem Ellen White jetzt öfter zur Kirche geht. Ellen Harmon natürlich, Entschuldigung. Henry Jones, das ist wie gesagt, der Mann, den Miller schon seit 1932 kennt. Und wir haben hier Joseph Bates, der von der ersten Stunde an im engeren Führungskreis mit dabei wirkt. Dann haben wir noch andere hier: Plumer, Stevens, Thurer, Russell, Josiah Litch, Sylvia Edward Cole, das war derjenige, der sich geschämt hat, als er Miller abgeholt hat. Mittlerweile ist er voll auf seiner Seite. Und Joshua Himes. Und die Themen, die zur Diskussion stehen, sind: Wiederkunft, Chronologie der Prophetie, Wiederherstellung Israels, Geschichte und Lehre des Millenniums, das Reich der Himmel und das Gericht.

[37:33] Am 18. September kommt eine neue Enzyklika des Papstes Gregor XVI. heraus. Und die heißt "Probem nostis". Und in dieser Enzyklika spricht er über die weltweite Mission der katholischen Kirche. Und das Ziel ist, die ganze Welt wieder unter die katholische Kirche zu vereinen. Und er beschwert sich, dass es immer noch Häretiker gibt, die den Papst als Antichristen bezeichnen. Und da sieht man, die tödliche Wunde fängt an, ein bisschen zu heilen. Noch ist sie noch klaffend, aber sie fängt schon wieder an zu gesunden.

[38:10] Der Krieg geht weiter im Nahen Osten und Miller hat nochmal ein paar Vorträge, die er hier hält. Und dann macht er sich bereit für die Reise zur Generalkonferenz. Das können wir überspringen, ist nicht so wichtig. Hier wird nochmal darauf hingewiesen, der Miller soll auch einen Tag vor der Konferenz einen Vortrag geben für die Öffentlichkeit. Und weil man weiß, dass viele der Sprecher, die kommen werden, zum Teil auch unterschiedliche Meinungen haben, versucht man jetzt, alle einzuschwören auf Harmonie. Denn man weiß, es gibt viele von denen, die an Millers Theorie im Allgemeinen glauben, glauben zum Beispiel nicht an das Datum 1843. Also weder Henry Dunawort noch Henry Jones glauben an 1843. Selbst Joshua Himes ist nicht wirklich überzeugt von 1843. Sie glauben an die baldige Wiederkunft. Und sie sagen also jetzt hier: "Lasst uns zusammenkommen, lasst uns nicht streiten." Denn meistens bei solchen Konferenzen verfängt man sich in Details und dann gibt es Streit und so weiter. Und so versucht man von Anfang an, Einheit zu erzeugen.

[39:15] Überspringen wir auch, unwichtig. Und jetzt passiert etwas, das wirklich, wirklich, wirklich interessant ist. Am 8. Oktober macht sich William Miller auf die Reise nach Boston zur Generalkonferenz. Das ist der Weg. Da ist A, da ist seine Heimat. Da ist C. Kann jemand B erkennen? Das sind drei Meilen weiter. Direkt hinter der Grenze. Bis dahin ist er gekommen. Und dann hat er hier Typhusfieber bekommen. Und musste zurück. Und konnte nicht an der Generalkonferenz teilnehmen. Können Sie sich das vorstellen? Neun Jahre lang Tag und Nacht gearbeitet und jetzt kommt zum ersten Mal. Alle zusammen. Und er kann nicht dabei sein. Er hatte vorher, allein in diesem Jahr, am 1. Oktober, in einem Jahr vom 1. Oktober 1839 bis 1840, 627 Vorträge gehalten. Das Jahr hat nur 365 Tage. A 90 Minuten. Hat sich wirklich bis ans Ende ausgelaugt und ausgearbeitet. Hat ungefähr 5000 Menschen allein in diesem Jahr erreicht. Also bekehrt. Und jetzt kommt der Höhepunkt und alle sind da und Miller liegt krank zu Hause. Ist krass, oder? Man kann natürlich sagen: "Gott, das ist doch ungerecht, oder?" Aber ich glaube, es gibt eine ganz, ganz, ganz tiefe Lektion dahinter. Gott wollte nicht. Gott wollte nicht, dass es eine Miller-Bewegung ist. Und just an dem Moment, wo die Möglichkeit bestanden hätte, ihn auf einen Sockel zu heben, sagt Gott: "Nee, nee. Wir machen die Konferenz ohne Miller." Und die gleichen Themen können ja von anderen auch gepredigt werden, oder? Ich glaube, da können wir so viel von lernen. Wenn das nächste Mal wir uns fragen: "Mensch, warum gerade? Das wäre doch Gottes Wille gewesen, dass Miller bei dieser Konferenz ist." Weil Gott weiß warum.

[41:15] Die Generalkonferenz tritt zusammen und damit wir so ein Gefühl bekommen, was da passiert ist, versuchen wir uns mal hineinzuversetzen. Ungefähr 200 abgesandte Delegierte von den verschiedenen Kirchen aus den Bundesstaaten kommen zusammen. Dort am 14. Oktober. Es beginnt um 10 Uhr. Joshua Himes verliest nochmal die Einladung und dann wird ein vorläufiger Vorsitzender gewählt. Man muss ja auch ein bisschen Struktur schaffen jetzt, weil alle zusammenkommen. Und das wird Henry Dana Ward, weil er so bekannt ist und so ein populärer Mann ist. Und dann hält der besagte Henry Dana Ward, das ist Himes hier natürlich, eine Eröffnungsrede. Und dann wird ein Ernennungskomitee gewählt. Wie ein Ernennungsausschuss, der gewählt wird, um dann später die Position zu besetzen. Und am weiteren Vormittag hält dann Josiah Litch einen machtvollen Vortrag zum Thema Wiederkunft Jesu. Danach gibt es Mittagessen. Was gibt es wohl bei der ersten Generalkonferenz zu essen? Es gibt Brot und kalte Wurstscheiben. Das ist schön, oder? Und was gibt es noch? Moment, ich hab's noch. Käse gibt es auch, genau. Käse und Äpfel und kaltes Wasser. Immerhin, nicht wahr? Das haben sie gegessen.

[42:27] Dann am Nachmittag gibt es ein bisschen Gebet und Gesang und informeller Austausch, ein bisschen Socializing, nicht wahr? Wie geht es euch da in Maine und euch in Massachusetts? Und dann um 15 Uhr werden die Ämter gewählt. Und jetzt Achtung, wer dort die Ämter bekommt. Der Vorsitzende wird nicht Joshua Himes, nicht Josiah Litch, sondern dieser Henry Dana Ward. Weil sie verstanden haben, das ist ein Mann von Welt, der mit uns prinzipiell übereinstimmt und dem geben sie den Vorsitz. Er kriegt noch ein paar Assistenten dazu und zwei Sekretäre, unter anderem Henry Jones. Den soll man sich aufmerken. Ward merken, die anderen sind egal. Dann gibt es ein Komitee für Arrangements, die sich darum kümmern soll, die ganzen Konferenzen zu planen. Joshua Himes, Josiah Litch, Joseph Bates. So ein Macher dabei. Und ein Finanzkomitee, da ist kein Bekannter dabei, weil die Bekannten sind die Macher und die können sich nicht gleich sich um das Geld kümmern. Das ist besser, wenn das getrennt ist. Also hat man Leute genommen, die jetzt nicht so sehr im Vordergrund stehen, die sich um das Geld kümmern, dass da irgendwie gemauschelt wird.

[43:37] Und dann kommt der Vortrag am Nachmittag, der vielleicht der berühmteste geworden ist in der ganzen Generalkonferenz. Und das sollte man wirklich mal gehört haben. Henry Dana Ward hält einen Vortrag über die Lehre des Millenniums. Er fängt an bei der Urchristenheit und geht durch jedes Jahrhundert und zeigt, wie in welchem Jahrhundert das Millennium interpretiert worden ist. Und er zeigt, die Urchristen haben es so gesehen wie Miller, und dann ist es im Mittelalter verfälscht worden durch die katholische Kirche. Da hat man gedacht, das Millennium ist jetzt schon. Und dann die Protestanten haben es wieder so gesehen wie Miller. Und dann ist es in der protestantischen Welt gefälscht worden. Und damit legt er ein Fundament, nämlich er zeigt, dass Miller in Übereinstimmung ist mit der Bibel, mit der Urchristenheit und mit den Protestanten. Und das ist ganz enorm. Für viele, die auch kommen, die bisher gedacht haben, dass Miller eigentlich gar nichts Neues entdeckt. Das ist quasi wie bei Luther. Als Luther entdeckt, was ich gerade sehe, das haben die anderen auch schon geglaubt. Dieser Vortrag ist wie, als wenn das Fundament plötzlich gegossen wird für die gesamte Adventbewegung. Ihr habt euch wahrscheinlich nie Gedanken darüber gemacht, dass das Millennium auch vor den tausend Jahren sein könnte, vor der Wiederkunft. Aber hier. Das ist der Punkt.

[44:53] Abends gibt es auch Gebet und Gesang und Ermahnung. Und Henry Jones hält eine Präsentation und zeigt in den verschiedenen Glaubensbekenntnissen, bei den Lutheranern, überall das gleiche, was Miller sagt. Und legt einen Vortrag über Chronologie. Das ist jetzt ziemlich wichtig geworden für sie. Und es gibt ein Rundschreiben, das verlesen wird.

[45:09] Am 15. am zweiten Tag gibt es wieder einen geistlichen Beginn. Es werden weitere Komitees gewählt. Und ein Vortrag über die Wiederherstellung Israels von Henry Jones. Der sagt: "Wir sind das geistliche Israel und die Verheißung Israels gelten für uns." Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Und hier sehen wir ein neues Komitee, das gewählt worden ist. Und zwar das Komitee für Auslandskorrespondenz. Das sind die Leute, die sich jetzt vor allem damit befassen sollen, nach England zu wirken. Mit den Briten Kontakt aufzunehmen, die ja schon seit Jahrzehnten in die Richtung arbeiten. Und vielleicht habt ihr mal die Idee gehört, dass die Adventpioniere alle Jugendliche waren, oder? Schon mal gehört? Das gilt für eine Zeit später, nicht für diese Zeit. In dieser Zeit waren es alles, könnt ihr die Alte sehen? Die meisten von denen waren so knackige Männer in ihrem besten Alter, sozusagen. Das kam dann später, als Gott mehr auf Jugendliche zurückgreifen musste. Das sind diese fünf Leute, wenn ihr euch merken könnt, das sind so, zu diesem Zeitpunkt 1840, die fünf Macher der Miller-Bewegung: Himes, Miller, Ward, Litch und Jones. Das sind auch die, die fast immer predigen bei diesen Konferenzen.

[46:19] Und abends, an den Nachmittagen, ganz interessant, gibt es dann noch so eine Zeugnerstunde. Die Leute erzählen: "Hey, bei uns war Miller, und das hat das und das bewirkt, und wir haben das Buch gelesen." Austausch. Und dann gibt es ein Abendmahl mit allen Teilnehmern. Bis dann in der Bibel steht, dass Jesus sagt: "Durch das Abendmahlfeiern verkünden wir den Herrn, bis er kommt." Jetzt treffen die sich und sagen: "In drei Jahren kommt Jesus wieder. Wir verkünden den Herrn, bis er kommt." Methodisten, Baptisten, alle zusammen, ohne sich zu streiten, feiern Abendmahl. Ein ganz großes Gefühl gewesen zu sein.

[46:57] Himes präsentiert dann noch zwei Miller-Vorträge, in schriftlicher Form, die Miller ja selbst nicht halten kann. Und naja, das Ganze endet dann mit einem Adventlied, also mit einem Wiederkunftslied. Miller dagegen schreibt Folgendes, in der gleichen Zeit: "Warum war es mir nicht vergönnt, jene allen Denker, dieser guten, dieser herrlichen Sache des Lichtes und der Wahrheit zu treffen? Warum muss ich diese letzte Bedrängnis tragen? Und warum kann ich nicht diese eine Freude haben, Mitarbeiter zu treffen, an der Sache, die so große Aussichten hat, so herrlich in ihren Resultaten ist, Gott so sehr ehrt und sicher für die Menschheit ist? Warum sind die Vorsehungen Gottes so mysteriös?" Mal gefragt. "Ich habe mich oft gefragt, das ist interessant, kann ich niemals meinen Willen haben? Nein, niemals. Bis mein Wille mit deinem, oh Vater, harmonisiert. Ja, Gott hat recht. Seine Vorsehung ist richtig, seine Wege sind gerecht und wahrhaftig und ich bin töricht, wenn ich murre und klage."

[48:01] Nur aus Zeitgründen, ganz kurz nur. An einer dieser Zeitschriften in dieser Zeit zeigt Josiah Litch, dass die sogenannten sieben Zeiten aus 3. Mose 26, von denen einige glauben, dass es 2024 Jahre sind, dass das nicht der Fall ist. Ich sage das deswegen, weil es heute einige Leute gibt, die das als legitime Prophezeiung hinstellen, behaupten, alle unsere Pioniere hätten das geglaubt. Hier ist der Beweis, 15. Oktober 1840. Ich lese jetzt nicht durch, aber für alle, die das später sehen und anschauen, bitte hier Stopp machen, das Zitat lesen. Das ist eine Bombe. Für einige dieser Splittergruppen, die behaupten, dass die 2020 eine Prophezeiung sind.

[48:45] Und dann gute Nachrichten aus Großbritannien, 15. Oktober. Warum? Da meldet sich ein Adventgläubiger aus Großbritannien mit Namen James Beck. Wollen wir ihn? Da, James Beck. Und sagt: "Hey, ich habe von euch gehört, wisst ihr was, hier gibt es auch viele Leute, die glauben auch, dass Jesus wiederkommt und ich würde gerne mit euch in Kontakt treten." Und wisst ihr was? Und jetzt haltet euch fest: James Beck ist der einzige von diesen Leuten dort in Großbritannien, der durch eigenes Studium den Sabbat erkannt hat. Und er tritt 1840 mit den Milleriten in Kontakt. Gott zieht die Fäden. Wir werden noch sehen, was die Milleriten daraus gemacht haben. Gott muss geduldig sein. Aber Gott war schon zu diesem Zeitpunkt willig, den Sabbat mit hineinzubringen. Da ist der Kontakt. Aber noch schreibt er nicht über den Sabbat.

[49:37] In Großbritannien ist die Lage sehr gespalten. Es gibt noch viele, die an die Wiederkunft glauben, aber manche haben die Prophetie völlig aufgegeben. Hier zum Beispiel Newman, ganz, ganz bekannter Theologe, der eine riesige Bewegung gestartet hat, rückt zurück nach Rom, rückt zurück zur katholischen Kirche und dann sagt man: "Die ganzen Prophezeiungen hier, das ist eine Dissertation von Todd, beziehen sich alle auf die Zukunft, haben nichts mit römischen Kirchen zu tun. Der Antichrist ist ganz woanders." Die Adventbewegung, die wir noch vor einigen Jahren gesehen haben, in Großbritannien in den 20er und 30er Jahren, ist schon ziemlich am Schrumpfen in England.

[50:17] Hier, dann kommt der Bericht raus von der Generalkonferenz. Seht ihr zwei Kolumnen? Eine Kolumne ist: Moment, kein Millennium vor der Auferstehung. Und dann kommen die ganzen Zeugen: Bibel und Kirchenväter und Reformatoren. Reformatoren. Und dann keine Rückkehr der Juden vor der Auferstehung und da kommen auch die ganzen biblischen Texte und Zeugen. Das sind die beiden Säulen der Generalkonferenz, worauf sie sich geeinigt haben: Wiederkunft vor dem Millennium, keine spezielle Rückkehr der Juden aus dieser Welt.

[50:53] Und dann am 1. November kommt die Nachricht an über das, was im Nahen Osten passiert ist. Also ungefähr zwei Monate später. Noch etwas ungenau, noch sagen die Nachrichten, es war am 15. August, nicht am 11. Und jetzt schreibt Josiah Litch und sagt: "Naja, also 15. August ist doch relativ nah schon am 11. August. Das passt ungefähr." Währenddessen geht der Krieg dort weiter. Die Österreicher und die Briten schießen die Ägypter in die Luft. Da sieht man so ein paar auch Gedichte, die sie so gehabt haben. Und übrigens, Miller ist so krank, dass man davon ausgeht, dass er noch in kurzer Zeit sterben wird. Und deswegen will man ein neues Werk herausbringen, wo alles bisher unveröffentlichte Material von Miller vorkommt. So quasi als letzte Ehrung.

[51:41] Hier sieht man noch eine Liste von Büchern, die es mittlerweile alles gibt, innerhalb weniger Monate zusammengetragen. Von Henry Jones und von Josiah Litch und von Miller und von so weiter und so fort. Immer mehr Bücher kommen zusammen und werden zusammengestellt, um sie verbreiten zu können. Und dann am 27. November tatsächlich gesteht der Pascha von Ägypten das Ultimatum ein und stellt sich unter die europäischen Mächte. Und der Krieg dort ist beendet.

[52:13] Hier haben wir James Beck, jenen Sabbat haltenden britischen Adventisten, der jetzt sogar eine, wie sagt man, ein Leitartikel schreiben darf. Dort auf der Frontseite der "Signs of the Times". Der Kontakt ist hergestellt. Und dann, wer hätte es gedacht, Miller genießt, wie sagt man? Genießt? Er ist genesen und gesund. Und was macht er? Vom 26. bis 30. Dezember kann er endlich wieder predigen und geht sofort nach Fort Ann, New York und hält weitere Vorträge. Und ja, man kann ihn nicht stoppen.

[52:55] Letzte Geschichte. James White kommt wieder an seine Schule im Winter 1840 und er kommt in Kontakt mit dieser Theorie vom Millertum, von diesen Milleriten, die mittlerweile sich ausbreiten. Und er sagt: "Was für ein Fanatismus! Was für ein Quatsch!" Er hat sich ja früher taufen lassen mit 15, aber er interessiert jetzt mehr die Bildung und die Wissenschaft und er möchte mehr intellektuell wachsen und glaubt, das ist ganz, ganz großer Quatsch. Naja.

[53:29] Miller predigt. James White mit 19 Jahren. Wie das weitergeht und was aus James White geworden ist, sehen wir dann nächstes Mal unter dem Titel "Ein erfolgreicher Plan 1841". Die Milleriten legen einen Plan. Jetzt, wo sie organisiert sind, wollen sie Amerika erreichen. Da haben wir nicht mehr viel Zeit. 1843 geht die Welt zugrunde. Und jetzt wird es langsam Zeit. Und ob Miller noch durchhalten wird oder vielleicht doch noch vorher stirbt, das werden wir dann auch sehen. Und auch was Ellen White, Ellen Harmon, erlebt hat. Gut, jetzt haben wir eine kurze Pause und dann sehen wir uns gleich zum Offenbarungsseminar in 5 Minuten wieder. Gottes Segen euch. Amen.

[54:09] Nein! Stopp! Heute haben wir so viel gelernt, dass wir uns wirklich noch mal vergewissern müssen. Wir haben nichts für die Zukunft zu befürchten, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Amen.


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