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In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ wird die erste Predigt von William Miller im Jahr 1831 beleuchtet, die als Wendepunkt in der Adventgeschichte gilt. Der Vortrag beginnt mit einem Rückblick auf die Ereignisse des Jahres 1831, darunter die Antisklaverei-Bewegung in Amerika und die Missionarsreisen von Josef Wolff. Im Fokus steht dann die persönliche Entwicklung William Millers, seine prophetischen Erkenntnisse und die Umstände, die ihn dazu brachten, seine Botschaft öffentlich zu verkünden. Die Serie beleuchtet die Anfänge der Adventbewegung und wie aus kleinen Schritten eine weltweite Bewegung entstand.


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Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

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Transkript

[0:00] Herzlich willkommen zu unserem Seminar "Die Zeit des Endes". Wir entschuldigen uns für die kurze Verspätung, wir mussten gerade noch eine Gebetserfahrung machen. Und hier war wirklich sehr schön, wir hatten gerade technische Probleme, haben gebetet und siehe da, die technischen Probleme sind vorbei. Und wer sagt, ich möchte auch mal so eine Gebetserfahrung machen, der sei herzlich eingeladen, hierher zu kommen in die Kissingerstraße. Solche Gebetserfahrungen macht man nur, wenn man hier live vor Ort ist und nicht, wenn man hinter dem Rechner ist. Da wartet man hinter nur dem schwarzen Bildschirm und wundert sich, dass nichts passiert. Deswegen herzliche Einladung an alle, die so im Umkreis von wie viel auch immer Kilometer hier um Stuttgart wohnen. "Die Zeit des Endes" und das Offenbarungsseminar genießt man am besten live vor Ort, nämlich mit allem, was dazugehört. Wir freuen uns, dass ihr eingeschaltet habt auf joelmedia.de, wir freuen uns natürlich, dass ihr auch da seid, hier live vor Ort. Es hat sich ja schon gelohnt. Und wir möchten heute die letzte Folge haben vor unserer Sommerpause. Und eigentlich ist die heutige Folge eigentlich die erste. Das werden wir sehen. Aber dazu kommen wir gleich in wenigen Minuten. Wir möchten wie jeden Abend noch einmal mit einem Gebet beginnen und werden dann in unser Thema hineinsteigen.

[1:08] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir so sehr für die Gelegenheit, zu dir beten zu dürfen. Wir danken dir für die Erfahrung, die wir machen dürfen, auch für die Gebetserfahrung. Und wir bitten dich, dass du jetzt in einer besonderen Art und Weise uns hilfst, zu verstehen, was wir zu lernen haben. Wir wollen über Millers erste Predigten sprechen, ein Wendepunkt in der Adventgeschichte, wie kaum einer zuvor. Und wir danken dir, dass wir von dir lernen dürfen und dass wir wissen dürfen, wie du uns auch führen wirst, nämlich genau so, wie du in der Vergangenheit auch geführt hast. Und wir möchten diese Lektion in unser Leben übertragen. Darum bitten wir dich jetzt um deinen Heiligen Geist, dass er gegenwärtig ist und uns hilft, diese Lektion zu finden und umzusetzen. Amen.

[1:48] "Die Zeit des Endes" heute mit dem Titel Millers erste Predigten 1831. Wir werden uns nicht das ganze Jahr 1831 anschauen, sondern nur das Jahr 1831 bis zur ersten Predigt von Miller und den Rest dann nach der Sommerpause. Wir haben schon so viel allein in diesem Jahr, in diesem Zusammenhang. Und dann nach der Sommerpause wird es weitergehen.

[2:10] Das Jahr 1831 begann am 1. Januar mit diesem Mann hier. Das ist William Lloyd Garrison. Hat jemand diesen Namen gehört? William Lloyd Garrison. Ganz, ganz bekannter Mann in der amerikanischen Geschichte. Er war einer der Vorreiter in der Antisklaverei-Bewegung, der Bewegung, die die Sklaven befreien wollte. Da gab es schon einige Leute, die vorgewirkt haben, aber er war ganz besonders wichtig und er wurde ganz schnell zum meistgehassten Mann der Südstaaten. Der Bundesstaat Georgia hat sogar ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt. Das lag vor allem daran, dass er diese Zeitschrift hier gegründet hat, die am 1. Januar 1831 zum ersten Mal rauskam: "The Liberator", der Befreier. Und dieses Thema der Sklaverei zog jetzt immer mehr im Norden ein. Es gab ja schon eine ganze Reihe von anderen Reformen, um die man sich gekümmert hat und auch diese Sache galt jetzt als wichtig. Vor allem durch die Erweckungsbewegung, durch die Christianisierung des Landes war man sich bewusst, wie können wir um den Segen Gottes für Amerika bitten, wenn gleichzeitig unserem Land Sklaven gehalten werden. Das passt nicht. Und so war auch das jetzt auf der Speerspitze der Reform und wurde immer mehr zum wichtigsten Punkt aller Reformen.

[3:21] Im Januar, ebenfalls im Januar, eine Woche später, am 8. Januar, hat Josef Wolff, der sich hier auf die Reise gemacht hat, nach Buchara und nach Afghanistan, erstmal Alexandria erreicht. Hier, war von Malta gekommen, hatte seine Frau ja Ende des letzten Jahres, Ende Dezember zurückgelassen mit dem Kleinkind und er ist jetzt erstmal nach Alexandria gekommen, jetzt zum sechsten Mal schon als Missionar hier in Alexandria. Er hatte zunächst Bedenken, ob er die Stadt betreten soll, weil er ja nur fünf Monate vorher, er war ja ausgewiesen worden, vielleicht erinnern wir uns daran, dass der Pascha Muhammad Ali ihn in der Stadt verwiesen hat, wegen seinen großen Plakaten. Und jetzt hat er sich gefragt, kann ich diese Stadt überhaupt noch betreten, hat dann aber mit Hilfe von britischen Offizieren feststellen können, das ist schon alles wieder vergeben und vergessen, vor allem vergessen. Und dementsprechend ist er da kurz gewesen, hat dort auch die Gelegenheit genutzt, zu einigen Europäern zu predigen, vor allem viele Freidenker, so Anhänger von Rousseau und einige Atheisten haben dort in Ägypten Unterschlupf gesucht, hat versucht, sich vom Christentum zu überzeugen, ist dann weitergereist hier nach Damietta und wollte dort ein Schiff nehmen nach Antalya, hat es aber nicht finden können, da war kein Schiff und so ist er zunächst einmal wieder zurückgegangen nach Alexandria. Das war so im Januar und er hat sich dort vor allem mit den verschiedenen Gruppen der Muslime auch beschäftigt, die es da so gibt und er weiß und hat dann auch kennengelernt, dass etliche Muslime ebenfalls an eine Wiederkunft Jesu glauben. Sie glauben, dass da auch der zwölfte Imam kommt, sie glauben an die Wiederkunft Jesu und das war für ihn natürlich sehr interessant, weil er diese Botschaft jetzt in die ganze Welt tragen wollte, dass Jesus, wie er glaubte, 1847 wiederkommen würde.

[5:07] Es war in diesem Jahr auch im Januar, dass in einer interessanten Zeitschrift, der irischen Zeitschrift "Christian Herald", über Prophetie berichtet wurde. Ein Jahr zuvor war dort in Irland eine Zeitschrift gegründet worden. Irland ist ja eigentlich, was für eine Denomination, vor allem Irland, streng katholisch, streng katholisch, aber da gibt es ein paar Protestanten und die haben versucht jetzt diese britische Adventbewegung auch nach Irland zu bringen und dort kamen jetzt regelmäßig Artikel auch über Daniel 2, über Daniel 7 und die Ergebnisse der britischen Adventisten, der Albury Park Konferenzen wurden dort vorgestellt. Im Januar hat man noch einmal versucht, in Amerika haben noch einmal versucht, einige christliche Kirchen dort die Postzustellung am Sonntag zu unterbinden, was wir das letzte Mal schon angeschaut hatten, aber auch diesmal ist das gescheitert. Die Bürger von Kentucky haben sich dagegen ausgesprochen, haben auf die Verfassung verwiesen und gesagt, das können wir nicht zulassen, dass der Staat definiert, was der Ruhetag ist und wann nicht.

[6:11] Am 2. Februar 1831 hieß es dann mal wieder Habemus Papam. Der letzte Papst, Pius VIII., war ja nur nach gut einem Jahr Regierungszeit schon wieder gestorben und so wurde dieser Herr hier gewählt. Sein Name war bürgerlich Bartolomeo Alberto Cappellari. Er war in früheren Zeiten Mönch gewesen und auch Kardinal, aber nicht Bischof, einer der wenigen in der modernen Zeit, der Kardinal, aber nicht Bischof. Und er nimmt den Titel Gregor XVI. an. Das war jetzt der Papst, der die nächsten Jahre regieren sollte dort im Vatikan. 54 Tage hat es gedauert, bis er gewählt war, Gregor XVI.

[6:55] Dann im Februar hat Wolff hier in Alexandria ein Schiff genommen und ist dann von Alexandria nach Antalya, damals Atalya genannt, in der Türkei im Osmanischen Reich gereist. Auf dem Schiff gab es eine ganze Reihe von muslimischen Pilgern, die kamen alle aus Mekka und wollten jetzt wieder zurück und hatten die Gelegenheit genutzt, mit der Bibel in der Hand über die Schönheiten der biblischen Poesie zu sprechen. Er hat das gemacht, weil viele Muslime über die besonders sublimen und wirklich feinsinnigen Passagen des Korans stolz sind und da hat Wolff gezeigt, dass es auch in der Bibel sehr schöne Poesie gibt und hat dort mit den Muslimen über den Glauben gesprochen.

[7:45] Dann am 15. Februar hatte William Miller seinen 49. Geburtstag. So alt war er mittlerweile geworden, über 10 Jahre jetzt als Farmer verbracht, fest im Glauben, mal hier was einem Nachbarn erzählt, mal dort, aber nie wirklich irgendwie größere Anstrengungen unternommen und er wusste, von diesem Zeitpunkt an, so war eine Überlegung, sind es noch ungefähr 12 Jahre bis zum Ende der Welt. Und an diesem 15. Februar ist folgendes passiert: Er hat einen Prediger, der öfter dort bei ihnen in Lowhampton gepredigt hat, mit Namen Elder Andrews, hat er einen Brief geschrieben und diesen Brief hat er mal versucht darzulegen, was er glaubt. Er wollte mal von einem, der auch predigt, hören, ob man das so sagen kann. Und dieser Brief ist sehr interessant, denn er zeigt uns, wie nach einigen Jahren jetzt die Positionen von Miller gleich geblieben waren, zum Teil sogar ein bisschen verändert hatten noch. Wir wollen uns den mal kurz anschauen, was er im Winter 1831 geglaubt hat, was sein Verständnis am 15. Februar zum 49. Geburtstag war.

[8:50] Zunächst einmal war er vollkommen überzeugt, dass Daniel 8 Vers 14 der wichtigste Beweis für die Wiederkunft war. Wir hatten damals ja kennengelernt, dass er drei Zeitprophezeiungen gesehen hatte: die 2300 Jahre und Morgen aus Daniel 8 Vers 14, dann die 1335 Tage aus Daniel 12 und auch die sogenannten 2520 Jahre aus, wie man meint, aus Levitikus 26. Aber 1831 war er sich klar, dass die wichtigste und wirklich grundlegende Prophezeiung, die in Daniel 8 Vers 14 ist. Weiterhin war er sich ganz sicher und er schreibt jetzt auch in den Brief, diesen achtseitigen Brief an den Prediger, was er über Daniel 7 denkt, nämlich Babylon, Medo-Persien, Griechenland, Rom und das Papsttum, so wie wir es heute auch kennen. Weiter schreibt er, was er über Daniel 8 denkt. In Daniel 8 sieht er Medo-Persien, er sieht Griechenland und er sieht Rom ebenfalls.

[9:48] Außerdem war ihm jetzt ganz klar und ohne jeden Zweifel, dass Daniel 9 der Schlüssel zu Daniel 8 ist. Das ist ja sozusagen die Schlüsselerkenntnis überhaupt, die er nicht alleine gefunden hat, die etliche andere vor ihm auch schon entdeckt hatten. Wir hatten das ja in den letzten Folgen immer mal wieder deutlich aufgeschlüsselt. Und das war ihm klar: Daniel 9 erklärt Daniel 8. Und interessanterweise, das ist sehr interessant, im Februar 1831 war er der Meinung, aufgrund eines Geschichtswerkes, dass die 70 Wochen und damit auch die 2300 Tage im Jahre 455 vor Christus anfangen. Jetzt ist das richtig oder falsch? Das ist nicht ganz richtig. Das richtige Datum wäre 457, aber das Geschichtswerk, das er damals jetzt als beste Quelle benutzt hatte, sagte 455. Und das hatte eine Konsequenz für ihn, nämlich, das sind jetzt quasi zwei Jahre zu spät. Das sind zwei Jahre später als 457. Und wenn man jetzt 2300 Jahre weiter rechnet, dann kommt man plötzlich ins Jahr 1845. So war er also in diesem Zeitpunkt vor einer gewissen Periode eher der Meinung, dass die 2300 Jahre 1845 enden. Das ist ganz interessant. Es wird relativ wenig überhaupt bekannt. Naja, und das hat er dann entsprechend auch sich überlegt.

[11:10] Er war sich aber nicht ganz sicher damit. Das kam ihm selbst wahrscheinlich ein bisschen komisch vor. Er konnte aber erstmal nicht anders das auslegen und hat so gesagt, naja, er wollte sich sowieso nicht auf ein genaues Datum festlegen. Das war eigentlich nie seine Sache gewesen. Er wollte nur sagen, es wird ungefähr in dieser Zeitperiode sein, so schreibt er in den Brief, dass er davon ausgeht, dass es zwischen 1843 und 1847 ist. So in etwa. Das war so sein Zeitrahmen. Er wollte das, er hat sich ganz, ganz lange dann noch später gewährt, irgendwie das festzumachen auf ein genaues Datum oder so. Das war so seine grundsätzliche Ansicht.

[11:41] Und dann etwas ganz Interessantes, vor allem dann, wenn man seine späteren Entwicklungen kennt. Anfang 1831 definiert er die Reinigung des Heiligtums. Wir wissen ja, in Daniel 8, Vers 14 heißt es: "Bis zu 2300 Abend und Morgen, dann wird das Heiligtum gerechtfertigt oder gereinigt werden." Definiert er die Reinigung des Heiligtums als die Reinigung von der Sünde. Das heißt, er sagt, der Mensch, die Menschen, die in der christlichen Kirche sind, werden in aller Sünde gereinigt sein. Und das ist sehr interessant, weil damit kommt er der Wahrheit schon relativ nahe. Wir wissen, es geht zwar eigentlich um das himmlische Heiligtum, aber das hat auch seine Konsequenz für die irdischen Tempel, nämlich für uns. Also da war jetzt schon ziemlich gut, die Reinigung von der Sünde. Und er meinte, das geschieht dann, wenn bei der Auferstehung, kurz vor der Wiederkunft, alle ohne jegliche Sünde auferstehen werden, einen neuen Körper haben, ganz rein sind und wieder ohne jemandem vergeben zu müssen. Das sei die Reinigung des Heiligtums. Deswegen hat er das immer mit der Wiederkunft verknüpft, weil er sagt, wann sind wir rein ohne Sünde? Wir sind bei der Wiederkunft.

[12:48] Und natürlich, das war ja eine seiner ersten und wichtigsten Positionen, von der er es natürlich nicht abgerückt, dass nämlich die Wiederkunft vor dem Millennium stattfindet. Wie wir schon oft gesehen haben, war das nicht mehr die populäre Ansicht. Die meisten Christen dachten, die Wiederkunft findet nach dem Millennium statt. Aber er hat das weiterhin ganz klar so gesehen. Und mit ihm natürlich auch die britischen Adventgläubigen, von denen allerdings nichts wusste zu diesem Zeitpunkt.

[13:13] An den 1335 Jahren aus Daniel 12 hat er auch festgehalten, richtigerweise, die richtigerweise im Jahre 1843 enden würden. Dazu vielleicht ein andermal mehr. Interessanterweise hat er auch geschrieben in diesem Brief über die zwei Zeugen aus Offenbarung 11 und hat dort deutlich gesehen und gezeigt, dass die beiden Zeugen, die in Offenbarung 11 beschrieben sind, das Alte Testament und das Neue Testament sind. Ist das richtig? Das ist sehr richtig. Und er hat sogar diese Zeitperiode einigermaßen richtig angegeben von 1793 bis 1796, wo während der Französischen Revolution diese beiden Zeugen unterdrückt worden waren durch die entsprechenden Gesetze dort. Da haben wir das.

[13:54] Ganz interessanterweise hat er sich auch über die sechste Posaune ausgedrückt. Die sechste Posaune, die er wie alle anderen Prophetieausleger seiner Zeit, da gibt es nicht einen einzigen, den man nicht findet, der es sagt, auf den Islam bezogen hat, auf das Osmanische Reich. Und er sagt, die sechste Posaune mit diesen 391 Jahren würde von 1453 bis 1843 gehen. Dieses Datum hat er offensichtlich geliebt. Das war eine Position, die hatte er 1822, am Anfang seiner Studien wohl noch nicht so deutlich gehabt. Das kam jetzt in den Jahren noch dazu, dass er sich mit den Posaunen beschäftigt hat. Und zunächst meine Ansicht war, dass auch die sechste Posaune dann bis 1843 gehen würde mit dem Islam. Und er glaubte auch, dass die sechste Plage ebenfalls von den Türken spricht und dass dieses berühmte Austrocknen des Euphrats, weil der Euphrat im Osmanischen Reich liegt, war die Logik damals, dazu führen wird, dass das Osmanische Reich langsam an Macht verlieren wird, bis es völlig ausgelöscht ist bei der Wiederkunft Jesu. Und wir haben das ja in den letzten Malen immer wieder gesehen, diese großen politischen Ereignisse, wodurch das Osmanische Reich immer mehr an Macht verloren hat, die griechische Revolution und dann der türkisch-russische Krieg, haben dazu geführt, dass alle, die sich mit der Bibel beschäftigt haben, gesagt haben: Genau das ist es, genau das ist es. Das ist das, was noch fehlt, wenn das Osmanische Reich zusammenbricht. Der Papst ist schon in Gefangennahme worden, der Papst ist schon zusammengebrochen, wenn das Osmanische Reich zusammenbricht, dann kommt Jesus wieder. Das war sozusagen das Verständnis damals.

[15:24] Und er glaubte, dass die siebte Posaune und die siebte Plage die Wiederkunft herbeibringen. Dass wenn die dann kommen, das ist dann die Wiederkunft. Und interessanterweise war er der Meinung, das muss man verstehen, wenn die Wiederkunft sich ereignet, hat er gesagt, dann wird die gesamte Welt verbrannt werden durch Feuer. Schon bei der Wiederkunft und zwar alle Bösen auch. Und das ist ein bisschen anders als das, was die Bibel sagt, aber das muss man verstehen. Er hatte dann geglaubt, dass Jesus dann tausend Jahre mit den Gläubigen auf der neuen Erde regiert. Das war sein Verständnis 1831. Jesus kommt wieder und mit ihm kommt das Feuer, das Feuer verbrennt alle Ungläubigen, die Erde wird gereinigt durch das Feuer und dann beginnt sofort die neue Erde, die neu geschaffen wird und zwar für tausend Jahre. Fast alles richtige Positionen, nur zeitlich sind sie ein bisschen durcheinander geraten. Aber das hat sich dann später noch ein bisschen geklärt, aber das war so sein Verständnis, was er auch hier deutlich gemacht hat.

[16:21] Und dann schreibt er folgendes: Zitat: "Von der Macht des biblischen Zeugnisses werde ich unwiderstehlich dahin geführt, zu glauben, dass die zivile Macht des Papstes, des Antichristen, da war er ganz deutlich darüber, 1798 endete. Und dass 45 Jahre später, Verzeihung, die Vision Daniels enden wird und Christus wiederkommen wird." Ein Ereignis muss sich noch ereignen, das ist jetzt sehr interessant, was er sagt. Ein Ereignis muss sich noch ereignen, das ist die große Schlacht, in der alle Könige der Erde beteiligt sein werden, die Könige des Antichrist und die Mohammedaner sind die drei unreinen Geister, die in diesem Krieg beteiligt sein werden gegen jene, die für Freiheit und Gewissensrechte kämpfen. Also er hat gedacht, zu diesem Zeitpunkt, dass irgendwann zwischen 1831 und wahrscheinlich 1843 jetzt zu einem gewaltigen Weltkrieg kommen wird, wo auf der einen Seite die ganzen tyrannischen Nationen des Papsttums und der Islam zusammenkommen werden, gegen die, die die Gewissensrechte und die Freiheit, das heißt die Protestanten, die wahren Gläubigen, dass das zu einem weltweiten Kampf kommen würde. Und dann sagt er, und 1843 oder spätestens 1847 wird Christus wiederkommen. Also dieses Zeitfenster war für ihn das, was er hier am 15. Februar zum Ausdruck gebracht hat.

[17:41] Am 25. Februar, zu der Zeit war ja gerade große Revolution in Europa, wir hatten das ja gesehen letztes Mal in Belgien, in Frankreich, zum Teil in Deutschland auch ganz gewaltig und auch in Polen. Die Russen haben dann versucht, die polnische Revolution wieder zu unterdrücken. Hier kommt es zur Schlacht von Grochow. Also die Welt war wirklich im Aufruhr zu dieser Zeit. Und am 27. Februar begann dann Wolff mit seiner Reise quer durch die Türkei Richtung Konstantinopel. Hier sehen wir seine verschiedenen Reisestationen, die er da gemacht hat, hat dort verschiedene Orte besucht, hat zu Muslimen gepredigt und ist dann, hat hier zu einigen armenischen Christen auch gepredigt und ist dann am 27. März zum dritten Mal in seinem Leben in Konstantinopel angekommen, der Hauptstadt des Osmanischen Reiches. Dort hat er auch zu Engländern gepredigt, zu Italienern und zu Juden und er hat sich ganz besonders interessiert, wie geht es dem Sultan, wie geht es den Politikern dort im Osmanischen Reich, denn auch er hat ja geglaubt, dass das Osmanische Reich bald zusammenfällt und hat dort entsprechend Hinweise gesucht. Das war eine ganz außergewöhnlich spannende Zeit für alle, die sich für die Prophezeiung interessiert haben. Seine Missionsarbeit wurde auch regelmäßig veröffentlicht, er hat selbst Journale geschrieben, wo er also dann regelmäßig Briefe gesendet hat, gesagt hat, das mir passiert, so bin ich gereist, das habe ich gepredigt und das wurde dann in vielen europäischen Zeitschriften abgedruckt, dadurch wurde er innerhalb kürzester Zeit wirklich weltberühmt. Also Josef Wolff hat damals jeder Mensch fast gekannt, der sich ein bisschen ausgekannt hat, ein bisschen Zeitung gelesen hat, er war in aller Munde und auch hier im März wurde in verschiedenen Zeitschriften, zum Beispiel im "Christian Herald" in Irland, seine Missionsarbeit vorgestellt.

[19:20] Dann am 5. April hat unser neuer Papst Gregor XVI. sein erstes Werk vorgestellt. Das ist ja mal kurz nachdem ein Papst gewählt wird, kommt eine Enzyklika heraus, die so ein bisschen beschreibt, was ist so das programmatische Denken des Papstes, was ist so sein Schwerpunkt und in seiner Enzyklika "Mirari Vos" da lobt er die Österreicher, weil sie mit Truppen in die Vatikanstadt eingedrungen waren, um dort einige Rebellen niederzuschlagen, denn auch die Vatikanstadt hatte die Revolution ergriffen von 1830 und da waren die Österreicher gekommen mit einer Armee und haben die Revolution wieder kurz und klein geschlagen und er bedankt sich dafür, er bedankt sich für die militärische Stärke der Österreicher und wendet sich gleichzeitig vehement gegen die Pressefreiheit. Das wäre ein großes Übel, denn damit kann man ja letztendlich auch Revolution entfachen. Pressefreiheit hat ihm also nicht gefallen, dem Papst Gregor dem 16.

[20:29] Dann hat sich Wolff im April auf den Weg gemacht, er wollte erst mit dem Schiff fahren, er will ja eigentlich hier irgendwo hinten in den mittleren Osten, aber mit dem Schiff, das hat sich zerschlagen und so hat er sich entschieden zu Fuß zu reisen oder vielmehr zu Pferd, weil er selbst kein geübter Pferdereiter war, hat er sich ein besonders altes und besonders lahmes Postpferd geben lassen, damit er nicht ständig abgeworfen wird und damit sind sie dann durch das türkische Festland und das ist viel Gebirge, sind sie dann hindurch und er hat interessanterweise viele Türken getroffen, die den Sultan hassen, auch das ist ein Zeichen der Schwäche des Reiches, das überall am Wanken ist, hat dort an einigen Orten wie in Beypazarı zu den Türken das Evangelium gepredigt und kam dann schließlich in Angora an, das ist heutige Ankara, damals Angora bekannt für die Angora-Wolle von den Angora-Kaninchen und das ist übrigens Galatien, das ist also da, wo früher die Galater gelebt haben und wo der Brief an die Galater hinging und dort hat er sogar alte Studienkollegen aus seiner Zeit in Rom getroffen und hat auch dort mit den Juden diskutiert und sogar mit den Politikern und Beamten und das Evangelium gepredigt und die baldige Wiederkunft, egal wohin kam, hat immer gepredigt: Jesus kommt 1847. Er hat das buchstäblich in die ganze Welt getragen, das ist wirklich sehr, sehr erstaunlich.

[21:53] In dieser Zeit, im Mai war es dann, dass in Paris auch eine neue Zeitschrift rausgekommen ist. Ihr seht schon, ständig kommen neue Bücher, neue Zeitschriften, es war wirklich eine, wie soll man sagen, eine Batterie von Magazinen, die sich da entwickelt hat. In Paris, da wirkt zu der Zeit der Louis Way, auch ein Freund von Joseph Wolff, ein Engländer, der sich auch für die Juden sehr interessiert und der auch für Kontinentaleuropa ein Herz hat und der dort in Paris jede Woche Versammlung abhält, wo man Prophetie studiert und er bringt dann eine Zeitschrift raus, die heißt "The Watchman", der Wächter, wo über die Prophetie berichtet wird und wo zum Beispiel Lacunzas Buch vorgestellt wird, "La Benida" und die verschiedenen Prophetieauslegungen vorgelegt werden, damit auch die Katholiken dort in Paris sich entscheiden können. Es gibt eine ganze Reihe von Katholiken, bei denen das Studium der Prophetie auf großes Interesse stößt, insbesondere bei der sogenannten Abspaltung der Jansenisten.

[23:02] Dann hat sich Wolff auf den Weg gemacht von Angora weiter auf seinem lahmen Pferd quer durch die Türkei, von kurdischen Dörfern, armenischen Siedlungen, zum Teil griechischen Städten und hat dort gepredigt, was das Zeug hält. Oftmals ist er nicht besonders nett empfangen worden an einem Ort. Manchmal ist er gar nicht, durfte er gar nicht bleiben, musste dann zum nächsten weiterreisen, war wirklich sehr schwierig und in der ganzen Zeit war er relativ krank und hat sich sehr unwohl gefühlt, aber er hatte ein großes Ziel vor und konnte dementsprechend nicht aufhören. Manchmal zwölf Stunden geritten auf schlechten Straßen, im Regen, das war wirklich kein Zuckerschlecken und er schreibt an einer Stelle, wo er zwölf Stunden im Regen über so eine schlechte türkische Straße marschiert ist, auf seinem Pferd, dass es die Gnade Gottes ist, die ihn aufrechterhält, dass er immer wieder spürt, dass wenn er nicht selbst immer wieder sich an Jesus wendet und sein Leben ihm erneut übergibt, dass man irgendwann in eine Depression verfallen könnte, angesichts dieser Schwierigkeiten oder vielleicht sogar in Selbsthochmut angesichts der Dinge, die man so alles leistet als Missionar. Und er beschreibt dann ganz anschaulich, wie er in seinem Leben immer wieder von Christus gestärkt wird und weitermachen kann. Ein großes Vorbild, was so die Mission angeht.

[24:22] Genau, das war die Schlacht, die wir jetzt erzählen wollen. Am 26. Mai besiegen dann die Russen die Polen und schlagen den Aufstand bei Ostrołęka fast vollständig nieder. Es ist dann im Juni, dass in dieser Zeitschrift "The Morning Watch", das ist die Zeitschrift, die von den britischen Adventgläubigen um Edward Irving und anderen herausgegeben wird, eine interessante Feststellung gemacht wird, nämlich, dass nach Ansicht etlicher Briten jetzt auch die 1260 Jahre auf 1798 gesehen werden. Wir hatten ja ganz am Anfang unseres Seminars mal gesehen, dass schon 1798 es da einige gab, die erkannt hatten, dass genau in diesem Jahr die 1260 Jahre zu Ende gehen. Dann lange Zeit war es etwas in Vergessenheit geraten, interessanterweise. Viele Leute haben gedacht, es war 1792, 1793. Miller, interessanterweise, war einer der Ersten, die gesehen haben, es war 1798 dann. Und hier in England setzt sich jetzt auch wieder mehr durch, dieses eigentlich korrekte Wissen, dass die 1260 Jahre genau bis 1798 gehen. Weiterhin wird aber hier auch für 1847 als Ende der 2300 Jahre geworben.

[25:46] Weiter geht es bei Wolff im Juni. Also der hat wirklich schwer zu reisen gehabt. Immer alles per Pferd sozusagen, immer stundenlang von Dorf zu Dorf hier Richtung Persien dann. Und dort erlebt er natürlich auch viele Auswirkungen von den letzten Kriegen zwischen den Persern und den Russen. Viele Dörfer sind entvölkert, zum Teil gibt es die Pest an vielen Orten, kann manche Orte gar nicht begehen, muss sie umreisen. Und trifft immer wieder auch sehr, sehr intelligente, sehr, sehr gläubige Muslime, die auch an die Wiederkunft Jesu glauben, denen er dann mehr sagen kann. Interessanterweise hier in Qom, das ist schon in Persien dann, trifft er zahlreiche Mullahs, hochgestellte Mullahs und auch einen Verwandten des persischen Königs. Und dieser Verwandte des persischen Königs ist Freimaurer. Interessant. Und er erzählt ihm, dass seiner Meinung nach Freimaurerei in Offenbarung 4 zu finden sei. Das hatte damals der Wolff nicht ganz verstanden, aber die traurige Geschichte wird uns später zeigen, dass er es mal verstanden hat. Dazu aber jetzt nicht mehr, sondern wir wollen uns jetzt noch ein paar Minuten Zeit nehmen über William Miller zu sprechen und das, was im Sommer dann passiert ist.

[27:11] Es war am 6. Juli, also mitten, so im Sommer, wie wir jetzt auch gerade Sommer haben, dass William Miller zum ersten Mal die Bekanntschaft von einem Bruder gemacht hat, einem Pastor, der später einer seiner besten Freunde werden sollte. Und das war Elder Hendricks. Elder Hendricks war ein Pastor und er sollte zum ersten Mal jetzt im Ort von William Miller predigen in Lowhampton. Und er hatte schon die Nachricht bekommen: Du pass auf, wenn du dann in Lowhampton bist, in der Gemeinde, da gibt es so einen, der beschäftigt sich nur mit der Prophetie und da darfst du das Thema gar nicht anfassen, dann wird er dich kurz und klein hauen, weil er alles darüber weiß. Sei bloß vorsichtig, der geht mit Predigen nicht gut um. Der ist so sonderbar mit seinen komischen Theorien. Und so beschreibt Elder Hendricks, als er da ankam, war er sehr vorsichtig. Er hat interessanterweise sogar im Haus von William Miller übernachtet und hat eine Woche lang sich nicht getraut, über bestimmte Themen zu sprechen, weil er immer Angst hatte, dass der William Miller ihm dann komisch von der Seite kommt. Aber so nach einer Woche sieht er, dass der Miller halt doch nicht so ist, wie über ihn geredet wird. Und sie unterhalten sich ab und zu mal und er schreibt dann, der William Miller eine ganz liebenswürdige Art, ist ganz freundlich zu ihm und eines Abends unterhalten sie sich über Offenbarung 20. Und Miller fragt ihn: Was ist deine Ansicht über das Millennium? Und Hendricks sagt, so wie viele andere auch: Naja, wir müssen uns jetzt nur anstrengen und wenn wir nur das Evangelium in alle Welt tragen und die Reformen durchführen und wenn die Gesellschaft gebessert wird, dann werden wir von alleine in diesen Millenniumsstand hineinkommen und Jesus kommt dann tausend Jahre später.

[29:00] Und dann sagt William Miller: Das ist interessant, kannst du mir das in der Bibel beweisen? Ja, sagt er, das ist Offenbarung 20. Dann sagt William Miller: Dann schlag doch Offenbarung 20 auf. Elder Hendricks, der Pastor, schlägt Offenbarung 20 auf. Und er war jetzt nicht ganz so sicher, welcher Vers das jetzt beweist, seine Theorie. Und er guckt nochmal und während er so liest, denkt er: Ich bin eigentlich gar nicht so richtig drauf vorbereitet. Und Miller guckt ihn einfach nur an und wartet und wartet. Und dann sagt Hendricks irgendwann: Also ehrlich gesagt, ich würde gerne nochmal das zu Hause studieren. Sagt Miller: Gerne, gerne, gerne. Hendricks schaut sich das in seiner Kammer an, ganze Nacht lang durch, formell, studiert den Vers für Vers und plötzlich denkt er: Meine Güte, das stimmt ja gar nicht, was ich denke. Jesus kommt vorher wieder und dann sind die tausend Jahre. Am nächsten Tag sagt er das Miller und dann sagt Miller: Ja, genau, das ist meine Position. Du hast sie selbst entdeckt. Und dadurch, sie werden ganz, ganz enge Freunde. Hendricks hat auch dort gepredigt, hat auch sehr gute Predigten gehalten und Miller schätzt ihn sehr.

[30:15] Und nur zwei Monate später, am 9. August, schreibt dann William Miller einen Brief an Hendricks. Er schreibt ihm, wie sich Menschen bekehrt haben durch die Predigten von Hendricks, wie jede Woche zwei Leute getauft werden ungefähr, so im Schnitt. Das war so die Rate damals. Es war immer noch große Erweckungsbewegung. 1831 war so einer der letzten Höhepunkte noch, wo diese amerikanische Erweckungsbewegung richtig nochmal übers Land geschwappt ist. Und er sagt ihm dann nochmal, dass er ganz fest davon ausgeht, von einigen seiner Prophetieauslegungen, dass die 1260 Jahre bis 1798 gehen. Und es ist jetzt sehr interessant, Miller hat sich offensichtlich in diesen Monaten von Februar bis August in seinem Verständnis von Daniel 8 Vers 14 noch ein bisschen konkretisiert. Er schreibt jetzt nämlich, dass er weiß, dass die Prophezeiung 457 vor Christus anfängt und deswegen bis 1843 gehen wird. Er hat offensichtlich etwas mehr Geschichte studiert und ist sich jetzt ganz sicher und weiß jetzt, hat dieses Datum erkannt: 457 ist der Anfang.

[31:20] In dieser Zeit, im Sommer, ist auch eine Begebenheit passiert, die wirklich äußerst kurios ist. Mittlerweile hat es sich ein bisschen im Dorf rumgesprochen gehabt, dass der Miller ein ganz netter Mann ist, ein ganz wunderbarer Farmer, angesehener Bürger, sogar Sonntagsschullehrer. Aber wenn man ihn auf ein Thema anspricht, dann kennt er nur eins: Zahlen und Daten und Prophetie und Daniel und hast du nicht gesehen. Und so sagt man, er sei ein Monomane. Monomanie ist ein Ausdruck aus der Psychiatrie des 19. Jahrhunderts. Heute glaubt man da nicht mehr so wirklich dran, aber das war so eine Idee, dass manche Menschen zwar eigentlich nicht geistesgestört sind, nur in einem Punkt. Das heißt, ganz normale Menschen, aber wenn es auf einen Punkt zu sprechen kommt, verlieren sie die Kontrolle. Und so hat man gesagt, der Miller ist ein Monomane, ein ganz lieber, netter Mensch, ganz wunderbar, aber wenn es um die Wiederkunft geht, dann wird er plötzlich verrückt. Und das hat den Miller natürlich ein bisschen getroffen, wenn sowas hinter dem Rücken erzählt wird. Und eines Tages ist er mit seinem Kind beim Arzt und sitzt da so ein bisschen despektierlich, deprimiert in der Ecke. Und der Arzt fragt ihn: Geht es Ihnen nicht gut, was ist denn mit Ihnen? Er sagt, Miller, ich fürchte, ich bin ein Monomane. Ich fürchte, ich habe die Monomanie. Und der Arzt wird so ein bisschen errötet, weil er natürlich weiß, oh je, wir erzählen das alle nicht. Und er sagt: Was kann ich Ihnen denn tun? Er sagt: Wissen Sie, ich wünsche mir, dass Sie mich mal richtig untersuchen. Der Arzt: Wie soll ich Sie denn jetzt auf Monomanie untersuchen? Sie müssen mich zwei Stunden lang über dieses Thema untersuchen. Ich komme einfach mal zu Ihnen, wir unterhalten uns zwei Stunden über das Thema und dann entscheiden Sie, ob ich ein Monomane bin. Und der Arzt denkt: Oh mein, das habe ich mir eingebrockt. Okay, machen wir.

[32:53] So treffen Sie sich zwei Stunden lang und William Miller sagt: Okay, ich möchte Ihnen einfach jetzt mal sagen, was ich glaube, worum ich es glaube. Schlagen Sie mal auf Daniel 8. Und Sie lesen Daniel 8 mit dem Widder und dem Ziegenbock und dann fragt Miller: Was denken Sie, wofür steht der Widder? Der Arzt sagt: Klar, steht er schon drinnen. Der Arzt war ein bisschen auch vertraut mit allgemeinen Werken über Prophetie. Klar, das ist Medo-Persien. Wofür steht der Ziegenbock? Klar, das ist Griechenland. Und dann fragt der Miller ihn so einige andere Sachen über das kleine Horn, das Papsttum, alles wunderbar. Und dann gehen Sie zu Daniel 7 und auch da fragt er ihn, was denken Sie über den Bären und den Löwen und den Panther und so weiter. Und der Doktor kennt das alles, hat das alles gelesen von anderen Auslegern und ja, stimmt ihm auch zu. Und dann kommen Sie mal zu Daniel 8 und er sagt: Sagen Sie, wie lange geht eigentlich die Vision von Daniel 8? Und der Doktor sagt: Ja, hier steht doch 2300 Abend und Morgen, also 2300 Tage. Und Miller sagt: Ja, glauben Sie, es waren wirklich buchstäbliche Tage, die Reiche haben noch viel länger existiert. Und der Doktor freut sich und sagt: Ja, wir wissen doch alle, das haben wir alle schon mal in der Kirche gehört, dass ein Tag für ein Jahr steht. Ah, das ist interessant. Dann sagen Sie mal, wann enden die? Hm, kann ich nicht sagen, es ist ja kein Anfangszeitpunkt gegeben. Er sagt, Miller, das stimmt. Schauen Sie mal in Daniel 9, vielleicht finden Sie da den Anfangszeitpunkt. Sie lesen Daniel 9 und auch das ist etwas, was relativ bekannt ist, aber was die allermeisten bisher niemals zusammengebracht haben. Daniel 9, auch das weiß der Arzt, 70 Wochen bis zur Kreuzigung Jesu. Und er sagt, wann war denn Daniel 9 zu Ende? Das war ein gängiger Standard damals für alle 33 nach Christus. Und dann fragt Miller: Sagen Sie, wovon muss man eigentlich diese 70 Wochen abziehen oder bestimmen oder abschneiden? Der Arzt sagt: Ja, wovon, denke ich, wahrscheinlich von den 2300. Und dann sagt Miller: Ja, ganz genau. Und jetzt machen Sie das mal und addieren noch die fehlenden von 33 die fehlenden 1810 Jahre dazu.

[35:06] Der Arzt sagt: Okay, 33, 1810. Und in dem Moment, er sagt später, er hat bis zu dem Zeitpunkt noch nicht gemerkt, wo Miller raus will. Als er plötzlich 33 plus 1810, stellt er fest, es klemmt auf 1843. Er fällt in seinen Stuhl zurück, wird wütend, läuft aus dem Haus heraus. Miller weiß gar nicht, was mit ihm geschieht. Am nächsten Tag kommt der Arzt und sagt: Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen. Ich weiß, Sie haben recht. Und ich bin nicht vorbereitet. Wenn Jesus so wiederkommt, komme ich in die Hölle. Und naja, so wurde aus dem Arzt ein Monomane. Er wurde ein ganz treuer Anhänger der Theorie Millers.

[35:52] Das war so die Zeit, wo Miller sich jetzt so sicher war, dass er in der Öffentlichkeit schon ab und zu darüber gesprochen hat und auch entsprechend Leute bekehrt hat, in Anführungsstrichen. Und es war jetzt dieser Zeitpunkt, wo Gott ihn wirklich gebrauchen musste. Wir haben letztes Mal gesehen, wie plötzlich, wie die Welt an einem Scheidepunkt war, 1830, wie das da wirklich jetzt auf alles und nichts ging. Und Gott braucht ihn jetzt. Und es war am 13. August, vier Tage später, nach diesem Brief an Hendricks. Es war Samstagmorgen. Miller hatte gerade Frühstück gegessen und saß nochmal an seinem Schreibtisch, hat nochmal ein bisschen was gelesen oder so. Und da kam es wie diese Stimme. Die kannte er schon seit einigen Jahren: Geh hin und sag es der ganzen Welt. Aber diesmal kam sie ziemlich heftig. Und wieder kam das hoch: Du weißt doch Gott, ich kann nicht und ich will nicht und überhaupt, ich habe keine Fähigkeit und mich hat noch niemand eingeladen. Und da wird schon jemand, irgend so ein großer Prediger, wird das schon erkennen. Und diesmal war es eine gewaltige Last. Geh und sag es der Welt. Und er ist so tief beeindruckt, dass er sich niederkniet und sagt, okay Gott, wir können es vielleicht in seinen eigenen Worten hier lesen.

[37:02] Der Eindruck war so plötzlich und kam mit solcher Wucht, dass ich mich in den Stuhl setzte und sagte: Ich kann nicht gehen, Herr. Warum nicht? schien die Antwort zu sein. Und dann kam all meine Entschuldigung, meine mangelnde Fähigkeit etc. Aber meine Bedrängnis wurde so groß, dass ich in einem feierlichen Bund mit Gott eintrat, dass wenn er den Weg öffnen würde, ich gehen würde und meine Pflicht gegenüber der Welt tun würde. Was meinst du mit geöffnetem Weg? schien es mir in den Sinn zu kommen. Ich sagte: Okay, wenn ich eine Einladung bekommen sollte, irgendwo öffentlich zu sprechen, werde ich gehen und erzählen, was ich in der Bibel über die Wiederkunft des Herrn finde. Sofort war meine ganze Last verschwunden. Und ich freute mich, dass ich wahrscheinlich nicht so angesprochen werden würde, denn ich hatte noch niemals eine solche Einladung erhalten. Meine Last war nicht bekannt. Also keiner wusste, dass er dieses Gefühl hat, gehe und sage es der ganzen Welt. Darüber hat er mit niemandem gesprochen. Keiner wusste, dass er dieses Drängen hatte, es weiterzugeben. Meine Last war nicht bekannt und ich hatte kaum Erwartung, zu irgendeiner Arbeit diesbezüglich eingeladen zu werden.

[38:08] Etwa eine halbe Stunde später, bevor ich den Raum verließ, kam ein Sohn von Mr. Guilford aus Dresden, etwa 16 Meilen von meinem Heimatort entfernt. Halbe Stunde später, der kam 16 Meilen, das heißt, als Miller gebetet hat, war der schon lange auf dem Weg. Herein und sagte, dass sein Vater nach mir gesandt hatte und mich einlud, zu ihm nach Hause zu kommen. Ich vermutete, er wolle mich in einer Geschäftsangelegenheit sprechen und fragte, was er wolle. Er antwortete, dass es morgen in ihrer Kirche keine Predigt geben würde und dass sein Vater sich wünscht, dass ich komme und zu den Menschen über das Thema der Wiederkunft spreche. Sofort wurde ich zornig auf mich selbst, wegen des Bundes, den ich gemacht hatte. Und jetzt Achtung, das ist interessant, augenblicklich rebellierte ich gegen den Herrn und entschied mich nicht zu gehen. Wow, das war ein Kampf zwischen Licht und Finsternis in diesem Moment. Ich ließ den Jungen stehen, ohne ihm eine Antwort zu geben, was sie auch gedacht haben, was für eine Güte, und zog mich in großer Bedrängnis in einem Heim zurück. In einem anderen Bericht sagt er, seine Tochter ist hinter dem Herrn gelaufen und hat gesagt: Papa, Papa, was ist mit dir los? Er hat nicht mal auf seine Tochter gehört. So eine Baumgruppe gerannt, also so eine kleine Stelle, wo er sich immer zurückgezogen hat und dort kämpfte ich mit dem Herrn und jetzt Achtung, für etwa eine Stunde. Er hat nicht gedacht: Okay, dann mache ich es. Eine Stunde lang, vorwärts, zurückwärts, soll ich, soll ich nicht, nein, ich kann nicht, ich will nicht, ich habe es aber gesagt. Eine Stunde, eine Stunde mit dem Herrn gekämpft über eine einzige Entscheidung, indem ich mich versuchte, mich von dem Bund zu befreien, den ich mit ihm gemacht habe, irgendwie einen Weg zu finden, dass ich das nicht tun muss. Aber ich verspürte keine Entlastung. Meinem Gewissen drückte sich der Gedanke auf: Wirst du mit Gott einen Bund machen und ihn so schnell brechen? Und die außerordentliche Sündhaftigkeit einer solchen Tat überwältigte mich. Und dann heißt es: Ich unterwarf mich schließlich und versprach dem Herrn das in Vertrauen darauf, dass er mir Gnade und Fähigkeit geben würde, gehen würde, wenn er mich erhalten würde. Ich kehrte zum Haus zurück und fand den Jungen noch immer wartend. Eine Stunde später. Er blieb bis zum Abendessen und dann ging ich mit ihm nach Dresden.

[40:18] Die erste Predigt sollte also in Dresden sein. Dresden war 16 Meilen entfernt. Und da sind die am Abend noch gelaufen. Nur als Idee. Das ist ungefähr so, als wenn jemand hier nach Cannstatt kommt und sagt: Bruder X, Schwester Y, morgen haben wir eine Predigt in Backnang. Da gibt es kein Auto, keine Eisenbahn, keine S-Bahn. Hättest du Lust zu kommen? Wir müssen halt fünf Stunden dann hinlaufen. Das übersieht man gerne. Ich war 16 Meilen zu Fuß. Was hat er gemacht? Am nächsten Morgen, da sieht man die Gegend, wo er gewohnt hat. Das ist Lowhampton. Und hier sehen wir dann die Reise, die sie unternommen haben nach Dresden. Und da sehen wir, das ist die Originalaufnahme der Kirche.

[41:15] Hier in Dresden sind wir auf einem kleinen Hügel gelegen, wo die erste Predigt von Miller stattfand. Und jetzt die Frage war, was für ein Thema soll er predigen? Welches Thema wäre wohl angemessen gewesen? Mal mit Vorschlag. Welches Thema hättest du genommen? Wir wissen ja, was er geglaubt hat, was seine Standpunkte waren. Welches Thema hättest du gebraucht? Daniel 8? Okay, ja. Hat jemand einen anderen Vorschlag? Daniel 9? Noch jemand einen anderen Vorschlag? Von Anfang an. Daniel 2? Miller überlegt und entscheidet sich für ein Thema, und das ist fast von historischer Bedeutung. Es ist genau das gleiche Thema, mit dem John Knox die Reformation in Schottland begonnen hat. Kennen wir John Knox? Das war der, der sich gekniet hat, gesagt hat, nicht mehr geworfen hat vor Gott und gesagt hat: Herr, gib mir Schottland oder ich sterbe. Und er hat mit einer Predigt seine Reformation begonnen. Weiß jemand, mit welchem Thema? Daniel 7. Seine erste Predigt von John Knox war Daniel 7, der Antichrist. Und Miller entscheidet sich: Ich werde beginnen mit Daniel 7.

[42:27] Er sagt hier: "Das Haus war mit aufmerksamen Zuhörern gefüllt. Sobald ich anfing zu sprechen, und das ist interessant, war all meine Zaghaftigkeit und Verlegenheit verschwunden." Das heißt, bis zu dem Zeitpunkt, bis er ans Pult tritt, war er zaghaftig, verlegen, wusste nicht, was er machen soll. In dem Moment, wo er anfängt, über Daniel 7 zu predigen, war seine Verlegenheit verschwunden und ich fühlte nur noch die Größe des Themas, das ich durch die Vorsehung Gottes präsentieren konnte. Versuchen wir uns kurz hineinzusetzen in diese Situation. Wir haben eine Gemeinde, einen vollen Saal von Leuten, da spricht man über die Wiederkunft und dann beginnt William Miller mit Daniel 7, Vers 1. Er spricht über diesen Traum. Er spricht, wie dort in dem Gesicht vier Winde des Himmels aufbrechen auf das große Meer. Er erklärt, wie dort vier Tiere aus dem Meer hervorsteigen. Wir versuchen das vielleicht vor unserem geistigen Auge vorzustellen, wie der Miller dort steht mit seiner Bibel in der Hand. Präsentationen gab es noch nicht. Und Punkt für Punkt jetzt seine Zuhörer dorthin durchführt. Er erklärt, dass der Löwe dort Adlerflügel hatte. Er erklärt den Bären, der aufgerichtet war mit drei Rippen. Er erklärt ihm den Panther mit vier Vogelflügeln, vier Köpfen. Das ist genau das Thema, das er so sehr liebt, der der Miller profitiv war, für ihn sein All und Alles. In Daniel 7, das vierte, das schreckliche Tier mit den eisernen Zähnen und dann dieses kleine Horn. Wir verkürzen jetzt ein bisschen aus Zeitgründen. Hat noch mehr natürlich gesagt. Dieses kleine Horn, das dort hervorkommt. Und er sagt, dass diese vier Tiere Königreiche sind. Und er zeigt es ihnen Vers für Vers. Eines der Charakteristiken von Miller war, dass er niemals Kommentatoren gebraucht hat, sondern immer aus der Bibel. Die Bibel erklärt und das hat die Leute begeistert. Da ist jemand, der kommt und erklärt die Bibel mit der Bibel. Er erklärt, dass die Wasservölker und Scharen sind und Nationen. Und dann zeigt er ihnen diese Reiche, die wir auch kennen: Babylon, Medo-Persien, Griechenland, Rom und das geteilte Europa. Für viele, für manche ist das nicht neu, aber für viele ist das sehr erstaunlich. Sie haben sowas selten gehört noch in ihrer Gemeinde. Er zeigt ihnen, dass dieses kleine Horn das Papsttum ist, dass der Antichrist ist. Und das begeistert die Leute. Das ist ein protestantisches Gebiet. Er spricht noch mit dieser Zeitweissagung von den 1260 Tagen, zeigt ihnen, dass ein Tag ein Jahr ist und zeigt ihnen, wie sich das dann erfüllt: 1538 bis 1798. Dieses Ereignis hatte er selbst erlebt. Die Gefangennahme des Papstes, da war er 16 Jahre alt gewesen. Das ist nicht so lange her zu dem Zeitpunkt gewesen. Viele dort in der Versammlung können sich wahrscheinlich noch daran erinnern, an das, was da passiert ist und bemerken: In unserer Zeit, zu unserer Zeit hat sich Prophezeiung erfüllt, die zweieinhalbtausend Jahre alt ist.

[44:55] John Knox hat über Daniel 7 gepredigt. William Miller predigt über Daniel 7, aber er hört bei Daniel 7 an diesem Morgen nicht auf, denn er hat ein anderes Thema. Daniel 7 ist nur die Grundlage, er möchte etwas noch dazu bringen, was die Leute völlig aus der Fassung bringt, nämlich Daniel 8. Er spricht über den Widder und den Ziegenbock, zeigt ihnen, wie Medo-Persien und Griechenland aneinandergeraten, er zeigt ihnen das kleine Horn Rom, das zunächst sich horizontal ausbreitet als Weltreich, dann geistlich als das päpstliche Rom und er bringt sie dann zu diesem Vers: "Bis zu 2300 Abend und Morgen". Er hat ihnen ja schon gezeigt, dass ein Tag für ein Jahr steht, sagt ihnen dann, dass es also 2300 Jahre sind und verweist sie auf Daniel 9 für die Erklärung, gibt ihnen den Anfangszeitpunkt 457 vor Christus und das ist am Ende die Logik, so wie die Miller 1831 predigt. Er sagt: 457 vor Christus führt uns ja 390 nach Christus. Damals hat er doch geglaubt, dass das der Zeitpunkt der Kreuzigung war. Noch etwas einfacher, als wir es heute kennen, nicht wahr? Sehr simpel. Und von dort fehlen noch 1810 Jahre bis 1843 und dann kommt Jesus wieder. Und das konnte jeder verstehen, das war relativ einfach.

[46:09] Und die Leute waren, wow. Nach der Predigt wird er umringt von Leuten gefragt: Wie war das nochmal, warum ist ein Tag ein Jahr, warum ist ein Tier ein Königreich, warum ist das Wasser die Völker, Scharen und sie sind so begeistert, dass sie sagen: Könntest du bitte hier bleiben, die ganze Woche und mehr Vorträge halten? Und er sagt: Okay. Die ganze Woche predigt über die Wiederkunft Jesu aus der Prophetie, zeigt ihnen seine Erkenntnisse und sagt ihnen, dass es noch 12 Jahre ungefähr dauern wird, bis sie den Heiland kommen sehen. Viele von ihnen haben Prophezeiungen schon erfüllt, also in ihrer Lebenszeit hat sich Prophezeiung erfüllt durch 1798, aber alle im Raum haben jetzt die Hoffnung, dass sie Jesus wiederkommen sehen. Was für eine gewaltige Hoffnung. Es heißt ja, am Ende der Veranstaltung am Sabbat wurde ich gefragt, ob ich nicht da bleiben und die ganze Woche Vorträge halten könnte, was ich dann auch tat. Sie kamen aus den umliegenden Ortschaften herbei, eine Erweckung begann und es hieß, dass 13 Familien vollständig bis auf zwei Personen sich bekehrt hätten. 13 Familien nach einer Woche Vorträge haben sich bekehrt in so einer kleinen Ortschaft dort in Dresden. Aus der ersten Predigt wurde sofort eine Vortragsreihe, dort im August.

[47:24] Und er kam dann, das ist so interessant, am nächsten Montag zurück hier in Lowhampton und als er dort ankam, fand er eine Einladung aus der Gemeinde in Pultney, um über das gleiche Thema zu sprechen. Das Interessante war, die in Pultney wussten nicht, dass er vor der Woche in Dresden war. Die dachten, sie laden ihn zum ersten Mal ein. Das heißt, mehrere Einladungen gleichzeitig sozusagen zum gleichen Thema. Er wusste jetzt, das ist kein Zufall. Gott möchte, dass ich predige. Das ist die Kirche in Pultney, das war also die in Dresden und hier sieht man den Hügel und da ist die in Pultney. Da hat er seine zweite Predigtserie gehalten. Pultney war ja der Ort gewesen, wo er in jungen Jahren gelebt hat. Als er geheiratet hatte, so um 1800 herum, hat er da ja bis 1815 bis zum Ende seines Kriegsdienstes gelebt mit seiner Frau. Dort war er ja zum Atheisten oder zum Deisten vielmehr geworden und dort kennt er noch viele Leute interessanterweise aus seiner jungen Zeit, als er noch mit Voltaire in der Hand versucht hat, die Christen lächerlich zu machen. Jetzt kommt er als 49-Jähriger und predigt, dass Jesus wiederkommt. Ganz interessant, dass Gott ihn nicht einfach an das Ende der Welt geschickt hat, sondern an die nächstgelegenen Dörfer und Orte, wo er zum Teil bekannt war und man sich an ihn erinnerte. Es heißt ja auch in der Apostelgeschichte, dass wir in Jerusalem anfangen sollen und dann wird es das Ende der Welt. Ich denke, es ist eine interessante Lektion. Wir wollen alle etwas Großes tun für Gott, aber Gott wird uns erstmal ins Nachbardorf schicken und nicht erst ins Fußballstadion in Manila oder Sao Paulo oder wo auch immer. So war es auch mit William Miller. Ganz, ganz wichtige Lektion.

[49:10] Dann heißt es hier: "Am folgenden Montag kehrte ich nach Hause zurück und fand einen Brief von Elder Fuller aus Pultney, Vermont, mit dem er mich einholt, dort über dasselbe Thema zu sprechen. Sie wussten von meinen Vorträgen in Dresden nichts. Ich ging nach Pultney und hielt dort Vorträge mit demselben Resultat." Und hier wollen wir aufhören, denn genau hier beginnt die eigentliche Adventgeschichte. Hier hören wir auf vor der Sommerpause. William Miller hat den ersten Schritt getan. Bis zu diesem Zeitpunkt, bis zum August 1831 war alles eine gewaltige Vorbereitung von Gott. Wir haben das letzte Mal schon angesprochen, wiederholt es nicht alles. Die ganze Welt war bereit. Hunderte, Tausende, wenn nicht Zehntausende von Menschen weltweit hatten sich aktiv mit Prophetie beschäftigt. Viele hatten ähnliche Schlussfolgerungen wie Miller. Manche waren weiter in der Verkündigung. Zum Teil gab es enorme Gefahren in Großbritannien mit Edward Irving, der dort anfing auf Zungenrede reinzufallen und vieles andere, was wir angeschaut haben. Aber der erste Schritt war getan. Er hat angefangen zu predigen. Und ab diesem Zeitpunkt beginnt eigentlich die Adventgeschichte im engeren Sinne. Und wie das weitergegangen ist, wie aus diesen kleinen Vortragsserien dort in Dresden und in Pultney eine weltweite Bewegung geworden ist, das werden wir nach der Sommerpause sehen. Das dürfen wir unter keinen Umständen verpassen. Es wird jetzt immer spannender werden. Die nächste Folge wird sein: "Wenn Sterne fallen, die Zeichen werden sich erfüllen" und innerhalb kürzester Zeit bekommt diese Bewegung ein Dynamit, wie es die Welt vorher nicht gesehen hat. Und zum Teil ist es heute auch nicht mehr bekannt. Deswegen wollen wir es in allen Einzelheiten, so wie wir vorher jetzt die Einzelheiten gesehen haben, weil wir auch dort Jahr für Jahr durchgehen, Monat für Monat durchgehen, zeigen, wie diese Adventbewegung aus diesen kleinen Anfängen gewachsen ist zu einem unüberhörbaren Ruf. Und wir sind Gott dankbar, dass uns das zeigt. Denn wir wissen, wir haben nichts zu verlieren, es sei denn, wir vergessen, wie er uns in der Vergangenheit geführt hat.

[51:16] In diesem Sinne wünsche ich allen Zuschauern auch und uns allen, die wir heute hier gewesen sind, für das Adventsgeschichtsseminar eine schöne Sommerpause. Vielleicht gibt es die eine oder andere Folge, den einen oder anderen Zeitrahmen, den man verpasst hat, wo man nochmal nachschauen kann, einige Namen sich merken kann, auf denen wir aufbauen werden nach der Sommerpause. Fassen wir zusammen.

[51:36] William Miller, 49 Jahre alt, beginnt zu predigen.
[51:39] Joseph Bates, 39 Jahre, ein aktiver Christ und Sozialreformer im Bundesstaat Massachusetts.
[51:48] Joseph Wolff, ein enormer Missionar, momentan gerade in Persien.
[51:55] Ellen White, drei Jahre alt, in Gorham, Maine.
[52:01] Sie kriegt von allem noch nicht so viel mit.
[52:03] Aber dazu kommen wir später. Ellen Gould Harmon hieß sie ja zu dem Zeitpunkt.
[52:06] Davon werden wir das nächste Mal mehr hören. Jetzt haben wir eine kurze Pause und dann werden wir zum Offenbarungsseminar kommen.


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