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In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ wird das Jahr 1814 beleuchtet, ein entscheidendes Jahr im napoleonischen Zeitalter und im Krieg von 1812. Der Vortrag schildert die militärischen und politischen Umwälzungen in Europa, Napoleons Niedergang und die Rückkehr der Monarchien. Gleichzeitig wird die Rolle von William Miller im Krieg gegen Kanada und die bedeutende Schlacht von Plattsburg detailliert dargestellt. Darüber hinaus werden interessante Entwicklungen in der prophetischen Auslegung und religiösen Bewegungen der Zeit thematisiert.


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Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

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Transkript

[0:00] www.joelmedia.de. Wir haben heute eine neue Folge unserer beliebten Serie "Die Zeit des Endes". Und wir haben heute so eine Schlüsselfolge, ein entscheidendes Jahr, das Jahr 1814, mit einem entscheidenden Ereignis. Und wir werden uns Zeit nehmen, das genauer anzuschauen. Aber wie jedes Mal wollen wir vorher gemeinsam im Gebet sprechen. Und ich lade auch euch vor dem Livestream dazu ein, einfach mit mir die Augen zu schließen.

[0:24] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen danken, dass wir wiederum zu dir kommen können und dass wir aus der Geschichte lernen können und dass wir sehen können, wie du Menschen geführt hast durch die Wirren der Zeit und ihnen Stück für Stück Erkenntnis geschenkt hast. Und wir möchten dich bitten, dass du auch an diesem Abend bei uns bist und uns die Lektion lernen lässt, die wir heute zu lernen haben.

[0:51] Die Zeit des Endes, heute Folge 8, und die Folge heißt Plattsburg. Womit es damit, also was es damit auf sich hat, das werden wir noch sehen. Es geht, wie zu sehen ist, um das Jahr 1814, ungefähr 200 Jahre vor unserer Zeit. Am 1. Januar 1814, weiß nicht, ob man, wer sich da Gedanken gemacht hat, weil am 1. Januar ist immer so ein Tag, wo man Revue passieren lässt, was war in den letzten Jahren, nicht wahr. Dem wird aufgefallen sein im Jahre 1814, dass die zwei Jahre zuvor, 1812 und 1813, unglaubliche Veränderungen mit sich gebracht haben. Wir haben ja gesehen in den letzten beiden Wochen, wie das gesamte Imperium Napoleons innerhalb von zwei Jahren in sich zusammengefallen ist. Und am 1. Januar 1814 kam sozusagen der letzte Akt im Drama. Nachdem Napoleon 1812 in Russland verloren hatte, da er 1813 all seine Verbündeten in Mitteleuropa verloren hatte, haben die sich jetzt gedacht, jetzt holen wir zum entscheidenden Schlag aus. Und am 1. Januar 1814 überschreiten die Preußen den Rhein und erstmals wird Napoleon auf französischem Boden angegriffen. Das Pendel schlägt jetzt in die andere Richtung sozusagen, und man will Napoleon absolut kaputt machen und sein Reich zerstören und Frankreich ganz neu ordnen. Napoleon hat die Panik bekommen, hat versucht noch eine neue Armee auszuheben, aber er hat längst nicht mehr eine Truppenstärke erreicht wie früher. Es sind nur noch so 70.000, 80.000 geworden, und er wusste, wenn nicht ein Wunder geschieht, ist das in einigen Monaten vorbei.

[2:37] Wir bleiben im Militär, springen den Kontinent. Am 10. Januar ergeht folgender Befehl an Lieutenant William Miller. Sie haben ja letztes Mal gesehen, wie 1813 nicht in der Schlacht dabei gewesen ist, weil er sich am Arm verletzt hatte. Und am 10. Januar wird er wieder zurückbeordert. Das heißt, hier, sie werden sich unverzüglich nach Pultney, das ist sein Heimatort, begeben, sowie an andere Orte, die sie für geeignet halten, und dort entsprechend ihrer letzten Instruktionen die Rekrutierung durchführen. Also er war wieder weg von der Front, konnte zu Hause junge Leute anwerben, die dann zur Front geschickt wurden. Das war natürlich ganz angenehm.

[3:20] Weil Napoleon immer mehr unter Druck geriet, hier sehen wir noch den, den Weg zurück. Entschuldigung, da war ja das Militärlager gewesen, Burlington. Hier hatten sie gekämpft, hatten versucht Kanada einzunehmen, waren gescheitert. Er hat sich die ganze Zeit hier aufgehalten, der William Miller, und war jetzt wieder zurückberufen worden hier in die zivilisierteren Gegenden des Bundesstaates Vermont, um dort für die Miliz und für das Militär Rekruten auszuheben.

[3:47] Im Januar ebenfalls waren die beiden wieder mal zugange. Da Napoleon jetzt ganz andere Probleme hatte, nämlich sein Reich zu retten, hat er mit dem Papst auch nichts mehr anfangen können und hat ihn freigelassen. Der war ja über vier Jahre lang sein Gefangener gewesen, Papst Pius VII. Und Napoleon hat ihn freigelassen, und der konnte sich jetzt Richtung Italien bewegen. Hat noch ein paar Monate gedauert, bis er angekommen ist, aber er war jetzt wieder frei. War natürlich auch ein wichtiges Ereignis für alle, die die Zeitereignisse beobachtet haben.

[4:20] Ansonsten sind die Alliierten auf breiter Front von Westfalen bis zur Schweiz in Frankreich einmarschiert und auf Paris zugestürmt. Napoleon konnte hin und wieder noch Achtungserfolge erzielen. Mittlerweile ging es ihm auch immer mehr an den Kragen. Als der Kaiser der Franzosen war und mit einer halben Million Soldaten in Russland einmarschiert ist, da ist er in einer Kutsche hinten ranmarschiert, nicht wahr. Er hatte einen riesigen Betreuerstab. Jetzt sah die Sache anders aus, jetzt musste er wieder selbst kämpfen, hoch zu Ross und an der Front mit dabei sein, um seine wenigen Leute noch zu inspirieren. Und in dieser Schlacht in Brienne wäre er beinahe von russischen Kosaken umzingelt worden, und nur weil irgend so ein anderer Franzose beherzt eingegriffen hat, ist er nicht gefangen genommen worden. Also diese Blamage ist ihm gerade noch erspart geblieben.

[5:07] Im Februar, springen wir in den Februar. Hat William Miller einen anderen Befehl erhalten, der hat ihn sicherlich sehr stolz gemacht, und zwar folgender Befehl: Es sei bekannt gemacht, dass besonderes Vertrauen in den Patriotismus, den Wert, die Treue und die Fähigkeiten von William Miller setzend, ich ihn zum Kapitän oder zum Käpt'n des 30. Infanterieregimentes im Dienst der Vereinigten Staaten nominiere und entsprechend dem Rat und mit der Unterstützung des Senats dazu hiermit ernenne.

[5:35] Jetzt schauen wir mal, wer das geschrieben hat. Wer hat das geschrieben? Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Kann man sich vorstellen, wie sich der William Miller gefühlt hat, nicht wahr? Wenn der Präsident der USA selbst das unterzeichnet und sagt, ich ernenne dich zum Käpt'n deines Regiments. Warum? Weil ich deinen Patriotismus, deinen Wert, deine Treue und deine Fähigkeiten besonders schätze. Also er war wirklich ein sehr, sehr angesehener Mann. Wurde befördert, hat aber weiter erst mal rekrutiert.

[6:04] Derweil hat Napoleon, wie gesagt, ums Überleben gekämpft, hat sogar noch einige Achtungserfolge erzielt. Im Februar, Mitte Februar war sein Sechstagefeldzug, wo er von sechs Tagen vier Schlachten gewonnen hat, vor allem gegen die Preußen und zwar immer in Unterlegenheit. Und einige dieser Siege gelten als seine größten überhaupt, aber sie haben ihm nichts genutzt, weil auf der gesamten Front einfach zu viele Feinde da waren. Er konnte immer nur von einem zum nächsten rennen, den man besiegen und dann den anderen in die Flucht schlagen, aber irgendwann waren seine Truppen zu müde. Und so ist er letztendlich wieder geschlagen worden, auch in einer großen Schlacht, nämlich hier am 18. Februar in Montereau. Und die Österreicher und Württemberger übrigens, die ja natürlich jetzt auf alliierte Seite gekämpft haben, haben ihn in die Flucht geschlagen.

[6:51] Bevor wir weitergehen, wollen wir noch eine Sache nachtragen, die wir das letzte Mal vergessen haben, nämlich über ein Buch zu sprechen, das 1813 noch herausgekommen ist. Es sind ja so viele Bücher herausgekommen, wir können immer nur Schwerpunkte setzen, aber hier wollen wir noch eins nachtragen und zwar von einem englischen Soldaten, der in der Artillerie gekämpft hat. Sein Name war Charles David Maitland, und er hat ein Buch geschrieben, das heißt "Die Geschichte des Tieres aus der Apokalypse". Er war, wie gesagt, ein Soldat und er hat die Offenbarung studiert, jahrelang, und vor allem Offenbarung 13, 14, 15, 16, 17 hat ihn interessiert. Und er kannte auch den Cunningham und andere, und er hat in vielen Dingen auch gute Sachen herausgefunden. Und er hat geglaubt, dass er der erste gewesen ist, der entdeckt hat, dass Offenbarung 11 von der französischen Revolution spricht. Er hatte noch niemand anders gesehen, der das geschrieben hat. Wir haben es schon gesehen, es gab einige andere, die vorher das schon entdeckt haben, aber er hat das geschrieben und hat gesagt: Offenbarung 11 spricht von der französischen Revolution. Wir leben in ganz besonderen Zeiten, und hat das dann aufgeschrieben.

[7:56] Dann ein Jahr später, 1814, deswegen erzähle ich das, ist sein Buch dann in einer Rezension besprochen worden, und man hat das untersucht, ist das vorher schon mal rausgefunden worden, und man hat dann folgendes entdeckt, dass schon Jahrhunderte vorher Ausleger der Prophetie entdeckt haben, dass Offenbarung 11 von einer französischen Revolution sprechen muss. Und das ist, wie gesagt, ungefähr zweieinhalb Jahre vor der französischen Revolution. Also hier einige Namen, die kaum jemand kennt, wie Napier, Gauthier, Joureux, Kresener, Fleming, Wittringer, Dobuis, Willison und so weiter, die alle bereits zu diesem Datum geschrieben haben: Offenbarung 11 spricht davon, dass in Frankreich etwas passieren muss, wo die gesamte Gesellschaft umgestürzt wird. Einige davon haben schon gesehen, dass damit der Papst involviert sein wird. Und naja, das ist eine interessante Entdeckung. Ich glaube, das zeigt, wie gut Leute schon Jahrhunderte vor uns die Bibel ausgelegt haben. Und das hat natürlich der Prophetiebewegung, die es gab zu dieser Zeit, wiederum Auftrieb gegeben.

[9:04] Der besagte Maitland hat in diesem Jahr 1814 noch ein weiteres Buch geschrieben und hat aber einige Dinge bestätigt, wie Daniel 2, Daniel 7. Also jeder dieser Leute, die wir hier zitieren, wir wiederholen es nicht ständig, aber die alle haben immer wieder geglaubt, Babylon, Persien, Griechenland, Rom und so weiter, dass die 1260 Jahre vorbei sind und so weiter.

[9:25] Und sofort. Sein Buch von William Cunningham, das wir letztes Mal angeschaut haben, ist 1813 auch sehr ausführlich kommentiert worden, besprochen worden. Immer mehr Leute in den verschiedenen Kirchen haben angefangen, diese prophetischen Auslegungen zu lesen, selbst die Bibel zu studieren, zu vergleichen, wo sind wir, sind die Auslegungen richtig. Und es entwickelt sich jetzt um diese Zeit, 1812, 1813, 1814, immer mehr eine richtige Bewegung, vor allem in England, die die breiteren Massen ergreift.

[9:56] Im März haben die Alliierten dann in Frankreich einigen Boden gut gemacht und haben dann eine Allianz geschlossen, Großbritannien, Preußen, Russland und Österreich haben ein Bündnis geschlossen auf 20 Jahre hin, um Frankreich niederzuringen. Und dann vielleicht die entscheidende Schlacht, hat Napoleon hier verloren, in Arcis-sur-Aube, gegen eine dreifache Übermacht aus Österreichern, wiederum Württembergern und Bayern. Es war einfach nicht mehr, trotz aller seiner Genialität, hat es einfach nicht mehr packen können. Es waren einfach zu viele. Sie haben ihn immer mehr eingekesselt, und er musste sich auf Paris zurückziehen.

[10:42] Kurz bevor dann die Alliierten in Paris standen, haben die Amerikaner nochmal versucht, die Initiative zu ergreifen in ihrem Krieg gegen England. Wie in den letzten beiden Jahren gab es immer wieder hier und da und an der Grenze verschiedene Versuche, Kanada zu erobern. Alle sind sie misslich gescheitert. Und der neue Versuch hier im März 1814 war nicht weniger rühmlich. 4.000 US-Soldaten versuchen hier die kanadische Grenze zu überschreiten und treffen auf genau 200 Briten. Also es ist eine 20-fache Überlegenheit. Die Amerikaner haben, wie sagt man, mit fliegenden Fahnen verloren. Und so langsam wurde es wirklich peinlich, denn innerhalb von anderthalb Jahren haben sie quasi jede entscheidende Schlacht verloren und haben es einfach nicht gepackt, diese wenigen, ähm, wenigen Briten, die da ganz tapfer Kanada verteidigt haben, in die Flucht zu schlagen.

[11:39] Übrigens ist diese Zeit, ich weiß nicht, ob ich das schon gesagt habe, die Geburtsstunde des modernen Kanada. Die Kanadier wollten ja partout nicht Amerikaner werden. Und hätten die Amerikaner auch nur ein einziges Mal so eine Schlacht gewonnen, hätten die auf jeden Fall das ganze Land eingenommen, denn bis auf die paar hundert Briten gab es dann niemand mehr, der das Land verteidigt hätte. Dann wäre heute die USA doppelt so groß. Aber weil sie jede dieser Schlachten verloren haben, haben sie es einfach nicht geschafft.

[12:03] Und naja, Kanada hält viel von diesem Krieg, das ist ihre eigene Geschichte. Am gleichen Tag, am 30. März, dann die Schlacht um Paris. Napoleon, der den Kampf bis an die Enden Europas ausdehnen wollte, hat ihn jetzt wie ein Bumerang zurückbekommen. Und schon am nächsten Tag marschieren die Alliierten ein. Was das ist, weiß glaube ich jeder, oder? Genau, der Triumphbogen. Und hier haben die europäischen Mächte triumphiert.

[12:37] Kurz darauf musste Napoleon dann abdanken. Der Pariser Senat hat ihn für abgesetzt erklärt und Ludwig den XVII. zum König gemacht. Was wir hier sehen, ist die Originalhandschrift von Napoleon, und wo er sagt, dass er abdankt. Hier, das ist der 6. April. Er hat noch versucht, seinen Sohn, der noch ganz klein war, ich weiß nicht, drei, vier Jahre alt muss er gewesen sein, zum Nachfolger zu bestimmen. Aber das war natürlich aussichtslos.

[13:09] Und er war so deprimiert. Ich meine, jemand wie Napoleon, bei dem gab es nur alles oder nichts. Und so hat er sich gedacht, wenn ich schon abdanken muss, wenn ich nicht mehr Kaiser über ganz Europa sein kann, was soll mir noch das Leben? Und er hat wohl seit 1812 immer so eine Giftpulle mitgehabt für den Fall, dass er, wenn er dann in Moskau oder irgendwo mal in Gefangenschaft gerät, dass er dann sich einen heldenhaften Tod sterben kann. Hat er immer mit sich rumgetragen, und jetzt war die Gelegenheit gekommen. Er nahm diese, diese Pulle, was auch immer das war, und hat dieses Gift getrunken, in der Hoffnung, er würde sterben und müsste nicht aufs Exil. Das Dumme war nur, das Gift hatte seine Wirkung verloren, und er konnte nicht mal mehr sterben. Alles ist schief gegangen im Frühjahr 1814 für Napoleon.

[13:54] Und so musste er zustimmen, nach verbannt zu werden. Hier sehen wir ihn, wie er am 13. April sich noch seiner Nationalgarde verabschiedet, die natürlich ganz traurig um ihn waren und ihm ein letztes Lebewohl gesagt haben. Weiß jemand, wohin er verbannt worden ist? Zunächst einmal hier, auf diese kleine Insel im Mittelmeer. Man hat ihn noch zum Herzog gemacht, man hat gedacht, naja, er war ja schon ein außergewöhnlicher Mensch, dann kann er Herzog dieser kleinen Insel Elba werden, da kann er sich sein Lebensende fristen, schön in der italienischen Sonne. Ist eigentlich das Schlimmste, was man so haben kann, nicht wahr? Wenn alles Exil so wäre wie das, dann könnte man sich ja damit anfreunden. Und da musste er dann hin. Am 20. April ist er abgereist.

[14:39] Und übrigens, einen Tag nach seiner Abdankung hat es wieder Berichte gegeben von solchen seltsamen Himmelserscheinungen. Ob die wahr sind oder nicht, kann ich nicht sagen. Es klingt ein bisschen seltsam, aber die Zeitungen berichten aus der Zeit von Kreuzen, die erschienen sind im Himmel in Bayern und auch in Russland. Ähm, mit Vorsicht zu genießen, aber es gibt einem auch ein Bild von der Zeit, dass solche Berichte ganz offen in den Tageszeitungen gewesen sind und jeder es geglaubt hat. Da war ein großes weißes Kreuz im Himmel. Bin ich dabei gewesen, weiß ich nicht, ob das stimmt, aber sowas haben die Leute damals geglaubt, zumindestens.

[15:15] Napoleon muss nach Elba. Das macht den Weg frei für die Monarchen, die schon geglaubt hatten, dass ihre Zeit zu Ende ist. Das hier ist Louis der XVIII. Er ist ein Bruder von dem Louis XVI., der damals in der französischen Revolution seinen Kopf verloren hat. Die sind ja dann 1793 alle geköpft worden, die Könige. Und nach all den Jahren der Revolution hat sich die Revolution quasi selbst erledigt, und am Ende sitzt wieder einer von der Königsfamilie auf dem Thron, 20 Jahre später. Und er führt jetzt, ähm, all das wieder ein, was die französische Revolution mal abgeschafft hatte.

[15:54] Und auch der hier, sein Kollege, das ist Ferdinand der VII., der wurde jetzt wieder König über Spanien, hat die spanische Verfassung aufgehoben und hat den Absolutismus wieder eingeführt, hat die Inquisition wieder eingeführt und, man höre und staune, auch den Jesuitenorden wieder eingeführt. Und damit mit dieser Zeit begann jetzt auch die Verfolgung von protestantischen Gruppen. Verzeihung, das habe ich vergessen zu tun. Von protestantischen Gruppen, wie zum Beispiel den Waldensern, die interessanterweise während der französischen Revolution eine relative Freiheit gehabt haben. Jetzt, als diese katholischen Monarchen auf den Thron kommen, ist damit wieder äh, ist es damit vorbei. Sie werden zwar nicht umgebracht, aber sie bekommen viel mehr Schwierigkeiten.

[16:47] Und noch jemand kann zurückkehren, das ist nämlich Papst Pius der VII., hier in einem etwas glorifizierenden Bild. Er kommt am 24. Mai nach fast fünf Jahren Abwesenheit in Rom an und beginnt jetzt wieder das zu tun, was ein Papst halt tut in Rom, ähm, zu regieren und das religiöse Leben wieder aufzubauen und so weiter.

[17:15] Man schließt dann auf Frieden mit Frankreich, und der erste Plan, Frankreich ganz aufzulösen, wird verworfen, und man sagt, okay, Frankreich darf existieren und bleiben, und zwar in den Grenzen, die es mal gehabt hat 1792, bevor die Kriege losgingen, nicht wahr? Und all das, was man jetzt zu Frankreich gehört hat, geht wieder zurück an Bayern und Württemberg und Holland und Polen und das wird alles wieder eigenständig.

[17:44] Ebenfalls im Mai wurde die American Baptist Missionary Society gegründet. Wer kann sich noch an den hier erinnern? Adoniram Judson. Kann mich noch erinnern? Genau, das war derjenige, der zwei Jahre zuvor, 1812, nach Indien gesegelt ist, dort abgelehnt worden ist und dann in welches Land weitergegangen ist, weiß ich noch? Fast, genau, Birma. Und er war derjenige gewesen, der ja, er war ja eigentlich Kongregationalist gewesen und hat sich ja dann auf der Fahrt dorthin zum Baptismus noch bekehrt, zur Erwachsenentaufe. Und so hat er gesagt, ich kann kein Geld mehr nehmen von den Kongregationalisten, das wäre unfair. Ich bin jetzt Baptist und muss eine eigene Missionsgesellschaft gründen. Und so wurde dann die baptistische Missionsgesellschaft in Amerika gegründet. Wir sehen also fast jedes Jahr entstehen immer mehr dieser Missionsgesellschaften, die dafür verantwortlich sind, das Evangelium in die Welt zu bringen.

[18:40] Noch einmal haben die Amerikaner versucht, ich weiß jetzt, ich habe nicht mitgezählt, ich glaube, es ist der sechste oder siebte Versuch, Kanada zu erobern. Diesmal wieder an der Front hier, am Niagara-Fluss. Sie haben dieses Fort, das Fort Erie, eingenommen und dann auch zwei Tage später am 5. Juli eine Siegerung und zwar hier an der Chippawa, dem Fluss. So sah das aus. Und es sah aus, als hätten sie noch einmal die Gelegenheit, ähm, Kanada zu erobern. Das ist dann aber nur 20 Tage weiter gescheitert in dieser Schlacht von Lundy's Lane, die im Dunkeln ausgefochten wurde, so dass sich die gegenseitigen Parteien nicht mehr richtig gesehen haben und im Handgemenge haben sich dann zum Teil die Kanadier gegenseitig und die Amerikaner gegenseitig abgemetzelt. Und es gab keinen richtigen Gewinner. Es war eine der blutigsten Schlachten. Es war wirklich ziemlich katastrophal. Und so musste auch der letzte Versuch, Kanada einzunehmen, aufgegeben werden.

[19:43] Denn jetzt, was jetzt passiert war, ist das folgende: Dadurch, dass es Frieden in Europa gab, hatte sich die Situation in Amerika total verändert. Bis dahin gab es in Kanada nur wenige hundert Soldaten, weil die gesamte englische Streitmacht in Europa gebunden war. Jetzt gab es aber Frieden in Europa, und die Engländer haben sich gedacht, okay, wenn wir mit 500 Leuten hier Kanada verteidigen können gegen so viele Amerikaner, was könnten wir vielleicht mit 10.000 Briten hier schaffen? Und so wurden jetzt mehr und mehr britische Soldaten nach Kanada geschifft. Und aus dem Angriffskrieg, den die Amerikaner geführt haben, wurde jetzt ein Verteidigungskrieg. Die Gefahr plötzlich bestand, dass die Briten den Spieß umdrehen und Amerika einnehmen. Und deswegen versuchte man anzufangen, jetzt Friedensverhandlungen einzugehen, um das zu verhindern.

[20:46] Es war auch im Sommer 1814, dass Joseph Bates. Weiß jemand noch, wo wir ihn zuletzt gesehen hatten? Er war zuletzt Gefangener gewesen. Er war im Mittelmeer gewesen und dann war er verlegt worden in den Ärmelkanal auf so einem Gefangenenschiff, wo er versucht hat auszubrechen mit dem, mit dem runden Loch, nicht wahr? Und jetzt wurde er auf Land verlegt, aufs britische Festland, und zwar in dieses Gefängnis hier, Dartmoor. Klingt schon wie ein Gefängnis, nicht wahr? Und mit ihm all die anderen Kriegsgefangenen, und die Bedingungen waren wirklich miserabel. Und ob er jemals das Licht der Welt der wirklichen Welt noch erblickt hat, werden wir sehen. Jedenfalls lag er da in diesem Hochsicherheitstrakt für Kriegsgefangene, festgesetzt bei minimalem Brot und Wasser für viele Monate.

[21:38] Im August wird in einer der Zeitschriften, im Christian Observer, wiederum darauf hingewiesen, dass in Offenbarung 11 es um das Alte und das Neue Testament geht und dass diese vielen Bibelgesellschaften, die zurzeit entstanden sind, eine Erfüllung der Prophetie sind. In dem Jahr ist zum Beispiel die dänische Bibelgesellschaft gegründet worden. Und einer, den wir schon kennen, George Stanley Faber, schreibt 1814: "Die außerordentlichen Bemühungen einer einzigen gigantischen Gesellschaft", er meint hier sogar die britische Bibelgesellschaft von 1804, "die Bibel in jede Sprache zu jedem Ort der Erde zu bringen, verdient es als wichtiges Zeichen dieser ohnehin schon wichtigen Zeit angesehen zu werden." Wenn ich mich nicht sehr irre, bereiten solche Bemühungen die finale große Verbreitung des Christentums vor, die das Thema so vieler inspirierter Propheten ist und die nicht weit entfernt in der Zukunft liegen kann.

[22:29] Was er damit meint und was auch viele andere gemeint haben, ist das Millennium, das Friedensreich, das bald kommt. Wir müssen noch die Heiden zu Christus bekehren, die müssen alle eine Bibel haben, wissen, was drin steht, und dann haben wir das Friedensreich auf Erden, das Millennium. Aber sie haben verstanden, dass diese vielen Bibelgesellschaften, Missionsgesellschaften, ein Zeichen der Zeit sind, dass Gott etwas tut, was er in all den Jahrhunderten vorher nicht so in dem Maße getan hat. Und das bringt natürlich auch diejenigen auf den Plan, die das verhindern wollen.

[22:59] Und auch das fand im August statt, und das ist eine ganz interessante Überlappung. Weiß jemand, was das für eine Kirche hier ist? Kann jemand raten, wo sie steht? In Rom, genau. Diese ist eine Kirche in Rom und ist die Kirche Il Gesù und sie gilt als die Mutterkirche des Jesuitenordens, geweiht dem Heiligen Ignatius von Loyola. Und am 7. August feiert Papst Pius eine heilige Messe just in dieser Kirche. Und als die Messe zu Ende ist, verliest er eine Bulle, so ein Schriftstück, das der Papst mit unten rausgibt, mit dem Titel "Solicitudo Omnium Ecclesiarum". Und in dieser Bulle verfügt er jetzt offiziell, dass der Jesuitenorden wiederhergestellt wird zu voller Macht, zu voller Vorherrschaft, alle Vorrechte, und zwar weltweit.

[24:00] In Europa bekommt, in Europa nach der ganzen langen Zeit des Friedens des Krieges kommt eine Zeit des Friedens, eine neue Ordnung wird eingeführt, und die Jesuiten sind plötzlich wieder in. Und die katholische Kirche, er bewirbt sie sogar und sagt, es ist die beste Waffe der Kirche. Und er empfiehlt den verschiedenen Fürsten der Länder, den Jesuitenorden zuzulassen, dort Schulen gründen zu lassen. Und das wird seinen Einfluss in den nächsten Jahren und Jahrzehnten haben. Man baut auch in Rom das Collegio Urbano della Propaganda della Fide wieder auf. Das ist das, das College sozusagen, also die Schule, die Missionsschule der Katholiken, eine Universität, wo Leute ausgebildet werden als Missionare. Und da die Protestanten eine enorme Missionsbewegung entfachen, scheint es jetzt so zu sein, dass an dieser Zeit der Papst sich der Bedeutung bewusst wird und sagt, ich muss etwas dagegen unternehmen, wir müssen eine Gegenbewegung starten.

[25:03] Und dann am 12. August nimmt das Schicksal seinen Lauf. Burlington, 12. August 1814 an William Miller, Kapitän des 30. Infanterieregiments. Sir, Ihnen wird befohlen, sich ohne Verzögerung beim kommandierenden Offizier des besagten Regiments in Plattsburg zu melden. Was ist passiert? Da liegt Plattsburg. Da unten ist Burlington, das war das Hauptcamp. Aber hier auf der Westseite liegt Plattsburg, eine Stadt. Hier hatten sie ein zweites Lager ausgehoben. Und hier an der Grenze nördlich von Plattsburg hatten sich tausende von britischen Soldaten zusammengezogen. Und es drohte eine Invasion Amerikas, just an dem Ort, wo auch Miller stationiert war. Und es mussten alle verfügbaren Einheiten zusammengezogen werden.

[25:57] Während das passierte und Miller seinen Weg nach Plattsburg nahm, um dort sich auf den Angriff der Briten vorzubereiten, haben andere britische Einheiten einen Angriff unternommen, und zwar nicht hier im Norden, sondern im Süden auf die Stadt Washington. Strategisch war das relativ unwichtig. Strategisch ist die Stadt Washington völlig unwichtig. Man kann sich überlegen, warum es trotzdem ein beliebtes Ziel war für die Briten. Warum greift man Washington an, wenn es strategisch keinen Sinn macht? Es ist die Hauptstadt. Genau. Und wenn man die Hauptstadt angreift und einnimmt, dann hat das auf jeden Fall eine enorme Wirkung auf die Bevölkerung.

[26:38] Und so landen am 19. August viereinhalbtausend britische Soldaten hier in der Bucht und marschieren auf Washington zu, in größter Hitze. Und dem stellt sich eine große Armee von über 7.000 Amerikanern entgegen, um Washington zu verteidigen. Und auf den Hügeln drumherum steht das Volk und beobachtet jetzt und will jetzt sehen, wie die tapferen Amerikaner ihre Hauptstadt verteidigen, inklusive James Madison, der Präsident, steht auch noch auf dem Hügel und schaut sich an, wie sein Land verteidigt wird. Die Briten kommen mit ihren viereinhalbtausend Mann anmarschiert, und als die ersten Bomben fallen, da fängt die gesamte amerikanische Armee an, wegzulaufen. Die rennen, die rennen, nehmen die Beine in die Hand und rennen einfach davon, so dass sie nur ganz wenig Verluste haben. Die Briten haben viel mehr Verluste als die Amerikaner, weil die einfach alle weggelaufen sind. Und Madison fasst es nicht, und die Bevölkerung kann es auch nicht fassen. Die müssen jetzt auch alle anfangen zu laufen, weil die Briten jetzt auf Washington zumarschieren.

[27:37] Und die Regierung muss notgedrungen evakuiert werden. Und in Europa kann man es gar nicht fassen, wie eine Armee bei der Verteidigung ihrer eigenen Hauptstadt in die Flucht geschlagen wird. Die Amerikaner haben sich in diesem Krieg wirklich nicht mit Ruhm bekleckert bis zu diesem Zeitpunkt.

[27:56] Jedenfalls die Briten sind in Washington einmarschiert und haben das Weiße Haus niedergebrannt. So sah es dann ungefähr hinterher aus. Und die Amerikaner hatten jetzt wirklich genug vom Krieg. Mehrere Jahre lang versucht Kanada einzunehmen, jedes Mal gescheitert und jetzt kommen die Briten sogar in das Herz des Landes und zerstören die Hauptstadt. Und wie gesagt, diese große Bedrohung vom Norden, dass da eine gewaltige Armee einrücken soll.

[28:23] Am 31. August ist es soweit, 31. August, 1. September. Diese Briten, 10.000, 11.000 Soldaten überschreiten die kanadische Grenze und marschieren südwärts. Und das sind jetzt nicht nur ein paar Milizionäre. Diese Soldaten, die hier jetzt kämpfen für Großbritannien, sind alles Soldaten, die vorher im Krieg gegen Napoleon gekämpft haben, die Erfahrung haben, die jahrelang in Spanien, in Portugal gekämpft haben gegen französische Truppen, die unter Wellington gut ausgebildet sind und die allein schon deswegen den Amerikanern weit überlegen sind. Und die bewegen sich jetzt wie ein Koloss Richtung Süden.

[29:00] Und weiter unten in in Plattsburg. Hier ist die Stadt. Da gibt es so ein paar amerikanische Stellungen. Am 4. September schreibt Miller aus dem Lager nahe Fort Moreau, südlich von Plattsburg. Es ist Sonntag, 21 Uhr, liebe Lucy. Die Briten sind höchstens 10 Meilen, also 15, 16 Kilometer von hier entfernt, und wir erwarten für morgen eine Schlacht. Und ich denke, sie sind große Trottel, wenn sie uns nicht angreifen, denn sie haben etwa 10.000 oder 11.000 und wir sind nur 1.500. Aber jeder Mann ist entschieden, seine Pflicht zu tun. Es mag mein Los sein zu fallen. Wenn ich falle, werde ich tapfer fallen. Denk daran, du wirst nie wieder von mir hören, wenn ich ein Feigling bin. Erinnere dich an deinen William Miller.

[29:51] Das war eine krasse Zeit. Zu den 1.500 Soldaten kamen noch mal ungefähr 1.900 Freiwillige, so dass wir insgesamt 3.400 haben, die auf amerikanischer Seite gekämpft haben. Von denen war aber über die Hälfte krank oder verwundet. Also unerfahrene, verwundete, in großer Unterzahl befindliche Amerikaner gegen erfahrene Veteranen aus dem europäischen Krieg, 10.000, 11.000, die gut trainiert jetzt in das Land einmarschieren. Und wie gesagt, noch einmal zur Erinnerung, wir haben es ja oft genug gesagt, vorher war es immer so gewesen, die Amerikaner in großer Mehrzahl gegen wenige Briten haben schon immer verloren. Jetzt, was kann man erwarten, wenn schon eine zehnfache Überlegenheit von Amerikanern gegen die Briten nichts ausrichten kann, was kann eine zehnfache Unterlegenheit gegen Briten ausrichten? Nichts. Das wussten sie.

[30:48] Da sehen wir die Stellung. Das ist das Fort Moreau. Hier südlich davon hat er sein Camp gehabt. Er hat dann aber später, der William Miller, hier im Fort Scott gekämpft. Es gab drei Forts, die sie gebaut haben: Fort Brown, Fort Moreau und Fort Scott. Hier am Fluss hat er gekämpft, wird gleich wichtig sein, wenn wir die Briefe lesen. Das war die Stadt, und hier waren die ganzen britischen Einheiten. Hier war der Fluss, und dann war die Stellung. Man hat über den Fluss geschossen, und die Briten haben dann versucht, den Fluss dann einzunehmen. Aber die Briten sind bis zum 6. September hier vorgerückt, haben dann angefangen Stellung zu bauen, und jeden Tag hätte es losgehen können. 6. September, 7. September, 8. September, 9. September. Die Briten kamen nicht über den Fluss, weil sie nicht genau wussten, wo genau die Stellungen sind, die Blockhäuser und die Forts, und haben gewartet.

[31:38] Und dann kam es zum 11. September, Sonntag. Am 11. September um 8 Uhr morgens berichtet man, dass vier britische Schiffe hier um die Bucht kommen, in die Cumberland Bay. Hier waren die Briten mit der Armee, hier waren die wenigen Amerikaner, hier waren vier amerikanische Schiffe, und hier kamen jetzt vier überlegene britische Schlachtschiffe. Also man sieht, die Briten hatten von beiden Seiten sie quasi angekesselt. Und Miller, wie gesagt, war hier so in seinem Fort und konnte das alles sehen, was passiert ist.

[32:16] Um 8 Uhr melden also Aufklärungsboote, die Briten rücken an mit Schiffen. Um 9 Uhr fangen die ersten Salven an, man fängt an, sich abzutasten, und dann beginnt eine Seeschlacht, wie es sie selten in Amerika gegeben hat. Nach ungefähr einer halben Stunde ist das erste britische Schiff geschlagen, hier die HMS Finch, und wird abgetrieben auf die Insel. Und es geht so zwei Stunden immer hin und her. Die Briten machen einen Fehler. Während die Schiffe hier angreifen, versäumen sie es, gleichzeitig vom Boden aus anzugreifen, sondern warten erst mal das Seegefecht ab. Erst gegen 11 Uhr fangen sie an, hier die Brücken versuchsweise zu nehmen, und es kommt zu Artilleriefeuer und zu Granaten und zu Raketen hin und her.

[33:06] Und gegen 11 Uhr sind auch die amerikanischen Schiffe in einer fast ausweglosen Lage. Das Flaggschiff, die USS Saratoga. Und hier ist etwas Interessantes gemacht. Die waren alle geankert. Und ich weiß nicht, ob ihr wisst, wie so ein Krieg zur See damals funktioniert hat. Man hatte diese Segelschiffe gehabt und sie hatten Kanonen gehabt, und dann ging es immer darum, die Breitseite, man kennt das ja, ich gebe dir eine Breitseite, die breite Seite des Schiffes dem Feind entgegen zu setzen, damit so viele Kanonen wie möglich da schießen können. Und wenn die gegenseitig abgeschossen haben, waren die Kanonen immer beschädigt, und dann konnte man nur noch mit halber Kraft oder Drittelkraft schießen.

[33:41] Und was der USS Saratoga gelungen ist, um 11 Uhr geht in die Kriegsgeschichte ein. Sie haben es geschafft, innerhalb von wenigen Minuten das Schiff komplett umzudrehen, so dass jetzt eine ganz neue Breitseite mit frischen Kanonen, die unbeschädigt waren, auf die anderen beiden Schiffe drauf halten konnte. Und innerhalb von 15 Minuten waren zwei der größten Schiffe, die Großbritannien dort in Amerika hatte, die HMS Linnet und die Confiance, völlig zerstört. Ein Amerikaner, der auf dem Schiff gewesen ist, dann später hat gesagt, das Blut war kniehoch. Auf einem Schiff waren von 300 Soldaten nur noch 24 übrig geblieben. Die haben diese Schiffe völlig, völlig zerschossen.

[34:21] Und das ist dieser Moment gegen 11 Uhr ist der Schlüssel, dass diese Schlacht gewonnen wird. Denn als die britischen Schiffe ihre Segel streichen, fangen die Soldaten hier aus unerklärlichen Gründen an, oder der Kommandant erklärt aus unerklärlichen Gründen den Rückzug, weil er der Meinung ist, ohne Unterstützung von der See kann er das hier nicht einnehmen. Und die Amerikaner sind völlig baff. Sie haben diese Schlacht gewonnen.

[34:49] Wir schauen mal, wie William Miller das erlebt hat. Hier haben wir Bilder von der Schlacht. Das sind die Raketen, die geflogen sind. Schauen wir mal, was er schreibt. Am 11. September, 14:20. Das ist ungefähr wenige Stunden, nachdem diese See-Schlacht zu Ende ist. "Sir, es ist vorüber, es ist getan. Die britische Flotte hat vor der amerikanischen Flagge kapituliert. Große Verluste auf beiden Seiten, sie sind gut sichtbar von, wo aus ich gerade schreibe. Mein Gott, der Anblick war majestätisch, es war edel, es war groß. Heute Morgen um zehn eröffneten die Briten ein schweres und zerstörerisches Feuer auf uns, sowohl zu Wasser als auch zu Land. Ihre Brandraketen flogen wie Hagelsteine um uns und Kanonenkugeln von allen Ecken. Du machst dir keine Vorstellung von der Schlacht. Unsere Streitmacht war klein, aber wie tapfer haben sie gekämpft. Die Kriegshandlung zu Wasser dauerte nur zwei Stunden und zehn Minuten. Das Feuer ihrer Batterien hat eben gerade aufgehört. Unsere Feuer noch immer."

[35:43] Er schreibt also an wen, noch die Kanonen um ihn hinweg, fängt er schon an zu schreiben. Wir haben gewonnen. Ich habe keine Zeit, noch mehr zu schreiben. Und dann sagt er: Ich bin zufrieden, dass ich kämpfen kann. Ich weiß nur, dass ich kein Feigling bin. Er war halt ein Mann, nicht wahr? Wie auch immer, darum geh zu Mr. Loomis und trink auf meine Gesundheit und ich will es dir bezahlen. Und jetzt Achtung: Drei meiner Männer sind mir, sind verwundet durch eine Granate, die etwa 50 Zentimeter vor mir einschlug.

[36:13] Das waren 50 Zentimeter, die über den Fortgang der Adventgeschichte entschieden haben. 50 Zentimeter weiter, unser Seminar würde ganz anders heißen, ganz anders gehen und ganz andere Personen behandeln. Schon interessant, nicht wahr? Wir lesen in den Geschichtsbüchern immer nur, da gab es die Schlacht, da gab es die Schlacht, da gab es die Schlacht. Aber Gott weiß, welche Granate er wohin lenkt, oder zumindestens wohin sie manchmal nicht geht. Dann sagt er: Hurra, hurra, 20 oder 30 britische Gefangene, die von unserer Miliz gefangen wurden, sind gerade im Fort angekommen. Ich kann nicht weiter schreiben.

[36:41] Am nächsten Tag schreibt er um 7 Uhr morgens seiner Frau, ebenfalls von Fort Scott aus. "Gestern war ein Tag großer Freude, wir haben gesiegt, wir haben sie vertrieben. Gegen 9 Uhr gestern feuerte die britische Flotte eine Salve, als sie die Cumberland Spitze umsegelte. Es war das Zeichen für eine allgemeine Auseinandersetzung. Etwa 20 Minuten später waren sie sichtbar, wie majestätisch, wie mächtig lag unsere Flotte in der Bucht von Plattsburg. Und wie ein frecher Yankee kümmerten sie sich gar nicht um die Salven. Die Briten hatten Batterien auf allen Seiten aufgebaut, und in der nächsten Minute begannen die Kanonen ihren Einsatz, indem sie ihr Feuer an alle Ecken schossen. Was für eine Szene, alles war schrecklich. Ich kann dir unsere Situation nicht beschreiben. Das Fort, in dem ich mich befand, war jedem Schuss ausgesetzt, Bomben, Raketen und Granaten fielen wie Hagelsteine. Drei meiner Männer wurden verwundet, einer getötet, aber niemand aus Pultney oder der Gegend. Nach einer Stunde und 45 Minuten war die Flotte des Feindes besiegt. Mein Gott, was für ein Geschlacht auf beiden Seiten. Von 300 Mann auf einem Schiff blieben nur 24 unverletzt. Ich kann dir die allgemeine Freude nicht beschreiben. Jeder Offizier und jeder Soldat singt jetzt vor Freude, und man hört nichts anderes als den 11. September. Wir haben damals gesungen und gejubelt: 11. September, 11. September, 11. September."

[37:56] Noch für viele Jahrzehnte. Du kannst an meinem zusammenhanglosen Schreibstil gut erkennen, dass ich genauso erfreut bin wie der Rest. War so begeistert, hat es aufgeschrieben und konnte selbst sein Glück nicht fassen, dass sie mit diesen wenigen Mannen, die sie gewesen sind, diese erfahrenen Armeen in die Flucht geschlagen haben und damit dem Krieg eine entscheidende Wendung ergeben haben. Das war die Schlacht von Plattsburg, und die hat letztendlich diesen Krieg entschieden.

[38:20] Tatsächlich. Und William Miller mittendrin im Granatenhagel. Am 18. September noch, kommen wir zum Schluss langsam, wird der Wiener Kongress eröffnet. Haben wir vielleicht schon mal was davon gehört. An diesem Kongress soll Europa neu geordnet werden, und auch ein Vertreter des Papsttums darf dort mitmachen. Man sieht das zwar nicht so gerne, weil das Papsttum zu der Zeit wirklich einen schlechten Ruf hat in Europa, aber er darf mit vertreten sein und mit ein bisschen mitmischen bei der Neuordnung Europas.

[38:53] Während die Briten sich wieder zurückgezogen haben nach Kanada, müssen die Amerikaner in ihrem Lager bleiben, einfach aus Sicherheitsgründen. Und jetzt haben wir schon den 28. Oktober, fast zwei Monate später. Und interessant, was er hier schreibt an seine Frau. "Liebe Lucy, wieder habe ich meine Feder zur Hand genommen in der Hoffnung, diese einsamen Stunden zu täuschen. Aber in einer kurzen Zeit werde ich so wie Spencer sein." Er berichtet davon, jemand, der gestorben ist an Krankheit. Übrigens haben die Amerikaner viel mehr Leute verloren im Krieg durch Krankheit und durch Epidemien als durch Feindeinwirkung. "Es ist ein feierlicher Gedanke. Er denkt über seinen eigenen Tod nach. Doch wenn ich mir eines anderen Lebens sicher sein könnte, dann gäbe es nichts Beunruhigendes, wie eine gelöschte Kerze ausgehen ist untragbar. Der Gedanke ist trübsinnig."

[39:39] Er hat im Krieg angefangen, sich wirklich Gedanken über den Tod zu machen. Was passiert, wenn ich sterbe? Nein! Lass mich lieber diese Hoffnung festhalten, die eine niemals aufhörende Existenz garantiert, einen zukünftigen Frühling, wo Trübsal aufhören und Tränen keine Förderung finden, wo niemals endender Frühling blüht und Liebe rein wie Schnee in jeder Brust ruht. Liebe Lucy, schreib mir und lass mich wissen, wie du deine Zeit verbringst. Gute Nacht. Ich bin besorgt.

[40:06] Hat sich Gedanken gemacht, denn er wusste, das, was er erlebt hat, das war nicht ohne. Was passiert, wenn ich sterbe? Und gerade dann, wenn man kurz vor dem Tod gestanden hat, dann fängt man an, sich Gedanken zu machen. Und diese Schlacht hat, wie wir es gleich sehen, hat später noch in seinem Denken seinen ungeheuren Einfluss auf sein Leben gehabt.

[40:31] Der Krieg war dann auch bald zu Ende. Am 24. Dezember, quasi als Weihnachtsgeschenk, wird in Gent in Belgien der Friedensvertrag unterzeichnet zwischen den Briten und den Amerikanern. Und man staune, das Ergebnis des Krieges war, dass alles so bleibt wie vorher. Das heißt, man hat einfach den Status von vor dem Krieg wiederhergestellt. Da fragt man sich natürlich, warum führt man denn überhaupt Krieg? Und bis heute gibt es einen Streit darüber, wer eigentlich gewonnen hat, ob die Kanadier oder die Briten, also die Briten oder die Amerikaner, weil es eigentlich ein Unentschieden war. Und dann kann man sich natürlich auch fragen, wozu eigentlich dann die ganzen Menschenleben, nicht wahr? Und das war also eine Frage, die auch Miller sich sicherlich gestellt hat.

[41:16] Und etwas, was ganz in eine andere Richtung noch geht, aber mich sehr fasziniert hat, ist etwas, was ich herausgefunden habe diese Tage, was es in keinem Buch bisher zu finden gab über Adventgeschichte. Und zwar über diese Frau. Das ist jetzt ein absolutes Novum. Und zwar habe ich herausgefunden, dass es Ende Dezember eine Frau gestorben ist mit Namen Joanna Southcott. Und das ist noch nicht besonders. Joanna Southcott war eine religiöse Person in England. Sie hatte 1792 angefangen, Prophezeiungen zu geben. Erstmal hat sie über das Wetter Prophezeiungen gegeben, und dann hat sie angefangen über die französische Revolution Prophezeiungen zu geben, und auch die sind eingetreten, und dann wurde sie immer bekannter. Und hat immer geglaubt, sie ist eine Prophetin.

[42:04] Dann fing sie an ab 1801 zu sagen, dass sie die Frau aus Offenbarung 12 ist. Und jetzt ist es interessant. Sie hat gelehrt, man müsste den Samstag als Ruhetag halten, als biblischen Sabbat. Hat aber gleichzeitig einen Schwachsinn von sich gegeben, wie zum Beispiel, dass sie die Frau aus Offenbarung 12 ist. Sie hat dann 1814 den Weltuntergang prophezeit, gesagt, die Welt geht unter. Und jeder, der die Adventgeschichte schon ein bisschen kennt, entdeckt plötzlich da so eine gewisse Strategie dahinter, nicht? Denn es kommt ja noch eine Frau, die eine echte Prophetin ist.

[42:42] Aber jetzt wird es interessant. Sie hat dann gesagt, als die Welt nicht unterging 1814, dass im Jahr 1840 etwas anderes passieren wird, nämlich dass der zweite Messias geboren werden wird, und zwar von ihr selbst. Sie hat vorgegeben, dass sie schwanger ist mit dem zweiten Messias, mit dem zweiten Schilo. Sie war aber schon über 60. Und die Leute haben ihr das geglaubt, und sie hat vor allem unter den reichen Bürgern Englands enorme Anhänger gehabt. Sie hat dann auch festgestellt, dass die Offenbarung sagt, dass man ein Siegel haben muss, um gerettet zu werden. Also hat sie Siegel hergestellt, die sie verkauft hat, wo man sich dann siegeln konnte, um die ewige Gerechtigkeit zu bekommen.

[43:19] Und als sie am 26. oder 27. September gestorben ist, man weiß nicht genau, ob am 26. oder 27. Man hat sie am 27. bekommen. Man vermutet, dass aber ihre Angehörigen sie etliche Stunden behalten haben, weil sie geglaubt haben, dass sie noch wieder auferstehen wird. Als sie da Ende Dezember gestorben ist, hatte diese Bewegung, jetzt hört genau zu, 100.000 Anhänger in England. Da gab es also in dieser Zeit 100.000 Anhänger, die an eine Prophetin geglaubt haben und geglaubt haben, man muss den Samstag als Ruhetag halten, gleichzeitig aber in völligen Fanatismus gefangen waren und geglaubt haben, diese Frau sei mit 64 Jahren noch schwanger und so weiter und so fort. Man hat übrigens sogar für sie eine Krippe noch bereitgestellt, weil man glaubte, am 19. Oktober wird sie ein Kind kriegen.

[44:02] Und das zeigt natürlich, wie der Satan arbeitet, weil er weiß, da kommt was. Die Bibel spricht von einem Geist der Weissagung, und er versucht es vorher abzulenken und mit Wahrheit zu vermischen, dass, wenn irgendwann jemand nochmal auf die Idee kommen sollte, zu sagen in England, der Samstag ist der Ruhetag, dass man sagt, ah ja, du bist auch eine Anhängerin von dieser, wie hieß sie noch, Southcott, nicht wahr? Interessant zu beobachten.

[44:30] Nun, das haben wir gesehen. Vielleicht ganz kurz noch, letzte Minute, über Wolf. Josef Wolf, den wir bisher jedes Jahr weiter verfolgt haben. Wir haben ihn zurückgelassen in Wien, letztes Mal, 1813. 1814 beginnt Josef Wolf, unser wissbegieriger Jugendlicher, sei er jetzt schon, junger Erwachsener, damit die Bibel zu übersetzen, aus dem Hebräischen. Er sei Jude, und das soll eine sehr gute Bibelsetzung gewesen sein. Und er wird dann eingeladen von einem Baron namens Stolberg nach Westfalen zu kommen und dort bei ihm zu leben und für ihn zu arbeiten. Und auf dem Weg reist er durch ganz Deutschland, er reist durch Landshut, durch Nürnberg, durch Aschaffenburg. Und weil er momentan so katholisch geprägt ist, kommt er immer wieder in Kontakt mit katholischen Wundern. Zum Beispiel gibt es in der Nähe von Frankfurt eine Nonne, die hat solche Stigmata, nicht wahr, da bluten die Hände und da bluten und so weiter. Und Josef Wolf war vollkommen überzeugt davon, durch diesen katholischen Einfluss in Wien hat er sich gesagt, das sind alles Wunder, und hat sich gefreut, bald katholischer Missionar zu werden.

[45:37] Und hat sich auf den Weg gemacht nach Westfalen. Was er dort erlebt hat, sehen wir nächstes Jahr, nächste Woche.

[45:43] Das Jahr 1814 brachte auch ein Buch noch von einem klassischen Gelehrten aus Birmingham. Das Buch hieß "Die Notwendigkeit der Offenbarung, um die Lehre des zukünftigen Lebens lehren zu können". Und er war einer derjenigen, die die Unsterblichkeit der Seele verworfen hat als Spekulation. Und auch das ein interessantes Buch, das beigetragen hat, dieses Verständnis mehr und mehr in die Öffentlichkeit zu bringen.

[46:15] Letzter Gedanke für heute. William Miller, der später zurückgeschaut hat auf dieses Jahr 1814, schreibt viele Jahre später: "Viele Begebenheiten dienten dazu, mein Vertrauen in deistische Prinzipien zu schwächen. Es schien mir, dass das höchste Wesen auf die Interessen dieses Landes in besonderer Weise acht gab und uns aus der Hand unserer Feinde befreite. Besonders beeindruckend für mich war die Schlacht von Plattsburg." Jetzt als Deist, wenn man sich da hineinversetzt, ist es ja ganz logisch, warum das beeindruckend war. Ein Deist glaubt nicht an Wunder. Ein Deist glaubt an Logik. Ich glaube nicht, dass Jesus auf dem Wasser gehen kann, weil das ist unlogisch. Ich glaube nicht, dass das Rote Meer sich teilt, weil das ist unlogisch. Aber als er dann, wie er hier sagt, sieht, wo wir mit 1.500 regulären Soldaten und 4.000 Freiwilligen die 15.000 mannstarken Briten vertrieben, da wird einem klar, das ist nicht logisch zu erklären. Vor allem dann nicht, wenn man vorher gesehen hat, wie eine Übermacht von Amerikanern immer gescheitert ist. Das ist nicht mit Logik zu erklären.

[47:16] Und dann sagt er: "Zu Beginn der Schlacht betrachten wir unsere Niederlage als fast unausweichlich, und doch waren wir sieghaft. Solch ein überraschendes Resultat bei solchen Widrigkeiten erschien mir als das Wirken einer höheren, nicht nur menschlichen Macht." Zum ersten Mal in seinem Leben musste er zugeben, dass es diese höhere Macht nicht nur gibt, sondern dass sie wohl offensichtlich eingegriffen hat. Der Deist glaubt ja, Gott mag es gegeben haben oder gibt es, aber er hat nichts mit unserem Leben zu tun. Er greift nicht ein. Es gibt keine Wunder. Zum ersten Mal durch diese Schlacht in Plattsburg sagt William Miller: Moment mal, könnte es sein, dass dieses höhere Wesen, wie auch immer es ist, wie auch immer es sich offenbart, tatsächlich eingreift, sich interessiert für Nationen, für Königreiche, für Menschen und Dinge, lenkt und leitet, nicht nur die Schlacht, sondern manchmal auch die Granaten um 50 cm.

[48:03] Und wie wir sehen werden, war das ein Wendepunkt in seinem Leben. Nächstes Mal werden wir sehen, die Rückkehr. Es wird eine Zeit der Rückkehr sein, 1815. Und ich glaube auch, wir müssen zurückkehren zu dem, was Gott uns früher gezeigt hat, denn wir haben nichts zu befürchten für die Zukunft, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Gottes Segen euch und bis zur nächsten Woche.


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